Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#19 Zu dünn fürs Modeln: Mein Comeback nach 11 Jahren

Vom Hungern nach Bestätigung zum Leben in Fülle

13.08.2025 47 min

Zusammenfassung & Show Notes

 „Wow, krass, die kann ja gucken!“ - Jahrelang war ich süchtig nach diesem einen Satz der Fotografen. Ich hungerte nach jedem Like, verschlang jedes Kompliment – und war trotzdem nie satt. Bis ich zu dünn wurde für die Jobs, für die ich mich kaputtgehungert hatte. 
 
In dieser sehr persönlichen Folge nehme ich dich mit auf meine Reise vom schüchternen Mädchen zum selbstunsicheren Gothic-Model, die süchtig nach externer Bestätigung war – und schließlich zu der Frau, die ich heute bin: recovered, authentisch und ironischerweise erfolgreicher als je zuvor. Ich teile mit dir, wie das Modeln meine Essstörung befeuerte, warum ich plötzlich „zu dünn“ für die Designer wurde und welche magische Wendung meine Recovery für meine Modelkarriere bedeutete. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Warum ich durch meine Gewichtszunahme plötzlich für meine Traumdesignerin laufen durfte
  • Wie die Sucht nach Likes und Komplimenten meine Essstörung verstärkte
  • Was passierte, als mein Rock backstage nicht mehr zuging (und warum es okay war)
  • Warum mir meine Essstörung mein Hobby genommen hat
  • Welche überraschende Erkenntnis mich nach diesem Wochenende komplett geflasht hat
Diese Episode ist für dich, wenn:
  • Du glaubst, für deine Träume müsstest du anders aussehen
  • Du dich nach Bestätigung sehnst, aber merkst, dass sie nie ausreicht
  • Dein Hobby oder Job deinen Körperfokus verstärkt (Sport, Tanz, Schauspiel, Social Media)
  • Du denkst, ohne deine Essstörung wärst du weniger interessant oder besonders
  • Du Angst hast, durch die Recovery deine Leidenschaft zu verlieren
  • Du in der „Ich bin nur gut, wenn …“ Falle steckst
  • Komplimente dich kurz high machen, aber das Gefühl nie bleibt
Die besten Dinge in meinem Leben sind passiert, als ich aufgehört habe zu kontrollieren und angefangen habe zu leben. Diese Geschichte zeigt: Recovery nimmt dir nichts - sie gibt dir alles, was du wirklich willst.
 

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Herzlich willkommen zu einer Folge, von der ich gar nicht gedacht habe, dass ich sie machen würde. Tatsächlich nehme ich die jetzt hier gerade am Montag um 21.40 Uhr, also mitten in der Nacht, für dich auf, weil ich mein Wochenende reflektiert habe. Und zwar war ich ja auf dem Meraluna-Festival. Wer nicht weiß, was das ist, das ist ein Gothic-Festival, wo es unter anderem auch eine Fashion-Show gibt. Und wer mich schon so ein bisschen länger kennt, der weiß ja, dass das Modeln lange Zeit zu meinem Leben dazugehört hat und ein sehr, sehr wichtiges Hobby, beziehungsweise auch eine Leidenschaft von mir war. Und tatsächlich war ich aber zuletzt auch als Model auf dem Meraluna vor elf Jahren, also mitten während meiner Essstörung, ohne dass ich es damals gewusst hätte. Aber gesehen hat man es damals leider schon deutlich. Und ich habe mich am Freitag, bevor die Show losging, also am Samstag, war die Show und mein Auftritt, für die ich auch eben angefragt war. Und am Freitag, als wir schon nach Hannover angereist waren, das Festival ist in Hildesheim, also so ein paar Meter entfernt, am Freitag jedenfalls saß ich abends dort, so kurz vor diesem Auftritt. Und ich war super depressiv und ich dachte nur, hä, was ist denn jetzt los? Seit März freust du dich darauf, für diese Designerin laufen zu dürfen. Ich erzähle euch dann nachher auch nochmal so ein bisschen mehr darüber. Aber dieser Freitag, der hat mich wirklich verwirrt, weil ich wirklich da saß und ich gedacht habe, so Mensch, also so wie ich mich jetzt fühle, so habe ich mich aber wirklich schon Jahre nicht mehr gefühlt. Und ich habe das mal so ein bisschen reflektiert und habe mir dann gedacht, na, eigentlich ist es ja auch logisch, weil das letzte Mal, als ich da war, also die gleiche Stadt, das gleiche Szenario, die fast gleichen Leute, die gleiche Designerin, für die ich laufen durfte, die mich aber mit mindestens 15 Kilo weniger kennt, wie gesagt, also diese Gewichtsangaben hier, nehmt die bitte einfach, ja, ganz unkonkret, weil ich habe keine Ahnung, was ich wiege, aber ich weiß, dass es mindestens 15 Kilo sind, die ich seitdem zugenommen habe. Und ich habe gemerkt, wie so eine ganz alte Unsicherheit wieder hochkam. Und lange Rede kurz, dieses Wochenende war, nachdem ich dann dieses Tief sozusagen überwunden hatte, es war am Samstag dann auch, ja, nachdem ich Backstage war und das erste Mal auf der Bühne war, das wirklich wie weggeblasen. Und ich habe mich echt nur gefragt, Romi, Mensch, was war denn das bitte gestern? Was für ein Schatten ist dann nochmal hochgekommen? Und ja, das habe ich für mich heute so ein Stück weit reflektiert und dachte, ich nehme dich einfach mal mit in diesen Weg. Denn lange Zeit habe ich gedacht, Mensch, also das Modeln, das war schon echt eine Sache, die hatte ich nochmal so richtig tief in die Essstörung reingebracht. Aber ich würde gerne mit dir beim Anfang beginnen. Und zwar war es eigentlich immer so, also dass ich überhaupt zum Modeln gekommen bin, das ist wirklich ein Phänomen der Weltgeschichte, weil ich eigentlich ein sehr, sehr schüchternes Kind war. Ich habe, naja, ich sage mal so, auf den ganz kleines frühen Kinderbildern habe ich noch gelacht. So ehrlich, authentisch und die finde ich eigentlich auch ganz niedlich. Aber spätestens mit sieben, acht, neun Jahren war das komplett verschwunden. Also ab da war ich eigentlich auf Fotos nur noch so ein kleiner Trauerklops. Also ich habe wirklich nur vor mich hingestarrt. Ich hatte offenen Lernblick und, also ich sah einfach schlimmer aus. Oft sah ich auch noch aus wie ein Junge. Und es hat einfach jede Lebensenergie daran gefehlt. Und ja, so düster, wie ich mich gefühlt habe, so düster bin ich irgendwann auch optisch geworden. Und das heißt, ich bin über, so meine Jugend, so ich sage mal so mit 16, 17, 18, bin ich so richtig nachgedunkelt und voll in die Gothic-Szene gegangen. Und ja, irgendwie habe ich mich dort durch die Musik aufgefangen gefühlt. Also ich habe früher wahnsinnig viel Blutengel gehört. Die hat natürlich sehr düstere Texte. Also wenn ich die heute höre, dann denke ich mir nur so, oh mein Gott, das ist ja wie so eine selbsterfüllende Prophezeiung. Prophezeiung, damit kann es einem ja nur noch schlechter gehen. Und das war mir irgendwie auch sehr, sehr bewusst. Das heißt, auf der einen Seite wollte ich dieses Leid, was ich damals in mir hatte, über die Musik auch eigentlich noch mehr spüren. Auf der anderen Seite habe ich aber auch gehofft, das über Musik ausdrücken zu können. Und dementsprechend wohl habe ich mich natürlich auch in dieser Gothic-Szene gefühlt. Und in der Gothic-Szene habe ich damals aber auch meine Partnerin kennengelernt. Also ja, ein anderer bewegender Teil meiner Lebensgeschichte. Sie war transsexuell, 29 Jahre älter als ich. Und ich glaube, so der größte Schockmoment für meine Familie. Aber für mich damals hat sich das irgendwie so ein bisschen angefühlt. Also diese Beziehung auch wie nach Hause kommen. Und mit ihr bin ich eben auch das allererste Mal auf das Wave Gothic-Treffen, also kurz WGT, in Leipzig gefahren. Ich glaube, das war 2007 oder 2008. Ich bin mir gerade gar nicht mehr ganz sicher. Ist aber auch nicht wichtig. Und ich habe dort meine allerersten richtigen, also vorher habe ich mir einfach schwarze Sachen angezogen. Und dort habe ich mir meine allerersten richtigen schwarzen Gothic-Klamotten geholt. Also mein erstes Korsett und so ein rüschiger, kurzer Petticoat-Rock, keine Ahnung. Also so ein bisschen gruftiger, ein dunkles Haarteil. Haare schwarz gefärbt, schwarz-rot, glaube ich, damals fand ich eine coole Kombi. Und ja, war eben dort aber noch ganz unsicher. Also wenn ich so die ersten Bilder von diesem ersten WGT angucke, dann denke ich mir echt so, krass, wie schön ich dann nicht war. Krass, wie unsicher, krass, wie, also auch die Zähne nicht auseinanderbekommen beim Lächeln. Das war halt einfach so typisch. Und ich hatte aber dieses Outfit. Und wie gesagt, meine Freundin war Fotografin und war auch in Jena im Fotoclub und kannte darüber. Also ein Freund von ihr war ebenfalls dort und die haben auch im gleichen Viertel gewohnt. Und ich habe ihn dann halt auch kennengelernt. Und irgendwie haben wir gedacht, ach Mensch, komm, jetzt hat sie ein schickes Outfit. Lass halt ein Fotoshooting machen. Und wir sind hier auf so ein kleines Schlösslein gefahren in Hummelshain. Superschöne Location. Und ich habe keine Ahnung, was an diesem Tag anders war. Aber irgendwie habe ich mich in diesem Outfit auf einmal, weiß ich nicht, so anders gefühlt. In dieser Location. Es war wie in eine völlig neue Rolle reinzuschlüpfen. und es hat sich auch, also ich habe gemerkt, irgendwas war anders. Es war wie, als hätte sich in meinem Kopf so ein Schalter umgelegt. Und was dann passiert ist, war für mich wirklich magisch und der Weg in eine neue Welt. Weil der Fotograf, der, okay, das ist wirklich ein bisschen schräg bei mir, der damals noch ein guter Freund war, später dann mein Freund werden sollte, der hat, der war so begeistert von den ersten Bildern und hat gesagt, und ich wusste, er hat schon viele Frauen fotografiert gehabt. Und irgendwie muss das aber anders gewesen sein, weil er hat gesagt, Boah mein Gott, krass, hat die einen Blick drauf, die kann ja gucken. Und ich so, hä, was, ich kann gucken, aber ich gucke doch eigentlich immer so, hm. Und dann habe ich die ersten Bilder gesehen und als ich die gesehen habe, dann ging es so richtig ab, weil ich wirklich gemerkt habe, so Mensch, krass, ich kann ja was, ich kann ja auf Bildern auch gut aussehen und nicht immer so, ja, wie ich mich halt gefühlt habe. Also echt so düster und so traurig, wie ich mich gefühlt habe, so sah ich ja auch auf Fotos aus, aber nicht an diesem Tag. Und wie gesagt, als dieser Schalter umgelegt war und diese ersten Komplimente kamen, habe ich so richtig gemerkt, Mensch, das macht irgendwie was mit dir. Und dieses Gefühl von, ich kann da auf einmal doch irgendwie irgendwas, das hat sich ganz, ganz, ja, ganz, ganz schön und erfüllend angefühlt. Und von da an haben wir angefangen, öfter Fotos zu machen. Ich habe mich dann in der Model-Kartei angemeldet. Ich glaube, ich habe immer noch ein Profil da. Ich habe keine Ahnung, ich habe mich da seit Jahren nicht angemeldet. Und ich glaube, die hat sich auch sehr verändert. Aber die Model-Kartei war wirklich eine Plattform, wo Models und Fotografen einfach ihre Bilder hochladen, dort eine Set-Card haben. Und ja, wo man meist eben auf, ja, auf TFP-Basis, also Time for Print, heute macht ja keiner mehr einen Print, es gibt es einfach nur noch die Fotos. Damals gab es teilweise sogar noch ausgedruckte Fotos. Ja, man eben einfach die Bilder bekommen hat. Also beide haben, also Fotograf und Model haben ihre Zeit investiert und hatten dann eben beide gegenseitig die Bilder, die sie wiederum für Eigenwerbung und solche Sachen verwenden durften. Und ich habe relativ schnell auch einige Anfragen bekommen, habe da teilweise anfangs auch sehr komische Erfahrungen gemacht, weil sich gerade auf neue Models, also das sind auch sehr viele unseriöse Menschen und Männer und Fotografen oder das, was sich Fotografen nennt, dort rumgelaufen. Also ich hatte da auch schon sehr negative Erfahrungen, aber auch sehr positive und habe dort eben auch sehr kreative Menschen kennengelernt und ja, habe einfach relativ schnell gemerkt, dass es mir total gut liegt, mich in verschiedene Outfits zu werfen, mich zu schminken, kreativ zu sein, mich da auszudrücken und habe damit immer bessere Bilder auch bekommen und ja, einfach auch zunehmenden Erfolg. Also mein Modelname damals war Darfarias zusammengesetzt aus Dark Fairy, also die dunkle Fee, aber das war mir irgendwie dann doch zu klischeehaft in der Gothic-Szene und ich habe angefangen, mir als Darfaria eben auch einen Namen in der Gothic-Szene zu machen und habe auch gemerkt, Mensch, durch diese Fotoshootings, also was bei mir ja immer mitgespielt hat, waren so diese Selbstverletzungen auch. und mir war aber klar, hey, wenn du hier ein Profil dir anlegst und dich vielleicht einen Fotograf buchen will, dann kannst du keine Verletzungen mehr an den Armen haben, also das geht jetzt halt wirklich nicht. Und das hat mir final geholfen, dann auch den letzten Rest der Selbstverletzungen loszulassen und das Modeln war wie so ein gesunder Ersatz erstmal für diese destruktiven Muster. Und es hat mir, wie gesagt, also neben dem, dass es mir wirklich Freude gemacht hat, es ist mir das liebste Hobby geworden, es hat mir eine Struktur gegeben, es hat mir Anerkennung gegeben und Bestätigung und davon wollte ich natürlich mehr. Und genau diese Bestätigung ist aber auch das, was mir letzten Endes, naja, eigentlich zum Verhängnis geworden ist, weil es wirklich wie so eine, es war eigentlich wie eine Drogensucht. Ich bin voll in diese Bestätigungsfalle reingelaufen, weil dadurch, dass ich mir selber ja keinen, also ich hatte einfach kein Selbstwertgefühl und habe deswegen die Bestätigung von außen gebraucht. Das heißt, das Modeln hat mir unglaublich viel externe Validation gegeben. Und jedes Shooting war wie so ein kurzer Klick. Also jedes Mal eigentlich, also das, was wirklich immer wieder kam, war nach den ersten Fotos, wow, krass, sie kann was, wow, krass, sie kann ja gucken, weil ich habe dann schon gemerkt, okay, ich kann das offensichtlich besser als viele andere dort. Und das haben die Fotografen mir auch gespiegelt. Und das war dann wirklich wie so ein Kreislauf, nach oben so mehr Bestätigung, der nächste Kick. Ich habe dann irgendwann schon auf den Moment gewartet, wo Fotografen sagen, wow, krass, die kann aber gucken, wow, die kann das aber echt gut. Also so dieser Überraschungseffekt. Und ich war wirklich süchtig nach Likes, nach Kommentaren und nach eben dieser Bestätigung. Heißt, das nächste Shooting musste her. Und damals hatte ich auch nicht viel nebenbei. Also ja, ich habe einfach alle Zeit dann da reingesteckt. Und gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, das ist mein Essverhalten, beziehungsweise meine Essstörung, von der ich aber damals gar nicht wusste, dass ich sie habe, befeuert. Weil das war so eine Zeit, wo ich eigentlich ein relativ entspanntes Verhältnis vorher zum Essen hatte. Also bevor ich so mit diesem ersten Shooting auch angefangen habe. Und dann aber relativ schnell auch, klar, damals in der Modelkartei auch mal für freizügiger Bilder oder in kürzeren Outfits oder in Dessous oder solche Sachen angefragt wurde. Und ich habe natürlich gedacht, nee, also dafür musst du aber dünner sein. Also ich hatte halt einen weicheren Bauch. Ich war einfach, ja, ich war einfach feminin, weich, weiblich, aber, also jetzt auch nicht dick. Aber für mich damals eben schon. Und das war so das, was ich in der Jugend ja schon mal früher hatte, dass ich dünner sein wollte. Das wurde eben voll wieder angetriggert. Das heißt, die Selbstverletzung war ich los. Aber ich habe wieder exzessiv kontrolliert und versucht, mein Gewicht in einem bestimmten Bereich zu halten. Und das ist mir auch ziemlich gut gelungen. Weil, ja, ich einfach gedacht habe, okay, da darf ich nicht drüber. Und ich habe aber auch gemerkt, weiter runter als ein anderes Gewicht komme ich auch nicht. Also ich war in so einer Kilo-Schwankbereich von drei Kilo ungefähr und dachte, gut, du siehst gesund ja noch aus, aber ich war für mein Verhältnis einfach schon untergewichtig. Also das war so wirklich krass atypische Anorexie damals. Und ja, wie gesagt, mit jedem Shooting und vor jedem Shooting habe ich immer stärker angefangen zu kontrollieren, habe dann, ich glaube, ich habe es in einer anderen Podcast-Folge schon mal erzählt, auch überlegt, darf ich jetzt diese Obstbrandpraline, nicht die Schnäpse, die Praline, darf ich die jetzt essen oder ist die Waage zu weit oben? Und danach hat sich das wirklich alles bestimmt. Hat sich auch bestimmt, ob ich Sport machen muss oder nicht. Und meine Outfits sind auch von Jahr zu Jahr freizügiger geworden. Also das Folgejahr auf dem WGT, nachdem ich sozusagen ein Jahr schon in der Model-Kartei angemeldet war, das war wirklich krass. Also wenn ich die Bilder heute angucke, denke ich mir so, wow, wer hat das Mädel ausgetauscht? Also ich hatte deutlich abgenommen. Ich hatte einen ganz anderen Ausdruck. Also heute würde ich sagen, super arrogant. Sympathisch hätte ich mich nicht gefunden, aber es hat funktioniert. Das heißt, Fotografen fingen an, also dort, also gerade auf dem WGT, da rennen ja ganz viele Fotografen rum. Entweder für die Magazine, also so Gothic-Magazine, heute eher noch im Online-Format, Zilos, Sonic, Seducer, also all diese großen Gothic-Magazine, sind halt mit ihren Fotografen dort rumgelaufen und haben eben geguckt, was die spannendsten Outfits sind. Und das waren entweder, damals habe ich sie die Elite-Gothics genannt, also die so in ihren ganz großen, krassen, viktorianischen Kleidern, an denen sie wahrscheinlich ein Jahr lang genäht haben, rumgelaufen sind. Oder es waren diejenigen, die verdammt wenig anhatten, die nur so ein paar Latex-Pasties auf den Brüsten hatten oder ganz, ganz kurze Röckchen, nackig, keine Ahnung was. Das waren die, die fotografiert wurden. Und ich habe eben auch gemerkt, hm, umso weniger ich anhabe, umso mehr werde ich fotografiert. Aber je Freizüge gar die Outfits wurden, desto größer war natürlich auch mein Drang oder der Druck, schlank zu bleiben. Und was dann passiert ist, es war wirklich okay, ich habe meine Veröffentlichung gekriegt und ich habe immer gedacht, hey, wenn ich mein Bild dann mal in so einer Zeitung sehe, dann werde ich glücklich sein. Und das ist nicht eingetreten. Ich habe es dann gesehen, ich habe mich kurz gefreut und das war Schnips, einfach wieder weg. Und ich dachte, Meno, da brauche ich halt was anderes. Das heißt, ich habe mir immer mehr Mühe gegeben, ich habe irgendwann angefangen, Designer anzuschreiben, ob ich in ihren Outfits modeln dürfte, weil, ich meine, als Model hast du einen begrenzten Kleiderschrank und den hast du relativ schnell durchgeschotet. und zum Glück haben mir Autodesigner damals aufgrund der Bilder, die eben doch schon sehr gut waren, dann auch Outfits zur Verfügung gestellt. Und so bin ich letzten Endes auch zu Fashionshows beziehungsweise zum Modeln auf dem Laufsteg gekommen. Und ich habe schnell gemerkt, oh Mensch, eigentlich Laufsteg mag ich gar nicht so, weil es ist einfach verdammt anstrengend. Du bist den ganzen Tag eigentlich dort, du bist beschäftigt, du musst dich stylen, du musst proben und dann bist du vielleicht, wenn du Glück hast, 30 Sekunden auf der Bühne zu sehen. Also das war nicht gerade der dankbarste Job, aber ich war trotzdem happy, weil ich angefragt wurde. Und es gab eine Designerin, die damals dann, also sie war sehr, sehr beliebt damals auch, gerade in der Gothic-Szene, hat wunderschöne Korsetts gemacht. Und ich habe mir so gedacht, oder ich war so dankbar, als sie mir eben für ein Shooting auch dann Outfits zur Verfügung gestellt hat und mich dann eben gefragt hat, ob ich für sie laufen würde. und ab da war ich eben häufiger dann auch auf Laufstegen und ich erinnere mich noch, es war genau das gleiche Gefühl wie bei den ersten Fotoshootings. Ich war so nervös. Ich habe die anderen gesehen, die natürlich Übung hatten, die das konnten, die einfach, weiß ich nicht, in meinen Augen die perfekte Figur hatten und ich war so unsicher. Und gleichzeitig habe ich es irgendwie geschafft und ich habe keine Ahnung wie, wahrscheinlich wirklich auch, das, was ich heute auch oft sage, nicht fake it till you make it, sondern wirklich eher act as if. Ich habe mir einfach vorgestellt, ich hätte keine Angst und ich könnte das. Und es war wieder dieser berühmte Schalter, der hat sich umgelegt oder ich habe ihn umgelegt, weil konnte ja niemand anderes machen und ich bin raus auf den Laufsteg und habe da überzeugt und habe dann gedacht, wow, krass, also das Adrenalin, was dann geflossen ist, danach die Bilder zu haben, wieder die Bestätigung zu haben. Es hat sich alles nur um Bestätigung gedreht und immer wieder diese innere Unsicherheit, dieses innere, nicht gut genug, was für ein paar Sekunden getilgt wurde von einem Kompliment oder von einem Foto, aber angehalten hat es nie. Und ja, wie gesagt, dann wirklich auch angefragt zu werden von Designern, die ich eben selber auch total klasse fand, die ich teilweise echt vergöttert habe, das war für mich wie so ein Ritterschlag. Und dieser Flow-Zustand auf der Bühne oder das, was auch gefolgt ist, also dass ich eben wirklich dann auch immer mehr Veröffentlichungen bekommen habe in Magazinen. Ich habe meine eigene, mein eigenes Model-Porträt bekommen, wo eben ich auf einer Doppelseite dann auch vorgestellt wurde als Model. meine Tätigkeiten, was ich gern mache mit Fotos. Und ich habe immer gedacht, das macht mich glücklich. Und weder nichts. Ich hielt es in meinen Händen und dachte, hm, toll. Genauso wie mein Einsatzzeugnis. Also nichts. Nichts an externer Validation hat dafür gesorgt, dass ich mich mit mir zufrieden, glücklich, stolz gefühlt hätte. Es gab kein echtes Selbstwertgefühl dadurch. Immer nur die Bestätigung von außen. Und ja, irgendwie jedenfalls hat es trotzdem dazu geführt, dass ich ab da regelmäßig auch für das Mera Luna, auf dem ich eben jetzt am Wochenende auch war, angefragt wurde. Und was aber auch passiert ist, dass ich eben nach einer dieser Shows auf dem Mera Luna dann auch meinen Ex-Freund, über den ich in einer anderen Podcast-Folge mit Markus ja berichtet habe, also dem, wo es dann wirklich so toxisch auch geworden ist, weil ich habe das auch gemerkt, dass ich als Model oder in dieser Unsicherheit die ich offensichtlich auch ausgestrahlt habe, einfach auch andere Menschen angezogen habe. Und unter anderem eben auch ihn. Also das war wirklich, ja, das hat einfach so Klick gemacht. Und gleichzeitig hätte mir das echt ein Warnsignal sein können, weil von dem eh schon dünn, also ich bin wirklich zwischen einer Show nach dem Mera Luna bis zur nächsten, also Mera Luna ist immer im August, die nachfolgende, das war das NCN in Deutzen, im September hatte ich bereits abgenommen und habe schon in mein Kleid nicht mehr so richtig gut reingebracht. Das kam bei der Designerin natürlich nicht gut an und es hätte mir eigentlich ein Warnsignal sein können. Also mein ganzes System hat eigentlich von Anfang an bei dieser Beziehung gesagt so, äh, das tut dir nicht gut. Aber ich habe nicht drauf gehört. Und ja, auf jeden Fall ging es dann ab dort mit meinem Gewicht wirklich rapide bergab. Und es sind, wie gesagt, diese ganzen Dinge passiert, die ich auch in der Podcast-Folge mit Markus ja eben einfach auch erzählt habe. und auf einmal hatte ich das Problem, dass ich zu dünn war fürs Modeln. Das heißt, das, was, wo ich eigentlich immer gedacht habe, ich müsste dünner sein und wenn ich noch dünner bin, dann bin ich noch erfolgreicher, dann kriege ich noch bessere Anfragen und dann werde ich mich endlich gut fühlen. Das ist nicht passiert. Auf einmal hieß es, nein, also du bist zu dünn für unsere Korsetten. Irgendwann, nee, also das Korsett, das füllst du ja nicht aus. Oder in ein Korsett gehört eine richtige Frau mit Brüsten. Also es war so richtig so, hm. Oder eine andere Designerin meinte eben auch, ja, ja, du könntest schon laufen, aber meine Klamotten, die habe ich erst ab Größe 36 und irgendwie bin ich auf einmal durch die 36 durchgefallen und ich denke mir so, hm, wie jetzt? Ich bin zu dünn für die Outfits, das ist jetzt aber Mist. Weil für meine Essstörung war ich natürlich immer noch nicht dünn genug. Das heißt, das, was es mir eigentlich gegeben hat, fiel auf einmal auch noch weg. Also ich durfte nicht mehr modeln, weil mich einfach keiner mehr haben wollte, weil mein Gewicht zu niedrig war. Also das mittags mal, das klappt man ja immer nicht. Das heißt, ja, alle müssen skinny sein, wobei ich auch sagen muss, in diesem Gothic- oder Alternative-Model-Bereich sind die Regeln zum Glück nicht ganz so streng beziehungsweise, wie man sieht, eher sogar teilweise kontraproduktiv. Und das hat dazu geführt, dass ich eben auch aufgrund der Ereignisse mit meinem Ex-Freund dann, wie gesagt, ab 2013, 2014, wo es eben auch zu diesen traumatischen Ereignissen gab, da hatte ich völlig andere Dinge im Kopf als zu modeln. Und das Ganze ist eigentlich komplett eingeschlafen. Das heißt, ich bin 2014 das allerletzte Mal auf dem Meraluna gelaufen für Baby in Blue. Und Baby in Blue, das war wirklich damals mein Ritterschlag, wo ich gedacht, oh mein Gott, für diese Designerin, also ich habe mich wirklich im wahrsten Sinne des Wortes nach oben gelaufen. Ich habe ihre Kleider einfach so krass oder auch ihre Korsetts, also sie ist einfach eine krasse Künstlerin und ich liebe ihre Arbeit. Und ich war so, so stolz, dass ich für sie laufen durfte und ich war auch so erleichtert, weil ich da selber schon gemerkt habe, 2014, ich so, das ist jetzt nicht gut, weil das Korsett, was ich da anhatte, das war ein schweres Lederkorsett. Ich dachte, wenn ich jetzt die Arme hebe, dann rutsche ich da einfach durch. Und ich war echt froh, dass sie mich hat laufen lassen, weil wenn ich mir heute die Bilder angucke, es sieht echt nicht schön aus, da haben wirklich die Schulterkugel-Dinger rausgeguckt, also wie heißt die, die Schulterkugel, Schultergelenk, wie auch immer. Ich glaube, da weißt, ist das, was ich meine. Es sah einfach nicht gut aus. Also auf den Bildern ging es noch einigermaßen, aber so im echten Leben, also ich hätte mich nicht laufen lassen, weil heute rückblickend würde ich sagen, es wäre mir selber zu tun. Ich war aber froh, dass ich es machen durfte. Und gleichzeitig dachte ich, ja, das war dann jetzt wohl dein Abschluss, weil danach habe ich nichts mehr gemacht. Und ja, somit bin ich letzten Endes während dieser schweren Essstörungsphase dann wirklich auch, also ich musste das Hobby komplett aufgeben und habe tatsächlich auch erst vor drei Jahren, genau, also 2019, 2020, war ich ja durch mit meiner Recovery und 2022 wurde ich, das war so eine besondere Corona-Edition von Mera Luna, also das Mera Luna, das Festival selber, da war ich jetzt wirklich elf Jahre nicht, aber es gab so eine Sonderedition damals dann nicht in Hildesheim, sondern in Hamburg in der Kirche, das war so die sogenannte Crypt Edition und irgendwie haben sich die Veranstalter daran erinnert, Mensch, die Romy oder die Daffaria, die konnte doch laufen und ich wurde angefragt dafür und ich war super verunsichert, weil ich wusste, ich habe mindestens, also es waren über 15 Kilo seit der Zeit, die ich zugenommen hatte, seitdem die mich das letzte Mal gesehen haben und ich war so nervös, ich wollte das unbedingt machen, weil ich gedacht habe, Mensch, jetzt werde ich angefragt, es waren noch wenige, die angefragt wurden, wir haben sogar Fahrtkosten und alles gekriegt, weil das ist wie gesagt im Hobby und Fashion, also Gothic-Model-Bereich jetzt nicht unbedingt üblich und ich habe mir so gedacht, ja, hey, cool, ich will das machen, und ich will die Erfahrung jetzt machen, wenn ich gesund bin und bin dann eben 2022, hatte ich sozusagen mein Comeback zu Corona und war irgendwie auch dankbar, weil ich gedacht habe, so, hey, die kennen jetzt meine neuen Maße und die kennen meine aktuellen Bilder, die ich natürlich dann auch einschicken musste und ich musste auch laufen und dachte, okay, offensichtlich kann ich es noch gut genug, dass die mich einladen und dann ist was richtig Schräges passiert, weil ich war eigentlich für eine Designerin eingeplant und dann ist aber bei einer anderen Designerin ein Model ausgefallen und das war jetzt, und ich hätte, das hat mir so leid getan für das andere Model damals, weil ich gedacht habe, scheiße, der geht es gerade genauso wie mir vor ein paar Jahren. Sie war auf einmal zu dünn. Ich denke, das gibt es doch jetzt nicht, weil es waren, ich weiß nicht, vielleicht sagst du dir was, weil die sind auch bekannt aus, wie heißt das, ich glaube diese Serie auf Vox, Tüll und Tränen oder sowas, Lokadis Feist und Lokadis Feist hat es dort mit ihren wunderschönen Goffek Brautkleidern, also wirklich ein ganz genialer Stil gelaufen und denen ist ein Model ausgefallen und ich habe keine Ahnung, also wahrscheinlich wirklich schon durch die Recovery bin ich einfach auch mutiger geworden, habe das gehört, ich habe gesagt, okay, ich laufe auch für zwei, auch wenn das super stressig ist, also ich wäre eigentlich mit einem schon ausgelastet gewesen, aber ich laufe auch für zwei Designer, darf ich für euch laufen und sie guckte mich an und sagte, ja, perfekt, genau der richtige Typ, die Maße passen, nehmen wir what the heck, weil ich zugenommen habe, also nicht trotz dessen, dass ich zugenommen habe, sondern weil ich zugenommen habe, darf ich jetzt für meine Traumdesignerin laufen, also Lokadis Feist und Bibien Bluse, meine absoluten Lieblingsdesigner in diesem Bereich und ich habe mir nur so gedacht, what the hell, what is happening, ich habe zugenommen, ich bin recovered und jetzt darf ich für meine Traumdesignerin laufen, like, where am I and who am I und ich war so, so happy, ich habe wirklich einen Traum von einem lila Kleid angehabt und also wirklich verliebt und es war einfach so, so schön zu merken, weil ich zugenommen habe, habe ich auf einmal andere Möglichkeiten, auch wenn es mir natürlich gleichzeitig für das andere Model extrem leid getan hat, weil ich genau dieses Gefühl kenne, also ich hätte geheult, also wäre ich dort angereist, um für die Designerin zu laufen und hätte dann gehört, du bist zu dünn dafür, ich hätte geheult. in dem Moment war ich einfach nur so, so dankbar, dass ich diesen Recovery-Weg gegangen bin, zugenommen habe und deswegen da reingepasst habe und ja, letzten Endes war das auch das vorteilhaftere Kleid, denn diese erste Fashion-Show, das war auch die erste Fashion-Show, in der ich überhaupt meine Periode wieder hatte und dummerweise hatte ich sie auch ausgerechnet an diesem Tag und das wiederum war überhaupt nicht cool, weil so gerade an dem ersten Tag der Periode fühlt man sich eigentlich alles andere als Lausstick oder kameratauglich, das Ganze wurde auch noch gefilmt, das kann man sich auch auf YouTube, glaube ich, noch angucken. Ich hatte wirklich einen Blähbauch, der Bauch war super weich irgendwie und ich habe mich eigentlich mega unwohl in meinem Körper gefühlt, gerade eben, weil die zweite Designerin, für die ich gelaufen bin, auch ein sehr knappes Outfit hatte. Es ging gerade so über meinen Po und war bauchfrei und dann oben noch so ein bisschen was über die Brüste. Also richtig cooles Outfit, ich habe es geliebt, aber gleichzeitig war ich eigentlich noch total unsicher und ja, ich habe jedenfalls nur gedacht, okay, du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder du konzentrierst dich jetzt die ganze Zeit darauf, dass dir dein Bauch zu dick ist, du dich unwohl fühlst, du deine Periode hast, dass du eigentlich auch noch Schmerzen hast oder du lässt dich jetzt nicht davon beeinflussen, du gehst jetzt da raus und du rockst verdammt nochmal diese Bühne. Und genau das habe ich getan. Also ich habe wirklich mich in dem Moment da rein versetzt von und genau wie ich es in der Recovery auch gemacht habe. Wie will ich mich fühlen? Wie will ich mich fühlen, wenn ich diesen verdammten Laufstick nach vorne laufe? In dieses Gefühl habe ich mich reingefühlt und damit bin ich auch rausgegangen. Und das war eine völlig andere Energie. Es hat so Spaß gemacht. Es war auf einmal, weiß ich nicht, ich habe mich viel selbstsicherer gefühlt und auch viel authentischer als all die Jahre davor, weil ich mich angenommen habe in meinem Unwohlsein und gleichzeitig entschieden habe und ich mache es jetzt einfach trotzdem. Und ich war auch gar nicht mehr darauf aus, weil ich mir gedacht habe, Mensch, die würden mich nicht laufen lassen, wenn es so schlimm aussehen würde. Kein Designer würde mich rauslassen, wenn es schlimm aussieht. Das würden die sich nicht antun. Gleichzeitig habe ich aber auch da gemerkt und das war ziemlich toxisch bei einem anderen Model, wie ein anderer Designer sie eben wegen ihres Gewichts diskriminiert hat und ich dachte mir einfach nur so, boah, das kann echt nicht sein, selbst im Graphic-Bereich. Und das war wirklich eine wunderschöne Frau. Also wirklich auch mit Kurven, aber Ausstrahlung. Und also einfach halt an der Frau drangehört und das hat mir so leid getan und ich habe mich mit ihr noch ausgetauscht und habe aber auch gemerkt, Mensch, ich kann andere auch ganz anders aufbauen, weil ich eben auch gedacht habe, hey, wenn das einer zu mir sagt, ganz ehrlich, dann laufe ich halt nicht. Also ich lasse mich nicht beleidigen, im Zweifelsfall laufe ich nicht. Mir ist es zum Glück nicht passiert, aber ich habe so mit ihr mitgefühlt und habe wieder gedacht, Mensch, diese Modelwelt ist halt wirklich auch ganz schön toxisch, auch wenn ich selber echt Glück gehabt habe, dass ich deswegen nie diskriminiert wurde. Und ja, das war mein Einstieg so ein bisschen oder ich dachte eigentlich, es wäre die Ausnahme, dass ich nochmal, ja, wie so einen krönen Abschluss hatte, weil irgendwie phänomenalerweise bis die ganzen Jahre vorher, wenn ich auf dem Mera Luna gelaufen bin, war entweder die Technik hat nicht funktioniert oder ich glaube, einmal hat das Videoteam, gab es irgendwie einen Streit, dann gab es kein Video davon. Das heißt, ich hatte kein einziges Video von mir, wo ich gelaufen bin und ich dachte, auch Mensch, jetzt so zum krönenden Abschluss und jetzt, wo du gesund bist, jetzt hast du endlich auch mal ein Video von dir oder sogar zwei, weil ich ja zwei Shows gelaufen bin und ich dachte eigentlich, das war's bis Anfang diesen Jahres. Da kam auf einmal wieder eine Anfrage, wieder vom Veranstalter der Gothic Fashion Show, ob ich denn für Baby in Blue laufen wollen würde und das war eine ganz besondere Anfrage auch, weil ich bin zwar damals auch für Baby in gelaufen, aber ich habe auch gemerkt über die letzten Jahre und habe das ja immer auch so ein bisschen am Rande mit verfolgt gehabt, weil ich einfach in der Gruppe noch drin war, wo eben die Fashion Shows immer organisiert wurden. Ja, das war durchaus sehr, sehr, also einfach wirklich wahnsinnig viel, also diese Szene ist einfach auch gewachsen, die Fashion Shows auch gewachsen und es sind einfach immer bessere Designer geworden und alles und auf jeden Fall hat es mich so gefreut, weil ich gemerkt habe, okay, die Fragen für Baby in Blue die Mädels extra einzeln an und du konntest die nicht dafür bewerben, weil die wären sonst mit Bewerbungen überschüttet worden und ich wurde gefragt und ich habe mir immer gedacht so, wow, okay, offensichtlich habe ich mich das letzte Mal wirklich gut geschlagen, sonst wäre ich nicht wieder gefragt worden und das einfach zu erleben war dieses, okay, ich kann für die Designerin laufen, für die ich das letzte Mal in einem völlig untergewichtigen kranken Zustand gelaufen bin und kann das Ganze jetzt nochmal gesund machen, das war natürlich die eine Sache, die mich echt daran gereizt hat, neben dem, dass ich sie einfach wirklich klasse finde und ich mir immer vorgenommen habe, weil es ist mir einfach nicht mehr wichtig beziehungsweise es ist mir einfach nicht mehr so wichtig, wie es mir früher wichtig war, weil früher hätte ich fürs Modeln alles getan, also wenn ich zugesagt habe, dann bin ich gekommen, also meine Zuverlässigkeit war auch da, da und ich wollte, es war einfach das Wichtigste für mich überhaupt und ich wusste damals schon, irgendwann wird es mir nicht mehr so wichtig sein und dieser Zeitpunkt ist jetzt, weil ich einfach so viele andere Dinge in meinem Leben habe, also spätestens seitdem ich mich 2020 eben auch selbstständig gemacht habe, wo ich denke, hey, ich könnte jetzt aber in der Zeit auch einen Podcast aufnehmen oder weiß ich nicht, jemanden im Coaching begleiten oder all diese Dinge, wo ich das Gefühl habe, ich kann wirklich was bewirken, also das, was mich heute wirklich innerlich auch erfüllt, das heißt, ich bin nicht mehr auf das Modeln angewiesen, dass ich eine externe Bestätigung bekomme, ich brauche diese Bestätigung nicht mehr und gleichzeitig ist es natürlich unglaublich schön gewesen, gefragt zu werden und ich habe nur so gedacht, habe ich Bock darauf, also habe ich so wirklich Lust darauf, das zu machen und die Antwort war gleich so ein hell yes, ja, ich will das machen, egal wie, ich will einfach, weil ich habe eben auch in Barcelona zwischenzeitlich noch besucht, also ich mag sie auch einfach als Mensch total gerne und dann, wie gesagt, hat sie halt wirklich, also sie ist echt berühmt für diese krassen Schmetterlingskleider, sie sind wirklich wunderschön, also die haben auch schon Stars wie Dolly Parton, Wolfen Temptation oder auch eine Oscar-Preisträgerin, hatte das Kleid, für das, was ich jetzt auch tragen durfte, tatsächlich bei den Oscars auch an, also das Modell, nicht genau das, aber das Modell und sie hat sich halt wirklich auch einen Namen gemacht und gleichzeitig ist sie ein unglaublich sympathischer Mensch und ich habe mir einfach nur gedacht, äh, yay, das will ich, also es war so ein, ich habe einfach richtig Bock drauf und ja, ich wollte diese Erfahrung einfach auch, weil, wie gesagt, das war jetzt auch das erste Mal, dass es wieder in Hildesheim war, auf dem Festival, mit den ganzen Bands, mit der Musik, also all das nach Corona auch und nach elf Jahren, da habe ich mir gedacht, Mensch, ich will das einfach noch mal gesund erleben und ja, was dann passiert ist, war wiederum sehr witzig, weil ich mir auch gedacht habe, okay, ich musste natürlich die Maße wieder einschicken, das heißt, ich wiege mich ja nicht, ich messe mich auch nicht, also ich mache alles in der Art nicht und mir ist schon in der Vorbereitung darauf aufgefallen, dass es völlig anders war als früher, weil früher habe ich wirklich akribisch mich, weil sie nicht dreimal am Tag vermessen, nur um zu gucken, stimmt das jetzt noch, ich hätte tierisch Angst gehabt, dass irgendwas nicht passt, dass ich mich vermessen habe oder keine Ahnung was und dann hätten mich die Maße selber auch beeinflusst, weil ich mir halt gedacht hatte, oh, es ist halt kein 90, 60, 90 oder, es ist halt 10 Zentimeter oder weiß ich nicht wie viel, mehr als früher und es ist einiges mehr geworden und jetzt habe ich einfach nur gedacht, okay, das sind die Maße, ich schicke die halt hin, sie wird halt ein Outfit finden oder sie wird mir halt auch sagen, wenn das für sie nicht mehr passt, also ich war tatsächlich auch darauf eingestellt, dass sie sagt, okay, das passt nicht, das kam aber nicht, also ich wäre auch vollkommen okay damit gewesen und die Zahlen haben mich aber null beeinflusst und dann kam ich jedenfalls Samstag dahin und dann war die Anprobe und was ist passiert? Der Rock hat, naja, er hat zwar noch über meinen Po gepasst, aber er ging nicht so und das wäre früher mein Super-GAU gewesen, ich hätte mir echt so gedacht, oh mein Gott, habe ich die falschen Maße geschickt, das habe ich falsch gemacht, ich bin zu dick für das Kleid, oh mein Gott, also mein schlimmster Albtraum wäre wahr geworden. Die Designerin hat aber einfach nur gesagt, I was expecting that, also sie hat das erwartet, ich denke mir nur so, warum schicke ich denn meine Maße? Das Kleid nicht passt beziehungsweise der Rock nicht passt, aber sie war entspannt und dachte ich, gut, dann bleibe ich halt auch entspannt. Ich sagte, naja, ich fixe das dann nachher irgendwie. Hat sie auch. Was hat sie gemacht? Sie hat einfach über den Teil, den wir nicht zugekriegt haben, noch so ein paar Schmetterlingsflügel und so ein paar Federn dran gemacht, hat das noch an meinen Schlübbi festgenäht. Ich habe einfach nur gedacht, okay, wenn der Rock rutscht, dann stehe ich nekig da. Hat er natürlich nicht. Aber ja, es war einfach ganz pragmatisch mit einem offenen Rock rumgerannt und dachte mir einfach nur, also ich habe nicht gedacht, boah, dein Po ist zu dick oder du solltest dünner sein oder so, na, na, na. Nee, ich habe mir gedacht, na Mensch, das Kleid ist halt einfach, oder das war halt so ein Sample-Shooting-Rock von diesem Outfit und dann habe ich mir halt gedacht, ja gut, da ist halt dafür gedacht, dass er gar nicht perfekt passt, der muss gar nicht perfekt passen und der ist ja nicht für mich gemacht worden, sondern er war halt da und sie macht halt, dass es für die Show geht, weil ganz ehrlich, in der Fashion-Industrie oder auch gerade in der Fotografie und sowas ist so viel Fake und wenn man das weiß, dann entspannt einen das sehr. Also niemand hat gesehen, dass mein Rock hinten nicht zuging. Man sieht es wirklich nicht. Und ich habe kein Drama draus gemacht. Sie hat kein Drama draus gemacht. Das war einfach alles gut. Also meine größte Sorge war, ob ich mit dem Rockteil, weil der Rock war so eng unten, dass man keine Stufen steigen konnte, aber auch das habe ich hingekriegt und es hat einfach nur mega Spaß gemacht. und das Schönste aber oder auch die Erkenntnis, die ich mir wirklich jetzt mitgenommen habe und die mich eben wirklich auch so hyped gelassen hat jetzt nach diesem Wochenende war, es geht einfach um so viel mehr. Also ich habe dieses Meraduna so erlebt, wie ich sie gerne eigentlich auch früher erlebt hätte, weil früher war diese Welt super eng. Ich war einfach immer nur ängstlich. Ich war immer nur darauf bedacht, alles perfekt zu machen. Ich habe mich hinter der Bühne zu Tode geprobt. Ich habe mich mit den anderen Models verglichen, habe mich minderwertig gefühlt. Man hat mir das zwar nicht auch angesehen, weil ich auf die Bühne gegangen bin, wie gesagt, Schalter umgelegt und dann lief das Ding. Aber innerlich habe ich mich nicht so gefühlt. Und dieses Mal war ich innerlich so gelassen. Also ich habe mir einmal gemerkt, okay, Choreo, da hinlaufen, dorthin laufen, passt. Habe versucht, einfach nur die Musik zu fühlen. Ich habe das Kleid gefühlt. Ich habe also einfach die Freude, auch mit den Mädels da laufen zu können, auch Mädels wiederzusehen, die ich seit so vielen Jahren kenne und wo ich aber, wie gesagt, am Freitag noch, wie gesagt, Samstag war die Show, Freitag noch die Angst hatte, nicht dazuzugehören. Und jetzt weiß ich auch, warum. Also jetzt, nachdem ich da war, habe ich mir gedacht, stimmt, ich habe früher auch auf einer Ebene nicht wirklich dazugehört, weil ich so mit mir selber beschäftigt war. Nicht, weil die anderen mich nicht mochten, die konnten mich ja gar nicht so kennenlernen, wie ich bin, weil ich war ja mit mir beschäftigt und mit Proben und mit Perfektsein. Jetzt habe ich mir halt, ich war entspannt, ich habe gewartet, dass irgendeiner mir vielleicht beim Make-up ein bisschen hilft oder, ja, wir haben einfach wunderschöne Gespräche geführt und ich habe gemerkt, Mensch, ja, ich kann mich einfach so gut mit den anderen auch unterhalten und es waren einige Models auch, die sich mir gegenüber auch geöffnet haben und auch gesagt haben, Mensch, sie spüren diesen Druck auch oder sie haben keine Lust mehr auf diesen Druck. Sie wollen einfach nicht mehr diesen Standard erfüllen oder sich von Designern messen lassen oder gesagt zu kriegen, dass sie zu dick, zu dünn, zu keine Ahnung irgendwas sind, weil all das ist auch nicht nur mir passiert, sondern eben auch anderen und das macht was mit einem, wenn man es anderen rankommen lässt und ich habe aber für mich gemerkt, auch in diesen Gesprächen, wie sehr sich meine eigene Haltung auch verändert hat, was für ein anderen Mindset ich dort auch hingekommen bin und gleichzeitig habe ich einfach viel, viel tiefere Gespräche auch mit den anderen Mädels geführt und das war einfach sehr, sehr erfüllend, sehr, sehr schön und auch zu sehen, so okay, es ging nicht nur mir alleine so und gleichzeitig aber auch teilen zu können, was ich eben heute nicht nicht mehr mache und dass ich trotzdem hier bin, dass ich trotzdem, also indem ich mich leben lasse, einfach auch, ja, diese Erfahrung machen kann und dass man sich gar nicht quälen muss, um dabei zu sein und ich meine, es sind gerade auch in dieser Show auch für andere Designers sind wirklich alle Körpertypen vertreten gewesen und das hat diesem Ganzen aber keinen Abbruch getan, weil diese Frauen wirklich so eine tolle Ausstrahlung haben und einfach die Bühne gerockt haben und man sieht es wirklich, wer mit sich im Reinen ist und wer vielleicht aber auch nicht so und ja, es war einfach, also wie gesagt, die Gespräche, die Verbindung, das war einfach viel, viel tiefer als sonst und war eigentlich das Schönste, eigentlich wirklich das Schönste, so an allem, diesen Stress nicht zu haben, eben nicht den Fokus auf Perfektion, sondern auf Verbindung zu haben und ja, wie gesagt, was ich wirklich daraus gelernt habe, ist, weil sich es wie gesagt in allen möglichen Varianten auch durch die Essstörung, aber auch durch die Recovery bestätigt hat, je dünner ich wurde und je mehr meine Essstörung bekommen hat, was sie wollte, desto weniger bekam ich, also mein gesundes Ich, das, was ich wirklich wollte, nämlich Verbindung, Zugehörigkeit und die Möglichkeit, für Designer zu laufen, für die einfach mein Herz schlägt und je mehr ich aber zugenommen habe und je mehr ich wirklich mein authentisches Selbst geworden bin, desto mehr habe ich das bekommen, was ich mir gewünscht habe. Wie gesagt, 2022 bei dieser Corona-Show hat es schon angefangen und dieses Jahr habe ich es ups, einfach auf so vielen Ebenen wirklich auch anders gespürt und festgestellt, hey, es geht nicht darum, wie du aussiehst, sondern wie du die Dinge machst, wie du da reingehst, wie dein Mindset ist, wie du mit dir verbunden bist, wie du dich fühlst, und das größte Learning für mich beziehungsweise einfach die größte Bestätigung war, Authentizität und Selbstverbindung sind der Schlüssel und wie gesagt, es war echt eine Transformation, auch wenn ich mir das so über die Jahre anschaue, von wirklich diesen tiefen, selbstunsicheren, jugendlichen Mädchen, was die Zähne nicht auseinandergekriegt hat, zu dem Mädchen, was irgendwie zumindest nach außen hin schon mal selbstbewusst gewirkt hat, innerlich aber total verloren war, hin zu der Frau, die sich endlich leben lässt und dadurch genau das bekommt, worauf ich eigentlich immer hingehungert habe. Mit Hungern bin ich da nicht hingekommen, mit Perfektion bin ich da nicht hingekommen, mit Authentizität schon. Und ja, wie gesagt, heute brauche ich die Bestätigung nicht mehr. Also klar, ich freue mich natürlich immer noch über Anerkennung oder über ein schönes Foto, über ein nettes Wort, solche Sachen, aber ich bin nicht mehr davon abhängig. Es macht meinen Tag nicht besser, es macht mich nicht besser, es ändert nichts daran, wie ich zu mir selber stehe, auch was das Essen angeht zum Beispiel. Es war auch einfach nur super pragmatisch. Ich habe wirklich nur, ich dachte einfach nur so, wie kriege ich heute Energie in mich rein, wie esse ich irgendwie noch was, dass ich bloß nicht vom Laufsteg falle. Also wie kann ich einfach meinen Körper bestmöglich versorgen in dieser Echtausnahmesituation, weil es gab wirklich Backstage, es gab keine Toiletten. Also die Situation war echt nicht cool. Und auch die Verpflegung, es gab einmal ein paar Käsebrötchen, die du dann zur richtigen Zeit erwischen musstest. Und ich habe mir gedacht, ey, ist einfach jetzt irgendwas, auch abends dann drei Teller nachgeholt. Und es war einfach viel, viel, viel entspannter. Es war einfach nur eine Nebensache und es war einfach funktional, aber auch fürsorglich. Und ja, wie gesagt, für mich hat der Weg übers Dünnsein zu immer weniger Möglichkeiten geführt. Und mein gesunder Körper, mein gesundes Ich und dieses Zurückfinden zu mir selbst oder überhaupt das Mich-Entdecken, wie ich wirklich bin, wenn ich wirklich mir erlaube, zu leben. Und das war ja auch die Entscheidung, die ich damals getroffen habe, dass ich jetzt leben möchte. Und genau diese Lebensfreude ist auch das, die man jetzt leben merkt und die mir Verbindung letzten Endes auch ermöglicht. und dem dafür sorgt, dass ich keine, also nicht mehr abhängig bin von dieser Bestätigung, mich aber gleichwohl natürlich freue, was ja total legitim und menschlich ist. Und die besten und die schönsten Dinge in meinem Leben sind wirklich passiert, als ich aufgehört habe zu kontrollieren und angefangen habe zu leben. begonnen mit meiner Selbstständigkeit, mit dem Reisen, mit dem ortsunabhängig von überall arbeiten zu können, aber eben auch mit dem Modeln für meine Traumdesigner. Also wirklich nichts davon ist passiert, als ich im Mangel war, aber alles davon kam, als ich in Fülle war. Und was ich dir einfach mitgeben möchte, ist wirklich nichts ist schöner. Also ich weiß, oft geht es uns nicht darum, schön zu sein. Auch mir ging es während meiner Essstörung nicht darum, schön zu sein. Im Gegenteil, ich wollte nicht schön sein, ich wollte, dass man sieht, dass es mir nicht gut geht. Aber mit der Erlaubnis, dass ich leben will, hat sich dieser Fokus eben auch verändert. Und diese Energie und diese Ausstrahlung, die jetzt einfach ganz authentisch auch kommen, die sind so viel wichtiger als die perfekten Maße, als überhaupt irgendein Perfektionismus. Und ich merke einfach auch, dass Menschen spüren, ob man authentisch ist oder eben eigentlich verzweifelt und nur eine Maske trägt. Weil früher habe ich die Dinge vielleicht perfekt gemacht, habe ich sie vielleicht perfekt geprobt und ja, es war gut. Aber das Herz hat gefehlt und das Gefühl, was geblieben ist, war immer Unsicherheit, Selbstverzweifel und einfach das Gefühl, nicht gut genug zu sein, trotz externer Bestätigung und trotz Perfektion. Keine Perfektion hat mir dieses Gefühl gegeben, was ich heute im Lockerlassen erlebt habe. und deswegen kann ich wirklich nur sagen, Recovery ist ein absoluter Gewinn. Ich habe nichts verloren, wirklich keine einzige Sache, aber so viel dazugewonnen. Und je mehr ich zu mir selbst gekommen bin, desto mehr habe ich bekommen, was ich wollte. Und auch du, du wirst deine Träume nicht verlieren. Im Gegenteil, vielleicht wirst du entdecken, was ist es überhaupt, wofür ich brenne? Was ist da eigentlich noch außer dem Drang, mich kleiner zu machen, mich verschwinden zu lassen, mich zu deckeln, mein Licht zu deckeln? Und du gewinnst die Fähigkeit, wirklich deine Träume auch zu leben. Und zwar nicht nur das Bild davon, weil, wie gesagt, auch bei mir sah es ja nach Ausnahme schon gut aus, sondern wirklich vom tiefen Gefühl her. Und ja, was ich auch gemerkt habe, ist, dass auch viele Dinge, also ich mich einfach während meiner Essstörung gar nicht getraut hätte, zum Beispiel auch mutig zu sein. Ich hätte zum Beispiel, so wie 2022, ich bin proaktiv auf die Designerin losgegangen, deren Model ausgefallen ist und habe gefragt, ob ich einspringen darf, weil ich das wollte und weil ich das Gefühl hatte, ich gehe jetzt für mich los und ich hole mir das, was ich will und mehr als Nein sagen kann sie nicht. Nicht fragen ist schon ein Nein. Also Fragen könnte auch ein Ja werden und es wurde ein Ja. Das heißt, ich bin durch die Recovery auch viel mutiger geworden. Ich bin selbstbewusst mutiger geworden und habe eben gelernt, mir Dinge auch wirklich zu holen und nicht darauf zu warten, dass man vielleicht auf die Idee kommt, dass ja vielleicht ich vielleicht für dieses Modell einspringen könnte. Nee, die Mutigen gewinnen und wie gesagt, ich habe durch die Recovery meinen Selbstwert unabhängig von dieser externen Bestätigung gefunden. Ich traue mich viel, viel mehr, meine Grenzen zu setzen, sie überhaupt erst mal wahrzunehmen und nicht mehr alles mitzumachen, denn wie gesagt, auch im Fotografiebereich gibt es echt schwarze Schafe und ich habe es ja angedeutet, bei meinen ersten Fotoshootings, das lief auch nicht immer alles so richtig sauber, aber ich habe damals auch noch echt Schwierigkeiten gehabt, mich abzugrenzen, was teilweise echt gefährlich war. Also ich habe Glück, dass ich nicht an noch größere Idioten gekommen bin, kann man nicht anders sagen, aber mit zunehmendem Selbstwert und indem ich gelernt habe, mich anzunehmen, habe ich auch gelernt, Nein zu Dingen zu sagen. Also ich habe tatsächlich, wurde ich zwischendrin auch nochmal angefragt, bis mehrer Luna und habe auch Nein gesagt, weil bestimmte Bedingungen einfach nicht gepasst haben und weil ich eben nicht mehr davon abhängig war. Und ich hoffe, du kannst dir aus meiner Geschichte etwas mitnehmen. Vielleicht bist du auch im kreativen Bereich oder vielleicht hast du auch eine Leidenschaft, die du unterdrückt hast oder wo du dir denkst, hey, ich sollte dafür x, y, z sein. Aber du musst dich nicht kleiner machen für andere. Du musst niemandem etwas beweisen und warte nicht auf externe Bestätigung, weil egal wie gut du bist, egal wie perfekt du bist, niemand wird oder es wird nicht ankommen, also diese Bestätigung, die besten Komplimente, das größte Dope, es wird nicht ankommen, solange du selber dich nicht anerkennst, solange du selber dir nicht erlaubst, dass du so, wie du bist, richtig bist, dass du so, wie du bist, gut bist. Und lass deine Leidenschaft, welche auch immer es ist, vielleicht hast du sie schon, vielleicht willst du sie auch noch entdecken, weil ich bin mir 100% sicher, dass jeder von uns etwas hat, was er besonders gut kann. Und oft sind es die Dinge, die uns ganz leicht fallen. Wie gesagt, doch das Modeln ist mir, nachdem ich mich einmal getraut habe und ich diesen Schalter umgelegt habe, ist mir super leicht gefallen auf einer Ebene. Und ich habe mir das Ganze letzten Endes, ohne, dass ich es geplant hätte, weil nichts davon habe ich geplant. Irgendwie all die guten Dinge, die passiert sind, habe ich nicht geplant. Aber sie sind passiert, weil ich den Raum offen aufgemacht habe. Und vielleicht hast du Angst, etwas zu verlieren. Also ich weiß auch, ich hatte schon Models im Coaching und ich weiß, dass viele von ihnen auch Angst hatten, dass sie vielleicht nicht mehr gebucht werden oder dass sie weniger interessant sind oder weniger, keine Ahnung was, einfach weniger. Aber die Erfahrung, die ich sagen kann, ist, dass, wenn du dir erlaubst, du zu sein, dann ist es möglich, das zu behalten, was du liebst, ohne dich zu zerstören, ohne deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, ohne komische Menschen anzuziehen, weil Menschen merken, mit wem sie Dinge machen können und mit wem nicht. Wie gesagt, das war damals ja auch der Grund, warum ich meinen Ex-Freund eben angezogen habe und ich habe mich bis heute gefragt, was habe ich da eigentlich ausgestrahlt? Wenn ich mir die Bilder von der damaligen Show angucke, denke ich mir, Mensch, ich habe echt verloren gewirkt. Eigentlich logisch, dass ich angeschrieben wurde. Hätte auch jeder andere treffen können. Und ja, wie gesagt, vielleicht als Abschlussfrage für dich, welche Träume hast du vielleicht aufgegeben, weil du dachtest, du müsstest dafür anders aussehen oder was traust du dir vielleicht noch nicht zu leben, weil du damit leuchten würdest, weil du damit dein Licht in die Welt bringen würdest? Und was ist, wenn genau dieses Licht gebraucht wird und genau das, das ist, was dir ermöglicht, wirklich du zu sein? Also, was, wenn deine Träume auf der anderen Seite der Angst von der Gewichtszunahme warten? Wie gesagt, bei mir sind, und ich hätte das niemals gedacht, also hätte ich auf meine Essstörung gehört, dann wäre ich jetzt, weiß ich nicht, würde ich jetzt wahrscheinlich in der Gosse liegen, weil die mir prophezeit hat, dass ich all diese Dinge nicht mehr machen kann. Nichts davon ist eingetreten und ich möchte dich einfach mit dieser Geschichte ermutigen, Dinge anders zu denken, dir zu erlauben, neue Erfahrungen zu machen, für dich loszugehen, dein Licht wirklich in die Welt zu bringen, weil ich weiß, jeder Einzelne von uns hat das, also gerade wir mit einer restriktiven Essstörung, wir haben so krass viel Disziplin, wir haben so krass viel Möglichkeiten und oft ist es genau das, was wir durch die Essstörung aber eben auch deckeln, weil wir uns nicht erlauben zu leben, weil wir uns nicht erlauben, so zu sein, wie wir eigentlich sind, weil wir vielleicht auch gar nicht wissen, was da ist, aber all das sind Dinge, die wir entdecken können und nichts davon musst du vorher wissen. das Einzige, was du machen kannst, ist deinen Weg Richtung vollständige Recovery, Schritt für Schritt weiter zu gehen und Schritt für Schritt dabei auch zu entdecken, was da alles noch in dir schlummert und, ja, einfach den Weg in eine völlig neue Welt aufzumachen. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfondiger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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