Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#36 Wenn alle über Diäten, Kalorien und Körper reden…

So schützt du dich – mit konkreten Strategien für Weihnachten

17.12.2025 51 min

Zusammenfassung & Show Notes

„Wie gehe ich mit Diätkultur, Kaloriengesprächen und Körperkommentaren um?" – Diese Frage aus der Community nehme ich heute zum Anlass, dir am Beispiel Weihnachten konkrete Strategien an die Hand zu geben, die du auf jede soziale Situation übertragen kannst. 

 „Wie gehe ich am besten mit der Diätkultur, Kaloriengesprächen und Körperkommentaren um?" – Diese Frage aus der Community hat mich erreicht und ist aktuell wieder relevanter denn je. Denn leider wird die Body Positivity Bewegung gerade wieder von extrem schlanken Körpern als Ideal in den Hintergrund gedrängt - und das macht leider vor kaum jemandem Halt. 
Egal ob Familienfeier, Arbeitsessen oder der Kaffeeklatsch mit Freundinnen – überall scheint jemand eine Meinung zu Körpern und der gesündesten Ernährung zu haben. 
 
In dieser Folge schauen wir uns das Thema am Beispiel Weihnachten an – denn gerade jetzt, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, zeigt sich die Diätkultur besonders intensiv. Aber alles, was ich dir in dieser Folge mitgebe, kannst du auch auf jede andere soziale Situation übertragen: Geburtstage, Teamfeiern, Familientreffen das ganze Jahr über. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Warum Körperkommentare anderer meistens mehr über sie aussagen als über dich – und wie dir dieser Perspektivwechsel hilft
  • Konkrete Sätze und Formulierungen, mit denen du Diät-Talk und Kaloriengespräche souverän begegnen kannst
  • Wie du proaktiv Grenzen setzt, bevor der erste Kommentar fällt – und warum das leichter ist als spontan zu reagieren
  • Den entscheidenden Unterschied zwischen gesundem Rückzug und Vermeidung in sozialen Situationen
  • Wie du dir Verbündete suchst und sie richtig einweihst
Diese Episode ist für dich, wenn:
  • Dich Kommentare über deinen Körper oder dein Essverhalten verunsichern und triggern
  • Du dir wünschst, endlich Grenzen setzen zu können – aber IN der Situation oft sprachlos bist
  • Du konkrete Tools suchst, um Diätkultur und Kalorien-Talk nicht mehr so nah an dich heranzulassen

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Hallo und schön, dass du wieder dabei bist. Also ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich finde, die Weihnachtszeit rast dieses Jahr einfach nur. Und tatsächlich, also heute ist Montag, der 15. Dezember. Das heißt, wenn du das am Mittwoch, falls du eine derjenigen bist, die es sofort hörst, hörst, dann ist es nur noch eine Woche bis Heiligabend. Halleluja! Also irgendwie geht das dann immer schnell. Die ersten Tage, die gehen immer noch so, wenn man die ersten Türchen öffnet und dann rast die Zeit. Und dieses Jahr irgendwie besonders schnell. Also zumindest empfinde ich das dieses Jahr so. Und ich habe wieder so viel unterschiedliches Feedback von euch auch bekommen, denn für einige von euch ist das wirklich die schönste Zeit im Jahr. Aber, und ich habe irgendwie so das Gefühl, dass das, der Großteil ist, und mir ging es damals genauso, für viele ist es eben auch mit unglaublich viel Stress und auch Ängsten verbunden in der Weihnachtszeit. Gerade oder besonders vielleicht auch, wenn man sich noch in der Recovery befindet. Von einer aktiven Essstörung rede ich jetzt mal gar nicht, weil, ja, das ist schon heftig. Aber die Recovery kann es nochmal auf einer anderen Ebene relativ herausfordernd machen. und ein Grund liegt auch daran, dass es, also ich glaube, ich überlege gerade, aber mir fällt gerade kein Fest ein, an dem so viele Menschen über mehrere Tage und dann auch auf engstem Raum zusammen Zeit verbringen, was super schön sein kann. Also gerade, wenn man sich vielleicht auch länger nicht gesehen hat, aber eben auch sehr herausfordernd und manche dieser Menschen hat man vielleicht auch ein Jahr lang oder manchmal vielleicht sogar noch länger nicht gesehen, was in der Recovery eine Ewigkeit sein kann. Ich habe ja meine Recovery 2018 drei Monate vor Weihnachten begonnen und da dann auch zum ersten Mal wirklich durchgezogen, worauf ich auf einer Ebene sehr stolz war, auch wenn ich es irgendwie auch beängstigend fand. Aber, ja, wie gesagt, vorher war ich ja die Monate immer wieder eingeknickt beziehungsweise habe dann Rückzieher gemacht und, ja, bin in diesem Pingpong gewesen. Das heißt, wirklich zu Weihnachten 2018 war ich drei, dreieinhalb Monate ungefähr aktiv, wirklich dann auch schon in Recovery und auch mein Körper hatte in dieser Zeit schon einige Veränderungen durchgemacht. Also ich war zwar immer noch sehr dünn, aber eben nicht mehr ganz so abgemagert wie zuvor. Also man hat den Unterschied schon deutlich gesehen. Und ich sage immer, gerade am Anfang, wenn es wirklich um Haut und Knochen geht, sieht man, dass tendenziell auch viel, viel mehr, also wenn ich jetzt heute, weiß ich nicht, drei, vier Kilo zunehmen würde, würde man das nicht so sehen, wie man es damals eben gesehen hat. Und das ist auch ganz normal. Und dementsprechend hatte ich eben auch tierische Angst, ob mein Körper oder auch mein verändertes Essverhalten dann zu Weihnachten kommentiert werden würden. Denn mir selbst kamen diese körperlichen Veränderungen riesig vor. Und ich hatte Angst, dass die anderen, also weil ich dachte, was ich sehe, müssen die anderen ja auch sehen. Kleiner Spoiler tun sie nicht unbedingt. Aber ich dachte halt, dass die anderen das ebenfalls sehen würden. Und eben vor allem auch sehen würden, wie sehr ich mich schon verändert habe. Obwohl ich ja wusste, also klar, das muss passieren, weil ich habe mich auch aktiv dafür entschieden und mich darauf eingelassen. Und ich wusste auch, das ist was Gutes. Aber ich hatte einfach tierische Angst vor diesen Kommentaren. Selbst wenn ich wusste, dass die, wenn dann sehr mitführend oder, ja, weiß ich nicht, lieb gemeint wären. Aber ich wollte einfach keiner. Und auch beim Essen war es so, dass ich zum ersten Mal keine gesunden Alternativen, die meine Familie übrigens ganz lecker fand, mitgebracht habe, sondern mich einfach getraut habe, mich an diesen gedeckten Weihnachts-Kaffeetisch zu setzen und dort ganz normal Stollen und Lebkuchen mit zu essen, wie eben auch die anderen. Also ganz normal nach außen, weil ich habe tatsächlich zu der Zeit natürlich noch sehr, sehr intensive, innige Diskussionen in meinem Kopf mit meinem Essgestörtenanteil geführt. Denn der war durchaus noch sehr mitsprachebedürftig. Auch, ja, wenn ich einfach wusste, wofür ich das mache und dass ich das wollte. Aber es war halt alles irgendwie noch nicht so frei, wie es jetzt war. Und ich hatte immer irgendwie Angst, dass jemand was dazu sagen könnte. Ich glaube, meine Mama hat sogar vorher noch gefragt, ob ich dann diese super clean, healthy, zuckerfreien Lebkuchen mitbringe. Und ich so, äh, nee, meine Challenge ist tatsächlich dieses Jahr, einfach das zu essen, was da ist. Und, also alleine das zu sagen, fand ich damals schon schwierig. Und, ja, lange Einführung, worum geht es heute eigentlich? Es passt nämlich zu einer Frage, die mich auch aus der Community erreicht hat. Und zwar, gerade zu Weihnachten habe ich mir gedacht, ist die eigentlich besonders relevant? Deswegen dachte ich mir, naja, ist für eine Woche vor Weihnachten. Lass uns doch mal näher darauf eingehen. Und zwar war die Frage, wie gehe ich am besten mit der Diätkultur, Kaloriengesprächen und Körperkommentaren um? Und die Frage ist leider berechtigt, denn wir leben heutzutage und aktuell irgendwie, habe ich das Gefühl, nochmal besonders, leider wirklich in einer Diätgesellschaft, in der so gut wie jeder eine Meinung zu besonders gesunder Ernährung oder dem eigenen oder den anderen Körpern hat. Und wir hatten jetzt auch schon ein paar Weihnachtsfeiern, kleinere und größere. Und tatsächlich habe ich das auch dieses Jahr erst wieder feststellen dürfen und habe es inzwischen auch schon von einigen Coaches berichtet bekommen, dass eben, ja, solche Diätgespräche einfach immer noch voll an der Reihe sind oder Körper einfach kommentiert werden. Und auch ich irgendwie mir anhören durfte, dass man ja sieht, dass ich irgendwie zugenommen habe. Und ich so, hä, habe ich gar nicht. Also nicht wirklich, aber war interessant, wie die Wahrnehmung war. Und dann habe ich auch gedacht, so, was ist denn jetzt los? Also es hat mich früher mega verunsichert. Und ich denke mir nur so, Leute, was ist, wieso, wieso, was gibt euch das Recht, Körper zu kommentieren? Und es kann aber leider passieren. Und wie gesagt, gerade in der Recovery sind die meisten Kommentare wirklich nett gemeint und eigentlich eher so ein Ausdruck oft auch von Erleichterung, was man sich schon herausfordernd machen kann. Aber wie gesagt, also jeder Kommentar eigentlich, also kann ich aus meiner Erfahrung sagen, ist durchaus erst mal eine Challenge. Und deswegen dachte ich, nutzen wir doch einfach mal die Weihnachtszeit als Anlass, tiefer in dieses Thema einzutauchen, auch wenn es, wie gesagt, also gerade so die Dinge, die ich jetzt auch sage, auch zum Thema Abgrenzung oder typischen Trägersituationen, die kannst du eigentlich auf jede Familiensituation größere zusammentreffen, auch mit Kollegen Weihnachtsfeiern, andere Teamfeiern, keine Ahnung was, übertragen. Deswegen lass uns Weihnachten einfach als Anlass nehmen. Aber auch, falls du das vielleicht später hörst und gerade nicht Weihnachten ist, dann bleib bitte trotzdem unbedingt dran. Denn es ist einfach jederzeit relevant und gerade in der Recovery, wenn eben viele Menschen zusammentreffen. Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Familien zusammentreffen, meistens die sind, die uns persönlich vielleicht auch am stärksten herausfordern, sage ich jetzt mal. Denn gerade, wenn man sich vielleicht länger nicht gesehen hat, also seien das jetzt auch Großveranstaltungen, weiß ich nicht, weil jemand eine Jugendweihe hat oder eine Schuleinführung oder eben Weihnachten, Geburtstage oder sowas, ein runder Geburtstag, das sind ja alles so Anlässe. Und meistens Gelegenheiten, wo Verwandte eben auch zusammenkommen, die sich vielleicht wirklich ein Jahr oder länger nicht gesehen haben. Und da sind Kommentare dann natürlich auch wahrscheinlicher, da Veränderungen, wenn die an jemandem stattgefunden haben, leichter wahrgenommen werden, wenn man sich eben nicht regelmäßig sieht. Also wahrscheinlich die Familie, die du tagtäglich oder einmal pro Woche siehst, der wird das wahrscheinlich gar nicht so auffallen, wie jemand, den du jetzt vielleicht, weiß ich nicht, ein halbes oder ein ganzes Jahr nicht gesehen hast. Und das kann, wie gesagt, in der Recovery echt lang sein. Also es gibt ja so typische Triggersituationen. Ich habe mal überlegt, so was sind so die meisten? Oder mir wurden auch ein paar geschickt, so im Sinne von, ja, was, wenn jemand zum Beispiel sagt, hey, du siehst ja viel besser aus oder schön, dass es dir wieder gut geht. Ist lieb gemeint. Und oft auch wirklich einfach ein Ausdruck eigener Erleichterung, also von der Person, die das sagt. Kann aber schwierig sein, denn der Punkt ist, und ich sage es immer wieder, der Körper heilt einfach schneller als der Kopf, also als die Psyche. Und oft ist es eine große Angst, dass das Umfeld von dem äußeren Erscheinungsbild dann auf das Innere ableitet. Also sieht gut aus, super, dann geht es dir ja auch wieder gut. Hm, nein, das hat nicht zwingend was miteinander zu tun oder kann eben genau auch andersrum sein, weil es eben für uns ja wahnsinnig herausfordernd ist, erst mal sich auch an diesen neuen Körper zu gewöhnen. Und besonders, wenn der dünne Körper vielleicht auch als Ausdrucksmittel und Schutzschild gedient hat, dann sind solche Kommentare, ja, also bei mir war es so und ich habe mir so gedacht, scheiße. Ich hatte, also wirklich, das war der Moment, wo ich gedacht habe, mein Schutzschild wird irgendwie immer kleiner und dünner und ich will das eigentlich gar nicht. Also, ja, wie gesagt, lieb gemeint. Also vielleicht auch da schon der erste Tipp. Versuch es wirklich als etwas Liebgemeintes zu sehen, wenn das kommt. Wie gesagt, du darfst dich da auch gerne abgrenzen, da kommen wir dann nochmal drauf. Aber das ist meistens was, was, also weniger das kommentiert wird, dass man vielleicht zugenommen hat oder so, sondern wirklich eher, hey, du siehst wieder besser aus. Ich meine, ganz ehrlich, ich konnte es im Nachhinein dann auch verstehen, weil ich sah wirklich auch sehr ungesund aus. Und jede Verbesserung war einfach schon mal, also gar nicht mal unbedingt am Gewicht, aber einfach auch an Hautfarbe oder an, dass ich wieder lächeln konnte, weil ich einfach Energie hatte. Alleine sowas hat man ja schon gesehen. Aber auch Kommentare über das Essverhalten, wie, ist du jetzt wieder normal? Oder, oh, du isst ja jetzt auch wieder XYZ. können extrem verunsichert sein. Als hätte man sich vorher auch ausgesucht, unnormal zu essen. Also das ist ja auch so, weiß ich nicht, normal, da steckt immer irgendwie auch so viel Wertung schon drin. Und was auch passieren kann, ist auch jemandem bei uns in der Soul Group zum Beispiel passiert, dass man zum Beispiel anders bei Weihnachtsgeschenken bedacht wird. Also vielleicht würdest du dich ja, bei mir war das auch so, dass ich gedacht habe, oh ja, und wenn ich dieses Jahr Weihnachten Schokolade kriege und so, oder Zimtsterne oder keine Ahnung, was ich gerne esse, dann würde ich dir dieses Jahr ja auch essen. Das bedeutet wahr, ich habe gar keine bekommen. Und vielleicht würdest du auch dir wünschen, vielleicht auch, weil du in der Recovery schon ein bisschen fortgeschrittener bist, oder weil du dir denkst, hey, gute Gelegenheit, sowas einfach auch als neues Funfood zu challengen. Vielleicht denkst du dir, hey, so ein Schokoweihnachtsmann wäre schon echt mal wieder mit. Und du willst einfach auch ganz normal wieder teilhaben, weil gerade diese speziellen Lebensmittel, die sind einfach auch Soulfood. Und ja, Zeichen von, also wie man eben einfach auch Erinnerungen schafft. Also bei uns zum Beispiel ist auch eine Weihnachtstradition, dass es Mohnkuchen gibt, so ein schlesischer Mohnkuchen, den macht die Mama von meinem Freund, also von Markus. Und den gibt es halt nur einmal im Jahr. Und ich war so, so dankbar wirklich, dass ich da dann wieder dran teilhaben konnte. und den gab es tatsächlich für mich auch. Das heißt, ich habe mich da wirklich auch mega drauf gefreut, dass ich so gedacht habe, okay, dieses Jahr esse ich halt auch wirklich was davon und nicht nur so ein halbes Stückchen. Und dann muss es halt gut sein. Und dann denke ich den restlichen Tag drüber nach. Nee, aber bei den Geschenken habe ich es gemerkt. Also ich habe wirklich deutlich weniger Schokolade gekriegt oder nur sehr gesunde Schokolade oder I don't know, weil ich mein Umfeld einfach wirklich darauf programmiert habe, mit meinem Verhalten, dass ich das ja nicht esse. Das heißt, im Zweifelsfall gehen wir, falls unser Umfeld das bei uns mitgekriegt hat, leer aus. Weil ich sage mal, keiner tut sich auch gerne den Frust an, zu sehen, hey, sie ist das eigentlich gar nicht oder sie freut sich gar nicht drüber. Und das kann dazu führen, gerade wenn die Essstörung eben viele Jahre gegangen ist, dass wir dann bestimmte Geschenke, gerade eben Essensgeschenke, vielleicht auch nicht mehr bekommen. Und das kann enttäuschend sein. Und ja, wie gesagt, das ist so, wie wir uns an unsere Essstörungsregeln gewöhnen, tut das auch unser Umfeld. Das heißt, es bedeutet wirklich auch nicht nur eine Recovery für uns und ein Umlernen, weil eigentlich bedeutet Recovery komplettes Umlernen, sondern eben auch für die anderen. Und deswegen, falls dich sowas erwischt, also entweder wünschst du es dir gerne schon vorher, ich meine, es ist noch eine Woche Zeit und sag, hey, dieses Jahr würde ich mich vielleicht auch über XYZ freuen. Das dürfen wir am Anfang echt auch aktiv ansprechen, weil sonst kommen die wirklich nicht drauf. Oder ja, einfach auch, wenn du merkst, so, oh Mensch, hätte ich jetzt auch gerne gehabt, bring dem Umfeld das bei, dass du das auch gerne wieder hättest. Und dann kann es aber auch ganz unabhängig von dir und deiner Recovery zu anderen dringenden Situationen kommen. Also gerade, wenn wir uns das jetzt noch mal im gesellschaftlichen Kontext angucken und wie die Entwicklung jetzt aktuell leider auch dieses Jahr wieder extrem ist. Man wird ja gerade so intensiv viel, lange schon nicht mehr, mit extrem dünnen Körpern konfrontiert. Und sei das nur, weil man sich den zweiten Teil von Wicked im Kino angeschaut hat. Also ich weiß nicht, jeder fragt sich ja, was ist an diesem Set passiert, dass Ariana Grande und, ich habe gerade ihren anderen Namen vergessen, dass die wirklich alle, also die sind ja nicht die einzigen, dass die alle abgemagert aussehen. Also es ist wirklich gerade dieser neue Skinny-Trend. Also neu ist er ja nicht, aber er ist gerade irgendwie neu aufgelegt, habe ich so das Gefühl. Und auch durch Osempic und Co. Also gerade, ich habe ja viele englisch-amerikanischsprachige Creators, denen ich auch folge, einfach jetzt auch aus beruflichem Interesse. Und da sieht man schon auch wieder vermehrt sehr dünne Menschen im Film oder im Fernsehen oder einfach auf Social Media. Und selbst die Kardashians haben ihren Po verloren. Also es ist einfach gerade eine völlig neue Trendwelle. und auch die Skinny-Tocker, also ich glaube, inzwischen wurde da wirklich was gegen getan, als ich damals die Folge dazu aufgenommen habe. Also wenn du jetzt überlegst, so Skinny-Tock, was war das nochmal? Wo Dünnsein ja wirklich als neuer Lifestyle propagiert wird, also nicht mehr als Diät, sondern nein, das machen wir jetzt im Sinne der Wellness und es tut uns ja so gut und wir fühlen uns ja so gut. Also mehr dazu dann gerne in Podcast-Folge 4. Also die lassen es halt wirklich aussehen, als könne jeder dünn sein, wenn er nur die richtigen Dinge tut, was gleichzeitig dazu führt, weil wie gesagt, die allermeisten Menschen sind wirklich nicht dafür gebaut und wie gesagt, so viele mehrgewichtige Menschen verhungern in ihren Körpern, weil ihr Körper sich so sehr dagegen wehrt, Skinny zu sein. Das heißt, diese Botschaften sind wirklich extrem gefährlich, leider aber gerade auch sehr weit verbreitet. Deswegen ist es kein Wunder, wenn das nicht nur sich bei uns bemerkbar macht und wir vielleicht denken, hey, was mache ich denn ja eigentlich? Gerade jeder nimmt ab, ich soll zunehmen, what the heck? sondern wenn das auch auf unser Umfeld abfärbt und immer mehr Menschen eben auch auf die Idee kommen, dass spätestens nach Weihnachten dann vielleicht eine Abnehmkur her muss. Kurzum, dir zu erlauben, zuzunehmen oder deinen Körper auch einfach nur leben zu lassen. So habe ich das immer genannt. Ich sage, hey, ich lasse ihn einfach leben und er macht dann halt, was er damit will. Also auch wenn du schon vielleicht in einem normal oder mehrgewichtigen Körper bist, dir zu erlauben, da zu bleiben, alleine das ist ja schon in dieser Welt, wo wirklich gerade alle gefühlt abnehmen wollen, eines der stärksten und rebellischsten Dinge, die du tun kannst. Und auch wenn es sich vielleicht auch noch falsch anfühlen mag, es ist das Beste und Gesündeste, was du für dich tun kannst und keinen Versagen. Wenn du entweder dir erlaubst, so zu bleiben, wie du bist, also dein Gewicht da nicht weiter zu versuchen, zu unterdrücken oder eben dir wirklich auch aktiv zu erlauben, zuzunehmen. Das ist Rebellion. Das war übrigens ein Gedanke, der mir damals geholfen hat. Und ich gedacht habe so, nee, ich will das nicht weiter mitfüttern. Ich will nicht ein Teil des Problems sein. Ich will ein Teil glücklich zu werden. Deswegen, ja, mach dir das einfach immer wieder bewusst, dass das, was du gerade tust, unglaublich mutig, unglaublich stark ist und keinesfalls versagen. Ja, und damit kommen wir vielleicht auch zu einer Mindset-Grundlage. Denn ganz, ganz oft ist es ja auch so, dass wir selber sehr unzufrieden mit uns sind oder, ja, vielleicht auch uns sehr unter Druck fühlen aufgrund von Erwartungen. Und damit, ja, es gibt ja zweierlei Erwartungen. Also einerseits die Erwartungen, die wir an uns haben, aber auch die Erwartungen der anderen. Und die anzupassen, ist ein bisschen schwierig, weil die anderen haben die ja. Und ich habe es gerade schon mal so ein bisschen erwähnt, der Körper heilt nun mal schneller als die Psyche. Das heißt, vielleicht, und ich kriege das auch gerade mit, dass gerade, ich glaube, so vor Weihnachten wollen die Kliniken auch die Leute auch irgendwie raus haben. Das kann sein, dass du vielleicht auch gerade frisch aus der Klinik kommst oder dich eben so wie ich kurz vor Weihnachten auf dem Heilungsweg begeben hast und wieder gesünder, ich höre das jetzt mal mit den Anführungszeichen, aussiehst. Und das Umfeld dann eben aufgrund dessen, also weil du vielleicht aus der Klinik kommst oder ein bisschen zugenommen hast, das Umfeld dann erwartet, hey, jetzt ist ja wieder alles normal oder, oh super, dann kann sie ja jetzt wieder essen wie früher oder, ha, es geht ihr wieder gut. Aber nur weil der Körper sich verändert hat, heißt das nicht, dass die inneren Kämpfe vorbei sind. Das wäre einfach. Dann würde diese ganze Klinik-Recovery funktionieren. Gewicht hochgepäppelt, super, alle fertig. Der Punkt ist auch, auch gerade wenn du vielleicht in der Klinik warst, ich erlebe das immer wieder auch, dass es für viele wirklich auch eine Erleichterung ist, weil wenn man in der Klinik ist, muss man einfach auch mal nicht funktionieren. Und jetzt zu Hause erwartet dein Umfeld möglicherweise, also nicht jedes, aber ich weiß, dass es es durchaus gibt, deswegen spreche ich es an, vielleicht auch, dass du wieder voll einsatzfähig bist, dass es dir eben, wie gesagt, wieder gut geht, dass man dich jetzt wieder belasten kann oder was auch immer. Und das ist unfair. Aber es passiert, weil die meisten Menschen, also nicht aus bösem Wille, aber weil die meisten Menschen einfach nicht verstehen, wie Essstörungen funktionieren und dass es sich hier um eine psychische Krankheit handelt, die nur in den seltensten Fällen, also wie gesagt, es sind nur ungefähr 6 Prozent, die überhaupt am Untergewicht erkennbar sind, also wo der Körper überhaupt zulässt, dass sie in Untergewicht gehen. Also wie gesagt, ich habe wirklich mehrgewichtige Frauen kennengelernt, die absolut mangelernährt waren, keine Periode hatten, weil sie so wenig gegessen haben und niemand hat es gesehen und es ist so hart. Und die allermeisten Essstörungen, die treten normal im normal oder mehrgewichtigen Körpern auf. Also ich war, wie gesagt, auch 13 meiner 20 Jahre im normal oder sogar im höheren normalen Wicht und es ist niemandem aufgefallen. Das heißt, wie kannst du damit umgehen? Erlaube dir, noch nicht normal zu sein. Und nein, das musst du auch niemals werden, weil was ist bitte auch dieses normal? Normal heißt ja nur, es ist so wie alle anderen, aber nur weil alle anderen so sind, heißt das ja nicht, dass wir dem nachstreben müssen. Und da ist es ganz egal, was die anderen erwarten, wie normal oder wie, wie vor der Erstörung das jetzt vielleicht sein sollte. Das sind deren Erwartungen. Und du darfst kommunizieren, zum Beispiel, ja, mir geht's, vielleicht geht's ja wirklich ein Stück besser, das wäre schön. Also mir ging's auf jeden Fall damals zu den Weihnachten schon besser. Und ich hab dann für mich so bereitgelegt, so, ja, mir geht's besser, aber ich bin noch auf dem Weg. Bitte hab Geduld mit mir. Das heißt, du musst die Erwartungen der anderen nicht erfüllen. Das sind ihre eigenen und die dürfen sie behalten. Deine Recovery geht in deinem Tempopunkt. Und wenn nötig, dann klär gerne näherstehende Personen auch vorab auf. Also zum Beispiel, hey, nur weil ich wieder gesünder aussehe, heißt das nicht, dass innerlich alles geheilt ist. Das ist ein Prozess und ich brauch da einfach noch ein bisschen Zeit. Und ganz wichtig, du schuldest niemanden eine Performance von Normalität, denn langfristig würde dir das alles nur schwerer machen. Also ich hab das auch schon erlebt, dass sich auch Coaches wirklich Mühe gegeben haben, nach außen so normalen Anschein zu erwecken und letzten Endes, wenn wir das tun, würden wir sie ja nur in diesem Glauben bestätigen. So, okay, hat zugenommen, ah, okay, kommt aus der Klinik, geht ihr wieder gut, yay. Aber wir müssen auch nicht beweisen, dass es uns schlecht geht, also in die andere Richtung auch nicht dazu, habe ich manchmal geneigt. Gar nichts. Wir müssen niemanden irgendwas beweisen. Das heißt, erlaub dir wirklich so zu sein, wie du bist, auch deine Hindernisse anzusprechen und auch Grenzen zu setzen und mach dir vielleicht auch ein Kernmantra, was du zu dir selber sagen kannst. Zum Beispiel, noch für mein Tempo. Es ist mein Weg. Und falls es nicht die Erwartungen der anderen sind, weil, erfahrungsgemäß, können wir das selber auch ganz gut, uns hohe Erwartungen zu setzen. Auch deine eigenen Erwartungen können es dir schwer machen. Das heißt, vielleicht möchtest auch du dir selbst und den anderen zeigen, wie weit du bereits gekommen bist und hoffst, dass dieses Weihnachten im Vergleich zu den anderen davor perfekt wird. Aber, ganz ehrlich, dieses Weihnachten muss nicht perfekt sein und wird es höchstwahrscheinlich auch nicht. Perfektion ist nicht das Ziel. Was ist überhaupt ein perfektes Weihnachten? Ich möchte mal eine Familie sehen, die ein perfektes Weihnachten hat. Gibt es nicht. Deswegen ganz wichtig, Selbstmitgefühl. Vollständige Recovery braucht einfach Zeit und die echte Freiheit, Unbeschwertheit und Leichtigkeit, die stellt sich oft erst viel später ein. Also ich habe das Jahre später noch gemerkt, wie es einfach jedes Jahr nochmal freier geworden ist und dann nochmal. Und es ist auch okay, wenn du merkst, hey, ich habe dieses Jahr Weihnachten, also ich kann zwar jetzt vielleicht auch wieder Stollen und Lebkuchen und Co. mitessen, aber ich habe auch noch Angst. Und ganz ehrlich, das ist total in Ordnung, weil wir können die Dinge auch mit Angst tun. Und letzten Endes, gerade wenn du vielleicht in diesem Jahr auch erst losgegangen bist für deine Recovery, hallo, wie stark ist das bitte? Aber dann ist das auch deine erste Weihnachtszeit und da gibt es so viele neue Herausforderungen, nicht nur die Familiensituation, sondern auch die Lebensmittel, Dinge, die man vielleicht auch noch gar nicht challengen konnte, weil es die eben jetzt erst gibt, wie Zimtsterne oder was weiß ich was oder Glühwein oder all diese Dinge. Das heißt, Recovery bedeutet ja auch ständige Wiederholung. Bei manchen Dingen kannst du die noch gar nicht haben und deswegen ist jetzt auch eine Zeit, wo du noch wahnsinnig viel üben darfst, neu integrieren darfst, wiederholen darfst und es ist wirklich okay, auch noch kritisch, ohne auch noch misstrauisch, deinem Körper gegenüber zu sein. Weil auch hier, du weißt ja noch gar nicht, wie der darauf reagiert. Und Vertrauen braucht Zeit. Das heißt, jeder Tag, den du dranbleibst, ist wirklich auch ein Investment in alle zukünftigen Weihnachten und andere Familien teiern. Das heißt, versuch Weihnachten nicht als das zu sehen, wo es schon alles jetzt perfekt sein muss, weil Weihnachten muss nun mal schön sein. Sieh es einfach als Chance, weiteren Ängsten auf die Spur zu kommen und neue Dinge, die du noch nicht üben konntest, jetzt zu üben. Egal, wie gut oder schlecht dir das jetzt schon gelingt, es geht nicht darum, dass das jetzt schon perfekt ist. Es ist ein Prozess und manchmal brauchst du zwei, drei oder vier Weihnachten, wo wir, wie gesagt, merken, hey, jetzt kommt noch das dazu und jetzt noch das. Und ganz ehrlich, vielleicht stellen wir uns einfach auch mal auf den Standpunkt, dass das auch ein schöner Prozess ist, wirklich immer mehr zu merken, wie viel Freiheit noch möglich ist. Also ich finde das schön. Ich freue mich da heute noch drüber. Deswegen, ja, üben, üben, üben und Mitgefühl. Und jetzt möchte ich dir noch ein paar hilfreiche Strategien oder vielleicht auch Tools für die Weihnachtszeit und generell eben soziale Situationen mitgeben. Also, manche Sachen kannst du schon vor Heiligabend zum Beispiel vorbereiten. Also such dir gerne auch Verbündete. Was meine ich damit? Überleg dir gerne, wer ist vielleicht, sorry, auch eine unterstützende Person? Also jemand, der mich auch unterstützen kann, wenn ich merke, boah, es fällt mir gerade irgendwie schwer. Vielleicht eine Schwester, eine Freundin, einen Coach, wenn du ihn hast. Also da bitte einfach mal absprechen. Wie ist der vielleicht auch über die Weihnachtszeit erreichbar? Kann man sich in Notfällen melden? Kann ich mich bei einer Freundin im Notfall melden? Da bitte vorher wirklich das absprechen, dass jemand auch weiß, okay, könnte sich vielleicht melden. und spreche auch konkret ab, was brauchst du? Brauchst du vielleicht, also falls du sagst, so hey, wenn es mir Heiligabend irgendwie schwerfällt, darf ich dich vielleicht anrufen oder darf ich dir eine Nachricht schreiben? Und was brauchst du dann vielleicht auch? Brauchst du einfach nur Ablenkung, ein Liebeswort, eine vertraute Stimme, Aufmunterung, Zuspruch? Frag da wirklich um Erlaubnis. Darf ich dich da kontaktorientieren, falls ich merke, ich brauche das? Weil das senkt dann nämlich auch die Hemmschwelle in der akuten Situation. Also ich habe zum Beispiel auch für meine Recovered Soul Coaches auch Weihnachten auf die Vereinbarung getroffen, dass ich in Notfällen erreichbar bin. Und manchmal habe ich einfach gesagt, so die Zeit oder ich gucke auf jeden Fall aufs Handy, vielleicht nicht sofort, aber ich gucke immer mal. Also das habe ich zum Beispiel mit meinen Recovered Soul Coaches auch abgesprochen. Und oft hat alleine schon das Wissen gereicht, da ist jemand. Also es wurde, glaube ich, sehr, sehr wenig bisher in Anspruch genommen. Aber alleine dieses Wissen von da ist jemand und ich bin nicht allein, das kann schon einen Riesenunterschied machen. Und dann, also wie gesagt, das gilt jetzt eher so für Menschen, die vielleicht nicht mit dir gerade unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Aber für da, also für die Situation, such dir da gerne auch Verbündete, die mit dir im Raum sind. Also zum Beispiel eine Familie mit Glied einweihen, was so ein bisschen als Puffer oder auch zur Unterstützung in herausfordernden Situationen mit da sein kann oder vielleicht dann auch mal was sagt. Zum Beispiel, wenn Oma Ella wieder über ihr Hüftgold klagt oder, ja, weiß ich nicht, sich beschwert, so, wenn ich jetzt noch ein Plätzchen da schüttere, muss ich aber nächstes Jahr und Diät und na, na, na, na, na. Also diese typischen Diätgespräche. Da kann wirklich eine konkrete Bitte sein, also, weiß ich nicht, ich nehme jetzt einfach mal vielleicht die Mama, wenn die unterstützend bei dir ist oder du sagst, so, hey, die könnte ich mir gut vorstellen oder auch deine Schwester. Hey, wenn Oma wieder über ihre Neujahrsdiät redet, kannst du mir dann helfen, das Thema zu wechseln, zum Beispiel. Und diese Person kann dann einspringen, wenn du vielleicht selber noch nicht die Stärke hast, wirklich dann in dem Moment den Mund aufzumachen, weil oft wollen wir was sagen und trauen uns dann aber nicht. Das heißt, da kann es wirklich hilfreich sein, einfach mal einen Blick zu werfen oder so ein Zeichen zu geben oder so. Ja, dass eine andere Person einfach da, ja, so ein bisschen als Umlenker von solchen Gesprächen dient. Also mach dir das über gern ein Zeichen aus, wenn du merkst, hey, es wird mir gerade zu viel oder so ein, ey, ruf mich im Zweifelsfall bitte einfach immer mal in die Küche, dass ich mal kurz vom Tisch aufstehen kann. Also gib mir einfach auch mal einen Grund, den Raum zu verlassen und einfach mal durchzuatmen. Manchmal ist es leichter, wenn wir nicht selber mit uns haltern, so darf ich jetzt aufstehen, darf ich jetzt gerade gehen. Hol dir da jemanden, sprich das gerne vorher durch, weil dann wird es leichter. Ansonsten kannst du auch proaktiv schon Grenzen setzen und zwar vor dem Zusammentreffen. Warum proaktiv? Weil spontan reagieren, also so Schlagfertigkeit und sowas. Ich bin übrigens ziemlich schlagfertig geworden, habe ich festgestellt. So ein kleiner Nebeneffekt der Recovery, den ich sehr mag und der mir ganz lange auch gar nicht so bewusst war, aber mir ist es früher übelst schwer gefallen, so spontan zu reagieren. Also gerade, wenn ich gestresst war, dann bin ich eher so in diesem Rückzugsmodus, saß danach da und bin still geworden, anstatt irgendwas zu sagen und habe mich innerlich, aber also innerlich war es sehr laut. Ich habe immer gedacht, ich rede die ganze Zeit, aber es kann nicht wirklich was raus. Das heißt, was du machen könntest, zum Beispiel, keine Ahnung, was euer Kommunikationskanal ist, manche haben ja auch so Familiengruppenchats oder weiß ich nicht. Könnte man, ich weiß es schon sehr proaktiv, aber kann man nicht mal helfen. Vielleicht schon mal eine Nachricht vorab an die Familie zu schicken, vielleicht bestimmte Themen nicht anzusprechen oder einfach zu sagen, so hey, können wir dieses Weihnachten einfach mal nicht über Diäten oder irgendwas in der Art reden oder zum Beispiel konkret zu sagen, auch ich möchte bitte keine Kommentare über Körpergewicht oder Essverhalten, weil ich gerade versuche, das zu neutralisieren oder auch einfach nur Punkt, also auch ohne Begründung. oder auch, dass eben keine Good Food, Bad Food, gesund, ungesund Gespräche über Lebensmittel geführt werden. Also eine Beispielformulierung könnte zum Beispiel sein, mir ist es wichtig, dass selbst wenn ihr Veränderungen an mir wahrnehmt, ihr nicht darüber sprechen oder macht es einfach nicht zum Thema oder ich arbeite gerade daran, meine Beziehung zu meinem Körper und zum Essen zu heilen, bitte kommentiere das nicht. So steckst du deine Grenzen nämlich bereits vorneweg und kannst jederzeit den Tisch verlassen, wenn diese Gespräche aufkommen. Also nicht wütend oder trotzig, aber einfach ganz klar mit der Erinnerung, dass du gebeten hast, diese Themen zu unterlassen. Und dann ist es natürlich auch legitim oder eine logische Konsequenz, dann zu sagen, okay, wenn das aufkommt, im Sinne dessen, dass ich mich selber schütze, ich gehe da mal, meinetwegen redet darüber, aber ohne mich. Genau, und was du auch machen kannst, ist wirklich konkrete Antworten auch vorbereiten, wenn bestimmte Punkte, also man kennt ja manchmal so seine Pappenheimer, wer vielleicht über bestimmte Themen besonders gerne redet. Da kann es wirklich hilfreich sein, so bestimmte Sätze auch zu üben. Also meinetwegen auch mit einem Skript. Denn je vorbereiteter du bist, desto leichter fällt die Reaktion dann in der akuten Situation. Also bei Körperkommentaren zum Beispiel, also wenn jemand sagt, hey, du siehst ja gut aus oder hey, du hast dir zugenommen, könntest du zum Beispiel sagen, ich möchte nicht, dass mein Körper kommentiert wird, egal ob positiv oder negativ. Oder danke, aber ich möchte nicht über meinen Körper sprechen. Was kannst du bei dir E-Talk am Tisch sagen? Zum Beispiel, können wir einfach das Essen genießen, ohne über Kalorien zu sprechen? Oder ich würde gerne über etwas anderes reden. Was macht ihr eigentlich zu Silvester? Oder auch einfach nur so abzulenken und zu sagen, hey, was machst du zu Silvester? Oder bei wem seid ihr denn zu Silvester? Oder was auch immer. Also einfach Thema umdenken. Oder, gerade auch so, liebe ich ja bei Essensgesprächen nicht. Wolltest du, dass der Stress um solche Themen viel schädlicher ist, als es dieses Lebensmittel je sein könnte? Das ist nämlich wissenschaftlich nachgewiesen, wirklich so. Und je mehr Stress bei uns um irgendwas machen, der Stress ist viel ungesünder, als es das Lebensmittel sein könnte. Also vielleicht auch einfach mal einen wissenschaftlichen Fakt anbringen. Oder bei konkreten Kommentaren über dein Essverhalten, hey, ich vertraue meinem Körper und das reicht mir. Oder ich arbeite gerade intensiv daran, mir eine gesunde Beziehung zum Essen aufzubauen und Kommentare darüber sind einfach gerade nicht hilfreich. Oder es gibt auch eine Low-Energy-Variante, wenn du keine Kraft mehr hast für Erklärungen oder jemand am Tisch vielleicht auch nichts von deiner Essstörung weiß und du dich da jetzt nicht outen möchtest, dann darfst du auch einfach das Thema wechseln ohne Rechtfertigung. Dazu sage ich auch gleich nochmal, wie man das machen könnte. Aber so ein Ding ist so, ist manchmal ganz praktisch. Ich habe das ja auch manchmal, dass ich so spontan an irgendwas denke. Also einfach mal so in den Raum zu werfen, wenn irgendeiner was sagt, ach, weißt du was, das erinnert mich daran, habt ihr eigentlich diesen Film gesehen? Und dann abzulenken auf einen Film. Also manchmal kann man da so ein paar ganz galante Überleitungen finden. Genau, also was könnten so Umlenkungsthemen sein? Also erstmal, warum sollte man diese überhaupt bereitlegen? Mit einer Frage heikle Themen umzulenken, ist manchmal leichter, als zu sagen, über dieses Thema möchte ich nicht reden. Dann werden die meistens nochmal besonders aufmerksam darauf. Deswegen, ich sage immer, wer fragt, der führt. Gut, ich bin auch Coach, aber es kann wirklich hilfreich sein, wenn du eine Frage stellst. Menschen reden ja auch gerne über sich. Also zum Beispiel könntest du überlegen, was sind so Themen, auf die ich ablenken könnte? Zum Beispiel Urlaubspläne oder eben Silvesterpläne oder Geburtstagspläne oder whatever. Also zum Beispiel, hey, wo geht es denn für euch eigentlich im nächsten Sommerurlaub hin? Oder falls du weißt, jemand hat ein Hobby oder vielleicht auch selber zu sagen, hey, ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Hobby, was macht ihr eigentlich so? Oder eben zu fragen, hey, wie geht es eigentlich in deinem Töpferkurs oder hast du beim Makramee was Neues gelernt? Oder keine Ahnung. Also solche Sachen. Oder immer gute Themen, Filme, Serien, Bücher. Also da einfach auch mal zu fragen, welches Buch hast du vielleicht zuletzt gelesen oder welchen Film hast du zuletzt gesehen oder welche Serie schaust du gerade? Auch ganz schön. Oder weil du woanders zu Gast bist und die vielleicht auch andere Traditionen haben oder so, dann stell einfach mal eine Frage zur Weihnachtsdeko, falls du die ganz nett findest oder zu Traditionen, die vielleicht dort ausgeführt werden. Also auch sowas kann man ja mal hinterfragen. Oder dem Weihnachtsbaum. Vielleicht irgendwas Nettes zum Weihnachtsbaum sagen. Keine Ahnung. Ich glaube, in Bayern oder so gibt es ja auch diese Tradition des Weihnachtsbaumlobens, wo man wirklich dann zu den Nachbarn geht und dann überall der Baum angeguckt oder belobt wird und dann trinkt man noch was dazu. Also habe ich nur von meiner Schwester gehört. Auch solche Sachen können ja manchmal ganz gesellig sein und die Themen gut ablenken. Oder auch eigentlich einfach mal nach Ereignissen im Leben der anderen fragen. Hey, was gibt es eigentlich Neues bei dir? Oder was macht eigentlich XYZ? Weil, wie gesagt, Fragen sind unglaublich machtvoll und lenken die Aufmerksamkeit eben auch mal weg und geben den anderen auch mal was zu tun. Zumal die meisten Menschen, wie gesagt, auch ganz gerne über sich reden. Also sollten wir jetzt nicht als Dauerstrategie machen, aber kann sehr hilfreich sein. Dann auch ganz wichtig, gib dir auch die Erlaubnis, dich zurückzuziehen. Also gerade stundenlang mit Menschen in engstem Raum zu hängen, vielleicht noch warmes Zimmer und pipapo, das kann anstrengend sein. Aber wichtig hier und deswegen möchte ich da gerne nochmal drauf eingehen, weil auch dazu hat mich eine Frage erreicht. Der Unterschied ist wirklich, ziehe ich mich oder will ich mich zurückziehen aus Selbstversorge oder aus Vermeidung? Bevor wir nämlich über diesen Rückzug sprechen, ist es ganz wichtig, diese zwei Arten von zurückziehen oder von ich will da vielleicht doch gar nicht hin zu erkennen und ja auch zu erkennen, was ist jetzt eigentlich was? Also was wäre gesunder Rückzug, also aus Selbstversorge? Zum Beispiel bist du zur Familienfeier, bist auch dabei und ziehst dich kurz zurück, um auch mal Kraft zu tanken. Also weiß ich nicht, fünf bis zwanzig Minuten einfach mal zu sagen, so hey, ich brauche kurz mal eine Minute für mich, ich bin gleich wieder da oder so. Wichtig, du kommst wieder und du nutzt diese Pause, um dich zu regulieren und nicht um zu vermeiden, also um irgendwas Gutes dir zu tun. Heißt, diese Entscheidung oder auch dieser Wunsch oder das Bedürfnis nach Rückzug kommt von deinem gesunden Ich. Ein essstörungsgetriebener Rückzug ist eher eine Vermeidung. Das heißt, du willst vielleicht gar nicht erst hingehen, so oh nee, also die Familie und da habe ich überhaupt keinen Bock drauf und ich will lieber zu Hause bleiben und da lieber für mich irgendwie was machen und möchtest dich komplett isolieren. Also so dieser Gedanke auch, ich bleibe lieber allein. Wenn der sich erleichtern anfühlt, dann Achtung Warnsignal, dann kommt diese Entscheidung wahrscheinlich eher von deinem essgestörten Anteil. weil die unbequeme Wahrheit ist nun mal, die Essstörung liebt, liebt, liebt, liebt, liebt die Einsamkeit und Isolation ist ihr bester Freund. Das heißt, je mehr du dich zurückziehst, desto lauter wird ihre Stimme, weil ja niemand da ist, der ihr widerspricht und du auch nicht zu kulinarischen Veränderungen oder zu irgendwelchen anderen Dingen, die zu Festigkeiten nun mal vielleicht gang und gäbe sind, verführt wirst und dich deswegen da nicht wehren muss. Also ja, das ist erstmal stressvermeidend auf einer Ebene, sorgt aber auch dafür, dass du in deiner Recovery da nicht vorankommst oder wie gesagt, im Zweifelsfall die Essstörung nochmal so richtig loslegt und also meine ist auch immer gerade zur Weihnachtszeit mit sich selber extrem in Challenge gegangen. Also ich habe es irgendwie damals geschafft, jedes Jahr zu, also während meiner Essstörung nicht in der Recovery, da zum ersten Mal nicht, da wusste ich, okay, ich bin wirklich in Recovery. Ich hatte wirklich jedes Jahr Weihnachten Niedriggewicht. Kann doch gar nicht sein, alle nehmen zu Weihnachten zu, ich nehme ab und war dann auch noch stolz drauf, weil ich aber auch viele Dinge gemieden habe. Nicht gesund. Also, wenn du merkst, dass du dich am liebsten komplett zurückziehen würdest, dann frag dich wirklich ehrlich, wer griff da gerade die Entscheidung? Mein gesundes Ich oder mein essgestörtes Ich? Denn dein gesundes Ich will Verbindung, auch wenn es schwer ist, dein essgestörtes Ich will dich am liebsten einfach nur isolieren, weil es will dich einfach schützen. Ob vor Veränderungen, vor den Herausforderungen und dieser Anteil liebt es, ungestört in den eigenen Routinen zu bleiben und denen nachzugehen. Und wenn du merkst, okay, es ist schon mal nämlich gerade aktiv, dann versuch einen Kompromiss mit deinem gesunden Ich zu finden. Also, vielleicht musst du nicht das ganze Fest da sein oder nicht alle drei Weihnachtstage, sondern vielleicht einfach nur für ein paar Stunden oder für eine Stunde oder für wie lange auch immer. Vielleicht auch gerade, wenn ihr vielleicht irgendwo hinfahrt zur Oma oder zu wem auch immer, dann geh nicht alleine hin, sondern such dir vielleicht auch da einen Verbündeten, also jemand, der mit dir geht. Und das Wichtigste ist erstmal, dass du dir erlaubst zu gehen, dir aber auch erlaubst, also früher gehen ist dann auch erlaubt. Niemand sagt, wie lange du dann da bleiben musst. Aber alleine hinzugehen ist schon mal ein sehr, sehr wertvoller Recovery-Schritt, weil es dich eben aus dieser Vermeidung rausbringt. Oder wenn du merkst, boah, es fällt mir echt schwer, dass ich dann mich aufraffe und dahin gehe, dann versuch dich abholen zu lassen. Also bitte wirklich jemanden, dich mitzunehmen oder dich vorher nochmal anzurufen, denn es ist erfahrungsgemäß viel schwerer abzusagen, wenn jemand auf dich wartet. Das heißt, warte dann möglichst auch nicht bis Heiligabend, sondern das macht sich manchmal auch leichter, wenn die Angst noch nicht so groß ist. Also vorher. Und denk auch an die Konsequenz, denn jedes Mal, wenn du der Essstörung nachgibst und dich isolierst, wird sie stärker. Und jedes Mal, wenn du trotzdem gehst oder dich eben nicht isolierst, wird dein Gesundes sich stärker. Und manchmal hilft auch einfach die Frage, was würde ich denn tun, wenn ich vollständig recovered wäre? Würde ich da echt alleine zu Hause bleiben? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich würdest du hingehen. Also, geh, auch wenn es sich gerade nicht gut anfühlt. Und ja, wie gesagt, kurz mal rausgehen, dir mal ein paar Minuten Zeit für dich zu nehmen, das ist Selbstversorge. Gar nicht hingehen, ist Vermeidung. Und ja, manchmal braucht es wirklich auch, oder manchmal ist es einfach wirklich auch zu viel und wir brauchen den Schutz. Zum Beispiel, wenn dein Umfeld ein maßgeblicher Trigger deiner Essstörung ist und du gerade vielleicht auch dabei bist, dich abzugrenzen von deiner Familie. Auch solche Situationen gibt es natürlich. Dann kann man immer noch mal gucken, wenn man vielleicht bei jemand anderem adoptivmäßig zu Weihnachten sein kann. Also, ich habe einige Weihnachten zum Beispiel auch mit Markus' Familie gefeiert und nicht mit meiner, weil sich das für mich entspannter und sicherer angefühlt hat, weil da einfach weniger Trigger waren. Aber ich war nicht alleine. Also, sei da wirklich ehrlich mit dir. Schützt du dich gerade vor etwas, was dir schadet oder vermeidest du etwas, was dich heilen könnte? Zwar fordern könnte, aber genauso passiert der Heilung, indem wir uns auch fordern. Und wenn du den Impuls zur Ruhe während der Festigkeiten spürst, dann ist es ganz wichtig, also jetzt aus gesunden Gründen, aus fürsorglichen, dann nimm den Impuls wahr. Du darfst gehen, du darfst dich zurückziehen, wenn es dir zu viel wird oder du einfach auch merkst, hey, ich brauche mal kurz eine Pause. Das ist kein Versagen, das ist dann wirklich Selbstfürsorge. Nur bitte, also nicht, dass du jetzt denkst, oh so, dann bin ich immer bei den Mahlzeiten weg. Nein, das meine ich jetzt nicht. Also bitte dann zwischen den Mahlzeiten, aber nicht, also wenn du immer zur Mahlzeit verschwindest, dann wissen wir auch, wer am Steuer ist. Das meine ich nicht. Und es kann sein, wie gesagt, auch gerade wenn du vielleicht zu denen gehörst, die gerade aus der Klinik entlassen wurden oder wenn du generell vielleicht Schwierigkeiten hast mit vielen Menschen, weil, also ich bin auch ein Mensch, ich habe, also ich mag Menschen, aber ich mag eigentlich lieber kleinere Runden. Das heißt, wenn du merkst, hey, es wird mir gerade zu überwältigend oder zu viel oder die Trigger wären zu stark, dann nutze diese Möglichkeit und diese Erlaubnis wirklich auch in den Rückzug kurzfristig zu gehen. Auch hier kann es hilfreich sein, in eine Bezugsperson eben einzuweinen, einfach zu sagen, hey, ich ziehe mich eventuell kurz zurück, um Kraft zu tanken, nicht wundern, wenn ich das mache und guck auch, wo ziehe ich mich denn zurück, wenn ich das vorhabe. Also gibt es vielleicht ein Gästezimmer oder ein Schlafzimmer oder das Badezimmer, schwierig, wenn da einer drauf möchte. Also das ist jetzt nicht für längere Aufenthalte gedacht, aber schau einfach auch, woher gehe ich? Oder gehe ich einfach nur mal kurz vor die Tür und damit meine ich jetzt nicht spazieren, sondern einfach wirklich nur mal vor die Tür durchatmen. Wichtig, du musst dich hier nicht rechtfertigen, weder fürs Gehen noch fürs Wiederkommen. Du gehst einfach, du kommst einfach. Und was auch hilfreich sein kann, das habe ich damals auch gemacht, mach dir vielleicht doch so einen kleinen Notfallkoffer, also einfach mit Dingen, die du machen kannst, wenn du in den Rückzug gehst. Also zum Beispiel motivierende Musik, mach dir gerne eine Recovery-Playlist oder speichere dir deine Lieblings-Podcast-Folgen, vielleicht auch gerne diese hier ab, nochmal als Erinnerung, um die dann in den Griff bereit zu haben. Nimm dir ein Lieblingsbuch mit oder einfach eine Zeitung oder es gibt ja auch so kleine Mini-Puzzle, kann manchmal auch ganz hilfreich sein, so kurz ein kleines Puzzle zu machen. Ich habe gehört, das kann sehr ablenkend sein, weil man einfach gerade im Moment sein muss. Und erstell dir gerne auch vorher schon mal eine Liste mit Dingen, die dir helfen. Also zum Beispiel auch hilfreiche Social-Media-Accounts, die dir Kraft geben. Oder ich habe zum Beispiel jetzt auch immer so eine kleine Therapieknete dabei für Anspannungssituationen, die ich dann so ein bisschen knibbeln kann, weil ich neige immer nochmal dazu, an meinen Fingern zu knibbeln. und war sich auch immer dabei, also jetzt weniger, weil jetzt du bist eigentlich ganz gut im Kopf, aber gerade in der Übergangszeit waren auch meine ätherischen Öle. Also ich hatte wirklich immer meine entspannende Mischung, heißt Adaptive, dabei und habe die zwischendurch oder auch davor schon zur Vorbereitung gerochen oder mir so ein bisschen auf den Nacken gerollt und die Handgelenke daran dann gerochen. Das war super entspannend irgendwie auch, wenn ich gemerkt habe, ey, das wird mir gerade zu viel. Und habe, wie gesagt, auch immer die Nummer deiner Verbündeten kreifbereit und bei sie, wie gesagt, vorher schon ein. Also da reicht es wirklich auch manchmal, einfach nur eine kurze Nachricht zu schreiben. Da muss gar nicht immer eine Antwort kommen, aber auch hier, wenn du nach Unterstützung fragst oder einfach auch mal kurz sagst, wie es dir geht, dass ich meine, es ist nicht so eine Jammertierade, sondern, boah, es ist gerade schwierig, aber ich bin froh, dass ich dir einfach schreiben darf, sowas in der Art, dann schult es auch dein gesundes Ich. Ja, apropos Social Media, kann auch sinnvoll sein, gerade zur Weihnachtszeit und das vielleicht wirklich auch schon vorher. Räum gerne auch nochmal Erstdiäts Dingens. Also ich bin ja auch, ich durfte ja auf einem Abnehmkongress auch sprechen, nicht erst mal so, ich war so voll irritiert, dass ich die Anfrage gekriegt habe, im Januar findet ein Abnehmkongress statt und die Werbung dafür geht jetzt gerade los. Ich wurde eingeladen, um, deswegen dachte ich, okay, dann nehme ich dann mal doch teil, um da so ein bisschen auch auf die Konsequenzen einzugehen beziehungsweise auch auf die Gefahren von Diäten und wo es vielleicht auch ungesund wird, woran man die Grenze erkennen kann, also ein bisschen aufklärungsmäßig. Deswegen bin ich bei einem Abnehmkongress dabei und kann eben aber auch sagen, die Werbung dafür geht jetzt los. Das heißt, entfolge bitte wirklich allem, was dir nicht gut tut. Also seien das jetzt irgendwelche Diät-Accounts, Fitness-Influencer, irgendwelche Sachen, die so vorher-nachher-Bilder immer zeigen und keine Ahnung was. Also alles, was deine Recovery gerade eher hindert oder dich triggert, raus damit, auch wenn das ein Recovery-Kanal ist. Und meinetwegen auch das raus, also guck wirklich, was tut dir gut. Und folge wirklich Dingen, die Recovery-Unterstützend sind. Also Recovery-Unterstützenden Accounts, Safe Places, Podcasts, solchen Sachen. Und habe wirklich positive Inhalte griffbereit, auch für schwierige Momente. Manchmal gibt es auch so schöne Reminder oder keine Ahnung was, die man sich abspeichern kann. Also wie gesagt, wichtig, gerade zur Weihnachtszeit ist die Diät-Kultur-Propaganda besonders laut. Und wenn nicht zu Weihnachten, dann spätestens Gehweg zu Silvester. Und was ich gemacht habe, ist wirklich eine Zeit lang auch einigen Tier-Accounts zu folgen. Nicht lachen jetzt bitte. Aber es gibt wirklich so, ich hatte einen Eagle-Account, einen Fuchs-Account und Katzen-Accounts. Also Katzen-Videos gehen ja bei mir immer und da beäumle ich mich wirklich heutzutage noch regelmäßig. Also ich liebe es, wenn mal wieder irgendein lustiges Katzen-Video auftaucht. Super, hat nichts mit Essen und nichts mit irgendwas zu tun, ist aber einfach witzig. Also auch solche Sachen, die es dir einfach ein bisschen leichter machen und dich zum Lächeln bringen, hau die da drauf. Und ich weiß, das ist jetzt wieder was, das hat so eher mit deiner Haltung zu tun, aber versuch auch deine Perspektive auf Kommentare, die kommen könnten, zu ändern. Denn der Punkt ist, Menschen, die Kommentare geben und auch die, denen, denen ich mir einfangen konnte, also wenn ich so das Gesamtverhalten beobachte, dann sind da schon sehr orthorektische Verhaltensweisen dahinter gewesen. Ich sage jetzt nicht, dass die Person das hat, aber es ist mir einfach aufgefallen und oft ist es wirklich so, dass Kommentare anderer oder eigentlich meistens ist es so, dass es mehr über sie selber aussagt, als über dich. Denn wahrscheinlich, also wenn jemand den Körper von einem anderen kommentiert, dann kämpft diese Person wahrscheinlich selbst mit ihrem Körperbild oder hat zumindest einen erhöhten Fokus auf die Figur oder das Essverhalten. Also ich kenne das ja auch bei Personen, die eben wirklich andere Körper kommentieren und auch von mir selber ja noch. Das war für mich genau so lange wichtig, also ich kann ja nicht sagen, wie meine Gäste, was die für eine Figur hatten, ob die zu oder abgenommen haben. I don't care. Heute. Damals hat mich das beschäftigt, weil ich selber ein Thema damit hatte. Heißt, wenn ich das zum Thema gemacht hatte und auch nur in meinem Kopf hatte, dann, weil ich ein Thema damit hatte. Das hat null über die andere Person ausgesagt. Das heißt, wenn jemand irgendwas sagt, dreh es um, dann hat die Person selber auch ein Thema damit. Und wie gesagt, Diätkultur ist heute so normalisiert, dass die meisten Menschen nicht mal merken, wie schädlich ihre Kommentare sind oder dass sie sie abgeben. Also das passiert so unterbewusst inzwischen. Ja, das entschuldigt das jetzt nicht, aber es kann eben helfen, es weniger persönlich zu nehmen. Und ganz wichtig, du bist nicht verantwortlich für die Unsicherheiten anderer. und vielleicht jetzt noch so ein kleiner Reframe zum Schluss, denn eine Gewichtserholung, was letzten Endes Recovery ja auch ist und damit eben auch eine mögliche sichtbare Zunahme, ist ein verdammter Erfolg. Auch wenn dein Essgestörter Anteil das wahrscheinlich nicht so sieht, ich habe es damals auch noch nicht so gesehen, und auch wenn andere das kommentieren und einen das dann erst recht verunsichert und unsere Gesellschaft das sowieso anders propagiert, aber mach dir immer wieder bewusst, ist ein verdammter Erfolg. Und zuzunehmen ist doch für uns viel schwieriger, als unser Gewicht klein zu halten. Das heißt, wenn jemand Veränderungen bemerkt, dann ist das der Beweis dafür, dass du schon weit gekommen bist und etwas verändert hast. Und diese Veränderungen waren für dich herausfordernd, denn es wäre viel leichter, den alten Essstörungsroutinen nachzugehen. Und unsere Gesellschaft will gar nicht, dass wir ein entspanntes Verhältnis zu unserem Körper oder dem Essen haben. Das verkauft sich nämlich verdammt schlecht. Dahinter steckt wirklich eine Milliarde, also nicht nur Million, das ist wirklich eine Milliardenindustrie. Das heißt, wenn du dich davon befreist, also sowohl von Diät-Talk, als aber auch davon, deinen Körper ständig zu kritisieren. Was haben die denn dann davon? Hm, nichts. Das heißt, wenn du dich davon befreist, dann haben die keine Chance mehr und ist nicht gewollt. Ich habe mir dann damals gesagt, ich will kein Teil mehr davon sein und vielleicht gibt es ja auch die eine oder andere Frau da draußen, die ein Stück weit auch diese Erlaubnis braucht, also die wirklich diesen oberflächlichen Zirkus eigentlich auch nicht länger mitmachen möchte, aber auch nicht weiß, wie sie rauskommen soll, weil irgendwie ist das ja auch sozial verbindend, über Diäten zu reden, weil über was redet man denn, wenn man darüber nicht redet? Also das scheint wirklich in meinem Umfeld nicht so, Gott sei Dank. Also das habe ich auch sehr angepasst, aber ich erlebe das wirklich immer wieder. Aber wie viele Frauen sind da draußen, die sich eigentlich gerne lieber annehmen würden und nicht ständig unter diesem Druck stehen würden, sich zu verändern oder verändern zu müssen. Das heißt, erlaub dir, dieses Jahr zu üben, dieses Jahr auch für dich einzustehen und sei das erstmal nur ein Gedanken. Ich verspreche dir, wenn du da dran bleibst, dann wird dein nächstes Jahr schon deutlich freier sein. Und in einigen Jahren wirst du dich nur noch an die Gespräche erinnern, an die schönen Momente, an wie ihr gelacht habt, wie ihr gemeinsam Geschenke ausgepackt habt, wie ihr den selbstgebackenen Stollen oder Eierlikör oder keine Ahnung, was getrunken habt, gegessen habt, whatever. Du weißt dich an die Momente erinnern, die dich zum Lächeln gebracht haben oder mit denen du vielleicht auch jemand zum Lächeln gebracht hast und nicht an die Kalorien oder an dein Gewicht, was du an dem Tag hattest. Ich kann ja nicht mehr sagen, was ich für ein Gewicht hatte. Könnte nachgucken, weil ich habe es irgendwo dokumentiert, aber I don't care. Und wie gesagt, ich habe mein Gewicht und alles, was zu der Zeit war, wirklich vergessen und erinnere mich an mein erstes Weihnachten in der Recovery, vor allem an die vielen schönen ersten Male, die ich da auf einmal hatte. Weil das ist auch wie so eine Honeymoon-Zeit. Wir haben auf einmal so ganz viele neue erste Male. Das ist schön, weil die Jahre davor, also da war wirklich das Hauptgefühl, also wenn ich, nur das Jahr, also 2017 zum Beispiel, ach, das war eh eine Katastrophe, wenn ich gerade drüber nachdenke, da habe ich eigentlich ein Hauptgefühl von Erschöpfung gehabt. Ich bin wirklich vom Esstisch aufgestanden, lag auf der Couch rum, habe den Weihnachtsteller angeguckt, dachte, ich würde es so gerne essen, aber ich traue mich nicht und ich kann nicht und ich habe keine Energie, aber ich bin so dünn wie noch nie zuvor. Also, schrecklich. Ich denke mir einfach nur, Gott, wie viel Weihnachten habe ich verpasst? Also es tut mir wirklich leid für mein damaliges Ich. Das heißt, diese Erinnerung, alleine auch von dem Weihnachten in der Recovery, die sind so viel schöner. Ich schaue mir auch die Bilder viel lieber an, weil es einfach eine andere Ausstrahlung hat und das ist so, so wunderschön. Und wie gesagt, auch du wirst diese Leichtigkeit, wenn sie noch nicht da ist, irgendwann erleben, wenn du dran bleibst. Und ja, ich hoffe, es kann dir einfach zeigen, wo der Weg wirklich auch hinführen kann, dass wie gesagt, dieses Weihnachten nicht das Weihnachten sein muss, wo du das schon hast. Wenn du das schon hast, dann freue ich mich mega, dann feiere das bitte. Aber wenn nicht, es wird kommen. Wenn du dran bleibst, wird es kommen. Das ist so sicher wie das Abend in der Kirche. So, nochmal kurze Zusammenfassung. Du darfst Grenzen setzen. Das ist Selbstversorgung und nicht Unhöflichkeit. Du schuldest niemandem eine Erklärung, weder für deinen Körper noch für deine Essensentscheidung oder wenn du Ruhe brauchst. Du darfst dir Hilfe holen und du musst da nicht alleine durch. Und du darfst dich zurückziehen. Nur bitte nicht als Vermeidung. Und du darfst auch noch struggeln. Und du musst niemandem etwas beweisen. Also erkenne dich bitte wirklich auch selbst dafür an, wo du gerade stehst und was du schon erreicht hast. Egal wie viel das ist. Und meistens fällt es uns schwer, unsere eigenen Erfolge anzuerkennen. das mal zu üben, kann so, so wertvoll sein. Und dein Umfeld muss das alles nicht verstehen und wird es auch niemals in Gänze nachvollziehen können. Wer das nicht durchlebt hat, der kann sich nicht vorstellen, was es bedeutet. Das ist auch nicht ihre Schuld. Das müssen die nicht verstehen. Also vielleicht hilfst dir, diesen Blickwinkel einfach nochmal zu ändern. Denn das Wichtigste ist, dass du dir selber den Rücken stärkst. Also wie gesagt, speichere dir die Folge gern für Weihnachten ab oder sende sie auch jemandem, der sie gerade vielleicht auch brauchen könnte. In diesem Sinne und wahrscheinlich auch, weil du zu Heiligabend vermutlich mal weniger Zeit hast zum Podcast hören, denn die nächste Folge kommt tatsächlich an Heiligabend raus, wünsche ich dir jetzt schon mal wundervolle und möglichst entspannte Weihnachten. Und falls du Heiligabend doch einen kurzen Moment für dich hast und sagst, hey, bin neugierig, nächste Woche veröffentliche ich ganz normal auch wieder eine Folge, aber für mich doch dann auch eine besondere Folge, denn die wird nochmal sehr persönlich, denn ich möchte mit dir dort etwas teilen, was einfach auch zeigt, warum sich dieser ganze Weg so unendlich gelohnt hat und warum ich den wirklich immer wieder gehen würde, weil manche Belohnungen kommen einfach auch noch Jahre später. Aber mehr verrate ich jetzt nicht. Deswegen, ich freue mich, wenn du nächste Woche auch dabei bist oder es einfach ein paar Tage später hörst, whenever. aber ich freue mich, wenn du reinhörst und wünsche dir jetzt wunderschöne Weihnachten. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebenshorriger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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