Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#44 Recovery als Mama – warum du immer hinten runterfällst (Teil 1)

Über Kontrollverlust, Restebrot und die Stimme, die sagt, du bist egoistisch

18.02.2026 61 min

Zusammenfassung & Show Notes

Du schmierst Brote, schneidest Obst – und isst selbst nur die Reste vom Kinderteller. In Teil 1 schauen wir ehrlich hin, warum Recovery als Mama Schwerstarbeit unter Mangelbedingungen ist: von versteckten Triggern im Familienalltag über den Druck des After-Baby-Body bis zum Muster der Selbstaufopferung, das dein ES-Anteil so perfekt für sich nutzt.

Du schmierst deinem Kind liebevoll Brote, schneidest Obst in mundgerechte Stücke – und isst selbst im Stehen die abgenagten Brotkrusten. Abends bist du so erschöpft, dass für dich und deine Recovery einfach nichts mehr übrig ist. Und wenn du dir doch mal fünf Minuten Pause wünschst, meldet sich sofort das schlechte Gewissen. 
Wenn du als Mama mitten in der Recovery steckst oder weißt, dass du eigentlich losgehen müsstest, aber dein Alltag dir gefühlt keinen Millimeter Raum dafür lässt – dann ist diese Folge für dich. Über die Hälfte meiner Coachees sind Mamas, und ihre und eure Nachrichten auf Instagram haben mir gezeigt: Wir müssen viel öfter und viel ehrlicher darüber sprechen, was Recovery als Mutter wirklich bedeutet. Nicht in der Theorie, sondern zwischen Schlafmangel, Kita-Zeiten und dem Gefühl, nie genug zu sein. 
 
In dieser Episode sprechen wir darüber: 
  • Warum sich der ES-Anteil ausgerechnet im Mama-Alltag so perfekt verstecken kann – vom ausgiebigen 
  • Kinderwagenschieben bis zum „gesund kochen für die Kinder"
  • Was es mit dir macht, wenn du deinem Kind selbstverständlich eine vollwertige Mahlzeit zubereitest, aber dich selbst mit Resten abspeist
  • Warum dein Körper nach Schwangerschaft und Stillzeit so viel mehr braucht, als du ihm wahrscheinlich gerade gibst – und was passiert, wenn er es nicht bekommt
  • Den einen Satz, den fast jede Mama im Coaching irgendwann sagt – und warum er der Wendepunkt sein kann
  • Warum mütterliche Selbstaufopferung kein Instinkt ist, sondern dasselbe Muster, das auch dein ES-Anteil für sich nutzt
Diese Episode ist für dich, wenn …
  • du als Mama für alle funktionierst, aber dich selbst dabei komplett vergisst – und deine Recovery als Erstes hinten runterfällt
  • du heimlich restriktiv bist, während du für dein Kind Kuchen backst, und dich fragst, ob es jemals anders sein kann
  • du Schuldgefühle hast, weil du dir Raum für dich wünschst – und dich dafür egoistisch fühlst
  • Oder du Angst hast, ein schlechtes Vorbild zu sein, wenn du tust, was für die Recovery nötig ist
Nächste Woche folgt Teil 2 mit konkreten Strategien, wie Recovery trotz dieser Herausforderungen auch in deinem vollen Mama-Alltag gelingen kann. 


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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Schön, dass du wieder dabei bist. Ich dachte, ich nehme dich heute kurz nochmal mit auf ein kleines persönliches Update, bevor wir in die heutige Folge eintauchen. Denn ich bin ja aktuell in der inzwischen schon 22. Schwangerschaftswoche schwanger. Und im Gegensatz zum Anfang, ich habe ja zwei Podcast-Folgen auch so ein bisschen darüber gemacht, was es auch mit mir gemacht hat. Aber inzwischen muss ich wirklich sagen, ich genieße den Prozess wirklich sehr. Und auch mein Kopf hat sich zunehmend, im wahrsten Sinne des Wortes, mehr an die Veränderungen, die ja anfangs schon eine ganz schöne Umstellung für mich waren, gewöhnt. Und letzte Woche waren wir auch zur Feindiagnostik. Übrigens auch sehr lustig. Ich dachte, man, die kriegt jeder, aber offensichtlich nicht. Also man lernt echt immer noch Dinge dazu. Und da ich ja schon über 35 bin, kriegt man dann als Überweisung so ein schönes Dämpelchen wie Altersdiagnostik gesagt. Aber ja, ich bin ja dankbar, dass es die Möglichkeit gibt, dass man heute eben auch ja so genau sich einfach mal alle Organe angucken kann. Und es war ja wirklich super spannend, was man da alles sehen konnte. Also von einem 3D-Modell von dem Rücken und dem Rücken und ja allem, was halt so dran ist. Und unter anderem haben wir nun auch Gewissheit. Und ich glaube, ich weiß nicht, ob dir, wenn die Folge rauskommt, ob ich es dann offiziell schon auf Instagram geteilt habe. Wenn nicht, bist du die Erste, die das hört. Aber wir wissen jetzt auch mit Gewissheit und nochmal bestätigt das Geschlecht des Babys. Und deswegen möchte ich dir das hier gerne als einer der Ersten überhaupt auch verraten. Es wird ein kleiner Junge. Ja, und so wie es aussieht, ist auch wirklich alles gesund und entwickelt sich wirklich toll. Und vielleicht hörst du mich hier durch das Mikrofon strahlen. Aber es war ja wirklich eine Frage, wo ich mich lange, wie gesagt, auch überlegt hatte, will ich das? Und hm, aber ich war auch, also diesen Prozess, den möchte ich schon auch erleben. Und ich muss sagen, jetzt, wo ich mittendrin bin und jetzt auch wirklich seit eigentlich auch erst letzter Woche, denn ich habe eine Vorderwand-Plazenta, die Puffert alles so ein bisschen ab. Aber seit letzter Woche spüre ich die Bewegung vom Baby auch an der einen oder anderen Stelle, wenn er mal kurz dran vorbeikommt, auch. Und es ist einfach so, so magisch. Und ja, wie gesagt, wenn du diese Folge hier gerade als Mama hörst, und das vermute ich jetzt mal, obwohl sie tatsächlich auch viel spannende Infos auch für Nicht-Mamas dabei hat, gerade was so Muster und sowas angeht, dann, ja, weißt du wahrscheinlich, was ich meine und fühlst dich vielleicht selber auch gerade nochmal in diese Zeit zurückversetzt. Lass mich auch super gerne wissen, wie es dir damit ging, weil ich habe gehört, es ist auch für viele Mamas gar nicht so unbedingt so angenehm, zu merken, dass im Körper was anderes passiert, was man nicht so unter Kontrolle hat. Und das wird ja auch ein Thema heute sein. Aber ich muss wirklich sagen, mir geht es in der Schwangerschaft wirklich sehr gut. Und ich habe auch, naja, ein kleines Recovery-Deja-Vu, da ich jetzt aktuell auch gerade in der Phase bin, wo ich neue Sommersachen kaufen muss, weil wir fliegen ja dann in zwei Wochen wahrscheinlich, wenn du das hörst. Also Anfang März wieder nach Dubai, also erst Abu Dhabi, dann Dubai. Und natürlich brauche ich aufgrund der sehr deutlich neuen körperlichen Veränderungen jetzt auch neue Klamotten. Und ja, wie gesagt, das wird unsere letzte Reise dann jetzt auch ohne Kind nochmal nach Dubai. Und wir wollen auf jeden Fall versuchen, dort so eine kleine Mischung aus Babymoon-Urlaub und aber natürlich auch Arbeit zu machen, weil ich weiß, wenn ich dann in der Babyzeit bin, dann wird es einfach erst mal anders, beziehungsweise wird es eben auch eine Coaching-Pause geben. Deswegen, ja, es ist mir einfach wichtig, jetzt für meine Coaches noch da zu sein, sie bestmöglich zu unterstützen, jetzt auch die Onboardings noch zu machen. Denn alle, die ich im März noch onboarde, kann ich auf jeden Fall noch vor meiner, ja, Babypause sozusagen dann auch begleiten. Weil ich denke mal so, spätestens Mitte Juni werde ich in die Babypause gehen. Wir wissen ja nicht genau, wie es wird. Und gerade für Freedom Journeys ist es natürlich dann die perfekte Zeit noch. Denn, und das ist tatsächlich der Punkt, vor dem ich am meisten Respekt habe und der wiederum auch sehr gut zur Folge passt. Ich weiß, dass mit Kind einfach einiges ganz schön anders werden wird. Aber ich, und in dem Fall kann ich, glaube ich, auch sagen, wir freuen uns wirklich sehr darauf, auch wenn uns sehr bewusst ist, dass nichts so bleiben wird wie vorher. Und ich hatte neulich auch einen Call mit einer Mama und die erste Frage, die ich so gekriegt habe, also auch um so ein bisschen uns auszutauschen als Selbstständige, ja, wie macht man das denn dann? Und ihre erste Frage war, schläfst du gerne? Und ich so, hm, leider ja. Aber so what? Ich meine, es ist auch eine gewisse Zeit und die geht auch wieder vorbei. Und ich habe mir einfach entschieden, dass ich mich darauf freuen werde. So, das sage ich jetzt. Bitte zieht mich dann nochmal. Ja, apropos Veränderung. Und gerade, weil ich, wie gesagt, aktuell ja selbst auf diesem sehr, sehr spannenden Weg bin, Mama zu werden, liegt mir diese heutige Folge besonders am Herzen. Markus hat schon gerade gesagt, du hast irgendwie lange an dieser Folge gesessen. Kann das sein? Und ich so, ja, weil ich tierischen Respekt davor habe. Weil ich, wie gesagt, ja meine Recovery nicht als Mama gemacht habe. Wohl aber natürlich gerade in meinem Hintergrund auch als Erzieherin, aber auch in den Coachings natürlich viele Mamas habe. Und ich habe mir tatsächlich in den letzten Wochen oft vorgestellt, wie es denn gewesen wäre, den Recovery Weg als Mama und dann eben auch noch mit aktiver Essstörung zu gehen. Und ihr habt mir auch immer wieder zwischendurch schon mal und dann jetzt neulich auf meinen Fragensticker ja auch ganz gezielt schon mal Fragen dazu gestellt, wie ihr eben mit diesen doch nochmal anderen Herausforderungen, die es einfach faktisch gibt, am besten umgehen könnt. Und ich glaube, es gibt kaum eine Erfahrung, wie das Mama werden und sein im Leben, wo sich so viel auf einmal verändert. Angefangen natürlich beim eigenen Körper, aber eben auch im Alltag, der sich mit Kind normal komplett umstellt. Und das merke ich ja selbst jetzt in meinem Alltag schon, dass es einfach auch veränderte Strukturen gibt, mit mehr Terminen und ja, das vielleicht auch die gewohnten Abläufe und Routinen beeinflusst. Also meine Morgenpilates-Routine zum Beispiel. Ich muss wirklich morgens als allererstes was essen, weil mein Blutdruck ist einfach so niedrig. War er schon immer. Gehst auch durch die Recovery nicht hochgegangen. Aber jetzt gerade, ja, sagt mein Körper einfach, gib mir was zu essen, bevor du irgendwas mit mir machst und sei es nur zu tief atmen. Das heißt, auch hier habe ich jetzt schon nicht mehr die Routinen, die ich vorher hatte, was jetzt nicht dramatisch ist. Aber ich wollte einfach sagen, es ändert sich was. Und wenn der kleine Winzling da ist, dann ändert sich noch viel, viel mehr. Und gerade wenn dann eben noch so ein kleiner Mensch da ist oder auch inzwischen schon ein größerer, das hört ja irgendwie nicht auf, wie sagte eine ehemalige Coachie von mir die Woche erst, kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen. Also egal, wie alt dein Kind vielleicht auch ist oder deine Kinder, sie bestimmen mit ihren Bedürfnissen einfach schon auch massiv deinen Alltag mit. Und wie gesagt, ein weiterer noch, der eigentliche Grund für diese Folge ist, dass eben mindestens die Hälfte meiner Coaches aktuell auch Mamas sind. Und ich natürlich wahnsinnig viele dieser Herausforderungen auch mitbekomme. Oder aber auch, sie möchten es vielleicht werden und die Essstörung steht ihnen aktuell noch im Weg dabei. Aber da hoffe ich, dass diese Folge einfach auch ein bisschen zeigen kann, okay, warum lohnt es sich vielleicht auch, dieses Thema jetzt anzugehen und nicht erst, wenn man dann vielleicht schwanger werden will. Oder, ja, ich kenne das ja so, oh ja, später mal und jetzt will ich ja noch nicht. Aber das fängt ja auch sehr frühzeitig an, dass man den Körper eben wirklich auch darauf vorbereitet. Aber es soll nicht um schwanger werden gehen, sondern um die Kinder, die schon da sind oder das Kind. Und wie gesagt, auch wenn ich selbst aktuell noch auf dem Weg bin, Mama zu werden, kenne ich viele der Herausforderungen. Wie gesagt, sowohl aus meinem damaligen Arbeitsalltag als Erzieherin, aber eben vor allem auch von den vielen Müttern, die aktuell im Coaching da sind und die ich begleiten darf und durfte. Und bei ihnen sehe ich tagtäglich, wie sie eben die Herausforderungen aus Familienleben und Recovery gleichzeitig auch managen und, naja, manchmal eher jonglieren. Und das Erste für sie nach einem anstrengenden Tag ist, nicht die Selbstversorge. Und auch das Erste, was dementsprechend hinunterfällt, sind sie selber. Und oft eben auch ihre Recovery, weil alles andere erstmal wichtiger oder dringender erscheint. Und vielleicht bist du auch eine von denen, die alles für ihre Kinder gibt, aber sich selbst dabei komplett vergisst. Die vielleicht heimlich restriktiv ist oder ganze Mahlzeiten ausfällen lässt, während sie für ihre Kinder liebenbevoll Abendbrot schmiert oder kocht und Kuchen backt und was weiß ich nicht alles. oder die sich morgens noch vor den Kindern aus dem Bett schleicht, um noch eine Sporteinheit in den vollen Tag zu bekommen. Und die den ganzen Tag funktioniert wie ein Uhrwerk, sich abends aber einfach nur noch fühlt wie vom Laster überfahren und dann womöglich auch noch ein schlechtes Gewissen hat, weil sie sich endlich einmal Zeit für sich wünscht. Und vielleicht bist du auch wirklich, ja, eben wie dieses benannte Uhrwerk, aber für dich und deine Recovery reicht die Energie am Abend einfach nicht mehr aus. Und wenn du dich darin wieder erkennst, dann will ich, dass du weißt, dass du damit nicht allein bist. Ich habe ja, wie gesagt, vor einiger Zeit auf Instagram noch mal speziell gefragt, was eure größten Herausforderungen sind, wenn es um eure Recovery als Mama geht. Und die Antworten, die kamen, die haben mir ziemlich gut gezeigt, dass wir heute nicht einfach nur über ein Nischenthema sprechen. Also auch in der Abstimmung hat sich gezeigt, also ich habe mal gefragt, wer ist denn Mama und wer noch nicht? Oder wer überhaupt nicht und wer will vielleicht auch nicht? Also das ist ja auch eine Option. Aber es war schon ungefähr die Hälfte. Und damit möchte ich über eine Realität sprechen, die, wie ich finde, und jetzt gerade auch an dieser Recovery-Bubble, viel zu selten angesprochen wird. Und eure Nachrichten und Herausforderungen gingen wirklich von, ich bin alleinerziehend und habe keinen Zeit, Fokus oder Kraft für die Recovery, über, ich fühle mich fremdbestimmt vom Baby oder nicht immer so handeln zu können, wie man gerne möchte oder auch die aufkommenden Gefühle nicht immer so zeigen zu können. Und vielleicht, wenn du das hörst, hast du eine dieser Herausforderungen oder auch noch eine der anderen, auf die ich heute auch noch eingehen werde, selbst geschrieben. Und vielleicht nickst du auch einfach nur gerade, weil du dich in den Herausforderungen selbst auch wiederfinden kannst, obwohl du sie nicht geschrieben hast. Und da die Herausforderungen, wie gesagt, so vielfältig sind, habe ich mich entschieden, das Thema Recovery als Mama als Ganzes nochmal intensiver aufzugreifen und eure Herausforderungen eben da auch mit einfließen zu lassen. Denn als Mama ist deine Situation wirklich komplex, aber keinesfalls unlösbar. Also ich hoffe, das kommt heute ein Stück weit vielleicht auch schon raus, spätestens dann nächste Woche, weil es wird definitiv auch einen Teil 2 geben, da ich etwas tief in die Materie, wie gesagt, eingetaucht bin. Also, falls es dir möglich ist, ich weiß, da fängt es ja meistens schon an, mach es dir gemütlich und lass uns gemeinsam reinschauen, was Recovery als Mama wirklich bedeutet. Und zwar ohne Beschönigung, aber auch, wie ich hoffe, mit ganz viel Hoffnung, denn, ja, als Mutter mit einer Essstörung leistest du Schwerstarbeit unter Mangelbedingungen. Du musst nicht nur deine eigene Recovery steuern, sondern eben gleichzeitig auch noch die Bedürfnisse abhängiger Babys oder Kinder, Kleinkinder, was auch immer erfüllen. Was eben oft genau die Ressourcen, also Zeit, Ruhe oder auch Struktur raubt, die für deine Heilung eigentlich so dringend nötig wären. Und ich sage ja sonst schon immer, Recovery passiert nicht im luftleeren Raum oder in der Bubble. Es sei denn, es ist, ja, wir werden viel gesagt für eine gewisse Zeit in der Klinik. Dann ist man schon mal so ein Stück weit in der Bubble. Aber alleine das sich zu erlauben, auch zu sagen, ich gehe in der Klinik, ich gehe auch nächste Woche nochmal ein bisschen tiefer drauf ein, ist schon eine Challenge. Und selbst wenn du die Möglichkeit hast, kommst du ja irgendwann wieder zurück in deinen Alltag. Und was eventuell dann in der Klinik funktioniert hat, weil du dort in der Bubble warst, ist zu Hause wie weggeblasen, wenn alle Verantwortlichkeiten, die nun mal meist von den Müttern gestemmt wird, wieder zurück sind. Das heißt, egal ob mit oder ohne Kinder, eine echte und nachhaltige Recovery über eine reine Gewichtszunahme hinaus, die passiert nicht einfach nur in so einer Klinik-Bubble. Wie gesagt, ich bin sehr für Kliniken, weil die können bei bestimmten Dingen einfach super helfen. Aber eine vollständige Recovery, das ist vielleicht nochmal eine eigene Podcast-Folge wert, ich überlege gerade, ob überhaupt jemanden mal kennengelernt hat, der in der Klinik vollständig recovered ist. Mir fällt gerade niemand ein. Deswegen sage ich immer, eine vollständige Recovery über eben diese reine Gewichtszunahme, weil wie gesagt, Gewichtszunahme alleine heißt ja noch überhaupt nicht, dass du gesund bist. Diese vollständige Recovery, die passiert mitten im Chaos des Lebens, mit Job, mit Beziehung und mit Kindern. Aber wenn du es hier dann schaffst, dann hast du auch wirklich eine nachhaltige, echte Transformation durchgemacht und nicht nur kurzfristig irgendeine Verhaltensänderung in der Bubble geschafft. Das ist schon mal super, wenn du die dort schaffst. Aber wie gesagt, oft ist es ja auch so, dass man dort dann Dinge macht, weil die haben das ja gesagt oder weil da droht dann eine Strafe. Und gerade wenn wir so in diese sehr gehorsame Richtung gehen, so okay, ich mache einfach alles, was man mir sagt, dann funktioniert das so lange, wie man drin ist. Aber eben nicht mehr, wenn man rauskommt und man wieder selber für sich verantwortlich ist. Und auch das kann ich dir aus der Erfahrung der letzten Jahre sagen. Es ist definitiv absolut möglich, auch im Mama Chaos zu recoveren. Wie gesagt, nicht aus meiner Erfahrung, aber was ich bei den Frauen, die ich begleiten durfte, immer wieder sehe, ist, dass dieser Weg, der dir, gerade wenn du dir die Zeit für dich nimmst und der dir vielleicht auch oft egoistisch erscheint, nicht nur für dich ist, sondern eine Befreiung für dich und auch für euch als gesamte Familie. Das heißt, was du da machst und die Zeit, die du dir dafür nimmst, die ist ein Geschenk an euch alle. Denn indem du an mir arbeitest, unterbrichst du letzten Endes wahrscheinlich sogar einen Kreislauf, der nicht selten über mehrere Generationen und somit vielleicht auch an deine Kinder weitergegeben worden wäre oder wird, wenn du dich eben nicht damit beschäftigst. und alleine, dass du jetzt hier bist und das hörst, zeigt ja, hm, doch, ich will hier das irgendwie ändern, ich will das hinkriegen. Und das ist verdammt mutig. So, so ein langes Vorwort wollte ich gar nicht machen. Also, lass uns direkt jetzt ins Thema starten und zwar damit ehrlich hinzuschauen, warum Recovery als Mama tatsächlich wirklich herausfordernd ist. Denn immerhin sind wir ja hier bei der Recovery Reality und dafür ist es wichtig, dass wir deine Alltagsrealität auch erstmal anerkennen und im zweiten Schritt dann wirklich auch schauen, was sind denn mögliche Lösungen. Wichtig! Ich kenne natürlich deine individuellen Familienverhältnisse nicht. Also, ob du alleinerziehend bist oder einen Partner, Partnerin hast oder ein gutes Unterstützungsnetz, denn auch das macht schon mal einen relevanten Unterschied. Und anders als in meinen Coachings, in denen es eine meiner Hauptaufgaben ist, mit dir gemeinsam herauszufinden, wie es für dich in deiner individuellen Lebenssituation gelingt, nachhaltig zu recovern, können wir hier natürlich nur das große Ganze anschauen. Daher habe ich, wie gesagt, versucht, eure Fragen oder aus all euren Fragen die größten und spezifischen Herausforderungen ein bisschen zu benennen und zu sammeln, in die wir jetzt auch gleich eintauchen. Denn, wie gesagt, Recovery als Mama ist oft auch ein perfekter Sturm aus körperlichen und psychologischen Triggern. Und nachdem wir das heute gemacht haben, schauen wir dann nächste Woche in Teil 2 an, welche konkreten Strategien es gibt, wie die Recovery eben dennoch gelingen kann. Aber du wirst sehen, ich schneide auch hier schon mal ein paar Dinge an. Also, was sind jetzt die größten Herausforderungen? Warum ist es denn eigentlich so schwer? Ein Punkt, den ihr sehr häufig benannt habt, war das Gefühl von Fremdbestimmung und Kontrollverlust durch die Kinder. Und da geht es ja schon los, weil die Essstörung ist nun mal ganz häufig ein Versuch, die Kontrolle zu behalten. Besonders in Situationen oder eben auch Momenten, wo alles außer Kontrolle zu geraten scheint. Also herzlich willkommen im Alltag. Wenn du ein Baby oder gar Kleinkind hast, dessen Bedürfnisse naturgemäß ja auch noch mal viel mehr Raum einnehmen als vielleicht an einem größeren Kind und das deinen gewohnten Tagesablauf komplett auf den Kopf stellt, also wann du schläfst, wann du isst, wann du überhaupt mal auf die Toilette oder unter die Dusche gehen kannst, dann fühlt es sich wirklich so an, als hättest du in keinem Bereich deines Lebens mehr irgendeine Wahl. Und ich sage es bewusst, fühlt es sich so an. Und das triggert aber natürlich maßgeblich dein Bedürfnis nach Kontrolle. Denn je mehr dein Kind dich braucht, desto weniger Raum scheint für dich und deine Bedürfnisse übrig zu bleiben. Ich weiß, es fühlt sich so an. Und ich sage aber bewusst, scheint. Und das erlebe ich tatsächlich auch nicht nur bei Müttern von Babys oder Kleinkindern, sondern auch, ich habe ja jetzt doch öfter mal auch, naja, in der Regel so eher so 17-jährige Klientinnen gehabt und da auch mit den Eltern gearbeitet und auch Mütter von Teenagern oder fast erwachsenen Kindern kennen das. Also besonders, wenn das Kind vielleicht mit einer eigenen Essstörung auch kämpft, dann ist der Versuch, dein Kind dabei bestmöglich zu unterstützen, fast automatisch auch einer, wo du dabei deine eigenen Bedürfnisse einfach komplett hinten anstellst oder dich gar nicht mehr traust, dir auszuleben. Und gleichzeitig wird dein essgestörter Anteil umso lauter und brüllt, hey, ja wenigstens beim Essen hast du noch die Kontrolle. Und das macht es eben so gefährlich. Weil ja, gefühlt ist das natürlich was, was wir immer entscheiden können. Esse ich jetzt was? Esse ich wie viel? Esse ich oder wie viel bewege ich mich vielleicht auch? Und das ist ja genau das, was es eben nicht sein soll. Denn wenn sich alles andere fremdbestimmt anfühlt, dann wird die Kontrolle übers Essen zum letzten Strohhalm, nachdem du selbstverständlich greifst und zum einzigen Ort, wo du gefühlt noch irgendwas bestimmst. Aber lass uns das bitte mal genauer anschauen. Denn genau genommen liegt darin auch eine Chance, wenn du sie richtig nutzt. Und ja, du kannst zwar bestimmen, was du isst und wie du dich bewegst. Also das wirst du immer bestimmen können. Aber die Frage ist, wer trifft denn diese Entscheidung gerade? Dein gesundes Ich oder dein Essstörungsanteil? Und wenn dein essgestörter Anteil entscheidet, dann ist das genau genommen keine echte Selbstbestimmung. Denn meist entscheidest du dann, um unangenehme Gefühle wie ein schlechtes Gewissen oder Angst oder Ohnmacht oder was auch immer zu vermeiden. Echte Selbstbestimmung wäre aber, ich entscheide jetzt, dass ich meinetwegen XY esse, weil mein Körper es braucht. Ich entscheide, dass der Keks okay ist. Ich entscheide, dass ich mich hinsetze, obwohl der Haushalt ruft. Und wenn du gerade in so einem Moment steckst, wo du denkst, ey, ich habe echt null Kontrolle über mein Leben, dann möchte ich dich einladen, die Perspektive mal umzudrehen und zu wechseln. Denn du erlebst es natürlich gerade so, als würde dein Kind deinen Tag bestimmen. Und das ist total nachvollziehbar. Aber wie wäre es, wenn du mal aus den Augen deines Kindes schaust? Da ist ein kleiner Mensch, der einfach komplett darauf angewiesen ist, dass du ihm sagst, wann gegessen wird, wann geschlafen wird, wann es rausgeht. Und es braucht dich. Es braucht deine Struktur, deine Orientierung und deine Stabilität. Das heißt, wenn wir es uns genau angucken, dann bist nicht du diejenige, die fremdgesteuert wird, sondern du bist die Kapitänin dieses Schiffes. Auch wenn es sich gerade anfühlt wie ein Sturm auf hoher See. Aber du kannst diese Dinge entscheiden, dein Kind nicht. Und was, wenn es gar nicht darum geht, wer wen bestimmt, sondern darum, dass da zwei Menschen sind, nämlich du und dein Kind, die beide Bedürfnisse haben. Dein Kind braucht Essen, braucht Nähe und Sicherheit. Aber du brauchst doch genau dasselbe. Was wäre, wenn ihr das nicht gegeneinander, sondern miteinander löst? Und wenn du dich hinsetzt und mit deinem Kind isst und nicht nur die Reste seiner, deiner Brotbüchse vielleicht, ja, sondern wirklich eine richtige Mahlzeit. Und wenn du dir erlaubst, deine Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen wie die deines Kindes, das ist dann keine Befremdbestimmung mehr und auch kein Egoismus. Das ist Fürsorge und zwar für euch beide. Denn wenn es dir gut geht, dann geht es auch deinem Kind gut. Ein anderes Phänomen, was ihr so ein bisschen benannt habt, war so dieser Resteesser-Effekt oder auch dieser Strukturverlust. Denn gerade kleine Kinder essen ja oft noch super chaotisch, lassen Reste übrig oder brauchen ständig Snacks. Und was ich bei vielen Mamas nicht nur im Coaching tatsächlich sehe, stehst du in der Küche und schmierst liebevoll Brote, schneidest Obst im mundgerechte Stücke, achtest darauf, was dein Kind genug isst und am Ende isst du selber aber im Stehen die abgenagten Brotkrusten und den halben Apfel, den dein Kind dann nicht wollte, der doch schön braun geworden ist. Oder du vergisst dein eigenes Essen einfach mal komplett, weil das Füttern, Auffischen und Hinterherräumen einfach keinen Raum dafür gelassen hat. Beziehungsweise dein innerer Antreiber sich so stark anfühlt, dass du dir erst erlaubst zur Ruhe zu kommen und zu essen, wenn alles erledigt ist. Was ganz ehrlich als Mama eigentlich nie der Fall ist. Denn oft steckt auch hier der Wunsch dahinter, dass Essen, wenn es denn dann mal welches gibt, zu zelebrieren und zu genießen. Also deine Mini-Meat-Time übers Essen sozusagen. Bei mir war das jedenfalls damals auch sehr ausgeprägt. Ich habe gedacht, hey, wenn ich schon esse, ja, dann muss ich es aber auch genießen können. Ich habe auch Ruhe dafür und wehe, jemand stört. Und hier möchte ich dir eine etwas, vielleicht etwas unbequem Frage stellen. Weil, wenn du dir die Zeit nimmst, deinem Kind eine vollwertige Mahlzeit zuzubereiten, warum dann nicht auch dir? Du entscheidest, weil wir entscheiden tatsächlich mehr als wir denken, ob du die Reste vom Kinderteller isst oder ob du dir parallel etwas Eigenes hinstellst. Ja, es ist chaotischer und ja, es wird Unterbrechungen geben. Das kenne ich tatsächlich, also mir ist dann aufgefallen, in der ersten Stelle in der Podcast-Folge, wie viele Dinge ich einfach auch aus meiner Arbeit als Erzieherin kenne, mit dem Unterschied, dass ich dann nach Hause gehen konnte irgendwann. Aber wenn ich zum Beispiel Frühstücksbetreuung hatte, dann war das nicht entspannt. So gar nicht. Also da kam der ganze Essenssaal, wurde einfach mal geflutet mit Kindern, die, kannst du mir die Brotbücher aufmachen, kannst du mir den Joghurt aufmachen, kannst du mir die Banane schälen, kannst du mir wo? Und das Essen, was ich dabei hatte, es ist einfach mal löffelweise, also ich war froh, wenn ich es irgendwie in diesen anderthalb Stunden geschafft habe, das klingt jetzt viel, aber mein eigenes Essen da reinzukriegen und ich hatte oft nicht mal das Gefühl, dass ich was gegessen habe, weil ich es gar nicht so richtig gespürt habe. Das war überhaupt nicht entspannt. Aber es war nötig und es war für mich auch nötig, in diesem Chaos mitzuessen, um meinen Körper überhaupt zu versorgen. Und auch dein Körper braucht genau das, was du deinem Kind selbstverständlich gibst, nämlich Regelmäßigkeit, Struktur und ausreichend Nahrung. Du würdest deinem Kind ja wahrscheinlich auch nicht einfach nur Reste hinstellen oder es damit füttern. Und genauso darfst du auch anfangen, dich selbst ernst zu nehmen und so zu behandeln. Dann gibt es ja auch noch so bestimmte, oh, ich kann bald nicht mehr sitzen, Halleluja, sorry, so bestimmte körperliche Trigger, zum Beispiel Schlafmangel oder auch vielleicht auch das Stillen oder beides zusammen. Meistens kommt ja beides zusammen und dann hast du, weil du noch stillst, Schlafmangel und naja. Und dann kommt, wie gesagt, auch noch diese krasse körperliche Seite dazu, die wir nicht unterschätzen dürfen. Das heißt, wenn du zum Beispiel, gerade wenn dein Kind noch klein ist oder Baby oder Kleinkind oder was auch immer, wenn du nachts alle zwei Stunden aufstehst, dann schüttet dein Körper auch massiv Cortisol aus. Und Cortisol macht genau zwei Dinge. Also ist ja das Stresshormon. Es kann Heißhunger oder Extremhunger verstärken oder es treibt dich in die Restriktionen als Kompensationsversuch, weil dein Essstörungsanteil dir einredet. Wenigstens hier konntest du gegensteuern, wenn du schon über deinen Schlaf nicht bestimmen kannst. Und wenn du dann noch stillst, dann verbraucht dein Körper einfach enorm viel zusätzliche Energie. Also ich habe das tatsächlich neulich dann doch mal für eine Coachie auch gegoogelt, sich gewundert hat, warum sie, also ihr Essensplan sah gut aus. Ich habe ja auch Recovery Record, was wir gemeinsam nutzen können, wenn du das möchtest, also ein 1 zu 1 Coaching. und es sah von der Essensmenge alles ziemlich gut aus. Was wir aber nicht einberechnet haben war, also beziehungsweise sie nicht einberechnet hatten, mir war schon klar, dass es viel macht und ich habe irgendwann gedacht, ich muss es jetzt mal recherchieren, was Stillen eigentlich noch zusätzlich ausmacht. Halleluja, verbraucht das viel Energie und die allermeisten Mütter unterschätzen, wie viel das wirklich ist. Und dann schreit dein Körper einfach nach Nahrung. Und wenn du ihm nicht genug gibst, dann wird dieser biologische Hungerantrieb immer lauter. Und das ist, auch wenn es sich vielleicht dann so anfühlt, kein Versagen und auch hier hast du eine Wahl. Kannst diesem Signal folgen und deinen Körper nähern oder du kannst der Essstörungsstimme folgen, die dir sagt, hey, brauchst du nicht. Reicht doch, schau, war doch genug. Die anderen essen auch nicht mehr. Aber schau dir die Beweise an, denn dein Körper sendet dir ja nicht grundlos Hunger. Also der macht gar nichts grundlos. Und Hunger wiederum sorgt dafür, dass du wieder schlechter schläfst, was den Teufelskreis dann nur noch mehr verstärkt. Deswegen, hier genug genährt zu sein, ist wirklich eine Grundvoraussetzung. Und generell, auch wenn du vielleicht noch relativ frisch, und wie gesagt, das braucht auch hier Monate und Jahre, bis sich der Körper überhaupt dafür oder davon erholt hat, also auch wenn deine Kinder inzwischen kleiner oder auch ein bisschen größer sind, hat dein Körper diese Erfahrung gemacht. Und wenn du dir auch noch einen Mangel gemacht hast, dann ist es umso krasser, weil Schwangerschaft und Stillzeit sind einfach körperliche Extremsituationen. Das heißt, wenn du ein Kind oder sogar mehrere in kurzer Zeit auf die Welt bringst, dann gleicht das einem Marathon. Und das sage ich jetzt nicht als Metapher, wie sonst so oft, sondern weil es wirklich aktuelle Quellen auch gibt, die eine Schwangerschaft tatsächlich mit der krassesten Form eines Marathons vergleichen. Mit dem Unterschied, dass ein Marathon nicht neun Monate dauert. Und allein für die Schwangerschaft hat dein Körper schon enorm viele Ressourcen verbraucht, um dein Baby optimal zu versorgen, weil dein Körper priorisiert immer das Baby. Und das durfte ich ja selber auch gerade am eigenen Leib erleben, obwohl ich, wie gesagt, ja seit sieben Jahren vollständig recovered bin und mich neben meiner bunten und energiereichen Ernährung bereits mit zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln versorgt habe. Aber trotzdem hat mein Körper Mängel aufgewiesen. Deswegen, ich konnte ja bereits in der zehnten Schwangerschaftswoche, als ich mal wieder einen meiner Omega-3-Tests gemacht habe, das mache ich einfach in regelmäßigen Abständen, um zu gucken, reicht es noch, brauche mein Körper was anderes, brauche vielleicht mehr oder so, weil normalerweise wiege ich mich ja auch nicht. Und man kann aber dann sehen, hat es einfach gereicht war dieser Test, der zuvor immer grün war, also seitdem ich mein Balanceöl nehme, doch bezahlte Werbung an der Stelle, weil, ja, wie gesagt, schwöre ich einfach drauf. Aber ich konnte, wie gesagt, in diesem Test sehen, wie viel Omega-3 das Baby alleine in den ersten, ja, zehn Wochen mehr oder weniger schon weggeschwürft hat. Und ich dachte, das gibt es doch gar nicht. Und auch meine gerade aufgestockten Eisen- und Magnesium-Vorräte sind trotz der Supplementierung gerade, also zumindest beim letzten Bluttest, am unteren Rand immer noch. Und das, wie gesagt, bei einer Frau, die seit Jahren recovered ist und sich bewusst gut und ausreichend ernährt und auch noch supplementiert. Und jetzt stell dir mal vor, was passiert, wenn du noch mitten in einer Essstörung steckst und das alles nicht hast. Und es geht jetzt nicht darum, dir ein schlechtes Gewissen zu machen oder sowas, also darum gar nicht, sondern eher um ein Bewusstsein zu schaffen, wie viel krass dein Körper einfach hier zusätzliche Energie und Nährstoffe braucht. Weil die Gefahr, dass dein Baby sämtliche Speicher deines Körpers verbraucht hat, ist enorm hoch. Und durch das anschließende Stillen verbraucht dein Körper einfach noch mal mehr unglaublich viel zusätzliche Energie und Nährstoffe, die bei einer restriktiven Ernährung schon für dich alleine nicht reichen. Und die Folge davon ist dann einfach Müdigkeit, Erschöpfung, vielleicht auch eine postpartale Depression und diese typische Schwangerschafts- Stilldemenz. Und wenn du dann in diesem Zustand auch noch versuchst, dein Gehirn neu zu programmieren und nichts anderes ist die Recovery, dann ist das natürlich umso herausfordernder. Aber wie gesagt, ich erzähle dir das nicht, um dir Angst zu machen, sondern wirklich, um dir zu zeigen, was es braucht, nämlich verdammt viel Nahrung und Nährstoffe. Und um dir zu helfen, Verständnis für deinen Körper zu entwickeln, wenn er dir Extremhunger oder eben auch so einen permanenten Food-Fokus schickt und du einfach ständig an Essen denkst. Das ist kein Zeichen, wie gesagt, dass mit dir was nicht stimmt. sagt, was er braucht. Und du darfst aber entscheiden, ob du auf ihn hörst und ihm hilfst. Was auch passieren kann und auch das erlebe ich gar nicht so selten und das macht es nochmal typischer, ist, dass der erhöhte Stress als Mama deinen Appetit oder dein Hungergefühl vielleicht auch deckelt. Denn Stress bedeutet auch, dein, im Nervensystem ist dein Sympathikus aktiv und der ist nicht für Ruhe und Entspannung und Verdauung zuständig, sondern für das Gegenteil, nämlich Flucht und Angriff. Und im Flucht- und Angriffsmodus ist Essen und Verdauen so ziemlich das Letzte, was dein Körper tun will. Das kann dann dazu führen, dass du weder Hunger noch Appetit spürst, obwohl dein Körper so dringend Nahrung braucht. Also nur weil du es nicht spürst, heißt es nicht, dass er es nicht braucht. Wenn du also merkst, dass du keinen Hunger spürst, obwohl du den ganzen Tag, ich weiß nicht, nichts, aber wenig gegessen hast oder einfach nicht ausreichend gegessen hast, dann ist das dein Körper, der wirklich auf einer Ebene in diesem Stressmodus schon abgeschalten hat. Und das ist Stress, der diese Signale eben dann auch übertönt. Und dann ist es aber an dir trotzdem regelmäßig und ausreichend zu essen, auch, und ich weiß, das ist schwer, auch wenn kein Hungergefühl da ist. Das wiederum hilft aber deinem Nervensystem, aus diesem Notmodus rauszukommen. Und ich sehe das bei den Mamas in meinem Coaching immer wieder. Also wenn sie alleine schon mal die Regelmäßigkeit und die Menge wieder reingekriegt haben, die werden deutlich gelassener und entspannter. Eine meiner Mamas hat neulich sogar geschildert, wie viel entspannter ihr Kind durch ihre eigene bessere Versorgung und Selbstversorgung geworden ist. Also krass, wie sich das auch wirklich direkt spiegelt. Und auch insgesamt spürt sie, wie gesagt, in dem Fall auch im Umgang mit ihrer Familie viel, viel mehr Gelassenheit und auch ihre empathische Seite kommt wieder deutlich mehr zum Vorschein. Das heißt, es ist wirklich ein Win-Win für euch alle zu Hause. Und ich muss sagen, das habe ich auch damals selbst an mir bemerkt, dass ich auf einmal eine viel geduldiger andere Erzieherin war. Und bereits während und insbesondere aber dann eben auch nach meiner Recovery. Also in der Recovery habe ich schon gemerkt, dass mich bestimmte Dinge auf einmal gar nicht mehr so aus der Bahn geworfen haben. Und als ich vollständig recovered dann wirklich dort war, ich stand wirklich teilweise wie Buddha im Bad, während um mich deshalb Chaos herum betogte. Also ich war wirklich, und ich habe mich selber erstaunt beobachtet und dachte, Romy, wer bist du? Und warum bist du so entspannt? Ich dachte immer, ich wäre ungeduldig. Nee, so ungeduldig. Also ja, bin ich immer noch ein bisschen wie jetzt, wenn ich auf meine Schwangerschaftssommerklamotten warte. Aber es war echt krass, was die Erstörung da gemacht hat. Ein weiterer Punkt, der auch oft herausfordernd ist, ist, dass wir als Mama eigentlich ständig in Bewegung sind. Und das ist oft ein ziemlich subtiler Trigger, der vielleicht gar nicht so aufhält und den ich auch sehr besonders oder der mir noch mal super krass bewusst geworden ist, als ich eine meiner Mamas im Coaching hier eben auch zum Soulgroup-Treffen zu Besuch hatte. Kleine liebe Gruß an dich. Das ist diese ständige Bewegung, die du einfach gerade auch mit kleinen oder kleinst Kindern hast. Also gerade Babys und Kleinkinder haben ja zum Beispiel oft Schwierigkeiten einzuschlafen. Und was hilft dann oft? Spazieren gehen oder den Kinderwagen schieben oder rumtragen oder rumbippen. Das heißt, du stehst eigentlich selten wirklich still oder sitzt. Und da wird es natürlich gerade für Mamas mit dem Bewegungsdrang auch richtig gefährlich. Denn unter dem Deckmäntel von das Baby muss schlafen kann sich die Essstörung natürlich wunderbar verstecken. Weil wer will denn einer Mama vorwerfen, dass sie ihr Baby jetzt einschläfert? Klang jetzt irgendwie anders. Naja, du weißt wie es meine. Und dann geht es einfach nochmal einen Spazigang hier und nochmal eine Runde um den Block da. Und das Kind schläft ja so schön dabei. Und das klingt super fürsorglich und ist es ja auf einer Ebene auch. Also ich will dir gar nicht unterstellen, dass das jetzt nur eine Essstörung ist. Aber versuch hier wirklich verdammt ehrlich mit dir zu sein. Wer profitiert hier gerade wirklich? Dein Kind? Das vielleicht auch im Bett oder im Kontakt mit dem Papa oder jemand anderen, der vielleicht mal gucken könnte, schlafen könnte, wenn die Person diese Aufgabe übernehmen dürfte? Oder dein Essstörungsanteil, der sich über jede zusätzliche Bewegung freut und sehr ungern abgibt? Und ich weiß, auch diese Option ist nicht immer und für jede Mama möglich. Aber ich habe tatsächlich auch schon häufiger erlebt, dass Mamas sich das Kind auch nicht abnehmen ließen, selbst wenn Kinderwagenrunden angeboten wurden. Also da geht es ja hauptsächlich darum, dass es schaukelt. Und dann dieses Ich geh schon. Und diese ständige kleine oder größere Alltagsbewegung, die summiert sich super schnell auf und verstärkt das eh schon vorhandene Energiedefizit und damit wieder den Foodfokus oder den Bewegungstrang umso mehr. Also das ist echt ein verdammter Teufelskreis. Aber auch hier hast du wieder eine Wahl. Ich glaube, das ist das meistgenannte Wort dieses Mal. Entscheidungen und Wahl. Deswegen möchte ich dich hier wirklich nochmal einladen, hinzuschauen und dich zu fragen, gehe ich gerade jetzt spazieren, weil mein Kind das braucht oder weil meine Essstörung das braucht? Gibt es wirklich niemanden und nichts, was diese Aufgabe für mich erledigen könnte? Und wenn es wirklich niemanden gibt, dann gibt dir in diesem Moment die Erlaubnis für einen zusätzlichen Snack, um diesen Energieverlust direkt wieder auszugleichen. Also auch solche Bewegungen, die wird für deinen Essgestörten Anteil deutlich unattraktiver, vor allem langfristig, wenn du dafür immer extra etwas isst, um eben diese zusätzliche Bewegung im Sinne deiner Recovery wieder auszugleichen. Was wir auch gar nicht so selten haben und ist ja eh auch ein Phänomen, was wir generell schon mit Essstörungen haben, ist ein verzerrtes Körperbild oder auch die Körperschemastörung, die oft dann noch gekoppelt wird mit diesem Druck des After-Baby-Bodies. Also das ist auch wirklich, es ist echt eine Unart. Also wirklich, wenn man in diese Mabber-Wappel reinkommt, dann wird man mit Dingen konfrontiert, wo ich jetzt schon diesen gesellschaftlichen Druck wirklich auch spüre, der sich wie so eine zusätzliche Schicht dann auch noch über alles drüber legt. Also gerade so dieser Bounce-Back oder weiß ich nicht, so schnell wie möglich nach der Geburt wieder aussehen wie vorher ist wirklich was, was durch Social Media und aber auch, ich meine, wenn wir uns hier, zum Glück passiert das nicht so häufig und ich bin auch nicht in dieser Bubble drin, aber ich erinnere mich noch an Halsi, Kate Middleton, glaube ich, die Royals, die einfach nur wenige Stunden nach der Geburt top gestylt, dann wieder öffentlich auftreten und winken und aussehen, als wäre da nie ein Baby drin gewesen und du dich doch fragst, hä, wie geht das bitte? Was natürlich den Druck auf uns normal sterbliche Frauen total erhöht und wie gesagt, ich werde jetzt schon mit Accounts überschwemmt, die für eine fitte Schwangerschaft und eine schnelle Postpartum-Recovery after Babybody und ich bin hinterher sogar noch fitter als vorher werben. Mann, anstrengend. Und je mehr Videos man davon sieht, desto selbstverständlicher scheint es einem natürlich dann auch, dass man als Mama so schnell wie möglich wieder so aussehen muss. Und wenn du dann noch mitten in der Essstörung steckst und eh schon mit deinem Körperbild kämpfst, dann sind diese Botschaften einfach absolut toxisch. Also sind sie eh schon, aber dann halt besonders. Denn dein Essgestörter Anteil nimmt diesen gesellschaftlichen Druck und macht ihn dann zur Waffe gegen dich. Dein Weicherer, dein veränderter Körper, der wird dann eher als Versagen gewertet, obwohl er doch so hart für dich und dein Kind gearbeitet hat. Das ist echt, als würde man einem Kriegsveteranen vorwerfen, dass er mit Narben nach Hause kommt. Echt jetzt? Dein Körper hat einen oder wie in vielen Fällen und ihr, also ihr seid auch oft mehrfach Mamas, mehrere ganze Menschen erschaffen. Halleluja! Er hat sie auf die Welt gebracht und dann auch noch ernährt, versorgt und kümmert sich drum, dass sie am Leben bleiben. Und der gesellschaftliche Druck, dann nach wenigen Wochen auszusehen, als wäre nie etwas passiert oder es würde auch nicht nebenbei noch was passieren, ist einfach absolut unrealistisch. Und das, was wir online sehen, ist ein Extrem, das mit der Realität der aller, allermeisten Mütter nichts zu tun hat. Denn, ich vermute mal, die wenigsten von uns sind Fitness-Influencer, deren Job es einfach auch ist, innerhalb kürzester Zeit wieder auszusehen wie vorher. Aber frag dich mal, bist du bereit, den Preis dafür zu zahlen? Wie viel mehr kannst du die Zeit mit deinem kleinen oder inzwischen vielleicht auch schon größeren Wunder genießen und dir bewusst machen, dass es nur dank deines Körpers auf dieser Welt ist? Klar kannst du direkt, naja, zumindest fast. Obwohl, also manchmal frage ich mich, wirklich wie schnell Leute wieder im Fitnessstudio sind, aber das geht offensichtlich. Du kannst natürlich super schnell wieder ins mit der Studie rennen. Aber das ist auch unglaublich wertvolle Zeit, die du mit deinem kleinen Wesen eben nicht wieder zurückbekommst. Und wie oft höre ich von Mamas in Recovery, dass ihre Kinder plötzlich auf einmal, und mir hätte es gedacht, auch wieder viel lieber mit ihnen kuscheln, weil sie weicher geworden sind. Kinder mögen das. Ich weiß, es ist noch mal schwierig zu greifen, aber vielleicht hilft dir der Gedanke. Und was ich auch oft sehe, sind wirklich Schuldgefühle und auch Versagensängste. Das heißt, neben diesem gesellschaftlichen Druck taucht bei vielen Mamas auch der Gedanke auf, der, ich glaube, für viele sehr schmerzhaft ist und häufig aber eben auch der Grund, warum sie sich trotz Angst auch für die Recovery entscheiden. Und zwar die Angst, ihrem Kind mit ihrer Essstörung zu schaden oder die Essstörung eben sogar an das Kind weiterzugeben. Weil die beobachten das ja. Und häufig endet das dann wieder in so einem krassen Performance-Druck. Also sich möglichst nicht anmerken lassen, so zu tun, als sei alles gut oder normal, damit das Kind oder die Familie auch wirklich nichts bemerken oder, ja, vielleicht gar Verhaltensweisen übernehmen. Also ich habe das oft so dieses, ja, aber vor meinen Kindern mache ich das ja nicht, aber ich versuche ja vor meinen Kindern. Trotzdem ist diese Angst leider nicht unbegründet, weil Kinder lernen nun mal durch Nachahmung und die sind so viel schlauer, als wir wirklich denken. Die gucken nicht nur auf das, was du sagst, die gucken auch darauf, wie du das sagst, ob du angespannt dabei bist. Also die sind echt gut in Körpersprache lesen. Aber anstatt dich jetzt dafür zu verurteilen, nutzt das wirklich als Motivation. Und viele Mamas in meinen Coachings sagen mir auch, mein Kind war der Grund, warum ich endlich für mich losgegangen bin. Mega. Und vielleicht bist du selbst auch in dem, ja, in diesen Restriktionskreislauf geraten, weil du früh Kommentare deiner Eltern oder deiner Verwandtschaft aufgeschnappst hast. Geschnappst? Das ist auch ganz schön aufgeschnappst hast. Die zum Beispiel sehr kritisch über ihren eigenen oder auch andere Körper gesprochen haben oder ein Elternteil dir vorgelebt hat, dass die Zahl auf der Waage wichtig ist und darüber entscheidet, ob es ein guter oder schlechter Tag wird. Das haben ja wir oft schon als Kinder mitgekriegt. Und vielleicht hat auch dein Kind ebenfalls bereit festgestellt, dass Mama im Sommer nie ein Eis isst. Was dazu geführt hat, dass du dir gute Gründe ausgedacht hast, warum das vielleicht gerade nicht geht. Also ich habe da auch schon abenteuerliche Dinge gehört. Aber innerlich bricht es dir wahrscheinlich das Herz, an dieser Erfahrung nicht auch teilnehmen zu können. Also ich glaube, wenn ich so einen Wunsch ganz häufig höre, dann ist es, oh, ich will endlich mal mit meinem Kind zusammen ein Eis essen gehen oder ein Kuchen essen gehen oder was auch immer. Also wirklich diese ganz alltäglichen Dinge einfach machen können. Und gleichzeitig hast du vielleicht auch Angst oder ein schlechtes Gewissen, dir Hilfe zu holen, weil du befürchtest, als schlechte Mutter oder als egoistisch abgestempelt zu werden, wenn du dir endlich Raum für dich und deine Recovery nimmst und dich um dich kümmerst. Aber, und das ist mir ganz wichtig zu sagen, an dir zu arbeiten ist kein Luxus. Im Gegenteil, es ist die Grundlage dafür, dass du für deine Kinder, für dein Kind oder deine Kinder die Mama sein kannst, die du auch sein willst. jetzt habe ich schon wieder Schluck auf. Es passiert mir mindestens einmal, wenn ich irgendwie in einem längeren Gespräch bin. Also, ich meine damit nicht, dass du stundenlang meditieren oder Bücher lesen musst. Manchmal reicht es, dir einfach wirklich abends erstmal eine ehrliche Frage zu stellen, nämlich, was hat mir heute gut getan? Wo habe ich heute vielleicht ein Stück weit gut auf mich geachtet? Was hat mir aber vielleicht auch geschadet? Auch das ist bereits Arbeit an dir und die zählt. Also, wenn du merkst, dass du Schuldgefühle hast, die vielleicht auch deine Motivation gewesen sind, in die Recovery überhaupt zu gehen, dann bitte, bitte verwende sie nicht gegen dich. Denn der Druck, ein Vorbild zu sein, der kann dich auch ausbremsen. Also, es geht dann so in diese Härte rein. Ich muss jetzt recovered sein, so schnell wie möglich, damit meine Kinder das ja nicht mitbekommen. Da landen wir dann aber wieder im Perfektionismus. Und der beschleunigt die Recovery nicht, sondern blockiert sie, weil das ist ja auch eins, ich sage mal, der Muster, wo sich dein elfgestörter Anteil ganz gerne dann auch mal dranhängt. Aber deine Kinder, die brauchen keine perfekte, recoverede Mama. die brauchen vor allem eine Mama, die ehrlich ihren Weg geht und gesund wird. Auch wenn er manchmal holprig ist. Die brauchen eine Mama, die ihnen vorlebt, dass man an sich arbeiten darf und dass man auch um Hilfe bitten darf und dass man fallen und auch wieder aufstehen darf. Das ist menschlich. Und genau das ist das Vorbild, was sie wirklich brauchen. Das heißt, du darfst dir die Zeit auch nehmen. Du darfst stolpern, du darfst Fehler machen, du darfst auch einen schlechten Tag haben, solange du weitermachst. Für dich, aber auch für sie. Und apropos Vorbild, das war auch so ein, ja, so ein Druck, den mir eine Mama geschrieben hat und ihr gesagt hat, sie schaut, dass das Essen möglichst gesund ist, damit sie ein gutes Vorbild ist und ihre Kinder eben nicht sehen, dass man nur Süßes isst. Lass uns das auch nochmal genauer anschauen. Denn hier vermischen sich genau genommen zwei Dinge. Also einerseits der völlig nachvollziehbare Wunsch, den Kindern ein gutes Essverhalten vorzuleben, aber eben auch die essgestörte Stimme, die genau diesen Wunsch dann nutzt, um eine Restriktion zu rechtfertigen. Also, ich esse kein Süßes, weil ich will ja ein gutes Vorbild sein. Klingt erstmal rational und vernünftig, aber wenn es eigentlich dein Essstörungsanteil ist, der Angst vor dem Süßen hat, dann benutzt er deine Mutterrolle als Deckmantel. Und was bedeutet denn eigentlich gesundes Essverhalten? Ein gesundes Essverhalten für deine Kinder bedeutet nicht, dass nur Gemüsesticks auf dem Tisch stehen und weiß ich nicht, alles immer selber frisch gekocht und clean und keine Ahnung was ist. Es bedeutet, dass alle Lebensmittel Platz haben. Auch Süßes, auch Kuchen und auch Pommes. Und ich weiß, ein Teil von dir denke ich jetzt gleich, äh, das ist aber nicht gesund. Wie gesund bist du, wenn du eine Essstörung hast? Ich sage, Kinder lernen ein gesundes Essverhalten nicht dadurch, dass bestimmte Lebensmittel vermieden werden, sondern dadurch, dass sie eine Mama haben und auch einen Papa. Also, wir wollen hier mal nicht nur die Mamas in die Verantwortung nehmen, sondern, dass sie einfach sehen, dass ihre Eltern, ihre wichtigsten Bezugpersonen entspannt und mit Genuss alles essen. Und ich weiß, gerade im Nachholbedarf und im Extremhanger sind Süße und von der Gesellschaft eher als ungesund betitelte Lebensmittel besonders attraktiv. Und es dürfen die auch sein. Denn in der Recovery geht es doch darum, alle Lebensmittel zu neutralisieren und ein entspanntes Verhältnis zu ihnen zu entwickeln. Und wenn du zu jeder Mahlzeit oder zwischendurch etwas Süßes brauchst, dann ist das vollkommen okay. Und wie oft erlebe ich echt überraschte Mamas, die plötzlich wieder alle Lebensmittel im Haus haben und sogar vor den Kindern essen, aber die Kinder haben gar nicht so ein großes Bedürfnis danach und hören von selbst auf, Kuchen und Pizza zu essen, wenn sie satt und zufrieden sind. Es sei denn, sie hatten vorher auch einen Mangel. Dann funktioniert es nicht ganz so gut, weil das ist tatsächlich auch was, was ich in der Kita beobachten konnte, dass die Kinder mit den komplett bunten Brotdosen, also Brotdosen, ich habe jetzt zu viel gesprochen, wo vom Apfel bis zum Kinderriegel wirklich alles drin war, dass die, wenn es Geburtstagskuchen gab, viel entspannter waren und auch die Hälfte oder den letzten Bissen, also die haben eigentlich fast immer irgendwas liegen lassen. Weil die hatten keinen Mangel und auch nicht das Gefühl von, das gibt es jetzt einmal und dann nie wieder. Wohingegen die Kinder, die mit den rein, bitte in Anführungszeichen hören, gesunden, zuckerfreien Snacks und Brotdosen ankamen, dann bei Kuchen und auf Festen, wie jetzt zum Beispiel auch Fasching, wo es viel Süßes gab, kein Ende fanden, die konnten einfach nicht mehr aufhören. Die sind fast geplatzt, denen war teilweise schlecht. Ein Kind hat sich, glaube ich, einmal sogar übergeben, weil es nicht aufhören konnte. Und ich dachte, wow, das ist noch so klein. Du siehst also, auch für Kinder funktionieren Verbote nicht. Also ich überlege gerade, auch ich habe ja viele Dinge, die ich eigentlich haben wollte, die habe ich ja nie bekommen und dann habe ich angefangen, die zu horten und dann alle auf einmal zu essen. Hätte ich die einfach immer und stetig zur Verfügung gehabt, wäre mein Verlangen danach gar nicht so groß gewesen. Also es war für mich auch damals der Türöffner in dieses, ja, letzten Endes erstmal auch emotionale Essen rein. Das heißt, was sie brauchen, ist Varianz und Entspannung beim Essen. Das sind wirklich die besten Schutzfaktoren für ein ausgewirkenes und damit aber auch gesundes Essverhalten von Kindern. Also wenn du merkst, dass du unter dem Deckmantel gesund für die Kinder zu kochen und zu essen eigentlich deine eigene Restriktion aufrechterhältst, dann ist das ein wichtiger Moment, um wirklich ehrlich mit dir zu sein. Nicht um dich zu verurteilen, wie gesagt, sondern um zu erkennen, da spricht gerade nicht die fürsorgliche Mama, sondern dein Erststörungsanteil. Was ihr auch noch mit mir geteilt habt, war die Herausforderung, so handeln zu können, wie er eigentlich möchtet. Also dieses, ich kann einfach gar nicht das machen, was ich gerade mag. Das bedeutet aber auch, wenn wir das mal umdrehen, du weißt höchstwahrscheinlich schon sehr genau, was du tun müsstest oder könntest. Du weißt zum Beispiel, dass du jetzt was essen solltest oder du weißt, dass der Spaziergang gerade nicht unbedingt aus Freude stattfindet, sondern aus Zwang. Oder, dass du einen Moment für dich bräuchtest, aber das Kind schreit, die Wäsche türmt sich, der Mittagsschlaf ist überfällig und dann scheint da weder Raum noch die Energie da zu sein, um Recovery oder Selbstversorgerentscheidungen zu treffen. Und das ist tatsächlich einer der frustrierendsten Aspekte. Also das Wissen ist da, aber die Umsetzung wird durch die Lebensrealität ständig ausgebremst. Und das wiederum nagt dann am Selbstvertrauen, denn jedes Mal, wenn du nicht so handelst, wie dein gesundes, ich es eigentlich wollte, dann fühlt sich das an, wie ein weiterer Beweis, dass du es einfach nicht schaffst. Aber das stimmt nicht. Ja, es ist eine verdammt anspruchsvolle Situation. Und es gibt auch, auch hier, keine perfekte Lösung dafür. Beziehungsweise liegt eigentlich ein Teil der Lösung genau darin, es eben nicht auf die perfekte Art zu machen, nicht auf die perfekten Bedingungen zu warten, in denen du endlich richtig handeln kannst. Die Lösung ist also, deine Erwartung an dich anzupassen. Nicht jede Mahlzeit oder jeder Snack wird perfekt sein. Nicht jede Entscheidung wird eine Recovery-Entscheidung sein. Aber ein oder mehrere kleine bewusste Entscheidungen am Tag, eine Mahlzeit, die du dir gönnst. Ein Moment, in dem du dich hinsetzt, anstatt weiterzurennen, zählt. Und das ist vielleicht auch mehr, als du dir gerade zugestehst. Weil ganz oft haben wir ja auch dieses Schwarz-Weiß-Denken, so ich mache es entweder ganz oder gar nicht richtig oder nicht so oder nicht so. Mit Schwarz-Weiß-Denken haben wir keine Chance zu recovern. Also erlaube dir hier auch den Regenbogen zwischen diesen beiden Extremen zu sehen und aber auch zu nutzen und auch in den kleinen unperfekten Situationen bewusste Entscheidungen zu treffen, die gerade nicht perfekt sind, aber eben ein Stück weit für dich und dich damit auch wieder ein kleines Stück weiterbringen. Ein anderer Punkt, den ich tatsächlich auch selber schon damals alleine als Erzieherin gefühlt habe, war der Punkt, die aufgekommenden Gefühle nicht immer zeigen zu können oder gar unterdrücken zu müssen. Und das stimmt, in der Recovery kommen verdammt viele Gefühle hoch. Manchmal wie eine Welle, die dich fast umhaut. Sei das Wut, Trauer, Überforderung, Verzweiflung, all das gehört dazu. Aber ich weiß auch, wenn du ein Kleinkind auf dem Arm hast, was deine emotionale Stabilität braucht, dann kannst du nicht einfach zusammenbrechen. Und dann funktionierst du weiter und du lächelst und tröstest dein Kind während in dir ein Sturmturm. Und was macht dann deine Essstörung mit diesen unterdrückten Gefühlen? Ja, sie bietet sich als Ventil an. Das heißt, dann sind Restriktionen, Kompensation, exzessiver Sport, alle Strategien, um die Gefühle irgendwie wieder unter Kontrolle zu bringen. Problem dabei ist aber, wenn du als Mama nie den Raum hast, deine Gefühle zu fühlen und zu verarbeiten, dann bleibt die Essstörung die einzig verfügbare Bewältigungsstrategie. Und genau deshalb ist es so wichtig, dir diesen Raum aktiv zu schaffen, auch wenn er klein ist. Nicht irgendwann, wenn die Kinder größer sind, denn tatsächlich ist es auch für dein Kind enorm wichtig, alle Gefühle und den Umgang damit zu lernen. Und deshalb ist genau jetzt dafür, das für dich auch zu lernen. Und zwar nicht nur für dich alleine, sondern für dich und dein Kind, weil du kannst du auf den Weg gleich mitnehmen. Teamworks, ihr Punkt eins. Und in Teil zwei nächste Woche teile ich dann auch nochmal Strategien oder gehe da einfach nochmal ein bisschen tiefer drauf ein, wie du eben mit dieser Herausforderung auch umgehen kannst. Und eine Nachricht, die mich auch noch erreicht hat, die hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Und zwar, ich bin alleinerziehend, habe keine Zeit, keinen Fokus und Kraft für die Recovery, Triggerstress, unflexibel Alltag. Und wenn ich sage, dass Recovery als Mama Schwerstarbeit unter Mangelbedingungen ist, dann ist Recovery als alleinerziehende Mama noch mal ein ganz anderes Level. Denn, wo andere vielleicht ihren Partner um Unterstützung bitten und die Verantwortung auf eine weitere Schulter verteilen können, dann ist da kein Partner oder keine Partnerin. Dann bist du diejenige, die morgens aufsteht, die Kinder fertig macht, arbeiten geht oder sie betreut, einkauft, kocht, putzt, tröstet, ins Bett bringt und dann abends völliger Chef auf dem Sofa sitzt und sich fragt, wo sollen da jetzt bitte noch Recovery reinpassen. Und selbst wenn du als alleinerziehende Mama mal eine halbe Stunde für dich hast, ist dein Kopf wahrscheinlich nicht frei, sondern in Gedanken bereits wieder bei Wäsche, Kinderarzttermin, der Frage, ob du noch genug Gwindeln hast und Co. Aber Recovery braucht nicht nur Zeit, sondern auch mentalen Raum. Und der ist als alleinerziehende einfach deutlich seltener da. Es sei denn, du hast vielleicht ein Modell, wo das Kind vielleicht am Wochenende auch beim Papa ist oder wo man sich abwechselt. Also hier gibt es ja Modelle, wo man gucken kann, wie kann ich das vielleicht für mich dann gestalten, aber da kommen wir jetzt in den individuellen Teil. Auf jeden Fall gilt auch hier, fünf Minuten oder drei bis fünf, echter Fokus auf dich, auf dein Essen, auf einen bewussten Atemzug sind mehr wert als eine Stunde, in der du innerlich weiter durch deine Mama To-Dos rast. Also sagst du, ich nehme jetzt die Auszeit, aber eigentlich bin ich gar nicht da. Und was auch viele von euch beschrieben haben, ist wirklich diese Starrheit auch im Alltag und das durchgetaktet sein. Also Kita-Zeiten, Essenszeiten, Schlafenzeiten. Es ist ja auf einer Ebene durch diese krasse Routine nicht spontan. Und das ist deshalb so tückisch, weil genau diese Starrheit auch die Starrheit deiner Essstörung spiegelt, weil die ist ja auch super durchgetaktet. Das heißt, alles muss nach Plan laufen, sonst fühlt es sich an, das würde alles zusammenbrechen. Und was Recovery aber macht, ist, sie lädt dich ein, flexibler zu werden. Und das in einem Alltag, der dir gefühlt, äh, oder gefühlt null Flexibilität erlaubt. Und das ist ein echtes Dilemma. Aber auch hier darfst du klein anfangen. Eine einzige Sache heute anders machen als geplant. Und merken, und das ist wichtig, deswegen geht es auch da nur durchs Handeln, dass die Welt nicht untergeht. Und ich muss leider sagen, auch wenn ich weiß, wie schwer es umzusetzen ist, aber Recovery muss, und wie gesagt, ich sage selten muss, aber wenn ich muss sage, meine ich muss, Recovery muss, wenn du ein freies Leben führen möchtest, genau da reinpassen, in diesen vollen, erschöpfenden und durchgetakteten Alltag. Und zwar nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als das Fundament, das alles überhaupt erst trägt. Denn, ganz ehrlich, wenn du zusammenbrichst, wer versorgt dann die Kinder? Und ich weiß, das hört sich hart an. Und ich weiß auch, dass die Realität nicht so einfach ist, wie ein Podcast-Tippe. Deswegen mag ich auch eigentlich keine Tipps. Aber genau deshalb ist es für alleinerziehende Mütter auch so entscheidend, sich Unterstützung zu holen. Egal, ob jetzt professionell durch Therapeuten, Coaches oder Beratungsstellen oder durch Familie, Freunde oder auch andere Eltern aus Kita-Schule oder was auch immer. Das ist keine Schwäche. Und ich weiß, um Hilfe fragen ist auch oft schon eine Riesen-Challenge. Aber das ist Verantwortung übernehmen. Für dich und für deine Kinder. Und damit möchte ich zum letzten Punkt, also zumindest von den Herausforderungen kommen. Und ich weiß, ich habe lange wahrscheinlich nicht alle erschöpfend aufgegriffen. Aber gerade dieser Punkt ist letzten Endes einer, der nicht nur Mamas betrifft, sondern, also was ich hier meine, ist wirklich diese mangelnde Selbstversorge, die einfach auch in unserer Gesellschaft als Normalzustand gilt. Also, in unserer Kultur wird mütterliche Selbstaufabfahrung ja oft glorifiziert, weil eine gute Mutter stellt nun mal ihre eigenen Bedürfnisse hin und an. Eine gute Mutter, bitte hört das jetzt in Anführungszeichen, ist erst, wenn alle Kinder satt sind. Eine gute Mutter, den Trend fand ich ja richtig krass. Ich weiß nicht, ob der gerade noch so aktiv ist, aber es gibt ja gerade diesen Threat-Wife-Trend. Also, da, wo die Frau zu Hause ist und dann alles von der Pike auf selber macht und backt und kocht und dödödä. Also, die stellt wirklich morgens dann erst mal die Butter selber her und den Teig von der Pike auf, bevor sie ihren Kindern, die dann spontan natürlich Bock auf Zimtschnecken haben, diese Zimtschnecken backt. Es wird erst mal alles, wie gesagt, von der Butter an selber hergestellt. Und das ist dann ein Vorbild. Also, wirklich verrückt, was es heutzutage gibt. Weil es gibt wirklich Dinge, die kann man auch einfach sich leicht machen. aber, also hier, es wird ein Bild vermittelt, wie eine gute Mutter zu sein hat. Dieses Kind wollte eine Zimtschnecke. Eine gute Mutter ruht sich auch nicht aus, solange es noch was zu tun gibt. Zumindest in den Augen der Gesellschaft. Und genau das ist aber der Punkt. Es gibt immer was zu tun. Aber eine Mutter ist keine Maschine. Es ist eine Mutter und ein Mensch. Und wenn du dich in diesem Gedanken oder auch Erwartungen wiedererkennst, dann möchte ich dir was sagen. Das ist dann auch kein Mutterinstinkt und das ist auch keine Mutterliebe in dem Sinn. Das ist wirklich ein Muster. Und das ist genau dasselbe Muster, was auch die Essstörung nutzt. Also sich selbst an, die letzte Stelle zu setzen. Die eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen. Wahrscheinlich kennst du das auch nicht erst seitdem du Mama bist, sondern vorher schon. Funktionieren, bis nichts mehr geht. Denn egal ob Mutter oder nicht, dieses Muster sehe ich tatsächlich bei, ja doch, eigentlich bei fast allen Frauen. Auch unabhängig von der Vorart der Essstörung. Bei allen Frauen im Coaching. Dann kümmerst du dich erst mal um alle und alles andere. Und dann, falls noch Zeit ist, was bei 24 Stunden am Tag meistens nicht der Fall ist, vielleicht noch um dich selbst. Und das Erste, was auf der Prioritätenliste hinten runterfällt, sind deine eigenen Bedürfnisse, die du dir wahrscheinlich nicht mal mehr erlaubst, wahrzunehmen. Und irgendwann kommen die Bedürfnisse auch gar nicht mehr, weil dein Körper denkt sich, macht ja eh keinen Sinn, irgendwelche zu senden, weil dann müsste ich sie vielleicht erfüllen, höre macht sie eh nicht, warum soll ich ihr welche senden? Und Kinder sind der perfekte Grund, dieses Muster auch weiterhin zu leben. Also für den es gestörten Anteil. Das meine ich jetzt nicht ernst. Und dieses Muster hört auch nicht auf, wenn die Kinder irgendwann aus dem Haus sind. Es sei denn, wenn du entscheidest dich dafür, dass du selbst nicht mehr an letzter Stelle deiner Prioritätenliste stehst. Ja, deine Kinder brauchen dich, aber sie brauchen dich vor allem genährt. Sie brauchen dich gesund, ausgeruht und stabil. Ich weiß ja nur ausgeruht, das klappt nicht immer. Wir brauchen dich nicht aufgeopfert oder am Limit. Und wenn du dich hinsetzt und in Ruhe ist, während dein Kind fünf Minuten iPad-Fernsehen oder was auch immer guckt, dann bist du keine schlechte Mutter. Dann bist du eine Mutter, die versteht, dass sie nur geben kann, was sie selber hat. Weil wenn dein Tank leer ist, dann kann auch die liebevollste Mutter nichts mehr geben. Und es ist keine Frage, ob du dir diese Zeit nehmen darfst. Es ist eher die Frage, ob du bereit bist, dir die Erlaubnis dafür zu geben. Weil von außen wird sie nicht kommen. Und selbst wenn sie von außen kommt, hilft es gar nicht, solange du sie dir nicht gibst. Und damit kannst du letzten Endes auch deinem Kind eine andere Mutterrolle vorleben. Einen, der selbstverständlich ist, dass es Mama gut geht. Warum denn bitte nicht? So, ich habe es geahnt, es wird lang. Halleluja, ich quatsche schon 57 Minuten. Ja, das war heute wirklich viel. Und wenn du jetzt gerade da sitzt und denkst, verdammt, ja, ich habe mich dann so ganz vielen Punkten wiedererkennt, dann möchte ich erstmal, dass du weißt, das ist okay. Es ist okay, dass du dich so fühlst. Es ist okay, dass es schwer ist. Und es ist okay, dass du gerade nicht weißt, wie du das alles unter einen Hut bekommen sollst. Ich habe heute auch bewusst noch nicht mit allzu vielen Lösungen um dich geworfen, aber ich finde es einfach auch erstmal wichtig, dass du in den Herausforderungen, die da sind, gesehen wirst, bevor dir irgendjemand sagt, was du tun könntest und dann noch jemand, die keine Mutter ist. Und wahrscheinlich bekommst du eh bereits genug Ratschläge von Menschen, die keine Ahnung haben, wie sich dein Alltag wirklich anfühlt. Die sagen, ne, ist doch einfach mehr oder, ja, du musst dich halt mal um dich kümmern. Was wäre das so einfach mit Kinderschlafmangel und einer Essstörung im Lacken? Und auch ich weiß nicht, wie es sich wirklich gerade für dich anfühlt. Noch nicht. Ne, werde ich auch nicht, weil ich habe nicht vor, Näherstörungsrutsch zu gehen. Also nein, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass ein Familienalltag ohne Recovery verdammt anstrengend ist und bleibt, auch wenn die Kinder irgendwann aus dem Haus sind, weil die Muster enden nicht. Und deshalb war mir heute, wie gesagt, wichtig, erst einmal wirklich ehrlich hinzuschauen, damit du weißt, ne, du bildest dir das nicht ein. Ja, die Situation ist verdammt herausfordernd. Vorherausfordernd. Boah, Hilfe, ich sollte Schluss machen. Und du bist keine schlechte Mutter, weil du damit kämpfst. Aber, und das ist mein Versprechen jetzt an dich, ich lasse dich hier nicht stehen, heißt, in der nächsten Folge sprechen wir dann wirklich auch darüber, wie Recovery als Mama trotzdem gelingen kann. Das heißt, welche konkreten Strategien funktionieren vielleicht auch, wenn dein Alltag chaotisch und durchgetaktet und erschöpfend ist. So, der Podcast war auch der Meinung, dass ich aufhören sollte, hat mich einfach mal mittendrin abgeschnitten, aber ich verändere jetzt noch meinen letzten Satz. Also, was ich sagen wollte, dass ich dich natürlich nicht da stehen lasse, weil wir einfach wirklich dann reinschauen, was du machen kannst, wenn dein Alltag durchgetaktet ist und was du, wie gesagt, auch in fünf Minuten tun kannst, was einen echten Unterschied macht oder warum du auch keine perfekten Bedingungen brauchst, die, wie gesagt, ja eh nie kommen, um den ersten Schritt zu gehen. Also, für jetzt, und das mache ich auch, atme erstmal tief durch, lass die vielen Gedanken erstmal sacken und erlaube dir für ein paar Minuten etwas, was deine Seele und vielleicht auch dein Magen nährt. Sei das jetzt eine kurze Atempause, ein Snack, äh, Snack, ein Snack, den du vielleicht auch schon lange vor dir her schiebst oder zehn Minuten, in denen dein Kind einfach fernsehen darf, damit du ein bisschen Raum für dich bekommst. Und dann freue ich mich, wenn du nächste Woche auch wieder dabei bist und wir uns wieder hören, wenn wir vom Verstehen dann auch ins Handeln kommen. Und, wenn du diese Folge gehört hast und dich daran wiederfändest, dann lass mir super gerne auch eine Fünf-Sterne-Bewertung da, dass ich noch mehr Frauen erreichen kann und teile sie auch gerne mit einer Mama, die diese Folge vielleicht auch gerade brauchen könnte. In diesem Sinne, ich freue mich auf dich, bis nächste Woche und lass es dir erstmal gut gehen. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfongriger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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