#44 Recovery als Mama – warum du immer hinten runterfällst (Teil 1)
Über Kontrollverlust, Restebrot und die Stimme, die sagt, du bist egoistisch
18.02.2026 61 min
Zusammenfassung & Show Notes
Du schmierst Brote, schneidest Obst – und isst selbst nur die Reste vom Kinderteller. In Teil 1 schauen wir ehrlich hin, warum Recovery als Mama Schwerstarbeit unter Mangelbedingungen ist: von versteckten Triggern im Familienalltag über den Druck des After-Baby-Body bis zum Muster der Selbstaufopferung, das dein ES-Anteil so perfekt für sich nutzt.
Du schmierst deinem Kind liebevoll Brote, schneidest Obst in mundgerechte Stücke – und isst selbst im Stehen die abgenagten Brotkrusten. Abends bist du so erschöpft, dass für dich und deine Recovery einfach nichts mehr übrig ist. Und wenn du dir doch mal fünf Minuten Pause wünschst, meldet sich sofort das schlechte Gewissen.
Wenn du als Mama mitten in der Recovery steckst oder weißt, dass du eigentlich losgehen müsstest, aber dein Alltag dir gefühlt keinen Millimeter Raum dafür lässt – dann ist diese Folge für dich. Über die Hälfte meiner Coachees sind Mamas, und ihre und eure Nachrichten auf Instagram haben mir gezeigt: Wir müssen viel öfter und viel ehrlicher darüber sprechen, was Recovery als Mutter wirklich bedeutet. Nicht in der Theorie, sondern zwischen Schlafmangel, Kita-Zeiten und dem Gefühl, nie genug zu sein.
In dieser Episode sprechen wir darüber:
- Warum sich der ES-Anteil ausgerechnet im Mama-Alltag so perfekt verstecken kann – vom ausgiebigen
- Kinderwagenschieben bis zum „gesund kochen für die Kinder"
- Was es mit dir macht, wenn du deinem Kind selbstverständlich eine vollwertige Mahlzeit zubereitest, aber dich selbst mit Resten abspeist
- Warum dein Körper nach Schwangerschaft und Stillzeit so viel mehr braucht, als du ihm wahrscheinlich gerade gibst – und was passiert, wenn er es nicht bekommt
- Den einen Satz, den fast jede Mama im Coaching irgendwann sagt – und warum er der Wendepunkt sein kann
- Warum mütterliche Selbstaufopferung kein Instinkt ist, sondern dasselbe Muster, das auch dein ES-Anteil für sich nutzt
Diese Episode ist für dich, wenn …
- du als Mama für alle funktionierst, aber dich selbst dabei komplett vergisst – und deine Recovery als Erstes hinten runterfällt
- du heimlich restriktiv bist, während du für dein Kind Kuchen backst, und dich fragst, ob es jemals anders sein kann
- du Schuldgefühle hast, weil du dir Raum für dich wünschst – und dich dafür egoistisch fühlst
- Oder du Angst hast, ein schlechtes Vorbild zu sein, wenn du tust, was für die Recovery nötig ist
Nächste Woche folgt Teil 2 mit konkreten Strategien, wie Recovery trotz dieser Herausforderungen auch in deinem vollen Mama-Alltag gelingen kann.
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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
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Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Schön, dass du wieder dabei bist.
Ich dachte, ich nehme dich heute kurz nochmal mit auf ein kleines persönliches Update, bevor wir in die heutige Folge eintauchen.
Denn ich bin ja aktuell in der inzwischen schon 22. Schwangerschaftswoche schwanger.
Und im Gegensatz zum Anfang, ich habe ja zwei Podcast-Folgen auch so ein bisschen darüber gemacht, was es auch mit mir gemacht hat.
Aber inzwischen muss ich wirklich sagen, ich genieße den Prozess wirklich sehr.
Und auch mein Kopf hat sich zunehmend, im wahrsten Sinne des Wortes, mehr an die Veränderungen, die ja anfangs schon eine ganz schöne Umstellung für mich waren, gewöhnt.
Und letzte Woche waren wir auch zur Feindiagnostik.
Übrigens auch sehr lustig. Ich dachte, man, die kriegt jeder, aber offensichtlich nicht.
Also man lernt echt immer noch Dinge dazu.
Und da ich ja schon über 35 bin, kriegt man dann als Überweisung so ein schönes Dämpelchen wie Altersdiagnostik gesagt.
Aber ja, ich bin ja dankbar, dass es die Möglichkeit gibt, dass man heute eben auch ja so genau sich einfach mal alle Organe angucken kann.
Und es war ja wirklich super spannend, was man da alles sehen konnte.
Also von einem 3D-Modell von dem Rücken und dem Rücken und ja allem, was halt so dran ist.
Und unter anderem haben wir nun auch Gewissheit.
Und ich glaube, ich weiß nicht, ob dir, wenn die Folge rauskommt, ob ich es dann offiziell schon auf Instagram geteilt habe.
Wenn nicht, bist du die Erste, die das hört.
Aber wir wissen jetzt auch mit Gewissheit und nochmal bestätigt das Geschlecht des Babys.
Und deswegen möchte ich dir das hier gerne als einer der Ersten überhaupt auch verraten.
Es wird ein kleiner Junge.
Ja, und so wie es aussieht, ist auch wirklich alles gesund und entwickelt sich wirklich toll.
Und vielleicht hörst du mich hier durch das Mikrofon strahlen.
Aber es war ja wirklich eine Frage, wo ich mich lange, wie gesagt, auch überlegt hatte, will ich das?
Und hm, aber ich war auch, also diesen Prozess, den möchte ich schon auch erleben.
Und ich muss sagen, jetzt, wo ich mittendrin bin und jetzt auch wirklich seit eigentlich auch erst letzter Woche,
denn ich habe eine Vorderwand-Plazenta, die Puffert alles so ein bisschen ab.
Aber seit letzter Woche spüre ich die Bewegung vom Baby auch an der einen oder anderen Stelle,
wenn er mal kurz dran vorbeikommt, auch.
Und es ist einfach so, so magisch.
Und ja, wie gesagt, wenn du diese Folge hier gerade als Mama hörst,
und das vermute ich jetzt mal, obwohl sie tatsächlich auch viel spannende Infos auch für Nicht-Mamas dabei hat,
gerade was so Muster und sowas angeht, dann, ja, weißt du wahrscheinlich, was ich meine
und fühlst dich vielleicht selber auch gerade nochmal in diese Zeit zurückversetzt.
Lass mich auch super gerne wissen, wie es dir damit ging,
weil ich habe gehört, es ist auch für viele Mamas gar nicht so unbedingt so angenehm,
zu merken, dass im Körper was anderes passiert, was man nicht so unter Kontrolle hat.
Und das wird ja auch ein Thema heute sein.
Aber ich muss wirklich sagen, mir geht es in der Schwangerschaft wirklich sehr gut.
Und ich habe auch, naja, ein kleines Recovery-Deja-Vu,
da ich jetzt aktuell auch gerade in der Phase bin, wo ich neue Sommersachen kaufen muss,
weil wir fliegen ja dann in zwei Wochen wahrscheinlich, wenn du das hörst.
Also Anfang März wieder nach Dubai, also erst Abu Dhabi, dann Dubai.
Und natürlich brauche ich aufgrund der sehr deutlich neuen körperlichen Veränderungen jetzt auch neue Klamotten.
Und ja, wie gesagt, das wird unsere letzte Reise dann jetzt auch ohne Kind nochmal nach Dubai.
Und wir wollen auf jeden Fall versuchen, dort so eine kleine Mischung aus Babymoon-Urlaub
und aber natürlich auch Arbeit zu machen, weil ich weiß, wenn ich dann in der Babyzeit bin,
dann wird es einfach erst mal anders, beziehungsweise wird es eben auch eine Coaching-Pause geben.
Deswegen, ja, es ist mir einfach wichtig, jetzt für meine Coaches noch da zu sein,
sie bestmöglich zu unterstützen, jetzt auch die Onboardings noch zu machen.
Denn alle, die ich im März noch onboarde, kann ich auf jeden Fall noch vor meiner, ja,
Babypause sozusagen dann auch begleiten.
Weil ich denke mal so, spätestens Mitte Juni werde ich in die Babypause gehen.
Wir wissen ja nicht genau, wie es wird.
Und gerade für Freedom Journeys ist es natürlich dann die perfekte Zeit noch.
Denn, und das ist tatsächlich der Punkt, vor dem ich am meisten Respekt habe
und der wiederum auch sehr gut zur Folge passt.
Ich weiß, dass mit Kind einfach einiges ganz schön anders werden wird.
Aber ich, und in dem Fall kann ich, glaube ich, auch sagen, wir freuen uns wirklich sehr darauf,
auch wenn uns sehr bewusst ist, dass nichts so bleiben wird wie vorher.
Und ich hatte neulich auch einen Call mit einer Mama und die erste Frage, die ich so gekriegt habe,
also auch um so ein bisschen uns auszutauschen als Selbstständige, ja, wie macht man das denn dann?
Und ihre erste Frage war, schläfst du gerne?
Und ich so, hm, leider ja.
Aber so what?
Ich meine, es ist auch eine gewisse Zeit und die geht auch wieder vorbei.
Und ich habe mir einfach entschieden, dass ich mich darauf freuen werde.
So, das sage ich jetzt.
Bitte zieht mich dann nochmal.
Ja, apropos Veränderung.
Und gerade, weil ich, wie gesagt, aktuell ja selbst auf diesem sehr, sehr spannenden Weg bin, Mama zu werden,
liegt mir diese heutige Folge besonders am Herzen.
Markus hat schon gerade gesagt, du hast irgendwie lange an dieser Folge gesessen.
Kann das sein?
Und ich so, ja, weil ich tierischen Respekt davor habe.
Weil ich, wie gesagt, ja meine Recovery nicht als Mama gemacht habe.
Wohl aber natürlich gerade in meinem Hintergrund auch als Erzieherin,
aber auch in den Coachings natürlich viele Mamas habe.
Und ich habe mir tatsächlich in den letzten Wochen oft vorgestellt, wie es denn gewesen wäre,
den Recovery Weg als Mama und dann eben auch noch mit aktiver Essstörung zu gehen.
Und ihr habt mir auch immer wieder zwischendurch schon mal und dann jetzt neulich auf meinen Fragensticker ja auch ganz gezielt schon mal Fragen dazu gestellt,
wie ihr eben mit diesen doch nochmal anderen Herausforderungen, die es einfach faktisch gibt, am besten umgehen könnt.
Und ich glaube, es gibt kaum eine Erfahrung, wie das Mama werden und sein im Leben, wo sich so viel auf einmal verändert.
Angefangen natürlich beim eigenen Körper, aber eben auch im Alltag, der sich mit Kind normal komplett umstellt.
Und das merke ich ja selbst jetzt in meinem Alltag schon, dass es einfach auch veränderte Strukturen gibt,
mit mehr Terminen und ja, das vielleicht auch die gewohnten Abläufe und Routinen beeinflusst.
Also meine Morgenpilates-Routine zum Beispiel. Ich muss wirklich morgens als allererstes was essen,
weil mein Blutdruck ist einfach so niedrig. War er schon immer. Gehst auch durch die Recovery nicht hochgegangen.
Aber jetzt gerade, ja, sagt mein Körper einfach, gib mir was zu essen, bevor du irgendwas mit mir machst und sei es nur zu tief atmen.
Das heißt, auch hier habe ich jetzt schon nicht mehr die Routinen, die ich vorher hatte, was jetzt nicht dramatisch ist.
Aber ich wollte einfach sagen, es ändert sich was. Und wenn der kleine Winzling da ist, dann ändert sich noch viel, viel mehr.
Und gerade wenn dann eben noch so ein kleiner Mensch da ist oder auch inzwischen schon ein größerer, das hört ja irgendwie nicht auf,
wie sagte eine ehemalige Coachie von mir die Woche erst, kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.
Also egal, wie alt dein Kind vielleicht auch ist oder deine Kinder, sie bestimmen mit ihren Bedürfnissen einfach schon auch massiv deinen Alltag mit.
Und wie gesagt, ein weiterer noch, der eigentliche Grund für diese Folge ist, dass eben mindestens die Hälfte meiner Coaches aktuell auch Mamas sind.
Und ich natürlich wahnsinnig viele dieser Herausforderungen auch mitbekomme.
Oder aber auch, sie möchten es vielleicht werden und die Essstörung steht ihnen aktuell noch im Weg dabei.
Aber da hoffe ich, dass diese Folge einfach auch ein bisschen zeigen kann, okay, warum lohnt es sich vielleicht auch,
dieses Thema jetzt anzugehen und nicht erst, wenn man dann vielleicht schwanger werden will.
Oder, ja, ich kenne das ja so, oh ja, später mal und jetzt will ich ja noch nicht.
Aber das fängt ja auch sehr frühzeitig an, dass man den Körper eben wirklich auch darauf vorbereitet.
Aber es soll nicht um schwanger werden gehen, sondern um die Kinder, die schon da sind oder das Kind.
Und wie gesagt, auch wenn ich selbst aktuell noch auf dem Weg bin, Mama zu werden, kenne ich viele der Herausforderungen.
Wie gesagt, sowohl aus meinem damaligen Arbeitsalltag als Erzieherin, aber eben vor allem auch von den vielen Müttern,
die aktuell im Coaching da sind und die ich begleiten darf und durfte.
Und bei ihnen sehe ich tagtäglich, wie sie eben die Herausforderungen aus Familienleben und Recovery gleichzeitig auch managen und,
naja, manchmal eher jonglieren.
Und das Erste für sie nach einem anstrengenden Tag ist, nicht die Selbstversorge.
Und auch das Erste, was dementsprechend hinunterfällt, sind sie selber.
Und oft eben auch ihre Recovery, weil alles andere erstmal wichtiger oder dringender erscheint.
Und vielleicht bist du auch eine von denen, die alles für ihre Kinder gibt, aber sich selbst dabei komplett vergisst.
Die vielleicht heimlich restriktiv ist oder ganze Mahlzeiten ausfällen lässt,
während sie für ihre Kinder liebenbevoll Abendbrot schmiert oder kocht und Kuchen backt und was weiß ich nicht alles.
oder die sich morgens noch vor den Kindern aus dem Bett schleicht, um noch eine Sporteinheit in den vollen Tag zu bekommen.
Und die den ganzen Tag funktioniert wie ein Uhrwerk, sich abends aber einfach nur noch fühlt wie vom Laster überfahren
und dann womöglich auch noch ein schlechtes Gewissen hat, weil sie sich endlich einmal Zeit für sich wünscht.
Und vielleicht bist du auch wirklich, ja, eben wie dieses benannte Uhrwerk,
aber für dich und deine Recovery reicht die Energie am Abend einfach nicht mehr aus.
Und wenn du dich darin wieder erkennst, dann will ich, dass du weißt, dass du damit nicht allein bist.
Ich habe ja, wie gesagt, vor einiger Zeit auf Instagram noch mal speziell gefragt,
was eure größten Herausforderungen sind, wenn es um eure Recovery als Mama geht.
Und die Antworten, die kamen, die haben mir ziemlich gut gezeigt,
dass wir heute nicht einfach nur über ein Nischenthema sprechen.
Also auch in der Abstimmung hat sich gezeigt, also ich habe mal gefragt, wer ist denn Mama und wer noch nicht?
Oder wer überhaupt nicht und wer will vielleicht auch nicht?
Also das ist ja auch eine Option.
Aber es war schon ungefähr die Hälfte.
Und damit möchte ich über eine Realität sprechen, die, wie ich finde,
und jetzt gerade auch an dieser Recovery-Bubble, viel zu selten angesprochen wird.
Und eure Nachrichten und Herausforderungen gingen wirklich von,
ich bin alleinerziehend und habe keinen Zeit, Fokus oder Kraft für die Recovery,
über, ich fühle mich fremdbestimmt vom Baby oder nicht immer so handeln zu können,
wie man gerne möchte oder auch die aufkommenden Gefühle nicht immer so zeigen zu können.
Und vielleicht, wenn du das hörst, hast du eine dieser Herausforderungen
oder auch noch eine der anderen, auf die ich heute auch noch eingehen werde,
selbst geschrieben.
Und vielleicht nickst du auch einfach nur gerade, weil du dich in den Herausforderungen
selbst auch wiederfinden kannst, obwohl du sie nicht geschrieben hast.
Und da die Herausforderungen, wie gesagt, so vielfältig sind,
habe ich mich entschieden, das Thema Recovery als Mama
als Ganzes nochmal intensiver aufzugreifen
und eure Herausforderungen eben da auch mit einfließen zu lassen.
Denn als Mama ist deine Situation wirklich komplex,
aber keinesfalls unlösbar.
Also ich hoffe, das kommt heute ein Stück weit vielleicht auch schon raus,
spätestens dann nächste Woche, weil es wird definitiv auch einen Teil 2 geben,
da ich etwas tief in die Materie, wie gesagt, eingetaucht bin.
Also, falls es dir möglich ist, ich weiß, da fängt es ja meistens schon an,
mach es dir gemütlich und lass uns gemeinsam reinschauen,
was Recovery als Mama wirklich bedeutet.
Und zwar ohne Beschönigung, aber auch, wie ich hoffe,
mit ganz viel Hoffnung, denn, ja, als Mutter mit einer Essstörung
leistest du Schwerstarbeit unter Mangelbedingungen.
Du musst nicht nur deine eigene Recovery steuern,
sondern eben gleichzeitig auch noch die Bedürfnisse abhängiger Babys
oder Kinder, Kleinkinder, was auch immer erfüllen.
Was eben oft genau die Ressourcen, also Zeit, Ruhe oder auch Struktur raubt,
die für deine Heilung eigentlich so dringend nötig wären.
Und ich sage ja sonst schon immer, Recovery passiert nicht im luftleeren Raum
oder in der Bubble.
Es sei denn, es ist, ja, wir werden viel gesagt für eine gewisse Zeit in der Klinik.
Dann ist man schon mal so ein Stück weit in der Bubble.
Aber alleine das sich zu erlauben, auch zu sagen, ich gehe in der Klinik,
ich gehe auch nächste Woche nochmal ein bisschen tiefer drauf ein,
ist schon eine Challenge.
Und selbst wenn du die Möglichkeit hast,
kommst du ja irgendwann wieder zurück in deinen Alltag.
Und was eventuell dann in der Klinik funktioniert hat,
weil du dort in der Bubble warst,
ist zu Hause wie weggeblasen, wenn alle Verantwortlichkeiten,
die nun mal meist von den Müttern gestemmt wird, wieder zurück sind.
Das heißt, egal ob mit oder ohne Kinder,
eine echte und nachhaltige Recovery über eine reine Gewichtszunahme hinaus,
die passiert nicht einfach nur in so einer Klinik-Bubble.
Wie gesagt, ich bin sehr für Kliniken,
weil die können bei bestimmten Dingen einfach super helfen.
Aber eine vollständige Recovery,
das ist vielleicht nochmal eine eigene Podcast-Folge wert,
ich überlege gerade, ob überhaupt jemanden mal kennengelernt hat,
der in der Klinik vollständig recovered ist.
Mir fällt gerade niemand ein.
Deswegen sage ich immer, eine vollständige Recovery
über eben diese reine Gewichtszunahme,
weil wie gesagt, Gewichtszunahme alleine heißt ja noch überhaupt nicht,
dass du gesund bist.
Diese vollständige Recovery,
die passiert mitten im Chaos des Lebens,
mit Job, mit Beziehung und mit Kindern.
Aber wenn du es hier dann schaffst,
dann hast du auch wirklich eine nachhaltige,
echte Transformation durchgemacht
und nicht nur kurzfristig irgendeine Verhaltensänderung
in der Bubble geschafft.
Das ist schon mal super, wenn du die dort schaffst.
Aber wie gesagt, oft ist es ja auch so,
dass man dort dann Dinge macht,
weil die haben das ja gesagt oder weil da droht dann eine Strafe.
Und gerade wenn wir so in diese sehr gehorsame Richtung gehen,
so okay, ich mache einfach alles, was man mir sagt,
dann funktioniert das so lange, wie man drin ist.
Aber eben nicht mehr, wenn man rauskommt
und man wieder selber für sich verantwortlich ist.
Und auch das kann ich dir aus der Erfahrung der letzten Jahre sagen.
Es ist definitiv absolut möglich,
auch im Mama Chaos zu recoveren.
Wie gesagt, nicht aus meiner Erfahrung,
aber was ich bei den Frauen, die ich begleiten durfte,
immer wieder sehe, ist, dass dieser Weg,
der dir, gerade wenn du dir die Zeit für dich nimmst
und der dir vielleicht auch oft egoistisch erscheint,
nicht nur für dich ist,
sondern eine Befreiung für dich
und auch für euch als gesamte Familie.
Das heißt, was du da machst
und die Zeit, die du dir dafür nimmst,
die ist ein Geschenk an euch alle.
Denn indem du an mir arbeitest,
unterbrichst du letzten Endes
wahrscheinlich sogar einen Kreislauf,
der nicht selten über mehrere Generationen
und somit vielleicht auch
an deine Kinder weitergegeben worden wäre
oder wird,
wenn du dich eben nicht damit beschäftigst.
und alleine, dass du jetzt hier bist
und das hörst, zeigt ja,
hm, doch, ich will hier das irgendwie ändern,
ich will das hinkriegen.
Und das ist verdammt mutig.
So, so ein langes Vorwort wollte ich gar nicht machen.
Also, lass uns direkt jetzt ins Thema starten
und zwar damit ehrlich hinzuschauen,
warum Recovery als Mama
tatsächlich wirklich herausfordernd ist.
Denn immerhin sind wir ja hier
bei der Recovery Reality
und dafür ist es wichtig,
dass wir deine Alltagsrealität
auch erstmal anerkennen
und im zweiten Schritt dann wirklich auch schauen,
was sind denn mögliche Lösungen.
Wichtig!
Ich kenne natürlich
deine individuellen Familienverhältnisse nicht.
Also, ob du alleinerziehend bist
oder einen Partner, Partnerin hast
oder ein gutes Unterstützungsnetz,
denn auch das macht schon mal
einen relevanten Unterschied.
Und anders als in meinen Coachings,
in denen es eine meiner Hauptaufgaben ist,
mit dir gemeinsam herauszufinden,
wie es für dich
in deiner individuellen Lebenssituation gelingt,
nachhaltig zu recovern,
können wir hier natürlich
nur das große Ganze anschauen.
Daher habe ich, wie gesagt,
versucht, eure Fragen
oder aus all euren Fragen
die größten und spezifischen Herausforderungen
ein bisschen zu benennen
und zu sammeln,
in die wir jetzt auch gleich eintauchen.
Denn, wie gesagt,
Recovery als Mama
ist oft auch ein perfekter Sturm
aus körperlichen
und psychologischen Triggern.
Und nachdem wir das heute gemacht haben,
schauen wir dann nächste Woche
in Teil 2 an,
welche konkreten Strategien es gibt,
wie die Recovery
eben dennoch gelingen kann.
Aber du wirst sehen,
ich schneide auch hier schon mal
ein paar Dinge an.
Also, was sind jetzt
die größten Herausforderungen?
Warum ist es denn eigentlich so schwer?
Ein Punkt, den ihr sehr häufig benannt habt,
war das Gefühl von Fremdbestimmung
und Kontrollverlust durch die Kinder.
Und da geht es ja schon los,
weil die Essstörung
ist nun mal ganz häufig
ein Versuch,
die Kontrolle zu behalten.
Besonders in Situationen
oder eben auch Momenten,
wo alles außer Kontrolle
zu geraten scheint.
Also herzlich willkommen im Alltag.
Wenn du ein Baby
oder gar Kleinkind hast,
dessen Bedürfnisse
naturgemäß ja auch noch mal
viel mehr Raum einnehmen
als vielleicht an einem größeren Kind
und das deinen gewohnten Tagesablauf
komplett auf den Kopf stellt,
also wann du schläfst,
wann du isst,
wann du überhaupt mal auf die Toilette
oder unter die Dusche gehen kannst,
dann fühlt es sich wirklich so an,
als hättest du in keinem Bereich
deines Lebens mehr irgendeine Wahl.
Und ich sage es bewusst,
fühlt es sich so an.
Und das triggert aber natürlich
maßgeblich dein Bedürfnis
nach Kontrolle.
Denn je mehr dein Kind
dich braucht,
desto weniger Raum scheint für dich
und deine Bedürfnisse übrig zu bleiben.
Ich weiß,
es fühlt sich so an.
Und ich sage aber bewusst,
scheint.
Und das erlebe ich tatsächlich auch
nicht nur bei Müttern von Babys
oder Kleinkindern,
sondern auch,
ich habe ja jetzt doch öfter mal auch,
naja,
in der Regel so eher so 17-jährige
Klientinnen gehabt
und da auch mit den Eltern gearbeitet
und auch Mütter von Teenagern
oder fast erwachsenen Kindern
kennen das.
Also besonders,
wenn das Kind vielleicht
mit einer eigenen Essstörung
auch kämpft,
dann ist der Versuch,
dein Kind dabei bestmöglich
zu unterstützen,
fast automatisch auch einer,
wo du dabei deine eigenen Bedürfnisse
einfach komplett hinten anstellst
oder dich gar nicht mehr traust,
dir auszuleben.
Und gleichzeitig
wird dein essgestörter Anteil
umso lauter
und brüllt,
hey, ja wenigstens beim Essen
hast du noch die Kontrolle.
Und das macht es eben so gefährlich.
Weil ja,
gefühlt ist das natürlich was,
was wir immer entscheiden können.
Esse ich jetzt was?
Esse ich wie viel?
Esse ich oder wie viel bewege ich mich
vielleicht auch?
Und das ist ja genau das,
was es eben nicht sein soll.
Denn wenn sich alles andere
fremdbestimmt anfühlt,
dann wird die Kontrolle
übers Essen
zum letzten Strohhalm,
nachdem du selbstverständlich greifst
und zum einzigen Ort,
wo du gefühlt noch
irgendwas bestimmst.
Aber lass uns das bitte
mal genauer anschauen.
Denn genau genommen
liegt darin auch eine Chance,
wenn du sie richtig nutzt.
Und ja,
du kannst zwar bestimmen,
was du isst
und wie du dich bewegst.
Also das wirst du immer
bestimmen können.
Aber die Frage ist,
wer trifft denn
diese Entscheidung gerade?
Dein gesundes Ich
oder dein Essstörungsanteil?
Und wenn dein
essgestörter Anteil entscheidet,
dann ist das genau genommen
keine echte Selbstbestimmung.
Denn meist entscheidest du dann,
um unangenehme Gefühle
wie ein schlechtes Gewissen
oder Angst
oder Ohnmacht
oder was auch immer
zu vermeiden.
Echte Selbstbestimmung wäre aber,
ich entscheide jetzt,
dass ich meinetwegen XY esse,
weil mein Körper es braucht.
Ich entscheide,
dass der Keks okay ist.
Ich entscheide,
dass ich mich hinsetze,
obwohl der Haushalt ruft.
Und wenn du gerade
in so einem Moment steckst,
wo du denkst,
ey, ich habe echt
null Kontrolle über mein Leben,
dann möchte ich dich einladen,
die Perspektive mal umzudrehen
und zu wechseln.
Denn
du erlebst es natürlich gerade so,
als würde dein Kind
deinen Tag bestimmen.
Und das ist total nachvollziehbar.
Aber
wie wäre es,
wenn du mal aus den Augen
deines Kindes schaust?
Da ist ein kleiner Mensch,
der einfach komplett
darauf angewiesen ist,
dass du ihm sagst,
wann gegessen wird,
wann geschlafen wird,
wann es rausgeht.
Und es braucht dich.
Es braucht deine Struktur,
deine Orientierung
und deine Stabilität.
Das heißt,
wenn wir es uns genau angucken,
dann bist nicht du diejenige,
die fremdgesteuert wird,
sondern du bist die Kapitänin
dieses Schiffes.
Auch wenn es sich gerade anfühlt
wie ein Sturm auf hoher See.
Aber du kannst diese Dinge
entscheiden, dein Kind nicht.
Und was, wenn es gar nicht
darum geht,
wer wen bestimmt,
sondern darum,
dass da zwei Menschen sind,
nämlich du und dein Kind,
die beide Bedürfnisse haben.
Dein Kind braucht Essen,
braucht Nähe und Sicherheit.
Aber du brauchst doch
genau dasselbe.
Was wäre,
wenn ihr das nicht
gegeneinander,
sondern miteinander löst?
Und
wenn du dich hinsetzt
und mit deinem Kind isst
und nicht nur
die Reste seiner,
deiner Brotbüchse vielleicht,
ja,
sondern wirklich
eine richtige Mahlzeit.
Und wenn du dir erlaubst,
deine Bedürfnisse
genauso ernst zu nehmen
wie die deines Kindes,
das ist dann
keine Befremdbestimmung mehr
und auch kein Egoismus.
Das ist Fürsorge
und zwar für euch beide.
Denn wenn es dir gut geht,
dann geht es auch
deinem Kind gut.
Ein anderes Phänomen,
was ihr so ein bisschen
benannt habt,
war so dieser
Resteesser-Effekt
oder auch
dieser Strukturverlust.
Denn
gerade kleine Kinder
essen ja oft noch
super chaotisch,
lassen Reste übrig
oder brauchen ständig Snacks.
Und was ich bei vielen Mamas
nicht nur im Coaching
tatsächlich sehe,
stehst du in der Küche
und schmierst liebevoll Brote,
schneidest Obst
im mundgerechte Stücke,
achtest darauf,
was dein Kind genug isst
und am Ende
isst du selber aber
im Stehen
die abgenagten Brotkrusten
und den halben Apfel,
den dein Kind dann nicht wollte,
der doch schön braun geworden ist.
Oder du vergisst
dein eigenes Essen
einfach mal komplett,
weil das Füttern,
Auffischen und Hinterherräumen
einfach keinen Raum
dafür gelassen hat.
Beziehungsweise
dein innerer Antreiber
sich so stark anfühlt,
dass du dir erst erlaubst
zur Ruhe zu kommen
und zu essen,
wenn alles erledigt ist.
Was ganz ehrlich
als Mama eigentlich
nie der Fall ist.
Denn oft
steckt auch hier
der Wunsch dahinter,
dass Essen,
wenn es denn dann mal
welches gibt,
zu zelebrieren
und zu genießen.
Also deine Mini-Meat-Time
übers Essen sozusagen.
Bei mir war das jedenfalls
damals auch sehr ausgeprägt.
Ich habe gedacht,
hey, wenn ich schon esse,
ja, dann muss ich es
aber auch genießen können.
Ich habe auch Ruhe dafür
und wehe, jemand stört.
Und hier möchte ich dir
eine etwas,
vielleicht etwas unbequem
Frage stellen.
Weil, wenn du dir die Zeit nimmst,
deinem Kind
eine vollwertige Mahlzeit
zuzubereiten,
warum dann nicht auch dir?
Du entscheidest,
weil wir entscheiden
tatsächlich mehr als wir denken,
ob du die Reste
vom Kinderteller isst
oder ob du dir parallel
etwas Eigenes hinstellst.
Ja, es ist chaotischer
und ja, es wird Unterbrechungen geben.
Das kenne ich tatsächlich,
also mir ist dann aufgefallen,
in der ersten Stelle
in der Podcast-Folge,
wie viele Dinge
ich einfach auch aus meiner Arbeit
als Erzieherin kenne,
mit dem Unterschied,
dass ich dann nach Hause
gehen konnte irgendwann.
Aber wenn ich zum Beispiel
Frühstücksbetreuung hatte,
dann war das nicht entspannt.
So gar nicht.
Also da kam der ganze
Essenssaal,
wurde einfach mal geflutet
mit Kindern,
die,
kannst du mir die Brotbücher aufmachen,
kannst du mir den Joghurt aufmachen,
kannst du mir die Banane schälen,
kannst du mir wo?
Und das Essen,
was ich dabei hatte,
es ist einfach mal
löffelweise,
also ich war froh,
wenn ich es irgendwie
in diesen anderthalb Stunden
geschafft habe,
das klingt jetzt viel,
aber mein eigenes Essen
da reinzukriegen
und ich hatte oft nicht mal
das Gefühl,
dass ich was gegessen habe,
weil ich es gar nicht
so richtig gespürt habe.
Das war überhaupt nicht entspannt.
Aber es war nötig
und es war für mich auch nötig,
in diesem Chaos mitzuessen,
um meinen Körper
überhaupt zu versorgen.
Und auch dein Körper
braucht genau das,
was du deinem Kind
selbstverständlich gibst,
nämlich Regelmäßigkeit,
Struktur und ausreichend Nahrung.
Du würdest deinem Kind
ja wahrscheinlich auch nicht
einfach nur Reste hinstellen
oder es damit füttern.
Und genauso darfst du auch anfangen,
dich selbst ernst zu nehmen
und so zu behandeln.
Dann gibt es ja auch noch
so bestimmte,
oh, ich kann bald nicht mehr sitzen,
Halleluja,
sorry,
so bestimmte körperliche Trigger,
zum Beispiel Schlafmangel
oder auch vielleicht auch das Stillen
oder beides zusammen.
Meistens kommt ja beides zusammen
und dann hast du,
weil du noch stillst,
Schlafmangel und naja.
Und dann kommt, wie gesagt,
auch noch diese krasse
körperliche Seite dazu,
die wir nicht unterschätzen dürfen.
Das heißt, wenn du zum Beispiel,
gerade wenn dein Kind noch klein ist
oder Baby oder Kleinkind
oder was auch immer,
wenn du nachts
alle zwei Stunden aufstehst,
dann schüttet dein Körper
auch massiv Cortisol aus.
Und Cortisol macht genau zwei Dinge.
Also ist ja das Stresshormon.
Es kann Heißhunger
oder Extremhunger verstärken
oder es treibt dich
in die Restriktionen
als Kompensationsversuch,
weil dein Essstörungsanteil
dir einredet.
Wenigstens hier konntest du
gegensteuern,
wenn du schon über deinen Schlaf
nicht bestimmen kannst.
Und wenn du dann noch stillst,
dann verbraucht dein Körper
einfach enorm viel
zusätzliche Energie.
Also ich habe das tatsächlich
neulich dann doch mal
für eine Coachie auch gegoogelt,
sich gewundert hat,
warum sie,
also ihr Essensplan sah gut aus.
Ich habe ja auch
Recovery Record,
was wir gemeinsam nutzen können,
wenn du das möchtest,
also ein 1 zu 1 Coaching.
und es sah von der Essensmenge
alles ziemlich gut aus.
Was wir aber nicht
einberechnet haben war,
also beziehungsweise
sie nicht einberechnet hatten,
mir war schon klar,
dass es viel macht
und ich habe irgendwann gedacht,
ich muss es jetzt mal recherchieren,
was Stillen eigentlich
noch zusätzlich ausmacht.
Halleluja,
verbraucht das viel Energie
und die allermeisten Mütter
unterschätzen,
wie viel das wirklich ist.
Und dann schreit dein Körper
einfach nach Nahrung.
Und wenn du ihm
nicht genug gibst,
dann wird dieser biologische
Hungerantrieb immer lauter.
Und das ist,
auch wenn es sich vielleicht
dann so anfühlt,
kein Versagen
und auch hier hast du eine Wahl.
Kannst diesem Signal folgen
und deinen Körper nähern
oder du kannst der Essstörungsstimme folgen,
die dir sagt,
hey, brauchst du nicht.
Reicht doch, schau,
war doch genug.
Die anderen essen auch nicht mehr.
Aber schau dir die Beweise an,
denn dein Körper
sendet dir ja nicht
grundlos Hunger.
Also der macht
gar nichts grundlos.
Und Hunger wiederum
sorgt dafür,
dass du wieder schlechter schläfst,
was den Teufelskreis
dann nur noch mehr verstärkt.
Deswegen,
hier genug genährt zu sein,
ist wirklich eine Grundvoraussetzung.
Und generell,
auch wenn du vielleicht
noch relativ frisch,
und wie gesagt,
das braucht auch hier
Monate und Jahre,
bis sich der Körper
überhaupt dafür
oder davon erholt hat,
also auch wenn deine Kinder
inzwischen kleiner
oder auch ein bisschen größer sind,
hat dein Körper
diese Erfahrung gemacht.
Und wenn du dir
auch noch einen Mangel gemacht hast,
dann ist es umso krasser,
weil Schwangerschaft
und Stillzeit
sind einfach
körperliche Extremsituationen.
Das heißt,
wenn du ein Kind
oder sogar mehrere
in kurzer Zeit
auf die Welt bringst,
dann gleicht das
einem Marathon.
Und das sage ich jetzt
nicht als Metapher,
wie sonst so oft,
sondern weil es wirklich
aktuelle Quellen
auch gibt,
die eine Schwangerschaft
tatsächlich mit der
krassesten Form
eines Marathons vergleichen.
Mit dem Unterschied,
dass ein Marathon
nicht neun Monate dauert.
Und allein für die Schwangerschaft
hat dein Körper
schon enorm viele
Ressourcen verbraucht,
um dein Baby
optimal zu versorgen,
weil dein Körper
priorisiert immer das Baby.
Und das durfte ich ja selber
auch gerade
am eigenen Leib erleben,
obwohl ich, wie gesagt,
ja seit sieben Jahren
vollständig recovered bin
und mich neben meiner bunten
und energiereichen Ernährung
bereits mit zusätzlichen
Nahrungsergänzungsmitteln
versorgt habe.
Aber trotzdem hat mein Körper
Mängel aufgewiesen.
Deswegen, ich konnte ja bereits
in der zehnten
Schwangerschaftswoche,
als ich mal wieder
einen meiner Omega-3-Tests
gemacht habe,
das mache ich einfach
in regelmäßigen Abständen,
um zu gucken,
reicht es noch,
brauche mein Körper
was anderes,
brauche vielleicht mehr
oder so,
weil normalerweise
wiege ich mich ja auch nicht.
Und man kann aber dann sehen,
hat es einfach gereicht
war dieser Test,
der zuvor immer grün war,
also seitdem ich mein
Balanceöl nehme,
doch bezahlte Werbung
an der Stelle,
weil, ja,
wie gesagt,
schwöre ich einfach drauf.
Aber ich konnte,
wie gesagt,
in diesem Test sehen,
wie viel Omega-3
das Baby alleine
in den ersten,
ja,
zehn Wochen mehr oder weniger
schon weggeschwürft hat.
Und ich dachte,
das gibt es doch gar nicht.
Und auch meine gerade
aufgestockten Eisen-
und Magnesium-Vorräte
sind trotz der Supplementierung
gerade,
also zumindest beim letzten Bluttest,
am unteren Rand immer noch.
Und das, wie gesagt,
bei einer Frau,
die seit Jahren recovered ist
und sich bewusst gut
und ausreichend ernährt
und auch noch supplementiert.
Und jetzt stell dir mal vor,
was passiert,
wenn du noch mitten
in einer Essstörung steckst
und das alles nicht hast.
Und es geht jetzt nicht darum,
dir ein schlechtes Gewissen zu machen
oder sowas,
also darum gar nicht,
sondern eher um
ein Bewusstsein zu schaffen,
wie viel krass
dein Körper einfach
hier zusätzliche Energie
und Nährstoffe braucht.
Weil die Gefahr,
dass dein Baby
sämtliche Speicher
deines Körpers verbraucht hat,
ist enorm hoch.
Und durch das anschließende Stillen
verbraucht dein Körper
einfach noch mal mehr
unglaublich viel
zusätzliche Energie
und Nährstoffe,
die bei einer restriktiven
Ernährung schon für dich
alleine nicht reichen.
Und die Folge davon
ist dann einfach
Müdigkeit,
Erschöpfung,
vielleicht auch eine
postpartale Depression
und diese typische
Schwangerschafts-
Stilldemenz.
Und wenn du dann
in diesem Zustand
auch noch versuchst,
dein Gehirn neu zu programmieren
und nichts anderes
ist die Recovery,
dann ist das natürlich
umso herausfordernder.
Aber wie gesagt,
ich erzähle dir das nicht,
um dir Angst zu machen,
sondern wirklich,
um dir zu zeigen,
was es braucht,
nämlich verdammt viel
Nahrung und Nährstoffe.
Und um dir zu helfen,
Verständnis für deinen Körper
zu entwickeln,
wenn er dir Extremhunger
oder eben auch
so einen permanenten
Food-Fokus schickt
und du einfach
ständig an Essen denkst.
Das ist kein Zeichen,
wie gesagt,
dass mit dir was nicht stimmt.
sagt, was er braucht.
Und du darfst aber entscheiden,
ob du auf ihn hörst
und ihm hilfst.
Was auch passieren kann
und auch das erlebe ich
gar nicht so selten
und das macht es
nochmal typischer,
ist, dass der erhöhte Stress
als Mama deinen Appetit
oder dein Hungergefühl
vielleicht auch deckelt.
Denn Stress bedeutet auch,
dein, im Nervensystem
ist dein Sympathikus aktiv
und der ist nicht für Ruhe
und Entspannung
und Verdauung zuständig,
sondern für das Gegenteil,
nämlich Flucht und Angriff.
Und im Flucht- und Angriffsmodus
ist Essen und Verdauen
so ziemlich das Letzte,
was dein Körper tun will.
Das kann dann dazu führen,
dass du weder Hunger
noch Appetit spürst,
obwohl dein Körper
so dringend Nahrung braucht.
Also nur weil du es nicht spürst,
heißt es nicht,
dass er es nicht braucht.
Wenn du also merkst,
dass du keinen Hunger spürst,
obwohl du den ganzen Tag,
ich weiß nicht,
nichts,
aber wenig gegessen hast
oder einfach nicht ausreichend
gegessen hast,
dann ist das dein Körper,
der wirklich auf einer Ebene
in diesem Stressmodus
schon abgeschalten hat.
Und das ist Stress,
der diese Signale eben dann auch
übertönt.
Und dann ist es aber an dir
trotzdem regelmäßig
und ausreichend zu essen,
auch,
und ich weiß,
das ist schwer,
auch wenn kein Hungergefühl da ist.
Das wiederum hilft aber
deinem Nervensystem,
aus diesem Notmodus rauszukommen.
Und ich sehe das bei den
Mamas in meinem Coaching
immer wieder.
Also wenn sie alleine schon mal
die Regelmäßigkeit
und die Menge wieder
reingekriegt haben,
die werden deutlich gelassener
und entspannter.
Eine meiner Mamas
hat neulich sogar geschildert,
wie viel entspannter
ihr Kind durch ihre eigene
bessere Versorgung
und Selbstversorgung geworden ist.
Also krass,
wie sich das auch wirklich
direkt spiegelt.
Und auch insgesamt
spürt sie,
wie gesagt,
in dem Fall auch im Umgang
mit ihrer Familie
viel, viel mehr Gelassenheit
und auch ihre empathische Seite
kommt wieder deutlich mehr
zum Vorschein.
Das heißt,
es ist wirklich ein Win-Win
für euch alle zu Hause.
Und ich muss sagen,
das habe ich auch damals
selbst an mir bemerkt,
dass ich auf einmal
eine viel geduldiger
andere Erzieherin war.
Und bereits während
und insbesondere aber
dann eben auch
nach meiner Recovery.
Also in der Recovery
habe ich schon gemerkt,
dass mich bestimmte Dinge
auf einmal gar nicht mehr
so aus der Bahn geworfen haben.
Und als ich vollständig
recovered dann wirklich
dort war,
ich stand wirklich teilweise
wie Buddha im Bad,
während um mich
deshalb Chaos herum betogte.
Also ich war wirklich,
und ich habe mich selber
erstaunt beobachtet
und dachte,
Romy, wer bist du?
Und warum bist du so entspannt?
Ich dachte immer,
ich wäre ungeduldig.
Nee, so ungeduldig.
Also ja, bin ich immer noch
ein bisschen wie jetzt,
wenn ich auf meine
Schwangerschaftssommerklamotten
warte.
Aber es war echt krass,
was die Erstörung da gemacht hat.
Ein weiterer Punkt,
der auch oft herausfordernd ist,
ist,
dass wir als Mama
eigentlich ständig
in Bewegung sind.
Und das ist oft
ein ziemlich subtiler Trigger,
der vielleicht gar nicht
so aufhält
und den ich auch
sehr besonders
oder der mir noch mal
super krass bewusst geworden ist,
als ich eine meiner Mamas
im Coaching hier eben auch
zum Soulgroup-Treffen
zu Besuch hatte.
Kleine liebe Gruß an dich.
Das ist diese ständige Bewegung,
die du einfach gerade auch
mit kleinen oder kleinst Kindern hast.
Also gerade Babys und Kleinkinder
haben ja zum Beispiel
oft Schwierigkeiten einzuschlafen.
Und was hilft dann oft?
Spazieren gehen
oder den Kinderwagen schieben
oder rumtragen
oder rumbippen.
Das heißt,
du stehst eigentlich selten
wirklich still oder sitzt.
Und da wird es natürlich
gerade für Mamas
mit dem Bewegungsdrang
auch richtig gefährlich.
Denn unter dem Deckmäntel
von das Baby muss schlafen
kann sich die Essstörung
natürlich wunderbar verstecken.
Weil wer will denn
einer Mama vorwerfen,
dass sie ihr Baby jetzt einschläfert?
Klang jetzt irgendwie anders.
Naja, du weißt wie es meine.
Und dann geht es einfach
nochmal einen Spazigang hier
und nochmal eine Runde
um den Block da.
Und das Kind schläft ja
so schön dabei.
Und das klingt super fürsorglich
und ist es ja auf einer Ebene auch.
Also ich will dir gar nicht
unterstellen,
dass das jetzt nur
eine Essstörung ist.
Aber versuch hier wirklich
verdammt ehrlich mit dir zu sein.
Wer profitiert hier gerade wirklich?
Dein Kind?
Das vielleicht auch im Bett
oder im Kontakt mit dem Papa
oder jemand anderen,
der vielleicht mal gucken könnte,
schlafen könnte,
wenn die Person
diese Aufgabe übernehmen dürfte?
Oder dein Essstörungsanteil,
der sich über jede
zusätzliche Bewegung freut
und sehr ungern abgibt?
Und ich weiß,
auch diese Option
ist nicht immer
und für jede Mama möglich.
Aber ich habe tatsächlich
auch schon häufiger erlebt,
dass Mamas
sich das Kind
auch nicht abnehmen ließen,
selbst wenn
Kinderwagenrunden
angeboten wurden.
Also da geht es ja
hauptsächlich darum,
dass es schaukelt.
Und dann dieses
Ich geh schon.
Und diese ständige kleine
oder größere Alltagsbewegung,
die summiert sich
super schnell auf
und verstärkt
das eh schon vorhandene
Energiedefizit
und damit wieder
den Foodfokus
oder den Bewegungstrang
umso mehr.
Also das ist echt
ein verdammter Teufelskreis.
Aber auch hier
hast du wieder
eine Wahl.
Ich glaube,
das ist das meistgenannte Wort
dieses Mal.
Entscheidungen und Wahl.
Deswegen möchte ich dich hier
wirklich nochmal einladen,
hinzuschauen und dich zu fragen,
gehe ich gerade jetzt spazieren,
weil mein Kind das braucht
oder weil meine Essstörung
das braucht?
Gibt es wirklich
niemanden und nichts,
was diese Aufgabe
für mich erledigen könnte?
Und wenn es wirklich
niemanden gibt,
dann gibt dir in diesem Moment
die Erlaubnis
für einen zusätzlichen Snack,
um diesen Energieverlust
direkt wieder auszugleichen.
Also auch solche Bewegungen,
die wird für deinen
Essgestörten Anteil
deutlich unattraktiver,
vor allem langfristig,
wenn du dafür immer
extra etwas isst,
um eben diese zusätzliche
Bewegung im Sinne
deiner Recovery
wieder auszugleichen.
Was wir auch
gar nicht so selten haben
und ist ja eh auch ein Phänomen,
was wir generell schon
mit Essstörungen haben,
ist ein verzerrtes Körperbild
oder auch die
Körperschemastörung,
die oft dann noch
gekoppelt wird
mit diesem Druck
des After-Baby-Bodies.
Also das ist auch wirklich,
es ist echt eine Unart.
Also wirklich,
wenn man in diese
Mabber-Wappel reinkommt,
dann wird man mit Dingen
konfrontiert,
wo ich jetzt schon
diesen gesellschaftlichen Druck
wirklich auch spüre,
der sich wie so eine
zusätzliche Schicht
dann auch noch
über alles drüber legt.
Also gerade so dieser
Bounce-Back oder
weiß ich nicht,
so schnell wie möglich
nach der Geburt
wieder aussehen wie vorher
ist wirklich was,
was durch Social Media
und aber auch,
ich meine,
wenn wir uns hier,
zum Glück passiert das
nicht so häufig
und ich bin auch nicht
in dieser Bubble drin,
aber ich erinnere mich noch
an Halsi,
Kate Middleton,
glaube ich,
die Royals,
die einfach nur
wenige Stunden
nach der Geburt
top gestylt,
dann wieder öffentlich
auftreten und
winken und aussehen,
als wäre da nie
ein Baby drin gewesen
und du dich doch fragst,
hä,
wie geht das bitte?
Was natürlich den Druck
auf uns normal sterbliche
Frauen total erhöht
und wie gesagt,
ich werde jetzt schon
mit Accounts überschwemmt,
die für eine fitte
Schwangerschaft
und eine schnelle
Postpartum-Recovery
after Babybody
und ich bin hinterher
sogar noch fitter
als vorher
werben.
Mann,
anstrengend.
Und je mehr Videos
man davon sieht,
desto selbstverständlicher
scheint es einem
natürlich dann auch,
dass man als Mama
so schnell wie möglich
wieder so aussehen muss.
Und wenn du dann noch
mitten in der Essstörung
steckst und eh schon
mit deinem Körperbild
kämpfst,
dann sind diese Botschaften
einfach absolut toxisch.
Also sind sie eh schon,
aber dann halt besonders.
Denn dein Essgestörter Anteil
nimmt diesen gesellschaftlichen
Druck und macht ihn dann
zur Waffe gegen dich.
Dein Weicherer,
dein veränderter Körper,
der wird dann eher
als Versagen gewertet,
obwohl er doch so hart
für dich und dein Kind
gearbeitet hat.
Das ist echt,
als würde man einem
Kriegsveteranen vorwerfen,
dass er mit Narben
nach Hause kommt.
Echt jetzt?
Dein Körper hat einen
oder wie in vielen Fällen
und ihr, also ihr seid
auch oft mehrfach Mamas,
mehrere ganze Menschen
erschaffen.
Halleluja!
Er hat sie auf die Welt
gebracht und dann auch noch
ernährt, versorgt und kümmert
sich drum, dass sie am Leben
bleiben.
Und der gesellschaftliche Druck,
dann nach wenigen Wochen
auszusehen, als wäre nie etwas
passiert oder es würde auch
nicht nebenbei noch was
passieren, ist einfach
absolut unrealistisch.
Und das, was wir online
sehen, ist ein Extrem,
das mit der Realität der
aller, allermeisten Mütter
nichts zu tun hat.
Denn, ich vermute mal,
die wenigsten von uns
sind Fitness-Influencer,
deren Job es einfach auch ist,
innerhalb kürzester Zeit
wieder auszusehen wie vorher.
Aber frag dich mal,
bist du bereit,
den Preis dafür zu zahlen?
Wie viel mehr kannst du
die Zeit mit deinem kleinen
oder inzwischen vielleicht
auch schon größeren
Wunder genießen
und dir bewusst machen,
dass es nur dank
deines Körpers
auf dieser Welt ist?
Klar kannst du direkt,
naja, zumindest fast.
Obwohl, also manchmal
frage ich mich,
wirklich wie schnell Leute
wieder im Fitnessstudio sind,
aber das geht offensichtlich.
Du kannst natürlich super
schnell wieder ins
mit der Studie rennen.
Aber das ist auch
unglaublich wertvolle Zeit,
die du mit deinem kleinen
Wesen eben nicht
wieder zurückbekommst.
Und wie oft höre ich
von Mamas in Recovery,
dass ihre Kinder
plötzlich auf einmal,
und mir hätte es gedacht,
auch wieder viel lieber
mit ihnen kuscheln,
weil sie weicher geworden sind.
Kinder mögen das.
Ich weiß,
es ist noch mal
schwierig zu greifen,
aber vielleicht hilft dir
der Gedanke.
Und was ich auch oft sehe,
sind wirklich Schuldgefühle
und auch Versagensängste.
Das heißt,
neben diesem
gesellschaftlichen Druck
taucht bei vielen Mamas
auch der Gedanke auf,
der, ich glaube,
für viele sehr schmerzhaft ist
und häufig aber eben
auch der Grund,
warum sie sich trotz Angst
auch für die Recovery
entscheiden.
Und zwar die Angst,
ihrem Kind
mit ihrer Essstörung
zu schaden
oder die Essstörung
eben sogar
an das Kind
weiterzugeben.
Weil die beobachten das ja.
Und häufig endet
das dann wieder
in so einem
krassen Performance-Druck.
Also sich
möglichst nicht
anmerken lassen,
so zu tun,
als sei alles gut
oder normal,
damit das Kind
oder die Familie
auch wirklich
nichts bemerken
oder, ja,
vielleicht gar
Verhaltensweisen
übernehmen.
Also ich habe das oft
so dieses,
ja, aber vor meinen Kindern
mache ich das ja nicht,
aber ich versuche ja
vor meinen Kindern.
Trotzdem ist diese Angst
leider nicht unbegründet,
weil Kinder lernen
nun mal durch Nachahmung
und die sind so viel schlauer,
als wir wirklich denken.
Die gucken nicht nur
auf das, was du sagst,
die gucken auch darauf,
wie du das sagst,
ob du angespannt dabei bist.
Also die sind echt gut
in Körpersprache lesen.
Aber anstatt dich
jetzt dafür zu verurteilen,
nutzt das wirklich
als Motivation.
Und viele Mamas
in meinen Coachings
sagen mir auch,
mein Kind war der Grund,
warum ich endlich
für mich losgegangen bin.
Mega.
Und vielleicht bist du selbst
auch in dem,
ja, in diesen
Restriktionskreislauf
geraten,
weil du früh
Kommentare deiner Eltern
oder deiner Verwandtschaft
aufgeschnappst hast.
Geschnappst?
Das ist auch ganz schön
aufgeschnappst hast.
Die zum Beispiel
sehr kritisch
über ihren eigenen
oder auch andere Körper
gesprochen haben
oder ein Elternteil
dir vorgelebt hat,
dass die Zahl
auf der Waage wichtig ist
und darüber entscheidet,
ob es ein guter
oder schlechter Tag wird.
Das haben ja wir oft schon
als Kinder mitgekriegt.
Und vielleicht hat auch
dein Kind ebenfalls
bereit festgestellt,
dass Mama im Sommer
nie ein Eis isst.
Was dazu geführt hat,
dass du dir
gute Gründe ausgedacht hast,
warum das vielleicht
gerade nicht geht.
Also ich habe da auch schon
abenteuerliche Dinge gehört.
Aber innerlich bricht es dir
wahrscheinlich das Herz,
an dieser Erfahrung
nicht auch teilnehmen zu können.
Also ich glaube,
wenn ich so einen Wunsch
ganz häufig höre,
dann ist es,
oh, ich will endlich mal
mit meinem Kind zusammen
ein Eis essen gehen
oder ein Kuchen essen gehen
oder was auch immer.
Also wirklich diese
ganz alltäglichen Dinge
einfach machen können.
Und gleichzeitig hast du
vielleicht auch Angst
oder ein schlechtes Gewissen,
dir Hilfe zu holen,
weil du befürchtest,
als schlechte Mutter
oder als egoistisch
abgestempelt zu werden,
wenn du dir endlich
Raum für dich
und deine Recovery nimmst
und dich um dich kümmerst.
Aber, und das ist mir
ganz wichtig zu sagen,
an dir zu arbeiten
ist kein Luxus.
Im Gegenteil,
es ist die Grundlage dafür,
dass du für deine Kinder,
für dein Kind
oder deine Kinder
die Mama sein kannst,
die du auch sein willst.
jetzt habe ich schon
wieder Schluck auf.
Es passiert mir mindestens einmal,
wenn ich irgendwie
in einem längeren Gespräch bin.
Also, ich meine damit nicht,
dass du stundenlang meditieren
oder Bücher lesen musst.
Manchmal reicht es,
dir einfach wirklich abends
erstmal eine ehrliche Frage
zu stellen,
nämlich,
was hat mir heute gut getan?
Wo habe ich heute vielleicht
ein Stück weit gut auf mich
geachtet?
Was hat mir aber vielleicht
auch geschadet?
Auch das ist bereits Arbeit an dir
und die zählt.
Also, wenn du merkst,
dass du Schuldgefühle hast,
die vielleicht auch
deine Motivation gewesen sind,
in die Recovery
überhaupt zu gehen,
dann bitte, bitte
verwende sie nicht gegen dich.
Denn der Druck,
ein Vorbild zu sein,
der kann dich auch ausbremsen.
Also, es geht dann so
in diese Härte rein.
Ich muss jetzt recovered sein,
so schnell wie möglich,
damit meine Kinder
das ja nicht mitbekommen.
Da landen wir dann aber
wieder im Perfektionismus.
Und der beschleunigt die Recovery
nicht, sondern blockiert sie,
weil das ist ja auch eins,
ich sage mal,
der Muster,
wo sich dein elfgestörter Anteil
ganz gerne dann auch mal
dranhängt.
Aber deine Kinder,
die brauchen keine perfekte,
recoverede Mama.
die brauchen vor allem eine Mama,
die ehrlich ihren Weg geht
und gesund wird.
Auch wenn er manchmal holprig ist.
Die brauchen eine Mama,
die ihnen vorlebt,
dass man an sich arbeiten darf
und dass man auch um Hilfe bitten darf
und dass man fallen
und auch wieder aufstehen darf.
Das ist menschlich.
Und genau das ist das Vorbild,
was sie wirklich brauchen.
Das heißt,
du darfst dir die Zeit auch nehmen.
Du darfst stolpern,
du darfst Fehler machen,
du darfst auch
einen schlechten Tag haben,
solange du weitermachst.
Für dich,
aber auch für sie.
Und apropos Vorbild,
das war auch so ein,
ja, so ein Druck,
den mir eine Mama geschrieben hat
und ihr gesagt hat,
sie schaut,
dass das Essen
möglichst gesund ist,
damit sie ein gutes Vorbild ist
und ihre Kinder eben nicht sehen,
dass man nur Süßes isst.
Lass uns das auch nochmal
genauer anschauen.
Denn hier vermischen sich
genau genommen zwei Dinge.
Also einerseits
der völlig nachvollziehbare Wunsch,
den Kindern ein gutes
Essverhalten vorzuleben,
aber eben auch die essgestörte Stimme,
die genau diesen Wunsch dann nutzt,
um eine Restriktion zu rechtfertigen.
Also, ich esse kein Süßes,
weil ich will ja ein gutes Vorbild sein.
Klingt erstmal rational und vernünftig,
aber wenn es eigentlich
dein Essstörungsanteil ist,
der Angst vor dem Süßen hat,
dann benutzt er deine Mutterrolle
als Deckmantel.
Und was bedeutet denn eigentlich
gesundes Essverhalten?
Ein gesundes Essverhalten
für deine Kinder
bedeutet nicht,
dass nur Gemüsesticks
auf dem Tisch stehen
und weiß ich nicht,
alles immer selber frisch gekocht
und clean
und keine Ahnung was ist.
Es bedeutet,
dass alle Lebensmittel Platz haben.
Auch Süßes,
auch Kuchen
und auch Pommes.
Und ich weiß,
ein Teil von dir denke ich jetzt gleich,
äh, das ist aber nicht gesund.
Wie gesund bist du,
wenn du eine Essstörung hast?
Ich sage,
Kinder lernen ein gesundes Essverhalten
nicht dadurch,
dass bestimmte Lebensmittel
vermieden werden,
sondern dadurch,
dass sie eine Mama haben
und auch einen Papa.
Also,
wir wollen hier mal nicht nur
die Mamas in die Verantwortung nehmen,
sondern,
dass sie einfach sehen,
dass ihre Eltern,
ihre wichtigsten Bezugpersonen
entspannt
und mit Genuss
alles essen.
Und ich weiß,
gerade im Nachholbedarf
und im Extremhanger
sind Süße und von der Gesellschaft
eher als ungesund betitelte Lebensmittel
besonders attraktiv.
Und es dürfen die auch sein.
Denn in der Recovery
geht es doch darum,
alle Lebensmittel
zu neutralisieren
und ein entspanntes Verhältnis
zu ihnen zu entwickeln.
Und wenn du zu jeder Mahlzeit
oder zwischendurch
etwas Süßes brauchst,
dann ist das vollkommen okay.
Und wie oft erlebe ich
echt überraschte Mamas,
die plötzlich wieder
alle Lebensmittel im Haus haben
und sogar vor den Kindern essen,
aber die Kinder haben gar nicht
so ein großes Bedürfnis danach
und hören von selbst auf,
Kuchen und Pizza zu essen,
wenn sie satt und zufrieden sind.
Es sei denn,
sie hatten vorher auch einen Mangel.
Dann funktioniert es
nicht ganz so gut,
weil das ist tatsächlich auch was,
was ich in der Kita beobachten konnte,
dass die Kinder
mit den komplett bunten Brotdosen,
also Brotdosen,
ich habe jetzt zu viel gesprochen,
wo vom Apfel bis zum Kinderriegel
wirklich alles drin war,
dass die,
wenn es Geburtstagskuchen gab,
viel entspannter waren
und auch die Hälfte
oder den letzten Bissen,
also die haben eigentlich fast immer
irgendwas liegen lassen.
Weil die hatten keinen Mangel
und auch nicht das Gefühl von,
das gibt es jetzt einmal
und dann nie wieder.
Wohingegen die Kinder,
die mit den rein,
bitte in Anführungszeichen hören,
gesunden,
zuckerfreien Snacks
und Brotdosen ankamen,
dann bei Kuchen
und auf Festen,
wie jetzt zum Beispiel auch Fasching,
wo es viel Süßes gab,
kein Ende fanden,
die konnten einfach nicht mehr aufhören.
Die sind fast geplatzt,
denen war teilweise schlecht.
Ein Kind hat sich, glaube ich,
einmal sogar übergeben,
weil es nicht aufhören konnte.
Und ich dachte,
wow, das ist noch so klein.
Du siehst also,
auch für Kinder funktionieren Verbote nicht.
Also ich überlege gerade,
auch ich habe ja viele Dinge,
die ich eigentlich haben wollte,
die habe ich ja nie bekommen
und dann habe ich angefangen,
die zu horten
und dann alle auf einmal zu essen.
Hätte ich die einfach immer
und stetig zur Verfügung gehabt,
wäre mein Verlangen danach
gar nicht so groß gewesen.
Also es war für mich auch damals
der Türöffner
in dieses,
ja,
letzten Endes erstmal
auch emotionale Essen rein.
Das heißt,
was sie brauchen,
ist Varianz und Entspannung beim Essen.
Das sind wirklich
die besten Schutzfaktoren
für ein ausgewirkenes
und damit aber auch
gesundes Essverhalten von Kindern.
Also wenn du merkst,
dass du unter dem Deckmantel
gesund für die Kinder
zu kochen und zu essen
eigentlich deine eigene
Restriktion aufrechterhältst,
dann ist das ein wichtiger Moment,
um wirklich ehrlich mit dir zu sein.
Nicht um dich zu verurteilen,
wie gesagt,
sondern um zu erkennen,
da spricht gerade nicht
die fürsorgliche Mama,
sondern dein Erststörungsanteil.
Was ihr auch noch mit mir geteilt habt,
war die Herausforderung,
so handeln zu können,
wie er eigentlich möchtet.
Also dieses,
ich kann einfach gar nicht das machen,
was ich gerade mag.
Das bedeutet aber auch,
wenn wir das mal umdrehen,
du weißt höchstwahrscheinlich
schon sehr genau,
was du tun müsstest oder könntest.
Du weißt zum Beispiel,
dass du jetzt was essen solltest
oder du weißt,
dass der Spaziergang gerade
nicht unbedingt aus Freude stattfindet,
sondern aus Zwang.
Oder,
dass du einen Moment für dich bräuchtest,
aber das Kind schreit,
die Wäsche türmt sich,
der Mittagsschlaf ist überfällig
und dann scheint da weder Raum
noch die Energie da zu sein,
um Recovery oder Selbstversorgerentscheidungen
zu treffen.
Und das ist tatsächlich
einer der frustrierendsten Aspekte.
Also das Wissen ist da,
aber die Umsetzung wird durch
die Lebensrealität ständig ausgebremst.
Und das wiederum
nagt dann
am Selbstvertrauen,
denn jedes Mal,
wenn du nicht so handelst,
wie dein gesundes,
ich es eigentlich wollte,
dann fühlt sich das an,
wie ein weiterer Beweis,
dass du es einfach nicht schaffst.
Aber das stimmt nicht.
Ja,
es ist eine verdammt
anspruchsvolle Situation.
Und es gibt auch,
auch hier,
keine perfekte Lösung dafür.
Beziehungsweise
liegt eigentlich
ein Teil der Lösung
genau darin,
es eben
nicht auf die perfekte Art zu machen,
nicht auf die perfekten Bedingungen
zu warten,
in denen du endlich
richtig handeln kannst.
Die Lösung ist also,
deine Erwartung an dich anzupassen.
Nicht jede Mahlzeit
oder jeder Snack
wird perfekt sein.
Nicht jede Entscheidung
wird eine Recovery-Entscheidung sein.
Aber ein oder mehrere
kleine bewusste Entscheidungen
am Tag,
eine Mahlzeit,
die du dir gönnst.
Ein Moment,
in dem du dich hinsetzt,
anstatt weiterzurennen,
zählt.
Und das ist vielleicht auch mehr,
als du dir gerade zugestehst.
Weil ganz oft haben wir ja auch
dieses Schwarz-Weiß-Denken,
so ich mache es entweder
ganz oder gar nicht richtig
oder nicht so
oder nicht so.
Mit Schwarz-Weiß-Denken
haben wir keine Chance
zu recovern.
Also erlaube dir hier auch
den Regenbogen
zwischen diesen beiden Extremen
zu sehen
und aber auch zu nutzen
und auch in den kleinen
unperfekten Situationen
bewusste Entscheidungen
zu treffen,
die gerade nicht perfekt sind,
aber eben
ein Stück weit für dich
und dich damit auch wieder
ein kleines Stück weiterbringen.
Ein anderer Punkt,
den ich tatsächlich auch selber
schon damals alleine
als Erzieherin gefühlt habe,
war der Punkt,
die aufgekommenden Gefühle
nicht immer zeigen zu können
oder gar unterdrücken zu müssen.
Und das stimmt,
in der Recovery
kommen verdammt viele Gefühle hoch.
Manchmal wie eine Welle,
die dich fast umhaut.
Sei das Wut,
Trauer,
Überforderung,
Verzweiflung,
all das gehört dazu.
Aber ich weiß auch,
wenn du ein Kleinkind
auf dem Arm hast,
was deine emotionale Stabilität braucht,
dann kannst du nicht einfach zusammenbrechen.
Und dann funktionierst du weiter
und du lächelst
und tröstest dein Kind
während in dir ein Sturmturm.
Und was macht dann deine Essstörung
mit diesen unterdrückten Gefühlen?
Ja,
sie bietet sich als Ventil an.
Das heißt,
dann sind Restriktionen,
Kompensation,
exzessiver Sport,
alle Strategien,
um die Gefühle irgendwie
wieder unter Kontrolle zu bringen.
Problem dabei ist aber,
wenn du als Mama
nie den Raum hast,
deine Gefühle zu fühlen
und zu verarbeiten,
dann bleibt die Essstörung
die einzig verfügbare
Bewältigungsstrategie.
Und genau deshalb
ist es so wichtig,
dir diesen Raum aktiv zu schaffen,
auch wenn er klein ist.
Nicht irgendwann,
wenn die Kinder größer sind,
denn tatsächlich ist es auch
für dein Kind enorm wichtig,
alle Gefühle
und den Umgang damit zu lernen.
Und deshalb ist genau jetzt dafür,
das für dich auch zu lernen.
Und zwar nicht nur für dich alleine,
sondern für dich und dein Kind,
weil du kannst du auf den Weg
gleich mitnehmen.
Teamworks,
ihr Punkt eins.
Und in Teil zwei nächste Woche
teile ich dann auch nochmal Strategien
oder gehe da einfach nochmal
ein bisschen tiefer drauf ein,
wie du eben mit dieser Herausforderung
auch umgehen kannst.
Und eine Nachricht,
die mich auch noch erreicht hat,
die hat mich auch sehr
zum Nachdenken gebracht.
Und zwar,
ich bin alleinerziehend,
habe keine Zeit,
keinen Fokus und Kraft
für die Recovery,
Triggerstress,
unflexibel Alltag.
Und wenn ich sage,
dass Recovery als Mama
Schwerstarbeit unter
Mangelbedingungen ist,
dann ist Recovery
als alleinerziehende Mama
noch mal ein ganz anderes Level.
Denn,
wo andere vielleicht
ihren Partner
um Unterstützung bitten
und die Verantwortung
auf eine weitere Schulter
verteilen können,
dann ist da kein Partner
oder keine Partnerin.
Dann bist du diejenige,
die morgens aufsteht,
die Kinder fertig macht,
arbeiten geht
oder sie betreut,
einkauft, kocht, putzt,
tröstet, ins Bett bringt
und dann abends
völliger Chef
auf dem Sofa sitzt
und sich fragt,
wo sollen da jetzt
bitte noch Recovery
reinpassen.
Und selbst wenn du
als alleinerziehende Mama
mal eine halbe Stunde
für dich hast,
ist dein Kopf
wahrscheinlich
nicht frei,
sondern in Gedanken
bereits wieder bei
Wäsche,
Kinderarzttermin,
der Frage,
ob du noch genug
Gwindeln hast und Co.
Aber Recovery
braucht nicht nur Zeit,
sondern auch
mentalen Raum.
Und der ist
als alleinerziehende
einfach deutlich seltener da.
Es sei denn,
du hast vielleicht ein Modell,
wo das Kind vielleicht
am Wochenende
auch beim Papa ist
oder wo man sich abwechselt.
Also hier gibt es ja Modelle,
wo man gucken kann,
wie kann ich das
vielleicht für mich
dann gestalten,
aber da kommen wir jetzt
in den individuellen Teil.
Auf jeden Fall gilt auch hier,
fünf Minuten
oder drei bis fünf,
echter Fokus
auf dich,
auf dein Essen,
auf einen bewussten Atemzug
sind mehr wert
als eine Stunde,
in der du innerlich weiter
durch deine Mama
To-Dos rast.
Also sagst du,
ich nehme jetzt die Auszeit,
aber eigentlich bin ich gar nicht da.
Und was auch viele von euch
beschrieben haben,
ist wirklich diese Starrheit
auch im Alltag
und das durchgetaktet sein.
Also Kita-Zeiten,
Essenszeiten,
Schlafenzeiten.
Es ist ja auf einer Ebene
durch diese krasse Routine
nicht spontan.
Und das ist deshalb so tückisch,
weil genau diese Starrheit
auch die Starrheit
deiner Essstörung spiegelt,
weil die ist ja auch
super durchgetaktet.
Das heißt,
alles muss nach Plan laufen,
sonst fühlt es sich an,
das würde alles zusammenbrechen.
Und was Recovery aber macht,
ist, sie lädt dich ein,
flexibler zu werden.
Und das in einem Alltag,
der dir gefühlt,
äh, oder gefühlt
null Flexibilität erlaubt.
Und das ist ein echtes Dilemma.
Aber auch hier
darfst du klein anfangen.
Eine einzige Sache
heute anders machen
als geplant.
Und merken,
und das ist wichtig,
deswegen geht es auch da
nur durchs Handeln,
dass die Welt
nicht untergeht.
Und ich muss leider sagen,
auch wenn ich weiß,
wie schwer es umzusetzen ist,
aber Recovery muss,
und wie gesagt,
ich sage selten muss,
aber wenn ich muss sage,
meine ich muss,
Recovery muss,
wenn du ein freies Leben
führen möchtest,
genau da reinpassen,
in diesen vollen,
erschöpfenden
und durchgetakteten Alltag.
Und zwar nicht als zusätzliche Aufgabe,
sondern als das Fundament,
das alles überhaupt erst trägt.
Denn, ganz ehrlich,
wenn du zusammenbrichst,
wer versorgt dann die Kinder?
Und ich weiß,
das hört sich hart an.
Und ich weiß auch,
dass die Realität
nicht so einfach ist,
wie ein Podcast-Tippe.
Deswegen mag ich auch
eigentlich keine Tipps.
Aber genau deshalb
ist es für alleinerziehende Mütter
auch so entscheidend,
sich Unterstützung zu holen.
Egal, ob jetzt professionell
durch Therapeuten,
Coaches oder Beratungsstellen
oder durch Familie,
Freunde oder auch andere Eltern
aus Kita-Schule oder was auch immer.
Das ist keine Schwäche.
Und ich weiß,
um Hilfe fragen ist auch oft
schon eine Riesen-Challenge.
Aber das ist Verantwortung übernehmen.
Für dich und für deine Kinder.
Und damit möchte ich zum letzten Punkt,
also zumindest von den Herausforderungen kommen.
Und ich weiß,
ich habe lange wahrscheinlich
nicht alle erschöpfend aufgegriffen.
Aber gerade dieser Punkt
ist letzten Endes einer,
der nicht nur Mamas betrifft,
sondern, also was ich hier meine,
ist wirklich diese mangelnde Selbstversorge,
die einfach auch in unserer Gesellschaft
als Normalzustand gilt.
Also, in unserer Kultur
wird mütterliche Selbstaufabfahrung
ja oft glorifiziert,
weil eine gute Mutter
stellt nun mal ihre eigenen Bedürfnisse
hin und an.
Eine gute Mutter,
bitte hört das jetzt in Anführungszeichen,
ist erst,
wenn alle Kinder satt sind.
Eine gute Mutter,
den Trend fand ich ja richtig krass.
Ich weiß nicht,
ob der gerade noch so aktiv ist,
aber es gibt ja gerade
diesen Threat-Wife-Trend.
Also, da, wo die Frau zu Hause ist
und dann alles von der Pike auf
selber macht und backt
und kocht und dödödä.
Also, die stellt wirklich morgens
dann erst mal
die Butter selber her
und den Teig von der Pike auf,
bevor sie ihren Kindern,
die dann spontan natürlich Bock
auf Zimtschnecken haben,
diese Zimtschnecken backt.
Es wird erst mal alles,
wie gesagt,
von der Butter an
selber hergestellt.
Und das ist dann ein Vorbild.
Also, wirklich verrückt,
was es heutzutage gibt.
Weil es gibt wirklich Dinge,
die kann man auch einfach
sich leicht machen.
aber, also hier,
es wird ein Bild vermittelt,
wie eine gute Mutter zu sein hat.
Dieses Kind wollte eine Zimtschnecke.
Eine gute Mutter ruht sich auch nicht aus,
solange es noch was zu tun gibt.
Zumindest in den Augen der Gesellschaft.
Und genau das ist aber der Punkt.
Es gibt immer was zu tun.
Aber eine Mutter ist keine Maschine.
Es ist eine Mutter und ein Mensch.
Und wenn du dich
in diesem Gedanken
oder auch Erwartungen wiedererkennst,
dann möchte ich dir was sagen.
Das ist dann auch kein Mutterinstinkt
und das ist auch keine Mutterliebe
in dem Sinn.
Das ist wirklich ein Muster.
Und das ist genau dasselbe Muster,
was auch die Essstörung nutzt.
Also sich selbst an,
die letzte Stelle zu setzen.
Die eigenen Bedürfnisse
nicht wahrnehmen.
Wahrscheinlich kennst du das auch
nicht erst seitdem du Mama bist,
sondern vorher schon.
Funktionieren,
bis nichts mehr geht.
Denn egal ob Mutter oder nicht,
dieses Muster sehe ich
tatsächlich bei,
ja doch,
eigentlich bei fast allen Frauen.
Auch unabhängig von der
Vorart der Essstörung.
Bei allen Frauen im Coaching.
Dann kümmerst du dich erst mal
um alle und alles andere.
Und dann,
falls noch Zeit ist,
was bei 24 Stunden am Tag
meistens nicht der Fall ist,
vielleicht noch um dich selbst.
Und das Erste,
was auf der Prioritätenliste
hinten runterfällt,
sind deine eigenen Bedürfnisse,
die du dir wahrscheinlich
nicht mal mehr erlaubst,
wahrzunehmen.
Und irgendwann kommen die Bedürfnisse
auch gar nicht mehr,
weil dein Körper denkt sich,
macht ja eh keinen Sinn,
irgendwelche zu senden,
weil dann müsste ich sie
vielleicht erfüllen,
höre macht sie eh nicht,
warum soll ich ihr welche senden?
Und Kinder sind der perfekte Grund,
dieses Muster auch weiterhin zu leben.
Also für den
es gestörten Anteil.
Das meine ich jetzt nicht ernst.
Und dieses Muster hört auch nicht auf,
wenn die Kinder
irgendwann aus dem Haus sind.
Es sei denn,
wenn du entscheidest dich dafür,
dass du selbst nicht mehr
an letzter Stelle
deiner Prioritätenliste stehst.
Ja,
deine Kinder brauchen dich,
aber sie brauchen dich
vor allem genährt.
Sie brauchen dich gesund,
ausgeruht und stabil.
Ich weiß ja nur ausgeruht,
das klappt nicht immer.
Wir brauchen dich nicht
aufgeopfert oder am Limit.
Und wenn du dich hinsetzt
und in Ruhe ist,
während dein Kind
fünf Minuten
iPad-Fernsehen oder was auch immer guckt,
dann bist du keine schlechte Mutter.
Dann bist du eine Mutter,
die versteht,
dass sie nur geben kann,
was sie selber hat.
Weil wenn dein Tank leer ist,
dann kann auch die liebevollste Mutter
nichts mehr geben.
Und es ist keine Frage,
ob du dir diese Zeit nehmen darfst.
Es ist eher die Frage,
ob du bereit bist,
dir die Erlaubnis dafür zu geben.
Weil von außen wird sie nicht kommen.
Und selbst wenn sie von außen kommt,
hilft es gar nicht,
solange du sie dir nicht gibst.
Und damit kannst du letzten Endes
auch deinem Kind
eine andere Mutterrolle vorleben.
Einen, der selbstverständlich ist,
dass es Mama gut geht.
Warum denn bitte nicht?
So, ich habe es geahnt,
es wird lang.
Halleluja,
ich quatsche schon 57 Minuten.
Ja, das war heute wirklich viel.
Und wenn du jetzt gerade da sitzt
und denkst,
verdammt,
ja,
ich habe mich dann so
ganz vielen Punkten wiedererkennt,
dann möchte ich erstmal,
dass du weißt,
das ist okay.
Es ist okay,
dass du dich so fühlst.
Es ist okay,
dass es schwer ist.
Und es ist okay,
dass du gerade nicht weißt,
wie du das alles
unter einen Hut bekommen sollst.
Ich habe heute auch
bewusst noch nicht
mit allzu vielen Lösungen
um dich geworfen,
aber ich finde es einfach
auch erstmal wichtig,
dass du in den Herausforderungen,
die da sind,
gesehen wirst,
bevor dir irgendjemand sagt,
was du tun könntest
und dann noch jemand,
die keine Mutter ist.
Und wahrscheinlich bekommst du
eh bereits genug Ratschläge
von Menschen,
die keine Ahnung haben,
wie sich dein Alltag
wirklich anfühlt.
Die sagen,
ne,
ist doch einfach mehr
oder,
ja,
du musst dich halt mal
um dich kümmern.
Was wäre das so einfach
mit Kinderschlafmangel
und einer Essstörung im Lacken?
Und auch ich weiß nicht,
wie es sich wirklich gerade
für dich anfühlt.
Noch nicht.
Ne, werde ich auch nicht,
weil ich habe nicht vor,
Näherstörungsrutsch zu gehen.
Also nein,
weiß ich nicht.
Aber ich weiß,
dass ein Familienalltag
ohne Recovery
verdammt anstrengend ist
und bleibt,
auch wenn die Kinder
irgendwann aus dem Haus sind,
weil die Muster enden nicht.
Und deshalb war mir heute,
wie gesagt,
wichtig,
erst einmal wirklich ehrlich
hinzuschauen,
damit du weißt,
ne,
du bildest dir das nicht ein.
Ja,
die Situation ist verdammt
herausfordernd.
Vorherausfordernd.
Boah, Hilfe,
ich sollte Schluss machen.
Und du bist keine schlechte Mutter,
weil du damit kämpfst.
Aber,
und das ist mein Versprechen
jetzt an dich,
ich lasse dich hier nicht stehen,
heißt,
in der nächsten Folge
sprechen wir dann wirklich
auch darüber,
wie Recovery als Mama
trotzdem gelingen kann.
Das heißt,
welche konkreten Strategien
funktionieren vielleicht auch,
wenn dein Alltag chaotisch
und durchgetaktet
und erschöpfend ist.
So,
der Podcast war auch der Meinung,
dass ich aufhören sollte,
hat mich einfach mal
mittendrin abgeschnitten,
aber ich verändere jetzt
noch meinen letzten Satz.
Also,
was ich sagen wollte,
dass ich dich natürlich
nicht da stehen lasse,
weil wir einfach wirklich
dann reinschauen,
was du machen kannst,
wenn dein Alltag
durchgetaktet ist
und was du,
wie gesagt,
auch in fünf Minuten tun kannst,
was einen echten Unterschied macht
oder warum du auch
keine perfekten Bedingungen brauchst,
die, wie gesagt,
ja eh nie kommen,
um den ersten Schritt zu gehen.
Also,
für jetzt,
und das mache ich auch,
atme erstmal tief durch,
lass die vielen Gedanken
erstmal sacken
und erlaube dir
für ein paar Minuten
etwas,
was deine Seele
und vielleicht auch
dein Magen nährt.
Sei das jetzt
eine kurze Atempause,
ein Snack,
äh,
Snack,
ein Snack,
den du vielleicht auch
schon lange vor dir her schiebst
oder zehn Minuten,
in denen dein Kind
einfach fernsehen darf,
damit du ein bisschen
Raum für dich bekommst.
Und dann freue ich mich,
wenn du nächste Woche
auch wieder dabei bist
und wir uns wieder hören,
wenn wir vom Verstehen
dann auch ins Handeln kommen.
Und,
wenn du diese Folge gehört hast
und dich daran wiederfändest,
dann lass mir super gerne
auch eine Fünf-Sterne-Bewertung da,
dass ich noch mehr Frauen
erreichen kann
und teile sie auch gerne
mit einer Mama,
die diese Folge
vielleicht auch gerade
brauchen könnte.
In diesem Sinne,
ich freue mich auf dich,
bis nächste Woche
und lass es dir erstmal gut gehen.
Vielen Dank,
dass du dir Zeit
für eine Tasse Reality
mit mir genommen hast.
Ich hoffe,
diese Folge hat
einen kleinen positiven Unterschied
in deinem Tag gemacht.
Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung
kannst du genau diesen Unterschied
auch im Leben
anderer lebensfongriger Frauen bewirken,
die diesen Podcast
noch nicht gefunden haben
und sich ebenfalls
nach einem Leben
in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen
und freue mich auf Instagram
mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du
in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal.
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