Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#13 Rückfall in die Essstörung: So erkennst und meisterst du kritische Momente

Deine 24-Stunden-Strategie für kritische Recovery-Momente

02.07.2025 45 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wusstest du, dass bei Essstörungen das Rückfallrisiko in den ersten zwei Jahren nach Behandlung besonders hoch ist? 

Je nach Essstörungsform erleiden 30 bis 50 Prozent der Betroffenen einen Rückfall. In dieser Episode teile ich mit dir, warum besonders die Zeit nach den ersten sichtbaren Erfolgen so kritisch ist und wie du einen Rückfall verhindern kannst. 
 
Ich nehme dich mit in meine eigene Recovery-Geschichte und erzähle dir von meiner Quasi-Recovery-Phase in meinen frühen Zwanzigern. Damals fühlte ich mich gut, war im Normalgewicht und dachte, das reicht. Spoiler: Es reichte nicht. Drei Jahre später hatte ich einen heftigen Rückfall, der mich fast meine Arbeit gekostet hätte. Diese Erfahrung war letztendlich mein wichtigster Lehrer für echte, vollständige Recovery. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Was der Unterschied zwischen einem Ausrutscher (Lapse) und einem echten Rückfall (Relapse) ist
  • Warum die ersten Monate nach der Behandlung bei allen Essstörungsformen die kritischste Phase sind
  • Was die "Zwei-Jahres-Regel" von Carolyn Costin bedeutet und warum sie so wichtig ist
  • Die konkreten Warnsignale auf drei Ebenen: Gedanken, Verhalten und körperliche Anzeichen
  • Warum "gut genug" nicht ausreicht und dein Körper sein eigenes individuelles Wohlfühlgewicht hat
  • Meine persönliche Spiegelmoment-Geschichte über Zellulite und wahres Selbstmitgefühl
  • Praktische Präventionsstrategien und deine SOS-Strategie für kritische Momente
Besonders wichtig: Vollständige Recovery ist dein bester Schutz vor einem Rückfall. Eine halbherzige Recovery oder Quasi-Recovery ist wie ein Haus auf Sand gebaut – es hat kein stabiles Fundament.

Ich teile Carolyn Costins Definition von vollständiger Recovery, die nichts mit Zahlen zu tun hat, sondern mit echter Freiheit.
 
Die mentale Arbeit braucht deutlich länger als die körperliche Heilung. Bei mir selbst habe ich noch bis zu fünf Jahre nach meiner Recovery gemerkt, wie Dinge immer noch freier wurden. Recovery ist kein Sprint, sondern ein Marathon – aber einer, der sich so sehr lohnt.
 
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Wenn du Warnsignale bei dir erkennst oder Unterstützung auf deinem Recovery-Weg brauchst, vereinbare gerne einen kostenfreien Discovery-Call mit mir. Denk daran: Dir einzugestehen, dass du Hilfe brauchst, ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Wusstest du, dass etwa 35 bis 50 Prozent aller Menschen mit Anorexie innerhalb der ersten zwei Jahre nach Behandlung einen Rückfall erleiden? Kein Wunder, dass sich so viele von euch als nächstes Podcast-Thema die Rückfallprävention gewünscht haben. Denn wir gehen doch nicht mutig diesen Recovery-Weg, um irgendwann wieder in der Essstörung festzustecken. Denn Recovery ist etwas, was wir für unser restliches Leben machen. Also nicht die Recovery, aber wir machen die Recovery für unser restliches freies Leben, damit wir uns eben nicht mehr damit beschäftigen müssen. Und deshalb zeige ich dir heute, wie du einen Rückfall verhinderst und warum besonders die Zeit nach der Gewichtsnormalisierung so entscheidend ist. Und dafür möchte ich dich kurz nochmal in meinen eigenen Recovery-Weg mitnehmen. Denn ich hatte ja, wie du bereits weißt, sehr, sehr viele unterschiedliche Phasen und unter anderem auch eine Phase. Da war ich so Anfang 20 und in einer sehr stabilen Beziehung. Ich hatte mit den Modeln angefangen und ich war im Normalgewicht. Ich habe mich gut gefühlt. Ich hatte nicht mehr wirklich irgendwelche schädlichen Verhaltensweisen, die ich vorher hatte. Und dennoch war ich nicht gesund. Heute weiß ich, das war die Phase meiner Quasi-Recovery, auf die wir in einer anderen Folge nochmal eingehen werden. Denn auch dieses Thema war sehr, sehr hoch nachgefragt. Und letzten Endes war das aber damals genau das Problem. Ich war in der Quasi-Recovery. Es ging mir eigentlich ganz gut, schon lange nicht mehr so schlecht wie vorher. Aber ich war eben noch nicht frei. Und das war etwas, was mich sehr, sehr anfällig für einen Rückfall gemacht hat, den ich ja dann so ungefähr vier, fünf Jahre später auch, nee, nicht mal drei Jahre später, auch hatte. Und der, wie gesagt, mich an den Punkt gebracht hat, wo ich mich dann doch nochmal final für die Recovery entscheiden musste, da inzwischen auch mein BMI so niedrig war, dass ich, wie gesagt, Arbeitsverbot bekommen hatte. Und wie ich ja bereits in früheren Folgen erzählt habe, hatte ich ein Zielgewicht. Also eines, damit ich wieder arbeiten gehen darf. Und ein geschätztes von meiner Therapeutin, wo sie meinte, dass das wohl mein gesundes Gewicht sein könnte. Also mein vermeintliches Endgewicht. Und je mehr ich mich diesem Endgewicht genähert habe, desto mehr hatte ich Angst, diese Zahl zu überschreiten und war geneigt, einfach stehen zu bleiben, da wo ich war. Aber da ich die Vorerfahrung hatte und deswegen sind, wie gesagt, auch Rückfälle beziehungsweise auch zu erkennen, hey, da war ich schon mal und das letzte Mal ging das irgendwie nicht so gut, weil ich da stehen geblieben bin, auch super wertvoll. Denn diesmal habe ich mir gedacht, nee, das will ich nicht nochmal machen. Beim letzten Mal, als ich stehen geblieben bin, beziehungsweise dachte, das ist jetzt gut genug, ging es danach nochmal so richtig in den Keller und ich war nicht bereit. Das, was ich erreicht hatte und das, was ich mir in der Recovery in einem, ich glaube, es war so ein Dreiviertel, ein gutes Jahr, ich glaube, ein gutes Jahr war, ja doch, es war ein gutes Jahr, erreicht hatte, wieder zu riskieren. Und deswegen habe ich, je mehr, wie gesagt, dieser Zahl kam, immer mehr überlegt, so, okay, was mache ich jetzt? Und habe mich dann entschieden, die Waage zu verbannen. Denn das war für mich wirklich der wichtigste Punkt, zu sagen, okay, ich lasse mich jetzt nicht von der Zahl auf der Waage aufhalten, weil ich gemerkt habe, dass es mental etwas mit mir gemacht hat, je mehr ich da eben hinkam. Und das war mein absoluter Game Changer zur finalen Freiheit. Denn ich konnte endlich, wirklich und auch schlussendlich nur noch auf meinen Körper hören. Und wäre ich dort stehen geblieben, wäre die Gefahr für einen Rückfall riesig gewesen. Das hatte ich ja schon einmal erlebt. Und die finale Freiheit, die ich heute habe, hätte ich nie kennengelernt. Das heißt, wir alle wären jetzt gar nicht hier. Ja, und nach außen hätte es zwar gut ausgesehen und ich wäre wahrscheinlich auch eine Weile wieder normal geblieben oder eben in diesem Zustand, wo ich ja vorher schon mal war. Aber innerlich wäre ich erneut in dieser quasi Recovery stecken geblieben. Und wie gesagt, da zu erkennen, okay, das ist nicht das, wofür ich gestartet bin. Das ist nicht, was ich mir unter vollständiger Recovery vorstelle. Das ist schon mal ein sehr, sehr wichtiger Punkt. Und deswegen sprechen wir heute darüber, was wir eigentlich unter einem Rückfall verstehen. Wir sprechen über die harten Fakten, nämlich wann ist das Rückfallrisiko am höchsten. Dann darüber, was die Zwei-Jahres-Regel ist und warum die so wichtig ist, beziehungsweise auch so ein guter Anhaltspunkt. Wir gehen auf konkrete Warnsignale ein, die du kennen musst. Und praktische Strategien auch natürlich zur Prävention. Denn ich will dir natürlich auch etwas mitgeben, was dir hilft, im Zweifelsfall auch gegenzusteuern, wenn du merkst, ups, irgendwie darf das hier gerade nicht so, wo ich hin will. Und wir klären nochmal, was vollständige Recovery wirklich bedeutet. Genau. Also an diesem Punkt, lass uns direkt in die kritische Zeit einsteigen. Und ihr kennt mich ja, ich gucke immer ein bisschen auch so nach Statistiken und Fakten, um das Ganze einfach auch ein bisschen zu untermauern. Und habe erst mal überlegt, was verstehen wir denn jetzt eigentlich unter einem Rückfall? Und im Englischen gibt es ja das Wort, oder im Englischen bezeichnet ja Rückfall das Wort Relapse. Und dann gibt es aber auch noch Lapses. Also was ist der Unterschied an Relapse und ein Lapse? Ein Lapse ist eigentlich nur ein Ausrutscher. Das heißt, darunter verstehen wir einen einzelnen schlechten Tag. Und ein Relapse, also das, was wir auch klassisch hier als Rückfall verstehen, ist die längere Episode, wenn die Essstörungssymptome wieder überhand nehmen und es eben nicht ein einzelner Ausrutscher ist, sondern sich mehrere solche Auseinanderrutscher, genau, Ausrutscher aneinander reihen. Das heißt, ein Ausrutscher, ja, lass uns vielleicht mal kurz auf dem Po landen, muss aber keine Rutschbahn werden, mit der wir wieder einmal zurückfahren. Das heißt, du hast die Macht, Ausrutscher zu stoppen, indem du mit dir selbst bewusst bleibst und erkennst, wo du gestolperst bist, was dazu geführt hat und eine Konsequenz daraus ziehst, wie du das zukünftig verhinderst, damit du eben, ja, aktiv in der Recovery bleibst. Ein Rückfall ist aber, wie gesagt, jede Rückkehr zu Essstörungsverhalten und Symptomen ohne gegenzusteuern oder dir, und das ist das Gefährliche daran, was uns nicht bewusst ist, können wir nicht verändern, also ohne dir darüber bewusst zu sein und was, wie gesagt, dann auch über eine längere Zeit, also meistens schon beginnend bei mehreren Tagen stattfindet, weil, wie gesagt, was du nicht weißt oder was du nicht wahrnimmst, kannst du auch nicht verändern. Das heißt, zum Rückfall ist eher wie so ein Geschehenlassen oder auch ein allmählicher Prozess, in dem du, ja, durch mehrere Lapses sozusagen läufst, die sich alle aneinander rein und du, wie gesagt, dann im Ausrutschen immer weiter rutscht und, ja, wie gesagt, bei dem es eben Schritt für Schritt und über eine längere Zeit wieder dahin zurückgeht, wo du ja eigentlich nicht mehr hin wolltest und ich habe mal geschaut, wann es letzten Endes eigentlich am gefährlichsten ist und tatsächlich unterscheidet sich das von Essstörungsform zu Essstörungsform ein bisschen und zwar ist es bei der Anorexie, also der Magersucht so, dass Langzeitstudien von zehn Jahren ergeben haben, dass 40 bis 50 Prozent einen Rückfall hatten, also die Rückfallrate bei Magersucht in diesen zehn Jahren, die war durchaus sehr, sehr hoch, also jeder zweite fast, die wieder einen Rückfall erleidet und das höchste Risiko besteht jedoch in den ersten 18 Monaten nach der Behandlung. Das heißt, das ist eigentlich gar nicht so ein langer Zeitraum, aber da ist die Gefahr, dass es zu einem Rückfall kommen kann, eben am höchsten und die absolut kritische Phase liegt zwischen dem vierten und dem siebzehnten Monat nach der Behandlung, also sei das jetzt eine Klinik oder eine Therapie oder aber auch ein Coaching. Bei der Bulimie ist die Rückfallrate etwas geringer, nämlich nur 30 bis 41 Prozent und hier treten die meisten Rückfälle innerhalb der ersten sechs Monate auf. Das heißt, die ersten Wochen nach Behandlungsende sind hier auch die gefährlichsten. Und ganz ähnlich ist es auch beim Binge Eating, denn das hat ähnliche Raten wie die Bulimie, auch hier ist ebenfalls eher eine frühe Rückfallgefahr gegeben, also auch ungefähr in den ersten sechs Monaten, dass sie am höchsten ist. Und was mir immer sehr geholfen hat, war die Zwei-Jahres-Regel, weil Carolyn Kostin, meine Ausbilderin und seit Jahrzehnten Pionierin und Choryphäe im Bereich der Essstörungsbehandlung, hat etwas sehr Wichtiges festgestellt und auch für sich ein bisschen zu einer Regel gemacht. Und zwar hat sie ja oder war sie auch eine der Ersten, die in ihrer Praxis, also auch in ihrem Treatment Center Montenido, Therapeuten eingestellt hat, die selbst eine Essstörungsvergangenheit hatten. Und sie bildet, wie gesagt, ja auch Coaches aus mit Essstörungshintergrund, also so wie mich, die aber, wie sie festgelegt hat, mindestens zwei Jahre vollständig recovered sein müssen nach ihrer Definition. Auf die Definition gehen wir auch gleich nochmal ein. Das heißt, nach zwei Jahren hat sie festgestellt, ist das Rückfallrisiko dramatisch gesunken. Und sie selber hat auch oder kann auch sagen, dass sie von allen eingestellten Mitarbeitern mit Essstörungshintergrund in ihrem Residential Treatment Center Montenido nur eine Person mit einem Rückfall hatte. Und ich glaube, sie hat Montenido über 20 Jahre betrieben. Also das heißt, wirklich ein sehr, sehr geringes Rückfallrisiko, was sie aus Erfahrung hier einfach auch sich gezeigt hat. Und diese zwei Jahre sind wirklich wie eine magische Grenze, denn danach wird die Recovery deutlich stabiler, wenn man bis dahin durchgehalten hat. Und das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung tatsächlich auch bestätigen. Und das Spannende ist, dass es ja so einen gefährlichen Trugschluss gibt und zwar diese Recovery zum Gut genug. Denn viele, und das wird ja leider durch Kliniken und Ärzte und Therapeuten auch bestätigt, denken, dass der BMI beim Normalgewicht und da gelten wir meistens ja nur vom unteren Normalgewicht von 18,5 oder 19, gesund ist. Aber das ist ein wahnsinnig gefährlicher Irrtum, denn für die allermeisten Menschen ist ein BMI von 19 oder unter 19 nicht ihr Setpoint. Denn dein Körper hat sein ganz eigenes, individuelles Wohlfühlgewicht. Und ich möchte dir jetzt einmal Carolyn Costans Definition mitgeben, nach der, wie gesagt, auch ich bemessen wurde, bevor ich meine Ausbildung gemacht habe und dich auch sehr praktisch finde, weil sie hat null mit dem Gewicht zu tun. Ja, natürlich brauchen wir auch grundsätzlich erstmal ein gesundes Gewicht, weil wenn wir untergewichtig krank sind, da funktioniert der BMI dann halt schon, also körperlich sozusagen krank sind, dann können wir nicht gesund sein, also das schließt sich aus. Aber es geht eben um so viel mehr. Und zwar, sagt Carolyn, geheilt zu sein bedeutet, dass eine Person ihre natürliche Körpergröße und Form akzeptieren kann und nicht länger eine selbstzerstörerische Beziehung mit dem Essen oder Sport hat. Wenn du genesen bist, nehmen Essen und Gewicht eine angemessene Stellung in deinem Leben ein und wer du bist, ist wichtiger als das, was du wiegst. Tatsächlich sind Zahlen von geringer oder gar keiner Bedeutung mehr. Wenn du geheilt bist, wirst du deine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen oder deine Seele verraten, um eine bestimmte Körperform zu haben, eine bestimmte Kleidergröße zu tragen oder eine bestimmte Zahl auf der Waage zu erreichen. Wenn du geheilt bist, benutzt du keine Essstörungsverhaltensweisen mehr, um mit anderen Problemen umzugehen, dich davon abzulenken oder sie zu bewältigen. Also wie du siehst, ist das eine sehr, sehr umfassende Definition, die wirklich auch zeigt, wo wollen wir denn eigentlich hin beziehungsweise was ist auch wirklich möglich. Und wie du siehst, es geht nicht um eine Zahl, sondern um einen Zustand der Freiheit, der ganzheitlich ist. Und als nächstes möchte ich ein bisschen mit dir schauen, was sind denn jetzt eigentlich die Risikofaktoren beziehungsweise auch Warnsignase. Also heute habe ich die Warnsignale. Das heißt, wann ist das Rückfallrisiko besonders erhöht? Ein Faktor, der dafür spricht, dass es erhöht ist, ist die Krankheitsdauer. Und zwar je länger die Essstörung dauert oder je länger du darin warst, desto höher ist grundsätzlich auch das Risiko eines Rückfalls. Dann kommt es natürlich noch auf den Schweregrad an. Das heißt, schwerere Verläufe haben auch ein höheres Rückfallrisiko. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ernährung. Denn wenn du zum Beispiel immer noch eine eingeschränkte Nahrungsvielfalt hast oder bevorzugst sichere Lebensmittel, also deine Safe Foods zu dir nimmst oder einfach auch insgesamt zu wenig Energie, um eben das Gewicht da zu halten, wo du denkst, dass es jetzt bleiben müsste, was mir wie gesagt auch fast passiert wäre, dann ist das auch ein großer Risikofaktor. Dann kann es auch sein, dass du vielleicht auch Begleiterscheinungen hast, denn Essstörungen kommen ja relativ selten alleine. Das heißt, häufig treten sie auch im Zusammenhang mit Depressionen auf, durch Zwängen oder Trauma und die können ebenfalls das Risiko eines Rückfalls erhöhen. Dann kommt es darauf an, wo du behandelt wurdest und wie. Also allgemeine Kliniken zum Beispiel versus spezialisierte Fachkräfte. Denn wenn du einen Therapeuten oder einen ausgebildeten Recovery Coach hattest, eine wirklich spezialisierte Klinik auf Essstörungen und eben auch dort nicht nur Symptome bekämpft wurden, sondern eine tiefe innere Heilung und Transformation stattgefunden hat, dann macht das einen deutlichen Unterschied. Denn wie gesagt, nur die Symptome zu bekämpfen ist zu einseitig und führt nicht zu einer sicheren und langfristigen und nachhaltigen Recovery. Dann kommt es auch sehr auf dein Mindset an. Also man hat festgestellt, dass auch eine geringe Selbstakzeptanz, wenig Selbstmitgefühl, aber auch unrealistische Erwartungen hinsichtlich der Recovery eine Rückfallwahrscheinlichkeit erhöhen können. Weil manchmal höre ich das so, ja und wenn ich dann recovered bin, dann habe ich keine Probleme mehr. Nein. Also wenn wir die Erwartungen haben, dann wäre die definitiv zum Hochgesetz. Oder vielleicht auch, okay, wenn ich recovered bin, dann habe ich nie wieder einen Bad Body Image Tag. Wir können keine höheren Standards an uns setzen als gesunde Menschen. Auch die haben mal einen Bad Body Image Tag und das ist okay. Das heißt nicht, wie gesagt, dass wir das gar nicht mehr haben. Und wenn wir aber denken, das muss aber so sein und das ist jetzt nicht so, dann habe ich versagt, dann löst das eine Kette aus, ja, einfach auch aus Schuldgefühlen vielleicht aus, die wiederum uns dann zurückführen können in, ja, die Essstörung. Dann kommt es auch sehr auf das soziale Umfeld an. Das heißt, wenn du kein Unterstützungssystem hast oder fehlende Unterstützung und Verbindung mit Menschen, die dich wirklich verstehen, dann ist das auch ein höheres Risiko. Denn Essstörungen, ich sage es gerne nochmal, gedeihen in der Einsamkeit. Das ist zum Beispiel auch der Grund, warum ich die Soulgroup entwickelt habe als Langzeitbegleitung, weil ich habe mir gedacht, so, die meisten meiner Coaches gehen irgendwie so nach einem halben oder dreiviertel Jahr. Da ist aber die Gefahr zurückzufallen immer noch relativ hoch. Und deswegen habe ich gedacht, okay, Verhalt und Unterstützung und zur Absicherung, um auch längerfristig dran zu bleiben. In einer unterstützenden Gemeinschaft ist die Soulgroup genau das Richtige, um eben hier dich wirklich stabil zu machen. Das merke ich auch bei den Frauen, die jetzt wirklich schon ein dreiviertel Jahr dabei sind, die grundsätzlich sehr stabil sind, wahnsinnig viel erreicht haben und trotzdem immer nochmal merken, so, ups, da gab es nochmal eine Situation, die hat mich ganz schön ins Wackeln gebracht. Gott sei Dank bin ich noch hier und kann darüber gleich Sprechendes teilen und eben weiter daran auch arbeiten. Dann kommt es auch sehr auf die Motivation an. Also, je höher die eigene Motivation ist, sich zu verändern, desto weniger stark ist das Rückfallrisiko. Wenn wir also in die Recovery gepusht werden oder jemand sagt, du musst recovern oder keine Ahnung, dann ist die eigene Motivation wahrscheinlich noch nicht besonders hoch. Das heißt, das kann zwar ein Grund sein zu sagen, okay, ich recover auch für jemanden, aber wenn du nicht selber wirklich das tiefe Gefühl hast von, ich will gesund sein, ich will ein anderes Leben, ich, das war es einfach noch nicht, dann kann das Risiko für einen Rückfall höher sein. Und es kommt natürlich auch darauf an, wie du die in deiner Behandlung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeit auch weiter ansetzt oder verwendest. Zum Beispiel, wenn du so wie die meisten eigentlich, also es ist gar nicht so selten, zu kognitiven Verzerrungen, also zu einer verzerrten Denkweise neigst, dann kann man da lernen, und das mache ich auch sehr häufig im Coaching, also eigentlich immer, wie man eben mit diesen verzerrten Gedanken umgehen kann. Also was meine ich damit? Zum Beispiel Schwarz-Weiß-Denken oder Gedankenlesen oder emotionales Begründen, wie ich fühle mich so, deswegen ist das so. Also all das wären so kognitive Verzerrungen und wenn wir aber wissen, wie wir damit umgehen und eben auch die Fähigkeiten, die wir in der Behandlung gelernt haben, auch weiterhin anwenden, dann ist das Rückfallrisiko sehr gering. Und was ein großer Risikofaktor sein kann, und das passt auch so zu dieser Zwei-Jahres-Regel, weil in der Regel hat man in zwei Jahren auch einige stressige Lebensereignisse durchlebt, denn stressige Lebensereignisse können auch einen Rückfall auslösen. Was meine ich damit? Das können zum Beispiel Verluste sein, sei das jetzt durch Tod oder Trennung oder was auch immer, aber auch Traumata, Beziehungsprobleme, Feiertage oder so Dinge wie Corona, die einfach mal den kompletten Lebensrhythmus durcheinander bringen oder der Beginn einer neuen Arbeit oder auch die Rückkehr oder der Übergang. Also ich habe das bei mir damals auch gemerkt, so die Wiedereingliederung, die war schon ganz schön wackelig, weil halt doch einige Dinge, vor denen ich Angst hatte, tatsächlich auch eingetreten sind und auch die Rückkehr in die Schule oder Umzüge, auch nur Heirat, wie oft wollen wir in ein bestimmtes Kleid passen und denken dann, ach, darf ich dann doch nochmal kurz ein Kilo abnehmen? Slippery Slope. Ja, oder auch ein Gewichtsverlust ohne jetzt einen Zusammenhang mit einer Essstörung, also zum Beispiel durch Krankheit oder durch Medikamente, also einfach dass so diese, durch einen Gewichtsverlust einfach auch diese genetische Antwort wieder angetriggert wird oder aber eine erhöhte Aktivität, vielleicht keine Ahnung, eine stressigere Zeit, mehr Wanderungen, Urlaub oder was auch immer, also ganz viele Dinge können dazu beiführen oder beitragen, die wir jetzt gar nicht beabsichtigt haben oder auch Operationen oder eben auch dieser Übergang von der geschützten Klinik-Bubble, wo vielleicht alles einigermaßen lief, zurück ins echte Leben und noch vieles mehr. Und bei mir selber, wie gesagt, ich habe ja geschildert, dass ich damals auch in diesem quasi Recovery-Zustand war und vielleicht wäre ich da auch geblieben noch eine ganze Weile, wäre nicht ein Trauma obendrauf gekommen. Also dieses Trauma, was ich erlebt habe, was für mich nochmal ein absoluter Kontrollverlust war, der hat mich dann in diesem Januar quasi recoverten Zustand nochmal so richtig tief in die Essstörung abrutschen lassen. Das heißt, das ist auch ein großer Risikofaktor. Und du hast schon gesehen, das sind jetzt wahrscheinlich einige Sachen, wo du sagst so, hui ja, du kannst schon einiges passieren oder vielleicht treffen auch einige dieser Punkte auf mich zu. Keine Panik. Deswegen gucken wir uns jetzt auch die frühen Warnsignale an beziehungsweise auch Dinge, worauf du achten kannst. Und das mache ich auch mit meinen Coaches sehr gerne, dass wir wirklich gucken, also gerade eben, wenn sie das Coaching dann beenden, dass wir gucken, was wären so Red Flags, wo es wieder zurückgeht oder wo du, wo es wichtig ist, dass du direkt auch gegensteuerst. Und da möchte ich jetzt die wichtigsten mit dir teilen, die ich nochmal so ein bisschen unterteilt habe in Gedanken, Verhalten und eben auch körperliche Anzeichen. Also fangen wir mit den Gedanken an. Red Flags könnten sein, wenn du wieder mehr über Kalorien nachdenkst oder anfängst wieder zu zählen oder die nur heute Gedanken oder nur dieses eine Mal Gedanken, so dieses, ich könnte ja jetzt vielleicht nochmal. Oder wenn du merkst, die Vergleiche mit anderen werden wieder häufiger, sei das jetzt mit Figur oder auch was andere essen oder was du essen solltest. Also all diese Dinge, wenn die wieder zunehmen, ist es auch ein Signal. Oder aber wenn du merkst, ja, du hast ein niedriges Selbstwertgefühl, du fühlst dich wertlos, Schamgefühle, Schuldgefühle oder Selbsthass werden wieder stärker, was häufig auch in negativen Selbstgesprächen endet. Also eben wie du über dich sprichst, wie du über dich denkst, wie du über deinen Körper denkst und ja, ihn vielleicht auch im Geheimen wieder verurteilst. Oder, das ist so eine kognitive Verzerrung, die ich auch gerade angedeutet habe, wenn es wieder zu einem sehr strengen Schwarz-Weiß-Denken kommt. Also dieses, alles ist entweder gut oder schlecht. Ich bin entweder, ja, noch voll im Inder-Recovery oder noch voll gesund oder ich bin wieder voll drin. Also es gibt keine graue Töne, sondern du schwankst immer zwischen diesen Extremhängungen her. Oder wenn du merkst, dein perfektionistisches Denken kehrt zurück oder wird wieder stärker. Wenn ich es nicht perfekt gemacht habe, dann war es falsch. Oder du merkst, dass du wieder ein verstärktes Kontrollbedürfnis über viele Dinge hast. Also das muss gar nicht mal nur über dein eigenes Essen sein. Das kann auch über das Essverhalten von anderen Personen sein oder vielleicht auch Zwänge, die wieder kommen oder Zwangsgedanken, die ja oft auch mit Erstörungen einhergehen. Oder wenn du merkst, oh, irgendwie fixiere ich mich gedanklich schon wieder sehr auf meine Körperform oder auf mein Gewicht oder die Kleidergröße. Oder ich habe nach dem Essen wieder vermehrte Schuldgefühle. Also all das wären so Dinge, die in dir ablaufen, die darauf hindeuten können, so richtig gut ist das irgendwie gerade nicht. Und dann gibt es noch Punkte im Verhalten. Das sind auch Dinge, die man im Außen gut erkennen könnte. Also zum Beispiel, wenn du von deinem Essensplan abweichst. Das kann losgehen mit, naja, heute esse ich Ausnahmsmeise mal weniger oder ach, die edle Mahlzeit, die lasse ich jetzt mal ausfallen, weil heute bin ich nicht so hungrig. Also ich lasse heute keine Mahlzeit ausfallen, egal ob ich hungrig bin oder nicht. Ich gebe meinem Körper trotzdem regelmäßig Energie, weil es aus Selbstmitgefühl geschieht und weil ich weiß, dass mein Körper die braucht. Andere Verhaltensweisen können sein, dass du wieder anfängst, bestimmte soziale Situationen zu vermeiden. Also Restaurantsuche, Partys, Geburtstage, aus Angst dort essen zu müssen oder dass du merkst, du hast das Bedürfnis, nach Mahlzeiten wieder zu kompensieren oder schnell noch mal eine Runde spazieren zu gehen, bevor du eine Mahlzeit essen darfst. Oder dass du wieder mehr Bodychecking betreibst. Was meine ich damit? Zum Beispiel den verstärkten Blick in den Spiegel, auch in Glasscheiben, Fensterscheiben und solche Geschichten übrigens. Also ich bin viele Jahre echt mit dem Blick nach links durch unsere Fußgängerzone gelaufen, weil dort die Fensterscheiben der Schaufenster waren, was auch im Bodychecking Verhalten war. Oder aber auch sowas wie heimliches Wiegen oder Zwicken von Hautfalten, um zu messen, ob da Fett ist oder Messen von Körperteilen, umfassen von Körperteilen, also zum Beispiel Oberarm, Handgelenken und solche Geschichten. All das sind Bodychecking Verhaltensweisen und nichts, was man macht, wenn man Recovered ist. Oder ja, zufällig zur Essenszeit beschäftigt sein und Ausreden haben. Das ist auch was, was vielleicht beim Umfeld auffallen könnte. Beziehungsweise Purging Verhalten, die zwanghaftes Training oder die Angst, dich nicht zu bewegen oder auch, dass du merkst, du wirst unruhig, wenn du dich mal einen Tag nicht bewegen kannst, weil du krank bist oder was auch immer, vielleicht eine Reise vorsteht, du im Auto sitzt oder solche Sachen. Wenn du merkst, oh, das beunruhigt mich und du kriegst ein schlechtes Gewissen, dann okay. Okay, weißt du Bescheid. Oder wenn du dich anfängst, wieder zu isolieren von Freunden oder von deiner Familie oder von anderen Beziehungen und ja, Aktivitäten, die du vielleicht schon wieder zurück gebunden hast, ja, wieder anfängst zu vermeiden, weil sie vielleicht auch was mit Essen zu tun haben. Oder du merkst, dass du wieder anfängst, unehrlich gegenüber Freunden oder Familie zu sein, vielleicht zu behaupten, dass du schon gegessen hast oder dass du gerade keinen Hunger hast oder ja, Verhaltensweisen, die du aus deiner Essstörung eben auch schon kennst. Oder dass du sehr in dich gekehrt und traurig wirst, dass du dich zurückziehst, dass du Stimmungsschwankungen hast oder sehr gereizt bist. Auch das können Anzeichen sein, dass es wieder zurückgeht. Und dann gibt es natürlich noch die körperlichen Anzeichen. Dazu gehört zum Beispiel eine plötzliche Gewichtszu- oder Abnahme oder bei jüngeren Patienten, wenn auf einmal, ja, dieses, die werden ja öfter noch an diesen Wachstumsperzentieren bemessen und wenn da auf einmal eigentlich noch ein Wachstum zu erwarten wäre und das aber ausbleibt, dann kann das auch ein Warnsignal sein. Oder wenn du deine Periode nur noch unregelmäßig bekommst oder sie wieder ausbleibt, großes Red Flag. Wie gesagt, bei vielen bleibt die Periode auch gar nicht aus, aber wenn du eine gut funktionierende Periode hast und es wird wieder unregelmäßig oder bleibt gar aus, dann weißt du, oh oh, Körper, Notzustand, hier ist was nicht mehr in Ordnung. Oder wenn du spürst, dass du häufig schwindelhaft oder ohnmächtig wirst oder dich schwach fühlst, müde bist oder unter Schlaflosigkeit leidest oder dich generell im Alltag energielos fühlst und einfach nur alles anstrengend ist. Oder wenn du wieder häufige Magenbeschwerden oder Verdauungsprobleme hast, denn auch die deuten häufig auf eine Unterernährung hin. Oder wenn es andere Anzeichen gibt von schlechter Ernährung, wie zum Beispiel übermäßige Blutergüsse. Ich habe gestern ein Bild gefunden, ich habe es gar nicht gesucht, aber ich bin über ein Bild gestolpert und ich habe mir nur gedacht, oh mein Gott, wie sah denn mein Bein aus? Ich hatte lauter Blutergüsse am Bein, nur weil mich eine Mücke gestochen hat und ich mich gejuckt habe. Also das war wirklich heftig. Oder deine Haare werden dünner, deine Haut wird trocken, vielleicht neigst du auch mehr zu Ausschlägen oder deine Nägel sind brüchig, du neigst du Kälteempfindlichkeit oder dein Immunsystem ist unten und du bist ständig krank. Oder auch deine Blutwerte verändern sich. Achtung, das ist meistens etwas, was sich erst sehr, sehr spät ändert. Das heißt, Blutwerte sind sehr unzuverlässig. Wenn die sich ändern, dann ist es nicht mehr nur ein leichtes Red Fleck, dann ist Alarmstufe Rot angesagt. Und auch für Außenstehende ganz wichtig, weil die können das ja auch sehen, wenn der Angehörige zum Beispiel Bulimie hat, dann könnte man es an geschwollenen Wangen oder Kiefer und Schwielen, an Knöcheln und Zahnschäden eben auch bemerken. Das heißt häufiger Anzeichen von Anzeichen von häufigen Erbrechen. So. Wenn du dich erbrichst, weißt du es ja, dann ist es definitiv ein offensichtliches, es gestörtes Verhalten und damit ein offensichtliches Zeichen von einem Rückfall. Tja, was kannst du jetzt tun? Und zwar ist es mir hier natürlich noch wichtiger, gar nicht erst in den Zustand reinzukommen, dass du einen Rückfall hast, sondern Prävention zu betreiben. Und die beste Präventionsstrategie ist vollständige Recovery. Warum ist vollständige Recovery dein bester Schutz? Weil eine halbherzige Recovery oder diese Quasi-Recovery eher ein Haus ist, was du auf Sand baust. Das heißt, es riedelt dir einfach weg. Es ist nicht stabil, es hat kein Fundament. Es ist einfach wackelig. Und wie gesagt, wir sind ja oben schon mal in Carolins Definitionen darauf eingegangen, was vollständige Recovery bedeutet. Das heißt, und das ist ganz wichtig, weil es wie gesagt häufig unterschätzt wird und auch von Behandelnden. Eine vollständige Recovery ist völlig unabhängig vom BMI. Der Minimum BMI reicht nicht. Außerdem geht es um die Freiheit von Essensregeln. Es geht um Vertrauen in deine Körpersignale, um Flexibilität und Freiheit im Alltag, weil dafür bist du ja auch losgegangen. Es geht um Selbstwert, unabhängig von deinem Körper und wie er aussieht. Und du hast, wenn du vollständig recovered bist, Tools an der Hand, um mit Problemen oder schwierigen Situationen umzugehen und brauchst deine Essstörung nicht mehr dafür. Und ein ganz wichtiger Punkt, den ich auch bei mir sehr stark entwickelt habe, ist das Selbstmitgefühl. Das heißt, du willst dir gar nicht mehr schaden und du bist auch nicht mehr bereit, dich für eine bestimmte Körperform oder ein bestimmtes Kleidungsstück oder irgendwas zu quälen oder du kaufst dir auch keine Hosen oder irgendein Kleidungsstück in der Größe kleiner in der Hoffnung, da dann wieder reinzupassen. Das machen wir nicht mehr, wenn wir gesund sind, weil wir wollen unseren Körper ja gar nicht mehr quälen. Achtung, das heißt nicht, dass wir nicht den Wunsch haben können, ihn auch zu verändern, aber wir sind nicht mehr bereit, dieses Verhalten eben auch dafür auszuführen, was dazu nötig ist. Und was meine ich damit? Also ich hatte zum Beispiel so einen Spiegelmoment und das war so meine Zunahmephase und ich war eine lange Zeit lang wirklich stolz auf meine Psy-Gap und dass ich meine Zellulite ziemlich gut in den Griff bekommen habe. Wie gesagt, es ist ein Gebindegewebsthema und ich kenne wahnsinnig viele sehr untergewichtige Frauen, die trotzdem Zellulite haben, also es ist auch kein Schutz. Aber ich hatte eben damals das Gefühl, ich habe sie jetzt so einigermaßen im Griff und ich war zumindest für mich und meine Verhältnisse annehmbar. Wie gesagt, gesund war ich schon lange nicht mehr, aber das konnte ich ja damals nicht sehen. Und während ich recovered bin, gab es irgendwann diesen Moment vor meinem Spiegel, wo ich gemerkt habe, so ups, meine Thigh-Gap ist weg, meine Oberschenkel berühren sich wieder. Ich kriege wieder diesen Reiterhosenteil und meine Zellulite kommt zurück. Und der erste Gedanke, der kam, war, ja, du weißt ja jetzt genau, was du tun musst. Mein zweiter Gedanke war, nicht etwa, okay, los, dann stell dich jetzt heute mal den Essensplan um und geh gleich mal Sport machen. Nee, mein zweiter Gedanke war, ja, ich wüsste jetzt, was ich tun kann, aber ich bin nicht mehr bereit dazu. Ich sage, ich habe mir jetzt nicht bisher diese Freiheit, die ich ja schon gespürt habe in Ansätzen, erarbeitet, um jetzt mein Leben lang gegen meinen Körper anzukämpfen, weil entweder ich lerne, mich damit zu akzeptieren und anzunehmen. Das halt nicht heißt, dass ich mir nicht wünschen würde, dass sie weg wäre. Ich hätte sie wirklich gerne nicht. Aber ich werde nichts mehr dagegen unternehmen, was mich schädigen würde oder meinem Körper nicht gut tut. Das heißt, wenn vollständige Recovery der beste Schutz ist, dann ist die beste Strategie, nicht zu früh aufzuhören. Und das erlebe ich so, so häufig und sehe das auch und habe leider auch im Boomerang schon im Coaching erlebt, dass Coaches zu früh aufgehört haben, weil sie gedacht haben, hey, mir geht es doch besser oder ich sehe doch schon wieder normal aus oder andere sagen auch, ich sehe jetzt besser aus oder ich sehe ja wieder gut aus und dann hören sie auf. Aber die mentale Arbeit muss weitergehen, auch wenn der Körper besser oder normal aussieht. Denn dein Gehirn braucht einfach deutlich länger als dein Körper. Und bei mir ist es so, dass ich selbst jetzt, also gut, es ist deutlich weniger geworden die letzten zwei Jahre, aber bis zu fünf Jahre danach habe ich wirklich noch gemerkt, wie die Dinge einfach immer noch mal freier geworden sind. Also es ist wirklich ein Prozess und es reicht nicht, dich nur aus der Essstörung rauszuessen, da würden die Kliniken reichen, sondern du musst dir und deinem Kopf wirklich Zeit geben, sich an, die körperlichen Veränderungen anzupassen, die mentale Arbeit zu machen, die Strategien zu lernen, wie du eben gesund mit deinen Problemen auch umgehen kannst und diese Funktion, die deine Essstörung für dich ja auch erfüllt, auszuüben. Und wie gesagt, gerade beim Körperbild, ich habe dann auch so gedacht, also jetzt ist es für mich normal, dass das mein Körper ist, aber ganz am Anfang hat sich das alles fremd angefühlt und ich habe echt nur gedacht, oh, was ist das? Das sind nicht meine Beine, das sind Baumstämme, das sieht falsch aus. Nein, mach das weg, ich will das nicht. Aber es war einfach nur ungewohnt. Doch nur, weil es ungewohnt war, heißt es nicht, dass es falsch ist. Das heißt, sei hier nachsichtig mit dir und mit deinem Kopf vor allem, weil er muss sich erst mal das neue normal gewöhnen. Das heißt nicht, dass du auf einmal dick und fett geworden bist. Nein, das heißt nur, es ist anders. Und wie gesagt, für mich war einer der wichtigsten Knackpunkte wirklich auch die Waage zu verbannen, um mich auch von dieser Zahl unabhängig zu machen. Und ich möchte dir noch ein paar ganz konkrete Präventionsstrategien mitgeben. Das heißt, dein Recovery Fundament darf wirklich stehen bleiben. Das heißt, regelmäßige Mahlzeiten sind nicht verhandelbar. Egal, ob du wieder im Normalgewicht bist oder nicht. Das heißt nicht, dass wir dann ins nächste Intervall fassen oder so reingehen. Wozu denn? Und auch an guten Tagen ist es wichtig, die Struktur beizubehalten. Also wenn du merkst, ja, jetzt habe ich halt vielleicht mal nicht so viel Hunger oder so oder ich habe heute aber voll die Energie, geht auch ohne. Nee, der Körper braucht regelmäßig Energie. Und wie gesagt, ganz wichtig ist auch diese kontinuierliche psychische Arbeit weiterzuführen, sei das in Form von Therapie oder Coaching oder auch diese Selbstreflexion immer mal wieder mit dir einzuchecken. Und wie gesagt, wichtig auch hier, konsumiere idealerweise nur Recovery-orientierte Medien oder auch Dinge, die gar nichts mit Essstörung oder mit Körper oder mit Kochen und Essen zu tun haben. Ich liebe Katzenvideos, also wirklich meine Erheiterung am Tag und der Diätgesellschaft den Rücken zuzukehren, weil zu versuchen, da reinzupassen und zu versuchen, gesund zu sein, das ist ein Zerreißakt. Also ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll. Dann ist ganz wichtig, dass du dir auch ein Frühwarnsystem aufbaust. Bedeutet, das, was ich gerade schon gemeint habe, also diese monatlichen Selbst-Check-Ins, damit du selber auch erkennst oder gerne am Anfang auch wöchentlich so, hey, wie geht's mir? Bin ich noch auf Spur? Aha, alles klar, okay, also du musst nicht in die Überanalyse gehen. Bitte das auch nicht. Das soll ja irgendwann auf Stress frei werden. Aber immer wieder zu schauen, wo stehe ich gerade? Und dir da eben auch deine eigenen Red Flags mal zu sammeln und zu gucken, wie sieht's denn damit aus? Und ganz wichtig, weih auch Vertrauenspersonen mit ein. Also du kannst dir zum Beispiel bitten, hey, wenn du merkst, dass XY passiert, dann sag mir das bitte. Oder wenn du irgendwie eine Veränderung bewerkst, dann sprich mich bitte darauf an, weil das ist wichtig für mich. Vielleicht merke ich selber nicht, denn indem du dir zum Beispiel auch eine Liste mit persönlichen Warnsignalen erstellst und die auch mit deiner Vertrauensperson teilst, hast du die Chance, dass eben, wenn du es selber nicht merkst, weil so schleichende Veränderungen merken wir ja oft nicht, dein Umfeld aber vielleicht schon, weil die ja im Zweifelsfall auch darauf trainiert sind, wo du herkommst und das im Zweifelsfall schneller erkennen können und dich damit sozusagen von außen nochmal warnen können. Und ganz wichtig, baue dir ein Unterstützungsnetz auf. Also beende deine professionelle Begleitung nicht zu früh, denn das, wie gesagt, sehe ich als Hauptrisikofaktor und habe ich leider auch schon mehrfach im Coaching erlebt. Tritt eine Online Recovery Community bei oder auch gerne persönliche, wenn du eine vor Ort hast und bleib da wirklich auch so lange wie möglich, denn diese Unterstützung wirklich auch zum Dranbleiben zu nutzen, ist Gold wert. Und auch indem du andere unterstützt, stärkst du deine eigene Recovery wieder und siehst, wie weit du vielleicht auch schon gekommen bist. Und regelmäßige Check-Ins mit deinem Therapeuten oder auch deinem Coach sind super wertvoll. Ich habe zum Beispiel auch ein Programm, wo man einfach vier Sitzungen sich buchen kann und die kann man nehmen, wann auch immer man möchte. Also man könnte zum Beispiel einmal im Quartal einchecken, schauen, wo stehe ich gerade, um sich da wirklich abzusichern. Auch das haben schon einige Klienten gemacht und sind damit sehr stabil eben wirklich auch komplett frei geworden. Ja, und was kannst du jetzt akut tun, wenn du merkst, ups, Hilfe, hier gibt es doch einige Warnsignale. Ich sage mal, das ist so die 24, bitte maximal 48 Stunden Regel. Und zwar, sobald du das merkst, sofort gegensteuern und nicht warten, weil worauf denn auch? Das heißt, deine SOS-Strategie könnte sein, eine Vertrauensperson anzurufen oder eine Extra-Therapie-Sitzung oder Coaching-Sitzung zu vereinbaren, dich wirklich strikt an deinen Essensplan zu halten, beziehungsweise an die Regelmäßigkeit. Du musst ja gar keinen Mailplan haben, das meine ich damit nicht. Aber eben, ja, diese Regelmäßigkeit wirklich auch beizubehalten, die du hast und nirgendwo, irgendwo einen Abstrich zu machen und Trigger zu identifizieren und eben auch zu eliminieren. Also vielleicht merkst du, ups, eine Hose ist zu klein geworden, die hat was ausgelöst. Also ich habe gestern auch erst mal wieder eine Jeans weggehauen und mich reingequetscht habe und die Größe müsste eigentlich passen, aber irgendwie passt die Größe auch irgendwie nicht. Und ich habe die Hose auch schon zwei Jahre nicht mehr angehabt und habe jetzt gedacht, so ja, ich würde die zwar noch zukriegen, aber ich würde mich so unwohl darin fühlen, dass es diese Hose verdammt noch mal nicht wert ist, dass ich sie behalte. Also auch solche Sachen sind super wichtig. Und wie gesagt, diesen Trigger, den muss man nicht haben. Keine Hose ist das wert. Und bei Bedarf eben auch dein Level of Care, also deine Unterstützung zu unterhören, sei das jetzt erhöhen, sei das jetzt ambulant oder wenn du merkst, ups, ich brauche doch noch mal was Intensiveres, dann gerne noch tagesklinisch. Oder wenn du ein Behandlungssystem hast und merkst, ich brauche doch noch mal jemanden, der mich auch zwischendurch accountable hält oder so, dann hol dir gerne auch einen Coach dazu, denn der ist dafür da, dich auch im Moment zu unterstützen. Und was ich immer wieder auch sehe oder was damit auch einhergeht und gerade eben auch bei meinen Klienten, die wiedergekommen sind und die gemerkt haben so, ich bin vielleicht doch ein bisschen früh rausgegangen und ich habe einen Rückfall, was ich übrigens mega stark finde, wenn sie sich das eingestehen, also wirklich alleine sich das einzugestehen, ziehe ich meinen Mut vor, weil das kostet Mut. Denn es gibt zum Beispiel typische Ängste und vielleicht kennst du die ein oder andere auch und deswegen gehe ich sie hier noch mal durch. Das heißt, wenn du eine oder mehrere dieser Ängste kennst, dann lass dich davon nicht aufhalten, auch wenn es schwer fällt. Eine Angst ist zum Beispiel bzw. ist die Scham, es nicht durchgehalten oder versagt zu haben. Nein, das hast du nicht. Rückpfeile oder auch Relapses, Rückschritte sind ein Teil des Prozesses und zeigen dir nur, wo du noch Unterstützung brauchst. Oder auch die Angst, mit der Behandlung wieder von vorn anzufangen. Weil ich weiß, wenn du den Weg schon ein ganzes Stück gegangen bist, dann willst du einfach nicht nochmal losgehen. I get you. Aber das Schöne ist, die Recovery Straße in deinem Kopf, die ist ja bereits angelegt. Das heißt, du bist ja diesen Weg schon etliche Male gegangen und dein Kopf weiß, warte mal, da war es das, habe ich damals gemacht. Ah, okay, da kann ich wieder ansetzen. Das heißt, du lernst es nicht neu, sondern du setzt da an, wo du aufgehört hast. Und wie gesagt, alleine, dass du hier bist und diese Folge hörst, zeigt, dass du deinen Weg weitergehen willst. Also wie kann das denn bitte Versagen sein, wenn du dich darum kümmerst, dass du weitergehst, dass du frei wirst? Das ist mutig, kein Versagen. Oder vielleicht hast du auch Angst vor einem weiteren Rückfall, so nach dem Motto, Gott, wenn einer passiert, dann können ja noch weitere passieren. Und was, wenn dann alles wieder schlimmer wird. Also dieser Rückfall gerade, falls du in einem bist, sagt überhaupt nichts über deine Zukunft aus. Wie gesagt, ich hatte auch einen richtig heftig ordentlichen Rückfall, also wirklich ordentlich, schlimmer als es vorher war, obwohl ich mich besser gefühlt habe, weil ich an einer anderen Essstörungsform damit gelandet bin. Das wäre übrigens trotzdem ein Rückfall. Also auch wenn du zum Beispiel von einer Magersucht in die Bulimie oder so rutschen solltest, wäre es trotzdem ein Rückfall, auch wenn es eine andere Essstörungsform ist. Und das war ja genau das, was ich eben auch gemerkt habe. Aber ja, ich hatte einen heftigen Rückfall. Gleichzeitig bin ich jetzt komplett frei. Also dein Rückfall sagt nichts über deine Zukunft aus. Und eine Angst, die ich auch sehr häufig sehe, gerade wenn man vielleicht auch für das Umfeld recovered ist oder das Umfeld vielleicht auch sehr, ja, sehr hoffnungsvoll war oder sich freut über deine Fortschritte, die Angst, andere zu enttäuschen. Das können Angehörige sein, weil du sagst, Mensch, jetzt machen die sich wieder mehr Sorgen. Aber ja, vielleicht machen deine Angehörigen sich Sorgen. Aber das heißt nicht, dass sie von dir als Mensch enttäuscht sind. Und was ich leider auch oft höre und das kann ich immer gar nicht nachvollziehen, aber ich verstehe die Angst, ist die Angst des Behandlungsteams, also zu deinen Therapeuten oder deinen Coach zu enttäuschen. Ich, beziehungsweise jedes professionelle Team weiß damit umzugehen und das ist ein ganz normaler Teil des Prozesses ist. Und ich sehe das nicht als Versagen und ich bin noch nicht persönlich gekränkt, wenn jemand einen Rückfall hat. Im Gegenteil, ich weiß, dass es dazu gehört. Ich weiß, dass es niemand mit Absicht macht und es geht nicht um mich. Es geht um dich. Und oft bist du meistens selber von dir mehr enttäuscht, weil du ja eine andere Erwartung hattest. Aber sei mich enttäuscht, du kannst dein Behandlungsteam nicht enttäuschen. Also ich nehme das persönlich, ob das wäre dann nicht professionell. Also wie gesagt, keiner meiner Coaches hat mich jemals enttäuscht, weil ich verstehe ja, warum so etwas passiert beziehungsweise ich denke mir einfach nur, ah, okay, daran können wir noch arbeiten. Danke für den Hinweis. Das ist nicht schlimm. Also ganz wichtig, es geht um dich und es geht um deinen Weg. Das heißt, dir einzugestehen, dass es einen Rückfall gab, ist ein Zeichen von Stärke und heißt, dass du nicht aufgibst. Und würdest du dir das nicht eingestehen, dann würdest du es wegleugnen. Und du bist nicht allein damit. Ich kenne niemanden, der seinen Recovery Weg komplett gradlinig gegangen ist. Und wie gesagt, ich habe selbst viele Anläufe und Schleifen gedreht. Und dennoch bin ich heute frei. Also, ich bin nicht die Einzige. Wie gesagt, Carolyn Kosting gibt es. Es gibt ungefähr inzwischen 180 ausgebildete CCI-Coaches mit Essstörungsvergangenheit weltweit. Es gibt so viele andere. Also auch, wie gesagt, inzwischen gibt es so viele Vorbilder, die es einfach geschafft haben, die heute ein völlig anderes Leben führen, die gar nicht mehr in ihrer Essstörung zurückdenken, wenn sie es nicht gerade wie ich zum Beruf machen. Das heißt, die Beweise gibt es überall. Und auch du kannst eine von ihnen sein. Und es gibt keinen Grund, warum du es nicht auch schaffen solltest. Es sei denn, du sagst, ich gebe auf, ich will nicht. Das ist der einzige Möglichkeit, eigentlich zu scheitern. Aber dass du hier bist, zeigt, du willst das nicht. Und wie gesagt, jeder Recovery Weg ist individuell. Der eine hat drei Schleifen, der andere hat fünf Schleifen, der nächste fährt Achterbein. So what? Das ist okay. Also, um dir jetzt vielleicht noch mal eine Statistik mitzugeben, die Hoffnung macht, 60 Prozent erreichen die vollständige Recovery mit professioneller Hilfe. Ohne es tatsächlich schwerer, aber mit professioneller Hilfe 60 Prozent. Das sind über die Hälfte. Und nach zwei Jahren ist wie gesagt, also zwei Jahren vollständiger Recovery, nach eben auch diesen Definitionen, ist das Rückfallrisiko minimal. Das sind also keine leeren Versprechen. Das sind wirklich Fakten. So, vielleicht noch mal die ganz wichtigsten Takeaways für dich zusammengefasst. Also, die ersten 18 Monate sind die quittischsten. Das heißt, sei hier bitte besonders wachsam, aber auch nicht übervorsichtig und nicht so. Hab's einfach nur im Blick. Und bleib nicht bei gut genug stehen. Vollständige Recovery ist der beste Schutz und das, was du auch verdienst. Und die mentale Arbeit ist genauso wichtig wie körperliche Heilung. Also, das eine geht nicht ohne das andere. Wir brauchen beides und die mentale Arbeit dauert deutlich länger. Dann, wichtig, bei wahren Signalen sofort handeln, nicht warten, nicht gucken, dass es noch schlimmer wird. Es ist schlimm genug, wenn es einen Rückfall gibt. Es muss nicht schlimm genug werden und musst es niemandem beweisen. Egal, wo du stehst, du verdienst Unterstützung und du verdienst, dass es ernst genommen wird und dass du dich vor allem ernst nimmst. Und auch das sage ich ganz oft, Recovery ist kein Sprint, also nichts, was wir immer ganz kurz schnell machen, sondern ein Marathon. Du brauchst Auslauf, du darfst dich in deinem Tempo eingrooven und es braucht einfach ein bisschen länger als ein Sprint, aber dafür ist es dann auch nachhaltig. Also, vertrau dem Prozess, auch wenn es sich manchmal falsch anfühlt. Denn dein vollständiges Recovered-Sein wartet auf dich und es lohnt sich so, so sehr, dafür dran zu bleiben. Also, ich denke, du konntest dir jetzt schon einige Punkte mitnehmen, um zu erkennen, wo du vielleicht auch gerade stehst. Und wenn du möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, dir auch meine Rückfallpräventionschecklist auf meiner Website herunterzuladen. Ich verlinke die dir auch gerne nochmal in den Shownotes. Und wenn du ein Angehöriger bist oder selber jemanden kennst, der sagt, wo du meinst, der könnte das vielleicht gebrauchen, dann teil diese Folge unbedingt. Denn je schneller wir erkennen, wo wir gerade stehen, desto leichter ist es auch, an der Recovery wieder anzuknüpfen und ja, den Weg einfach nicht noch länger zu machen als nötig. Und wenn dir die Folge geholfen hat, dann abonniere gerne den Podcast, gib ihm auch super gerne, wie gesagt, deine 5-Sterne-Bewertung für noch mehr Recovery-Unterstützung, sowohl für dich als eben aber auch für andere, die das brauchen. Und hol dir gerne auch einen Termin für einen kostenfreien Discovery-Call bei mir, wenn du bereits Anzeichen für einen Rückfall bei dir entdeckt hast. Und dann schauen wir einfach gemeinsam, wie ich dich auf deinem Weg auch weiter unterstützen kann. Also, ich danke dir fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfongler Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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