#13 Rückfall in die Essstörung: So erkennst und meisterst du kritische Momente
Deine 24-Stunden-Strategie für kritische Recovery-Momente
02.07.2025 45 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wusstest du, dass bei Essstörungen das Rückfallrisiko in den ersten zwei Jahren nach Behandlung besonders hoch ist?
Je nach Essstörungsform erleiden 30 bis 50 Prozent der Betroffenen einen Rückfall. In dieser Episode teile ich mit dir, warum besonders die Zeit nach den ersten sichtbaren Erfolgen so kritisch ist und wie du einen Rückfall verhindern kannst.
Ich nehme dich mit in meine eigene Recovery-Geschichte und erzähle dir von meiner Quasi-Recovery-Phase in meinen frühen Zwanzigern. Damals fühlte ich mich gut, war im Normalgewicht und dachte, das reicht. Spoiler: Es reichte nicht. Drei Jahre später hatte ich einen heftigen Rückfall, der mich fast meine Arbeit gekostet hätte. Diese Erfahrung war letztendlich mein wichtigster Lehrer für echte, vollständige Recovery.
In dieser Episode erfährst du:
- Was der Unterschied zwischen einem Ausrutscher (Lapse) und einem echten Rückfall (Relapse) ist
- Warum die ersten Monate nach der Behandlung bei allen Essstörungsformen die kritischste Phase sind
- Was die "Zwei-Jahres-Regel" von Carolyn Costin bedeutet und warum sie so wichtig ist
- Die konkreten Warnsignale auf drei Ebenen: Gedanken, Verhalten und körperliche Anzeichen
- Warum "gut genug" nicht ausreicht und dein Körper sein eigenes individuelles Wohlfühlgewicht hat
- Meine persönliche Spiegelmoment-Geschichte über Zellulite und wahres Selbstmitgefühl
- Praktische Präventionsstrategien und deine SOS-Strategie für kritische Momente
Besonders wichtig: Vollständige Recovery ist dein bester Schutz vor einem Rückfall. Eine halbherzige Recovery oder Quasi-Recovery ist wie ein Haus auf Sand gebaut – es hat kein stabiles Fundament.
Ich teile Carolyn Costins Definition von vollständiger Recovery, die nichts mit Zahlen zu tun hat, sondern mit echter Freiheit.
Die mentale Arbeit braucht deutlich länger als die körperliche Heilung. Bei mir selbst habe ich noch bis zu fünf Jahre nach meiner Recovery gemerkt, wie Dinge immer noch freier wurden. Recovery ist kein Sprint, sondern ein Marathon – aber einer, der sich so sehr lohnt.
Hol dir jetzt meine kostenlose Rückfallpräventions-Checkliste auf meiner Website und sichere deine Recovery langfristig ab!
Link: https://romy-hoerbe.de/rueckfall-checkliste
Wenn du Warnsignale bei dir erkennst oder Unterstützung auf deinem Recovery-Weg brauchst, vereinbare gerne einen kostenfreien Discovery-Call mit mir. Denk daran: Dir einzugestehen, dass du Hilfe brauchst, ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
Abonniere den Podcast für weitere ehrliche Recovery-Unterstützung und hinterlasse gerne eine 5-Sterne-Bewertung, wenn dir diese Episode geholfen hat.
Ich teile Carolyn Costins Definition von vollständiger Recovery, die nichts mit Zahlen zu tun hat, sondern mit echter Freiheit.
Die mentale Arbeit braucht deutlich länger als die körperliche Heilung. Bei mir selbst habe ich noch bis zu fünf Jahre nach meiner Recovery gemerkt, wie Dinge immer noch freier wurden. Recovery ist kein Sprint, sondern ein Marathon – aber einer, der sich so sehr lohnt.
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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
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- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
- Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
- Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
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Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Wusstest du, dass etwa 35 bis 50 Prozent aller Menschen mit Anorexie
innerhalb der ersten zwei Jahre nach Behandlung einen Rückfall erleiden?
Kein Wunder, dass sich so viele von euch als nächstes Podcast-Thema die Rückfallprävention gewünscht haben.
Denn wir gehen doch nicht mutig diesen Recovery-Weg, um irgendwann wieder in der Essstörung festzustecken.
Denn Recovery ist etwas, was wir für unser restliches Leben machen.
Also nicht die Recovery, aber wir machen die Recovery für unser restliches freies Leben,
damit wir uns eben nicht mehr damit beschäftigen müssen.
Und deshalb zeige ich dir heute, wie du einen Rückfall verhinderst
und warum besonders die Zeit nach der Gewichtsnormalisierung so entscheidend ist.
Und dafür möchte ich dich kurz nochmal in meinen eigenen Recovery-Weg mitnehmen.
Denn ich hatte ja, wie du bereits weißt, sehr, sehr viele unterschiedliche Phasen
und unter anderem auch eine Phase.
Da war ich so Anfang 20 und in einer sehr stabilen Beziehung.
Ich hatte mit den Modeln angefangen und ich war im Normalgewicht.
Ich habe mich gut gefühlt.
Ich hatte nicht mehr wirklich irgendwelche schädlichen Verhaltensweisen, die ich vorher hatte.
Und dennoch war ich nicht gesund.
Heute weiß ich, das war die Phase meiner Quasi-Recovery,
auf die wir in einer anderen Folge nochmal eingehen werden.
Denn auch dieses Thema war sehr, sehr hoch nachgefragt.
Und letzten Endes war das aber damals genau das Problem.
Ich war in der Quasi-Recovery.
Es ging mir eigentlich ganz gut, schon lange nicht mehr so schlecht wie vorher.
Aber ich war eben noch nicht frei.
Und das war etwas, was mich sehr, sehr anfällig für einen Rückfall gemacht hat,
den ich ja dann so ungefähr vier, fünf Jahre später auch,
nee, nicht mal drei Jahre später, auch hatte.
Und der, wie gesagt, mich an den Punkt gebracht hat,
wo ich mich dann doch nochmal final für die Recovery entscheiden musste,
da inzwischen auch mein BMI so niedrig war,
dass ich, wie gesagt, Arbeitsverbot bekommen hatte.
Und wie ich ja bereits in früheren Folgen erzählt habe,
hatte ich ein Zielgewicht.
Also eines, damit ich wieder arbeiten gehen darf.
Und ein geschätztes von meiner Therapeutin,
wo sie meinte, dass das wohl mein gesundes Gewicht sein könnte.
Also mein vermeintliches Endgewicht.
Und je mehr ich mich diesem Endgewicht genähert habe,
desto mehr hatte ich Angst, diese Zahl zu überschreiten
und war geneigt, einfach stehen zu bleiben, da wo ich war.
Aber da ich die Vorerfahrung hatte und deswegen sind, wie gesagt,
auch Rückfälle beziehungsweise auch zu erkennen,
hey, da war ich schon mal und das letzte Mal ging das irgendwie nicht so gut,
weil ich da stehen geblieben bin, auch super wertvoll.
Denn diesmal habe ich mir gedacht, nee, das will ich nicht nochmal machen.
Beim letzten Mal, als ich stehen geblieben bin,
beziehungsweise dachte, das ist jetzt gut genug,
ging es danach nochmal so richtig in den Keller und ich war nicht bereit.
Das, was ich erreicht hatte und das, was ich mir in der Recovery in einem,
ich glaube, es war so ein Dreiviertel, ein gutes Jahr,
ich glaube, ein gutes Jahr war, ja doch, es war ein gutes Jahr,
erreicht hatte, wieder zu riskieren.
Und deswegen habe ich, je mehr, wie gesagt, dieser Zahl kam,
immer mehr überlegt, so, okay, was mache ich jetzt?
Und habe mich dann entschieden, die Waage zu verbannen.
Denn das war für mich wirklich der wichtigste Punkt, zu sagen,
okay, ich lasse mich jetzt nicht von der Zahl auf der Waage aufhalten,
weil ich gemerkt habe, dass es mental etwas mit mir gemacht hat,
je mehr ich da eben hinkam.
Und das war mein absoluter Game Changer zur finalen Freiheit.
Denn ich konnte endlich, wirklich und auch schlussendlich
nur noch auf meinen Körper hören.
Und wäre ich dort stehen geblieben,
wäre die Gefahr für einen Rückfall riesig gewesen.
Das hatte ich ja schon einmal erlebt.
Und die finale Freiheit, die ich heute habe,
hätte ich nie kennengelernt.
Das heißt, wir alle wären jetzt gar nicht hier.
Ja, und nach außen hätte es zwar gut ausgesehen
und ich wäre wahrscheinlich auch eine Weile wieder normal geblieben
oder eben in diesem Zustand, wo ich ja vorher schon mal war.
Aber innerlich wäre ich erneut in dieser quasi Recovery stecken geblieben.
Und wie gesagt, da zu erkennen, okay, das ist nicht das,
wofür ich gestartet bin.
Das ist nicht, was ich mir unter vollständiger Recovery vorstelle.
Das ist schon mal ein sehr, sehr wichtiger Punkt.
Und deswegen sprechen wir heute darüber,
was wir eigentlich unter einem Rückfall verstehen.
Wir sprechen über die harten Fakten,
nämlich wann ist das Rückfallrisiko am höchsten.
Dann darüber, was die Zwei-Jahres-Regel ist
und warum die so wichtig ist,
beziehungsweise auch so ein guter Anhaltspunkt.
Wir gehen auf konkrete Warnsignale ein,
die du kennen musst.
Und praktische Strategien auch natürlich zur Prävention.
Denn ich will dir natürlich auch etwas mitgeben,
was dir hilft, im Zweifelsfall auch gegenzusteuern,
wenn du merkst, ups, irgendwie darf das hier gerade nicht so,
wo ich hin will.
Und wir klären nochmal,
was vollständige Recovery wirklich bedeutet.
Genau.
Also an diesem Punkt,
lass uns direkt in die kritische Zeit einsteigen.
Und ihr kennt mich ja,
ich gucke immer ein bisschen auch so nach Statistiken und Fakten,
um das Ganze einfach auch ein bisschen zu untermauern.
Und habe erst mal überlegt,
was verstehen wir denn jetzt eigentlich unter einem Rückfall?
Und im Englischen gibt es ja das Wort,
oder im Englischen bezeichnet ja Rückfall das Wort Relapse.
Und dann gibt es aber auch noch Lapses.
Also was ist der Unterschied an Relapse und ein Lapse?
Ein Lapse ist eigentlich nur ein Ausrutscher.
Das heißt,
darunter verstehen wir einen einzelnen schlechten Tag.
Und ein Relapse,
also das,
was wir auch klassisch hier als Rückfall verstehen,
ist die längere Episode,
wenn die Essstörungssymptome wieder überhand nehmen
und es eben nicht ein einzelner Ausrutscher ist,
sondern sich mehrere solche Auseinanderrutscher,
genau,
Ausrutscher aneinander reihen.
Das heißt,
ein Ausrutscher,
ja,
lass uns vielleicht mal kurz auf dem Po landen,
muss aber keine Rutschbahn werden,
mit der wir wieder einmal zurückfahren.
Das heißt,
du hast die Macht,
Ausrutscher zu stoppen,
indem du mit dir selbst bewusst bleibst
und erkennst,
wo du gestolperst bist,
was dazu geführt hat
und eine Konsequenz daraus ziehst,
wie du das zukünftig verhinderst,
damit du eben,
ja,
aktiv in der Recovery bleibst.
Ein Rückfall ist aber,
wie gesagt,
jede Rückkehr zu Essstörungsverhalten
und Symptomen ohne gegenzusteuern
oder dir,
und das ist das Gefährliche daran,
was uns nicht bewusst ist,
können wir nicht verändern,
also ohne dir darüber bewusst zu sein
und was,
wie gesagt,
dann auch über eine längere Zeit,
also meistens schon beginnend
bei mehreren Tagen stattfindet,
weil,
wie gesagt,
was du nicht weißt
oder was du nicht wahrnimmst,
kannst du auch nicht verändern.
Das heißt,
zum Rückfall ist eher wie so ein
Geschehenlassen
oder auch ein allmählicher Prozess,
in dem du,
ja,
durch mehrere Lapses sozusagen
läufst,
die sich alle aneinander rein
und du,
wie gesagt,
dann im Ausrutschen
immer weiter rutscht
und,
ja,
wie gesagt,
bei dem es eben Schritt für Schritt
und über eine längere Zeit
wieder dahin zurückgeht,
wo du ja eigentlich
nicht mehr hin wolltest
und ich habe mal geschaut,
wann es letzten Endes
eigentlich am gefährlichsten ist
und tatsächlich unterscheidet sich das
von Essstörungsform
zu Essstörungsform ein bisschen
und zwar ist es bei der Anorexie,
also der Magersucht so,
dass Langzeitstudien
von zehn Jahren ergeben haben,
dass 40 bis 50 Prozent
einen Rückfall hatten,
also die Rückfallrate
bei Magersucht
in diesen zehn Jahren,
die war durchaus
sehr, sehr hoch,
also jeder zweite fast,
die wieder einen Rückfall erleidet
und das höchste Risiko
besteht jedoch
in den ersten 18 Monaten
nach der Behandlung.
Das heißt,
das ist eigentlich gar nicht
so ein langer Zeitraum,
aber da ist die Gefahr,
dass es zu einem Rückfall kommen kann,
eben am höchsten
und die absolut kritische Phase
liegt zwischen
dem vierten
und dem siebzehnten
Monat nach der Behandlung,
also sei das jetzt eine Klinik
oder eine Therapie
oder aber auch ein Coaching.
Bei der Bulimie
ist die Rückfallrate
etwas geringer,
nämlich nur 30 bis 41 Prozent
und hier treten
die meisten Rückfälle
innerhalb der ersten
sechs Monate auf.
Das heißt,
die ersten Wochen
nach Behandlungsende
sind hier auch
die gefährlichsten.
Und ganz ähnlich
ist es auch beim Binge Eating,
denn das hat ähnliche Raten
wie die Bulimie,
auch hier ist ebenfalls
eher eine frühe Rückfallgefahr
gegeben,
also auch ungefähr
in den ersten sechs Monaten,
dass sie am höchsten ist.
Und was mir immer sehr geholfen hat,
war die Zwei-Jahres-Regel,
weil Carolyn Kostin,
meine Ausbilderin
und seit Jahrzehnten
Pionierin und Choryphäe
im Bereich der Essstörungsbehandlung,
hat etwas sehr Wichtiges festgestellt
und auch für sich
ein bisschen zu einer Regel gemacht.
Und zwar hat sie ja
oder war sie auch eine der Ersten,
die in ihrer Praxis,
also auch in ihrem Treatment Center
Montenido,
Therapeuten eingestellt hat,
die selbst
eine Essstörungsvergangenheit hatten.
Und sie bildet,
wie gesagt,
ja auch Coaches aus
mit Essstörungshintergrund,
also so wie mich,
die aber,
wie sie festgelegt hat,
mindestens zwei Jahre
vollständig recovered sein müssen
nach ihrer Definition.
Auf die Definition
gehen wir auch gleich nochmal ein.
Das heißt,
nach zwei Jahren
hat sie festgestellt,
ist das Rückfallrisiko
dramatisch gesunken.
Und sie selber hat auch
oder kann auch sagen,
dass sie von allen
eingestellten Mitarbeitern
mit Essstörungshintergrund
in ihrem Residential Treatment Center
Montenido
nur eine Person
mit einem Rückfall hatte.
Und ich glaube,
sie hat Montenido
über 20 Jahre betrieben.
Also das heißt,
wirklich ein sehr,
sehr geringes Rückfallrisiko,
was sie aus Erfahrung
hier einfach auch
sich gezeigt hat.
Und diese zwei Jahre
sind wirklich
wie eine magische Grenze,
denn danach wird die Recovery
deutlich stabiler,
wenn man bis dahin
durchgehalten hat.
Und das kann ich aus meiner
eigenen Erfahrung
tatsächlich auch bestätigen.
Und das Spannende ist,
dass es ja so einen
gefährlichen Trugschluss gibt
und zwar diese Recovery
zum Gut genug.
Denn viele,
und das wird ja leider
durch Kliniken
und Ärzte und Therapeuten
auch bestätigt,
denken,
dass der BMI
beim Normalgewicht
und da gelten wir meistens
ja nur
vom unteren Normalgewicht
von 18,5 oder 19,
gesund ist.
Aber das ist ein
wahnsinnig gefährlicher Irrtum,
denn für die allermeisten
Menschen ist ein BMI
von 19 oder unter 19
nicht ihr Setpoint.
Denn dein Körper
hat sein ganz eigenes,
individuelles Wohlfühlgewicht.
Und ich möchte dir jetzt
einmal Carolyn Costans
Definition mitgeben,
nach der, wie gesagt,
auch ich bemessen wurde,
bevor ich meine Ausbildung
gemacht habe
und dich auch sehr praktisch finde,
weil sie hat null
mit dem Gewicht zu tun.
Ja, natürlich brauchen wir
auch grundsätzlich
erstmal ein gesundes Gewicht,
weil wenn wir untergewichtig
krank sind,
da funktioniert der BMI
dann halt schon,
also körperlich sozusagen
krank sind,
dann können wir nicht
gesund sein,
also das schließt sich aus.
Aber es geht eben
um so viel mehr.
Und zwar,
sagt Carolyn,
geheilt zu sein bedeutet,
dass eine Person
ihre natürliche Körpergröße
und Form akzeptieren kann
und nicht länger
eine selbstzerstörerische
Beziehung mit dem Essen
oder Sport hat.
Wenn du genesen bist,
nehmen Essen und Gewicht
eine angemessene Stellung
in deinem Leben ein
und wer du bist,
ist wichtiger als das,
was du wiegst.
Tatsächlich sind Zahlen
von geringer
oder gar keiner Bedeutung
mehr.
Wenn du geheilt bist,
wirst du deine Gesundheit
nicht aufs Spiel setzen
oder deine Seele verraten,
um eine bestimmte
Körperform zu haben,
eine bestimmte
Kleidergröße zu tragen
oder eine bestimmte Zahl
auf der Waage zu erreichen.
Wenn du geheilt bist,
benutzt du keine
Essstörungsverhaltensweisen
mehr,
um mit anderen Problemen
umzugehen,
dich davon abzulenken
oder sie zu bewältigen.
Also wie du siehst,
ist das eine sehr,
sehr umfassende Definition,
die wirklich auch zeigt,
wo wollen wir denn eigentlich hin
beziehungsweise was
ist auch wirklich möglich.
Und wie du siehst,
es geht nicht um eine Zahl,
sondern um einen Zustand
der Freiheit,
der ganzheitlich ist.
Und als nächstes
möchte ich ein bisschen
mit dir schauen,
was sind denn jetzt eigentlich
die Risikofaktoren
beziehungsweise auch
Warnsignase.
Also heute habe ich
die Warnsignale.
Das heißt,
wann ist das Rückfallrisiko
besonders erhöht?
Ein Faktor,
der dafür spricht,
dass es erhöht ist,
ist die Krankheitsdauer.
Und zwar je länger
die Essstörung dauert
oder je länger du darin warst,
desto höher ist grundsätzlich
auch das Risiko
eines Rückfalls.
Dann kommt es natürlich
noch auf den Schweregrad an.
Das heißt,
schwerere Verläufe
haben auch ein höheres
Rückfallrisiko.
Ein weiterer wichtiger Punkt
ist die Ernährung.
Denn wenn du zum Beispiel
immer noch eine eingeschränkte
Nahrungsvielfalt hast
oder bevorzugst
sichere Lebensmittel,
also deine Safe Foods
zu dir nimmst
oder einfach auch
insgesamt zu wenig Energie,
um eben das Gewicht
da zu halten,
wo du denkst,
dass es jetzt bleiben müsste,
was mir wie gesagt
auch fast passiert wäre,
dann ist das auch
ein großer Risikofaktor.
Dann kann es auch sein,
dass du vielleicht
auch Begleiterscheinungen hast,
denn Essstörungen
kommen ja relativ selten alleine.
Das heißt,
häufig treten sie auch
im Zusammenhang mit Depressionen
auf,
durch Zwängen
oder Trauma
und die können ebenfalls
das Risiko
eines Rückfalls erhöhen.
Dann kommt es darauf an,
wo du behandelt wurdest
und wie.
Also allgemeine Kliniken
zum Beispiel
versus spezialisierte Fachkräfte.
Denn wenn du
einen Therapeuten
oder
einen ausgebildeten
Recovery Coach
hattest,
eine wirklich
spezialisierte Klinik
auf Essstörungen
und eben auch
dort nicht nur
Symptome bekämpft
wurden,
sondern eine tiefe
innere Heilung
und Transformation
stattgefunden hat,
dann macht das
einen deutlichen
Unterschied.
Denn wie gesagt,
nur die Symptome
zu bekämpfen
ist zu einseitig
und führt
nicht zu einer
sicheren
und langfristigen
und nachhaltigen
Recovery.
Dann kommt es auch
sehr auf dein Mindset an.
Also man hat festgestellt,
dass auch eine geringe
Selbstakzeptanz,
wenig Selbstmitgefühl,
aber auch
unrealistische
Erwartungen
hinsichtlich
der Recovery
eine Rückfallwahrscheinlichkeit
erhöhen können.
Weil manchmal
höre ich das so,
ja und wenn ich dann
recovered bin,
dann habe ich keine
Probleme mehr.
Nein.
Also wenn wir die
Erwartungen haben,
dann wäre die definitiv
zum Hochgesetz.
Oder vielleicht auch,
okay, wenn ich
recovered bin,
dann habe ich nie
wieder einen
Bad Body Image Tag.
Wir können keine
höheren Standards
an uns setzen
als gesunde Menschen.
Auch die haben mal
einen Bad Body Image Tag
und das ist okay.
Das heißt nicht,
wie gesagt,
dass wir das gar nicht
mehr haben.
Und wenn wir aber
denken,
das muss aber so sein
und das ist jetzt nicht so,
dann habe ich versagt,
dann löst das eine Kette
aus, ja,
einfach auch aus
Schuldgefühlen vielleicht
aus, die wiederum
uns dann zurückführen
können in, ja,
die Essstörung.
Dann kommt es auch
sehr auf das
soziale Umfeld an.
Das heißt,
wenn du kein
Unterstützungssystem hast
oder fehlende
Unterstützung und
Verbindung mit Menschen,
die dich wirklich
verstehen,
dann ist das auch
ein höheres Risiko.
Denn Essstörungen,
ich sage es gerne
nochmal,
gedeihen in der
Einsamkeit.
Das ist zum Beispiel
auch der Grund,
warum ich die Soulgroup
entwickelt habe als
Langzeitbegleitung,
weil ich habe mir gedacht,
so, die meisten meiner
Coaches gehen irgendwie so
nach einem halben oder
dreiviertel Jahr.
Da ist aber die Gefahr
zurückzufallen immer noch
relativ hoch.
Und deswegen habe ich
gedacht, okay,
Verhalt und Unterstützung
und zur Absicherung,
um auch längerfristig
dran zu bleiben.
In einer unterstützenden
Gemeinschaft ist die
Soulgroup genau das
Richtige, um eben
hier dich wirklich
stabil zu machen.
Das merke ich auch
bei den Frauen, die jetzt
wirklich schon ein
dreiviertel Jahr dabei
sind, die grundsätzlich
sehr stabil sind,
wahnsinnig viel erreicht
haben und trotzdem
immer nochmal merken,
so, ups, da gab es
nochmal eine Situation,
die hat mich ganz schön
ins Wackeln gebracht.
Gott sei Dank bin ich
noch hier und kann
darüber gleich
Sprechendes teilen
und eben weiter
daran auch arbeiten.
Dann kommt es auch
sehr auf die
Motivation an.
Also, je höher
die eigene Motivation
ist, sich zu verändern,
desto weniger stark
ist das Rückfallrisiko.
Wenn wir also in die
Recovery gepusht werden
oder jemand sagt, du
musst recovern oder
keine Ahnung, dann
ist die eigene
Motivation wahrscheinlich
noch nicht besonders
hoch.
Das heißt, das kann
zwar ein Grund sein
zu sagen, okay, ich
recover auch für
jemanden, aber wenn
du nicht selber
wirklich das tiefe
Gefühl hast von, ich
will gesund sein, ich
will ein anderes
Leben, ich, das war es
einfach noch nicht,
dann kann das Risiko
für einen Rückfall
höher sein.
Und es kommt
natürlich auch darauf
an, wie du die in
deiner Behandlung
erworbenen Kenntnisse
und Fähigkeit auch
weiter ansetzt
oder verwendest.
Zum Beispiel, wenn
du so wie die
meisten eigentlich, also
es ist gar nicht so
selten, zu kognitiven
Verzerrungen, also zu
einer verzerrten
Denkweise neigst,
dann kann man da
lernen, und das mache
ich auch sehr häufig
im Coaching, also
eigentlich immer, wie
man eben mit diesen
verzerrten Gedanken
umgehen kann.
Also was meine ich
damit?
Zum Beispiel
Schwarz-Weiß-Denken
oder Gedankenlesen
oder emotionales
Begründen, wie ich
fühle mich so,
deswegen ist das so.
Also all das wären so
kognitive Verzerrungen
und wenn wir
aber wissen, wie wir
damit umgehen und
eben auch die
Fähigkeiten, die wir
in der Behandlung
gelernt haben, auch
weiterhin anwenden,
dann ist das
Rückfallrisiko sehr
gering.
Und was ein großer
Risikofaktor sein kann,
und das passt auch so zu
dieser Zwei-Jahres-Regel,
weil in der Regel hat man
in zwei Jahren auch
einige stressige
Lebensereignisse
durchlebt, denn
stressige
Lebensereignisse können
auch einen Rückfall
auslösen.
Was meine ich damit?
Das können zum Beispiel
Verluste sein, sei das
jetzt durch Tod oder
Trennung oder was auch
immer, aber auch
Traumata, Beziehungsprobleme,
Feiertage oder so Dinge
wie Corona, die einfach
mal den kompletten
Lebensrhythmus
durcheinander bringen
oder der Beginn einer
neuen Arbeit
oder auch die Rückkehr
oder der Übergang.
Also ich habe das bei mir
damals auch gemerkt,
so die Wiedereingliederung,
die war schon ganz schön
wackelig, weil halt doch
einige Dinge, vor denen ich
Angst hatte, tatsächlich
auch eingetreten sind
und auch die Rückkehr
in die Schule oder
Umzüge, auch nur
Heirat, wie oft wollen
wir in ein bestimmtes
Kleid passen und denken
dann, ach, darf ich
dann doch nochmal kurz
ein Kilo abnehmen?
Slippery Slope.
Ja, oder auch ein
Gewichtsverlust ohne jetzt
einen Zusammenhang mit
einer Essstörung, also
zum Beispiel durch
Krankheit oder durch
Medikamente, also einfach
dass so diese, durch
einen Gewichtsverlust
einfach auch diese
genetische Antwort wieder
angetriggert wird oder
aber eine erhöhte
Aktivität, vielleicht
keine Ahnung, eine
stressigere Zeit, mehr
Wanderungen, Urlaub oder
was auch immer, also ganz
viele Dinge können dazu
beiführen oder beitragen,
die wir jetzt gar nicht
beabsichtigt haben oder
auch Operationen oder
eben auch dieser Übergang
von der geschützten
Klinik-Bubble, wo
vielleicht alles
einigermaßen lief, zurück
ins echte Leben und
noch vieles mehr.
Und bei mir selber, wie
gesagt, ich habe ja
geschildert, dass ich
damals auch in diesem
quasi Recovery-Zustand
war und vielleicht wäre
ich da auch geblieben
noch eine ganze Weile, wäre
nicht ein Trauma
obendrauf gekommen.
Also dieses Trauma, was ich
erlebt habe, was für mich
nochmal ein absoluter
Kontrollverlust war, der
hat mich dann in diesem
Januar quasi
recoverten Zustand
nochmal so richtig tief in
die Essstörung
abrutschen lassen.
Das heißt, das ist auch
ein großer
Risikofaktor.
Und
du hast schon gesehen,
das sind jetzt wahrscheinlich
einige Sachen, wo du
sagst so, hui ja, du
kannst schon einiges
passieren oder vielleicht
treffen auch einige dieser
Punkte auf mich zu.
Keine Panik.
Deswegen gucken wir uns
jetzt auch die
frühen Warnsignale an
beziehungsweise auch
Dinge, worauf du
achten kannst.
Und das mache ich auch
mit meinen Coaches sehr
gerne, dass wir wirklich
gucken, also gerade eben,
wenn sie das Coaching
dann beenden, dass wir
gucken, was wären so
Red Flags, wo es wieder
zurückgeht oder wo du, wo
es wichtig ist, dass du
direkt auch gegensteuerst.
Und da möchte ich jetzt
die wichtigsten mit dir
teilen, die ich nochmal so
ein bisschen unterteilt
habe in Gedanken,
Verhalten und eben auch
körperliche Anzeichen.
Also fangen wir mit den
Gedanken an.
Red Flags könnten sein,
wenn du wieder mehr über
Kalorien nachdenkst oder
anfängst wieder zu zählen
oder die nur heute Gedanken
oder nur dieses eine Mal
Gedanken, so dieses, ich
könnte ja jetzt vielleicht
nochmal.
Oder wenn du merkst, die
Vergleiche mit anderen werden
wieder häufiger, sei das
jetzt mit Figur oder auch
was andere essen oder was
du essen solltest.
Also all diese Dinge, wenn
die wieder zunehmen, ist
es auch ein Signal.
Oder aber wenn du merkst,
ja, du hast ein niedriges
Selbstwertgefühl, du fühlst
dich wertlos, Schamgefühle,
Schuldgefühle oder Selbsthass
werden wieder stärker, was
häufig auch in negativen
Selbstgesprächen endet.
Also eben wie du über dich
sprichst, wie du über dich
denkst, wie du über deinen
Körper denkst und ja, ihn
vielleicht auch im Geheimen
wieder verurteilst.
Oder, das ist so eine
kognitive Verzerrung, die ich
auch gerade angedeutet habe,
wenn es wieder zu einem sehr
strengen Schwarz-Weiß-Denken
kommt.
Also dieses, alles ist entweder
gut oder schlecht.
Ich bin entweder, ja, noch
voll im Inder-Recovery oder
noch voll gesund oder ich bin
wieder voll drin.
Also es gibt keine graue Töne,
sondern du schwankst immer
zwischen diesen Extremhängungen
her.
Oder wenn du merkst, dein
perfektionistisches Denken
kehrt zurück oder wird wieder
stärker.
Wenn ich es nicht perfekt
gemacht habe, dann war es
falsch.
Oder du merkst, dass du
wieder ein verstärktes
Kontrollbedürfnis über viele
Dinge hast.
Also das muss gar nicht mal
nur über dein eigenes Essen
sein.
Das kann auch über das
Essverhalten von anderen
Personen sein oder vielleicht
auch Zwänge, die wieder
kommen oder Zwangsgedanken,
die ja oft auch mit
Erstörungen einhergehen.
Oder wenn du merkst, oh,
irgendwie fixiere ich mich
gedanklich schon wieder sehr
auf meine Körperform oder auf
mein Gewicht oder die
Kleidergröße.
Oder ich habe nach dem Essen
wieder vermehrte
Schuldgefühle.
Also all das wären so Dinge,
die in dir ablaufen, die
darauf hindeuten können, so
richtig gut ist das irgendwie
gerade nicht.
Und dann gibt es noch Punkte
im Verhalten.
Das sind auch Dinge, die man
im Außen gut erkennen
könnte.
Also zum Beispiel, wenn du von
deinem Essensplan abweichst.
Das kann losgehen mit, naja,
heute esse ich Ausnahmsmeise
mal weniger oder ach, die
edle Mahlzeit, die lasse ich
jetzt mal ausfallen, weil
heute bin ich nicht so
hungrig.
Also ich lasse heute keine
Mahlzeit ausfallen, egal ob
ich hungrig bin oder nicht.
Ich gebe meinem Körper
trotzdem regelmäßig Energie,
weil es aus Selbstmitgefühl
geschieht und weil ich weiß, dass
mein Körper die braucht.
Andere Verhaltensweisen
können sein, dass du wieder
anfängst, bestimmte soziale
Situationen zu vermeiden.
Also Restaurantsuche, Partys,
Geburtstage, aus Angst dort
essen zu müssen oder dass du
merkst, du hast das Bedürfnis,
nach Mahlzeiten wieder zu
kompensieren oder schnell noch
mal eine Runde spazieren zu
gehen, bevor du eine Mahlzeit
essen darfst.
Oder dass du wieder mehr
Bodychecking betreibst.
Was meine ich damit?
Zum Beispiel den verstärkten
Blick in den Spiegel, auch in
Glasscheiben, Fensterscheiben und
solche Geschichten übrigens.
Also ich bin viele Jahre echt mit
dem Blick nach links durch unsere
Fußgängerzone gelaufen, weil dort
die Fensterscheiben der
Schaufenster waren, was auch im
Bodychecking Verhalten war.
Oder aber auch sowas wie heimliches
Wiegen oder Zwicken von Hautfalten,
um zu messen, ob da Fett ist oder
Messen von Körperteilen, umfassen von
Körperteilen, also zum Beispiel
Oberarm, Handgelenken und solche
Geschichten.
All das sind Bodychecking Verhaltensweisen
und nichts, was man macht, wenn man
Recovered ist.
Oder ja, zufällig zur Essenszeit
beschäftigt sein und Ausreden haben.
Das ist auch was, was vielleicht
beim Umfeld auffallen könnte.
Beziehungsweise Purging Verhalten,
die zwanghaftes Training oder die
Angst, dich nicht zu bewegen oder
auch, dass du merkst, du wirst unruhig,
wenn du dich mal einen Tag nicht
bewegen kannst, weil du krank bist oder
was auch immer, vielleicht eine Reise
vorsteht, du im Auto sitzt oder
solche Sachen.
Wenn du merkst, oh, das beunruhigt
mich und du kriegst ein schlechtes
Gewissen, dann okay.
Okay, weißt du Bescheid.
Oder wenn du dich anfängst, wieder
zu isolieren von Freunden oder von
deiner Familie oder von anderen
Beziehungen und ja, Aktivitäten, die
du vielleicht schon wieder zurück
gebunden hast, ja, wieder anfängst
zu vermeiden, weil sie vielleicht
auch was mit Essen zu tun haben.
Oder du merkst, dass du wieder
anfängst, unehrlich gegenüber
Freunden oder Familie zu sein,
vielleicht zu behaupten, dass du
schon gegessen hast oder dass du
gerade keinen Hunger hast oder ja,
Verhaltensweisen, die du aus deiner
Essstörung eben auch schon kennst.
Oder dass du sehr in dich gekehrt
und traurig wirst, dass du dich
zurückziehst, dass du
Stimmungsschwankungen hast oder
sehr gereizt bist.
Auch das können Anzeichen sein,
dass es wieder zurückgeht.
Und dann gibt es natürlich noch die
körperlichen Anzeichen.
Dazu gehört zum Beispiel eine
plötzliche Gewichtszu- oder
Abnahme oder bei jüngeren
Patienten, wenn auf einmal, ja,
dieses, die werden ja öfter noch an
diesen Wachstumsperzentieren
bemessen und wenn da auf einmal
eigentlich noch ein Wachstum zu
erwarten wäre und das aber ausbleibt,
dann kann das auch ein Warnsignal
sein.
Oder wenn du deine Periode nur noch
unregelmäßig bekommst oder sie
wieder ausbleibt, großes Red Flag.
Wie gesagt, bei vielen bleibt die
Periode auch gar nicht aus, aber
wenn du eine gut funktionierende
Periode hast und es wird wieder
unregelmäßig oder bleibt gar aus,
dann weißt du, oh oh, Körper,
Notzustand, hier ist was nicht mehr
in Ordnung.
Oder wenn du spürst, dass du häufig
schwindelhaft oder ohnmächtig wirst
oder dich schwach fühlst, müde bist
oder unter Schlaflosigkeit leidest
oder dich generell im Alltag
energielos fühlst und einfach nur
alles anstrengend ist.
Oder wenn du wieder häufige
Magenbeschwerden oder
Verdauungsprobleme hast, denn auch
die deuten häufig auf eine
Unterernährung hin.
Oder wenn es andere Anzeichen gibt
von schlechter Ernährung, wie zum
Beispiel übermäßige Blutergüsse.
Ich habe gestern ein Bild
gefunden, ich habe es gar nicht
gesucht, aber ich bin über ein Bild
gestolpert und ich habe mir nur
gedacht, oh mein Gott, wie sah denn
mein Bein aus?
Ich hatte lauter Blutergüsse am
Bein, nur weil mich eine Mücke
gestochen hat und ich mich gejuckt
habe.
Also das war wirklich heftig.
Oder deine Haare werden dünner,
deine Haut wird trocken, vielleicht
neigst du auch mehr zu Ausschlägen
oder deine Nägel sind brüchig, du
neigst du Kälteempfindlichkeit oder
dein Immunsystem ist unten und du
bist ständig krank.
Oder auch deine Blutwerte
verändern sich.
Achtung, das ist meistens etwas,
was sich erst sehr, sehr spät
ändert.
Das heißt, Blutwerte sind sehr
unzuverlässig.
Wenn die sich ändern, dann ist es
nicht mehr nur ein leichtes Red
Fleck, dann ist Alarmstufe Rot
angesagt.
Und auch für Außenstehende ganz
wichtig, weil die können das ja
auch sehen, wenn der Angehörige
zum Beispiel Bulimie hat, dann
könnte man es an geschwollenen
Wangen oder Kiefer und Schwielen,
an Knöcheln und Zahnschäden eben
auch bemerken.
Das heißt häufiger Anzeichen von
Anzeichen von häufigen
Erbrechen.
So.
Wenn du dich erbrichst, weißt du es
ja, dann ist es definitiv ein
offensichtliches, es gestörtes
Verhalten und damit ein offensichtliches
Zeichen von einem Rückfall.
Tja, was kannst du jetzt tun?
Und zwar ist es mir hier natürlich
noch wichtiger, gar nicht erst in
den Zustand reinzukommen, dass du
einen Rückfall hast, sondern
Prävention zu betreiben.
Und die beste Präventionsstrategie
ist vollständige Recovery.
Warum ist vollständige Recovery
dein bester Schutz?
Weil eine halbherzige Recovery oder
diese Quasi-Recovery eher ein Haus
ist, was du auf Sand baust.
Das heißt, es riedelt dir einfach
weg.
Es ist nicht stabil, es hat kein
Fundament.
Es ist einfach wackelig.
Und wie gesagt, wir sind ja oben
schon mal in Carolins Definitionen
darauf eingegangen, was
vollständige Recovery bedeutet.
Das heißt, und das ist ganz
wichtig, weil es wie gesagt häufig
unterschätzt wird und auch von
Behandelnden.
Eine vollständige Recovery ist
völlig unabhängig vom BMI.
Der Minimum BMI reicht nicht.
Außerdem geht es um die Freiheit
von Essensregeln.
Es geht um Vertrauen in deine
Körpersignale, um Flexibilität und
Freiheit im Alltag, weil dafür bist
du ja auch losgegangen.
Es geht um Selbstwert, unabhängig von
deinem Körper und wie er aussieht.
Und du hast, wenn du vollständig
recovered bist, Tools an der Hand, um
mit Problemen oder schwierigen
Situationen umzugehen und brauchst
deine Essstörung nicht mehr dafür.
Und ein ganz wichtiger Punkt, den ich
auch bei mir sehr stark entwickelt
habe, ist das Selbstmitgefühl.
Das heißt, du willst dir gar nicht
mehr schaden und du bist auch nicht
mehr bereit, dich für eine bestimmte
Körperform oder ein bestimmtes
Kleidungsstück oder irgendwas zu
quälen oder du kaufst dir auch
keine Hosen oder irgendein
Kleidungsstück in der Größe
kleiner in der Hoffnung, da dann
wieder reinzupassen.
Das machen wir nicht mehr, wenn wir
gesund sind, weil wir wollen
unseren Körper ja gar nicht mehr
quälen.
Achtung, das heißt nicht, dass wir
nicht den Wunsch haben können, ihn
auch zu verändern, aber wir sind
nicht mehr bereit, dieses Verhalten
eben auch dafür auszuführen, was
dazu nötig ist.
Und was meine ich damit?
Also ich hatte zum Beispiel so
einen Spiegelmoment und das war
so meine Zunahmephase und ich war
eine lange Zeit lang wirklich
stolz auf meine Psy-Gap und dass
ich meine Zellulite ziemlich gut
in den Griff bekommen habe.
Wie gesagt, es ist ein
Gebindegewebsthema und ich kenne
wahnsinnig viele sehr
untergewichtige Frauen, die
trotzdem Zellulite haben, also
es ist auch kein Schutz.
Aber ich hatte eben damals das
Gefühl, ich habe sie jetzt so
einigermaßen im Griff und ich
war zumindest für mich und meine
Verhältnisse annehmbar.
Wie gesagt, gesund war ich schon
lange nicht mehr, aber das konnte
ich ja damals nicht sehen.
Und während ich recovered bin, gab
es irgendwann diesen Moment vor
meinem Spiegel, wo ich gemerkt
habe, so ups, meine Thigh-Gap ist
weg, meine Oberschenkel berühren
sich wieder.
Ich kriege wieder diesen
Reiterhosenteil und meine
Zellulite kommt zurück.
Und der erste Gedanke, der kam,
war, ja, du weißt ja jetzt
genau, was du tun musst.
Mein zweiter Gedanke war, nicht
etwa, okay, los, dann stell dich
jetzt heute mal den Essensplan um
und geh gleich mal Sport machen.
Nee, mein zweiter Gedanke war, ja,
ich wüsste jetzt, was ich tun
kann, aber ich bin nicht mehr
bereit dazu. Ich sage, ich habe mir
jetzt nicht bisher diese Freiheit,
die ich ja schon gespürt habe in
Ansätzen, erarbeitet, um jetzt
mein Leben lang gegen meinen Körper
anzukämpfen, weil entweder ich
lerne, mich damit zu akzeptieren
und anzunehmen.
Das halt nicht heißt, dass ich mir
nicht wünschen würde, dass sie weg
wäre. Ich hätte sie wirklich gerne
nicht. Aber ich werde nichts mehr
dagegen unternehmen, was mich
schädigen würde oder meinem Körper
nicht gut tut.
Das heißt, wenn vollständige
Recovery der beste Schutz ist, dann
ist die beste Strategie, nicht zu
früh aufzuhören. Und das erlebe ich
so, so häufig und sehe das auch und
habe leider auch im Boomerang schon
im Coaching erlebt, dass Coaches zu
früh aufgehört haben, weil sie
gedacht haben, hey, mir geht es doch
besser oder ich sehe doch schon wieder
normal aus oder andere sagen auch, ich
sehe jetzt besser aus oder ich sehe
ja wieder gut aus und dann hören sie
auf. Aber die mentale Arbeit muss
weitergehen, auch wenn der Körper besser
oder normal aussieht. Denn dein Gehirn
braucht einfach deutlich länger als
dein Körper. Und bei mir ist es so,
dass ich selbst jetzt, also gut, es ist
deutlich weniger geworden die letzten
zwei Jahre, aber bis zu fünf Jahre
danach habe ich wirklich noch gemerkt,
wie die Dinge einfach immer noch mal
freier geworden sind. Also es ist
wirklich ein Prozess und es reicht
nicht, dich nur aus der Essstörung
rauszuessen, da würden die Kliniken
reichen, sondern du musst dir und
deinem Kopf wirklich Zeit geben, sich
an, die körperlichen Veränderungen
anzupassen, die mentale Arbeit zu
machen, die Strategien zu lernen, wie
du eben gesund mit deinen Problemen
auch umgehen kannst und diese Funktion,
die deine Essstörung für dich ja auch
erfüllt, auszuüben. Und wie gesagt,
gerade beim Körperbild, ich habe dann
auch so gedacht, also jetzt ist es für
mich normal, dass das mein Körper ist,
aber ganz am Anfang hat sich das alles
fremd angefühlt und ich habe echt nur
gedacht, oh, was ist das? Das sind nicht
meine Beine, das sind Baumstämme, das
sieht falsch aus. Nein, mach das weg, ich will
das nicht. Aber es war einfach nur
ungewohnt. Doch nur, weil es ungewohnt
war, heißt es nicht, dass es falsch ist.
Das heißt, sei hier nachsichtig mit dir
und mit deinem Kopf vor allem, weil er
muss sich erst mal das neue normal
gewöhnen. Das heißt nicht, dass du auf
einmal dick und fett geworden bist. Nein,
das heißt nur, es ist anders. Und wie
gesagt, für mich war einer der wichtigsten
Knackpunkte wirklich auch die Waage zu
verbannen, um mich auch von dieser Zahl
unabhängig zu machen. Und ich möchte dir
noch ein paar ganz konkrete
Präventionsstrategien mitgeben. Das
heißt, dein Recovery Fundament darf
wirklich stehen bleiben. Das heißt,
regelmäßige Mahlzeiten sind nicht
verhandelbar. Egal, ob du wieder im
Normalgewicht bist oder nicht. Das heißt
nicht, dass wir dann ins nächste
Intervall fassen oder so reingehen.
Wozu denn? Und auch an guten Tagen ist
es wichtig, die Struktur beizubehalten.
Also wenn du merkst, ja, jetzt habe ich
halt vielleicht mal nicht so viel Hunger
oder so oder ich habe heute aber voll
die Energie, geht auch ohne. Nee,
der Körper braucht regelmäßig Energie.
Und wie gesagt, ganz wichtig ist auch
diese kontinuierliche psychische Arbeit
weiterzuführen, sei das in Form von
Therapie oder Coaching oder auch diese
Selbstreflexion immer mal wieder mit
dir einzuchecken. Und wie gesagt,
wichtig auch hier, konsumiere idealerweise
nur Recovery-orientierte Medien oder auch
Dinge, die gar nichts mit Essstörung oder
mit Körper oder mit Kochen und Essen zu
tun haben. Ich liebe Katzenvideos, also
wirklich meine Erheiterung am Tag und
der Diätgesellschaft den Rücken zuzukehren,
weil zu versuchen, da reinzupassen und
zu versuchen, gesund zu sein, das ist ein
Zerreißakt. Also ich wüsste nicht, wie
das funktionieren soll.
Dann ist ganz wichtig, dass du dir auch
ein Frühwarnsystem aufbaust.
Bedeutet, das, was ich gerade schon
gemeint habe, also diese monatlichen
Selbst-Check-Ins, damit du selber auch
erkennst oder gerne am Anfang auch
wöchentlich so, hey, wie geht's mir?
Bin ich noch auf Spur? Aha, alles klar,
okay, also du musst nicht in die
Überanalyse gehen. Bitte das auch
nicht. Das soll ja irgendwann auf
Stress frei werden. Aber immer wieder
zu schauen, wo stehe ich gerade? Und dir
da eben auch deine eigenen Red Flags mal
zu sammeln und zu gucken, wie sieht's denn
damit aus? Und ganz wichtig, weih auch
Vertrauenspersonen mit ein. Also du kannst
dir zum Beispiel bitten, hey, wenn du
merkst, dass XY passiert, dann sag mir
das bitte. Oder wenn du irgendwie eine
Veränderung bewerkst, dann sprich mich
bitte darauf an, weil das ist wichtig
für mich. Vielleicht merke ich selber
nicht, denn indem du dir zum Beispiel auch
eine Liste mit persönlichen
Warnsignalen erstellst und die auch mit
deiner Vertrauensperson teilst, hast du
die Chance, dass eben, wenn du es selber
nicht merkst, weil so schleichende
Veränderungen merken wir ja oft nicht,
dein Umfeld aber vielleicht schon, weil
die ja im Zweifelsfall auch darauf
trainiert sind, wo du herkommst und das
im Zweifelsfall schneller erkennen können
und dich damit sozusagen von außen
nochmal warnen können. Und ganz wichtig,
baue dir ein Unterstützungsnetz auf.
Also beende deine professionelle
Begleitung nicht zu früh, denn das,
wie gesagt, sehe ich als Hauptrisikofaktor
und habe ich leider auch schon mehrfach
im Coaching erlebt. Tritt eine Online
Recovery Community bei oder auch gerne
persönliche, wenn du eine vor Ort hast
und bleib da wirklich auch so lange wie
möglich, denn diese Unterstützung wirklich
auch zum Dranbleiben zu nutzen, ist
Gold wert. Und auch indem du andere
unterstützt, stärkst du deine eigene
Recovery wieder und siehst, wie weit du
vielleicht auch schon gekommen bist. Und
regelmäßige Check-Ins mit deinem
Therapeuten oder auch deinem Coach sind
super wertvoll. Ich habe zum Beispiel
auch ein Programm, wo man einfach vier
Sitzungen sich buchen kann und die kann man
nehmen, wann auch immer man möchte. Also
man könnte zum Beispiel einmal im
Quartal einchecken, schauen, wo stehe
ich gerade, um sich da wirklich
abzusichern. Auch das haben schon einige
Klienten gemacht und sind damit sehr
stabil eben wirklich auch komplett
frei geworden. Ja, und was kannst du
jetzt akut tun, wenn du merkst, ups,
Hilfe, hier gibt es doch einige
Warnsignale. Ich sage mal, das ist so
die 24, bitte maximal 48
Stunden Regel. Und zwar, sobald du das
merkst, sofort gegensteuern und nicht
warten, weil worauf denn auch? Das heißt,
deine SOS-Strategie könnte sein, eine
Vertrauensperson anzurufen oder eine
Extra-Therapie-Sitzung oder Coaching-Sitzung
zu vereinbaren, dich wirklich strikt an
deinen Essensplan zu halten, beziehungsweise
an die Regelmäßigkeit. Du musst ja gar
keinen Mailplan haben, das meine ich
damit nicht. Aber eben, ja, diese
Regelmäßigkeit wirklich auch beizubehalten,
die du hast und nirgendwo, irgendwo
einen Abstrich zu machen und Trigger zu
identifizieren und eben auch zu
eliminieren. Also vielleicht merkst du,
ups, eine Hose ist zu klein geworden, die
hat was ausgelöst. Also ich habe gestern
auch erst mal wieder eine Jeans
weggehauen und mich reingequetscht habe
und die Größe müsste eigentlich passen,
aber irgendwie passt die Größe auch
irgendwie nicht. Und ich habe die Hose auch
schon zwei Jahre nicht mehr angehabt und
habe jetzt gedacht, so ja, ich würde die
zwar noch zukriegen, aber ich würde mich
so unwohl darin fühlen, dass es diese
Hose verdammt noch mal nicht wert ist,
dass ich sie behalte.
Also auch solche Sachen sind super
wichtig. Und wie gesagt, diesen Trigger,
den muss man nicht haben.
Keine Hose ist das wert.
Und bei Bedarf eben auch dein Level of
Care, also deine Unterstützung zu
unterhören, sei das jetzt erhöhen,
sei das jetzt ambulant oder wenn du
merkst, ups, ich brauche doch noch mal
was Intensiveres, dann gerne noch
tagesklinisch. Oder wenn du ein
Behandlungssystem hast und merkst, ich
brauche doch noch mal jemanden, der mich
auch zwischendurch accountable hält
oder so, dann hol dir gerne auch einen
Coach dazu, denn der ist dafür da, dich
auch im Moment zu unterstützen.
Und was ich immer wieder auch sehe oder
was damit auch einhergeht und gerade
eben auch bei meinen Klienten, die
wiedergekommen sind und die gemerkt
haben so, ich bin vielleicht doch ein
bisschen früh rausgegangen und ich
habe einen Rückfall, was ich übrigens
mega stark finde, wenn sie sich das
eingestehen, also wirklich alleine sich
das einzugestehen, ziehe ich meinen Mut
vor, weil das kostet Mut. Denn es gibt
zum Beispiel typische Ängste und
vielleicht kennst du die ein oder
andere auch und deswegen gehe ich sie
hier noch mal durch. Das heißt, wenn
du eine oder mehrere dieser Ängste
kennst, dann lass dich davon nicht
aufhalten, auch wenn es schwer fällt.
Eine Angst ist zum Beispiel bzw. ist die
Scham, es nicht durchgehalten oder
versagt zu haben. Nein, das hast du
nicht. Rückpfeile oder auch Relapses,
Rückschritte sind ein Teil des
Prozesses und zeigen dir nur, wo du
noch Unterstützung brauchst. Oder auch
die Angst, mit der Behandlung wieder
von vorn anzufangen. Weil ich weiß, wenn
du den Weg schon ein ganzes Stück
gegangen bist, dann willst du einfach
nicht nochmal losgehen. I get you.
Aber das Schöne ist, die Recovery
Straße in deinem Kopf, die ist ja
bereits angelegt. Das heißt, du bist ja
diesen Weg schon etliche Male gegangen
und dein Kopf weiß, warte mal, da war es
das, habe ich damals gemacht. Ah, okay,
da kann ich wieder ansetzen. Das
heißt, du lernst es nicht neu, sondern
du setzt da an, wo du aufgehört
hast. Und wie gesagt, alleine, dass
du hier bist und diese Folge hörst,
zeigt, dass du deinen Weg weitergehen
willst. Also wie kann das denn bitte
Versagen sein, wenn du dich darum
kümmerst, dass du weitergehst, dass
du frei wirst? Das ist mutig, kein
Versagen. Oder vielleicht hast du auch
Angst vor einem weiteren Rückfall, so
nach dem Motto, Gott, wenn einer
passiert, dann können ja noch weitere
passieren. Und was, wenn dann alles
wieder schlimmer wird. Also dieser
Rückfall gerade, falls du in einem
bist, sagt überhaupt nichts über
deine Zukunft aus. Wie gesagt, ich
hatte auch einen richtig heftig
ordentlichen Rückfall, also wirklich
ordentlich, schlimmer als es vorher
war, obwohl ich mich besser gefühlt
habe, weil ich an einer anderen
Essstörungsform damit gelandet bin.
Das wäre übrigens trotzdem ein
Rückfall. Also auch wenn du zum
Beispiel von einer Magersucht in
die Bulimie oder so rutschen
solltest, wäre es trotzdem ein
Rückfall, auch wenn es eine andere
Essstörungsform ist. Und das war ja
genau das, was ich eben auch
gemerkt habe. Aber ja, ich hatte
einen heftigen Rückfall. Gleichzeitig
bin ich jetzt komplett frei. Also
dein Rückfall sagt nichts über
deine Zukunft aus. Und eine Angst,
die ich auch sehr häufig sehe,
gerade wenn man vielleicht auch für
das Umfeld recovered ist oder das
Umfeld vielleicht auch sehr, ja,
sehr hoffnungsvoll war oder sich
freut über deine Fortschritte, die
Angst, andere zu enttäuschen. Das
können Angehörige sein, weil du
sagst, Mensch, jetzt machen die sich
wieder mehr Sorgen. Aber ja,
vielleicht machen deine Angehörigen
sich Sorgen. Aber das heißt nicht,
dass sie von dir als Mensch
enttäuscht sind. Und was ich leider
auch oft höre und das kann ich
immer gar nicht nachvollziehen,
aber ich verstehe die Angst, ist
die Angst des Behandlungsteams, also
zu deinen Therapeuten oder deinen
Coach zu enttäuschen. Ich, beziehungsweise
jedes professionelle Team weiß
damit umzugehen und das ist ein ganz
normaler Teil des Prozesses ist. Und
ich sehe das nicht als Versagen und
ich bin noch nicht persönlich
gekränkt, wenn jemand einen Rückfall
hat. Im Gegenteil, ich weiß, dass es
dazu gehört. Ich weiß, dass es niemand
mit Absicht macht und es geht nicht
um mich. Es geht um dich. Und oft
bist du meistens selber von dir mehr
enttäuscht, weil du ja eine andere
Erwartung hattest. Aber sei mich
enttäuscht, du kannst dein
Behandlungsteam nicht enttäuschen.
Also ich nehme das persönlich, ob das
wäre dann nicht professionell. Also
wie gesagt, keiner meiner Coaches
hat mich jemals enttäuscht, weil ich
verstehe ja, warum so etwas passiert
beziehungsweise ich denke mir einfach
nur, ah, okay, daran können wir noch
arbeiten. Danke für den Hinweis. Das ist
nicht schlimm. Also ganz wichtig, es
geht um dich und es geht um deinen Weg.
Das heißt, dir einzugestehen, dass es
einen Rückfall gab, ist ein Zeichen von
Stärke und heißt, dass du nicht
aufgibst. Und würdest du dir das nicht
eingestehen, dann würdest du es
wegleugnen. Und du bist nicht
allein damit. Ich kenne niemanden, der
seinen Recovery Weg komplett
gradlinig gegangen ist. Und wie gesagt,
ich habe selbst viele Anläufe und
Schleifen gedreht. Und dennoch bin ich
heute frei. Also, ich bin nicht die
Einzige. Wie gesagt, Carolyn Kosting
gibt es. Es gibt ungefähr inzwischen
180 ausgebildete CCI-Coaches mit
Essstörungsvergangenheit weltweit. Es
gibt so viele andere. Also auch, wie
gesagt, inzwischen gibt es so viele
Vorbilder, die es einfach geschafft
haben, die heute ein völlig anderes
Leben führen, die gar nicht mehr in
ihrer Essstörung zurückdenken, wenn sie
es nicht gerade wie ich zum Beruf
machen. Das heißt, die Beweise gibt
es überall. Und auch du kannst eine von
ihnen sein. Und es gibt keinen Grund,
warum du es nicht auch schaffen
solltest. Es sei denn, du sagst, ich
gebe auf, ich will nicht. Das ist
der einzige Möglichkeit, eigentlich zu
scheitern. Aber dass du hier bist,
zeigt, du willst das nicht. Und wie
gesagt, jeder Recovery Weg ist
individuell. Der eine hat drei Schleifen,
der andere hat fünf Schleifen, der
nächste fährt Achterbein. So what?
Das ist okay. Also, um dir jetzt
vielleicht noch mal eine Statistik
mitzugeben, die Hoffnung macht, 60
Prozent erreichen die vollständige
Recovery mit professioneller Hilfe.
Ohne es tatsächlich schwerer, aber mit
professioneller Hilfe 60 Prozent. Das sind
über die Hälfte. Und nach zwei Jahren
ist wie gesagt, also zwei Jahren
vollständiger Recovery, nach eben auch
diesen Definitionen, ist das
Rückfallrisiko minimal. Das sind also
keine leeren Versprechen. Das sind
wirklich Fakten. So, vielleicht noch
mal die ganz wichtigsten Takeaways für
dich zusammengefasst. Also, die ersten
18 Monate sind die quittischsten. Das
heißt, sei hier bitte besonders wachsam,
aber auch nicht übervorsichtig und nicht
so. Hab's einfach nur im Blick. Und
bleib nicht bei gut genug stehen.
Vollständige Recovery ist der beste
Schutz und das, was du auch verdienst.
Und die mentale Arbeit ist genauso
wichtig wie körperliche Heilung. Also,
das eine geht nicht ohne das andere. Wir
brauchen beides und die mentale Arbeit
dauert deutlich länger. Dann, wichtig,
bei wahren Signalen sofort handeln, nicht
warten, nicht gucken, dass es noch schlimmer
wird. Es ist schlimm genug, wenn es einen
Rückfall gibt. Es muss nicht schlimm genug
werden und musst es niemandem beweisen.
Egal, wo du stehst, du verdienst
Unterstützung und du verdienst, dass es
ernst genommen wird und dass du dich
vor allem ernst nimmst. Und auch das
sage ich ganz oft, Recovery ist kein
Sprint, also nichts, was wir immer ganz
kurz schnell machen, sondern ein Marathon.
Du brauchst Auslauf, du darfst dich in
deinem Tempo eingrooven und es braucht
einfach ein bisschen länger als ein
Sprint, aber dafür ist es dann auch
nachhaltig. Also, vertrau dem Prozess,
auch wenn es sich manchmal falsch anfühlt.
Denn dein vollständiges Recovered-Sein
wartet auf dich und es lohnt sich so, so
sehr, dafür dran zu bleiben.
Also, ich denke, du konntest dir jetzt
schon einige Punkte mitnehmen, um zu
erkennen, wo du vielleicht auch gerade
stehst. Und wenn du möchtest, dann
lade ich dich herzlich ein, dir auch
meine Rückfallpräventionschecklist auf
meiner Website herunterzuladen. Ich
verlinke die dir auch gerne nochmal in
den Shownotes. Und wenn du ein
Angehöriger bist oder selber jemanden
kennst, der sagt, wo du meinst, der
könnte das vielleicht gebrauchen, dann
teil diese Folge unbedingt. Denn je
schneller wir erkennen, wo wir gerade
stehen, desto leichter ist es auch, an
der Recovery wieder anzuknüpfen und
ja, den Weg einfach nicht noch länger
zu machen als nötig. Und wenn dir die
Folge geholfen hat, dann abonniere
gerne den Podcast, gib ihm auch super
gerne, wie gesagt, deine 5-Sterne-Bewertung
für noch mehr Recovery-Unterstützung,
sowohl für dich als eben aber auch für
andere, die das brauchen. Und hol dir
gerne auch einen Termin für einen
kostenfreien Discovery-Call bei mir, wenn
du bereits Anzeichen für einen Rückfall
bei dir entdeckt hast. Und dann
schauen wir einfach gemeinsam, wie ich
dich auf deinem Weg auch weiter
unterstützen kann. Also, ich danke dir
fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine
Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich
hoffe, diese Folge hat einen kleinen
positiven Unterschied in deinem Tag
gemacht. Mit deiner 5-Sterne-Bewertung
kannst du genau diesen Unterschied auch
im Leben anderer lebensfongler Frauen
bewirken, die diesen Podcast noch nicht
gefunden haben und sich ebenfalls nach
einem Leben in Freiheit und
Authentizität sehnen. Ich danke dir
von Herzen und freue mich, auf Instagram
mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links
findest du in den Shownotes. Bis zum
nächsten Mal.
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