Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#26 Woher deine Angst vor Gewichtszunahme WIRKLICH kommt

Und wer davon profitiert, dass du sie hast

08.10.2025 34 min

Zusammenfassung & Show Notes

Warum fühlt sich die Angst vor Gewichtszunahme so existenziell an? In dieser Episode grabe ich mit dir zu den versteckten Wurzeln dieser Angst - vom Rassismus des 18. Jahrhunderts bis zur heutigen Diätindustrie. Du wirst verstehen, warum diese Angst nie wirklich deine war.

Deine Angst vor der Gewichtszunahme fühlt sich so echt an. So persönlich. So deine. Aber was, wenn ich dir sage: Sie gehört dir gar nicht?

Hast du dich schon mal gefragt, woher diese Angst WIRKLICH kommt? Warum sie so tief sitzt, dass sie manchmal sogar stärker ist, als dein Wunsch zu leben? In dieser Episode grabe ich mit dir tiefer – viel tiefer. Zu Wurzeln, die du nie vermutet hättest. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Woher die Angst vor Gewichtszunahme ursprünglich kommt (Spoiler: mit gesundheitlichen Gründen hat es nichts zu tun)
  • Was das 18. Jahrhundert, Rassismus und dein Körperbild heute miteinander zu tun haben
  • Warum die Gesellschaft WILL, dass du Angst hast – und wer davon profitiert
  • Was passiert ist, als Body Positivity zum Marketing-Tool wurde
  • Weshalb deine Recovery mehr ist als nur gesund werden und wie du deine innere Rebellin channelst^^
Diese Episode ist für dich, wenn:
  • Du in einer Diätgesellschaft lebst und dich fragst, wie du dich von diesem ständigen Druck befreien kannst
  • Du dich schuldig fühlst, weil diese Angst so übermächtig ist – und du nicht verstehst warum
  • Du Argumente brauchst gegen die Stimmen (außen und innen), die sagen "dünn ist besser"
  • Du wissen willst, gegen was du eigentlich kämpfst 
Quellen & Inspiration für diese Episode:
  • Sabrina Strings: "Fearing the Black Body: The Racial Origins of Fat Phobia"
  • Naomi Wolf: "The Beauty Myth"
  • Alexandra Zykunov's Spiegel-Artikel über Body Positivity und gesellschaftliche Körpernormen
Call-to-Action
 
Diese Episode verändert, wie du auf deine Angst blickst. Schreib mir gern per Mail oder auf Instagram: Was ist dein Recovery-Akt des Widerstands oder was hat dich am meisten überrascht?

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Schön, dass du wieder dabei bist. Falls ich heute etwas schnupfig klingen sollte, dann liegt es an der Klimaanlage. Früher oder später, aber ich stehe ja in Dubai irgendwie immer, aber ich hoffe, wir halten hier gut durch. Also ich in dem Fall. Und ich kriege hier keinen Niesanfall. Aber gehen wir einfach mal vom Westen aus. Denn ich habe dir heute passend beziehungsweise in Ergänzung auch zur Podcast-Folge von letzter Woche, nämlich zur Angst vor der Gewichtszunahme, nochmal einen zweiten Teil mitgebracht. Und zwar möchte ich mit dir über dieses Thema nochmal auf einer ganz anderen Ebene sprechen. Und zwar über die versteckten Wurzeln der Angst vor der Gewichtszunahme. Und zwar haben wir ja letztes Mal darüber gesprochen, beziehungsweise einfach nochmal so meine Hintergründe auch geteilt, was es für mich persönlich vor allem bedeutet hat, individuell auch, welche individuellen Funktionen mein dünnerer Körper auch hatte. Und heute möchte ich nochmal darüber oder beziehungsweise darauf eingehen, woher diese Angst vor der Gewichtszunahme eigentlich kommt. Was das mit unserer Gesellschaft zu tun hat und was mir aber auch geholfen hat, meinen gesunden Körper in einer Gesellschaft, in der gefühlt alle das Gegenteil tun, nämlich abnehmen oder es zumindest wollen, annehmen zu lernen. Und wie gesagt, es gibt noch viele weitere Punkte zu diesem komplexen Thema. Und wenn du die letzte Folge noch nicht gehört hast, dann hör da super gerne auch nochmal rein, weil dort teile ich eben, wie gesagt, was mein dünner Körper für mich persönlich getan hat. Und dort findest du auch den Schiff, der mir geholfen hat, mein persönliches gesundes Gewicht wirklich auch annehmen zu lernen, beziehungsweise dahin zu recovern. Aber das, was wir heute besprechen, war, ohne dass ich das damals schon so bewusst gewusst habe, auch eine schöne Formulierung, trotzdem etwas, was ich intuitiv immer gespürt habe und was mit reingespielt hat. Und ja, wie gesagt, heute möchte ich diesen Fokus nochmal auf unsere Diätgesellschaft, wie auch immer eigentlich beides, legen. Denn selbst wenn wir unsere individuellen Themen mit unserem Körper erkannt und aufgearbeitet haben, leben wir ja trotzdem weiterhin noch in dieser Gesellschaft. Und was ich heute mit dir teile, zeigt, wie tief die Angst vor der Gewichtszunahme auch historisch und sogar politisch verwurzelt ist und warum sie gesellschaftlich sogar noch verstärkt wird. Es ist ja, und gerade ich habe auch die letzten Wochen irgendwie immer, wenn ich auf Social Media gescrollt bin oder Facebook aufgemacht habe, wo ich ja gerade wieder ein bisschen häufiger unterwegs bin, dann merkt man einfach, wie sehr man wirklich auch mit Botschaften konfrontiert ist. Sei das jetzt mit Skinny Talk-Inhalten oder aber auch mit Body Shaming oder weiß ich nicht, der Fokus auch wie stark der auf Prominenten liegt, egal ob die ab- oder zunehmen. Und da sieht man unter anderem eben auch, wie sämtliche Vorbilder zum Beispiel auch der Body Positivity-Bewegung, wie zum Beispiel Sängerin Lizzo oder Meghan Trainor, abnehmen, während gleichzeitig über Nelly Furtado gelästert wird, dass sie kein Vögelchen mehr ist und wohl zu viele Männer verspeist hat. Kleine Anspielung auf Meneta. Da sie eben nicht mehr so dünn aussieht wie Anfang der 2000er. Und dann ist es ja auch kein Wunder, dass sich der Gedanke aufdrängt, dass Dünn gleich besser und erstrebenswert ist. Und zunehmend das Schlimmste, was einem passieren kann. Aber gleichzeitig, wir auch merken, selbst wenn wir in einem mehrgewichtigen Körper sind und abnehmen, dann ist es eigentlich auch nicht richtig. Das heißt, wir leben in einer Gesellschaft, die schlanke Körper gerade wieder vermehrt feiert und permanent die Körper von Frauen, von Männern hört man das immer noch extrem selten, kommentiert. Egal wie, Frauen können nicht gewinnen. Zumindest nicht, solange sie noch drauf hören. Und entweder, wie gesagt, sie sind auf einmal zu dick wie Nelly Furtado, die nun mal nicht mehr Anfang 20 ist und drei Kinder bekommen hat. Oder sie sind plötzlich zu dünn, wie wie gesagt Lizzo, Meghan Trainor oder auch Adele und verraten damit in den Augen der Anhänger die Body Positivity Bewegung. Was ist das eigentlich? Body Positivity steht eigentlich für die Akzeptanz und Wertschätzung aller Körperformen und Größen ein, um unrealistische Schönheitsideale zu hinterfragen und ein diverses Körperbild in der Gesellschaft zu fördern. Doch selbst die Vorbilder dieser Bewegung dürfen offensichtlich nur ein Aussehen haben und sich nicht verändern. Was total paradox ist, wenn es doch darum geht, alle Körperformen zu akzeptieren. Also, du siehst, du kannst es als Frau in dieser Gesellschaft nicht richtig machen. Und mit all diesen Botschaften sind wir tagtäglich unterschwellig konfrontiert. Kein Wunder also, dass wir Angst haben, an Gewicht zuzunehmen und uns körperlich zu verändern, selbst wenn es unser Leben rettet. Für mich war die Entscheidung, gesund zu werden und natürlich auch zuzunehmen, daher nicht nur persönlich lebenswichtig, sondern auch ein politischer und wirtschaftlicher Akt. Denn ich wollte diese Gesellschaft, die davon lebt, dass wir Selbstzweifel haben und uns klein halten, nicht mehr mitfüttern. Mit meiner Erlaubnis zu heilen und meinem Körper seine gesunde Form finden zu lassen, habe ich letzten Endes auch so ein Stückchen von Widerstand gegen diese fettphobische Gesellschaft geleistet. Denn ich fand die schon immer zum Krotzen. Weil ich selber auch gemerkt habe, wie verurteilend ich war, aber immer gemerkt habe, ich bin selber eigentlich nicht so. Aber die Essstörung und das, was uns eben so propagiert wird, diese Angst, die uns regelrecht infiltriert wird, die ist gar nicht meine. Und wusstest du, dass der Schlankheitswahn eigentlich rassistische Wurzeln hat? Und dass es einen Zusammenhang zwischen dem Rechtsruck in unserer Gesellschaft und von Körperkontrolle gibt? Wenn nicht, dann bleib unbedingt dran, denn dann lass uns jetzt direkt mal in den ersten Teil davon eintauchen, nämlich in die rassistischen Wurzeln des Schlankheitswahns. Weil das zu verstehen, das hat mir nochmal so die Augen geöffnet und ich habe echt gedacht, so Halleluja. Ja, das müsste eigentlich überall, also jeder müsste das wissen, es würde schon mal so viel Macht nehmen. Und zwar gibt es, oder beziehungsweise gibt es ein Buch, das hat Sabrina Strings geschrieben und das heißt Fearing the Black Body, the Racial Origins of Fatphobia, also die Angst vor dem schwarzen Körper, die rassistischen Ursprünge der Fatphobie. Und darin geht es unter anderem darum, dass die Verehrung der Schlankheit in der modernen Gesellschaft weniger in der Medizinwissenschaft als vielmehr in rassistischen Ideen begründet ist, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind und zur Entstehung des Schlankheitsideals maßgeblich beigetragen haben. Weil heute wird einem natürlich oft erzählt, wenn du dick bist, dann bist du ungesund und stirbst früher und naja. Auch hier gibt es tatsächlich Studien, die das Gegenteil zeigen und dass sogar Menschen mit einem BMI von 26 oder 27, teilweise sogar, länger leben als diejenigen, die eher am unteren Rand unseres von mir so geliebten BMI-Normalgewichts sind. Und was ist eigentlich vor dieser Zeit passiert? Also bevor, wie gesagt, diese rassistischen Ideen sich so verbreitet haben, galt in Europa das Ideal der fülligen Frau, die für Wohlstand stand. Und wenn du, wie ich zum Beispiel neulich mal wieder in Dresden, durch die Gemäldegalerie der alten Meister gehst, dann wirst du dort kaum ein Bildnis einer nach heutigen Standards schlanken Frau finden. Ich glaube, ich habe kein einziges gesehen. Stattdessen siehst du dort aber Frauen mit fülligen, weichen Rundungen, die zur damaligen Zeit das absolute Schönheitsideal waren. Doch das hat sich leider mit dem Beginn des Sklaventums verändert. Denn damit ist ein neues Narrativ entstanden, welches besagt, dass weiß besser ist als schwarz. Und da die schwarzen Frauen oder auch Männer, aber eben vor allem auch Frauen, weil die trifft es ja am meisten, auch eher in kurvigen Körpern lebten, wurde Dünnsein zum Mittel, um moralische Überlegenheit auszudrücken. Das heißt, die Europäerinnen und Nordamerikanerinnen, die vielleicht auch Sklaven zu Hause hatten, die wollten sich von diesen schwarzen Sklavenen abgrenzen. Das heißt, Schlankheit galt auf einmal als Zeichen von Zivilisation und Überlegenheit, während Dicksein mit unkontrolliert und primitiv assoziiert wurde. Und diese Denkmuster wirken unbewusst bis heute und werden durch unsere Gesellschaft auch noch bestärkt. Denkt zum Beispiel gern mal an Bösewichte im Film. Wie viele von denen sind schlank und gut aussehend und wie viele werden entweder als extrem gemein oder auch dumm dargestellt. Und auch in den Medien werden dicke Menschen, ich nutze den Begriff dick übrigens ausschließlich beschreiben und möchte damit auch niemanden diskriminieren, aber in den Medien werden dicke Menschen oft auch ohne Kopf dargestellt. Kein Wunder. Denn mit einem strahlenden, selbstbewussten Lächeln wäre die Person auf dem Bild plötzlich gar nicht mehr so abschreckend, wie ein seelenloser Körper, der vielleicht nicht diesem Schlankheitsideal entspricht. Und der Punkt ist, wenn wir keine Angst mehr davor haben, also weil vielleicht die Frau, die da auf dem Bild gezeigt hat, eine mega hammer Ausstrahlung hat, dann ist es auch viel schwerer, uns irgendwelche Diätprodukte zu verkaufen, die eine Milliardenindustrie am Leben halten. Was bedeutet das für heute? Wenn wir Körper heute be- oder verurteilen, dann speisen wir dieses System immer noch unbewusst. Und der Punkt ist auch, oder wusstest du, dass auch die Body-Positivity-Bewegung ursprünglich aus der schwarzen Community kam? Also wenn man Social Media anguckt, dann habe ich das Gefühl, man sieht eigentlich nur weiße Frauen, die, weiß ich nicht, ihre Zellulite anmalen oder ihre Dehnungsstreifen und keine Ahnung. Also deswegen bin ich auch kein Freund von diesem, mein Körper sieht so aus oder so, also da ist auch so viel Fokus immer drauf. Und wirklich dicke Menschen, die können ihren Bauch nicht einfach einziehen oder sich vorteilhaft hinstellen. Das war so nicht gedacht, denn die radikalen Wurzeln dieser Bewegung entstanden eigentlich in den 1960ern. Und zwar aus der Fat Acceptance Bewegung, also der Fat Akzeptanz Bewegung, aus der Black is Beautiful Bewegung und der Frauenbewegung. Und ihr ursprüngliches Ziel war soziale Gerechtigkeit. Nicht nur Selbstliebe oder ich mal meine Dehnungsstreifen an. Den Frauen ging es also vor allem um Diskriminierung, um Zugang zu medizinischer Versorgung und um gleiche Rechte. Schwarze, dicke Frauen waren die Pionierinnen dieser Bewegung, was man heutzutage aber sehr, sehr leicht vergisst, weil, wie gesagt, man ja nur die Dinge auf Social Media sieht. Weitere Ziele dieser Bewegung waren außerdem das Bekämpfen unrealistischer Schönheitsideale, die Stärkung des Selbstwertgefühls und, also von jedem Einzelnen auch, und des Vertrauens in andere Menschen, weil das ist ja auch genau der Punkt, was wir nicht kennen, was fremd ist, davon haben wir, davor haben wir Angst. Da kommen wir dann an den zweiten Punkt auch nochmal drauf. Und die Bewegung geht außerdem davon aus, dass Schönheitsideale Konstrukte der Gesellschaft sind und dass diese Ideale das eigene Selbstwertgefühl nicht beeinflussen sollten, was es heute aber ja leider oft tut. Das heißt, die Grundidee der Bewegung ist, dass sich Personen in ihrem Körper wohlfühlen und ihre körperlichen Eigenheiten akzeptieren lernen. Das Ganze wurde aber ziemlich schnell kommerzialisiert, denn in den letzten Jahren wurde die Body Positivity zunehmend, ja auch mit Kampagnen von zum Beispiel Darf oder auch auf den Laufstegen oder so, es wurden auf einmal viel häufiger Plus-Size-Models sozusagen eingesetzt und der Fokus lag dabei aber auf dem Verkauf von Produkten, natürlich für die Schönheit. Und wie gesagt, auch die Modeindustrie hat ja etwas nachgezogen, also auch Victoria's Secret und so haben ihre Plus-Size-Models in ihren Kampagnen dann auf die Laufstege geholt, wobei man hier sagen muss, dass sie ja immer noch sehr wohlgeformte Frauen zeigen, also die eben wirklich zwar dicker sind, aber eben immer noch perfekte Rundungen haben oder die Rundungen auch an der richtigen Stelle. Es ist immer noch ein ganz schöner Bias da drin. Und paradoxerweise beginnt Plus-Size oder auch, dass du ein Plus-Size-Model sein kannst, bereits bei einer Kleidergröße von teilweise schon 38 bis 40, also einer völlig normalen Kleidergröße einer gesunden Frau, die eigentlich bei vielen immer noch am unteren Limit ist. Also wie viele Frauen, die ich kenne, tragen, Kleidergröße 40, 42, 44. Also wo ist das bitte Plus-Size? Und Body Positivity hat sich sozusagen in diesen Jahren zum Marketing-Tool entwickelt. Das scheint sich jetzt gerade eben auch schon wieder auf einem absteigenden Ast zu befinden, wie wir jetzt auch aufstrebend von Skinny Talk sehen und spätestens eben auch mit der Verbreitung von Osempic, wo, wie gesagt, auch die Menschen, die vielleicht noch für Kurven standen, also auch Kim Kardashian und so, also die sind ja alle irgendwie auf einmal super dünn geworden. Und diese Body Positivity, die da war, ist so ein Stück weit wieder auch auf diesem Rückzug. Oder Meghan Trainor, die ja ganz offiziell auch Werbung macht für diese GLP-1-Medikation, was unter anderem auch Osempic ist. Und mit All About The Base, ich weiß nicht, wer das Lied noch kennt, hier dieses You know I'm all about the base, about the base. Und damit ja eigentlich so als Body Positivity Vorbild stand, die eben auf einmal auch in einem super schlanken Körper da ist und wie gesagt sogar noch Werbung dafür macht. Also ja, selbst die Body Positivity, die vor ein, zwei Jahren noch da war, die ist inzwischen schon wieder ganz schön rückwärtsläufig, sagen wir es mal so. Aber da, wo wir sie eben heute noch sehen, werden vor allem Produkte verkauft, anstatt eben soziale Gerechtigkeit zu fordern, wofür es ja eigentlich auch stand. Und auch durch Instagram ist es, wie gesagt, zu einer krassen Verwässerung dieser Bewegung gekommen, denn vor allem weiße, schlanke Frauen haben sich unter dem Hashtag Body Positivity und ich nehme mich da nicht aus. Ich habe das am Anfang auch gemacht, bis ich kapiert habe, was da wirklich dahinter steckt und ich gedacht habe, okay, this is not my business. Ich bin in einem absolut normschön privilegierten thin privilege body recovered. Das steht mir gar nicht zu, diesen Hashtag zu benutzen. Und ich finde ihn eh auch sehr schwierig, weil Body Positivity auch oft mit Körperliebe gleichgesetzt wird, was ja wiederum wieder wahnsinnig viel Druck macht. Nee, wir müssen unseren Körper nicht lieben. Ihn anzunehmen und ihn gut zu versorgen, reicht auf einer Ebene schon. Aber was eben auf Social Media passiert ist, ist wirklich dieser Trend von ich liebe meine Dehnungsstreifen und wenn ich so sitze, dann sieht es so aus und das aber von Frauen, die vielleicht größte 36 tragen. Für die war das überhaupt nicht gemacht. Das heißt, ein Stück weit kann man echt sagen, dass diese Bewegung wirklich gentrifiziert wurde, wie ein hipper Stadtteil, an dem Ursprüngen oder beziehungsweise wo die ursprünglichen Bewohner verdrängt wurden. Weil wo sieht man denn heute wirklich eine schwarze Frau? Hast du schon mal eine gesehen? Also wahrscheinlich auf einem deutschen Social Media sowieso schon mal gar nicht. Also wenn man nicht wirklich gezielt danach sucht, ist es echt verdammt schwer. Und die, die sie am meisten brauchen, also mehrfach diskriminierte dicke Menschen, die werden in dieser Bewegung wiederum unsichtbar. Das heißt, aus mein Körper verdient Respekt und gleiche Rechte wurde, ich finde meine Zellulite okay. Und aus Systemkritik und politischem Aktivismus wurde Selbstoptimierung aber mit einem anderen Vorzeichen. Oder auch eben dieser enorme Druck, sich dann eben so annehmen zu müssen. Und deswegen haben sich gerade eben auch in der Ursprungsbewegung auch neue Begriffe als Gegenbewegung ausgebildet. Da gibt es zum Beispiel Aktivistinnen wie Jess Baker mit einem S übrigens nur, die sagen Fuck Body Positivity. Und die neue Begriffe wie Body Liberation, also Körperbefreiung, oder eben auch Body Neutrality eingeführt haben, um wieder ein bisschen zurück zu den radikalen Wurzeln auch zu kommen. Das heißt, mein Körper muss nicht schön sein, um Respekt zu verdienen. Und damit wir ihn auch, also ich jede für sich selber, ihn auch mit Respekt behandelt. Und ich selbst finde, also gerade den Ansatz der Body Neutrality, eben also der Körperneutralität, viel, viel hilfreicher. Und bin auch ein großer Freund davon, weil sie diesen ständigen Fokus vom Körper und seinem Aussehen und dem damit verbundenen Druck aber eben auch komplett wieder nimmt. Also ich sage ganz oft, hey, ich habe halt einen Körper, aber der ist nicht da, dass ich mich den ganzen Tag damit beschäftige. Also ich bin dankbar, ihn zu haben, aber ich habe jetzt nicht mehr ständig den Fokus darauf. Und das, finde ich, ist äußerst befreiend. Ja, und neben diesem Punkt und wie wir eben gerade auch gesehen haben, der Body Positivity, die an sich schon wieder auf einem Rückschritt ist, erleben wir gleichzeitig gerade auch, und ich weiß nicht, ob dir das schon mal aufgefallen ist oder du schon mal darüber nachgedacht hast, ich ganz, ganz lange jedenfalls nicht, erleben wir ja auch gerade einen ganz schönen massiven Rechtsruck in der Gesellschaft. Also sei das in Deutschland mit der AfD, sei das aber auch in Amerika mit Trump. Das ist kein Zufall. Und um da noch mal näher einzutauchen, möchte ich gerne mit dir noch mal hinschauen, wie hängen denn der Rechtsruck in der Gesellschaft und Körperkontrolle zusammen? Jetzt vielleicht, das soll da zusammenhängen. Aber ja, da gibt es leider einen Zusammenhang und der beginnt in den rechten Ideologien. Weil vielleicht erinnern wir uns noch an Geschichte, so an die 1940er. Die rechten Ideologien haben ja eine klare Vorstellung von sowohl der Frauenrolle als aber auch, also eigentlich generell erst mal vom Menschenkörper, aber eben auch von Frauen und der Frauenrolle und dem Frauenkörper. Und wie er im Idealfall auszusehen hat. Und wie wir wissen, ist Rechts ja gegen Diversität, gegen Andersartigkeit, gegen Menschen, also gegen Ausländer, gegen alles, was anders ist. Alles, was anders ist, ist ja super gefährlich in den Augen von Rechts. I don't get it. Ich meine, ich bin in Dubai. Hier ist jeder anders. Und ich liebe diese Vielfalt. Ich liebe diese Menschen. Ich liebe es, verschiedene Kulturen kennenzulernen und kann das einfach nicht nachvollziehen und will ich auch gar nicht. Aber es ist eben genau dieser Punkt, diese Angst vor dem Anderen macht auch die Angst vor Diversität, die Angst vor Körpern, die anders oder unterschiedlich aussehen. Und das Ideal dieser rechten Ideologien ist weiß, ist schlank, langhaarig, weiblich, aber mit den richtigen Proportionen. Also die Kurven müssen auch schon an der richtigen Stelle sein. Und erinnerten uns nicht zufällig wirklich an die NS-Zeit, wo die Körper ja sogar noch nach Idealen vermessen wurden und blond und blauhaugig für höchste Reinheit standen. Und um das mal ein bisschen zu untermauern mit konkreten Beispielen, also die Magerfrauen, ich kann nicht Englisch denken und dann Deutsch sprechen, Magerfrauen in den USA, also die Make America Great Again Frauen, die sehen ja auch irgendwie alle identisch aus. Und auch der Trend der Treadwives, ich weiß nicht, ob du dich damit schon mal beschäftigt hast, aber das sind die Frauen, die zu Hause sitzen und für einen Mann kochen. Ist ein übelster Trend auf Social Media, also gib mal gerne Hashtag Treadwife ein. Zeigt vor allem ein Frauenbild. Ultraschlank, ultraweiß und ultrahappy, während sie für ihren Mann kochen, Socken falten und Wäsche waschen kann, damit er dann nach einem langen Arbeitstag glücklich nach Hause kommt. Und auch die AfD oder auch rechte Influencer propagieren traditionelle Schönheit und ich meine, wenn wir uns die Spitzenpolitikerin der AfD, also Alice Weidel, anschauen, dann entspricht ihr diesem deutschen Ideal, blond, schlangen, groß, blauäugig. Echt erschreckend. Warum funktioniert das Ganze jetzt? Also die rechte Politik, die hat extreme Angst, wie gesagt, ja vor Fremdheit und Andersartigkeit und die Angst vor dem Anderen wird daher eben auch auf unsere Körper projiziert. Das heißt, Schlankheit gilt, mal wieder, kennen wir jetzt irgendwie gerade so schon aus dem Rassismus, wieder als Zeichen von Disziplin und Kontrolle, Überlegenheit. Und dick sein wird mit Verfall und Degeneration verbunden. Also auch hier. Und Körper, insbesondere von Frauen, werden zur politischen Aussage. Und was ich auch sehr erschreckend finde, aber auch sehr einleuchtend, gerade wenn ich überlege, wie es mir damals ging, als ich eben, ja, wirklich noch völlig unterernährt war, ist, dass Diäten letzten Endes, also es gibt eine Frau Naomi Wolf und die hat eine sehr spannende, aber auch sehr wahre These aufgestellt. Und zwar hat sie gesagt, Diäten sind das stärkste politische Beruhigungsmittel. Let that sink in. Warum? Eine hungernde Frau, die hat keinen Kraft für Widerstand. Denn alle Zeit, alle Energie und alle Ressourcen fließen ja in ihre Körperoptimierung. Wie soll man sich da noch um was anderes beschäftigen? Also ich wäre in meiner Recovery, ich hatte null Zeit für irgendwas anderes. Ich hatte keine Hobbys mehr, außer in Kochbücher gucken. Ich wäre bestimmt noch eine gute Treadrive gewesen, dann hätte ich den ganzen Tag kochen können. Aber ja, du hast einfach die Kapazität nicht mehr. Also prüf gerne mal für dich, wie viel Kapazität hast du wirklich für andere Dinge, für Dinge, die dir Freude machen, für keine Ahnung. Also wie sieht dieser perfide Mechanismus im Alltag aus? Wenn du morgens zum Beispiel schon dank deines Intervallfastens mit nicht vorhandener Energie oder wenig Energie zu deinem Pilates gehst oder erstmal eine Runde Joggen gehst, mittags dann mit Kalorien zählen und Kochen von cleanen Mahlzeiten beschäftigt bist, abends nochmal ein Workout einschiebst und nachts mit Gedankenkarussell an Essen beschäftigt bist, dann hast du keine mentale Kapazität mehr für politisches Engagement oder um Dinge kritisch zu hinterfragen. Das ist einfach langgelegt. Und das ist aber auch genau das, was das System will. Nämlich Frauen beschäftigt mit sich selbst halten. Außerdem ist Selbsthass unglaublich profitabel. Das ist eine Milliarde in Industrie und ich denke mir das auch, also was man alles optimieren kann. Also das geht ja nicht nur beim Körper los. Ich meine, wo hört das denn auf? Dann altern wir, ja super, können wir Haare färben, dann können wir die Falten weg, botoxen und hier gibt es noch sämtliche andere Mittel, von denen ich noch nie was gehört habe. Also Butt-Lift, keine Ahnung, was man nicht alles machen kann. Je mehr wir uns hassen, desto besser für die Industrie. Außerdem sind schwache Frauen sehr praktisch, denn schwache Frauen stellen keine Fragen. Und erschöpfte Frauen leisten keinen Widerstand. Es sei denn, wir gehen in die Recovery. Denn Recovery ist durchaus ein Widerstand. Und deswegen ist unsere Recovery auch ein politischer Akt. Denn damit unterbrechen wir das System, indem wir zum Beispiel uns diesem Schlankheitsdiktat verweigern und uns erlauben, zu sein, wie wir selbst eben sind. Also auch wir selber zu sein. Indem wir den Raum annehmen, den die Gesellschaft versucht, uns zu verweigern. Ich meine, wenn wir uns alle annehmen würden, das wäre der Tod der Industrie, die würde morgen zusammenbrechen. Indem wir aufhören, diese Millionenindustrie eben auch noch zu füttern. Ich meine, wie viel mehr kostet ein High-Protein-High-Keine-Ahnung-Was, Pudding-Produkt, keine Ahnung-Was, was aber nur ein Pudding ist, wo was zugesetzt wurde. Wozu? Weil jedem gerade erzählt wird, dass Proteine so toll sind. Mache ich vielleicht noch mal eine eigene Folge dazu. Und diese Industrie, wie gesagt, die lebt von unseren Unsicherheiten. Indem wir aber zeigen, hey, es gibt ein Leben jenseits der Kontrolle und das fühlt sich nicht etwas schlechter an, sondern besser, wenn wir da wirklich mal angekommen sind und vor allem auch freier. Also ich habe wirklich nicht das Gefühl, dass ich jetzt sagen muss, ich muss diesen Trend mitmachen oder diesen Trend. Unser Körper ist doch kein Trend. Und auch eine Ernährung. Wenn eine Ernährung ein Trend ist, dann halten wir die nicht ein Leben lang durch. Alles, was wir nicht ein Leben lang durchhalten, ist eine Diät, die letzten Endes zum Scheitern verurteilt ist. Das heißt, wir sind immer wieder entfernt von uns selber. Und aus meiner Erfahrung kann ich wirklich sagen, als ich mich für meine Gesundheit und auch die Freiheit und damit eben mein Leben entschieden habe und zugenommen habe, war das eine sehr aktive Entscheidung, mit der ich mich auch aus der Ohnmacht von und ich muss X sein oder ich muss Y sein, um gemocht zu werden, rausgeholt habe. Weil das war ja genau der Punkt. Ich habe immer überlegt, wie muss ich sein, dass ich gemocht werde, dass ich akzeptiert bin, dass ich einen Modeljob kriege, dass ich bitte ergänzen. Und ich habe aber zu diesem Zeitpunkt, auch als ich mich für die Gewichtszunahme entschieden habe, auch entschieden, mich anzunehmen, egal wie das Endresultat aussieht. Das wusste ich ja nicht. Und weil ich neulich auch gefragt wurde, ob ich das alles auch getan hätte, wenn ich mehrgewichtig, also in einem mehrgewichtigen Körper recovered wäre. Also erstens, wir wissen das ja nicht, aber weil ich das ja nicht wusste, also von Anfang an wusste ich nicht, wo mein Gewicht enden wird. Und ich habe mich mit dem Gedanken angefreundet, dass es auch ein mehrgewichtiger Körper werden kann. Und ja, natürlich hatte ich Angst davor, weil ich war eben auch noch sehr in dieser Gesellschaft verhaftet. Aber ich wusste auch, und wenn es so ist, dann ist es der einzige Weg, um frei zu werden. Das heißt, ich habe schon wirklich mich mental auch vorbereitet, dass das passieren kann. Und der Punkt ist aber, mit jedem Bissen mehr und jeder Delle mehr, die ich an meinen Beinen akzeptieren gelernt habe, habe ich mir selbst auch die Erlaubnis gegeben, dass es okay ist, in der Hoffnung, auch andere Frauen zu ermutigen und vielleicht jetzt auch gerade dich, das Gleiche zu tun. Hey, über 80, wenn nicht sogar 90 Prozent der Frauen haben Cellulite und das ist total normal. Selbst Promis haben Cellulite. It is normal. Wir haben einfach ein anderes Bindegewebe. Und ja, wir können da ein Leben lang gegen ankämpfen, ancremen und keine Ahnung was. Weg geht es davon trotzdem nicht. Wie gesagt, selbst als ich super, super dünn war, hatte ich immer noch Reste von Cellulite. Ich kenne hier Menschen oder sehe hier Menschen in Dubai, die wirklich mehr als untergewichtig sind. Die haben Cellulite. Es gibt Dinge, da können wir ein Leben lang gegen kämpfen. Wir können ein Leben lang gegen unseren gesunden Körper kämpfen, aber Kampf macht nicht glücklich. Das heißt, wenn wir es doch eh nicht ändern können, wie wäre es denn dann, wenn wir versuchen, es zu akzeptieren? Und wie gesagt, mit meinem gesunden Körper und auch dem Lebensstil, den ich letzten Endes jetzt auch habe, möchte ich einfach auch zeigen, es geht anders und nicht nur dünn ist glücklich. Und ja, ich weiß, ich habe einen sehr privilegierten Körper bekommen für diese Gesellschaft, aber auch andere und ich selber würde trotzdem sagen, für mich früher wäre der zu viel gewesen. Das heißt auch hier, man kann es nicht richtig machen, aber nicht mehr, oder sagen wir mal, nicht dürre, nicht zu dünn, nicht Modelmaßdünn, nicht, was auch immer das wieder ist, macht glücklich, sondern authentisch und echt macht glücklich. Sich selber leben zu lassen, sich so anzunehmen, wie man ist, macht einen auch verdammt unangreifbar. Da kann mir die Gesellschaft sonst was erzählen. Ich weiß doch, wie es ist, weil ich es erfahren habe und weil ich weiß, wie es auf der anderen Seite aussieht. Also ich kenne beide Seiten der Medaille. Und vielleicht hast du das Gefühl, dass du alles falsch machst, wenn du dir erlaubst, zu heilen und zuzunehmen, gerade wenn du vielleicht auch ein Umfeld hast, was ähnlich unterwegs ist. Und es ist ja auch kein Wunder, wenn gefühlt jeder auf Social Media und in der Gesellschaft, wie gesagt, das Gegenteil tut. Unterstützt dann auch noch von neuen Möglichkeiten wie Osempic und Co. Und vielleicht sagt dir dein essgestörter Anteil auch, siehst du, alle werden gerade wieder dünner. Ja, aber werden sie dadurch glücklicher? Werden sie dadurch gesünder oder freier? Also ich wurde es jedenfalls nicht. Auch, und das ist ja das Paradoxe, wenn das Bild, was ich auf Social Media damals nach außen gezeigt habe, genau das vermuten ließ. Also wie gesagt, ich wäre damals die perfekte Skinny-Talk-Influencerin gewesen. Ich habe das Leuten teilweise so verkauft. Ich habe meine Skinny-Ernährung und ich bin essernfallfrei und ich habe überhaupt keine Cravings und na, na, na. Ja, hatte ich nicht. Toll. War ich glücklich? Nee. Ich war einfach nur noch eine Hülle. Innerlich leer, kraftlos, periodenlos, dünn wie mein Leben. Und ja, mit der Entscheidung für die Recovery schwimmst du gegen den Strom. Aber wieso sollte das etwas Schlechtes sein? Außer für die Industrie, die uns dann nicht mehr gegen unsere vermeintlichen Makel, also nichts mehr dagegen verkaufen kann. Oh Gott, wie viele Cremes werden auf einmal nicht mehr verkauft. Oder schlecht, vielleicht außer für die rechte Politik, deren Konformität wir damit sprengen. Sorry, not sorry. Außer für diejenigen, die davon profitieren, dass wir zu wenig Energie haben, um unsere eigene Meinung und unsere eigenen Gedanken zu haben und diese Gesellschaft auch kritisch zu hinterfragen. Die Frage ist doch, lebst du für die und machst es ihnen recht oder lebst du für dich und gestaltest dir ein authentisches Leben in vollkommener Unabhängigkeit von diesen Vorstellungen, aber nach deinen sunden Werten. Denn für Menschen, die dich lieben, musst du dich nicht verändern. Für bedingungslose wahre Liebe musst du nicht schöner sein, nicht dünner sein, nicht definierter sein, nicht disziplinierter sein. Nichts davon. Dafür, und das ist die Grundvoraussetzung auch dafür, reicht es echt zu sein. Denn nur so findest du auch Menschen oder auch den Menschen, wenn es um Partnerschaft geht, der wirklich zu dir passt und bei dem du eben nicht ständig in Angst leben musst, dass er dich wieder verlässt, weil du dich vielleicht durchs Altern oder durch die Schwangerschaft wieder veränderst. Also, was wäre, wenn dein Körper in seiner natürlichen Form eine Revolution ist? Wenn Essen ohne Schuld ein Widerstand gegen Kontrolle und eine milliardenschwere Industrie darstellt? Wenn Bewegung aus Freude die Ablehnung des gesellschaftlichen Zwangs bedeutet? Und du damit nicht nur Raum für dich, sondern auch für andere Frauen schaffst, indem sie sich zeigen können, wie sie sind mit all ihren Eigenheiten, Imperfektionen und ihrer Einzigartigkeit. Also, was kannst du jetzt konkret tun? Zunächst einmal Bewusstsein schaffen. Also, hinterfrag dich gern mal, wem nutzt denn meine Angst vor der Gewichtszunahme? Wer profitiert davon und will ich die unterstützen? Also, was könntest du jetzt tun? Du könntest wirklich Accounts entfolgen, die diese Uniformität propagieren und eben dieses eine Körperideal, welches du, wenn überhaupt, nur durch strenge und extreme Kontrolle erreichen kannst. Du könntest diversen Körpern und Menschen, die einfach, ja, dich emotional inspirieren, folgen. Ich habe so viele tolle Frauen wirklich, die jetzt definitiv nicht in diesen klassisch körperlich schlanken Ideal, in dieses Idealbild reinpassen, die aber eine mega Hammer Ausstrahlung haben, die einfach cool sind, die zeigen, was geht, wie man sich eben auch kleiden kann, dass man sich eben nicht irgendwas verwehren muss, weil wie oft höre ich auch, aber ich mag meine Klamotten und ich mag Mode. Ja, darfst du, du darfst das Gleiche auch in einer anderen Körperform machen. Ja, es sieht anders aus, aber ich feiere jede Frau, die sich traut, hier bauchfrei oder einfach ihre kurzen Hosen anzuziehen. Das war für mich echt ein Revolutionsakt, mit der Zellulite mir auch eine kurze Hose zu holen und zu sehen, oh, da guckt sie zwar raus, aber ich gehe jetzt trotzdem damit auf die Straße. Aber ich finde es mega mutig und ich finde es scheiße, dass man es mutig finden muss, weil es sollte einfach normal sein. Und wie gesagt, wenn du zu viel in dieser Bubble auch verbracht hast oder dich vielleicht auch zurückgezogen hast, dann geh mal nach draußen, geh ins Schwimmpfad oder in die Sauna und umgib dich wirklich mal mit echten Körpern anstatt einer Filter- und KI-generierten Social-Media-Bubble. Und wenn du möchtest, dann schreib mir sehr, sehr gern auch eine Mail oder schreib mir auf Instagram, was vielleicht dein Recovery-Akt des Widerstands sein könnte. Also wie du dich vielleicht auch, weil du dich dafür entscheidest, du musst ja nicht, aber falls du das möchtest oder dich das vielleicht auch inspiriert hat, wie du sagst, okay, das will ich vielleicht nicht mehr mitfüttern. Also ich freue mich mega über deine Nachricht und teile diese Folge auch gern mit jemandem, der wissen sollte, dass die Recovery eben wichtig ist und dass es so viel mehr gibt und die dieses Wissen eben auch empowert und die vielleicht auch sagt oder die vielleicht so eine kleine Revolutionärin ist und sagt, ey nee, da mach ich nicht mehr mit. Also wie du siehst, deine Recovery ist nicht nur, ich meine klar, es geht in erster Linie um dich, aber es ist nicht nur ein privates Projekt, auch wenn es natürlich in erster Linie erst mal um deine Gesundheit und deine Sicherheit geht. Es ist, oder siehst du auch, ein öffentliches Statement gegen ein krankes System und jedes Mal, wenn du dich satt isst, während andere um dich herungern, herungern, herungern ist auch ein geiles Wort, andere um dich herum hungern, schaffst du Raum. Also bleib dran, auch wenn du gerade schon ein Stück des Weges gegangen bist und vielleicht Zweifel kommen, nicht nur für dich, sondern wirklich für uns alle, weil letzten Endes sind wir die Gesellschaft und wenn wir nicht mehr mitspielen, dann haben wir die Chance, wirklich auch was zu verändern. In diesem Sinne, ich hoffe, das hat dich ein Stück weit inspiriert, vielleicht auch nochmal zum Nachdenken gebracht und ja, ich wünsche dir einfach alles, alles Liebe. Ich muss jetzt erst mal Nasen putzen gehen. Sorry, aber ich bin froh, dass es so geklappt hat und ich danke dir, dass du wieder dabei warst. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfondiger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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