Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#34 Warum intuitives Essen in der Recovery scheitert

Das raffinierteste Schlupfloch – und wie du es durchschaust

03.12.2025 40 min

Zusammenfassung & Show Notes

 Du verzichtest auf bestimmte Lebensmittel, weil dir davon „bestimmt schlecht wird"? Du hörst „intuitiv“ auf deinen Körper – und landest trotzdem immer bei den gleichen Safe Foods? In dieser Folge spreche ich über intuitive Restriktion: das Phänomen, bei dem sich Verzicht als Selbstfürsorge und Intuition tarnt. Mit meiner persönlichen Lebkuchen-Geschichte und 3 Fragen, die dir helfen, echte Intuition von getarnter Angst zu unterscheiden. 

Kennst du das? Du freust dich den ganzen Tag auf Lebkuchen. Du malst dir aus, wie du sie nachmittags genüsslich isst. Und dann sitzt du davor – und plötzlich hast du keinen Appetit mehr. Oder du sagst dir: „Davon wird mir bestimmt schlecht. Das vertrage ich nicht. Ich höre lieber auf meinen Körper.“ Klingt doch fürsorglich und gesund, oder? 
 
Genau dieses Muster hat mich jahrelang in der Recovery ausgebremst. Am 1. Dezember öffnete ich mein Kalendertürchen – und an Heiligabend lag ein Stapel ungegessener Süßigkeiten unter dem Baum. Ich war sogar stolz darauf, „intuitiv“ auf meinen Körper gehört zu haben. Und als ich versuchte, Zucker wieder zu integrieren, schmeckte alles viel zu süß. Meine vermeintliche Intuition flüsterte: „Siehst du, das brauchst du nicht“. Es „schmeckt dir ja nicht einmal.“ Das fühlte sich so richtig an – so fürsorglich. Heute weiß ich: Mit Angst im Hintergrund spürst du weder Hunger noch Appetit. Das war keine Selbstfürsorge – das war intuitive Restriktion im perfekten Tarnanzug. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Warum der Wunsch nach intuitivem Essen in der Recovery oft zu früh kommt – und was dann passiert
  • Wie sich Restriktion als Fürsorge tarnt
  • Woran du erkennst, dass dein „plötzlich kein Appetit mehr“ keine freie Entscheidung ist
  • Warum mentaler Hunger genauso real ist wie körperlicher – und wie du aufhörst, ihn zu ignorieren
  • 3 konkrete Check-in-Fragen, mit denen du die vermeintliche Intuition durchschaust 
Diese Episode ist für dich, wenn...
  • du dich auf ein bestimmtes Essen freust – und im entscheidenden Moment „plötzlich keinen Hunger mehr“ hast
  • du dir sagst, du verzichtest aus Fürsorge, weil dir davon bestimmt schlecht wird oder du es nicht verträgst
  • du versuchst, intuitiv zu essen, aber merkst, dass du dabei immer bei deinen Safe Foods landest
  • du wissen möchtest, wie du trotz dieser Hindernisse lernen kannst, intuitiv zu essen
 🎧 Mehr Hintergründe zu mentalem Hunger und bewusstem Essen findest du in meinem Find your SATT-isfaction“ Online-Kurs: https://romy-hoerbe.de/satt-isfaction/

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Was, wenn das, was sich wie innere Weisheit und Intuition anfühlt, in Wahrheit deine Essstörung ist, die sich besonders gut tarnt? Herzlich Willkommen! Heute möchte ich mit dir über eines der raffiniertesten Schlupflöcher der Essstörung sprechen welches in unserer Soul Group gerade heiß diskutiert wird und auch mich selbst während meiner Recovery immer wieder kalt erwischt hat und leider auch von meinem Recovery abgebracht. Und zwar die intuitive Restriktion. Das ist ein Phänomen, das besonders typisch ist, weil es sich als etwas Gesundes und Fürsorgliches verkleidet. Klingt ja schon gut intuitiv. Ja, wie kann das falsch sein? Aber um dir eine Idee davon zu geben, was ich damit meine, möchte ich dich heute ein wenig in meine persönliche Erfahrung damit mitnehmen, denn das tritt gar nicht so selten auf und auch in der Gruppe haben wir jetzt festgestellt, ich glaube, es gibt niemanden, den das nicht irgendwo ein Stück weit auch schon getroffen hat. Also, eine Zeit, in der dieses Muster bei mir besonders stark hervorgekommen ist, aber natürlich nicht nur, passt nur gerade, weil auch deswegen wohl das Thema in der Gruppe gerade aufgekommen ist, war Weihnachten. Die Weihnachtszeit war für mich während der Essstörung und auch in der Recovery immer sehr ambivalent. Jahr für Jahr habe ich mich auf die Stimmung gefreut, die Lichter und natürlich und vor allem auf all die besonderen Leckereien, die es nur einmal im Jahr gab. Ich konnte es kaum abwarten, die ersten Lebkuchen und Dominosteine, die hellen, die mochte ich damals, also die weißen, zu kaufen. Und ja, natürlich legte ich auch auf einen schönen und natürlich vor allem leckeren Adventskalender richtig viel Wert, wobei sich meine Präferenzen hier im Laufe der Essstörung auch stark verändert haben. Zum Beispiel vom heiß begehrten Überraschungsei-Kalender, also wirklich den der, wo nur Eier drin sind, zu immer cleaner und gesünder werdenden Varianten. Also auch hier hat sich schon ganz schön was eingeschlichen. Und dann kam, wie jedes Jahr, der 1. Dezember, an dem ich das heute übrigens auch aufnehme. Und ich bin heute sechs Jahre waagefrei. Naja, fast. Das wird eine der nächsten Folgen, denn ich habe es dieses Jahr unterbrochen. Aber dazu was anderes. Ja, wie gesagt, der 1. Dezember, das ist für mich immer so ein Schlüsseltag und irgendwie, keine Ahnung, also auch wenn der 1. Advent irgendwie schon das Wochenende vorher ist, ist es für mich irgendwie der 1. Dezember, wo es losgeht, so mit Türchen öffnen und allem. Jedenfalls saß ich jedes Jahr vor Lebkuchen und immerhin geöffneten, also soweit habe ich es geschafft, Kalendertürchen. Und dreimal darfst du raten, ich aß nichts davon. Ich stellte mir jeden Tag vor, wie ich am Nachmittag dann genüssliche Lebkuchen verspeise und sparte mich bis dahin auf, aufhob mir Kalorien auf oder machte noch eine extra Runde Sport, um mir dann die Sünde, bitte in Anführungszeichen hören, die Sünde am Nachmittag zu verdienen. Und dann hatte ich angeblich und ganz intuitiv auf einmal und ganz plötzlich keinen Appetit mehr darauf, wenn die Zeit herangekommen war. Komisch. Zog sich das Muster doch all die Jahre hindurch einfach mal durch. Also, wie kann das sein? Aber es kam mir noch nicht einmal vor wie ein Verzicht, denn in diesem Moment glaubte ich ja wirklich ganz fest daran, dass ich jetzt nun mal keinen Hunger und keinen Appetit hatte. Aber, das weiß ich heute, mit Angst spürt man beides nicht. Und an Heiligabend lag dann ein Stapel ungegessener Süßigkeiten unter dem Baum. Also, während es bei anderen weniger wurde, bei mir wurde es einfach immer mehr. Und während der eine Teil in mir auch noch verdammt stolz darauf war, allen Versuchungen widerstanden zu haben, war ein kleiner anderer Teil einfach nur noch frustriert. Wieder war ich mir entwischt. Das war intuitive Restriktion in reiner Form. Und ich hatte keine Ahnung, dass es einen Namen dafür gibt. Und auch in der Recovery hatte ich so ein paar Mechanismen, die ich damals als ganz intuitiv und fürsorglich wahrgenommen habe. Durch meine Orthorexie zum Beispiel, die ja viele Regeln hatte, was ich nur noch an gesunden Lebensmitteln essen darf, hatte ich zum Beispiel jahrelang Zucker gemieden. Logischerweise hatten sich auch meine Geschmacksnerven dementsprechend angepasst. Das heißt, alles Süße, was ich insbesondere zu Beginn der Recovery versuchte zu integrieren, schmeckte mir einfach erst mal viel zu süß und zu unnatürlich. Und meine vermeintliche Intuition sagte mir damals, hey siehst du, Zucker ist nichts für dich, den brauchst du nicht, siehst du doch. Es schmeckte ja nicht einmal und schon gar nicht so gut, wie du dachtest, ist doch super, brauchst du halt nicht. Die Wahrheit war, das war nicht mein Körper, der sprach, sondern meine Essstörung, die erleichtert war und einen guten Grund hatte, warum ich jetzt keinesfalls weiter Kinderbueno und Co. probieren und challengen müsste. Einmal gemacht, schmeckt nicht, okay, props gelutscht. Nee, so einfach ist es nicht. Hätte ich damals auf diesen Impuls gehört, würde ich heute noch keine süßen Schokoäpfel, keine normalen Kuchen vom Bäcker, keine süßen Aufstriche, normale Marmeladen, Lebkuchen und Co. essen. Ich hoffe, dass diese beiden Beispiele von mir dir ein wenig ein Bild davon vermitteln konnten, was ich mit intuitiver Restriktion meine. Und auch bei meinen Coaches höre ich immer wieder und oft sogar an seinem sehr frühen Stadium, der Recovery, dass sie etwas intuitiv gegessen oder in den meisten Fällen eher nicht gegessen haben. Denn intuitiv essen ist ja eigentlich auch das Ziel der Recovery, oder nicht? Ja, ist es. Aber lass uns da gerne nochmal tiefer eintauchen. Also was genau meint eigentlich intuitives Essen, bevor wir dann gucken, was dann intuitive Restriktion ist? Also, intuitives Essen ist ein Ernährungsansatz von Evelyn Triboli und Elise Resch, der sich anstelle von Diätregeln auf das Hören auf den eigenen Körper konzentriert. Das bedeutet, auf Hunger- und Sättigungssignale zu achten, die Diätmentalität abzulegen und Essen mit Genuss zu verbinden, anstatt Lebensmittel zu verbieten oder Kalorien zu zählen. Das Ziel der intuitiven Ernährung ist es, ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln, bei dem Körper und Geist im Einklang sind. Wenn du intuitiv isst, achtest du also auf die Signale deines Körpers, wie zum Beispiel Hunger, Sättigung oder aber auch Appetit, und begegnest ihnen ohne Angst, Schuldgefühle oder Regeln. Es bedeutet also, einfach zu essen, weil du drauf Lust hast und aufzuhören, wenn du satt und zufrieden bist. Und keine innere Stimme, die das Ergebnis kontrolliert oder bewertet. Die gute Nachricht ist, wir kommen alle als intuitive Esser auf die Welt. Bei Babys kannst du das zum Beispiel schon beobachten, vielleicht gerade auch wenn du Mama bist. Babys wenden ihren Kopf ab, wenn sie satt sind und genug Milch getrunken haben. Versuch da mal die Brust reinzukriegen oder die Flasche. No Chance. Und Kinder, wenn nicht aberzogen wurde mit Sätzen wie Wenn du deinen Teller nicht aufisst, wird morgen schlechtes Wetter. Oder wenn du Nachtisch willst, ja, dann musst du aber erst deine Hauptspeise aufessen. Wenn du das nicht gehört hast, dann lassen die Kinder einfach irgendwann die Hälfte oder auch nur so ein bisschen von ihrem Essen liegen, wenn sie genug davon haben. Auch wenn es sich dabei um Kuchen handelt, stört die dann nämlich überhaupt nicht. Weil Kinder sind einfach noch im Hier und Jetzt und essen genau dann, wenn sie den Impuls dazu verspüren. Ob es dann zehn Minuten später Mittag gibt, interessiert die nicht, wenn sie 11.50 Uhr Hunger haben. Sie hören einfach auf ihren Körper. Und das konnten wir alle mal. Die Grundvoraussetzung für echtes intuitives Essen ist aber, dass du keine Angst mehr vor Lebensmitteln hast und keine Einteilung vornimmst in gute oder schlechte Lebensmittel oder in gesunde und ungesunde Lebensmittel. Deswegen immer, wenn ich gesund sage, das ist immer mit einem Anführungszeichen zu hören. Außerdem brauchst du, dass du jegliche Regeln und die Diätmentalität um das Essen ablegst. Also solange wir noch irgendwelche Regeln im Kopf haben oder diese Diätmentalität, die ja auch bei so so vielen Menschen, die jetzt nicht eine klassische Essstörung haben, einfach vorhanden sind. Und also was ich so, weiß ich nicht, ich war jetzt auf einem Geburtstag zum Beispiel am Freitag. Genau, heute ist Montag. Genau, am Freitag war ich auf einem Geburtstag und das war eher schon eine Runde von älteren Leuten. Und die haben dann, als ich erzählt habe, was ich mache, ist immer interessant, wo die Gespräche so hinführen. Dann erzählt, ja, aber meine Freundin, also die guten Damen, die waren auf jeden Fall über 70, haben dann erzählt, ja, aber meine Freundin erzählt auch immer, sie ist auf Diät und sie verzichtet jetzt gerade auf das und dann macht sie jetzt hier noch. Also dieses Alltagsessgestörte, sage ich immer, ist heutzutage ja total normal und wir werden eigentlich überall mit dieser Diätmentalität konfrontiert. Das heißt, die abzulegen ist schon ein Stück weit eine Herausforderung. Aber wie gesagt, und deswegen der kleine Reminder, wir konnten das als Kinder alle mal. Weil solange wir solche Sachen im Kopf haben, können wir nicht intuitiv essen. Wichtig ist auch, dass wir keine Schuldgefühle mehr bei oder nach dem Essen haben. Und wir brauchen eine bestimmte Fähigkeit, unsere Gefühle auch ohne Essen bewältigen zu können. Also bei mir war es ja auch so, dass ich oft unangenehme Gefühle zum Beispiel, also gerade in meiner Kindheit und Jugend eher mit Essen betäubt habe oder mit Nicht-Essen. Und Essen ist nicht dafür gemacht. Solange wir Essen also für was anderes brauchen, außer für unsere Versorgung, unseren Genuss, unserer Gemeinschaft, also das, wofür Essen eigentlich auch da ist. Also das ist der einzige Punkt, wo ich sage, Essen darf auch emotional sein, weil wofür hätten wir sonst Weihnachtsessen und Co.? Das macht ja keinen Sinn. Aber wie gesagt, es geht darum, vor allem eben negative Gefühle oder Gefühle, die wir nicht spüren wollen, nicht mit Essen zu bewältigen. Und wir brauchen einen Körper, der wieder klare Signale senden kann. Das heißt, solange unsere Hunger- und Sättigungssignale noch nicht zuverlässig sind, der Körper vielleicht noch eine verlangsamte Magenentleerung hat, also Gastroparese oder unter Verstopfung leidet, Blähbauch. Also das Verdauungssystem noch nicht wirklich funktioniert. Dann sind wir natürlich viel, viel früher satt oder länger satt, bräuchten aber eigentlich deutlich mehr Energie, weil nur mit mehr Energie kommen wir da wieder raus. Heißt, solange der Körper das nicht kann, ist es schwierig. Solange wir übrigens im Extremhunger sind, geht intuitiv Essen auch nicht, weil, also an Extremhunger ist so ziemlich nichts intuitiv. Das ist einfach wirklich bauchvoll, Körper schreit, gib mir mehr, gib mir mehr, gib mir einfach mehr, ich platze zwar gleich, aber gib mir mehr. Das ist nicht intuitiv und das muss es auch gar nicht sein und soll es auch gar nicht, weil dem Extremhunger nachzugehen bedeutet, ich hole mich da erstmal raus. Später kann ein intuitives Essen kommen, aber alles zu seiner Zeit. Und es braucht ein Gehirn, das diese Signale, also diese Signale, die der Körper eben sendet, nicht mehr durch den Essstörungsfilter verzerrt oder die in Frage stellt. Und du brauchst die Fähigkeit, deinen Körper in seiner gesunden Form zu akzeptieren. Wenn du immer wieder das Gefühl hast, ich sollte eigentlich dünner sein, ich sollte eigentlich definierter sein, ich sollte eigentlich XYZ sein, dann wird es schwierig. Weil dann wirst du immer wieder versuchen, dieses Ideal doch auf irgendeine Weise zu erreichen. Und das war für mich auch so ein Schlüsselmoment, wirklich anzunehmen. So, okay, wenn ich mich jetzt so ernähre, und das war auch das, wo ich damals, kommen wir nach meinem Thema Waage dann auch drauf, wo ich gesagt habe, okay, was würde ich denn jetzt anders machen, wenn ich jetzt mit der Zahl unzufrieden wäre? Und ich denke mir, aber ich habe mich fürsorglich um mich gekümmert, ich habe regelmäßig ausreichend gegessen, ich habe auf Appetit und mentalen Hunger gehört. Jedes, was ich jetzt verändern würde, wäre wieder eine Restriktion. Also ist das mein gesunder Körper und den darf ich akzeptieren lernen. Ich weiß, das ist ein Prozess und brauche auch im Coaching oft, es ist so eins der Hauptthemen, die wir haben, auch wie akzeptiere ich den? Wie komme ich überhaupt dahin? Wofür steht mein Körper? Also es ist ein sehr deepes Topic, aber wenn wir das können, dann haben wir auch eine Grundvoraussetzung neben den anderen für echtes intuitives Essen. So, jetzt haben wir geklärt, was intuitives Essen ist. Was ist dann also intuitive Restriktion? Ja, das ist die Falle. Intuitive Restriktion ist das Phänomen, bei dem die Essstörung sich als Intuition oder Körperweisheit tarnt. Das heißt, als Betroffene glaubst du, auf deinen Körper zu hören, folgst aber in Wahrheit den Regeln und Ängsten der Essstörung. Es fühlt sich also an wie eine freie Entscheidung, ist aber eigentlich eine getarnte Restriktion. Wie kann sich diese intuitive Restriktion jetzt tarnen? Also da gibt es mehrere Möglichkeiten und unser Körper ist da ja, oder vor allem unser Kopf und unsere Essstörung, die ist ja super kreativ, aber niemals kreativer als wir selber, weil sie wird ja von uns genährt. Heißt, ein Zeichen dafür wäre zum Beispiel, indem du Appetit und Hunger verleugnest. Zum Beispiel mit, ich habe krass keinen Appetit drauf, obwohl du es ja eigentlich möchtest, oder auch wie in meinem Beispiel, eigentlich kurz vorher noch wolltest oder schon seit Wochen, Monaten oder Tagen intensiv daran gedacht hast. Und dann in dem Moment auf einmal, ach nö, jetzt habe ich gerade keinen Appetit drauf. Mhm, alles klar. Oder indem du sagst, ach, ich bin schon satt. Nach minimalen Mengen oder wenigen Bissen. Ich war früher auch, ich habe vom Kuchen vorne eine Spitze abgegessen und ich war satt. War ich wirklich? Heute funktioniert das nicht mehr, weil mein Verdauungssystem heute einfach aktiv ist, mein Stoffwechsel super auf Toren läuft. Das ist von einem Bissen nicht satt. Das war einfach noch kein normales Hungersignal. Oder wenn wir uns dann sagen, ey, wenn ich jetzt mehr esse, ja, aber dann wird mir schlecht und dann wird es mir bestimmt nicht gut gehen und dann bin ich bestimmt und, naja, wenn dann. Das sind Prophezeiungen. Auch das ist eine Tarnung. Oder auch wenn du denkst, oh, ich habe heute schon genug gegessen. Genug nach wem? Oder ich esse später. Später kommt aber nie. Oder dann wieder nur mit kleineren Portionen. Oder, oh, sorry, jetzt habe ich, jetzt kommen wir wieder zu Punkt 1, wieder keinen Appetit drauf. Ja, komisch. Hm. Oder indem du sagst, oh, ich habe jetzt gerade keinen Hunger. Und gleichzeitig kreisen deine Gedanken die ganze Zeit ums Essen. Also dein Körper sagt vielleicht nein, aber dein Kopf ist eigentlich nur damit beschäftigt. Das nennt sich mentaler Hunger. Eine andere Art wäre Kategorie 2, ist wenn du Lebensmittel zum Beispiel noch nach gut und schlecht oder gesund und ungesund bewertest oder sie abwertest. Also das ist mir zu süß, zu fettig, zu schwer, ohne es überhaupt probiert zu haben. Also einfach nur in der Prophezeiung. Oder, ach, das liegt mir zu schwer im Magen. Oder, das vertrage ich nicht. Ohne medizinische Diagnosen. Ja, an manche Lebensmittel müssen wir uns tatsächlich erstmal wieder gewöhnen, gerade wenn wir die vielleicht länger nicht gegessen haben. Ich habe zum Beispiel lange Zeit so keine rohe Milch oder sowas getrunken. Also Pore ist immer noch nicht mein Favorite. Aber wenn ich die heute mal im Kaffee habe oder im Cappuccino, dann kriege ich nicht gleich ein Bläber oder Bauchkrämpfe. Das ging eine Zeit lang nicht. Und ich dachte schon, Gott, bin ich jetzt laktoseintolerant geworden, meine Essstörung gleich. Yay, super, brauchen wir nicht Essen. Siehst du, jetzt hast du eine Kategorie weniger, die du integrieren musst. Hm, hm. Das war einfach eine Übergangserscheinung. Oder wenn wir sagen, hey, also das schmeckt mir nicht mehr. Und dabei war es früher ein Lieblingsessen von dir. Ja, manche Sachen können sich verwachsen, aber bevor du das nicht mindestens 10, 20 Mal probiert hast, kannst du dir nicht sicher sein. Oder wenn du dir immer wieder einredest, also ich mag ja die wohl die gesündere Variante davon, aber eigentlich würdest du schon gerne mal vom Original Snickers abbeißen. Genau. Also sie ist ja auch so eine sehr gut gemeint versteckte Restriktion. Ein anderer Punkt wäre, wenn du deine Mengen kontrollierst. Zum Beispiel, mir reicht die kleine Portion, obwohl der Teller der anderen schon echt verlockend aussieht. Oder du noch von kleinen Tellern ist, das ist ja auch so eine Recovery-sabotierende Verhaltensweise. Weil eine normale Portion gehört auf einen normal großen Teller mit einem Durchmesser von mindestens 24 Zentimetern. Wenn dein Teller kleiner ist, also ein Kaffeeteller, eine Untertasse oder keine Ahnung was, dann ist das keine normale Portion und auch keine gesunde. Oder wenn du dir zum Beispiel Essen aufteilst, hey, für später, das esse ich dann später oder den Rest esse ich dann nachher zu Ende und irgendwie tritt später dann wieder nie ein. Oder du nach Nachschlag gefragt wirst und nee, Nachschlag brauche ich nicht, weil du vielleicht noch die Regel hast, dass eine Portion eben eine Portion ist. Oder auch bei so Serving-Sizes, die ja manchmal auf so Verpackungen stehen. Ja, das ist eine Serving-Size, mehr darf ich nicht. Eine Serving-Size heißt nicht, dass das wirklich eine Portionsgröße ist, die satt macht. Oder wenn du dir sagst, hey, also das ist mir zu viel, obwohl es sich eigentlich um eine normale Portion handelt, die vielleicht andere Menschen auch essen oder die du vielleicht auch im Restaurant vorgesetzt werden kriegst. Vorgesetzt kriegen würdest. So. Oder auch sehr berühmt, liebe ich auch gerade sehr häufig, du nimmst nur die Hälfte von etwas, um nicht zu viel davon zu essen. Also ich habe früher auch, ich habe Riegel einfach mal nur angebissen. Oder wenn zwei Bällchen drin waren, habe ich immer nur eins gegessen. Oder vom Kuchen nur die Hälfte, vom Joghurt nur die Hälfte. Also so dieses typische FDH. Also fast die Hälfte. Also wenn du solche Regeln hast, du merkst, irgendwie nehme ich nie von irgendwas das Ganze, dann kannst du dir sicher sein, du kontrollierst noch deine Mengen. Vielleicht verfällst du auch in Pseudo-Achtsamkeit. Was meine ich damit? Vielleicht sagst du dir, naja, aber ich höre ja auf meinen Körper. Aber hörst du wirklich auf alle Signale oder nur auf die Restriktiven, die deiner Essstörung zugutekommen? Oder ich esse achtsam, als Rechtfertigung vielleicht für winzige Mengen oder für extrem langsames Essen. Oder ich spüre, dass mein Körper das nicht will, weil er satt ist. Aber der mentaler Hunger wird wie gesagt ignoriert. Oder auch im Favorite, ja, aber das fühlt sich ja nicht richtig an. Logisch nicht, denn deine Essstörung fühlt sich bedroht. Deswegen heißt es ja auch Recovery. Recovery bedeutet, wir machen genau die Dinge, die sich erstmal unbequem anders neu anfühlen. Da habe ich im Satisfaction-Kurs, also Find Your Satisfaction, meinem Online-Kurs, auch ein ganz eigenes Video zum Thema Schuldgefühle in der Recovery und wie du damit eben auch umgehen könntest. Weil dich von Schuldgefühlen aufhalten zu lassen, klingt erstmal fürsorglich, weil niemand will sich gerne schlecht fühlen. Also auch hier, auch selbst mental. Wir wollen uns nicht schlecht fühlen. Das heißt, intuitiv werden wir alles vermeiden, was uns eventuell schlecht fühlen lassen könnte. Ebenfalls intuitive Restriktion wäre, wenn du soziale Situationen vermeidest oder Dinge vielleicht gar nicht erst kaufst, um dich gar nicht erst in Versuchung zu führen. Also vielleicht sagst du in sozialen Situationen, ich habe vorher schon gegessen und vielleicht ein bisschen weniger essen zu müssen oder ich esse nachher noch was, als Ausrede dann jetzt nichts essen zu müssen. Also jetzt bitte gerne auch mal zur Weihnachtszeit beobachten, weil da sind ja, weiß ich nicht, Weihnachtsfeiern, Firmenveranstaltungen, Familienfeiern, Pipapo, doch ein bisschen häufiger vertreten. Beobachte dich da gerne mal. Oder sich selber auch einzurden, ich brauche das nicht, esst ihr ruhig. Was ja meistens für den essgestörten Anteil auch so einen kleinen Kick gibt von ich bin ja ein bisschen überlegener, weil ich brauche das ja nicht. Also mir ging es jedenfalls immer so. Oder ich probiere nur mal. Also was Markus alles an Lebensmitteln bestellen musste, keine Ahnung was. Ja komm, ich bestelle das. Okay, aber ich probiere nur mal. Ja, dann hatte ich den Geschmack, dann konnte ich mir noch einreden, dass ich es nicht mag, weil ich hatte ja Angst davor und musste das Ganze aber nicht essen. Oder ich kaufe mir bestimmte Lebensmittel oder vielleicht jetzt auch gerade, das haben wir jetzt auch gerade in der Gruppe festgestellt, vielleicht kaufe ich mir auch gar nicht erst einen Weihnachtskalender, weil was nicht da ist, wird nicht gegessen und führt mich auch nicht in Versuchung. Logisch. Ich habe so viele Sachen früher einfach mal nicht gekauft. Beim Weihnachtskalender habe ich es nicht übers Herz gebracht, weil mein inneres Kind wollte den ja eigentlich haben. Aber naja, das Ergebnis kennst du ja jetzt. Ne, war echt frustrierend. Aber eben genau dieses, ich kaufe mir bestimmte Dinge einfach nicht, weil was nicht im Haus ist, ist halt auch nicht in Gefahr oder führt mich nicht in Versuchung. Ich konnte echt an nichts anderes denken früher. Wenn ich irgendein eines meiner eigentlich Lieblingsessen von früher, also so ein Vierfood inzwischen, im Haus hatte, das hat mich terrorisiert. Da war ich viel, viel froher, wenn das einfach in irgendeinem Laden hing und ich nicht in Versuchung geführt wurde. Oder letzter Punkt, wahrscheinlich noch nicht erschöpfend, aber das, was ich zumindest als Hauptkriterium für intuitive Restriktionen ausgemacht habe, ist, wenn du deine Kompensationsstrategien tarnst. Also zum Beispiel, boah, ich habe jetzt so Lust auf einen Spaziergang direkt nach dem Essen. Ist eigentlich auch erstmal eine gesunde Begründung, weil ein Verdauungspaziergang ist ja schließlich auch gesund, wird dir wahrscheinlich jeder sagen. Oder, ach, ich stehe lieber, statt zu sitzen, einfach nur, weil es mehr Kalorien verbrennt. Oder du hast schon den Gedanken, naja, aber morgen esse ich dann weniger, um heutige Gessenes auszugleichen. Vielleicht tust du es sogar und denkst nicht nur dran, aber selbst der Gedanke daran würde reichen. Oder, ich bin einfach kein Frühstücksmensch. Morgens habe ich keinen Hunger. Als Begründung, um eine Mahlzeit auszulassen. Und ja, das kann sein, wenn du deinen Körper dran gewöhnt hast, hast du vielleicht wirklich keinen Hunger. Gleichzeitig und gerade, wenn du weiblich bist und etwas andere Hormone hast als Männer, ist es für uns super, super wichtig und eine Grundvoraussetzung für gesunde Hormone. Also, das wäre eine intuitive Restriktion, weil, ja, Hunger ist ja halt nicht da. Also, logische Konsequenz. Und das machen ja auch viele gesunde Menschen, dass sie einfach morgens nicht frühstücken. Das heißt aber nicht, dass es gut ist. Also, wie erkennst du jetzt den Unterschied? Vielleicht ist dir eine Gemeinsamkeit aufgefallen. Denn echte Intuition kennt keine Angst. Wenn hinter deinem Nein eine Angst steckt, zum Beispiel vor Kalorien oder vor Kontrollverlust oder vor Gewichtszunahme oder vor, was die Leute denken könnten oder whatever, dann ist das keine Intuition. Also, ja, das ist intuitive Angst. Aber, wie gesagt, mit Angst intuitiv essen geht nicht. Das ist dann Restriktion im Tarnanzug. Die unbequeme Wahrheit, intuitives Essen mit aktiver Essstörung ist wie Autofahren mit verbundenen Augen und behaupten, man fährt nach Gefühl. Ich weiß nicht, also jetzt bitte nicht nachmachen, aber ich finde, das hat was von Kamikatze. Das funktioniert nicht. Das kann nur schief gehen. Wie kommst du jetzt aber zur Intuition und kannst dir da deinen Mustern auch ein Stück weit entwischen? Also, das Paradoxe an der Recovery ist auf einer Ebene, dass erstmal alles anti-intuitiv ist. Deshalb steht intuitives Essen auch erst am Ende, und zwar sehr am Ende, der Recovery und nicht am Anfang. Also, ich habe lange Zeit noch das gemacht, was ich dir jetzt auch gleich mitgebe, einfach um meine Recovery da abzusichern. Heute weiß ich, mache ich das gerade intuitiv oder wäre da, aber wie gesagt, dadurch, dass die Gedanken nicht mehr kommen, das ist ja das Schöne, kommt es halt auch nicht mehr. Heute weiß ich einfach, es ist 100% Intuition und ich kann mich darauf verlassen. Aber das hat echt eine ganze Weile gedauert. Also, ich würde sagen, so final und dass ich mir wirklich zu 100% sicher sein konnte, bestimmt noch zwei Jahre nach meiner Recovery. Also, was bedeutet das? Deine Intuition ist verzerrt, denn sie wurde jahrelang von der Essstörung trainiert und sozusagen, also die Essstörung hat sozusagen neue Dinge dir gelernt, die dich von diesem ursprünglichen, wie wir ja wie gesagt alle auf die Welt gekommen sind, weggebracht haben. Das heißt, deine Hunger- und Sättigungssignale sind noch nicht so verlässig, da sich auch die Verdauung erstmal umstellen muss. Also, wenn ich am Anfang versucht, intuitiv zu essen, ich wäre niemals aus meinem Energiedefizit rausgekommen. Und auch auf Sättigung zu hören, würde dich zurück in die Restriktion führen, wenn du zum Beispiel, wie gesagt, noch mit Völlegefühl, Blebauch, Gastropares und Co. zu tun hast. Und auch dein Appetit wird gekapert von Angst. Denn sobald du Angst hast, ist Appetit das Letzte, was dir in den Sinn kommt. Oder hast du schon mal eine Antilope, genüsslich grasen sehen, wenn ein Löwe auf sie zugerannt ist. Also das Letzte, was die will, ist ja gemütlich vor sich hin grasen. Die denkt einfach nur, Rinn, Scheiße, ich brauche kein Gras, ich will einfach nur mein Leben. Und ich glaube, jetzt habe ich ein Frosch im Hals, Gott sei Dank habe ich einen Tee. Sorry. To a medic sip of tea. Genau. Also. Ich glaube, beziehungsweise, ich habe es die letzten fünf, fast sechs Jahre inzwischen. Eigene Erfahrung, aber auch Erfahrung meiner Coachings. Der Weg zur echten Intuition führt paradoxerweise erstmal über, jetzt kommt die Lösung, bewusstes und geplantes Essen. Das heißt, bewusste Ernährung ist wie so eine Brücke. Carolyn Costa nennt es auch gerne conscious eating. Bewusste Ernährung in der Recovery bedeutet, beziehungsweise meint, eine aktive, fürsorgliche, bewusste und auch strukturierte Entscheidungen zu treffen, den Körper regelmäßig und ausreichend zu versorgen. Auch und gerade dann, wenn der Körper keine zuverlässigen Hungersignale oder vielleicht auch Appetitsignale sendet. Und diese bewusste Ernährung, die hat, ich sage mal, vier Hauptsäulen. Das eine ist die Regelmäßigkeit, also wirklich feste Essenszeiten beziehungsweise in einem bestimmten Rhythmus wirklich dann auch zu essen. Wie so eine Struktur aussehen kann, habe ich auch immer im Find Your Satisfaction-Kurs. Und das Wichtigste ist hier, da eben diese Struktur auch einzuhalten, auch ohne Hungergefühl, auch ohne Appetit, auch wenn du das Gefühl hast, boah, mir steht es eigentlich immer noch bis zum Hals. Völlig intuitiv. Dann ausreichende Mengen zu essen. Das heißt, wirklich genug zu essen und nicht nur das absolute Minimum. Weil, gerade wenn du eine restriktive Essstörung hast oder eben viel kompensiert hast, dann hast du ganz schön viele Energieschulden aufgebaut, wo du erst mal raus musst. Und selbst das Minimum für eine gesunde, normale Menschen reicht da oft nicht aus. Weswegen es eben auch häufig zum Extremhunger kommt. Dann ist die Varianz ganz wichtig. Das heißt, so viele verschiedene Lebensmittel wie möglich einzubringen. Also deine so es denn noch welche sind. Vier Foods oder ich nenne sie liebevoll auch gerne Fun Foods. Also die, die du eigentlich magst, dich aber noch nicht zu essen traust. Wirklich zu challengen, bewusst einzuplanen, egal ob du Appetit hast oder nicht. Und Flexibilität. Das heißt, wirklich spontan in einer Situation meistern zu lernen. Also wenn dir, weiß ich nicht, ich habe immer gesagt, ich will das können, weil gerade in der Kita war das ja manchmal auch, dass sich Kinder zum Geburtstag eingeladen haben. Oder ich gesagt habe, hey, wenn ich selber Mama bin, dann will ich einfach Ja sagen können, wenn mir mein Kind zum Muttertag irgendein, also wenn ich daran denke, was ich so früher gemacht habe, ich glaube, das waren jetzt nicht die leckersten, geschmackvollsten Dinge, die ich dazu bereitet habe, aber ich will einfach Ja sagen können und nicht in ein enttäuschtes Kindergesicht gucken. Das heißt, da wirklich flexibel zu sein oder auch wenn ich irgendwo hingehe, eingeladen bin, es wird nicht immer mein Lieblingsessen geben. Muss es aber auch nicht, weil inzwischen geht es mir viel, viel mehr um die soziale Situation und durch die Flexibilität kann ich eben einfach trotzdem teilnehmen und mich doch gleichzeitig gut versorgen, ohne dann auf irgendwas verzichten zu müssen. Das heißt, intuitiv zu essen bedeutet auch, aus Vernunft zu essen. Zum Beispiel auch, wenn der Körper keine zuverlässigen Signale sendet, weil du weißt, dass dein Körper eben regelmäßig genug Energie braucht, um dich optimal zu versorgen und wenn du in der Recovery bist, eben auch zu heilen. Und dann gibt es noch Situationen und die gehen auch über die Essstörung hinaus, aber die Essstörung war schon eins davon, in denen Hungersignale gestört sein können. Also Essstörung ist das klassische Beispiel, weil die Hungersättigungssignale und auch die von Appetit sind einfach verzerrt oder verstummt. Aber auch, wenn du in sehr stressigen Situationen bist und dein Sympathikus aktiv ist, also der, der für Flucht und Wegrennen und Kampf und keine Ahnung, was zuständig ist. Wenn dein Körper im Kampf- oder Fluchtmodus ist, dann ist das Letzte, woran er denkt, jetzt irgendwo genüsslich was zu essen oder zu verdauen. Das ist beides gerade überhaupt nicht wichtig. Also kannst du gerne mal beobachten. Übrigens auch exzessiver Sport, der bringt einen auch in so einen Modus, dass dann die Hungersignale vielleicht auch erstmal weniger werden. Das liegt aber daran, dass du gestresst bist. Also wenn ich super gestresst bin, dann kriege ich auch nicht mit, dass ich Hunger habe, dann merke ich eher, oh, meine Hände wären kalt oder ich kann mich ein bisschen schlechter konzentrieren, ich sollte jetzt vielleicht mal was essen. Intuitiv würde ich aber nichts essen, weil ich habe ja keinen Hunger. Oder was auch passieren kann und eben auch, wenn wir gesund sind, aber auch in der Recovery, sind Krankheiten. Zum Beispiel krepale Infekte, wo wir Fieber kriegen. Also ich weiß, wenn ich Fieber habe, dann bin ich meistens nicht sonderlich hungrig, dann bin ich einfach nur noch im Überlebensmodus. Heißt, wir haben da vielleicht doch tendenziell eher eine Appetitlosigkeit, trotz eines erhöhten Bedarfs. Weil gerade, wenn wir krank sind, macht der Körper unglaublich viele Reparaturprozesse, um uns schnell wieder gesund zu kriegen und braucht noch mehr Energie. Auch wenn wir nur rumliegen. Oder, was auch passieren kann, zum Beispiel, wenn du schwanger wirst und vielleicht mit dieser klassischen Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen hast oder eine Aversion gegen bestimmtes Essen oder vielleicht auch gegen ganz viele Gerüche oder Pipapo entwickelst, dann hast du trotzdem eine Versorgungspflicht deinem Körper gegenüber. Du kannst nicht einfach sagen, mir ist jetzt übel, dann esse ich jetzt nichts. Wäre ziemlich schlecht auch für das ungeborene Kind. Deswegen, das sind so Situationen, beziehungsweise in all diesen Situationen ist es einfach auch wichtig, dann bewusste Entscheidungen zu treffen und den Körper trotzdem regelmäßig und gut zu versorgen, auch wenn du keinen Hunger und oder Appetit verspürst. Denn nur weil das Signal gestört ist, heißt es nicht, dass der Körper keine Energie braucht. Und der Weg vom Bewusstsein intuitiv passiert eben erst, wenn du durch dieses bewusste Essen deinen Körper bewiesen hast, dass er sich auf dich verlassen kann und dann wird er dir auch wieder klare Signale senden. Wie gesagt, jetzt von solchen Ausnahmesituationen mal abgesehen. Aber Intuition ist das Ziel und die, ja, wirklich die Ziellinie. Wenn du dir so Recovery wie eine Marathon vorstellst, dann ist die Intuition sozusagen und das intuitive Essen hinten, wenn du schon durch die Ziellinie durchgerannt bist und ausläufst, dann kommt die irgendwann mal. Es ist never ever der Startpunkt. Und jetzt möchte ich gerne noch eine Erfahrung aus der Soul Group mit dir teilen, weil eine Teilnehmerin der Soul Group schrieb zum Beispiel in unserem Forum auch, dass sie eigentlich ja auf ihren Hunger hören wollte und sich das doch erstmal richtig und gesund angefühlt hat. Und bei körperlichem Hunger funktionierte das bei ihr auch schon ganz gut, weil das Essen fällt ja dann leichter. Und das ist eine Erfahrung, die ich auch sehr, sehr häufig mache, auch bei meinen Coaches und mir selber ja damals auch so ging, dass ein körperlicher Hunger während der Essstörung oft das, oder ja, ja, doch schon eigentlich die einzige Erlaubnis ist, wirklich auch essen zu dürfen. Das reicht aber nicht. Und auch in ihrem Fall war dieser durchaus vorhandene mentale Hunger ja da, aber er wurde ignoriert oder umgelenkt. Das heißt, sie fand den vermeintlich gesunden Beweis dafür, dass sie ein bestimmtes Lebensmittel nicht möchte in ihrem nicht vorhandenen körperlichen Hunger. Also so nach dem Motto, mein Körper sagt nicht, dass er Hunger hat, also esse ich nicht. Ja, da tappen wir ganz, ganz schnell in die Falle und auch das, was es so ein bisschen hier auf das Thema gebracht hat. Und genau das ist eben diese Falle. Die Aufmerksamkeit wird vom Kopf, also auch von dem mentalen Hunger, der vielleicht vorhanden ist, zum Körper gelenkt. Aber der Körper sendet nach Jahren der Restriktion oder eben noch mit Angst im Hintergrund keine klaren Signale mehr. Das heißt, die Wahrheit über mentalen Hunger ist, mentaler Hunger ist genauso real wie körperlicher Hunger. Wenn du an Essen denkst oder vorausplanst oder dich in Kochbüchern durch Rezepte oder keine Ahnung was, scrollen, speichern, keine Ahnung was siehst, dann ist das eine Form von echtem Hunger. Ich mache das heute nicht mehr. Ich habe das vorher exzessiv gemacht. Ich habe einen Stapel von Kochbüchern, die nicht in die Küche gepasst haben. Das war nur mein mentaler Hunger. Denn mentaler Hunger zeigt, dein System ist noch nicht gesättigt, geschweige denn zufrieden. Und nicht nur dein Magen braucht Nahrung, sondern auch deine Gehirn und deine Seele. Und du hast vielleicht auch noch einen ganz schön krassen Genussdefizit auszugleichen, weil du dir vielleicht viele Dinge nicht erlaubt hast. Und in meinem Find Your Satisfaction Online-Kurs findest du auch hier nochmal alle Hintergründe zu mentalem Hunger, der auch eine Form von Extremhunger sein kann. Wie gesagt, ich hatte ja auch diesen klassischen Extremhunger, wo ich mich gefühlt habe wie ein Fass ohne Boden nicht. Aber übelst krassen mentalen Hunger. Heute weiß ich, das war auch eine Form von Extremhunger. Das heißt, wenn dich das interessiert und du merkst, das hat mich auch erwischt und du wünschst dir ein bisschen Struktur, Hintergründe, einfach auch ein paar Argumente, die du deinem Essgestörten Anteil entgegensetzen kannst, dann herzense Empfehlung den Find Your Satisfaction-Kurs. Ich verlinke dir den nochmal in den Shownotes. Was kannst du jetzt konkret machen, um deiner Essstörung da so ein bisschen ihre Tarnung und ihre Maske runterzureißen? Du kennst mich ja, ich habe immer so ein paar kleine Check-In-Fragen. Also, ich würde mich zum Beispiel fragen, würdest du das essen, wenn es keine Kalorien hätte oder du wüsstest, dass du davon nicht zunehmen wirst? Wenn ja, dann ist dein Nein keine Intuition. Vielleicht bist du auch ständig Hadern- und Hinterfragen-Modus. Also, soll ich das wirklich essen? Wenn du dich das fragst und du dich noch in aktiver Recovery befindest, dann ist die Antwort eigentlich immer ja. Denn dieses Hadern selber ist das Signal. Ein gesunder Mensch fragt sich das nicht. Oder mach gern auch mal so ein Angst-Check-In. Also steckt hinter meinem Nein vielleicht auch gerade eine Angst vor Kalorien, vor Kontrollverlust, Gewichtszunahme, Kommentaren, was auch immer. Dann ist es ebenfalls keine freie Entscheidung. Handeln aus Angst ist nicht Freiheit. Was kannst du diesen konkreten Situationen dann tun? Zum Beispiel Essen, wenn deine Gedanken anfangen, ums Essen zu kreisen. Also auch über die normale Planung hinaus. Also klar, ich überlege mir natürlich auch, was esse ich jetzt gleich zum Mittag? Das habe ich kurz geplant. Es gibt Crepe. Ich liebe Crepe. Und ich bin so froh, wieder welche machen zu können nach Dubai. Wenn ich jetzt aber da sitzen würde und das hinterfragen würde und wie viel Crepe mache ich dann und wie viel darf ich dann davon essen und na, na, na. Ja, dann wäre es mental auch mal. Also da bitte unbedingt essen. Aber auch Essen, wenn du anfängst, an die nächste Mahlzeit zu denken oder dir auszumalen, was du alles Schönes essen könntest oder wenn du darüber nachdenkst, was du noch tun musst, um essen zu dürfen. Aber auch Essen, wenn deine Gedanken hadern. Also dieses Hadern wirklich als Zeichen zu sehen, dass Körper und Seele es brauchen. Und natürlich auch Essen, wenn du anfängst, so wie ich es eben dann auch gemacht habe, exzessive Rezepte zu durchsuchen und Mahlzeiten zu planen und ja, dich dann vor allem aber auch dabei erwischt, dass du wieder nur dein Safe Food kochst. Ist mir auch oft passiert. Ich habe so viele Sachen rausgesucht und was habe ich gekocht? Immer das Gleiche. Stunden von Arbeit sinnlos. Also, der Weg zum echten und selbstversorglichen intuitiven Essen und du siehst schon, der Begriff selbst kann schon ganz schön irreführend sein, weil eben auch intuitives Essen sich nicht immer richtig oder intuitiv anfühlt, der führt einzig und allein durch die Angst. Das bedeutet, auch gegen die vermeintliche Intuition zu essen. Das heißt, es wird sich aller allerhöchster Wahrscheinlichkeit nach auch erstmal falsch anfühlen, aber später dann wieder richtig. Und dein Körper muss lernen, neue zuverlässige Signale zu senden. Das ist ein Prozess. Ich kann dir nur sagen, ich kann heute wirklich ganz intuitiv essen, weil ich eben keine Angst mehr habe, die mit entscheidet. Aber der Weg dahin führte durch viele, viele, viele Momente, in denen ich bewusst auch wirklich gegen meine vermeintliche Intuition angegessen habe und auch heute teilweise noch tue, wenn mein Körper aus irgendwelchen Gründen keine zuverlässigen Hunger- und Sättigungssignale senden kann, weil auch ich bin mal erkältet oder irgendwas anderes passiert. Die Belohnung, die du dafür bekommst, und ich sage immer, die kommt immer, auch wenn es sich in dem Moment nicht so anfühlt, ist echte Freiheit. Das heißt, Essen ohne innere Verhandlungen, aber auch echtes Vertrauen. Denn dein Körper und du, ihr seid dann ein Team. Und du kriegst wirklich echte Intuition. Also das, was du als Kind hattest, bekommst du zurück. Und die wird nicht mehr von der Essstörung gefiltert. Also, das Wichtigste nochmal in Kürze. Intuitives Essen mit aktiver Essstörung ist nicht möglich, weil die Signale verzerrt sind. Versuch's also bitte nicht. Intuitive Restriktion ist die Essstörung im Tarnanzug der Körperweisheit. Wichtig, das wirklich bewusst zu haben. Der Weg zur Intuition führt immer über bewusstes Essen. Das heißt, wir müssen doch erstmal lernen, wie esse ich denn jetzt eigentlich? Wie sind normale Portionsgrößen? Wie häufig esse ich? Wie versorge ich meinen Körper gut? Das sind Dinge, die wir erstmal wieder lernen dürfen. Aber auch, wie gehe ich dann mit Gefühlen um, die ich vielleicht sonst mit Essen reguliert habe? Und mentaler Hunger ist genauso real wie körperlicher Hunger. Und auch das Hadern ist das Signal. Denn Menschen ohne Essstörung fragen sich nicht, soll ich das jetzt essen oder soll ich das jetzt nicht essen? Wenn sie auf Diät sind vielleicht schon. Aber normalerweise ist es einfach Impuls. Ah ja, ich habe jetzt dran gedacht. Klingt gut, esse ich. Echte Intuition kommt also erst, wenn null Ängste mehr da sind. Wenn du dich also das nächste Mal fragst, soll ich das jetzt wirklich essen? Dann weißt du jetzt, die Frage ist selbst, ist die Antwort. Ein Mensch ohne Essstörung stellt sie sich nicht. Also, nutz dieses Wissen und iss trotzdem und zeig deine Essstörung, dass du ihr Spiel durchschaut hast. Ja, damit kommen wir schon fast zum Ende und an dieser Stelle möchte ich auch nochmal ein riesiges Dankeschön an all meine wundervollen Frauen aus der Soul Group, die immer wieder bereit sind, mutig hinzuschauen, um ihrer Essstörung auf die Schlichte zu kommen, aussprechen. Denn ohne sie hätte es diese Folge nicht gegeben. Und wenn auch du Teil dieser wundervollen, sicheren und unterstützenden Community werden möchtest, dann kannst du dies entweder über meine 1-zu-1-Coachings, denn auch bei Freedom Journey, also meinem 3-Monats-Programm, oder auch in Recovered Soul, bekommst du den Zugang zur Soul Group dazu, weil es einfach eine perfekte Ergänzung ist. Also das 1-zu-1, aber eben auch die Gruppe, die dich trägt und unterstützt. Oder zweiter Weg ist im Anschluss an mein 6-wöchiges Gruppencoaching Rediscover. Das startet allerdings frühestens im April 2026 wieder. Also wenn du merkst, hey, ich möchte da was tun, dann zögere bitte nicht und warte nicht so lang. Und halt gerne auch Ausschau, weil, also bisher habe ich es tatsächlich nur zweimal gemacht, aber alle paar Monate öffne ich die Soul Group auch mal für Externe, die jetzt nicht vorher ein Programm bei mir gemacht haben. Das heißt, wenn du das nicht verpassen möchtest, dann folg mir einfach auf Instagram oder hüpf einfach auf meinen Newsletter. Das verlinke ich dir auch nochmal in den Shownotes. Und damit sind wir am Ende und ich möchte auch dir nochmal ganz herzlich danken, dass du heute wieder dabei warst und bis zum nächsten Mal. Und denk immer daran, du bist so viel mehr als deine Essstörung. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfongiger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

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