#16 Teil 1 - Beziehung im Schatten der Essstörung: Unsere wahre Geschichte
15 Jahre zwischen Hoffnung und Verzweiflung - unser Reality Talk
23.07.2025 54 min
Zusammenfassung & Show Notes
Dies ist wohl die ungeschönteste und realste Folge meines Podcasts - ganz im Sinne des RealiTEA-Versprechens.
Ich habe meinen Partner Markus auf eine Tasse Tee zu mir auf die Recovery-Couch eingeladen.
Wir kennen uns seit 15 Jahren, waren aber nicht von Anfang an zusammen. Unsere gesamte Beziehung war überschattet von meiner Essstörung und meiner alten Identität, die eine erfüllte Partnerschaft unmöglich machte.
Gemeinsam nehmen wir dich mit auf eine sehr persönliche, ehrliche und für mich auch nicht ganz bequeme Reise durch unsere Beziehungsgeschichte mit der Essstörung.
In dieser ersten von zwei Folgen sprechen wir über die dunkelsten Zeiten unserer Partnerschaft. Markus erzählt zum ersten Mal öffentlich, wie er meine Essstörung erlebt hat: Von unserer ersten Begegnung 2010, als ich noch „vermeintlich gesund“ war, über die schleichende Verschlechterung bis hin zur bedrohlichen China-Reise 2018.
Was dich in dieser Episode erwartet:
- Wie wir uns kennenlernten und warum unsere Beziehung von Anfang an überschattet war
- Wie sich meine Orthorexie auf unseren Alltag und unsere Urlaube auswirkte
- Die versteckte Macht der Essstörung in der Partnerschaft - und warum ich sie nicht sehen konnte
- Meine Dissoziation und Markus' Hilflosigkeit
- Die katastrophale China-Reise: 3 Wochen, die alles veränderten
- Warum Markus blieb, obwohl seine Freunde ihm abrieten
- Was Markus schon immer in mehr sah, ich aber einfach nicht verstehen konnte
- Die zwei wichtigsten Wendepunkte, die zu meiner Entscheidung FÜR die Recovery geführt haben
Markus teilt offen seine Perspektive: Die Anpassungen, die er machte, die Verlustängste während meiner Reha, seine eigene Erschöpfung und warum er trotz allem an uns glaubte. Ich spreche über Dinge, die ich damals verheimlicht habe - vom nächtlichen Mandelmus-Esszwang bis zum heimlichen Konkurrenzkampf in China.
Diese Folge ist für dich, wenn du:
Diese Folge ist für dich, wenn du:
- Selbst in einer Partnerschaft mit Essstörung lebst
- Als Partner*in verstehen willst, was in Betroffenen vorgeht
- Wissen möchtest, wie Beziehungen trotz Essstörung überleben können
- Hoffnung suchst, dass Recovery auch nach 20 Jahren möglich ist
Triggerwarnung: Wir sprechen offen über schwierige Zeiten, Gewichtsverlust und lebensbedrohliche Situationen. Bitte achte gut auf dich.
Höre jetzt rein und erfahre, warum das, was Markus in mir sah, meine Rettung wurde - auch wenn ich es damals nicht glauben konnte.
Links
Höre jetzt rein und erfahre, warum das, was Markus in mir sah, meine Rettung wurde - auch wenn ich es damals nicht glauben konnte.
Links
- Markus Kämmerer, Holistic Business Strategist, Coach/Lehrcoach/Mentor
- Webseite: https://markus-kaemmerer.de, Instagram www.instagram.com/markuskaemmerer
- Fotos von Markus beim Traumzeit Konzert in Erfurt - wo Markus lieber Romy fotografiert hat
---
Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
Bleib in Verbindung: Abonniere den Podcast, folge mir auf Instagram @romy_hoerbe oder schreibe mir eine E-Mail mit deinen Fragen und Themenwünschen. Dies ist unser gemeinsamer Raum – lass uns zusammen entdecken, was jenseits der Essstörung auf dich wartet!
Meine Ausbildungen
Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
Bleib in Verbindung: Abonniere den Podcast, folge mir auf Instagram @romy_hoerbe oder schreibe mir eine E-Mail mit deinen Fragen und Themenwünschen. Dies ist unser gemeinsamer Raum – lass uns zusammen entdecken, was jenseits der Essstörung auf dich wartet!
Meine Ausbildungen
- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
- Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
- Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
Links:
🌐 Homepage: https://romy-hoerbe.de
📱 Instagram: https://www.instagram.com/romy_hoerbe
💌 Newsletter: https://romy-hoerbe.de/newsletter
✉️ E-Mail: romy@romy-hoerbe.de
Impressum: https://romy-hoerbe.de/impressum | Datenschutz: https://romy-hoerbe.de/datenschutzerklaerung
🌐 Homepage: https://romy-hoerbe.de
📱 Instagram: https://www.instagram.com/romy_hoerbe
💌 Newsletter: https://romy-hoerbe.de/newsletter
✉️ E-Mail: romy@romy-hoerbe.de
Impressum: https://romy-hoerbe.de/impressum | Datenschutz: https://romy-hoerbe.de/datenschutzerklaerung
Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Hallo ihr Lieben, heute habe ich mir einen ganz besonderen Gast eingeladen auf meine Recovery Coach,
nein, auf unseren Reality Talk und zwar meinen Partner Markus, den ich bereits seit 15 Jahren kenne
und der mich ganz intensiv durch die Essstörung begleitet hat, aber eben auch durch meine Recovery.
Und mich haben so, so viele Fragen auch immer wieder über die letzten Monate und Jahre erreicht zum Thema Recovery und Partnerschaft.
Und wir machen heute was, was ich noch nie gemacht habe, nämlich tatsächlich eine Partnerfolge, in der wir euch auf unsere Geschichte mitnehmen.
Was, ja wie hat Markus letzten Endes meine Essstörung erlebt?
Was war hilfreich? Was war vielleicht nicht hilfreich?
Welche Ängste hatte er? Wie konnte er mich unterstützen?
Was konnte er überhaupt machen? Wie hat er letzten Endes auch meine Recovery erlebt?
Wie konnte er mich dort begleiten und welche Herausforderungen gab es aber auch?
Und das wird eine super persönliche, super ehrliche, für mich auch nicht ganz so bequeme Podcast-Folge.
Aber ich bin mir sicher, ihr könnt euch so, so viel da gemeinsam mit rausnehmen.
Also entweder hört es gerne alleine, hört es als Paar, hört es als Partner.
Es ist wirklich für alle super wertvoll, denn hätten wir das damals gewusst, ich glaube, es wäre um einiges leichter gewesen.
Aber in dieser Stelle lasst uns direkt starten und Markus, stell dich doch bitte trotzdem nochmal ganz kurz vor.
Ja, vielen Dank, Romy, dass du mich eingeladen hast.
Ich bin wahrscheinlich genauso aufgeregt wie du oder noch nie viel, viel mehr.
Ja, ich bin Markus, bin seit 33 Jahren Unternehmer und bin hauptberuflich Coach und Lehrcoach seit etwa 15 Jahren.
Das heißt, in dem Bereich bin ich wirklich schon ganz schön erfahren und bin Top-Networker bei Sensino.
Das macht auch richtig Spaß und meine Leidenschaft.
Ja, als Fotojournalist hat mich in die Kameragräben vor die Bühne gebracht und so begann alles.
Es war nämlich 2010, als ich beim Traumzeitkonzert in Erfurt statt Mackie, Riley, City und Cora dann doch lieber die Romy fotografiert habe.
Ja, es gibt Bilder davon.
Es war einfach spannend, da Romy zu fotografieren.
Irgendwie begann da alles.
Ja, also man muss wirklich sagen, unsere Wege haben sich eigentlich in konzentrischen Kreisen immer wieder gekreuzt.
Und alles fing wirklich auf diesen Konzerten an, denn ich war damals noch mit meinem Ex-Freund zusammen, der eben auch Fotograf und Konzertfotograf und ja, also auch so fotojournalistisch unterwegs war.
Und der hat dafür gesorgt, dass ich auch immer mal eine Kamera in die Hand bekommen habe und nicht nur als Model hinter der Kamera stand.
Und ich erinnere mich auch noch so, so gut an dieses erste Konzert, weil ich dachte so, oh Mensch, der ist ja nett.
Und dann wurden wir irgendwie einander vorgestellt, weil ihr beiden kanntet euch, glaube ich, auch aus dem Fotoclub in Jena.
Und ja, es sollten noch ein paar Jahre vergehen, bis wir wirklich auch ein Paar geworden sind.
Aber ja, wie du mich kennengelernt hast, da war zwar ich wirklich im Normalgewicht oder wie ich auch in meiner Quasi-Recovery-Folge berichtet habe, das war eben genau diese Beziehung auch, ging es mir da eigentlich körperlich gut.
Und ich hätte auch gedacht, ich habe überhaupt keine Essstörung mehr.
Und ja, so wie du mich kennengelernt und auch fotografiert hast, bin ich einfach erst mal ganz normal gewesen.
Also ich sah gesund aus, ich sah happy aus und du hast mich eigentlich auch vermeintlich gesund kennengelernt.
Aber wie gesagt, das war 2010 und 2012 habe ich mich ja dann aus dieser Beziehung eben auch getrennt, habe dann sehr, sehr schnell abgenommen, weil ich bereits meinen neuen Freund kennengelernt hatte.
Und ja, den hatte ich über das Modeln kennengelernt und habe da relativ schnell irgendwie gemerkt so, eigentlich geht es mir gar nicht gut und ich konnte aber auch gar nicht greifen, was es war und habe eben, ja, die ersten Kilo sozusagen schon abgenommen.
Und während ich in dieser neuen Beziehung war, habe ich relativ schnell schon bemerkt, Mensch, hier gibt es aber irgendwie einige Red Flags, die ich gar nicht ernst genommen habe.
Und es sollte ein längerer Prozess werden, mich, länger ist eigentlich ein bisschen euphemistisch, aber ein sehr langer Prozess werden, mich aus dieser Beziehung auch zu lösen.
Und ja, trotzdem sind wir uns eben, weil wir ja beide in Jena gewohnt haben, Markus und ich, zunehmend immer häufiger über den Weg gelaufen.
Und dann am Nachmittag im Sommer, da hast du mich irgendwie ganz spontan zu deiner Einweihungsfeier für deine Wohnung, in der wir jetzt hier auch gerade sitzen, eingeladen.
Das war eine gute Entscheidung damals.
Ja, irgendwie mochte er mich wohl schon.
Ich glaube, wir haben uns doch immer, wenn wir uns irgendwelchen Kleinfesten in der Stadt und so getroffen haben, haben wir uns immer gut unterhalten, gut verstanden.
Und ja, so bin ich eben zur Einweihungsfeier hier gelandet, war damals aber noch mit eben dem neuen Ex, ja, eigentlich schon in so einer On-Off-Phase, weil ich versucht habe, mich zu lösen, weil ich gemerkt habe, Mensch, eigentlich, dass diese Beziehung haut irgendwie nicht hin.
Also sie hat schriftlich super funktioniert und war klasse, aber sobald wir uns persönlich getroffen hatten, also es war erst eine Fernbeziehung, lief das alles irgendwie nicht so richtig gut.
Und es kam dann eben auch, kurz nachdem ich auf deiner Einweihungsfeier war, zu einem ersten Vorfall mit meinem damaligen Freund und eigentlich bin ich mit Markus erstmal, ja, geflüchtet.
Also der hat sofort gemerkt, also ohne, dass ich das damals im Detail erzählt hätte, ups, das war hier irgendwie nicht gut.
Das hatte was mit meinem damaligen Freund eben auch zu tun, der in die gleiche Straße inzwischen war, gezogen war wie ich und ich habe einfach Abstand gebraucht.
Und Markus hat gesagt, pass auf, wir fliegen jetzt nach Mallorca, wir sind erstmal raus, weil, ja, mein damaliger Freund mich eben dann auch angefangen hat zu stalken, super eifersüchtig war, auch sobald er gemerkt hat, okay, ich mache irgendwas mit irgendjemand anderem.
Und dennoch bin ich, obwohl ich, wie gesagt, damals mit dir ja geflüchtet bin, ja, bin ich nochmal wieder zurückgegangen dann zu Weihnachten und habe noch ein weiteres Jahr, ja, noch eine Runde gedreht sozusagen, bevor ich mich 2014 dann nach einem erneuten, ja, sehr gewaltsamen Vorfall dann doch für die Trennung entschieden habe.
Und, ja, wo du letzten Endes ja auch viel zu beigetragen hast, dass ich eben, ja, dass ich das einfach dann doch auch zur Anzeige bringe, weil ich gemerkt habe, ich kann mich nicht schützen, du konntest mich aber auch nicht schützen, weil ich einfach so gefangen war darin.
Und, also, ich muss schon sagen, wir haben uns eigentlich sehr, ja, sehr überschattet kennengelernt. Also, unsere ganze Beziehung und Kontakt war eigentlich von Anfang an sehr überschattet.
Definitiv. Also, es war eine sehr schwierige Zeit und ich war für Romy da, aber es war auch schwierig, sozusagen, sie an der Stelle zu unterstützen. Es war aber wirklich wichtig, das anzuzeigen, weil klar war, wenn das nicht passiert, ist ein Abschluss umso schwieriger möglich.
Das heißt, an der Stelle waren so die ganz anderen Umstände einfach schon doch ganz schön prägend für unsere Zeit.
Ja, und dadurch haben wir einfach auch schon sehr viel Zeit dann auch zunehmend miteinander verbracht und irgendwann so in diesem ganzen Loslösen und Warten auf den Gerichtsprozess, was nochmal drei Jahre gedauert hat, ja, zur Phase, sage ich jetzt mal, sind wir eigentlich so nach außen hin, waren wir, glaube ich, schon echt ein Paar, aber keiner hat es irgendwie so benannt, weil, ja, weil eben auch so ein Schatten da drüber lag, aber ab 2016 habe ich das, glaube ich, dann so offiziell, ich habe dann einfach gesagt, wir sind ein Paar, ohne dich zu fragen und du hast nicht widersprochen.
Ja, das war sehr unterhaltsam, wie wir herausgefunden haben, dass wir ein Paar sind, also offiziell zumindest.
Ja, genau, aber der Punkt ist, dass eben trotzdem über die Zeit, über die Unsicherheit, auch mit diesem Gerichtsprozess, der ja immer wie so ein Damoklesschwert noch über mir geschwebt hat, die Essstörung eigentlich, ohne dass ich das damals gewusst hätte, also ich wusste nicht, dass ich die Essstörung noch habe, obwohl ich natürlich schon gemerkt habe, es ist was nicht in Ordnung, ist über die Zeit einfach immer schlimmer geworden und ich war zwar noch arbeitsfähig, ich habe auch auf Arbeit noch gut funktioniert, aber privat war eigentlich
nicht mehr wirklich viel mit mir anzufangen. Wie hast du denn mich oder, ja, die Zeit, wo wir dann auch schon zusammengelebt haben, erlebt damals?
Ja, die Zeit war sicherlich ganz sehr geprägt von der Essstörung, obwohl wir das damals noch nicht so benannt hatten, weil, Beispiel, du bist von der Arbeit gekommen und hast erstmal eine Stunde oder eine halbe Stunde, Minimum eigentlich eher eine Stunde, erzählt, was du war, alle Details und so weiter und dann bist du eigentlich erschöpft auf dem Sofa gelandet.
Und es war danach nicht mehr viel. Also letztendlich hast du die Arbeit machen können, hast dafür alle Kräfte aufgewendet und der Rest des Lebens war, ja, existieren.
Existieren. Es war einfach nicht viel. Also, ja, und da hat man wirklich gemerkt, okay, die Kraft ist am Ende.
Ja, also es war wirklich nicht, was mir noch wichtig war, dass irgendwie schnell Essen auf den Tisch kommt, weil darauf hatte ich ja dann die ganze Zeit schon hingespart und das musste auch strikt eingehalten werden.
Aber, ja, wann hast du denn gemerkt oder woran vielleicht auch, dass ich eine Essstörung habe?
Ja, ich glaube, dass es eine Essstörung ist. Die Idee hatte ich damals noch gar nicht.
Also neben dem, dass man so als, in Anführungszeichen, normaler Mensch gar nicht weiß, dass es das gibt oder was das genau ist oder geschweige mal, dass man das diagnostizieren könnte.
Es war mir nur immer wieder klar, das stimmt nicht. Also irgendwas Großes stimmt nicht, das war klar.
Ja, und ja, dass es mit Essen zu tun hat, wurde auch immer klarer. Aber wir hätten es wahrscheinlich oder haben es damals auch noch nie so benannt.
Ich glaube, heute war es völlig offensichtlich, aber damals war es das nicht.
Ich dachte ja, ich habe alles unter Kontrolle.
Ja.
Weil ich hatte keine offensichtlichen Verhaltensweisen mehr wie vorher. Kein Apfelmittelmissbrauch, keine Bulimie, keine Ess-Anfälle.
Also für mich war alles. Ich hatte das Gefühl, ich habe alles unter Kontrolle.
Aber letztendlich, wenn man sich das von außen anschaut oder wenn ich das erlebt habe, Romy hat einfach immer weniger Energie gehabt, hat weiter abgenommen.
Lange Gespräche wurden immer schwerer. Also die Fokussierung aufs Essen war immer wichtiger.
Also es war dann halt abends, gab es dann Essen und das Essen wurde vorbereitet und zelebriert, auf allen Dingen die Vorbereitung und die Zelebrierung.
Gessen wurde wenig und das hat das Leben geprägt.
Ja, auch die Urlaube, also Alltag und Urlaub eigentlich auch, weil Reisen war uns irgendwie schon immer wichtig.
Ja, absolut. Darum haben wir uns ja auch sofort, also wir haben uns ja mit dem Reisen und allem auch kennengelernt und gemerkt, okay, das ist auch unsere Welt.
Aber der Urlaub war immer schwieriger, weil der Urlaub bestand daraus, das perfekte Café zu finden, den perfekten Ort zum Essen zu finden.
Und das wurde dann irgendwann immer aufwendiger. Das heißt, der Urlaub hatte den Fokus, die wenigen Mahlzeiten dann so zuzunehmen, dass es sozusagen die beste mögliche, was auch immer...
Qualität und Clean und nö, nö, nö.
Ja, und TripAdvisor hat, glaube ich, geglüht, weil es musste uns immer die besten Orte zeigen und das hat manchmal geklappt, manchmal nicht geklappt.
Also wir sind auch manchmal einfach durch den ganzen Ort gerannt, einen halben Tag, um das Café zu finden und haben eigentlich von dem Rest nicht so viel gesehen.
Aber ich habe Schritte gesammelt.
Oh, und Romy hat Schritte gesammelt.
Oh ja, also unterwegs war mal viel.
Ja, das waren wir wirklich. Also unterwegs war mal viel, Romy hat Schritte gesammelt und ja.
Ja, und TripAdvisor war unser heimlicher Reiseleiter.
Ja, absolut. Weil das beste Café hat entschieden, was am nächsten passiert.
Genau. Und wenn das zwei Kilometer entfernt war, sind wir halt dahin gelaufen. Gott sei Dank war es so weit weg.
Und wenn es weiter weg war, war es nicht schlimm.
Das war es nie...
Ob du mitgekommen bist.
So richtig spannend war das ja nicht.
Ja, ich weiß es auch nicht. Ich weiß es nicht mehr heute.
Also heute wird man die Phase wirklich die Ortexivphase nennen, warum er ja gegessen hat.
Also es ist ja nicht so, dass wir nicht gegessen haben.
Ja, wir haben gut gegessen.
Wir haben gut gegessen, wenn es das denn gab.
Wenn es das dann nicht gab oder halt einfach...
Also das war, ja, ich glaube, dieser Fokus auf das vermeintlich beste Essen,
was dann im Urlaub natürlich noch schwieriger war, als wenn man es selber macht,
auch das war schon sehr anstrengend.
Weil letztendlich der Fokus immer mehr dahin ging und wegging vom eigentlichen Leben.
Und Romy war schon immer super diszipliniert und super, ja, straight an den Dingen.
Wenn sie sich was vornimmt, dann macht sie das auch und vergisst auch nichts.
Und deswegen waren so Sachen, die strengen Routinen waren ganz klar.
Die täglichen Sport, die genauen Essenszeiten, alles wurde vorbereitet und geplant.
Meal Prep, oh Gott, ich weiß so, wie sie...
Meal Prep und allem.
Und ich weiß nicht, ständig hat es geklingelt und kamen neue Kochbücher,
die dann natürlich noch mehr Oats-Varianten so und so und noch mehr vorbereitet, eingeweicht,
nochmal gerührt, dreimal gedreht.
Und also das war absoluter Fokus darauf, das bestmögliche Essen ja zu entdecken und gelegentlich auch zu essen.
Und zu den perfekten Zeiten zu essen.
Ja, genau.
Aber wenn die nicht gestimmt haben, also dann ging gar nichts mehr.
Dann war halt Pech gehabt, weil dann durfte ich nichts mehr essen und dann bin ich richtig grillig geworden.
Ja, also man kann die Zeit nicht wirklich entspannen, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Weil letztendlich, wenn irgendeine Art Planänderung kam, also es ist ja, ich weiß nicht, wie es euch so geht,
aber im Leben, gelegentlich klappt manches nicht, wie man es plant.
Und wenn es selbst leichte Sachen sind, was die Essenszeit sich dadurch änderte oder irgendwas,
das war eigentlich ziemlich dramatisch sofort.
Also das war wirklich ein Problem, weil das hat sozusagen alles Leben fokussiert und auch rausgebracht.
Und letztendlich hat man das zwar eine sehr klare Routine, aber mal attraktiver ist im Nachhinein betrachtet auch nicht.
Wenn auch das, was es zu essen gab, manchmal natürlich dann, wenn es dann wirklich geklappt hat, auch lecker war.
Aber meistens zu wenig. Und abgekriegt haben wir ja nicht mal viel.
Nee, nee, du hast mir lieber was übrig gelassen, in der Hoffnung, dass ich überhaupt noch was esse.
Ja. Romy hatte damit interessanterweise, wie wir das jetzt heute so betrachten, auch eine Form der Macht gehabt.
Hätte ich damals aber nicht so benannt.
Und ich glaube, wenn wir es damals so benannt hätten, hätte Romy wahrscheinlich...
Oh, es hat mal eine Freundin so benannt. Da war ich auch richtig so.
Weil ich habe mich eigentlich überhaupt nicht mächtig gefühlt und mir wurde auf einmal vorgeworfen, ich hätte viel Macht.
Und ich denke mir so, hä, was meinen die, denn überhaupt keine Macht.
Ja, und das Spannende ist es wirklich so, weil am Ende gab es eine Macht und zwar natürlich auch bei mir.
Und es hat mich natürlich auch unmäßig gemacht, wenn es mal nicht geklappt hat, weil ich konnte ja da nichts mehr tun.
Also die Macht war da, wenn auch nicht wirklich im hilfreichen Sinne.
Und wenn es wirklich schwierig wurde, und das wurde halt im Laufe der Zeit immer öfters auch, also es war wirklich auch so eine, ich will heute sagen, schon eine Abwärtsspirale.
Ja.
Also schleichend, ne? Also nichts, dass man so sagen würde und von außen auch nicht immer so sichtbar.
Und wenn wir...
Ich habe ja auch viel verheimlicht, also, dass ich dann nachts, weil ich habe es ja so früh essen müssen, dann mit knurrendem Magen im Bettlack oder so, das habe ich ja niemandem gesagt.
Ich dachte mir so, hoffentlich schläfst du jetzt irgendwie noch ein.
Also ich glaube, selbst als Partner habe ich nicht immer, also ich bin mir sicher, dass ich ganz viel nicht gewusst oder mitgefickt habe, weil Romy es verdammt gut für sich behalten hat.
Oder sie gut verkauft.
Ja, oder sie gut verkauft hat oder, oder, oder. Also ich glaube, das kriegt man als Partner in dem Maße, wie das eigentlich die Essgestörten betrifft, überhaupt nicht mit. Das ist verrückt.
Und später kam noch hin zu, dass Romy dissoziiert war. Also wirklich richtig, wie dann...
Wie weg.
Wie weg. Wenn sozusagen der Körper da ist, aber der Geist kurz verschwindet und dann sieht man so, okay, sie ist schon da, also physisch, aber ist nicht mehr ansprechbar. Also es ist so wie... Ja, keine Ahnung, kann man das erklären.
Aber es ist für einen...
Ich will wirklich, also ich habe teilweise, also irgendwas ist nicht so gelaufen, wie ich das wollte und mein System hat mich sofort rausgenommen. Also beim kleinsten Stressfaktor, wupp, weg.
Und was ich später oder beziehungsweise während meiner Recovery aber festgestellt habe, war, dass das ab einem bestimmten Gewichtsbereich häufiger passiert ist.
Also es gab wirklich so eine magische Grenze von meinem Gewicht, wo der Körper gesagt hat, so jetzt noch ein Stressor von außen, das schafft sie nicht mehr, ich nehme sie raus.
Und dann stand ich halt da, habe Löcher in die Luft gestaut, man konnte mich nicht anfassen. Also es war wirklich...
Und ich habe dann versucht, alle Techniken zu lernen, sozusagen Rumi wieder aus dieser Unwacht rauszuholen, aber mehr oder weniger ist das...
Ja, es funktioniert eher schlecht als recht. Also man kann ja nicht wirklich was machen, außer abwarten und...
Nicht anfassen?
Nicht anfassen, aber auch...
Was dir schwer gefallen hat?
Also schwer gefallen ist, weil wenn du nichts tun kannst und du eigentlich daneben stehst und eigentlich dazu verpflichtet bist, abzuwarten,
dann war ich sozusagen der Ohnmächtige. Und Rumi war in der Machtsituation, aber ohne, dass du es Rumi so irgendwas genannt hätte oder du es gesagt hättest oder so wäre.
Und ich glaube, du hast dich ja auch an der Stelle nicht so gefühlt, als hättest du die.
Ich habe mich mächtig und... also mächtig nicht gefühlt, aber ohnmächtig eigentlich gefühlt, hatte aber viel Macht, weil...
Also ich würde sagen, Markus hat sich immer mehr angepasst. Kannst du sagen oder gibt es für dich Dinge, wo du sagen kannst,
du hast dich aufgrund meiner Essstörung immer mehr angepasst oder habe ich das damals nur so wahrgenommen?
Ja, ich würde sagen, heute ja. Definitiv, weil alleine, dass jeder Stress sozusagen immer mehr ein Problem wurde,
hatte ich letztendlich... habe ich mich wirklich angepasst. Ich habe sozusagen so mich dann nach dir gerichtet, dass es noch bestmöglich irgendwie funktioniert hat.
Das hat natürlich irgendwann seine Grenzen gehabt, weil man ist die Anpassungsleistung auch erschöpft.
Aber ich hatte halt im Prinzip eigentlich nur... ich hatte eine Wahl letztendlich.
Ich konnte mich entweder den neu gewonnenen Regeln unterwerfen oder ich hätte gehen können.
Also die Wahl hatte ich natürlich, aber letztendlich gab es dazwischen nicht so richtig viel.
Weil... und das war mir aber klar, ich habe mich entschieden, also ich habe mich auch bewusst entschieden.
Auch meine Freunde haben jetzt nicht nur das so gut geheißen, was wir da so treiben und haben mich da auch gefragt,
was willst du mit der und so weiter und so fort.
Also es war jetzt auch nicht nur Support von außen, kann ich nicht behaupten an der Stelle.
Ich war ja aber auch völlig anders. Also ich war völlig drüber, weil ich so unsicher war,
dass wenn Freunde da waren, ich die irgendwie totgequatscht habe, mich immer irgendwie...
weiß ich nicht, also in meiner Unsicherheit eigentlich so zur Schau gestellt habe.
Also völlig... weiß ich nicht. Also völlig anders als heute.
Das ist... ja, das ist überhaupt nicht so vergleichbar wie heute.
Und wenn ich so damals überlege, es war weder Werbung für mich noch für Romy.
Also es war einfach nicht schön. Und ich kann meine Freunde auch völlig verstehen,
dass sie das damals so sagten. Weil wenn man von außen betrachtet, war es einfach gerechtfertigt,
zu sagen, also Markus, überleg dir das dreimal, was du da tust.
Spoiler, heute werde ich auch mit eingeladen und wir mögen uns.
Ja, Spoiler, also heute ist es genau das Gegenteil, würde ich fast sagen.
Und alles wunderbar, da kommen wir definitiv noch dazu.
Also das ist das Schöne. Damals hatte ich schon irgendwie das Gefühl,
nee, ich will nicht weg. Ich liebe sie. Ich sehe da noch was. Ich sehe was Gutes.
Und das, was da ist, ist nicht alles. Die Idee hatte ich schon.
Warum auch immer, das weiß ich bis heute nicht.
Wobei wir, als wir das so überlegt haben, hier über diese Folge nachgedacht haben,
wir haben dann das Bild mal rausgesucht. Ich werde es vielleicht auf Instagram mal reinhängen.
Also guck da gerne mal. Da habe ich gedacht, ja stimmt, da sage ich ja einfach total normal aus.
Das heißt, du hast mich eigentlich vermeintlich ja gesund kennengelernt.
Und vielleicht ist das Bild, was auch hängen geblieben ist.
Ein Stück weit, also von Äußerlichen auf alle Fälle.
Also, dass es hängen geblieben ist, dass ich ja zumindest die Idee haben konnte,
es kann auch anders sein. Und du hast dich ja damals, als wir uns kennengelernt haben, auch nicht so verhalten.
Nö, da haben wir uns gut unterhalten. Da hatte ich ja auch noch andere Themen.
Ja, definitiv. Und die Themen wurden ja immer enger. Also Essen oder Kita halt.
Und Essen. Und Kita. Und dann war nichts.
Kochbücher.
Kochbücher. Stimmt. Essen.
Kann ich nicht essen? Ja.
Ja. Und das war auch so. Natürlich, die Anpassung war auch so.
Ich habe auch mich nicht mehr getraut, alles zu essen, weil ich sozusagen immer Sorge hatte,
dass so ein Romy vielleicht was zu wenig kriegt oder dass ich ja was weg esse.
Und das ist dann immer wieder so auch dann von Romys Teller auf meinem Teller gelandet.
Ich habe immer so gedacht, okay, ich habe das nicht gerade gegessen.
Und ich denke, mein Teller so, aber der Teller wird irgendwie nicht leere. Also irgendwas stimmt ja nicht.
Das wird dann irgendwann klar geworden.
War heimlich rübergeschoben, weil er hat ja nicht auf sein Essen geachtet.
Er hat einfach auf, weiß ich nicht, achtlos halt einfach normal gegessen.
Und ich dachte immer so, hier kann ich noch was loswerden und da kann ich noch was loswerden.
Also wenn man nicht essensfixiert ist, so wie ich, sondern einfach isst, ist halt da, ist halt lecker, was auch immer.
Und plötzlich irgendwann merkt man dann, dass der Teller nicht leer wird.
Dann ist es ein ganz schön komisches Gefühl.
Aber mir auch klar, okay, das ist schon, ja, also ist schon schwierig.
Ja und ich sage mal, auch im Urlaub war es trotzdem leichter für uns.
Deswegen haben wir auch da das Gefühl hatten, Urlaub ist was anderes.
Urlaub war für mich eine Ausnahme, weil ich wusste ja, okay, der Urlaub geht vielleicht ein oder zwei Wochen
und danach komme ich in meine alte Routine wieder zurück und dann kann ich ja eh wieder machen, was ich will.
Das heißt, Urlaub war auch ein bisschen Urlaub von der Essstörung, mal abgesehen davon,
dass ich eben, wie gesagt, versucht habe, immer das beste und tollste Restaurant oder Café zu finden.
Ja, aber das hat uns natürlich dann auch an lustige Orte getrieben, wo wir wahrscheinlich sonst nie gelandet wären,
was auch wiederum ganz gut ist.
Also, ja, das ist alles seine Bewandtnis.
Aber letztendlich war Urlaub ein trotzdem leichter als zu Hause,
weil da die Routine noch viel, viel harter war letztendlich als, ne.
Was für mich auch ein bisschen ein Problem war, ist ja nicht so früh abends zu essen,
weil Rumi kam von der Arbeit, es musste dann irgendwas gegessen werden.
Ich dachte, es wäre einfach so umgefallen worden.
Ich hatte ja teilweise Mittagspause so zwischen halb zwölf und spätestens mal halb zwei.
Aber die Portionsmengen waren halt nie so, dass die mich wirklich lange satt gehalten haben,
weil ich auch mal Angst hatte, dass ich zur nächsten Mahlzeit keinen Hunger habe.
Dementsprechend ausgehungert war ich, wenn ich dann hier noch unseren Steiger hochgeschlichen bin,
weil anders konnte man es am Ende echt nicht mehr nennen.
Also der Steiger heißt Steiger, weil es geht halt wirklich berghoch.
Für einen gesunden Menschen kein Problem.
Für mich ein Kraftakt.
Und dann bin ich wirklich da, bin kurz auf diese Couch gefallen und habe nur gedacht,
wer macht mir jetzt was, ich muss jetzt dringend was essen.
Also ich habe dann auch wirklich nur noch an Essen denken können,
nachdem ich, wie gesagt, erst mal all meine ganzen Arbeitsthemen irgendwie verarbeitet habe.
Aber eigentlich war Essen wirklich der Hauptfixpunkt.
Das musste so schnell wie möglich sein.
Ich überlege heute, essen wir meistens 20 Uhr, nicht mal erst 21 Uhr.
Das wäre früher unmöglich gewesen.
Unmöglich gewesen, ja.
Oder dass es überhaupt, dass man flexibel ist an der Stelle.
Also wie heute, wo wir einfach schauen, wann passt es, wie kriegt man es rein.
Das war tatsächlich unmöglich damals.
Also eigentlich, ohne das zu sagen, kann man eigentlich sagen, ich war so voll in diesem
Intervallfasten drin, zumindest was so diese Abendspause irgendwie anging.
Aber ich hätte es damals auch nicht so genannt.
Ich dachte halt, das macht man so, weil man mir das irgendwann mal im Fitnessstudio erzählt
hat, dass man nur bis zu der und der Uhrzeit was essen sollte.
Was natürlich Unfug ist, aber man kann ja, es ist ja völlig egal, ob das Unfug ist
oder nicht.
Es wurde einfach gemacht und da war auch kein Grund.
Wenn man ins Bett gehen ist, ist noch unfugiger.
Ja, definitiv.
Also das kann ich wirklich sagen, es ist Unfug.
Aber das war damals so und ich hatte auch nicht wirklich einen Spielraum, das Romy auszureden
oder zu ändern.
Also an der Stelle konnte ich mich anpassen oder es lassen.
Also da, ich glaube, da viel mehr Wahl hatte ich nicht.
Also die Wahl hatte ich, aber viel mehr dazwischen nicht, weil Romy hätte jetzt nicht auf
mich gehört und gesagt, wir essen halt um 20 Uhr oder was auch immer.
Dann schon später, wir haben verhungert bis dahin.
Aber das ist halt danach verhungert, weil er sie 17 Uhr gegessen hat und dann ist es mehr.
Das war eine schwere Zeit.
Naja, und das war ja noch nicht mal der Höchstpunkt, weil der kam eigentlich ja dann Anfang 2018
mit unserer China-Reise.
Also das waren wirklich drei Wochen, wo wir eine China-Rundreise gemacht haben.
Echt körperlich auch anstrengend.
Über Berge und in die Yangtze-Schlucht und früh aufstehen, Sonnenuntergänge oder Aufgänge
fotografieren, was für uns beide ja eh schon gegen den Biorhythmus geht.
Plus dann eben noch dieses ungewohnte Essen, überhaupt nicht mehr mein Essen, dann teilweise
dort auch nicht mehr die Routine.
Auch die Reiseleiter sind mit mir teilweise verzweifelt, weil das, was sie allen anderen
so als kleine Überbrückung gegeben haben, das habe ich halt nicht gegessen.
Und also die hatten, glaube ich, auch eine echt krasse Herausforderung.
Und ja, der Urlaub an sich, also wie gesagt, ich erinnere mich gar nicht mehr an wirklich
viel daran, weil es einfach noch weiter rapide bergab ging.
Definitiv.
Also der Urlaub hat uns, glaube ich, oder das war ja kein Urlaub, es war eine Reise.
Also ich muss wirklich sagen, Urlaub war es nicht.
Und es ist eigentlich an sich eine tolle Reise, aber die muss man mit absolut voller Kraft
eigentlich genießen können.
Ansonsten ist es wirklich eine Herausforderung und das war es auch.
Also es hat uns ja aus allen Routinen, die wir vorher hatten, die wir fein ausgehandelt
hatten, was am Ende irgendwie halt funktioniert hat.
Also immer schlechter, aber immer noch funktioniert hat, hat es uns vollkommen rausgerissen.
Essen, Leben, alles, erleben.
Und es ging dann auch so, dass Romy wirklich am Anfang der Reise noch ein bisschen was auf
dem Rippen hatte und innerhalb der drei Wochen ging es rapide runter.
Also wir haben uns nochmal die Bilder angeguckt.
Also es ist wirklich, es war grausam.
Ja.
Und was halt erschwerend auch da hinzukam, war, dass jemand nochmal, also es war eine kleine
Reisegruppe, ich glaube wir waren sechs Leute, acht Leute.
Sechs.
Egal.
Eine davon hatte jedenfalls auch kein gesundes Verhältnis zum Essen und ich bin, das
ja so typisch auch, ist dann in so einen heimlichen Konkurrenzkampf mit ihr auch noch
gegangen, aber man guckt, hat sie jetzt noch Reis gegessen?
Annen hat auch keinen Reis gegessen oder sie hat jetzt aufgehört zu essen, dann darf
ich auch nicht mehr essen und ja, also das war halt wirklich, also ich habe dann auch
gemerkt, das ist so, oh, ups, jetzt wird es hier irgendwie noch weniger, das hat mir
gleich wieder noch ein Hochgefühl gegeben, weil weniger war ja immer auch irgendwie
sicherer für mich, auch wenn es mir körperlich halt immer schlechter ging.
Also wie oft ich wirklich gedacht habe, Mensch, ich komme hier nicht mehr irgendwie diesen
Berg noch hoch oder wann hört das endlich auf?
Ich habe eigentlich immer nur gedacht, wann sind wir endlich angekommen und wann gibt
es Essen?
Also das war, um dann aber wieder zu vergleichen, was ich essen kann oder dann halt nur das
Gemüse zu essen, was ja auch in China, also das war ja wirklich sehr ländlich.
Da gibt es ja noch kein verarbeitetes Essen und so ist ja eh alles schon sehr abnehmfördernd,
sage ich jetzt mal.
Wenn du dann noch den Reis nicht isst, weil du Angst vor Kohlenhydraten hast, also es konnte
eigentlich nicht gut gehen.
Das konnte nicht gut gehen.
Das ist spannend, als Partner, es fällt mir jetzt gerade auf, ich habe zwar mitgekriegt,
dass es nicht gut ist, aber dieses Konkurrenzkampf zum Beispiel, das kriege ich nicht mit.
Das siehst du nicht.
Als Partner hast du keine Ahnung, was da passiert.
Und wenn Rumi mir das nicht heute so erklärt hätte, würde ich nicht verstanden, was da
abgelaufen ist.
Ich glaube, als Partner kriegt man vielleicht natürlich mit, ob sowas ist oder nicht.
Aber was da im Hintergrund passiert, ja, keine Ahnung.
Genau.
Und was halt wirklich da war, dass ich das erste Mal wirklich auch gemerkt habe, ey, ich
komme hier echt an die Grenze.
Also spätestens, als wenn diese Yangtze-Schlucht hinabgewandert sind, das ging ja noch, war mir
klar, ups, du hast jetzt gleich ein Problem, weil als unser Reiseleiter den Rückweg verklickerte,
dann habe ich nur die steile Hangwand hochgeguckt und dachte mir so, wie jetzt?
Ich soll jetzt ungefähr 100 Meter über eine Leiter, die also wackelig aussah, steil den
Berg.
Sie war wackelig, sie sah nicht nur so aus.
Ja.
Ich dachte nur so, wenn ich es nicht überlebe, gut, Erleichterung.
Also ich war wirklich, ich habe echt keine Kraft mehr.
Und habe nur gedacht, wie komme ich jetzt dieses verdammte Leiter hoch?
Nach dir zurück ist auch keine Option, weil das wäre ein viel, viel weiterer Weg gewesen.
Da hat mir auch die Energie gefehlt.
Ich hatte auch nichts, was mir hätte irgendwie Energie geben können dabei.
Und dann hätte ich es auch nicht haben wollen, dann haben die unterwegs noch Werbung für
Snickers gemacht.
Und ich dachte mir nur so, Leute, wie mache ich das jetzt?
Also es gab halt echt in diesem Versuch, da irgendwie durchzukommen und zu versuchen natürlich
auch, dass das keiner merkt.
Weil mir war ja super wichtig, dass ihr ja gar nicht mitkriegt, was da eigentlich gerade
in mir vorgeht und dass ich eigentlich mir nicht sicher bin, ob ich den Tag überlebe.
Weil, ja wie gesagt, irgendwie musste ich ja den Berg wieder hochkommen, beziehungsweise
diese echt krasse Leiter.
Ich dachte nur, wenn du hier abschmierst, dann herzlichen Glückwunsch.
Also ich leide aber wirklich so, dass man als gesunder Mensch dachte, meinen die das
allen Ernst?
Also es würde keiner Tufprüfung bestehen, es würde auch keiner Sichtprüfung bestehen.
Und hätte ich damals gewusst, wäre es Romy vor sich gegangen, ich glaube, wahrscheinlich
irgendwie einen Notarzt geholt oder was auch immer.
Ein Hubschrauber wieder aus der Stiftung.
Oder irgendwas, ich hätte keine Ahnung.
Also ich bin so froh, dass es gut gegangen ist, aber man soll es nicht ausprobieren.
Ja, naja und ich habe ja letzten Endes auch auf dieser Reise, weil es halt, also ich
meine, ich bin ja wirklich nur noch eine Hülle gewesen und habe mich auch immer mehr
zurückgezogen.
Ja, und in China war halt wirklich endlich klar, da ist was nicht in Ordnung.
Also Romy hat sich immer mehr zurückgezogen und ich bin an der Stelle auch, ja, letztendlich
heils überfordert gewesen, weil, was sollte ich denn tun?
Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte.
Ich habe auch nicht wirklich eine Idee, auch heute hätte ich nicht gewusst, was hätte ich
dann machen sollen.
Ich kann ja Romy nicht füttern oder ich hätte das Problem nicht lösen können oder
ich hätte das mal komplett verstehen müssen.
Und selbst das ist letztendlich schwierig.
Und die Reise hat halt unglaublich viel Energie nochmal gebraucht, weil neben dem, was das
Essen mit sich brachte, auch das zu erleben und die Anpassungsleistung dann in China.
Also das ist wirklich, also das ist was anderes, als wenn man in Europa unterwegs ist, kann man
sich nicht vorstellen, wenn man das nicht erlebt hat.
Und dann die Individualreise, also nicht irgendwie touristisch, sondern wirklich sehr individuell.
Sehr individuell.
Das war eine wahnsinnige Anstrengung und letztendlich war einfach die Energie weg für alle.
Für die Gesunden und für die Kranken war, ja, ich glaube, es war einfach keiner mehr da.
Wir haben Monate nach der Reise gebraucht, um die Reise auch, dieses Erleben allen noch, um
sich mental zu verarbeiten, weil es so viel zu erleben gab, was es dann erst mal integriert
werden musste.
Das heißt, das war, ja, die Herausforderung war riesig und das Ergebnis war, ja, gewünschte
mal.
Naja, es war eigentlich, also ich sage mal, auf einer Ebene muss ich jetzt gerade so, wenn
ich darüber nachdenke, muss ich sagen, es war eigentlich meine Rettung, dass nach dieser
Reise direkt meine Reha auch angesetzt war.
Also ich habe ja nochmal, nachdem eben auch der Gerichtsprozess gegen meinen Ex 2017 durch
war, habe ich dann nochmal eine Reha wegen dem Trauma verordnet bekommen.
Und die hat, ich glaube, fünf Tage, nachdem wir aus China zurückgekommen sind, begonnen.
Und dort, also wie gesagt, eigentlich war ich auf einer Traumastation, aber dort habe
ich, wie gesagt, zum ersten Mal dann auch die Diagnose Magersucht bekommen und war, glaube
ich, auch das irgendwie, also irgendwie, ich weiß gar nicht mehr, was sie eigentlich da
behandelt haben, aber auf einer Ebene war das für mich auch eine Erleichterung, weil
ich so dieses, das war es ja eigentlich durch die ganzen Jahre vorher mit dieser atypischen
Anorexie, auch dieser Zeit im Normalgewicht nie gesehen wurde, aber das Problem war ja immer
da. Das hat sich auf einmal angefühlt, als hätte ich das anerkannt bekommen. Also
für mich hat diese Diagnose, die ich dort bekommen habe, einen Riesenunterschied gemacht,
dergleich ich auch erst mal im Widerstand war, weil ich gedacht habe, so hey, aber ich
habe doch alles unter Kontrolle, obwohl ich innerlich eigentlich schon gemerkt habe, spätestens
nach der Reise so, ja, ja, nicht so wirklich. Wie ging es dir denn, als du von der Diagnose
erfahren hast?
Ja, ich erinnere mich noch, als du mir das erzählt hast. Du warst so im Widerstand, das kann
doch nicht sein. Und ich bin doch deswegen hier und so weiter und so fort. Also du warst wirklich
eine Ablehnung, aber wie du sagst, unbewusst war schon klar, da ist was. Und ich muss
sagen, für mich hat die Diagnose, glaube ich, gar nicht mehr den großen Unterschied
gemacht, weil es gab schon so viele Diagnosen und Mutmaßungen und allem zuvor, dass letztendlich
das jetzt so zu nennen oder so zu nennen, also das Problem, ja, es hat ja jetzt noch einen
anderen Namen bekommen und irgendwie das, was mit Essen zu tun hat, war dann ja auch doch
schon klar, hat für mich persönlich gar nicht den entscheidenden Unterschied gemacht.
Heute würde ich sagen, wäre es hilfreich, das Bessere verstehen zu können, weil die
Diagnose natürlich hilft zu erkennen, was hätte man vielleicht noch tun können. Aber
letztendlich hatte ich nicht viel Chance, weil die Reha war wie eine Blackbox. Romy war
weg für zwei Monate fast.
Fast drei.
Fast drei, also schon die ganze Ecke. Als erstes waren wir in China zusammen, dann Romy
war drei Monate weg. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, was da passiert. Ich hatte auch
Verlustängste, weil Romy hat sich ja auch von mir weiter entfernt.
Ich wollte dann auch eine Pause, weil was du ja damals noch nicht wusstest, war das
ja mein Ex, mit dem ich wie gesagt vor Gericht stand. Anfang des Jahres, das kam halt auch
noch erschwerend hinzu, wie der Kontakt zu mir aufgenommen hat und ich habe es nicht
geschafft, mich da abzugrenzen, um mich da aus diesen Mustern erneut nochmal zu lösen.
Also das kam auch noch parallel hinzu.
Ja, also letztendlich war das, zu sagen, war Romy in einem so desolaten Zustand, das war
wirklich mit Abstand der schlechteste Zustand, wie ich Romy erlebt hatte. Also sowohl mental
als auch körperlich, kann man wirklich sagen, weil wie wir jetzt auch wissen, ja so viel
Ebenen zusammenkam, wovon mir damals, wie ich damals nicht wusste, eben nicht alles klar
war und ich damit die Hintergründe gar nicht hatte. Also deswegen auch die Verlustängste
und die Hilflosigkeit, weil keine Ahnung, was da passiert in der Reha, keine Ahnung, was
sonst noch passiert, wie das weitergehen sollte. Und trotzdem, ich habe Romy mehrfach
besucht, also so oft ich durfte oder konnte und ja auch immer und es war manchmal auch
Abstand gehabt und dann habe ich mich richtig doch besucht und ich weiß noch an einem, das
weiß ich wie heute, das ist wirklich, wir saßen an einem Abend, natürlich im Restaurant,
weil Essen war ja trotzdem wichtig, ich weiß nicht, ob du was gegessen hast und wir saßen
in einem Restaurant. Ja doch, es gab ja gesunde Sachen. Ach ja, das ist ein sehr gesundes
Restaurant, genau. Und wir haben was gegessen und ich habe Romy dann erzählt, dass ich in
ihr so eine Art Licht sehe. Ich wusste, glaube ich, nie wirklich genau, wie ich es bezeichnen
könnte. Ich habe so gedacht, das Licht, also ein Neuchten, etwas ist da. Und ich wusste
genau, es ist in ihr, es ist was Großartiges, was Positives und es ist nur unglaublich
tief verschollen. Ich glaube, in dem Moment, wo ich das erzählt habe, da war es so verschollen
wie nie zuvor. Also das in dem Moment sehen zu wollen war, ich weiß nicht, ob das Hoffnung
war oder was auch immer war. Aber mir war klar, da ist noch was und da ist auch noch viel
mehr, als ich von Romy jemals gesehen hatte. Also nicht nur diesen grundsätzlich gesunden
Zustand, der ja es auch nicht war, wie wir heute wissen, als ich es kennengelernt habe,
sondern da ist noch was ganz anderes. Aber ich war mir auch an der Stelle hundertprozentig
sicher. Also ich habe mich davon auch nicht abbringen lassen, dass das so ist. Und ja,
ich bin mir auch heute auf einer Seite gesagt, war es vielleicht wirklich nur die Hoffnung
oder das Gefühl, wenn ich das überstehe. Aber nee, ich glaube, es war wirklich der tiefe,
tiefe innere Glaube, dass da was ist. Und je mehr ich das Romy erzählt habe, desto betropft
du mich angeschaut. Ich weiß, das Gesicht habe ich heute. Ich denke so nach dem Motto,
also der Blick wurde immer... Also ich habe ihn angeguckt, als wäre er wahnsinnig. Also ich
habe wirklich nur gesagt, jetzt spinnt er völlig. Was sieht der Mann denn bitte? Und das Problem
war ja auch. Ich habe mich ja... Also insgesamt habe ich mich selber schon total abgelehnt,
auch weil ich wusste, okay, ich habe ja auch wieder einen Kontakt gerade zugelassen zu
meinem Ex, der nicht gut ist für niemanden von uns. Also in meinen Augen habe ich mich
eh schon verhalten wie ein Arsch. Und wie gesagt, auch sonst, also ich war ja nicht... Also
so wie ich heute bin, war ich ja überhaupt nicht. Da war eigentlich gar nichts. Also ich
habe mich nicht sonderlich liebenswürdig. Also eigentlich gar nicht. Ehr ablehnend verhalten,
wirklich eher leer.
Ja, also du darfst mich besuchen. Du darfst mich besuchen, aber also warum du überhaupt noch
gekommen bist, war mir auch ein Rätsel. Und ich hatte so dieses super negative Selbstbild,
auch mit dem, wo ich ja wusste, was ich gerade mache, was eigentlich völlig gegen meine Werte
geht. Und ich konnte aber auch nicht anders. Und dann sagst du mir noch so nette Dinge und
das kann doch nicht wahr sein. Also ich habe echt nur gedacht, ich musste das für mich selber.
Ich habe ja dich dann auch abgewertet innerlich und habe gedacht, Mensch, der Mann ist einfach nur
verrückt. Und...
Du bist ja vielleicht recht, aber in positiven Ausnahmsweise.
Ich hatte ja keine Ahnung, was du meinst.
Ich glaube, Romy hatte wirklich keine Ahnung. Ich glaube, Romy, du konntest es nicht sehen.
Also was ich da erzähle, du hattest keine Ahnung. Spoiler, das ist wahr.
Ja, heute weiß ich, was er gemeint hat. Heute habe ich den Effekt ja auch in meinen Coachings.
Also dieses Gefühl von, ich sehe da schon diese fertige, gesunde Person. Also all das, was da da ist,
was man selber. Und deswegen verstehe ich das auch, wenn meine Coaches mich dann, die gucken mich dann
ungefähr genauso an. So, hä? Was meinen sie denn jetzt? Wieso, hä? Die können das einfach nicht sehen,
so wie ich es damals auch nicht sehen konnte. Und ich weiß aber, dass das geht. Und dann habe ich das
auch verstanden. Ich so, ah, das hat Markus damals gesehen. Jetzt kapiere ich es. Aber trotzdem, also wenn du
drin bist, fühlst du dich einfach nur wie, weil dein Selbstbild einfach ein völlig anderes ist. Also Selbstbild
und Fremdbild passen überhaupt nicht zusammen. Ja, und es ging ja auch noch weiter. Also wie gesagt,
mein Selbstbild hat sich nicht gerade von mir verbessert, schon gar nicht in der Beziehung
mit uns, weil ich kam dann nach diesen fast drei Monaten aus der Klinik, hatte die Diagnose,
durfte auch nicht mehr arbeiten. Also ich habe Arbeitsverbot ja dann, wie gesagt, auch
bekommen und bin auch noch nach der Reha erstmal ausgezogen, weil ich, wie gesagt, auch während
dieser Reha immer mehr auch zurück zu meinem Ex gegangen bin. Obwohl wir, wie gesagt, ja,
also diese wirklich krasse Vergangenheit hatten. Heute weiß ich auch wieso. Also damals habe ich
auch gedacht, Mädel, was machst du denn hier? Aber ich kam nicht dagegen an. Und heute weiß ich,
ich wollte da noch was aufarbeiten, wollte da noch was heilen, wo ich dann erst 2020 verstanden
habe, hey, das funktioniert einfach nicht. Aber diese Hoffnung hat mich zurückgebracht und
gleichzeitig habe ich auch dafür gesorgt, ja, dass ich einfach mich immer weiter auch von
Markus distanziert habe. Und ja, wie gesagt, dann eine Wohnung gesucht habe, ausgezogen bin.
Das heißt, ich war in diesem Zustand auch noch mehr oder weniger alleine und musste mich mit der
Frage auseinandersetzen, ja, recoverere ich jetzt oder nicht? Und gleichzeitig waren das
aber auch die Momente, die hast du ja dann wirklich gar nicht mehr mitgekriegt, wo ich
wirklich nachts aufgewacht bin, weil mein Körper mich geweckt hat. Ich konnte nicht mehr schlafen.
Ich musste wirklich nachts zu diesem verdammten Mandelmusglas laufen, löffelweise noch
Mandelmus essen, bis ich irgendwie das Gefühl hatte, okay, jetzt mit der Löffel, und ich habe
versucht, das so wenig wie möglich auszubalancieren, dass es irgendwie reicht, dass mein Körper
mich wieder schlafen lässt und ich irgendwie diese Nacht überstehe. Da habe ich schon
gemerkt, so jetzt sind wir wirklich an einem Punkt, das ist gruselig, jetzt war auch nichts
mehr mit Kontrolle.
Ja, für mich war das wirklich eine schwierige Zeit, weil mir war klar, ich konnte eigentlich
nicht wirklich mehr was tun. In der Reha habe ich gemerkt, dass es Romy immer schlechter
ging. Also in China war es schon schlecht und in der Reha ging es eigentlich auch noch weiter
nach unten. Dann ist Romy noch ausgezogen. Ich habe sozusagen ein bisschen noch von außen
zuschauen dürfen, aber ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas tun zu können, außer
zuschauen und mitfühlen, mitleiden, wie auch immer. Das hat mich auch wirklich sehr, sehr
damit genommen. Das war auch für mich so schlimm mit den alten Verlustängsten, mit all dem,
was ich da sehe. Also kann ich heute gar nicht mehr so beschreiben und will es gar nicht
beschreiben. Wenn ich da reingehe, wird es mir richtig komisch. Es war so schlimm, dass
eine gute Freundin von mir auch sagte, du Markus, du musst jetzt wirklich was um dich kümmern.
Ich habe mir eine Nahrungsergänzung empfohlen, dass ich überhaupt wieder ein bisschen eine
grundsätzliche Energie und Nährstoffe zu mir bekomme und dass ich mich um mich selbst
kümmere. Und weil mein Zustand wirklich rapide schlechter wurde. Also letztendlich habe
ich so sehr darunter gelitten, dass es mir richtig schlecht ging. Und ich wusste eigentlich
sozusagen, ich wusste eigentlich aushalten, was Romy tut. Ich hatte auch natürlich nicht
wirklich die Ahnung von dem Hintergrund. Vieles habe ich ja später erst erfahren oder verstanden
und war ich damit beschäftigt, mich selbst zu regulieren. Und das war schon schwierig
genug. Und trotzdem war das eine Zeit, wo wir auch, trotz dass Romy ausgezogen ist, wir
hatten ja letztendlich nie dauerhaft Kontakt verloren oder ähnliches, haben viel, viel
Zeit miteinander verbracht und viel gesprochen. Und mir war klar, Romy muss was tun. Und ich
habe wirklich alles versucht zu sagen, was man als Partner sich ausdenken kann, weil man
keine Ahnung hat, was man merken soll. Ob es Anfliehen war oder eine klare Ansage oder
Verständnis zeigen oder verzweifelt sein oder sie im Arm halten oder auch mal beschimpfen,
weil einfach zu fragen, warum ist das?
Also beschimpft hast du nämlich nicht, aber geschimpft.
Beschimpft nicht, geschimpft habe ich genau.
So eher auf die Essstörung als auf mich, glaube ich.
Ja, natürlich. Und wenn ich schimpfe, ist es immer noch sehr liebevoll. Aber es hat
nichts von mir geändert. Und ich war auch einfach richtig sauer auf Romy. Oder vielleicht
heute weiß ich, dass ich eigentlich sauer auf die Essstörung war, weil ich dann immer
das Gefühl hatte, Romy will eigentlich nicht leben.
Womit du ja recht hattest. Das war ja immerhin das Thema, was wir auch in der Reha entdeckt
hatten, dieses ich darf nicht lebendig sein. Also das, was du da gespürt hast, das war
ja faktisch so.
Das war ja faktisch so. Und das war für mich völlig unverständlich, wie das sein kann.
Und ich konnte es einfach nicht verstehen. Und ich war auch wirklich, also in meiner Hilflosigkeit
an der Stelle war ich auch wirklich sauer. Und ich habe immer wieder erzählt, was ich
trotzdem sehe, was eigentlich was sein könnte, wenn du denn nur leben möchtest.
Aber das hat es nicht leichter gemacht, weil für mich war das so weit entfernt. Und ich
dachte so, das kann einfach gar nicht sein. Das war in meinem Kopf nicht angelegt.
Also ich glaube, die Differenz von dem, was ich gesehen habe und was du gespürt hast,
hätte nicht größer sein können.
Ja.
Deswegen kommt es auch nicht an. Also hat letztendlich auch an der Stelle nicht wirklich geholfen,
muss ich jetzt im Nachhinein sagen. Aber es war halt mein verzweifelter Versuch,
irgendwie damit umzugehen. Weil am Ende muss ich ja auch gucken, wie komme ich damit klar.
Und weg ran wollte ich, wie gesagt, nicht. Auch da nicht. Und dann erst recht nicht.
Ich war ja schon weggerannt.
Romy war ja schon weggerannt. Also hätte auch nicht mehr viel geholfen.
Ja. Was ich dann, keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin. Aber nach der Reha habe ich gedacht,
ich sehe, Romy braucht noch eine Unterstützung von irgendjemand extern. Egal, was es ist.
Ich weiß nicht, was rauskommt, dachte ich mir.
Vorher auch. Aber ich habe dann recherchiert und habe einen externen Coach besorgt.
Habe die bezahlt, habe gesagt, ruhig zu, mach das miteinander.
Und habe Romy gesagt, das muss ich jetzt tun.
Also ich habe Romy an der Stelle nicht wirklich eine Wahl gelassen, sondern habe gesagt, ruhig zu,
du lässt dich jetzt coachen. Ich habe es bezahlt.
Ist da, bitte erscheine dann und da zu der Zeit und mach.
Ja, also ich glaube, das war auch, also ich sage mal so, du konntest mich ja nicht faktisch zwingen.
Also ich hatte natürlich trotzdem die Wahl. Ich hätte auch da hingehen können und nicht reden.
Aber das, warum ich mich überhaupt darauf eingelassen habe, also ich selber wäre es mir sowieso überhaupt nicht wert gewesen,
überhaupt jemanden extern auch zu bezahlen, weil ich ja auch null Hoffnung hatte.
Also ich habe eigentlich nicht gedacht, dass ich das wert bin, dass das irgendwas bringt und hätte deswegen selber auch nie in einen Coach investiert.
Und dass du das getan hast, muss ich wirklich sagen, ja, war ein Stück weit auch meine Rettung,
weil sie hat mir geholfen, dann wirklich auch auf eine andere Weise nochmal auf mich drauf zu schauen,
auch das, was letzten Endes auch dazu geführt hat.
Also wie gesagt, ich hatte ja nur die Diagnose und ja, dieses Lebensthema letzten Endes um die Ohren geworfen gekriegt in der Reha.
Und mit diesem Coach oder dieser Coaching konnte ich damals so ein bisschen aufarbeiten,
auch wo kommt es her, beziehungsweise wie kann ich dieses Selbstbild, was ich über mich da auch habe, auch verändern.
Und das war schon sehr, sehr wertvoll.
Und das Positive war, glaube ich, auch, dass ich sie grundsätzlich schon mochte.
Also Sympathie war schon echt ein wichtiger Punkt auch.
Deswegen sage ich auch mal mit dem Coach, das muss einfach stimmen,
weil es ist ja schon auch sehr persönlich und sehr tief, was man da tut.
Und auch wenn diese krassen inneren Widerstände da waren, sie ist aber auch nicht direkt an die Essstörung gegangen,
deswegen ging das wahrscheinlich, habe ich gemerkt, hey, irgendwas funktioniert da.
Und ja, hat mich letzten Endes auch offener gemacht.
Zumal ich ja, wie gesagt, dann auch dank Markus engagiert, beziehungsweise induziert,
ja auch 2016 schon selber meine Coachausbildung gestartet hatte und grundsätzlich wusste,
was Coaching tun kann und dass es eben anders ist als Therapie.
Und mich deswegen eben auch, ja dann doch darauf eingelassen habe.
Also heute würde ich sagen, so dieses kleine, gesunde Ich in mir, das war ja immer da.
Ja, und das hat so diese Hand dann auch gegriffen und war bereit,
weil es war auch nicht Markus direkt, weil von Markus konnte ich es ganz schwer annehmen,
aber über diesen Umweg ging es eben.
Weil Markus hat ja auch, wie gesagt, seitdem wir uns kennengelernt haben,
am ersten Mal, da war Markus ja gerade frisch Coach geworden
und der hat dann gerade am Anfang, hat er oft mal so seinen Coachblick aufgesetzt
und ja, letzten Endes auch versucht, mich so ein bisschen zu coachen.
Und heute wissen wir, okay, kein Coaching ohne Auftrag.
Wie gesagt, Markus war damals auch noch frisch Coach.
Das wusste ich auch damals, nur die Verzweiflung, irgendwas zu tun, war so groß.
Dass ich sozusagen die Regeln einfach auch nicht im Ganzen betrachtet habe.
Aber Romy hat es mir immer sofort angesehen, weil ich, wenn ich die Coachrolle gehe,
dann sieht man das.
So ein Rollenwechsel wirklich nicht so, oh nee, jetzt hat er wieder seinen Coachblick aufgelegt.
Gott, war ich genervt.
Und man hat dir erschimpft.
Ich sage, lass das, coach mich nicht.
Wie so Therapeutenkinder.
So, Mama, therapier mich nicht.
So ungefähr war das ja auch so, ich coach mich jetzt nicht.
Also das ging nicht.
Also wie gesagt, auch Coaching, wenn jemand nicht will, funktioniert einfach nicht.
Aber, wie gesagt, durch dieses erste Coaching war so ein bisschen
so diese Tür so einen Spalt weit auf.
Und ich erinnere mich noch, das war auch im Sommer, so ungefähr jetzt.
Und da saßen wir irgendwie auch.
Ich glaube, wir saßen sogar draußen und es war so richtig Sonnenschein und keine Ahnung was.
Und da waren wirklich so zwei Momente insgesamt so in dieser Zeit, wo wir über ein tieferes
Gespräch letzten Endes auch, also du mich dann dazu eingeladen hast.
Das war auch was anderes, als wenn er einfach seinen Coachblick aufgesetzt hat.
Und du hast mich eingeladen, vielleicht doch mal so eine Coachingübung mit dir zu machen.
Und ich war, Gott sei Dank, ich war ja Gott sei Dank immer schon neugierig und dachte so,
ach na komm, gib ihm halt eine Chance, probier es halt einfach mal.
Ja, was hast du da eigentlich gemacht?
Was auch irgendwie?
Ja, das ist die Frage, was habe ich eigentlich gemacht, wenn ich das heute wüsste?
Also ich habe damals ganz klar gemerkt, ich bin wirklich aus meiner Rolle als Partner rausgegangen.
Sozusagen wirklich komplett.
Mir war völlig klar, wenn ich irgendeine Chance haben will, dann muss ich diesen Rollenwechsel
so klar für mich machen und alles, was ich will und alles, was für mich wichtig sein könnte,
hat einfach an der Stelle keine Relevanz.
Da geht es nur um Romy.
Und ich bin also wirklich in meine Coachrolle reingegangen und so tief wie, glaube ich, nie zuvor.
Und ja, ich habe gemerkt, also Romy hat gesagt, dies war doof, dich.
Also ich dachte mir so, okay, Chance nutzen, jetzt nicht versaut.
Kein Druck.
Kein Druck, ne?
Also, weil Romy hat mich an der Stelle gelassen.
Ich wusste, okay.
Ich wusste ja, dass du ein verdammt guter Coach bist, das war mir schon bewusst.
Das war Romy bewusst, aber ohne die vollkommene Erlaubnis und ohne meinen wirklichen Rollenwechsel,
dass Romy klar war, ich bin jetzt nicht der Partner.
Ich habe jetzt nicht in eine Agenda für was auch immer es her nicht gegangen.
Und beides dazu hat dann das Gefühl, dass es dann gehen konnte.
Und ich sozusagen, ich habe das wirklich, ich habe dann gecoacht und ich habe das im Nachhinein gedacht,
das ist wie, ich war zwar der Coach, aber es ist wie als durch mich durchgeflossen.
Also wie, als ob ich sozusagen der sprechende Mund war, der das noch ausgedrückt hat und alles, was dazugehört.
Aber es ist so durch mich durchgeflossen, dass ich in dem Moment allem es gar nicht mehr begreifen konnte.
Das ist sozusagen, man ist so weit weg von allem, dass wir wieder so einen Download bekommen, das Universum sagt, ja.
Ja, also das ist wirklich tief.
Ja, also das Universum einfach sagt, okay, du bist bereit, du darfst jetzt als Coach da sein.
Ich gebe dir alles, was irgendwie geht.
Und das Universum hat mitgewirkt.
Also das ist ja, glaube ich, erst ja nicht machbar gewesen.
Und ja, wir haben sozusagen dann, das war auch wirklich lang, also das war sehr, sehr tief.
Ganz, auch ganz viel auf einer emotionalen, gefühlten Ebene und so tief gegangen wie nie etwas zuvor.
Das war so ein Moment, das kann man nicht planen.
Das passiert dann einfach, wenn alles drumherum passt und man bereit dafür ist und natürlich die richtigen Leute zusammenkommen.
Und dann geht das.
Und ich glaube, das ist, ja, das ist hängen geblieben.
Ja, total. Also der Moment, der war halt wirklich krass, weil ich würde sagen, es war so einer dieser krassesten Wendepunkte letzten Endes.
Auch weil ich, dadurch, dass das so tief ging und ich eben aber auch offen dafür war, wirklich auch ins Gefühl gekommen bin.
Und also ich kann das heute nur noch beschreiben, wirklich so ein riesiges, krasses Gefühl von Wärme, die sich in meiner Brust ausgebreitet hat.
Wie so eine, ja, wie so eine leuchtende Feuerkugel, also wie so ein Licht in mir.
Und das war wie, als hätte ich das erste Mal das Fühlen kommen können, was Markus irgendwie immer gesagt hat.
Ja, ich sehe das aber nicht. Ich sehe da so ein Leuchtt.
Und ich denke mir so, was denn nur?
Und in dem Moment habe ich das aber gespürt.
Und ich glaube, wir haben das dann auch später diesen Krugelmoment eben auch genannt.
Und das hat so diese Irritation, die ich hatte, also diese Dissonanz letzten Endes auch von meinem Selbstbild und deinem Fremdbild von mir,
so ein bisschen eine Brücke geschlagen, weil mein Selbstbild war ja so negativ.
Also ich habe auch gedacht, ich bin eher, ich bin der traurige Klops.
Ich bin, wie sie mich in der Schule genannt haben, die Psychotussi.
Niemand mag traurige Menschen.
Ich bin einfach ein schlechter Mensch, auch weil ich mich eben echt scheiße verhalten habe.
So kann man halt auch echt nicht anders sagen.
Also ich sage immer, dass wir heute noch zusammen sind, ist wirklich ein Weltwunder.
Allein auch auf der Grund, also nicht nur wegen der Essstörung, sondern eben auf der Themen drumherum,
die letzten Endes aber trotzdem alle damit zu tun hatten.
Und in dem Moment war das aber anders.
Also da war wirklich dieses, hey, warte mal, ich bin irgendwie noch mehr oder da ist noch was ganz anderes in mir.
Und ja, wie gesagt, ich kann es heute nicht genau greifen, was das war.
Aber ich konnte eben andere Dinge fühlen und habe auch gemerkt, ich kann auch anders sein.
Und das hat eben diesem gesunden Anteil in mir nochmal einen krassen Wachstumsstoß gegeben.
Und eben dieses Gefühl wirklich auch zu haben, war wie so ein Schlüsselmoment.
Und irgendwie feiern wir diesen Tag ja jetzt immer noch.
Also das steht wirklich auch im Kalender als Lebendigkeitstag oder auch als Kugel-Einladentag.
Ich glaube, es war wirklich der Moment, wo Rumi das erste Mal die Lebendigkeit,
die sie eigentlich in sich trägt, auch wirklich gefühlt hat.
Ja, die ich aber dachte nicht haben zu dürfen.
Weil mein Thema war ja, ich darf nicht lebendig sein.
Und dann das war so ein Moment von, doch darf ich?
Und hey, das ist ja sogar gut, wenn ich das bin.
Also ich dachte ja vorher, das wäre schlecht.
Ich sollte nicht hier sein.
Und das war aber das Gefühl von, nee, doch, das ist gut, weil du hast hier noch eine Aufgabe.
Ja, du hast eine Aufgabe.
Und das eigentlich einmal zu erleben und zu fühlen, ändert das.
Weil erst, wenn man es wirklich für sich selber fühlt, merkt man das richtig, wie es ist.
Weil es reicht halt nicht, wenn es der andere fühlt.
Also es war gut, dass ich es gesehen habe, weil das vielleicht auch dafür mir die Möglichkeit gab,
dass wir so ein Coaching haben und die den Kugelmoment schaffen konnten.
Weil hätte ich das nicht gesehen, hätten wir es auch nicht einladen können.
Aber du warst bereit und du hast hingeschaut und hast ihn gefühlt vor allen Dingen.
Und das macht den Unterschied, weil es ist wirklich so, wenn es einmal erlebt ist,
das verschwindet auch nicht mehr da so schnell.
Ja, und das war Schlüsselmoment eins.
Also man merkt doch, es gibt nicht so diesen einen Moment, wo man sagt so,
yep, jetzt recovere ich.
Es hat so ganz viele Schlüsselmomente gebraucht.
Und der zweite, der wirklich groß war, der auch sehr ins Gefühl ging,
der war dann im August, also so ein, zwei Monate später, als wir bei einer Freundin waren.
Und da habe ich mir ja wirklich schon Mühe gegeben.
Also ich wollte eigentlich gar nicht, dass sie sich Sorgen macht.
Aber ich bin halt im Bikini in ihrem Pool rumgehüpft.
Und da war klar, okay, der Grund zur Sorge, der war, also damals habe ich das nicht gesehen.
Das ist sehr offensichtlich sichtbar.
Für mich nicht, weil ich habe es wirklich nicht, also ich habe es nicht,
ich wusste schon, dass ich zu dünn bin, aber ich habe das nicht gesehen.
Und habe mir echt Mühe gegeben, auch versucht.
Ja, ich dachte, ich esse wirklich Berge.
Und das war aber immer noch nicht genug.
Und ich habe mich irgendwie auf der einen Seite, dachte ich mir so,
Mensch, jetzt lass mich doch in Ruhe.
Ich esse schon viel, viel mehr als zuvor.
Ja, war es gar nicht.
Also in meiner Wahrnehmung ja.
Es sind viel zu wenig und das ist so das Verrückte.
Du denkst sonst was, ne?
Und sie hat echt nicht genug.
Und sie stand dann wirklich, also wirklich weinend vor mir
und hat mich angefläht, dass ich doch bitte lebe.
Und ich habe gedacht, oh Gott, was tue ich ihr jetzt gerade an?
Wieso?
Jetzt habe ich auch noch jemanden zum Bein gebracht.
Das ist nicht nur Markus, jetzt auch noch eine Freundin.
Was bin ich denn für ein Mensch, dass es anderen so schlecht geht,
weil die sich solche Sorgen um mich machen?
Was ja, wie gesagt, auch kein Konzept von mir war,
weil ich dachte ja eigentlich nicht, dadurch, dass mein Selbstwertgefühl so niedrig war,
dachte ich nicht, dass ich anderen Menschen wichtig bin.
Das weiß ich nicht.
Also, dass ich überhaupt die Kraft hätte, jemanden so emotional auch zu verletzen,
weil ich denen wichtig bin.
Und da habe ich aber gemerkt, oh, ups, irgendwie bin ich ihr doch so wichtig,
weil es geht ihr offensichtlich so nah, dass ich wirklich, und ich weiß noch,
also wir hatten diesen Moment und dann stand ich bei ihrem Bart und habe Haare geföhnt
und beim Haare föhnt habe ich da so drüber nachgedacht und dachte,
boah, ich will so nicht sein.
Ich will, weiß ich nicht, ich will ja eine Freundin sein
und nicht jemand, die, weiß ich nicht, andere so in Sorge bringt.
Also klar, super, über Sorge kriegt man auch für Sorge,
aber das war nicht die Art von Beziehung, die ich fühlen wollte.
Und diesen Moment, den habe ich damals dann auch in meinem Recovery-Tagebuch,
was ich da gerade angefangen habe, geschrieben.
Und das war für mich so die Entscheidung.
Also das war wirklich der Moment, wo ich geschrieben habe,
okay, ich will jetzt gesund werden, ich will anders sein.
Und trotzdem bin ich mir noch einen Monat,
also wer meine Geschichte länger verfolgt hat, weiß, okay, das war jetzt August.
Im September habe ich mich erst dafür entschieden.
Also es ging trotzdem, trotz dieser zwei krassen Momente,
immer noch mal vor, zurück, vor, zurück, Gewicht, Hoch, Gewicht, runter.
Und ich hatte ja auch noch keinen Therapeuten,
wo ich dachte, okay, wenn ich einen Therapeuten habe,
dann kann ich vielleicht, nee, Gott sei Dank habe ich das nicht abgewartet,
weil ich habe...
Ich warte nie auf etwas anderes, es kommt vielleicht nicht,
es ist nicht der Punkt.
Und hätte ich darauf gewartet und ich die Arbeit selber schon getan,
dann wäre ich spätestens mit meiner Therapeutin, glaube ich,
richtig zurückgefallen.
Aber das ist nochmal eine andere Geschichte.
Auf jeden Fall habe ich zwischen Juni und September letzten Endes
mich so krass mit Recovery dann beschäftigt.
Es gab ja fast nur englischsprachige Bücher,
Carolyn Costin, Tabitha Farah
und habe mir wirklich alles an Wissen erarbeitet,
Bücher gelesen.
Also wirklich, also vom Wissen her hätte ich dann schon,
hätte ein Zertifikat allein für mein Wissen bekommen müssen.
Also der ganze Schreibtisch war wirklich stapelweise mit Büchern voll.
Nicht mehr Kochbücher?
Nicht mehr Kochbücher, die wurden verdrängt von den Recovery-Büchern.
und Rumi war quasi im Buch versunken.
Also das war dann plötzlich, das war wie, als ob das das neue,
ja, das war der Fokus für alles.
Hab wirklich Fokus, naja, ich konnte ja auch nichts anderes machen,
weil das hieß halt, okay, in einem Jahr kannst du...
Aber das hast du eh nicht mehr, ne?
Ich durfte ja nicht.
Ja.
Ich wusste aber, wenn ich in einem Jahr nicht zurück auf Arbeit bin,
dann habe ich ein Problem, weil dann werde ich ja ausgesteuert
und sitze zu Hause, werde vom Staat bezahlt und mit Reisen und allem
war es das und Menschen helfen kannst du auch nicht.
Also das war halt wirklich auch sowas, wo ich gemerkt habe,
so ein bisschen da die Pistole auf der Brust,
plus das positive Gefühl, was ich schon hatte,
wie es vielleicht auch anders sein könnte.
Und ja, hab letzten Endes aber auch das Wissen hat mir nicht geholfen.
Bis ich mich eben wirklich hingesetzt habe,
ich dachte so, hey, du hast dir das doch jetzt vorgenommen.
Wieso bist du dir wieder entwischt?
Und hab dann, und das ging tatsächlich auch nur,
weil ich die Coach-Ausbildung hatte, weil ich wusste,
wie setze ich mir Ziele, wie überwinde ich Hindernisse,
all diese Dinge, hab ich mir dann,
also das, was ich jetzt eben auch mit meinen Coaches mache,
mir einen eigenen Recovery-Plan erstellt.
Und ja, das Wissen war dafür hilfreich,
aber es war eigentlich nicht das Entscheidende.
Sondern wirklich dieses Commitment,
dieses, wie bleibe ich da dran?
Wie gehe ich den nächsten Schritt?
Also all das habe ich mir selber erarbeitet
und kam dann so letzten Endes auch zu meiner Therapeutin,
die völlig irritiert war, weil die war das ja gewöhnt,
das, und das waren halt auch so Sätze,
die echt verletzend waren, die gesagt hat,
ja, alle Magersüchtigen betrügen ja
und die schwindeln ja und die machen ja.
Und also ich habe mich so abgestempelt gefühlt,
obwohl ich inzwischen, in diesem September,
für mich ja die Entscheidung getroffen hatte,
dass ich gesund werde,
ihr das auch ganz klar gesagt hatte, auch warum.
Also alles, was ich erarbeitet hatte,
habe ich schon mit in die Therapie genommen,
aber sie hat das gar nicht so geglaubt,
dass es natürlich nicht hilfreich war.
Und insofern war es natürlich sehr, sehr gut,
dass Markus das aber gemerkt hat.
Ab wann hast du denn eigentlich gemerkt,
dass ich wirklich jetzt in Recovery bin?
Ups, diese Frage, die, die hat jetzt noch eine Woche Zeit,
denn wir haben so lange über unsere Geschichte gesprochen,
dass wir einfach nicht fertig wurden
und den Podcast zweiteilen durften.
Genau, also sei unbedingt nächste Woche wieder mit dabei,
wenn wir vor allem eben auf meine Recovery eingehen,
was dabei gerade in der Partnerschaft unterstützend war,
was aber eben auch nicht,
welche Hindernisse wir dennoch noch zu überwinden hatten.
und ja, letzten Endes auch,
wie wir zu dem Ergebnis gekommen sind,
wo wir heute eben auch sind.
Also, wir freuen uns,
dich nächste Woche wieder begrüßen zu dürfen
und ja, unsere Geschichte dann auch zu Ende zu erzählen.
Und jeder mag ein Happy End,
deswegen würde ich sagen,
nächste Woche auf alle Fälle reinhören wir das Happy End.
Bis dahin!
Vielen Dank, dass du dir Zeit
für eine Tasse Reality mit mir genommen hast.
Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied
in deinem Tag gemacht.
Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung
kannst du genau diesen Unterschied
auch im Leben anderer lebensfondiger Frauen bewirken,
die diesen Podcast noch nicht gefunden haben
und sich ebenfalls nach einem Leben
in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen
und freue mich auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal!
Markus
00:02:16
Romy
00:03:02
Markus
00:05:07
Romy
00:05:09
Markus
00:06:58
Romy
00:07:18
Markus
00:07:47
Romy
00:07:52
Markus
00:08:25
Romy
00:09:02
Markus
00:09:16
Romy
00:09:44
Markus
00:09:46
Romy
00:09:46
Markus
00:09:55
Romy
00:10:17
Markus
00:10:23
Romy
00:10:45
Markus
00:10:48
Romy
00:11:00
Markus
00:11:02
Romy
00:11:09
Markus
00:11:11
Romy
00:11:15
Markus
00:11:19
Romy
00:11:21
Markus
00:11:24
Romy
00:12:36
Markus
00:12:37
Romy
00:12:38
Markus
00:12:44
Romy
00:13:28
Markus
00:13:32
Romy
00:13:39
Markus
00:13:40
Romy
00:13:43
Markus
00:13:54
Romy
00:14:16
Markus
00:14:16
Romy
00:14:22
Markus
00:14:31
Romy
00:14:41
Markus
00:14:42
Romy
00:14:55
Markus
00:14:56
Romy
00:15:08
Markus
00:15:35
Romy
00:15:50
Markus
00:15:50
Romy
00:16:09
Markus
00:16:25
Romy
00:17:16
Markus
00:17:30
Romy
00:17:49
Markus
00:17:51
Romy
00:18:13
Markus
00:18:27
Romy
00:18:38
Markus
00:18:42
Romy
00:18:50
Markus
00:18:51
Romy
00:19:16
Markus
00:19:25
Romy
00:19:48
Markus
00:20:04
Romy
00:20:30
Markus
00:20:46
Romy
00:20:51
Markus
00:21:12
Romy
00:21:20
Markus
00:21:36
Romy
00:21:42
Markus
00:21:44
Romy
00:22:14
Markus
00:23:00
Romy
00:23:42
Markus
00:24:45
Romy
00:25:08
Markus
00:25:34
Romy
00:25:36
Markus
00:26:19
Romy
00:26:32
Markus
00:26:33
Romy
00:26:40
Markus
00:26:49
Romy
00:28:01
Markus
00:29:06
Romy
00:30:04
Markus
00:30:22
Romy
00:32:31
Markus
00:33:05
Romy
00:33:10
Markus
00:33:33
Romy
00:33:36
Markus
00:33:39
Romy
00:33:48
Markus
00:35:58
Romy
00:37:50
Markus
00:37:53
Romy
00:37:55
Markus
00:37:57
Romy
00:38:13
Markus
00:38:20
Romy
00:38:39
Markus
00:38:46
Romy
00:39:44
Markus
00:41:48
Romy
00:42:01
Markus
00:42:04
Romy
00:42:06
Markus
00:43:00
Romy
00:43:37
Markus
00:43:38
Romy
00:43:42
Markus
00:43:45
Romy
00:44:29
Markus
00:44:31
Romy
00:45:12
Markus
00:47:00
Romy
00:47:06
Markus
00:47:22
Romy
00:47:58
Markus
00:48:24
Romy
00:48:26
Markus
00:48:44
Romy
00:48:48
Markus
00:50:27
Romy
00:50:31
Markus
00:50:54
Romy
00:51:09
Markus
00:51:15
Romy
00:51:15
Markus
00:52:41
Romy
00:52:52
Markus
00:53:18
Romy
00:53:24
Feedback geben
Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!