Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#14 Die Quasi-Recovery Falle - Warum du trotz Normalgewicht noch nicht frei bist

Die 4 Recovery-Fallen und warum dein Körper mehr verdient als nur Symptomfreiheit

09.07.2025 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

 Kennst du das Gefühl, nicht mehr richtig krank, aber auch nicht wirklich frei zu sein? In dieser Episode nehme ich dich mit in meine persönliche Quasi-Recovery-Zeit und zeige dir, warum dieser Zustand wie ein goldener Käfig ist – er gibt Schutz und Struktur, nimmt dir aber die wahre Freiheit. 

Ich teile offen meine Geschichte, wie ich drei Jahre lang dachte, ich hätte meine Essstörung im Griff. Wie ich Streuseltaler aß, im Normalgewicht war und nach außen „gesund“ wirkte – während ich innerlich immer noch in einem 3-Kilo-Gewichtsbereich gefangen war und meine Obstbrand-Pralinen zählte. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Was Quasi-Recovery wirklich ist und wie sie sich von aktiver Recovery unterscheidet
  • Die 4 gefährlichsten Recovery-Fallen: Von der Clean-Eating-Falle über die Fitness-Recovery bis zur Minimum-BMI-Falle
  • Konkrete Anzeichen, woran du erkennst, ob du in der Quasi-Recovery feststeckst
  • Meine persönlichen Sneaky Essstörungsverhaltensweisen – vom Schrittezählen in der Schule bis zum morgendlichen Bodychecking
  • Praktische Sofortmaßnahmen, mit denen du dich aus der Quasi-Recovery herausholst
  • Warum vollständige Recovery zu 100% möglich ist – egal wie lange du schon kämpfst
Besonders wichtig: Quasi-Recovery ist keine Endstation, sondern eine Zwischenstation auf deinem Weg. Es ist, als würdest du mit dicken Klamotten am Strand sitzen und den anderen beim Baden zuschauen. Du bist zwar am Meer, aber traust dich nicht reinzuspringen.
 
Die Schlüsselfrage, die ich mir damals stellte, war: Mache ich die ganze Recovery-Arbeit, um dann immer noch in einem Gefängnis zu stehen – nur mit offenen Türen, durch die ich mich nicht traue zu gehen?
 
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P.S.: Wenn ich in dieser Episode von „Obstbränden“ spreche, meine ich die Schokoladen-Pralinen mit Obstbrand-Füllung in der blauen/braunen Packung – nicht das Getränk! 🤪 Diese kleinen Pralinen waren damals mein täglicher Stresstest, weil ich je nach Waage nur 2-3 davon „durfte“. Heute kann ich darüber lächeln und eine ganze Packung genießen, wenn mir danach ist. 🍫

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Ich möchte dich heute mitnehmen in eine Zeit, in der ich meine Magersucht und auch den Abführmittelmissbrauch und die Bulimie überwunden hatte und wieder regelmäßig nachmittags Streuseltaler aß, in einer glücklichen Beziehung war und völlig normal aussah. Aber innerlich war ich zu dieser Zeit immer noch, ohne dass ich es wusste, in einem Gefängnis und lebte mit einer unterschwelligen Dauerangst und Misstrauen mir selbst und meinem Körper gegenüber. Was ich heute rückblickend weiß und darum soll es heute auch gehen, ist, dass sich dieser Zustand Quasi-Recovery genannt hat. Und ich möchte mit dir heute tiefer eintauchen, was Quasi-Recovery eigentlich ist. Dafür nehme ich dich auch wieder mit in meine Geschichte. Bitte, wie sie sich von aktiver Recovery und vollständiger Recovery unterscheidet und woran du erkennen kannst, dass du dich in der Quasi-Recovery befindest. Und natürlich gibt es auch wieder ein paar ganz praktische Schritte für dich, die dich hoffentlich wieder ein Stück weiter auf deinen Weg bringen. Aber kommen wir zur wichtigsten, nämlich der Abgrenzung zuerst. Denn ich höre in meinen Coachings und auch in den Rediscovery-Calls ganz häufig, dass Frauen denken, dass sie schon in der Quasi-Recovery sind oder dass sie denken, sie sind da stecken geblieben. Doch wenn wir näher hinschauen, zeigt sich, dass sie eigentlich sogar noch in aktiver Recovery sind. Und deswegen ist es ganz wichtig, hier zunächst erstmal eine kurze Abgrenzung vorzunehmen und herauszufinden, ob du vielleicht sogar noch in der aktiven Recovery bist. Ja, was bedeutet aktive Recovery? Also das ist so der Zustand, wo du noch mitten auf deinem Weg bist. Also du arbeitest an deinen Recovery-Grundlagen wie regelmäßigem Essen, Gewichtszunahme, wenn nötig, dem aktiven Challengen von angstbesetzten Lebensmitteln und einfach auch dem Loslassen von allen offensichtlichen Essstörungsverhaltensweisen. In diesem Zustand weißt du auch, dass du noch krank bist und auch dein Umfeld sieht es dir noch an. Also das muss nicht unbedingt am Gewicht sein, aber es kann eben entweder auch am Gewicht sein oder an den Verhaltensweisen, dass es dir einfach noch nicht gut geht und du noch nicht vollständig recovered bist. Das heißt offensichtliche Essstörungsverhaltensweisen wie verzichten, Mahlzeiten ausfallen lassen, Erbrechen, exzessiver Sport, Essanfälle, ja eben alles Dinge, die gesunde Menschen nicht tun würden, die sind ganz eindeutig noch da. Und bei mir war es zum Beispiel so, also nach dieser Phase der Quasi-Recovery bin ich ja nochmal richtig in die Essstörung abgerutscht. Und als ich 2018 dann mit der Diagnose Markersucht aus der Klinik kam, war das keine Quasi-Recovery wie die Jahre zuvor, sondern eben wirklich ein aktiver Kampf ums Überleben. Da wusste ich genau, okay, es sind doch sehr viele Verhaltensweisen, an denen ich einfach arbeiten darf. Und ja, niemand hätte mir damals gesagt, nee, nee, also da ist alles gut, so wie es eben in der Zeit war, bevor ich so tief nochmal abgerutscht bin. In der Quasi-Recovery ist es ein bisschen anders. Hier wirkst oder erscheinst du stabil. Also dein Gewicht ist vielleicht im normalen Bereich, bitte hör das wieder in Anführungszeichen, weil normal ist halt immer so relativ, aber eben nach außen gesehen. Dein Arzt oder dein Therapeut sind vielleicht sehr zufrieden mit dir, vielleicht auch dein Umfeld. Du funktionierst im Alltag, wobei das nicht kein alleiniges Kriterium ist, denn gerade bei der Magersucht ist man ja auch bis zum Tiefpunkt eigentlich in den häufigsten Fällen noch sehr, sehr hoch funktional, was das Ganze so ein bisschen tricky macht. Aber grundsätzlich läuft das mal alles wieder. Und auch dein Umfeld denkt, du bist gesund. Und selbst du denkst das ganz oft, weil irgendwie geht ja alles wieder. Aber innerlich, und darum geht es, bist du immer noch in Erstörungsdenkmustern gefangen, hast bestimmte, nicht mehr so offensichtliche Regeln und Ängste, aber die schränken dich immer wieder ein. Und du bist einfach noch nicht da, wo du gern hin willst und wartest auf diese ersehnte Freiheit. Das heißt, Quasi-Recovery ist eigentlich so eine Mogelpackung, wo dein Essgestörter Anteil am liebsten will, dass du da bleibst, weil hallo, es geht dir ja besser. Also was willst du denn? Und grüß gern mal für dich, was für dich gerade vielleicht stimmiger ist. Und selbst wenn du merkst, dass du noch ein aktiver Recovery bist, ist diese Folge auf jeden Fall auch für dich. Denn weil ich damals dann rückblickend wusste, dass es diesen Zustand der Quasi-Recovery gibt, bin ich bei meinem letzten und finalen Recovery-Versuch auch anders herangegangen und damit eben auch wirklich frei geworden. Aber lass uns noch mal etwas tiefer einsteigen. Also, ich habe ja gesagt, ich möchte dich noch mal so ein bisschen mit in meine Geschichte nehmen. Und ich weiß, jeder ist so ein bisschen anders, aber manchmal hilft es ja, einfach auch zu sehen, okay, wie war das so bei dir? Und wie war es vielleicht auch bei jemand anderem? Und bei mir hat sich meine Quasi-Recovery rückblickend angefühlt, wie, ja, eigentlich wie so zwischen zwei Welten festzustecken. Also, ich war nicht mehr so tief in der Essstörung, aber ich war eben auch nicht frei. Das ist so, ich vergleiche das gerne mit, wie wenn du mit dicken Klamotten am Strand sitzt und den anderen beim Baden zuschaust. Du bist also schon an dem Ort, wo du hin willst, aber du bist nicht frei, auch zu tun, was du eigentlich willst, ohne schlechtes Gewissen. Und meine Quasi-Recovery-Zeit, die sehr, also wie gesagt, die rückblickend auch als solche ausmachen konnte, da war ich 22 bis 25 Jahre alt, also so 2009 bis 2012. Da, wie gesagt, habe ich schon einige meiner Verhaltensweisen, wie gesagt, Abführmittel, Missbrauch, Bulimie, diese Phasen, wo ich gar nichts gegessen habe, die hatte ich alle wirklich, also gar nichts, niemand ist gar nichts, aber du weißt schon ganz extrem wenig halt, die hatte ich schon gut überwunden, weil ich hatte eine glückliche Beziehung, ich war super happy, ich war im Normalgewicht und fand das sogar ganz okay, weil es war nicht das hohe Normalgewicht, was ich schon mal davor hatte, sondern eben eins, was ich für mich ganz okay fand. Ich aß jeden Nachmittag die Streuseltaler, die mein Freund für uns vom Bäcker mitgebracht hat. Ich konnte unsere Sonntagsfrühstücke mit Brötchen und allem drum und dran genießen. Ich aß auch drei bis vier Mahlzeiten täglich und niemand hätte mir angesehen, dass ich nicht frei war. Und ich selbst dachte auch, hey, ich habe doch mein Leben jetzt eigentlich im Griff. Also ja, da sind vielleicht noch so kleine Anhaltsschränkungen, aber ach, das ist ja auch normal, weil jeder kontrolliert sich ja irgendwie noch und die habe ich irgendwie auch in Kauf genommen, weil es war ja nicht so schlimm. Und ich wusste ja auch nicht, wie es noch hätte besser sein können. Also ich dachte, das wäre schon das Maximum von dem, was man erreichen kann. Also so diese offensichtliche Symptomfreiheit, was ja auch das ist, was viel in Kliniken einfach auch erst mal angestrebt wird. Also es war gut genug und wie gesagt, diese ganzen offensichtlichen Essstörungsverhaltensweisen waren nicht mehr da und fielen auch nicht mehr auf. Aber die versteckte Realität und das, was eben niemand sah, waren diese ganzen kleinen Sneaky-Dinge. Und zum Beispiel, das ist mir echt in Erinnerung geblieben, also wie gesagt, wenn ich es zehn Jahre später noch weiß, dann war es relevant, obwohl es eigentlich so nichtig ist. Ich weiß nicht, ob du das kennst, es gibt doch diese in so einer blauen oder braunen Packung, diese Obstbrände, so Obstbrandpralinen. Und die haben mein Freund und ich super gerne abends gegessen. Und ich weiß noch, wie ich jedes Mal in diese Packung reingestarrt habe und versucht habe, die hatten ja vier verschiedene Sorten, so Birne und Kirsche und keine Ahnung, Himbeer, Zwetschge, ich glaube, jetzt habe ich alle. Ich habe echt keinen Food-Fokus mehr, ich habe keine Ahnung. Jedenfalls habe ich jedes Mal davon abhängig gemacht, was die Zahl auf der Waage gesagt hat, wie viele von diesen Obstbranden ich essen durfte, was teilweise echt sehr stressig war, weil ich hatte ja so meine Lieblingssorten, aber die anderen fand ich eigentlich auch nicht schlecht. Und wenn ich aber nur zwei oder drei essen durfte, laut meiner eigenen Erlaubnis, weil die Waage eben ein bisschen mehr in meinem oberen Endgrenzbereich, den ich mir selber gesetzt habe, dran war, dann war das ziemlich besser, weil, ja, welche sollte ich denn jetzt essen? Und das hat mich so gestresst, also diese Obstpralinen, so gerne ich die gegessen habe. Ich erinnere mich eigentlich eher daran, dass ich immer gedacht habe, ich kann nicht so viele davon essen, wie ich eigentlich möchte. Und wie ich es jetzt gerade schon angedeutet habe, hatte ich ja diesen selbst gesetzten 3-Kilo-Gewichtsbereich, war das bei mir damals, wo ich einfach immer an, also Panik bekommen habe, wenn ich mich so dieser oberen Grenze angenähert habe. Und 3-Kilo-Gewichtsbereich eigentlich nur deshalb, weil ich nie weiter runtergekommen bin, als eben diese Untergrenze davon. Also das, was ich gegessen habe und das, was ich getan habe, hat eben dafür gesorgt, dass es nicht weiter runter geht. Und ich habe auch ganz lange geglaubt, dass ich auch nie weiter runter kann, was übrigens auch ein Riesenpunkt war, weil ich war, wie gesagt, Essstörungslogik. Ich war, als es dann nochmal schlimmer wurde und ich, wie gesagt, auch unter dieses, also unter diese untere Grenze gekommen bin, wo ich nie dachte, dass ich drunter komme. Ich war so verdammt stolz drauf. Und ja, wie gesagt, eine kleine sneaky Grenze. Und sobald ich aber an diesen oberen Bereich rankam, dann kam Panik. und ich habe eben angefangen, mich unter anderem anhand dieser Obstpralinen wieder einzuschränken oder ja, wieder mehr Frühsport zu machen, weil auch Frühsport hat mir eigentlich nur zur Gewichtskontrolle gedient und ich habe halt mein Übungsset durchgezogen. Nicht, weil ich wollte, sondern weil, ja, das macht man halt, muss man halt tun. Und ich hatte zu dieser Zeit auch noch Cheat Days. Also, ich habe schon auch versucht, die Woche über ja, ja, clean oder gesund zu essen oder ja, meine Freiheit einfach so ein bisschen zu kontrollieren und an diesen Cheat Day, was eben meistens ein Wochenendtag war, da durfte ich dann halt mehr Süßes essen oder habe mir auch andere Leckereien erlaubt, weil ich wusste ja, okay, die anderen Tage isst du ja wieder weniger davon. Und auch in der Schule, also jetzt wundert es mich auch nicht, dass ich nicht wirklich viele Freunde hatte, habe ich die Pausen dann mitgebracht, immer noch mal im Schulgebäude so ein paar Extraschritte zu sammeln. Und so bin ich einfach völlig unnötige Wege gegangen. Noch mal runter in die Mensa, ohne dann dort was zu kaufen, dann wieder hoch in den Klassenraum und hier noch mal den Flur lang und all das eigentlich nur um so ein paar Extraschritte zu sammeln. Und ich dachte, das wäre normal, sich so zu kontrollieren und so zu zügeln oder sich zur Bewegung einfach auch zu zwingen, weil irgendwie machen das disziplinierte Menschen halt so. Doch eben wie gesagt, diese ganzen kleinen sneaky Verhaltensweisen, die waren letzten Endes, ja, also ich sage immer so, die quasi Recovery ist wie so ein Kartenhaus, welches bei der kleinsten Erschütterung zusammenfällt. Und genau so war es leider dann auch bei mir, weil leider hat diese Beziehung nicht gehalten und die Trennung hat dazu geführt, dass mein komplettes Kartenhaus eingestürzt ist. Also es ging wirklich, also so schnell konnte ich gar nicht gucken. Ich habe wirklich von einem Monat auf den anderen, habe ich auf einmal echt krass abgenommen. Die Bulimie ist zurückgekehrt, weil ich mich so einsam und leer gefühlt habe und gleichzeitig irgendwie alles zum Kotzen fand, also im wahrsten Sinne des Wortes. Und um diese Bulimie zu kontrollieren, bin ich eben dann auch in die Orthorexie als neue Kontrolle und mit neuem Sicherheitsnetz weitergegangen. Und die Erkenntnis, die ich dann hatte, als ich mir das zurückblickend angeschaut habe, war, wäre ich wirklich recovered gewesen, hätte mich die Trennung nicht so zurückgeworfen. Das heißt, Quasi-Recovery funktioniert ziemlich gut und man kann auch gut damit leben, solange halt nichts anderes passiert. Und das ist auch genau die Gefahr der Quasi-Recovery. Also was macht die eigentlich so gefährlich? Neben dem, dass du, wie gesagt, wirklich ja ein Leben mit angezogener Handbremse führst und beim kleinsten Ungleichgewicht ein Rückfall droht, ist unser gesundes Selbst einfach nicht stabil genug für Krisensituationen. Und du lebst dein Leben nicht so, wie du es leben könntest. Es ist halt immer ein, ja eben ein gerade gut genug und das hat einen Nebeneffekt und der ist nicht zu unterschätzen. Denn indem du dir immer nur gerade gut genug erlaubst, unterdrückst du dein Selbstwertgefühl. Was meine ich damit? Wenn wir uns immer nur gut genug erlauben, dann sagt das sehr viel über unseren Selbstwert aus. Denn der Selbstwert drückt aus, was wir uns selbst wert sind zu haben oder zu erleben. Und wenn unser Selbstwertgefühl sehr niedrig ausfällt, dann fällt es uns eben auch sehr schwer, Selbstliebe zu entwickeln oder auch Liebe von jemand anderem anzunehmen. Denn wenn ich von mir selber keine hohe Meinung habe oder mich selber eben nicht wertschätze, dann denke ich natürlich auch nicht, dass ich vielleicht positive Formen von Liebe so vertrage oder ja haben dürfte. Also in meinem Fall war das ganz ausgeprägt so, dass ich eben immer wieder auch in toxischen Beziehungen gelandet bin und gedacht habe, naja, ich verdiene das halt nicht anders oder ich kriege halt auch nichts Besseres und habe eben lieber mich mit weniger zufrieden gegeben oder mit dem, was nicht so gut ist, weil ich mir selber einfach auch nicht mehr wert war. Aber ich habe mich eben auch so behandelt, weil quasi Recovery bedeutet eben auch, naja, es ist ja gut so, wie es ist. Also es reicht ja, gib dich doch damit zufrieden. Und das habe ich in allen Lebensbereichen. Und es gibt so ein paar Dinge, die mir eben auch aufgefallen sind und die ich dann bei meinem letzten und finalen Recovery-Versuch auch, gesagt mal, nicht nur ein Versuch, hat auch geklappt. Aber dafür habe ich eben analysiert, so hey, was ist eigentlich beim letzten Mal schief gelaufen? Und ich habe dabei ein paar Recovery-Fallen entdeckt, die dich sozusagen in die quasi Recovery sozusagen auch führen oder darin halten. Eine davon ist die, es reicht doch, Falle. Das heißt, ach ja, das ist doch gut genug, was gerade ist und das ist halt das, was für dich möglich ist, also sei doch zufrieden. Und nur weil es dir besser geht, was super ist, heißt es nicht, dass das alles ist, was für dich möglich ist. Und Gesundheit ist aber mehr als die Abweisenheit von Krankheit oder Schmerz. Und Recovery ist mehr, als Symptomfreiheit. Die zweite Recovery-Falle beziehungsweise quasi Recovery-Falle ist die Clean-Eating-Falle. Also meine Bedingung, die ich eben dann auch in meinem letzten Recovery versucht, zunächst erst mal gedacht habe, dass ich die ja machen könnte, war, ja, wenn ich zunehme, dann aber nur mit gesunden Lebensmitteln. Also ich wollte so gesund und so clean und so perfekt wie möglich alles tun, dass ich dann wirklich so perfekt wie möglich Recovery im Sinne von, ja, wenn halt Gewicht, dann halt nur mit Lebensmitteln, die mir auch wirklich gut tun. Doch man kann orthorektisch nicht recurren. Also auch wenn es noch keine eigene Essstörungsdiagnose ist, ist es einfach eine Form von Restriktionen. Und wie gesagt, es geht ja nicht nur darum, ein Gewicht wiederherzustellen. das kannst du auch orthorektisch oder mit Clean-Eating oder keine Ahnung was tun, sondern es geht ja vor allem um die mentale Freiheit. Und die kriegst du nicht mit solchen Regeln. Und was ich mir damals so gedacht habe, ja, genau dieser Perfektionismus ist eigentlich der Bodyguard der Essstörung. Also der sorgt dafür, dass ich eben nicht rauskomme, dass ich immer in dieser angezogenen Handbremse auch bleibe. Die dritte quasi-Recovery-Falle ist die Muskelfalle. Auch in die wäre ich fast getappt. Weil dann war meine geniale Idee, die kam ungefähr gleichzeitig mit der Clean-Eating-Falle. Ja, also wenn ich denn dann schon zunehmen muss, großer Widerstand, aber der ist ja verständlich, aber wenn ich zunehmen muss, ja dann aber nur Muskeln. Heute nenne ich das auch gerne Fitness-Recovery. Und ich hatte damals den tiefen Wunsch, die Art, wie mein Körper zunimmt, zu kontrollieren. Logisch, weil eine Magersucht ist ja auch eine Kontrollstörung. Das heißt, Kontrolle ist das Instrument der Essstörung. Und natürlich hat es auch oder hat sie auch versucht zu entscheiden, ich zunehme, wo ich zunehmen darf, was ich zunehmen darf, nämlich Muskeln und kein Fett. Dabei brauchen wir das Fett zu dringend. Das hat mir mein Körper auch sehr, sehr deutlich gezeigt. Und ich habe mich genau aus diesem Grund dann, weil ich das damals zum Glück dann schon erkannt habe, dagegen entschieden. Also es war echt harschnavig. Ich war kurz davor, mich im Fitnessstudio anzumelden und habe dann gedacht, nee, ich will was anderes. Was erzähle ich dir gleich nochmal? Und die vierte Quasi-Recovery-Falle ist die Minimum-BMI-Falle. Denn ganz, ganz häufig und leider sind es auch immer noch viele Therapeuten oder Kliniken, die eben sagen, okay, BMI von 18,5 oder vielleicht 19, ja super, das reicht ja, dann kannst du Mahlzeitenplan zurückfahren oder ja, dann ist ja jetzt gut, du wirst damit aus der Klinik entlassen, aber du bist nicht echt stabil. Also, du bist schon echt, aber du hast keine Stabilität erreicht damit, weil die aller, aller, aller, allerwenigsten Menschen haben ein gesundes Körpergewicht bei einem BMI von 18,5 oder 19. Und das führt natürlich auch oft dazu, dass wir selbst auch so eine innere Grenze haben. Also, ich habe halt auch gedacht, weil wie gesagt, ich hatte ja zwei Zielgewichte. Ja gut, das ist dann halt meine Grenze und diese innere Grenze habe ich richtig gemerkt, als ich mich der genähert habe. Genau wie damals in der Quasi-Recovery, wo ich ja den Puffer hatte, also der Puffer war sozusagen dieses zweite Zielgewicht, was sie mir gegeben haben. Und je mehr ich mich dem genähert habe, umso panischer bin ich wieder geworden. Und diese Minimum-BMI-Falle sagt eben ja, wenn ich zunehme, dann aber nur bis zu einem bestimmten Gewicht, den ich mir im Kopf aber festsetze. Fakt ist aber, unser Kopf kann nicht entscheiden, weil der ist ja noch von der Essstörung geleitet, wann wir gesund sind. Das weiß nur unser Körper und das ist auch etwas, was wir nicht vorbestimmen können. Klar gibt es natürlich so ein bisschen ein paar Indizien, aber final weiß es nur unser Körper und final müssen wir, wenn wir wollen, dass wir wirklich auch mental frei werden, unseren Körper machen lassen und die Kontrolle an ihn abgeben. Und ganz, ganz viele Frauen bleiben eben auch unter ihrem natürlichen, also ihrem individuellen natürlichen Setpoint, der vielleicht bei 23 oder 24 ist. Und dadurch erfährt der Körper und eben auch dein System keine Sicherheit, der Food-Fokus und die Ängste bleiben, denn dein Körper weiß ja, dass es noch nicht sein sicherer Bereich ist, in dem er sich wohlfühlt. Und all das macht uns eben anfällig, dann da stecken zu bleiben und das war auch der Grund, warum ich damals eben mich dann entschieden habe, 2019 am 1. Dezember, immer noch so, wie so ein zweiter Geburtstag, zu sagen, okay, ab jetzt keine Waage mehr, weil ich wollte nicht wieder stehen bleiben, wie ich es beim ersten Mal getan hatte. Und um dir so ein bisschen zu helfen und zu schauen, so hey, erkenne ich mich vielleicht auch in dem einen oder anderen wieder, habe ich so ein paar Anzeichen für dich, dass du eventuell in der quasi Recovery stecken geblieben bist. Das eine ist, wie gesagt, Gewicht und Kontrolle, also vielleicht ist dein Gewicht im normalen Bereich, aber du überwachst deinen Körper ständig noch, sei das jetzt mit der Waage oder auch mit bestimmten Kleidungsstücken, wo du sagst, okay, die muss aber passen oder wenn die Hose nicht mehr passt, dann muss ich ein bisschen weniger essen oder auch mit Bodychecking, also auch dieses ständige und das musste ich mir wirklich so krass abgewöhnen, also an jedem Spiegel, wo ich vorbeigekommen bin, teilweise sogar auf Arbeit, also das war wirklich eine böse Angewohnheit, habe ich erst mal mein T-Shirt hochgezogen und den Bauch gecheckt oder ich habe da reingeknipt oder ich habe meine Oberarme umfasst, um eben zu prüfen, ob sich da was verändert hat, aber all diese ganzen Kontrollmechanismen haben mich eben auch festgehalten, weil Kontrolle ist das Gegenteil von Vertrauen und dieser selbst gesetzte, erlaubte Gewichtsbereich, also prüfe gerne mal, ob du sowas vielleicht auch hast, dass du sagst, okay, noch darf ich ja zunehmen oder auch so ein typisches Ding ist, noch muss ich ja zunehmen, deswegen darf ich das noch essen, ja, aber was machst du, wenn du das Gewicht dann erreicht hast, darfst du das dann nicht mehr essen, gehst du dafür los, ist das Freiheit, also Gewicht und Kontrolle sind wie gesagt so ein Anzeichen, wenn du das noch sehr stark hast, dass du noch nicht so frei bist, wie du gerne wärst oder auch beim Essen, wenn du noch bestimmte Regeln hast, also zum Beispiel die Einteilung in sichere versus unsichere oder gefährliche versus verbotene Lebensmittel, also du weißt, was ich meine, also sichere versus unsichere oder safe versus gefährliche oder verbotene Lebensmittel, oder vielleicht hast du auch noch Zeitregeln, also Essen zum Beispiel nur zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel ab oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, das hatte ich auch eine ganze Weile, oder Intervallfasten, weil es ist ja ach so gesund, also ich habe die letzten Wochen noch mal so viel zu diesem Thema, zu Frauen, zu ihrem Körper, zu den Unterschieden, zu Männern, Intervallfasten ist wirklich das Schlimmste, was wir Frauen unserem Körper antun können und oft denken wir, wir tun ihnen was Gutes und oft deckt sich das ja auch unter diesen Deckmantel von ja, aber das ist ja gut und die Autofahrgie und na, na, na, nein, für uns ist das überhaupt nicht gesund und schon gar nicht, wenn wir aus einer Essstörung kommen. Oder prüf mal, ob du vielleicht auch noch Cheatdays hast, also bestimmte Tage, an denen du einfach alles essen darfst. oder isst du vielleicht noch lieber Light-Produkte oder, was einem ja jetzt auch gerade super leicht gemacht wird, nur High-Protein-Produkte anstatt die originalen, also High-Protein-Pudding, High-Protein-Schokomousse, High-Protein, keine Ahnung, was es nicht alles in High-Protein gibt. Also, dass auf meinem Mandelmus noch nicht draufsteht, wundert mich auch. Aber egal, weil auch das kann ein Verhalten sein, um Kalorien zu sparen oder um gesünder oder mit mehr Muskeln oder mit keiner Ahnung was zu recovern. oder vermeidest du immer noch bestimmte Nährstoffgruppen, zum Beispiel Kohlenhydrate oder Fette oder zählst du immer noch Kalorien, vielleicht aber unter einem neuen Deckmantel, nämlich um sicherzustellen, dass du genug isst. Höre ich auch ganz oft. Und ja, ganz am Anfang in der Recovery macht das total Sinn, wenn wir noch keine Hunger- und Sättigungssignale haben. Auch das übrigens ein Zeichen. Also, wenn du noch keine zuverlässigen Hunger- und Sättigungssignale hast, dann braucht dein Körper auch noch mehr Struktur. Das wäre auch noch keine Quasi-Recovery. Das heißt, Kalorien zählen auch hier unter diesem Deckmantel von Sicherheit ist immer noch eine Form von Kontrolle. Oder hast du eine Mengenrestriktion und sagst, ja, ich esse zwar alles. Also, das habe ich ganz häufig auch im Coaching. So dieses, ja, ich kann alles essen. Ich esse Schokolade, ich esse Gummitärchen, ich esse das alles. Und ich dann frage, okay, wie viel kannst du dann davor essen? Naja, so, naja, halt so ein kleines Tütchen Gummibärchen oder halt so zwei Stück Schokolade. So dürfst du auch eine halbe Tafel oder eine ganze essen. Ja, nee, das nicht. Dann ist es eine Mengenrestriktion. Und das ist ja genau das, was ich damals auch mit den Obstbränden gemacht habe. Also, ich habe ja alles gegessen. Ich habe Streuseltaler gegessen und Obstbrände, aber halt immer nur in einer bestimmten Menge. Nee. Dann ist ein Anzeichen auch Sport oder andere Kompensationsmechanismen. Also, Sport zum Beispiel wieder als Muss oder vielleicht auch wieder unter dem Deckmantel der Gesundheit. Ja, man muss sich ja bewegen. Bewegung ist ja so gesund. Oder, dass du eben auch Sport machst bei Erschöpfung, bei Schmerzen, bei Krankheit oder eben das Gefühl hast, hey, aber wenn ich jetzt mich nicht bewege, dann habe ich mir das Essen nicht verdient und werde inhaltlich unruhig. Also, auch sowas wäre ein Zeichen dafür, dass es noch nicht gut ist. Und vor allem eben auch der mentale und emotionale Aspekt. Also, wenn deine Gedanken immer noch viel ums Essen kreisen oder du immer noch diesen starken Food-Fokus hast und dich immer noch fragst, ja, wann darf ich jetzt wieder essen? Darf ich jetzt das noch essen? Müsste ich vielleicht noch XY dafür tun? Oder muss ich das jetzt schon noch challengen? Manchmal macht man nämlich Recovery auch, das habe ich auch schon erlebt, wie so eine Checkliste. So nach dem Motto, okay, ich habe jetzt einmal Magnum-Eis gegessen, ich habe jetzt einmal Pizza gegessen, ich habe jetzt einmal Nudeln gegessen. Okay, check. Nein. Recovery bedeutet, wir machen das dann regelmäßig, wir integrieren das rein, wir lassen auch in Zukunft nichts, was wir uns erarbeitet haben, wieder weg. Weil dafür machen wir das Ganze ja nicht. Wir machen das ja für dauerhafte Freiheit und nicht für so eine Honeymoon-Recovery-Phase, wo wir alles dürfen, nur um uns danach wieder einzuschränken. Und das sind jetzt nur ein paar Anzeichen und wenn du genauer nochmal prüfen möchtest, ob du eventuell in der quasi Recovery steckst, dann habe ich auf meiner Website einen Fragebogen mit zwölf Fragen für dich erstellt, an dem du einfach selber auch nochmal prüfen kannst, wo stehe ich? Ja. Und wie sieht das eigentlich bei mir genau aus? Ich verlinke dir die Seite dann auch nochmal in den Shownotes. Und für mich kam damals dieser Wendepunkt eben, nachdem ich das alles auch erkannt habe und meinen letzten Recovery-Versuch, wie gesagt, dann auch mit einem ganz anderen Bewusstsein reingegangen bin und ich, wie gesagt, auch geneigt war, wieder zu diesen bestimmten Bedingungen, also wie gesagt, nur Muskeln oder gesund oder na na na, zu recovern. Da habe ich mir irgendwie gedacht, beziehungsweise ein Teil von mir wusste schon, ja, das kannst du machen. Also die Erlaubnis habe ich mir auch gegeben, aber dann erlebst du ja das Gleiche nochmal und wie oft willst du das noch riskieren, wieder da zu landen? Also die Schlüsselfrage ist eigentlich, mache ich Recovery und all die Arbeit, die dazugehört und dann immer noch in einem Gefängnis zu stehen, nur mit offenen Türen, durch die ich mich aber nicht traue, rauszugehen? Wir erinnern uns an den Strand, also ich kann zwar am Strand sein, aber ins Wasser gehe ich nicht, weil, nee. Oder machst du, ja, wofür machst du das Ganze eigentlich? Und, wie gesagt, ich habe einmal, also eigentlich mehrfach, aber einmal eben diese wirklich krasse Phase, wo ich wirklich dachte, ich habe es im Griff, schon mal versucht, mit Kontrolle und Handbremse zu recovern, aber diesmal wusste ich eben auch, wenn ich gesund werden will, dann richtig. Ich will wissen, wie sich ein Leben in Freiheit, in Selbstliebe und Selbstannahme wirklich anfühlt. und ich wusste, es gibt Menschen, die das haben, also will ich das jetzt auch. Ich will einfach alles dafür tun, dass ich das auch erleben kann. Und in diesem letzten Versuch hatte ich eben auch ein klares Ziel, aber das war kein Ziel im Sinne von, wie genau sieht dann dein Tag aus, sondern mein Fokus lag nicht auf einem Zielgewicht oder einer reinen Symptomfreiheit, sondern eben wirklich auf dem, wie ich mich fühlen wollte, wenn ich recovered bin. Und mir war klar, ich will Leichtigkeit, ich will Selbstmitgefühl, ich will Abzettanz und Freiheit von all diesen Ängsten. Also ich will, ich weigere mich einfach, ich weigere mich vor einem verdammten Eis im Sommer Angst zu haben. Das kann doch nicht wahr sein. Und genau darauf lag mein Fokus. Ich dachte, hey, dieses Gefühl, wenn ich dieses Gefühl hätte, wie wäre das dann? Was könnte ich dann machen? Wie anders wäre mein Leben auch? Und das war wirklich was, was ich auch mir echt ausmalen musste und auch immer wieder in dieses Gefühl schon reinzugehen, weil das hat mich auch angetrieben, obwohl ich natürlich keine Ahnung hatte, weil wie soll ich denn wissen, wie sich das anfühlt, was ich noch nie hatte? Das ist natürlich auch schwer, aber ich hatte die Idee davon, dass ich das fühlen will und dass ich rausfinden will, wie sich das anfühlt. Und das ist mein Kompass geworden. Aber dazu gehörte eben auch das Loslassen aller Bedingungen und der Kontrolle. Und wenn du jetzt festgestellt hast, ja, irgendwie bin ich echt noch nicht so frei, wie ich dachte, dass ich gerne wäre. Ja, wie komme ich denn jetzt raus aus der Quasi-Recovery? Und ich habe so ein paar Sofortmaßnahmen für dich zusammengefasst, die du direkt tun kannst. Also erstens, mach mal eine Bestandsaufnahme. Welche Erstörungsverhaltensweisen und vor allem diese ganz kleinen sneaky Sachen, die vielleicht bei anderen Menschen normal sind, also sowas wie Kalorien zählen oder Sport machen oder keine Ahnung was, sind noch aktiv oder, weiß ich nicht, einen Schrittzähler haben, solche Sachen. Also sowas kann auch, das sind so Recovery-sabotierende Verhaltensweisen. Was ist wirklich noch aktiv, was dich von deiner vollständigen Freiheit abhält? Ganz wichtig, wenn du erkannt hast, da ist doch noch was, dann hol dir Unterstützung. Also vertraue dich gerne einem geliebten Menschen an oder, wenn noch vorhanden, sprich mit deinem Therapeuten, weil auch die können das natürlich nicht wissen, weil die sehen dich vielleicht in deinem Normalgewicht oder, weiß ich nicht, die sehen halt, okay, sie isst wieder und sie können das und das machen. Aber teile auch diese kleinen Sneaky-Sachen und wenn du jemanden hast oder vielleicht auch einen Therapeuten hast, der sich nicht so auskennt oder sich vielleicht nicht ganz so einfühlen kann, dann hol dir super gerne auch einen Recovery-Coach mit gelebter Erfahrung dazu, der dir hilft, auch diese ganz kleinen, völlig unoffensichtlichen Gedanken und Verhaltensweisen zu erkennen. Also ich habe da wirklich so einen Detektor auch in mir und gerade auch meine Klientinnen, die vielleicht auch mit Orthorexie oder so kommen, die sind teilweise überrascht, weil ich sehe da, mit welcher Überzeugung sie teilweise auch so Dinge schon machen und in mir ist momentan diese kleine Alarmglocke an, weil die kenne ich ja von mir selber noch ganz genau und ich kann da teilweise viel, viel genauer nochmal nachprüfen, ist das jetzt wirklich aus dem gesunden Anteil heraus oder steckt da vielleicht noch was anderes dahinter und beides ist möglich. Aber das Unterscheiden zu lernen ist eben ganz, ganz wichtig, um da nicht stehen zu bleiben. Dann ist es ganz wichtig, dass du dir erstmal auch wieder deine Struktur zurückholst. Also vielleicht bist du, weiß ich nicht, dass du so deine Struktur wieder ein bisschen hinlässt, schleifen lassen, zwischen Mahlzeiten wieder ausfallen oder du Mahlzeiten schiebst oder was auch immer. Dann versuch zu einer Struktur von mindestens drei Hauptmahlzeiten und mindestens zwei bis drei Snacks wieder zurückzukehren und nicht so große Pausen zu machen, weil das gibt deinem Körper Sicherheit und hilft dir einfach erstmal so, diese Grundsicherheit auch wieder herzustellen. Und dann natürlich ganz wichtig, nutz einfach auch alles an Recovery-Sourcen. Wenn du hier bist, machst du schon alles richtig, dann hörst du nämlich schon einen Recovery-Podcast. Auch Bücher können hilfreich sein, wobei, wie gesagt, heutzutage fehlt mir ja echt fast alles online. Und nicht zu unterschätzen, wirklich auch eine geschützte Community, wie gesagt, auch meine Soulgroup habe ich ja gemacht, weil ich gesagt habe, okay, dieses Rückfallrisiko, sie ja auch letzte Podcast-Folge, ist einfach auch sehr, sehr hoch, gerade eben in den ersten Monaten nach der Recovery. und in so einer geschützten Community kannst du bleiben, bis du wirklich stabil bist und dich sicher fühlst und eben wirklich auch durch bist, weil es tauchen immer wieder nochmal Sachen auf und das merke ich gerade bei denjenigen, die eben schon länger dabei sind, wo die sagen, oh, huch, da habe ich bei mir auch noch was entdeckt. Und das ist super, weil, ich sage immer, Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, aber wenn wir keinen Spiegel mehr haben, ist es natürlich deutlich schwieriger, das noch zu erkennen. Das nächste, was du tun kannst, ist dein Mindset zu verändern. Also von es reicht oder ja, es ist ja jetzt wieder gut genug zu, hey, ich will einfach alles, ich will Fülle, ich will mehr vom Leben. Oder auch von, okay, ich betreibe jetzt hier Schadensbegrenzung, also ich stelle mal meine Funktionsfähigkeit wieder her, zu Lebensmaximierung. Also was ist denn da noch in meinem Leben möglich? Was kann ich vielleicht noch entdecken, was ich mir noch gar nicht vorstellen kann? Und ein wichtiger Punkt auch hier, weil das erlebe ich auch ganz, ganz häufig, dass dann so eine Selbstverurteilung kommt, wenn man eben feststellt, so, oh Mist, ich bin doch noch nicht so weit, wie ich dachte, dann bitte vergib dir selber dafür, weil zu erkennen, dass du in der Quasi-Recovery bist, ist doch nur ein Hinweis, wo du noch lernen und nachjustieren darfst. Denn du hast nichts falsch gemacht, wenn du feststellst, dass du noch in der Quasi-Recovery bist. Und dieser Schritt ist super wertvoll, weil Quasi-Recovery ist letzten Endes ein Zwischenstation, also eine Zwischenstation auf deinem Weg und nicht das Ziel. Und zu erkennen, das ist wie wenn du, weiß ich nicht, irgendwo hinreist und du denkst dir, oh super, ich sehe das Meer schon. Ja super, wenn du das Meer schon siehst, aber ich dachte, du wolltest ans Meer, deswegen fährst du doch in den Urlaub ans Meer und nicht nur, um das Meer zu sehen. Das heißt, wenn du das Meer schon siehst, super, dann bist du ja schon fast da. Die Frage ist, willst du jetzt da drinnen auch schwimmen? Willst du mal deinen Fuß reinhalten? Willst du mal fühlen, was Leben wirklich ist? Dann sieh das einfach nur als Zwischenstation. Super, du hast das Meer schon entdeckt, klasse, dann weißt du ja, wo es lang geht, dann weiter. Und auch dieser Mindset-Shift von, weil ich habe mir damals dann auch gedacht, weil ich hatte so Angst vor Kontrollverlust, weil das ist ja das, was sich durch alles durchgezogen hat. Ich habe irgendwann erkannt, so warte mal, was ist denn eigentlich genau Kontrolle und was genau ist Vertrauen? Und dann habe ich gedacht, ja Kontrolle entsteht doch nur aus Unsicherheit und aus Angst, weil ich nicht vertraue, weil wenn ich vertrauen würde, bräuchte ich ja keine Kontrolle mehr. Das heißt, indem du diesen Weg eben wirklich bis zum Ende gehst, verlierst du keine Kontrolle, im Gegenteil, du lässt sie Stück für Stück mehr los und gewinnst dadurch das Vertrauen, weil dein Körper dir eben auch zeigen kann, dass er sich sicher fühlt, weil deine Gedanken sich ändern, dein, ja eben all das, was sich jetzt noch nicht so anfühlt, das kommt, indem du den Weg weitergehst und indem du eben wirklich loslässt, weil umso mehr du festhältst, umso mehr bist du eben auch gefangen, weil diese Strecke, die funktionieren leider in beide Richtungen. Und wie gesagt, Vertrauen ersetzt die Kontrolle und du fällst nicht in ein Loch. Und auch noch eine ganz wichtige Sache, warte nicht darauf, dass jemand dich rettet oder bis es wieder schlimm genug ist, um Hilfe zu verdienen, weil ich weiß, und das ist das, wo dann wie gesagt, ich viele Discovery Calls auch habe, die erst mal mit einer Entschuldigung angefangen, im Sinne von, ja ich bin ja schon im Normalgewicht oder ich war ja nie im Untergewicht, das ist mir total egal, was dein Gewicht ist. Es sei denn, du bist nicht sicher, dann ist das ein anderer Punkt, aber auch darüber kann man reden. Aber es geht nicht darum, dass es wieder schlimm genug ist, wenn du das jetzt feststellst, weil du vielleicht schon so weit gekommen bist oder weil du vielleicht auch niemanden enttäuschen möchtest. Auch das erlebe ich ganz oft. Es geht nicht darum, niemanden zu enttäuschen, weil du hast wie gesagt nichts falsch gemacht. Aber warte nicht darauf, bis es wieder jemand sieht oder jemand kommt und dich zu retten oder dir diesen Schubs gibt oder dass es eben schlimm genug ist, weil die einzige Person, die dich retten kann, ist die Version von dir, die die Nase voll davon hat, wie die jetzige Situation ist. Ich sage das nochmal, die einzige Person, die dich retten kann, ist die Version von dir, die die Nase voll hat von der jetzigen Situation. Und wenn du das merkst und du sagst, hey ich bin doch jetzt nicht den ganzen Weg hierher gegangen, das ist ja wirklich wie, du kletterst so einen Berg hoch und vor den letzten, du siehst da oben schon dieses Höhenkreuz und denkst dir so, ja ich bin ja fast da, ich sehe ja das Höhenkreuz schon. Aber du bist nicht am Höhenkreuz und dieser Stolz, wenn du da oben an diesem verdammten Höhenkreuz stehst. Das ist ein anderes Gefühl, als es von mir vielleicht schon mal zu sehen. Und das ist genau der Punkt, wenn du sagst, nee ich will alles und ich erlaube mir auch alles, was übrigens ein Megaboost für dein Selbstwertgefühl wäre, dann ist genau das dran. Und was dann auf dich wartet, ist eben wirklich dieses tiefe Gefühl von Freiheit, echte Lebensfreude statt, das geht mir okay. Raum für völlig neue Dinge in deinem Leben, die du jetzt höchstwahrscheinlich noch gar nicht erahnen kannst. Also ich hätte mir vor sieben Jahren nichts, nada, niente, von dem vorstellen können, erahnen können, visionieren, visualisieren, whatever können, von dem, was ich jetzt habe. Es ist zwar unvorstellbar und dennoch ist es jetzt hier, aber einfach nur, weil ich weiter, also das heißt einfach, ich bin, beziehungsweise ich habe mich immer entschieden, einfach weiterzugehen. Und das ist aber genau das, was den Raum eben auch aufgemacht hat. Das heißt, es ist völlig egal, wie genau das dann aussieht, ob du vielleicht auch dein Leben oder deinen Job veränderst, das kommt übrigens auch häufig vor, dass man vielleicht einen Job wechselt oder eine Beziehung wechselt oder keine Ahnung was, das klingt wie Bäumchen, wechsel dich, aber dass wir eben Dinge auch in anderen Bereichen loslassen, die uns nicht gut tun, wo wir vorher das gar nicht gemerkt haben. Und manchmal ist das aber auch eine Angst, warum wir nicht weitergehen, aber das wäre jetzt eine neue Folge, dass wir manchmal auch nicht uns das holen, was wir haben wollen, weil wir eigentlich Angst haben vor den Konsequenzen, die das hätte, wenn wir es dann hätten. Das klang jetzt glaube ich kompliziert, aber wie gesagt, das wäre eine eigene Podcast-Folge. Und wie gesagt, was sich erwartet ist, dass dein Körper und du, ihr werdet ein Team. Dein Körper ist dein Verbündeter, der ist immer für dich da und er ist nicht mehr dein Gegner, er ist nichts mehr, was du kontrollieren musst, im Gegenteil, ihr arbeitet zusammen, er ist immer für dich da und das ist so ein wunderschönes Gefühl. Und wie gesagt, vollständige Recovery, also dieses Wort ist wirklich schwer, ist immer möglich und du verdienst mehr als nur gut genug. Aber du musst dir auch die Erlaubnis dafür geben, wenn du das haben möchtest und erleben möchtest. Das kann leider niemand anders. Wenn ich könnte, ich würde sie dir sofort geben. Wenn ein Teil von dir ist, der zweifelt, dann wäre das tatsächlich auch was, womit man arbeiten könnte, weil auch das hat einen Grund, da kommen wir dann so ein bisschen auf die Identität auch wieder. Aber grundsätzlich kennst du einen Menschen, der nicht verdient, dass es ihm so richtig gut geht in seinem Leben? Mir fällt keiner ein. Also, wie gesagt, ich muss rückblickend wirklich sagen, dass ich super dankbar bin für diese drei Jahre mit der Quasi-Recovery, denn sie haben mir auch gezeigt, dass ich mehr verdiene, dass es ein Slippery Slope ist und dass einfach verdammt viel mehr möglich ist. Und hätte ich die Erfahrung nicht gehabt, hätte ich meine letzte Recovery wahrscheinlich auch gar nicht so erfolgreich gemacht. Keine Sorge, du musst jetzt nicht in der Quasi-Recovery stecken bleiben, deswegen teile ich meine Learnings mit dir. Damit du diesen Schritt einfach überspringen kannst und die Abkürzung gehen kannst, weil man muss da nicht stecken bleiben. Es ist total normal, beziehungsweise es kommt sehr, sehr häufig vor, dass das passiert. Also wie gesagt, auch hier ist nicht ungewöhnlich, aber es muss nicht sein. Und ich hoffe, diese Podcast-Episode hilft dir, einfach diese Schritte wirklich auch zu überspringen, beziehungsweise die nötigen Schritte zu gehen und da nicht stehen zu bleiben. Und damit möchte ich die heutige Podcast-Folge beenden. Wie gesagt, fühle dich absolut frei, den kostenfreien Fragebogen zur Quasi-Recovery auf meiner Website zu machen und hier runterzuladen. Und wenn du das Gefühl hast, so hey, ich würde mir vielleicht doch nochmal unterstützen oder ich würde ja gerne nochmal drüber reden, dann komm super gerne einfach auch in meinen kostenfreien Discovery Call. Also, hab einen wunderschönen Sommer und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfongiger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

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