#23 Du kompensierst Extremhunger mit Sport? Das passiert dabei
Was in deinem Körper wirklich abläuft und warum du immer hungriger wirst
17.09.2025 21 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode spreche ich darüber, warum Sport bei Extremhunger wie "Öl ins Feuer gießen" ist und dein Körper mit noch stärkerem Hunger auf Bewegung reagiert. Ich teile meine 5-jährige Coaching-Erfahrung und warne vor der Sportbulimie-Falle.
Du versuchst deinen Extremhunger mit Sport zu „kompensieren" und fragst dich, warum der Hunger nur noch stärker wird? Ich zeige dir heute, warum Sport bei Extremhunger wie Öl ins Feuer gießen ist und was dadurch mit deinem (Extrem-)Hunger passiert.
In meinen 5 Jahren Coaching-Praxis hatte ich nur eine einzige Klientin, die es trotz Sport geschafft hat ihren Extremhunger hinter sich zu lassen - und ich teile ehrlich mit dir, welcher Preis dafür nötig war.
Außerdem sprechen wir über die Sportbulimie-Falle und warum dein Körper im Überlebensmodus bleibt, wenn du ihm die so dringend benötigte Energie immer wieder wegnimmst.
In dieser Episode erfährst du:
- Warum Sport bei Extremhunger deinen Hunger nur verstärkt (Stichwort: Leptin und Ghrelin)
- Wie du erkennst, ob du in der Sport-Extremhunger-Falle gefangen bist
- Was eine Sportbulimie ist und warum sie genauso schädlich wie klassische Bulimie sein kann
- Warum dein Körper im Überlebensmodus bleibt, wenn du Energie sofort wieder „wegstrampelst"
- Welche mentalen Komponenten beim Recovery-Prozess entscheidend sind
Diese Episode ist für dich, wenn...
- Du versuchst, deinen Extremhunger oder deine Essensangst mit Bewegung zu beruhigen
- Du dich wie ein „Fass ohne Boden" fühlst und Sport als einzigen Ausweg siehst
- Du endlich verstehen möchtest, warum Kompensation durch Bewegung nicht funktioniert - und was stattdessen
Wenn du merkst, dass dir dieser Ausstieg aus dem Sport-Hunger-Teufelskreis schwerfällt, dann hol dir professionelle Unterstützung. Du musst da nicht allein durch.
---
Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
Bleib in Verbindung: Abonniere den Podcast, folge mir auf Instagram @romy_hoerbe oder schreibe mir eine E-Mail mit deinen Fragen und Themenwünschen. Dies ist unser gemeinsamer Raum – lass uns zusammen entdecken, was jenseits der Essstörung auf dich wartet!
Meine Ausbildungen
Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
Bleib in Verbindung: Abonniere den Podcast, folge mir auf Instagram @romy_hoerbe oder schreibe mir eine E-Mail mit deinen Fragen und Themenwünschen. Dies ist unser gemeinsamer Raum – lass uns zusammen entdecken, was jenseits der Essstörung auf dich wartet!
Meine Ausbildungen
- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
- Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
- Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
Links:
🌐 Homepage: https://romy-hoerbe.de
📱 Instagram: https://www.instagram.com/romy_hoerbe
💌 Newsletter: https://romy-hoerbe.de/newsletter
✉️ E-Mail: romy@romy-hoerbe.de
Impressum: https://romy-hoerbe.de/impressum | Datenschutz: https://romy-hoerbe.de/datenschutzerklaerung
🌐 Homepage: https://romy-hoerbe.de
📱 Instagram: https://www.instagram.com/romy_hoerbe
💌 Newsletter: https://romy-hoerbe.de/newsletter
✉️ E-Mail: romy@romy-hoerbe.de
Impressum: https://romy-hoerbe.de/impressum | Datenschutz: https://romy-hoerbe.de/datenschutzerklaerung
Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Hallo und ganz herzliche Grüße dieses Mal wieder aus Dubai,
wo ich mir hier gerade so ein ganz kleines Podcaststudio eingerichtet habe.
Und genau hier hat ja auch im April mein Podcast letzten Endes auch das Licht der Welt erblickt.
Und deswegen fühlt es sich für mich gerade sehr lustig an, irgendwie auch wieder hier zu sein,
noch zu sehen, was die letzten Monate auch in Deutschland, wo ich ja alle, ja fast alle anderen Podcastfolgen aufgenommen habe,
so sich seitdem getan hat.
Und es ist irgendwie einfach verrückt auch, was mit dieser Entscheidung mutig zu sein, rauszugehen
und euch eben auch auf diesem Podcastweg mitzunehmen, alles schon ergeben hat.
So ist zum Beispiel jetzt auch Rediscover, also mein Gruppencoaching,
was ja dieses Jahr in die erste und einzige Runde geht, komplett ausgebucht.
Also Halleluja.
Ich freue mich mega, dass ihr diese Entscheidung bei euch auch getroffen habt
und sehe auch, wie viel Vertrauen ihr mir entgegenbringt, was mich unglaublich berührt
und ja, mir einfach sehr, sehr viel bedeutet.
Und vielleicht nochmal kurz so ein paar Sachen, wie es mir gerade geht in meinem Leben.
Also wie gesagt, ich sitze hier gerade in Dubai.
Du hältst es tatsächlich im Moment auch, naja, zumindest tagsüber fast nur drinnen aus.
Wobei ich sagen muss, dass es die letzten drei Tage deutlich besser geworden ist,
denn draußen sind immer noch bis zu 40 Grad teilweise und gerade abends ist die Luftfeuchte auch extrem hoch.
Aber umso besser, beziehungsweise umso schöner kann man die Zeit auch drinnen nutzen,
um zum Beispiel wie heute einen Podcast aufzunehmen.
Und im Moment habe ich wirklich, ja, das große Glück, auch in einem Hotel am Meer zu wohnen.
Und wer mich kennt, der weiß, ich bin einfach so ein absolutes Meermädchen.
Und ja, das ist einfach so mein absoluter Happy Place.
Deswegen bin ich sehr, sehr happy, hier zu sein, auch wenn, wie gesagt, die Tage gerade eher so sind,
dass man sie drinnen verbringt.
Aber das ist nicht schlimm, denn ich freue mich, weil ihr habt mir auch wieder einige Fragen geschickt.
Und manche liegen inzwischen sogar schon eine Weide, weil einfach so viel zwischendrin passiert ist,
beziehungsweise es einfach auch so viele Fragen waren.
Und ich möchte heute auf eine eingehen, die nochmal so ein bisschen auch das Thema Sport,
aber auch das Thema Extremhunger aufgreift.
Und zwar, welchen Einfluss hat Sport auf Extremhunger?
Ich versuche damit, meinen Extremhunger zu kompensieren.
Heißt, heute in dieser Folge werden wir darüber sprechen,
warum Sport bei Extremhunger wie Öl ins Feuer gießen ist
und wie dein Körper mit noch mehr Hunger auf Bewegung reagiert
und warum das völlig logisch und auch normal ist.
Das heißt, diese Folge ist für dich, wenn du in der Sport-Extremhunger-Hölle gefangen bist,
also anders kann man es ja fast nicht bezeichnen,
und du versuchst die Angst, die durch die starken Signale,
also eben gerade auch durch die starken Hungersignale deines Körpers entstehen,
wenn du versuchst, die mit Sport wieder zu beruhigen.
Tja, aber welchen Einfluss hat denn Extremhunger jetzt eigentlich auf Sport
beziehungsweise vielleicht auch Sport auf Extremhunger?
Und ich muss sagen, ich verstehe die Frage wirklich so, so gut
und auch die Angst, die dahinter steckt,
denn Extremhunger selbst ist extrem beängstigend.
Denn der Körper verlangt einfach Unmengen an Nahrung
und du fühlst dich oft wie ein Fass ohne Boden,
was wiederum natürlich die Essstörung triggert,
die ja versucht, die Kontrolle zu behalten,
was sie eben unter anderem auch mit Bewegung versuchst.
Und wenn du dich jetzt noch ein bisschen fragst,
Extremhunger, was ist das eigentlich genau?
Keine Ahnung.
Dann hör super gerne auch nochmal in Podcast-Folge 10 rein,
die habe ich komplett dem Extremhunger gewidmet.
Dort gehen wir nochmal daran ein, was das genau ist,
wann er auftritt und ja, was da alles so zu erwarten ist.
Und selbst wenn du jetzt denkst,
ich fühle mich nicht wie ein Fass ohne Boden
und du diese Folge noch nicht gehört hast,
dann hör super gerne trotzdem rein,
denn Extremhunger zeigt sich nicht nur
in extremem körperlichen Hunger.
Genau, also Podcast-Folge 10,
falls dich das tiefer interessiert.
Ja, und selbst,
wenn du den Extremhunger nicht körperlich spürst,
so kann er dich nämlich auch mental quälen.
Also bei mir damals war es zum Beispiel auch so,
dass ich eher durch die Gastroparese,
also diese verlangsamte Magenentleerung und so,
kein, ja kein richtiges Hungergefühl hatte
beziehungsweise wirklich satt nach Miniportionen war
und trotzdem hatte ich Extremhunger,
aber eben auf mentale Weise,
denn meine Gedanken haben sich 24-7
nur ums Essen gedreht
und darum unter anderem aber auch,
wie viel ich mich bewegen muss.
Also auch das war ein Teil des Extremhungers,
denn die Frage, wie viel muss ich mich bewegen,
diente ja dazu, um wieder essen zu dürfen.
Und ja, wie gesagt,
ich hatte sozusagen also diesen mentalen Extremhunger
und meinen Bewegungsdrang
war ja auch extrem ausgeprägt
und letzten Endes wollte ich damit
diese ständigen Gedanken an Sport und Essen
ja eigentlich auch loswerden,
habe es aber nicht geschafft,
weil ich mir einfach nicht erlaubt habe,
mehr zu essen.
Es sei denn, ich habe eben mit Sport
entweder es mir vorher verdient
oder dann wieder dafür kompensiert
und genau das war aber ein Teil des Problems
beziehungsweise hat damals auch zu meiner Entscheidung
für die Sportpause geführt.
Aber wie gesagt,
ich gebe ja niemandem vor,
was er oder sie daraus machen soll,
sondern es geht wirklich eher darum,
dir nochmal so ein paar Hintergründe mitzugeben,
die dir helfen,
auch eine Entscheidung zu treffen,
was für dich jetzt vielleicht
der nächste hilfreiche Schritt ist,
um dahin zu kommen,
wo du auch wirklich hin möchtest.
Und wie gesagt,
an dieser Stelle möchte ich vor allem
auf den körperlichen Extremhunger eingehen,
denn der Punkt ist,
der Körper hat ja Extremhunger,
also dieses mega starke Bedürfnis,
so viel wie möglich
und meistens gerade energiedichte Sachen
wie Schokolade, Chips, Nudeln,
Kohlenhydrate, pipapo,
fettige Sachen zu essen,
weil er versucht,
aus dem oft über Monate oder Jahre
entstandenen Energiemangel herauszukommen
und ihn auszugleichen.
Bewegung jedoch sorgt dafür,
dass ihm die so notwendige Energie,
die er sich durch den vermehrten Hunger
ja holt und die er auch so dringend braucht,
um zu heilen,
dass er die sozusagen gleich wieder dadurch verliert
und sozusagen gleich wieder weggenommen bekommt.
Das heißt,
du gibst ihm zwar eigentlich,
was er braucht,
er atmet kurz auf
und im gleichen Moment
muss er diese Energie aber nutzen,
um sich zu bewegen
und nicht um zu heilen
und um all die Schäden zu reparieren.
Also ein bisschen kannst du dir das vorstellen,
und das passt jetzt gerade in Dubai,
wie Wasser in der Wüste zu trinken
und dann joggen zu gehen.
Es ist übrigens auch eine Sache,
wo ich merke,
also hier bewege ich mich gerade echt in Slow Motion,
weil der Körper einfach
nicht noch mehr Wasser
und Energie verlieren möchte,
weil es einfach so anstrengend ist.
Und mal angenommen,
du würdest Wasser in der Wüste trinken
und joggen gehen,
dann würde der Körper
trotz des vorherigen Trinkens
direkt wieder in ein Minus,
also in ein Defizit fallen
und der Durst umso größer werden.
Das heißt,
eine Dehydrierung,
also wirklich schon dieses Energiedefizit,
was beim Trinken jetzt eine Dehydrierung wäre,
kannst du so nicht rückgängig machen.
Im Gegenteil,
das körperliche Verlangen zu trinken
wird durch die Decke gehen
und auch deine Gedanken
werden sich nur noch darum drehen,
wo du endlich Wasser herbekommst.
Also so richtig durstig,
ja,
draußen zu sein,
das wirst du merken,
du kannst einfach an nichts anderes mehr denken.
Darauf muss ich gleich einen Schluck trinken.
Ja,
leider kein Tee.
Genau,
also,
was Sport damit macht,
wenn du extrem Hunger hast,
dein Körper denkt,
oh Gott,
wir verlieren
lebenswichtiges Wasser,
also wenn wir jetzt im Wasserbeispiel bleiben,
wovon wir nicht genug haben.
Also,
hallo,
mehr Durst.
Gleiches
passiert beim Sport.
Verbrennst du durch den Sport
noch mehr Energie,
bekommst du nur
noch mehr Hunger,
weil
deine Hormone sind total aus dem Gleichgewicht,
denn wir sind ja eh schon,
also dein Körper ist ja eh schon
in einem Notmodus
durch den Energiedefizit.
Heißt,
dein Leptin,
also was dafür da ist,
zu sagen,
oder zu signalisieren,
hey,
ich bin satt,
das crasht vollkommen
und dein Krälin,
ich sag mal so,
dieser Hunger-Kremling,
Krälin ist immer der Kremling,
der sagt,
hey,
ich hab Hunger,
der explodiert.
Und
der Punkt ist auch,
dein Körper kommt,
ja,
beziehungsweise ist höchstwahrscheinlich
noch im Überlebensmodus.
Heißt,
dein Körper denkt,
wenn du wenig Energie hast,
beziehungsweise die Energie
wieder weggenommen wird
und du dich viel bewegst,
dass du noch auf der Flucht bist
und
du brauchst deswegen
noch mehr Energie.
Und gleichzeitig geht er
oder bleibt er im Hungerstoffwechsel
und hält an jeder Kalorie fest,
wie an einem Rettungsring
auf dem Ozean.
Heißt,
diese Überlebensantwort,
also im Sinne von,
wenn du früher
migriert bist,
dann hat das ja
irgendwann aufgehört.
Also du hattest keine Nahrung,
du bist migriert,
also abgewandert,
irgendwo hin,
wo es wieder Nahrung gibt.
Heißt,
du hast dich bewegt,
um da hinzukommen
und wenn du da angekommen bist,
dann hast du dich ausgeruht,
hast gegessen
und dann war alles wieder gut.
Dann ist der Überlebensmodus
auch wieder ausgeschalten worden.
Und das passiert aber nicht,
wenn wir immer weiterlaufen,
also immer weiter migrieren
und dem Körper
immer wieder die Energie wegnehmen.
Und dieses Extrem,
also so extrem wie der Körper
auch reagiert,
wenn ihm ein Grundbedürfnis
weggenommen wird,
das ist ja nicht nur
beim Essen oder beim Durst so,
sondern ich meine,
in der Regel lassen wir uns
nicht so durstig werden,
dass wir das wirklich
mal nachspüren können.
Aber denk ja mal,
oder ich weiß nicht,
ob ich dich jetzt ermutigen möchte,
das auszuprobieren,
aber manchmal hat man ja
so Situationen,
wo man wirklich dringend
auf Toilette muss,
aber vielleicht partout
nicht gehen kann.
Also ich hatte auch mal
so eine Situation im Auto
und es kam irgendwie Ewigkeit
in keiner Raststätte.
Und ich saß wirklich da drinnen,
also am Anfang war mir nur unwohl
und irgendwann ist mir
richtig übel geworden
und ich konnte an nichts anderes
mehr denken.
Ich konnte mich auf kein Gespräch
mehr konzentrieren,
auf gar nichts,
weil ich so dringend
dieses Grundbedürfnis,
auf Toilette zu gehen,
erfüllen wollte.
Und ja,
also wenn deine Blase platzt,
dann wird der Druck
einfach immer größer
und irgendwann wird es
vielleicht sogar schmerzhaft.
So geht es dir
mit jedem Grundbedürfnis.
Also mit Nahrung
oder mit Trinken
ist es ja nichts anderes.
Im Gegenteil,
die Geträge gehören ja
sogar sehr eng zusammen,
weil wenn oben
nicht ganz so viel Wasser
reinkommt oder Nahrung,
kommt unten vielleicht
auch nicht ganz so viel raus.
Was übrigens auch
ein Grund ist manchmal,
warum wir so eine extrem
langsame Magenentleerung haben,
weil einfach viel zu wenig
von hinten nachschiebt,
als wenn wir jetzt
dem Extremhunger
zum Beispiel nicht nachgehen
oder ja,
auch dem Mentalen.
Aber das ist ein anderes Thema.
Also das Problem ist,
also du siehst es schon,
wenn du noch mehr
dich bewegst,
um aus dem Hunger,
also um den Hunger sozusagen
oder das,
was du gegessen hast,
wieder gut zu machen,
dann bleibt das Defizit erhalten
und dein Körper
hat keinen Grund,
diesen Extremhunger auszuschalten,
weil er will ja,
also er muss ja nicht nur
das ausgleichen,
was normale gesunde Menschen essen,
nämlich zum Beispiel
2500 Kalorien am Tag,
grob gesagt,
manchmal sind es auch drei,
je nachdem,
kommt auf den Mensch
das Alter und so weiter an,
sondern er braucht
ja zusätzliche Energie.
Das heißt,
du musst ja eh schon
deutlich mehr essen
als Menschen,
die ihren Körper
nicht in ein Energiedefizit
gebracht haben
und wenn dann noch
Sport und Bewegung draufkommt,
dann wird das Ganze
einfach noch krasser
und der Extremhunger bleibt
und das ist natürlich was,
was du ja eigentlich nicht willst,
weil der ist ja auch beängstigend.
Und eine zweite Gefahr,
die ich hier auch sehe,
ist zum Beispiel auch,
dass du deine Essstörung
vielleicht verschiebst,
weil es zum Beispiel sein könnte,
dass du dann
in einer Sportbulimie landest.
Also,
solange du versuchst,
den Extremhunger
wieder gut zu machen,
befindest du dich
in einem Tauziehen
mit dir selber,
welches du nicht gewinnen kannst.
Das kannst du dir
ähnlich vorstellen
wie bei einer Bulimie,
weil da ist es ja auch so,
wenn du viel isst
und dieses Essen
aber gleich wieder los wirst,
dann hast du eine halbe Stunde
später wieder
einen knurrenden Magen
und kannst nur noch
ans Essen denken
und dann musst du wieder essen
und dann bist du es
wieder loswerden
und dann sind wir genau da
auch in dem Kreislauf drin.
Und so ging es mir damals ja auch,
als ich für einige Zeit
in diesem Bulimie-Kreislauf
drin gesteckt habe.
Also,
ich habe große Mengen gegessen,
hatte dann ein extrem
schlechtes Gewissen
und Panik,
habe das Essen
wieder rausgebracht,
war kurzfristig erleichtert,
gepaart mit der Panik,
ob ich nicht alles rausgekriegt habe,
aber die Erleichterung
war zumindest erst mal da,
wenn es geklappt hat.
Und dann saß ich
30 Minuten später wieder da,
habe nur an Essen gedacht,
den nächsten Essen an Fall geplant
und ja,
mein Magen war einfach wirklich
die ganze Zeit irritiert
und es hat sich,
also es war einfach
so ein Chaos für meinen Körper,
dass er sich überhaupt
nicht regulieren konnte.
Und wenn du das vermehrte Essen
jetzt aber,
wie gesagt,
nicht durch eine klassische Bulimie,
also durch das Erbrechen
wieder los wirst,
sondern eben durch das
Nachgehen des Sports
oder dieses Drang,
Sport zu machen,
um diesen,
ja, also um diesen Extremhunger,
ich nenne es jetzt mal
den Extremhungeranfall,
weil es ist ja eigentlich
wirklich dafür da,
deinem Körper zu helfen.
Aber wenn dein Körper
versucht, dir zu helfen
und du ihm die Energie
zwar gibst,
sie dir dann aber wieder
weg machst,
dann ist das wie
eine Kompensation
durch Erbrechen.
Also deswegen nennt man das
halt auch Sportbulimie
und das Wegsporteln
der aufgenommenen Kalorien
oder der aufgenommenen Energie
sorgt letzten Endes
genauso dafür,
dass der Körper
in diesem Mangel bleibt.
Also der Körper
macht da gar nicht
so einen großen Unterschied,
ob das Essen jetzt einfach
wieder rausgebracht wird
damit oder die Energie
einfach wieder
weggenommen wird.
Und Extremhunger
ist aber wie gesagt
der Mechanismus
deines Körpers,
um dich aus genau
diesem Mangel
endlich rauszuholen.
Und ich glaube nicht,
dass irgendjemand Lust hat,
in einer Sportbulimie
zu enden,
wo man vielleicht
dann erstmal essen darf,
aber sich eben auch
immer wieder bewegen
muss,
um dieses schlechte
Gewissen
irgendwie zu beruhigen.
und ich muss auch sagen,
dass wirklich mit Sport
aus dem Extremhunger
zu kommen
nahezu unmöglich ist.
Also ich sage mal
nahezu,
weil der Punkt ist,
du müsstest natürlich
deutlich mehr Energie
zu dir nehmen,
um dem noch größer
werdenden Extremhunger
zu folgen,
was vor allem
psychisch sehr anstrengend ist.
Und ich sage nicht,
dass das nicht geht.
Also wenn man sich
wirklich darauf einlassen kann
und sagt,
okay,
ich gebe meinem Körper
8, 9, 10.000 Kalorien
am Tag,
vorausgesetzt,
ich habe die nicht
mit Sport wieder
abgestrampelt sozusagen,
dann mag das
vielleicht funktionieren.
Ich hatte bisher
tatsächlich aber
in meinen fünf Jahren
tagtäglicher Coachingpraxis
nur eine Klientin,
die es trotz Sport,
den sie jedoch auch
deutlich reduziert hatte,
aber sie hat ihn
zumindest beibehalten,
wirklich geschafft hat,
frei zu werden.
Aber dafür musste sie
wirklich Unmengen mehr essen
und ihrem Extremhunger
komplett nachgehen.
Also ohne,
das wäre es nicht gegangen.
Und sie hat den Sport,
den sie noch gemacht hat,
auch nicht gemacht,
um dafür zu kompensieren,
denn dafür hätte sie,
wie gesagt,
mit zunehmendem Sport
ja auch deutlich mehr
essen müssen.
Das hat sie aber nicht.
Also das Sport,
sie hat mehr gegessen,
aber der Sport ist dadurch
nicht mehr geworden,
was auch gezeigt hat,
okay,
sie gleicht damit nicht aus,
sondern sie war auch
Fitnesstrainerin,
hat damit halt einfach,
ja,
ist ihrem Hobby sozusagen
nachgegangen,
hat aber eben auch
entsprechend gut
und wirklich sehr,
sehr ausreichend
dafür gegessen.
Aber ich sehe,
wie schwer das wirklich fällt,
das wirklich auch umzusetzen.
Und wie sehr man sich da
wirklich auch verschätzt,
wie viel extra
der Körper braucht.
Und der Punkt bei ihr war auch,
dass wir den Fokus im Coaching
eben nicht nur auf das
Erhöhen der Energiezufuhr
gelegt haben,
sondern vor allem auch
auf das Aufarbeiten der Themen
hinter ihrer Essstörung.
So konnte sie
letzten Endes
nachhaltig
in ihren gesunden Körper
recovern
und ihren geliebten Sport
heute auch
wieder mit Kraft
und mit Freude
und vor allem aber auch
mit Energie ausüben.
Aber
wie gesagt,
es war echt
ein herausfordernder Prozess.
Sie war in einer sehr,
sehr engen Begleitung dabei
und
ja,
es ist schon mental
wirklich challenging.
Deswegen sage ich,
es ist nicht unmöglich,
aber es macht den ganzen Prozess
wirklich
so viel schwerer,
vor allem psychisch
so viel anstrengender
und
ohne Begleitung
weiß ich nicht,
wie man sich wirklich
da rausbringen sollte.
Deswegen
ich würde immer empfehlen,
so gut es geht
und wirklich auch
Unterstützung zu suchen,
wenn du merkst,
okay, das fällt mir verdammt schwer,
diesen Extremhunger
zuzulassen
und nicht
zu kompensieren.
Denn
wichtig ist ja auch,
und darum geht es ja in der
Recovery ebenso,
nicht nur,
ja, wie gesagt,
mehr zu essen,
sondern eben vor allem auch
das Mindset zu verändern.
Das heißt,
solange du denkst,
ich muss den Extremhunger
kompensieren,
signalisierst du deinem Körper
ja auch,
wenn ich ein Bedürfnis
nach Energie,
nach Nahrung habe,
dann ist das gefährlich.
Und
der Gedanke
für einen in dem Sinne
ja wirklich
lebensrettenden Mechanismus,
also den Extremhunger
kompensieren zu müssen,
sorgt dafür,
dass das Misstrauen
deinem eigenen Körper
gegenüber bleibt.
Weil es fühlt sich ja eh
schon komisch an,
dieses,
hä,
wieso brauche ich so viel Energie,
andere essen viel weniger
als ich.
Und wenn du dir dann noch
signalisierst,
okay,
und das,
was ich gegessen habe,
das muss ich wieder loswerden,
also das schlechte Gewissen
damit beruhigst,
dann gibst du dem schlechten
Gewissen recht.
Und ja,
das funktioniert natürlich
kurzfristig erstmal,
also wie auch in der Bulimie,
es ist eine kurzfristige
Erleichterung,
aber die Frage ist doch,
was ist dein Ziel?
Willst du nur aus dem
Extremhunger rauskommen,
was wie gesagt sehr schwierig
auf diesem Weg ist,
oder willst du wirklich
auch vollständig recovern
und komplett frei von
solchen Ängsten und Zwängen
sein?
Welche Beziehung
möchtest du zu dir selbst,
zu deinem Körper
und dem Sport und dem Essen
aber auch langfristig
entwickeln?
Und mit Kompensation
ist es nicht möglich,
das wirklich nachhaltig
auch auf einer mentalen
und psychischen Ebene
zu heilen.
Und wie gesagt,
du bist dann vielleicht
im Normalgewicht
oder schaffst es vielleicht
irgendwie,
aber wenn diese Verknüpfung
nicht getrennt wird,
und das war auch der Grund,
warum ich mich damals
für eine Sportpause
entschieden habe,
ich wollte diese Verknüpfung
zwischen Bewegung
und Essen entkoppeln.
Ich wollte,
dass mein Körper lernt,
er ist sicher
und dass ich auch nicht
das Gefühl habe,
okay, wenn ich jetzt esse
und nicht dafür kompensiere,
dann nimmt der endlos zu.
Nein, das tut er nicht.
Das habe ich aber nur erfahren,
weil ich nicht mehr
gegen kompensiert habe.
Und dieses Gefühl,
was sich dadurch einstellt,
das wünsche ich einfach
wirklich jedem,
weil es dafür sorgt,
das schließt sich jetzt
der Kreis zu Dubai,
du kannst dich hier gerade
gar nicht viel bewegen,
weil es ist einfach
gerade draußen
nicht möglich.
Also es ist einfach,
ja, dieses freie Gefühl
zu sagen,
okay, ich bleibe einfach
den ganzen Tag hier drin
oder liegt eins auch
nur am Strand rum.
Das wäre man schön,
wenn ich es schaffen würde,
aber es geht ums Gefühl.
Das kommt,
wenn du nicht mehr Angst hast,
wenn es kein Zwang mehr ist.
Und ich weiß auch,
dass es vielleicht auch der Punkt ist,
dass Sport Freude macht.
Und wie gesagt,
auch diese Frage,
von welche Beziehung
möchte ich langfristig
auch dazu haben,
zu mir selbst
und zum Sport,
ist auch eine Frage,
die wir in der nächsten Podcast-Folge
nochmal aufgreifen,
denn mich hat noch
eine weitere Hörerfrage erreicht
und zwar,
ich liebe Bewegung,
auch schon vor der Essstörung,
aber mein BMI
ist noch recht niedrig,
kann ich trotzdem
Sanftensport für die Psyche machen?
Und ich verstehe die Frage
so, so gut.
Und vielleicht hat sie sich
ein Stück weit heute auch
schon mit beantwortet,
aber darauf werden wir
auf jeden Fall
das nächste Mal
nochmal eingehen
und für heute möchte ich
dir erstmal nur mitgeben,
wenn dein Körper
extrem Hunger hat,
dann ist damit nichts kaputt,
dann macht er alles richtig,
dann darfst du ihm,
dort einen Vertrauensvorschuss geben
und ich weiß,
das ist schwer,
aber es wird schneller vorbeigehen,
es wird leichter
und es wird vor allem
nachhaltiger,
wenn du dir das erlaubst
und nicht mit Sport
gegenkompensierst.
Du hast nichts falsch gemacht.
Vielen Dank,
dass du dir Zeit
für eine Tasse Reality
mit mir genommen hast.
Ich hoffe,
diese Folge hat
einen kleinen positiven Unterschied
in deinem Tag gemacht.
Mit deiner
Fünf-Sterne-Bewertung
kannst du genau
diesen Unterschied
auch im Leben
anderer lebensfondiger Frauen
bewirken,
die diesen Podcast
noch nicht gefunden haben
und sich ebenfalls
nach einem Leben
in Freiheit
und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen
und freue mich,
auf Instagram
mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links
findest du in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
Feedback geben
Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!