Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#28 Wenn dein Körper „zu viel“ zunimmt - Overshoot erklärt

Wie du deinem Körper trotz Angst vertrauen lernst

22.10.2025 39 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode spreche ich darüber, warum dein Körper manchmal während der Recovery über das hinausgeht, was du für dein „Zielgewicht“ hältst oder dein Set Point ist - und warum das nicht „zu viel“ ist, sondern genau das, was er zum Heilen braucht. Denn der härteste Teil der Recovery beginnt oft genau dann, wenn von außen niemand mehr versteht, warum du weitermachst - im Normalgewicht, aber noch nicht wirklich frei.

 „Das reicht jetzt aber mit der Zunahme, nicht dass du ins andere Extrem kippst.“ Kennst du solche Sätze? Sie treffen dich mitten ins Herz, genau dann, wenn dein Gewicht über dein früheres „Normalgewicht“ oder deinen Set Point hinausgeht - das, was viele Overshoot nennen. Die Angst wird riesig. Aber was, wenn genau diese Angst dich davon abhält zu heilen? 
 
Ich erinnere mich noch so gut an meine eigene Panik, als ich merkte, dass mein Körper über das hinauszugehen schien, was ich für „sicher“ hielt und meine Therapeutin mir als Zielgewicht gesetzt hatte. Die Angst war lähmend. Wie sollte ich ihm vertrauen, wenn alles in mir schrie: „STOPP, das wird zu viel!“ Ich hatte kein echtes Vor-ES-Gewicht, an dem ich mich orientieren konnte - mein Essverhalten war schon seit der Grundschule merkwürdig. 
Und genau deshalb möchte ich heute mit dir über ein Phänomen sprechen, das viele in der Recovery erleben: Overshoot - das temporäre Überschreiten deines Gewichts von vor der Restriktion oder deines natürlichen Set Points. Manche nennen es auch „Recovery Weight“ oder „Healing Weight“. Und kaum jemand versteht, dass dieses „Mehr“ nicht zu viel ist, sondern genau das, was dein Körper zum vollständigen Heilen braucht. In dieser Episode zeige ich dir, wie du trotz dieser massiven Angst den Mut findest, deinem Körper zu vertrauen. Denn ohne dieses Vertrauen hätte ich damals fast wieder das Handtuch geworfen. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Was Overshoot wirklich bedeutet
  • Was die Minnesota Starvation Study aus den 1940er Jahren darüber herausgefunden hat
  • Warum es überhaupt zum Overshoot kommt
  • Meine persönliche Geschichte mit Overshoot und was mir konkret geholfen hat, mich final heilen zu lassen
  • Warum der härteste Teil der Recovery oft im Normalgewicht beginnt – wenn von außen niemand mehr versteht, warum du weitermachst
  • Wie du trotz massiver Angst („Was, wenn es nie aufhört?“) Schritt für Schritt Vertrauen zu deinem Körper aufbauen kannst
  • Den Unterschied zwischen „normalgewichtig sein“ und „wirklich frei leben“ - und warum Quasi-Recovery eine gefährliche Falle ist
 Diese Episode ist für dich, wenn...
  • du massive Angst davor hast, dass dein Körper „nie aufhört“ zuzunehmen – und lernen willst, ihm trotzdem zu vertrauen
  • du im Normalgewicht bist, aber immer noch Kontrolle, Angst und Gedanken um Essen dein Leben bestimmen - und nicht weißt, ob du „weitergehen darfst“
  • du verstehen willst, warum dein Körper während der Recovery manchmal über dein „Zielgewicht“ oder deinen Set Point hinausgeht – und wie du die Panik in Vertrauen verwandeln kannst 
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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Ich habe dir heute eine Folge mitgebracht zu einem Thema, wozu ich neulich auf Instagram eine Frage gesehen habe. Und zwar lautete die Frage, was denkst du über Overshoot, um gesund zu werden in der Recovery? Ja, falls du jetzt noch keine Ahnung hast, was Overshoot eigentlich meint, dann bleib unbedingt dran, denn dieses Thema kommt tatsächlich gar nicht so selten vor. Und was dich in dieser Folge erwartet ist Aufklärung über ein Phänomen, das in der Recovery auftreten kann und oft ein Grund ist, warum viele Betroffene, und auch ich beinahe, panisch werden und wieder zurückgehen. Und das wird oft sogar noch befeuert von Kommentaren wie, das reicht jetzt aber mit der Zoonahme, nicht, dass du uns andere extrem kippst. Ja, das habe ich genauso auch schon von meinen Coachis gehört und ich könnte jedes Mal jeden, der das sagt, einfach nur schütteln. Ja, aber falls du dich jetzt wirklich fragst, lass uns erstmal einsteigen. Was ist denn Overshoot überhaupt? Der Begriff Overshoot oder auch Recovery Weight oder Healing Weight genannt, meint das temporäre, wichtig, temporäre, also zeitlich begrenzte, Überschreiten des Voressstörungsgewichts oder Setpoint-Gewichts, wobei es sich, wie gesagt, bei dem Setpoint eher um eine Range handelt, die durchaus auch um drei bis fünf Kilo schwanken kann. Also, wichtig, es handelt sich beim Overshoot nicht um ein zu viel, sondern es ist genau richtig für das, was dein Körper zum Heilen braucht. Denn manchmal braucht er, um diesen Prozess wirklich durchführen zu können, erstmal ein bisschen Extragewicht, also das, was ich Healing Weight oder Recovery Weight auch nenne. Und damit kommen wir auch zu dem Punkt, warum ich diesen Begriff Overshoot auch sehr problematisch finde, denn Overshoot impliziert ja, also Overshoot meint ja, wenn wir es auf Deutsch übersetzen, das Überschießen. Und das impliziert, dass du über das Ziel hinausgeschossen bist. Als wäre das ein Fehler. Aber das ist es ja gar nicht, im Gegenteil. Bessere Begriffe sind deswegen, wie gesagt, das Healing Weight, Heilungsgewicht oder auch Regenerationsgewicht. Denn es gibt kein so viel, sondern es ist wirklich genau das, was dein Körper zur vollständigen Heilung braucht. Wichtig, weil ich ja auch gesagt habe, das ist das Voressstörungsgewicht. Wenn du noch in der Entwicklung warst, als du deine Essstörung entwickelt hast, dann hast du kein Voressstörungsgewicht, welches du überschreiten kannst. Denn du kannst dich ja nicht mit deinem Ausgangsgewicht, welches du vielleicht mit 14, 16 oder 17 hattest, vergleichen oder dich daran orientieren. Da warst du noch im Wachstum und in der Entwicklung. Da hatten wir, wie gesagt, noch nichts. Also es wäre etwas schlimm, wenn wir wieder so viel wiegen würden wie 16, wenn wir jetzt vielleicht 30, 40 oder 50 sind. Das wäre merkwürdig und auch nicht gesund. Und auch bei mir war es so, dass ich während meiner Recovery oder so, bevor ich eigentlich auch reingegangen bin, weil ich wollte ja gerne Sicherheit, ich echt überlegt habe, was denn wohl mein echtes Gewicht eigentlich ist. Aber da ich auch bereits seit der Grundschule ein merkwürdiges und auch ungesundes Essverhalten hatte, gab es das ja bei mir gar nicht. Und dann geht es eher darum, dich zu deiner Set Range, also diesem Gewichtsbereich, wo du einfach am gesündesten bist, kommen zu lassen und überhaupt auch erstmal rauszufinden, wo die überhaupt liegt. Mit der Erlaubnis aber auch, darüber hinaus zuzunehmen, ohne eben wieder gegenzusteuern. Was, wie gesagt, leider sogar in Kliniken oder auch von Ärzten manchmal befürwortet wird mit Sätzen wie, oh du, sie haben jetzt Normalgewicht erreicht, sie können jetzt wieder weniger essen. Oder noch schlimmer, jetzt müssen sie aber aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Und das ist super gefährlich und hindert den Heilungsprozess und habe ich leider allzu oft schon gehört. Ich möchte dir gerne, weil ich weiß, manchmal hilft so ein bisschen Wissenschaft im Hintergrund, nochmal oder beziehungsweise insgesamt auch nochmal auf die Minnesota Starvation Studie zurückgreifen und die auch ein bisschen als einen Beweis anführen. Und zwar war es ja so, dass sie in den 1940er Jahren 36 gesunde Männer ohne Essstörung bewusst unterernährt haben. Also die haben wirklich, das war die Semistarvation Studie, also die haben sie wirklich auf die Hälfte ihrer normalen Kalorien runtergesetzt. Und das Ergebnis war, dass einerseits natürlich alle abgenommen haben und auch viele Verhaltensweisen entwickelt haben, die man eben auch in der Essstörung entwickelt, aber auch fast alle nach der Hungersphase durchschnittlich 10% über ihr Ausgangsgewicht zugenommen haben. Das klingt jetzt vielleicht erstmal gruselig, aber innerhalb eines Jahres pendelten sie sich auch ganz natürlich wieder auf ihr ursprüngliches Gewicht ein, weil sie eben nicht nochmal auf eine neue Diät oder in eine erneute Restriktion gekommen sind. Das heißt, ihr Körper hat das von ganz alleine genacht, indem er zum Beispiel Leptin und Grelin, also Hunger- und Sittigungshormone, reguliert hat und sich wieder sicher gefühlt hat. Das zeigt, Overshoot ist eine biologische Notwendigkeit und keine persönliche Schwäche oder Versagen oder keine Ahnung was. Also da hat man nichts falsch gemacht, im Gegenteil. Warum kommt es denn nun aber überhaupt zum Overshoot? Ich möchte gerne mit dir nochmal so ein bisschen in die biologischen Mechanismen dahinter auch einsteigen, weil ich finde immer, was man versteht, ist vielleicht auch ein bisschen leichter anzunehmen, beziehungsweise dann auch damit umzugehen. Zum einen ist es natürlich so, dass wir, wenn wir in eine Hungersnot kommen, also wir zu wenig Energie haben, der Körper in einen Survival-Mode fällt. Das heißt, es schützt dich, indem er wirklich in diesem Überlebensmodus einfach erstmal alles runterfährt. Das heißt, nach einer Hungersnot, und da ist es deinem Körper völlig egal, ob das durch eine Diät oder durch eine Essstörung oder durch einen tatsächlichen Mangel, durch eine Hungersnot zum Beispiel passiert ist, aktiviert der Körper diese Überlebensmechanismen. Denn er weiß ja nicht, ob vielleicht nicht nochmal die nächste Hungerphase kommt. Und die ist echt bedrohlich. Und deswegen, wenn er merkt, okay, scheiße, hier war eine Hungersnot, denkt er sich, okay, falls wieder eine kommt, ich lege mal ein paar Reserven bereit. Und das macht er bevorzugt in Form von Fett, weil es einfach der effizienteste Weg ist, sich einen Schutz für zukünftige Hungersnot sozusagen zu speichern. Und das ist ein ganz uralter Überlebensmechanismus. Das heißt, unser primitives Gehirn unterscheidet nicht zwischen einer Hungersnot, einer freiwilligen Diät oder eben einer handfesten Essstörung. Er merkt nur, oh oh, nicht genug Energie, Notfall, Notfall. Der zweite Grund oder beziehungsweise der zweite Mechanismus ist der Reparaturmodus. Denn dein Körper heilt. Und zum Heilen braucht er zusätzliche Energie für die Reparatur von Gewebe und Organen. Deswegen kommt es auch häufig zum Extremhunger. Die, ja, wie gesagt, also die Organe und Gewebe, also alles Mögliche, wurde ja während der Essstörung geschädigt. Das betrifft zum Beispiel, also wenn wir dann in die Recovery gehen, den Wiederaufbau von Knochen. Also zum Beispiel auch Osteoporose oder Osteopenie rückgängig machen. Muskeln wiederaufbauen und reparieren. Organe, Herz, Leber, Niere, die alle nehmen, schaden, wenn wir zu lange unterernährt sind. Den Hormonhaushalt wieder regulieren. Gehirnfunktionen wieder normalisieren. Das Verdauungssystem wieder auf Schwung bringen, weil vielleicht merkst du es, in der Recovery hat man sehr häufig ja auch Verdauungsprobleme, dass das Essen ewig im Magen liegt oder im Blähbauch oder Völlegefühl, auch nach Miniportionen, also alles Mögliche. All das möchte repariert werden. Und dann gibt es noch die Energieschuld. Denn nach längerer Restriktion baut sich sozusagen eine Energieschuld auf, also ein Defizit, das der Körper wieder ausgleichen muss. Wenn wir immer zu wenig gegessen haben, dann merkt sich der Körper was dabei, das weil der weiß ja, hey, das und das hätte ich gebraucht. So und so viel ist aber nur gekommen. Das heißt, du hast bei deinem Körper Schulden, wie bei einem Bankkonto, was ins Minus geraten ist. Heißt, es reicht nicht nur, deine normale Energie zu essen, also was normalgesunde Menschen an Energie benötigen, zum Beispiel 2500 bis 3000 Kalorien, sondern dein Körper muss auch die nicht gegessenen Kalorien aus den Monaten oder Jahren davor nachholen und das Minus davon zurückzahlen. Deswegen, wie gesagt, kommt es auch häufig zum Extremhunger oder auch zum heilenden Hunger, der dem Körper eben hilft, diese Energieschulden auch abzuzahlen. Hör dir super gerne auch nochmal die Podcast-Folge dazu an oder hüpfe auch gerne mal in Find Your Satisfaction-Kurs, der das nochmal viel, viel umfassender wirklich auch beschreibt, erklärt und dir auch zeigt, wie du da wieder rauskommst. Und da der Körper Angst hat, dass du gleich wieder ins Minus fällst, braucht er sozusagen einen Puffer für echte Stabilität und Sicherheit. Mehr dazu erfährst du auch, wie gesagt, in dem Find Your Satisfaction-Kurs. Wann und wie lange tritt jetzt Overshoot auf? Also ganz wichtig nochmal, Overshoot tritt nicht bei allen auf, aber eben wirklich bei sehr vielen. Und besonders häufig tritt es auf, wenn zum Beispiel es eine längere Essstörungsdauer war oder es wiederholte Diätzyklen sind, also auch bei Jojo-Diäten oder möglicherweise auch bei einem sehr frühen Essstörungsbeginn, weil der Körper muss sich ja überhaupt erst mal überlegen, wo gehöre ich eigentlich hin? Zur Dauer des Overshoots ist es natürlich jetzt super tricky, da was Genaues zu sagen. Deswegen bitte häng dich nicht an der Zahl auf. Also das ist wirklich nur eine grobe Orientierung, damit du weißt, okay, es kann einfach auch ein Stück weit dauern. Aber typischerweise sind es so sechs Monate bis zwei Jahre nach Beendigung, wichtig, nach Beendigung aller Essgestörten Verhaltensweisen. Du hast gesehen, in der Minnesota Starvation-Studie, also in der Hungerstudie, hat es bei den Männern ungefähr ein Jahr gedauert. Also es muss jetzt keine zwei Jahre dauern. Ich will dir da keine Angst machen, aber ich möchte, dass du deinem Körper genug Zeit gibst für diese Heilungsprozesse. Denn der Körper muss sich sicher fühlen, dass keine neue Hungersphase kommt. Und je häufiger er Hungerphasen erlebt hat, desto vorsichtiger wird er natürlich und desto länger beschützt er dich gegebenenfalls. Und erst, wenn er sich wirklich sicher fühlt, beginnt er, die Reserven abzubauen. Jetzt fragst du dich vielleicht, um wie viel Overshoot ist da jetzt normal? Ich weiß, unsere Gehirnsuchtssicherheit. Auch das ist, du rätst es vielleicht, sehr individuell. Wie gesagt, bei der Minnesota-Studie waren es durchschnittlich ungefähr 10% mehr. Aber auch das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel der Dauer der Essstörung, dem Ausmaß, der Restriktion, der vorherigen Diätgeschichte. Je mehr Diäten, desto mehr Sicherheit braucht dein Körper. Aber auch vom Alter, weil Teenager wachsen natürlich noch. Das heißt, die haben natürlich kein Voressstörungsgewicht. Deswegen kann man das halt auch nicht als Maßstab nehmen. Und eine Angst oder das, was mir auch häufig begegnet, ist so ein bisschen diese Befürchtung von, ja, aber was, wenn ich jetzt für immer so bleibe? Und ja, ich weiß, das ist auch verständlich, weil dem Körper zu vertrauen ist ja genau das, was so schwerfällt. Und die Wahrheit, die meisten Menschen kehren innerhalb von zwei Jahren wirklich ganz natürlich zu ihrem Setpoint zurück. Aber nur, wenn sie den Prozess nicht unterbrechen und erneut eine Diät machen oder wieder restriktiv essen und ihren Körper wieder in ein Energiedefizit bringen, kann auch durch übermäßigen Sport sein. Das heißt, jeder versucht, das Overshoot-Gewicht zu reduzieren, verlängert den Prozess oder startet ihn neu. Und erfahrungsgemäß ist das jedoch der schwierigste Teil, in dem auch meine Coaches intensive Unterstützung benötigen, um dann wirklich auch dran zu bleiben. Also dieses Dranbleiben in der Recovery generell, aber eben auch genau in dieser Phase, ist durchaus eine Herausforderung. auch und besonders, wenn man vielleicht von außen schon wieder, ich sage es jetzt mal in Anführungszeichen, fertig aussieht und das Umfeld oder vielleicht sogar auch Therapeuten oder Ärzte meinen, dass es ja jetzt genug ist oder man ja jetzt langsam mal aufpassen müsste, was wiederum auch die Angst vor Kommentaren im Außen und die Angst auch vor einem mehrgewichtigen Körper natürlich füttert, was einfach kontraproduktiv ist. Und vielleicht denkst du selber auch, boah, aber das ist doch viel zu viel Gewicht und nochmal 10 Prozent mehr und oh, nee und eh. Ja, dein Essstellungsgehirn wird dir sagen, dass jedes Gramm zu viel ist. Aber ganz ehrlich, wann war es deine Essstörung? Geh mal nicht zu viel. Also das Wichtigste, dein Körper war in einem Überlebensmodus. Das wirklich erst mal auch anzuerkennen und deinem Körper auch, naja, ich weiß, Dankbarkeit ist manchmal ein bisschen schwierig, aber ihn zumindest dafür anzuerkennen, dass er dich am Leben gehalten hat in so einer krassen Phase, ist wichtig, weil vielleicht hilft das dir auch ein Stück weit mitfühlender, mit ihm zu sein. Und das, was sich für dich zu viel anfühlt, ist ganz, ganz oft auch nur normal oder einfach auch gesund. Und wenn dann noch Body Dysmorphia, also Körperbildstörung, dazukommt, dann macht es es natürlich umso schwieriger, sich realistisch einzuschätzen. Ich möchte dich gerne noch ein Stück weit auch in meiner Overshoot-Erfahrung beziehungsweise meinen Weg da auch mitnehmen, weil ich mich tatsächlich auch gefragt, so heißt, na, hatte ich überhaupt welchen? Und wie war das eigentlich genau? Aber was ich auf jeden Fall hatte, war die Angst vor Overshoot beziehungsweise auch die Angst, zu viel zuzunehmen, was letzten Endes ja das Gleiche ist. Und diese Angst, also alleine diese Angst vor der Angst auch, hätte mich fast in der Essstörung gefangen gehalten. Das heißt, ich habe auch, bevor ich so richtig losgegangen bin, natürlich einerseits auch verzweifelt nach einem Orientierungspunkt gesucht, auf den ich mich irgendwie einstellen könnte, wie viel ich, ja, wohl zunehmen muss, um wirklich frei zu werden. Aber auch das, also auch diese Orientierungspunkt war ja jetzt ein Endes der verzweifelte Versuch, wieder etwas Kontrolle zu bekommen in einem Prozess, der jedoch erfordert, Kontrolle durch Vertrauen zu ersetzen. Und selbst das Zielgewicht, also ich habe ja ein Zielgewicht von meiner Therapeutin bekommen, hat mir nicht geholfen, weil mein innerstes, also mein gesundes Ich wusste, hey, nur mein Körper allein weiß, wo dieser Punkt wirklich ist. Und ich wusste, mein Körper wird diesen Punkt nur dann finden, wenn er sich sicher fühlt und ich es ihm erlaube. Das heißt, meine Recovery sind eigentlich so ein bisschen zwei gegensätzliche Ängste aufeinander geprallt. Die eine war die Angst vor zu viel Gewichtszunahme, um mich nicht annehmen zu können. Und ja, wie gesagt, noch ein paar Ängste mehr, die eben auch noch dahinter gesteckt haben. Und die andere Angst war, jetzt passiert hier ganz was Spannendes in meinem Zimmer. Hier geht einfach ein Fernseher an. Das ist sehr spannend. Und ich weiß nicht, wie ich ihn austräge. Klasse. Willkommen zu ein bisschen Reality hier an meinem Bett. Ich habe mir Fernbedingungen gefunden. So, also live von meinem Faber ein bisschen Chaos auch bei mir. Ich habe es. Sorry. Ich werde das nicht schneiden. Ich habe es euch versprochen. Hier wird nichts geschnitten. Okay. On we go. Wo war ich jetzt verschreckt? Also zwei gegensätzliche Ängste. Also ich hatte zwei Ängste. Die eine war Angst vor zu viel Gewichtszumahme und den Folgen natürlich, weil mich nicht annehmen zu können. Und wie gesagt, die anderen Ängste, die auch noch dahinter stecken. Und die andere die Angst davor, meinen Körper weiter zu verunsichern und ihnen damit nicht die Möglichkeit zu geben, meinen Stoffwechsel wieder hochzufahren. Also irgendwie war beides blöd. Aber meine größte Befürchtung wurde, dass ich durch die jahrelange Restriktion meinen Stoffwechsel so heruntergefahren habe. Damals dachte ich noch, ich kann ihn kaputt machen. Inzwischen weiß ich nie. Wir machen unseren Stoffwechsel nicht kaputt. Der passt sich nur an. Und ich hatte wirklich dann Angst oder die Angst, dass ich meinen Körper weiter verwirre, die war tatsächlich größer. Oder die Angst auch im Jojo-Effekt zu landen, wenn ich jetzt nicht dranbleibe und dadurch meinen Körper eben wieder verunsichere. Oder noch schlimmer, dass ich, wenn ich aus Angst wieder zu wenig esse, den ganzen Prozess nur noch verzögere oder verschlimmere. Und dass ich am Ende in einem höheren Gewicht feststecke und trotzdem noch die Essstörung habe. Das man aber wieder nicht ansieht, weil das kannte ich ja schon 13 Jahre. Sondern ja, ich das einfach zu den gleichen Problemen nur in einem mehrgewichtigen Körper, also in einem höheren Körper, beides letzten Endes, habe. Und was ich gemacht habe, war aber ein Perspektivwechsel. Und zwar habe ich mir angefangen, eine andere Frage zu stellen. Nicht, wie vermeide ich jetzt Overshoot und kontrolliere mein Zunahmegewicht oder auch die Art, wie ich zunehme und was ich zunehme, denn ich wollte ja anfangs nur Muskeln zunehmen, sondern wie gebe ich meinem Körper die größtmögliche Sicherheit. Das war für mich der absolute Game Changer, denn auf einmal war mein Fokus nicht mehr, ein bestimmtes Gewicht nicht zu überschreiten, die Kontrolle zu behalten, möglichst wenig zuzunehmen, sondern meinem Körper zu signalisieren, du bist sicher. Ihm zu zeigen, die Hungersnot ist vorbei, ihn zu meinem besten Freund zu machen, indem ich ihm zeige, dass er mir vertrauen kann und er und wir, also letzten Endes gehören wir zusammen, jetzt beide sicher sind. Warum war das der sicherste Weg, den ich hätte machen können? Die Logik dahinter ist, je mehr du deinen Körper verunsicherst, durch immer wieder zurückgehen, aus Angst doch wieder weniger essen, mit Sport gegen die aufgenommene Energie gegen zu kompensieren, vorsichtig sein mit der Zunahme oder auch die Recovery zu unterbrechen, desto mehr muss dein Körper am Gewicht festhalten, auch wenn du bereits in einem höheren Gewicht bist. Das interessiert dir nicht. Das bedeutet, du könntest den gleichen Überlebensmodus auch in einem höheren Gewicht haben. Das heißt, du hast zugenommen, aber dein Stoffwechsel ist immer noch gedrosselt, dein Körper ist immer noch in Alarmbereitschaft und du bist immer noch nicht frei. Das wollte ich für mich auf gar keinen Fall. Das heißt, wie habe ich das jetzt gemacht? In Sicherheit statt Kontrolle zu geben. Also das allererste, was mir wirklich geholfen hat und das war eben genau auch der Punkt, wo ich gemerkt habe, ups, ich nähere mich jetzt langsam so diesem Zielgewicht meiner Therapeutin. Ich habe die Waage entfernt. Es war wirklich auch eine bewusste Entscheidung zu sagen, okay, ich will keine Zahlen mehr, weil jede Zahl hätte mich trotzdem wieder verunsichert und hätte wieder auch eine Hoffnung geschürt, dass es jetzt vielleicht hoffentlich dann bald mal aufhört oder weniger wird oder keine Ahnung was. Ich wollte dem Prozess vertrauen und nicht der Zahl. Und das andere war das konsequente Dranbleiben. Das heißt, egal was passiert ist, ich habe mir gedacht, ich bleibe dabei, oder vielleicht reicht es ja jetzt auch keine kleinen Einschränkungen wie ach, brauchst du doch jetzt dann nicht mehr, sondern wirklich die Hingabe auch an den Prozess. Ah nein, ich habe den Prozess auch auf gar keinen Fall perfekt gemacht. Ich habe auch Fehler gemacht. Ich habe meinen Körper auch trotzdem immer mal verunsichert. Wir können das nicht perfekt machen. Also auch bevor du jetzt denkst, oh, scheiße, ich habe es nicht perfekt gemacht, falls du es versuchst. Darum geht es nicht. Es geht nicht darum, es perfekt zu machen. Es geht, ja, letzten Endes darum, dran zu bleiben. Und ich möchte das gerne an der Situation zeigen, die ich hatte, als ich während meiner Recovery in der Stadt unterwegs war. Und plötzlich und in einer sehr ungünstigen Situation meint mein Körper, oh, wir haben jetzt Hunger. Und ich hatte aber nichts zu essen, also keinen Snack, nichts dabei und auch kein Geld, um mir in der Stadt was zu kaufen. Die alte Romy hätte jetzt gedacht, boah, cool, dann habe ich ja jetzt auf jeden Fall nicht so viel gegessen. Sehr gut, dann verbrennst du jetzt vielleicht ein bisschen extra Fett und keine Ahnung was. Blöderweise, beziehungsweise spannenderweise, fand mit dieser neuen Haltung und diesem neuen Fokus fand ich das überhaupt nicht mehr cool, sondern ich hatte Panik, dass mein Körper sich jetzt unsicher fühlt. Also habe ich echt angefangen, ich habe wirklich gedacht, das wäre jetzt, drehe ich durch, aber es war irgendwie auch ganz lustig, zurückblickend besonders. Ich habe echt angefangen, liebevoll mit meinem Körper zu sprechen, also eher sogar noch auf ihn einzureden. Ich, okay, du bist sicher, wir gehen sofort nach Hause. Ich bin wirklich sofort nach Hause gegangen. Du bist sicher, du kriegst gleich was, wir sind in zehn Minuten zu Hause, ich kümmere mich um dich, keine Panik, es ist keine Hungersnot, wir kriegen das hin. Ich habe wirklich so auf den eingeredet. Und ich bin in unserem Berg, wie gesagt, wir wohnen am Steiger, hochgerannt, naja, buchstäblich, zumindest so schnell, wie es mit dem Energiemangel dann eben noch ging. Bin mit Schuhen direkt in die Küche gestürzt, Markus nur so, what the heck, was ist jetzt los? Und habe mir echt erst nächstbeste Essen in den Mund gesteckt. Ich hatte den Rucksack noch auf, ich hatte die Straßenschuhe an und stand in der Küche und habe erst das echt, das nächstbeste, was ich gefunden habe, erst mal in den Mund gesteckt. War das perfekt? Nö. War das das, was mein Körper gerade gebraucht hat? Ja. Und das ist so eine zweite Sache, auch die ich auch ganz oft höre, so diese Perfektionismusfalle oder die Angst. Aber es muss ja das perfekte Lebensmittel dann sein. Es muss doch dann bestmöglich schmecken, wenn ich schon was esse. Ich muss es doch genießen können. Oder essen, was ich einfach im Stehen und nebenbei esse, das ist doch verschwendet. Scheiß, egal. Das ist Essstörungslogik. Damit können wir nicht recovern. Mir war in diesem Moment nur wichtig, meinem Körper zu zeigen, okay, ich bin für dich da, du bekommst, was du brauchst und zwar sofort. Das bedeutet, ihm Sicherheit zu geben. Das ist Vertrauen aufbauen. Und ja, das ist auch oft messlich, wie gesagt, das war jetzt echt nicht perfekt, weil ideal wäre gewesen, ich hätte einen Snack dabei gehabt oder hätte mir was in der Stadt kaufen können. War nicht perfekt. War mal auch nicht schlimm. Und zu diesem Zeitpunkt, und das habe ich eben dann auch gemerkt, hatte bereits ein innerer Switch in mir stattgefunden. Ich wollte nicht mehr, und jetzt kommen wir auch zur Identität, Ich wollte nicht mehr die sein, die ihren Körper klein hält. Ich wollte die sein, die leben und heilen darf und die einen Körper hat, der endlich mit ihr im Team arbeitet. Ich hatte keine Garantie, wie sich das auf mein Gewicht auswirkt, aber ich habe es in Kauf genommen mit der Option, dass es auch sein kann, dass ich auch in einem mehrgewichtigen Körper lande. Das Verrückte ist, ich weiß nicht mal, ob mein Körper final wirklich in den Overshoot gegangen ist, da ich ja keine Waage mehr hatte und sich sein Äußeres eh immer noch ein Stück weit verändert hat. Wie gesagt, bei mir hat doch erst das Gesicht irgendwie zogen und dann waren die Arme ewig lang noch irgendwie deutlich dünner und dann sind die auf einmal gepoppt und das hat sich alles irgendwie immer noch verändert. Und ja, vielleicht waren es ein paar Kilo. Vielleicht gehörte ich auch zu den wenigen, die das eben nicht betrifft, weil ich auch noch ein paar andere Dinge gemacht habe, sage ich gleich, um meinen Körper eben zu unterstützen. Ich weiß es schlicht und einfach nicht, weil das auch gar nicht mehr so wichtig war und mir auch klar war, egal was mein Körper tut, wenn ich ihn nicht machen lasse, was er jetzt braucht, es wird nur schlimmer. Das heißt, mein Fokus war wirklich die maximale Sicherheit und zwar durch alle Mittel. Heißt, was habe ich noch getan? Ich habe meinen Körper unterstützt. Also nicht nur mit den regelmäßigen Mahlzeiten, sondern auch ab dem Moment mit Nahrungsergänzungsmitteln. Also so ein Multiproperat sozusagen für alle wichtigen Nährstoffe plus Omega 3. Dann natürlich die regelmäßigen Essenszeiten ohne Verhandlungssperrung, egal ob ich Hunger hatte oder nicht. Keinen Snack auslassen. Immer vorbereitet sein. Also ab da, bis jetzt übrigens, habe ich immer einen Snack dabei und mich nie zu hungrig werden lassen. Also nicht das, was meine Essstörung als okay fand. Für okay, ab dem Hunger darfst du essen. Also für mich war das früher, kurz bevor ich umfalle. Nee, wirklich ein normales Maß an Hunger. Eine Hungersättigungsskala und wo man sich am besten befinden sollte, findest du auch im Find Your Satisfaction Online-Kurs. Das heißt, der Gedanke, den ich hatte, war, gib ihm alles, damit er sich so schnell wie möglich sicher fühlt. Und ich vermute, ich kann es natürlich nicht beweisen, weil ich ja mich nicht gewogen habe, aber, dass genau das ihm geholfen hat, schneller Vertrauen aufzubauen, schneller aus dem Überlebensmodus zu kommen und schneller zu heilen. Weil ich habe verstanden, die wahre Gefahr ist nicht Overshoot oder dass ich zu viel zunehme, sondern die wahre Gefahr ist, dass ich meinen Körper immer wieder verunsichere und dass ich niemals echte Freiheit erfahre. Was passiert denn, wenn wir versuchen, kontrolliert zuzunehmen und unser Gewicht weiterhin steuern wollen? Dann nimmst du zu, was, wenn der Stoffwechsel noch nicht wieder hochgefahren ist und Erheilungserscheinungen wie Wassereinlagerung und sowas hat, einfach auch schnell passieren kann. Aber dein Körper bleibt im Panikmodus, weil er sich nicht sicher fühlt. Dann erreichst du vielleicht ein höheres Gewicht, aber du bist nicht geheilt, denn es ist eine psychische Krankheit und mit Kontrolle zunehmen ist die Krankheit. Dann bleibt dein Stoffwechsel gedrosselt aus Schutz. Deine Hormone können sich nicht regulieren, bleiben durcheinander. Deine Essensgedanken, dein Food-Fokus, die bleiben. Und du bist im schlimmsten Fall in der Quasi-Recovery gefangen. Das heißt, das ist das Szenario, vor dem ich deutlich mehr Angst hatte als vor dem Overshoot. Es war wirklich vielmehr die halbherzige Recovery und es wieder, weiß ich nicht. Also ich hatte ja Phasen, wo ich schon ein Stück weit mehr gegessen habe und so. Also ich kannte das, diese Quasi-Recovery. Ich wollte die nicht nochmal. Und die Frage ist, was ist denn deine oberste Priorität? Ein bestimmtes Gewicht erreichen, aber bloß nicht mehr? Oder die Kontrolle behalten? Also so wenig wie möglich zuzunehmen. Oder ist es wie bei mir, deinem Körper Sicherheit zu geben, egal wie lange das dauert, egal wo es hingeht und ihm beweisen, die Hungersnot ist vorbei, ich kümmere mich um dich. Die Frage ist also für dich auch, was ist denn gefährlicher? Dass dein Körper temporär etwas mehr Gewicht hat, um zu heilen? Oder dass du in einem höheren Gewicht feststeckst und trotzdem noch im Essstörungsmodus bist? Also für mich war die Antwort klar. Zur 2 war für mich der Halbtraum. Und deshalb habe ich alles auf eine Karte gesetzt. Mit maximaler Sicherheit, bedingungslos und eben, ja, das Ergebnis ohne Garantie, aber mit Vertrauen letzten Endes anzustreben. Weiß ich jetzt, ob ich Overshoot hatte? Nein. Weiß ich, wie viel ich zugenommen habe? Naja, inzwischen weiß ich es ganz grob, weil es neulich geschätzt wurde und ich mich tatsächlich das erste Mal seit 2019 auf die Waage gestellt habe. Aber ich weiß halt auch nicht, was ich damals gebogen habe. Also es kann doch sein, dass es sich jetzt schon wieder woanders hin reguliert hat. I don't know. Ist auch nicht wichtig. Weiß ich, ob mein Körper sein Zielgewicht überschossen hat? Okay, ja. Also doch, das weiß ich, weil das Zielgewicht meiner Therapeutin habe ich definitiv überschossen, weil ich habe wenige Gramm vorher aufgehört und ich habe definitiv danach nochmal zugenommen. Aber das meines Körpers? Keine Ahnung. Was ich aber weiß ist, ich lebe heute in meinem Happy Place. Mein Körper fühlt sich sicher ein. Ich vertraue ihm. Er vertraut mir. Ich bin frei von der Essstörung. Ich bin frei von diesen Gedanken, die ja trotzdem sonst immer noch da waren. Meine Periode ist da. Mein Stoffwechsel funktioniert. Ich kann spontan sein. Ich genieße Essen und mein Leben. Und das ist alles, was zählt. Das heißt, meine Botschaft an dich ist auch, wenn du gerade in dieser Angst bist, dreh die Frage um. Nicht, wie vermeide ich Oberschut? Wie gebe ich meinem Körper die größtmögliche Sicherheit? Was? Nicht, wenn ich zu viel zunehme, sondern was ist, wenn ich ihm nicht genug Vertrauen gebe und deshalb nie richtig heile? Frag nicht, wie kontrolliere ich den Prozess, sondern wie kann ich dem Prozess vollständig vertrauen? Denn was ist bitte gruseliger als lebenslange Quasi-Recovery? Und vielleicht nochmal auch, um dir zu zeigen, hey, warum ist das so auch wichtig? Obershoot ist super wichtig für die vollständige Recovery, wenn der Körper das braucht. Denn die Gefahr des Zufrühstoppens ist, weil viele stoppen tatsächlich beim Erreichen eines Zielgewichters zu BMI 18, vielleicht 19, wenn wir Glück haben. Das Problem ist, du siehst vielleicht in den Augen deines Umfelds und deiner Essstörung besser aus und fühlst dich vielleicht sogar auch besser mit mehr Energie. Vielleicht hast du auch deine Periode zurück oder die Verdauung ist vielleicht auch besser. Aber das heißt ja nicht, dass die Heilung abgeschlossen ist. Das wäre dann die Quasi-Recovery. Das heißt, du funktionierst aber nicht wirklich frei, wenn du vom Kopf her entscheidest, dass es jetzt genug ist. Dein Kopf kann das nicht, also kann er schon, aber das ist dann halt eine vollständige Recovery. Was also kannst du gewinnen, wenn du dir erlaubst, dass eventuell auch ein Overshoot passieren könnte? Zum einen Stoffwechselheilung. Denn dein Stoffwechsel normalisiert sich komplett, wenn er merkt, oh, ich muss ja nicht mehr gegensteuern, ich brauche keinen Sicherheitspuffer. Die Hormon-Balance. Die Periode kehrt nachhaltig und regelmäßig zurück. Nicht vielleicht nur temporär oder irgendwie noch mit blöden Begleiterscheinungen und bekommst mentale Freiheit. Das heißt, die obsessiven Gedanken ums Essen, die verschwinden. Oder du gewinnst auch Körpervertrauen. Und das ist wirklich das, was ich am krassesten eigentlich finde. Also dieses Körpervertrauen kam genau durch diesen Prozess. Du lernst, dass dein Körper weise ist und dass der selber das macht und du das mit dem Kopf gar nicht steuern musst. Und du erhältst langfristige Stabilität. Also keinen Jojo-Effekt, keinen ständigen Kampf. Es ist wirklich dann stabil. Also ob ich jetzt im Urlaub bin oder nicht, ob ich krank bin oder nicht, also das macht meinem Körper nichts. Der ist da nicht wirklich voll beeindruckt. Das heißt, was wenn wir das Vertrauensprinzip anwenden? Du verlierst nicht die Kontrolle, du gewinnst Vertrauen. Kontrolle hat dich in die Essstörung gebracht. Frauen bringt dich raus. Ein Overshoot ist doch letztendlich nur der Beweis, dass dein Körper für dich arbeitet und nicht gegen dich. Und ich weiß, oder ich sehe es auch bei ganz, ganz vielen meiner Coaches, dass das wirklich genau der schwerste Teil auf der Recovery ist, wenn du bereits im Normalgewicht feststeckst. Denn der Punkt, wo Recovery am allerschwersten ist, erfahrungsgemäß, ist nicht unbedingt der Moment, wenn du untergewichtlich bist. Es ist nicht der Moment, wenn die Zahl auf der Waage steigt. Es ist der Moment, wenn du normalgewichtig wirst oder für dich vielleicht sogar ein Mehrgewicht näherst. Das erlebe ich immer wieder in meinen Coachings. Die Waage überschreitet dieses magischen Minimum BMI und ich weiß okay und jetzt geht die Arbeit richtig los. Denn plötzlich kommt die Angst, jetzt nicht mehr so weitermachen zu dürfen wie zuvor. Oft auch verstärkt durch eben Kommentare des Umfelds, von denen ich ja jetzt schon einige Mal hier angedeutet habe. Denn das Problem ist, ab Normalgewicht und blöder Weise, weil die meisten immer noch nicht verstanden haben, dass es sich um eine psychische Erkrankung ist, ist die Legitimation Feldwecke. Wenn du untergewichtig bist, dann sagt die Welt, du bist noch krank und du musst zunehmen und die Ärzte sagen, ey, das ist aber wirklich notwendig und essen sie mehr und essen sie Zwischenmahlzeiten und du wirst richtig ermutigt. Und auch deine Essstörung hat viel weniger Argumente, denn sie hat ja die Ärzte und der Therapeuten gegen sich. Vielleicht kennst du das, so sagst du, ja, aber der Arzt hat ja gesagt, das ist leichter. Das ist wie so eine externe Erlaubnis, deswegen fällt es auch auf den Kliniken leichter. Wenn du aber normalgewichtig bist, dann denkst du, hey, ich sehe doch schon ganz gut aus oder ist doch ganz okay. Dann denkt die Welt, ach, sie sieht doch gut aus, sie ist doch wieder gesund und sogar sagen, manche Ärzte sagen, hey, okay, das reicht jetzt aber oder die warnen sogar davor, jetzt weiterhin so zu essen und dann schreit deine Essstörung, siehst du, du bist jetzt wirklich zu viel. Ich habe 13 Jahre meines Lebens in einem normalgewichtigen Körper mit Essstörung gelebt. Von außen sah ich da immer gesund aus, manchmal sogar gut genährt, aber innerlich war ich echt gefangen und ich habe genauso gelitten, wenn nicht schlimmer. Also ich würde wirklich auch immer noch sagen, es war die schlimmste Zeit im Normalgewicht als später im Untergewicht. Ich habe funktioniert, ich konnte arbeiten gehen, ich hatte Beziehung, ich war nicht frei. Ich hatte Verhaltensweisen, die wünsche ich wirklich niemandem. Und die Gedanken waren da, die Ängste waren da, die Kontrolle war da, das Leben war klein und das wünsche ich wirklich niemandem. Und was ich bei meinen Coaches auch immer wieder sehe, ist dieser Wechsel vom Normalgewicht, wie der eben wirklich wirkt wie so eine Bremse, so von nicht von 0 auf 100, was es losgeht, sondern von 100 auf Puff, hey, jetzt reicht es. Dann plötzlich wird es schwerer. Vielleicht reicht es ja jetzt. Ich sehe doch okay aus. Muss ich jetzt wirklich weitermachen? Bin ich nicht vielleicht zu streng mit mir? Ich könnte ja jetzt auch mal langsam ein bisschen nachsichtig sein. Oder der Arzt hat gesagt, dass ich jetzt nicht mehr so viel essen muss. Das sind alles Argumente, die deine Essstörung voll in die Karten spielen. Denn die Nutz, das dann außen sagt, siehst du, jetzt musst du wieder aufhören. Alles Weitere ist jetzt Übergewicht. Du verlierst die Kontrolle. Du wirst ungesund. Nein. Und das ist der Grund, warum viele genau hier stecken bleiben. In einem normalgewichtigen Körper, mit einer aktiven Essstörung oder vielleicht einer, die so ein bisschen eingedämmt ist, aber immer noch den Gedanken für Jahre oder Jahrzehnte. Und auf einmal kämpfst du doppelt gegen deine Essstörung, wie immer, und gegen die fehlende äußere Legitimation und manchmal auch gegen unheilfreiche oder sogar schädliche und bremsende Kommentare, weil dein Leid nicht mehr sichtbar ist, was einer der Hauptgründe ist, aufzuhören oder eben auch wieder zurückzugehen. Niemand sieht mehr, dass du noch kämpfst. Deine Familie denkt, endlich ist sie wieder. Ja, ist doch jetzt gesund. Deine Freunde denken, oh, gut, dass es vorbei ist. Der Arzt denkt, yay, mission accomplished, nix. Aber du, du weißt, die Gedanken sind noch da. Die Angst ist noch da. Kontrolle ist noch da. Freiheit ist noch nicht da. Und jetzt willst du aufhören, weil du keine Legitimation mehr hast, weiterzumachen? Das ist genau der Punkt, wenn du da stehst oder merkst, dass du da nicht weiterkommst, wo du Unterstützung auch brauchst. Denn die Wahrheit ist, der Weg von normalgewichtig zu wirklich frei ist der härteste Teil der Recovery. Nicht, weil er körperlich schwerer ist, sondern weil die allermeisten von außen nicht mehr verstehen, warum du weitermachst. Außer denen, die diesen Weg eben auch kennen. Den musst du dich nicht erklären. Im Gegenteil, das ist eine große Erleichterung, auch zu sehen, okay, ich kann im Normalgewicht sein und ich werde trotzdem verstanden. Denn die wissen, also Menschen, die das wirklich kennen und die betroffen sind oder waren, die wissen, dass Normalgewicht nicht Heilung ist, dass gesund aussehen, nicht sich gesund fühlen ist und funktionieren, nicht leben. Das heißt, wenn du merkst, boah, irgendwie, ich hänge da, ich habe da auch Angst vor, du musst jetzt nicht alleine sein. Das heißt, wenn du damit strudelst, an genau diesem Punkt weiterzugehen, strudelst, genau, strudelst ist gut, struggelst meine ich, aber strudeln ist es manchmal auch, dann ist das genau der Moment, dir wirklich auch Unterstützung zu holen. Nicht, weil du schwach bist oder das vielleicht nicht schaffen kannst. Ich sage mal, mit dem richtigen Mindset, also nicht dem richtigen, es gibt kein falsches, aber mit viel Anstrengung können wir alles irgendwie schaffen. Wir haben da auch eine Erstung reingeschafft, aber es ist echt verdammt schwer, sondern du verdienst es wirklich, weil dieser Teil der Recovery eben der schwerste ist und genau hier das Brandenbleiben auch am wichtigsten, um nicht nur einen gesund aussehenden Körper, sondern vor allem auch einen freien Kopf zu bekommen. Und das ist auch genau das, was ich auch merke, beziehungsweise warum ich auch die Soul Group entwickelt habe. Also die Soul Group ist sozusagen der Safe Space für eine nachhaltige Recovery, für zum Dranbleiben. Und die Soul Group ist meine monatliche Begleitung für alle, die eben ihre Recovery auch rückfallsicher machen wollen oder jetzt eben nicht zu früh stehen bleiben mit dreimal 90 Minuten Zoom-Sessions im Monat, in denen es Recovery-Impulse von mir gibt, aber eben auch Austausch und Unterstützung in einer Gruppe Gleichgesinnter, die dich verstehen, die wissen, dass die Reise im Normalgewicht nicht ändert. Und du bekommst dazu eine Gruppe, in der du schreiben und dich mit anderen auch austauschen kannst zwischen den Gruppencoachings für alle, die nicht allein durch diesen Prozess gehen wollen. Also wenn du merkst, Mensch, ich habe sonst irgendwie gerade keinen mehr oder ich weiß auch gar nicht, wie ich das irgendwie jemandem erklären soll, ich fühle mich alleine, wo ich gerade bin, dann ist das genau deine Community. Und im November, also das habe ich bisher auch erst einmal gemacht, ich glaube das letzte Mal im April, im November öffne ich noch einmal die Türen für diejenigen, die nicht vorher bereits in Programmen von mir waren. Also normalerweise kommt man ja in die Soul Group nur über, entweder weil man im 1-zu-1-Coaching ist, also bei Recovered Soul und Freedom Journey ist die Soul Group auch ein Teil davon, weil sie einfach so wichtig ist. Und ansonsten ging es und daraus ist es ja auch entstanden, nur in meinem sechswöchigen Gruppencoaching Rediscover. Aber das läuft jetzt gerade aus, also wir befinden uns jetzt, diese Woche, diese Woche, in der letzten Woche, krass sechs Wochen um. Und die allermeisten Frauen haben gemerkt, beziehungsweise eine fand ich auch super toll, die hat sich jetzt auch für das Weitergehen entschieden und sie hat gesagt, wenn ich jetzt nicht dran bleibe, dann war ja mein ganzes Invest, also sowohl zeitlich als auch finanziell, als auch alles, was ich jetzt für die Recovery gemacht habe, das war ja dann umsonst. Weil wenn die Energie wieder fehlt oder ich da jetzt nicht dran bleibe, was habe ich denn dann? Dann fange ich ja wieder an. Heißt, wenn du überlegst, okay, ich würde da auch gerne rein, brauche aber vielleicht nicht unbedingt noch ein 1-zu-1-Coaching, dann ist die Soul Group genau das Richtige für dich. Ich haue dir auf jeden Fall den Link, wo du das auch buchen kannst und noch mal ein paar Details findest, auch dazu in die Shownotes oder schreib mir auch gerne, wenn du Fragen dazu hast. Und wenn du merkst, dass du dir doch intensivere 1-zu-1-Unterstützung wünschst, dann hol dir super gerne noch einen Termin für einen kostenlosen Discovery Call. Also meine Plätze fühlen sich zwar gerade echt heftig, ich glaube, ich habe sogar noch einen, also für, naja, egal, melde dich einfach, im Zweifelsfall finden wir Möglichkeiten. Aber das soll nicht der Grund sein, weil ich weiß, die Erstörung sucht doch manchmal konsortierte Platz ist bestimmt eh schon weg. Ja, wenn du nicht fragst, dann ist es auf jeden Fall weg. Das stimmt. Also, das ist mein Angebot, wenn du merkst, okay, ich brauche da doch Unterstützung und wirklich das Wichtigste auch in das Abschlussfrage nochmal. Frag dich, bin ich frei oder funktioniere ich nur? Lebe ich oder überlebe ich einfach nur? Wie habe ich so schön die Woche gesagt? Ich habe mein Leben überlebt, super. Also wenn das der Anspruch ist, dann sehe ich viel Bedauern auch auf dem Sterbebett. Genieße ich mein Leben oder halte ich es im Korsett der Kontrolle nur aus? Und wenn die Antwort funktionieren, nur überleben, nur aushalten ist, dann bist du noch nicht am Ziel. Und dann hast du wirklich jedes Recht, egal ob das irgendeiner von außen sieht oder nicht, weiterzugehen. Auch ohne Legitimation durch Untergewicht. Auch wenn es bedeutet, dass dein Körper etwas Recovery Weight zum finalen Heilen braucht. Und auch wenn niemand mehr versteht, warum du das eigentlich machst. Du weißt warum, ich weiß warum. Weil du dir wünschst, wirklich zu leben. Weil dein Körper nicht dein Feind ist. Er ist dein größter Verbindeter auf diesem Weg zur Heilung. Auch wenn es sich manchmal ein Oh nicht unbedingt so anfühlt. Also ich hoffe sehr, dass dir diese Episode einerseits gezeigt hat, wozu Overshoot Gewicht oder dieses Recovery Weight, das Heilungsgewicht, wie auch immer du es nennen möchtest, warum das wirklich auch wichtig ist und wie du vor allem auch da durchgehen kannst und dass du das nicht alleine tun musst. In diesem Sinne, ich danke dir. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensvoller Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

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