#45 Recovery als Mama – Besser der Haushalt bleibt liegen als du (Teil 2)
10 Recovery-Strategien für Mamas, die im echten, chaotischen Alltag funktionieren
25.02.2026 61 min
Zusammenfassung & Show Notes
Recovery als Mama braucht keine perfekten Bedingungen – sie braucht Mikroentscheidungen zwischen Wickeltisch und Abendbrot. In Teil 2 dieser Doppelfolge teile ich 10 konkrete Strategien, die in deinen echten Mama-Alltag passen: von der 3-Stunden-Regel über die Kontrollillusion bis hin zu der Frage, die alles verändern kann.
Du stehst in der Küche, dein Kind schreit, der Tee ist kalt, der Haushalt ruft – und dein ES-Anteil nutzt genau dieses Chaos, um dir einzureden, dass jetzt wirklich nicht der richtige Moment ist, um zu essen. Kommt dir das bekannt vor? Dann ist diese Folge für dich.
Denn Recovery als Mama wartet nicht, bis die Kinder im Bett sind und die Küche aufgeräumt ist. Sie passiert genau jetzt – im Chaos, mit Milchflecken auf dem Shirt und drei Stunden Schlaf.
In Teil 1 haben wir besprochen, warum das so herausfordernd ist.
Heute wird es konkret: Ich teile 10 Strategien für deine Recovery mit dir, die wirklich in deinen Mama-Alltag passen. Denn was ich in meiner Arbeit mit Mamas immer wieder sehe: Es sind nicht die großen Gesten – es sind die vielen kleinen Mikroentscheidungen zwischen Wickeltisch und Abendbrot, die Recovery möglich machen.
Unter anderem spreche ich darüber:
- Warum dein Kind eine genährte Mama mehr braucht als ein täglich frisch gekochtes Bio-Menü – und wie du deine Versorgung im Chaos sicherstellst
- Wie du dir als Mama 5-Minuten-Ventile für deine Gefühle schaffst
- Warum Mama-Sein das intensivste Recovery-Training ist, das es gibt – und wie du die Kontrollillusion deiner Essstörung durchschaust
- Wie du trotz deiner Recovery und Keksen ein gesundes Vorbild für dein Kind wirst
- Eine Frage, die du dir ab heute bei jeder Entscheidung im Mama-Alltag stellen kannst und die alles verändert
Diese Folge ist für dich, wenn …
- du als Mama denkst, du hast zwischen Kindern, Haushalt und Alltag weder Zeit noch Energie für Recovery – und gleichzeitig spürst, dass es so nicht weitergehen kann
- du deinen Kindern ein entspanntes Verhältnis zu Essen und ihrem Körper vorleben möchtest, aber selbst noch kämpfst
- du konkrete, alltagstaugliche Strategien suchst, die auch mit schreiendem Kind auf dem Arm, drei Stunden Schlaf und null perfekten Bedingungen funktionieren
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Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Herzlich willkommen zurück bei Romy's Recovery Reality.
Und wenn du gerade zum ersten Mal hier bist, dann hör unbedingt zuerst noch in die letzte Folge rein,
denn das, worüber wir heute sprechen, baut direkt darauf auf.
Denn in der letzten Folge haben wir uns angeschaut, warum Recovery als Mama so verdammt herausfordernd ist.
Aber tatsächlich betreffen viele der Themen nicht nur Mamas, sondern generell Frauen,
denen es schwerfällt, sich abzugrenzen oder aber auch für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen.
Auch als Nicht-Mama kannst du dir also aus der letzten und aber vor allem auch aus dieser Folge viel für deinen Recovery-Weg mitnehmen.
Letzte Woche haben wir unter anderem über den Rest der Esser, Gott, Zungenbrecher, Effekt gesprochen,
über Schwangerschaft, Schlafmangel und Stillen als körperliche Extremsituation,
aber auch über das Gefühl der Fremdbestimmung, über unterdrückte Gefühle,
beziehungsweise das Problem dabei, wenn man die, ja, vielleicht vor Kindern nicht so zeigen kann,
wie man vielleicht manchmal möchte, und über den Druck, ein gesundes Vorbild zu sein
und darüber, warum Selbstversorger als Mama so oft auf der Strecke bleibt.
Aber wie gesagt, und das sehe ich auch immer wieder in meinen Coachings,
das sind tatsächlich nicht nur Themen, die Mamas betreffen,
aber da treten sie, ja, teilweise doch sehr gehäuft auf.
Und wie versprochen, lasse ich dich jetzt natürlich nicht einfach nur da stehen.
Denn wie herausfordernd dein Alltag als Mama in Recovery ist,
weißt du eigentlich ja auch selbst am besten.
Und daher tauchen wir gleich nochmal konkreter in verschiedene hilfreiche Strategien
für deine Recovery ein.
Denn heute geht es um das, was echte und nachhaltige Recovery ausmacht,
nämlich das Tun, also das Handeln.
Und bevor du jetzt denkst, ach Rumi, ey, ich habe weder Zeit noch Energie,
mich neben meinen Kindern und dem Mamaalltag noch mit Recovery zu beschäftigen,
ja, genau darum geht es.
Nicht um noch eine To-Do-Liste, noch nicht um beferfekte Bedingungen,
die es als Mama, und das ist ja auch generell im Leben so,
aber als Mama wahrscheinlich nochmal krasser, eh nie geben wird,
sondern wirklich um Strategien, die in deinem echten, chaotischen,
durchgetakteten und eben wirklich auch erschöpfenden Alltag reinpassen.
Weil ich sehe eines in meiner Arbeit mit Mamas immer wieder.
Es sind nicht die großen Gesten, die Recovery möglich machen.
Im Gegenteil, es sind viele, viele kleine Mikroentscheidungen im Alltag.
Das kann sein, ein bewusster Bissen mehr, wenn dein es gestört ist, ich schreit,
hey, das reicht.
Oder fünf Minuten, die du für dich nimmst, statt für den Haushalt,
auch wenn der dann halt mal liegen bleibt, aber besser der Haushalt als du.
Oder auch diese eine Frage, die du dir vielleicht abends noch stellst,
bevor du einschläfst, weil auch die Gedanken, mit denen man einschläft,
die machen natürlich durchaus einen Unterschied, habe ich getestet.
Also schnapp dir gerne einen Tee, völlig egal jetzt, ob warm oder kalt.
Wir wissen ja, wie das läuft beim Kochen Tee und zwischendrin sind 50 Sachen wieder umgefallen.
Völlig egal. Also lass uns einfach loslegen.
Und zwar mit Strategien und Ideen für deine Recovery und wie es trotzdem gelingen kann.
Also, wie ist es denn jetzt, trotz der genannten Herausforderungen möglich,
deine Recovery voranzubringen?
Denn ich habe es gerade schon angedeutet,
dass, und das ist halt wirklich der Teil, auf den es wirklich ankommt,
weil wir können uns nicht aus der Essstörung rausdenken.
Wenn das funktionieren würde, dann würde das Ganze wissen,
was du mit höchster Wahrscheinlichkeit inzwischen schon in Massen angesammelt hast, reichen.
Es geht wirklich darum, was du tun kannst, denn ohne Handeln passiert keine Veränderung.
Das heißt, wie kann Recovery als Mama gelingen, auch wenn die Bedingungen eben nicht perfekt sind?
Und da ein stationärer Aufenthalt, also insbesondere natürlich auch mit Kleinkindern,
oft organisatorisch nicht möglich ist und wahrscheinlich auch das Letzte, was du gerade möchtest,
auch wenn es manchmal tatsächlich medizinisch notwendig ist und dann auch sehr hilfreich sein kann.
Also wie gesagt, auch hier, ich bin zwar manchmal sehr kritisch damit,
weil ich der Meinung bin, dass ein reiner klinischer Aufenthalt keine vollständige Recovery ermöglicht,
aber es kann eben zwingend notwendig und auch für bestimmte Dinge sehr hilfreich sein.
Also wenn das notwendig ist, dann beißt die Maus keinen Faden ab, Kind hin oder her.
Dann gibt es da Möglichkeiten, und dazu sage ich später auch nochmal was,
weil ja, auch das lässt sich grundsätzlich, also gibt es Möglichkeiten, wie man das vereinbaren kann.
Aber heute und in diesem Podcast soll es natürlich vor allem mit dem Fokus
um ambulante und eher hochpragmatische Strategien gehen.
Also Dinge, die im echten und chaotischen Mama-Alltag funktionieren.
Okay, lass uns direkt rein starten.
Also, der erste Punkt, der dir hilft, die Grundlage herzustellen, ist mechanisches
oder aber auch, klingt manchmal besser, aber eigentlich ist es oft mechanisch,
selbstversorgliches Essen und das im Chaos.
Also schaffe dir wirklich auch eine Struktur, selbst wenn alles drunter und drüber geht.
Ich weiß, das klingt verdammt unsexy, also gerade mechanisches Essen,
aber wenn du darauf wartest, in Ruhe Hunger zu spüren, dich hinzusetzen
und dann auch noch eine achtsame Mahlzeit zu genießen,
dann wirst du als Mama mit kleinen Kindern sehr lange warten.
Vielleicht zu lange.
Deshalb, verlass dich bitte auch nicht auf dein Hungergefühl
oder darauf, dass sich die perfekte Gelegenheit ergibt.
Das Chaos mit den Kindern wird das definitiv verhindern.
Oder es wird einfach viel zu spät, wenn sie dann irgendwann mal im Bett sind.
Das Einzige, was wahrscheinlich perfekt wird,
ist die Gelegenheit, den Perfektionismus zu challengen.
Das heißt, regelmäßige Mahlzeiten sind das Fundament für deine Recovery.
Aber, und hier gibt es wieder eine Gemeinsamkeit,
nicht nur für dich, sondern auch für deine Kinder
ist eine Regelmäßigkeit unglaublich wichtig.
Das heißt, wie kannst du die Regelmäßigkeit, die du ja brauchst
und deine Kinder aber auch, und die deine Kinder in der Regel auch schon haben,
weil ich glaube, für sie fällt es dir deutlich leichter, die herzustellen,
wie kannst du die auch für dich nutzen?
Denn das Problem ist, je unregelmäßiger und weniger wir essen,
desto größer ist die Gefahr von Heißhungerattacken
und permanenten Essensgedanken.
Deswegen habe ich so eine grobe, ich mag immer keine Regeln,
aber manchmal helfen Regeln ja auch.
Das heißt, falls du jemand bist, der gut mit Regeln kann,
dann versuch es gerne mal mit der 3-Stunden-Regel.
Also stell dir einen Wecker auf dem Handy oder eine Erinnerung
oder was auch immer in den Notizen.
Es gibt ja inzwischen alle möglichen Dinge,
die bimmeln können auf alle drei bis spätestens,
spätestens, wirklich spätestens, vier Stunden.
Und dann wird gegessen.
Egal, was dein Kind gerade tut,
egal, ob die Küche aussieht wie ein Schlachtfeld, egal.
Auch egal, ob du gerade keinen Hunger hast, wenn das Signal kommt.
Weil, ganz ehrlich, die Wahrscheinlichkeit,
dass dein Stresslevel auch deinen Appetit deckelt
oder eben auch dein Hungergefühl ist sehr hoch.
Der Wecker oder diese Erinnerung soll also dazu dienen,
zu deinem Verbündeten zu werden.
Denn erinnere dich daran,
dass dein Körper genauso regelmäßig Nahrung braucht
wie der deines Kindes.
Und was dabei helfen kann, ist zum Beispiel Meal Prep.
Und zwar für dich und nicht nur für deine Kinder.
Denn wahrscheinlich bereitest du regelmäßig und liebevoll
das Essen für deine Kinder vor.
Aber für dich selbst ist nicht wirklich was da.
Dreh das bitte um.
Nutz die wenigen ruhigen Momente
oder die Zeit, in der jemand anderes bei den Kindern ist
oder du eh schon in der Küche stehst,
um deinen Kindern etwas zuzubereiten.
Und bereite auch dein Essen vor,
dass du im Zweifelsfall auch einhändig essen kannst
und dass Nährstoff und vor allem auch energiedicht ist.
Also was meine ich damit?
Das könnten zum Beispiel sein Wraps
oder belegte Brote, Sandwiches.
Also Kinder lieben meistens ja auch so Sandwiches.
Fast du ein Sandwich-Toaster hast, lecker.
Oder auch energiedichtes Smoothies.
Das war mein Lebensretter damals in der Kita,
weil ich, wie gesagt, da auch keine Zeit hatte.
Also wir hatten plötzlich während meiner Wiedereingliederung
Dienste, wo ich einfach keine Pause hatte.
Energiedichtes Smoothies mit Kakao, Banane,
Erdnussmus, Haferflocken,
Handsamen habe ich, glaube ich, noch reingemacht.
Also wirklich so alles, auch alle Makronährstoffe.
Die waren damals echt mein Lebensretter,
weil die konnte ich einfach nebenbei
und mit einer Hand und während ich den Kindern
noch die Schuhe zugemacht habe, gefühlt,
ich habe es oft in der Garderobe getrunken,
mit wegtrinken.
Oder aber auch Overnight Oats.
Die kannst du über Nacht zubereiten.
Die machen dir vielleicht auch den Morgen einfacher,
sind neben dem auch noch leichter verdaulich.
Also ein Win-Win.
Oder auch ganz pragmatisch,
einfach Nüsse oder Energiebälle.
Die gibt es auch so bei EDM oder sowas.
Da gibt es so sehr leckere mit Kakao
und mit gesalzter Mandel.
Also einfach alles, was schnell geht
und trotzdem satt macht.
Und auch Fertiggerichte,
von denen es inzwischen wirklich
so, so viele verschiedene Varianten gibt
und auch gekauft Snacks und Riegel
für zwischendurch sind super.
Weil sie bieten dir gleichzeitig auch die Chance,
gerade wenn du vielleicht auch so mit Fertiggerichten
oder mit so gekauften Sachen,
Snacks, Riegeln, Snickers Co.
ein Problem hast,
dann ist es eine super Chance,
auch mögliche 4 Foods zu challengen,
damit sie ihre Bedrohlichkeit verlieren.
Und das ist ja ein Teil der Recovery.
Und auch wenn dein essgestörtes Ich
das sicherlich anders sieht,
aber dabei geht es nicht um Gourmetküche,
sondern wirklich um das Beseitigen
des Energiedefizits
und erstmal die Grundlage,
nämlich Sicherheit für deinen Körper.
Welches dann natürlich auch wieder
chaotischem Essen
und auch unbefriedigendem Grasen,
übrigens ein Begriff,
den ich von meinen Coaches gelernt habe,
ja und dann habe ich wieder gegrast.
Also so dieses Rumsnacken sozusagen,
dem beugst du damit vor,
wenn dein Körper wirklich
immer genug Energie bekommt.
Und die grundsätzliche Versorgung
mit Nahrung und Energie
ist gerade wichtiger als Perfektion
und sollte immer oberste Priorität haben.
Denn die bildet wirklich
das Fundament deines Recovery Hauses.
Also wenn es da schon hapert
und diese Grundlage nicht da ist,
dann wird der Rest,
den du da versuchst,
ohne Fundament auf den Boden zu bauen,
das wird ein wackeliges Haus.
Dann, was du auch machen kannst,
um dich da so ein bisschen zu entlasten,
ist vor allem dich auch
von diesen ständigen Essensentscheidungen
zu befreien.
Also was meine ich damit?
Die ständige Entscheidung von,
oh, was koche ich jetzt?
Super ermüdend.
Und besonders, wenn du eben
ohnehin schon am Limit bist.
Das nennt man dann auch Decision Fatigue.
Also so diese Müdigkeit,
sich zu entscheiden.
Und die macht die Essstörungsstimme
aber umso lauter,
weil dein Gehirn ist ja schon erschöpft.
Und umso hungriger wir werden,
desto schwieriger wird es,
auch Entscheidungen zu treffen.
Also ich erinnere mich wirklich noch
an unzählige Male,
die ich wirklich wie gelähmt
in der Küche stand
und vielleicht noch geschafft habe,
Kühlschrank auf, Kühlschrank zu,
Kühlschrank auf, Kühlschrank zu.
Und einfach nicht mehr wusste,
was ich machen soll.
Und mir hat es damals sehr geholfen
und tut es tatsächlich heute noch,
zum Beispiel Kochboxen zu nutzen.
Und diese eben nur einmal pro Woche auszuwählen
und dann nur noch aus dieser kleinen Auswahl
täglich eben zu entscheiden,
was jetzt dran ist.
Also wir haben jetzt auch gerade wieder einen,
ich habe gerade drei Gerichte rausgelegt,
aus denen ich dann jetzt,
wenn ich hier fertig bin mit dem Podcast,
mir einfach das aussuche,
was wahrscheinlich am kürzesten geht.
Denn, auch das ist ein Vorteil,
Du kannst diese Rezepte zum Beispiel
auch nach Kochdauer auswählen.
Also alle Rezepte,
die länger als 30 Minuten gehen,
da überlege ich mir schon sehr genau,
wie viel ich davon nehme
und ob die Woche,
die ich vor mir habe,
das überhaupt zulässt.
Und wenn nicht,
dann wähle ich einfach was,
was kürzer ist.
Aber auch Lieferdienste
oder,
es kommt natürlich mich nicht darauf an,
wo du wohnst,
ich weiß,
auf dem Land ist das manchmal
ein bisschen schwieriger,
aber wenn kein Lieferdienst geht,
dann auch ein fester Wochenplan,
der sich zum Beispiel
alle zwei Wochen wiederholt,
kann erstmal eine Lösung
zur Erleichterung sein,
wo du neue Rezepte raussuchen musst.
Und das ist dann auch keine Faulheit,
weil die Entscheidung
muss dir trotzdem treffen,
aber es kann einfach
eine strategische Entscheidung sein,
um deine Energie
für die Dinge aufzusparen,
die eben wirklich zählen.
Und, dass ich das mal sage,
aber auch Tiefkühlgerichte
können sehr, sehr hilfreich sein
und sind auch kein Versagen.
Du musst nicht immer alles
from scratch in der Küche
frisch selber kochen.
Denn was dein Kind braucht,
ist eine genährte Mama
und zwar mehr als
ein selbstgekochtes Bio-Menü.
Zumal es inzwischen
wirklich viele Tiefkühlgerichte
inzwischen sowohl in Bio
als auch von wirklich
sehr guten Anbietern
schon schockgefrostet gibt.
Und das wiederum hat den Vorteil,
dass darin oft sogar
mehr Nährstoffe enthalten sind
als in frischgekauften Lebensmitteln,
die vielleicht schon ein paar Tage rumliegen,
bevor sie überhaupt gekocht werden.
Und das ist auch was,
was ich mir vorgenommen habe,
was ich definitiv auch
fürs Wochenbett machen würde,
nämlich eine Auswahl,
schon mal in den Tiefkühler legen.
Und da habe ich die letzten Wochen
wirklich bereits auch schon einige Anbieter
für tolle, nährstoffreiche
und, wie ich finde,
auch sehr abwechslungsreiche Gerichte
schon mal recherchiert
und rausgefunden.
Also, ja, folg mir da super gerne,
auch falls du es noch nicht wirst,
auf Instagram,
denn da nehme ich dich ja auch
immer ein bisschen mit
in meinen Alltag.
Und wahrscheinlich wirst du dort
auch das ein oder andere,
was das Leben einfach leichter macht,
auch finden.
Weil ganz ehrlich,
ich bereite mich jetzt schon mal darauf vor,
dass mein Rhythmus
und meine Routine
einfach anders werden werden.
Und ich bin jetzt schon
nicht mehr diejenige,
also im Gegensatz zu früher,
ich stand wirklich stundenlang
in der Küche
oder habe Kochbücher durchgeguckt.
Die Zeit, die fehlt irgendwann,
die habe ich nicht mehr
und inzwischen sind mir
andere Dinge wichtiger.
Und spätestens,
wenn der kleine Winzling
dann auf der Welt ist,
dann wird sich das
nochmal krass ändern.
Dann wahrscheinlich,
also Strategie 2,
das Sauerstoffmaskenprinzip.
Höchstwahrscheinlich
kennst du diese Ansage,
ich weiß nicht,
ob du fliegst oder nicht,
aber wenn du fliegst,
dann kennst du die Ansage
höchstwahrscheinlich,
bitte setzen Sie sich zuerst
selbst die Sauerstoffmaske auf,
bevor Sie Ihrem Kind
oder anderen Personen helfen.
Und wenn du es jetzt gewöhnt bist,
immer zuerst an die anderen zu denken,
dann hat dich diese Aussage
vielleicht sogar irritiert,
obwohl sie so logisch ist.
Mir ging es jedenfalls
anfangs immer so,
weil ich gedacht habe,
ja, aber ich muss doch
erst den anderen.
Und nee, nee,
weil rational ist es doch ganz klar.
Du kannst einfach
niemand anderem mehr helfen,
wenn du umgefallen bist.
Das war tatsächlich
auch der einzige Grund,
warum ich damals in der Kita,
als ich als Erzieherin
dort gearbeitet habe,
doch manchmal
noch einen Snack
eingeworfen habe.
Und wenn es kurz vor
meiner Mittagspause war,
obwohl mein essgestörtes
Ich getobt hat,
aber die Gefahr,
am Wickeltisch umzukippen
und mit einem kleinen Mäuschen
da oben drauf,
was da liegt,
und runterfallen könnte,
das war mir dann doch zu groß.
Und ich fand es echt,
also mein essgestörtes Ich fand es,
aber ich habe es gemacht.
Und leider machen wir es
aber im echten Leben
oft andersrum.
Also wir machen,
kümmern uns erst
um alles andere.
Erst die Kinder,
dann vielleicht die Arbeit,
dann der Haushalt
und dann vielleicht noch
der Pater.
Und dann,
falls dann noch Luft ist,
was in der Regel
an einem 24-Stunden-Tag
nicht so häufig der Fall ist,
dann vielleicht kommst
vielleicht du.
Aber lass uns das mal
in einem anderen Licht betrachten.
Weil ich weiß,
und das ist auch so,
ja, aber das ist das
dann nicht egoistisch
und ich muss doch
aber zuerst,
nee,
Recovery ist kein Ego-Trip
und auch kein Luxus.
Recovery ist eine
der wichtigsten
Erziehungsmaßnahmen
und Selbstversorgemaßnahmen,
die du treffen kannst.
Denn eine stabile,
genährte
und emotional regulierte Mutter
ist für die kindliche Entwicklung
viel, viel wichtiger,
als wie gesagt,
diese perfekte Bio-Mahlzeit
oder ein aufgeräumtes Wohnzimmer
oder auch eine
sicherlich sehr
pädagogisch wertvolle
Spielstunde.
Deine Kinder brauchen
keine Mama,
die alles perfekt macht.
Sie brauchen eine Mama,
die da ist.
Und zwar,
was meine ich damit?
Ich meine wirklich da.
Und zwar
nicht nur körperlich anwesend,
aber innerlich einfach hungern
oder in Gedanken
bei der nächsten Mahlzeit,
sondern eben wirklich präsent.
Und glaub mir,
ich weiß,
wie sich dieser Zustand anfühlt.
Wie oft bin ich noch
als Roboter im Funktionsmodus
damals durch die Kita gelaufen,
emotional schon völlig dissoziiert
und hab einfach wirklich
nur noch funktioniert.
Aber ich hab mich echt gefühlt
wie in so einem Film,
wo ich einfach nur so
ein Ding nach dem anderen,
so mein Körper kannte ja
ungefähr die Abläufe,
aber da war ich nicht.
Und was ich am meisten
an meiner Recovery geliebt habe,
war die Fähigkeit,
wieder wirklich da zu sein.
Emotional und körperlich
wirklich anwesend.
Und es haben so viele Dinge
auf einmal auch so viel mehr Spaß gemacht,
haben sich leichter angefühlt.
Und auch die Kinder,
die waren einfach so,
so dankbar dafür,
weil die merken das,
ob wir da sind oder nicht.
Also, was,
wenn du nicht mehr
die perfekte Mama sein musst,
sondern dir erlaubst,
einfach gut genug zu sein?
Weil falls du zum Perfektionismus neigst,
und ich weiß,
das kommt sehr häufig vor,
dann schreit dieser jetzt wahrscheinlich
und auch verständlicherweise
innerlich auf.
Und das ist auch okay,
denn dein Perfektionismus,
der kennt es ja nicht anders.
Also der nährt ja auch
diesen erst gestörten Anteil.
Aber versuch dennoch,
deinen Anspruch
in allen Lebensbereichen zu senken,
um Energie für Essen
und deine Selbstfürsorge
auch frei zu machen.
Weil wenn schon 120% belegt sind,
dann sind schon 20% zu viel.
Das heißt,
70 bis 80%
sind immer noch mehr als genug.
Wie geht das?
Indem du dir bewusst machst,
dass es okay ist,
wenn der Fernseher läuft,
damit du in Ruhe
deine Portion aufessen kannst.
Oder es auch okay ist,
wenn die Wäsche heute mal liegen bleibt.
Und es auch okay ist,
keine hochpädagogische
Baffelstunde zu machen,
sondern dich stattdessen hinzusetzen,
zu essen oder zu kochen
oder dich zu erholen
oder auch an deiner Recovery zu arbeiten.
Dein Kind wird sich später
nicht daran erinnern,
wie sauber die Wohnung war.
Aber es wird sich
sehr wahrscheinlich daran erinnern,
ob man mal glücklich
oder gestresst war.
Nächste Strategie.
Schaffe einen sicheren Raum
für deine Gefühle.
Viele von euch haben mir geschrieben
und gesagt,
wie schwer es ihnen fällt,
dass sie ihre Gefühle
nicht so zeigen können,
solange die Kinder da sind.
Und auch dieses Muster
kenne ich aus eigener Erfahrung.
Also wie oft bin ich wirklich
auch mit Tränen in den Augen
in die Kita gelaufen,
nur um mir vor der Tür
echt, also wirklich bildlich
eine Maske aufzusetzen,
das Lächeln anzuschalten
und so zu tun,
als sei alles in Ordnung.
Ich bin mit einem Strahlen
da reingelaufen
und habe schon gedacht,
Gott, ja.
Und ich erinnere mich heute noch daran,
wie krass energiefressend das war.
Der Unterschied,
Unterschied, genau,
der Unterschied zu dir
als Vollzeitmama ist aber,
dass ich damals
nach acht Stunden
wieder heimgehen
und mich zusammenfallen
und in mich zusammenfallen konnte,
ist, wenn du dauerhaft Mama bist,
einfach schwierig.
Und wie gesagt,
wir haben dir acht Stunden gereicht.
Daher lass uns jetzt noch mal
drüber reden,
wie du dir trotzdem
ein Ventil schaffen kannst,
denn unterdrückte Gefühle
drücken sich insbesondere,
wenn wir an einer Essstörung leiden,
meist übers Essen,
nicht essen
oder eben auch den Drang
nach Bewegung aus.
Was du machen kannst,
ist, dir fünf Minuten
Ventile zu schaffen.
Du brauchst keinen ganzen
Nachmittag dafür.
Du brauchst eher Mikromomente,
in denen du deine Gefühle
wirklich fühlen
und auch rauslassen kannst.
das heißt,
wann kann das sein?
Zum Beispiel,
wenn das Kind schläft.
Dann nimm dir die Zeit
und schreib,
und das muss nicht lang sein,
drei Minuten reichen.
Einfach mal alles auf,
was dich gerade bewegt.
Nicht schön,
nicht strukturiert,
einfach raus damit.
Dann habt ihr einfach
ein Notizbuch,
legt es neben das Bett
oder wenn das schon
so anstrengend ist,
dann macht ihr gerne
auch eine Sprachnachricht
an dich selbst.
Das kann schon reichen.
Oder schnappt dir
ein Kuscheltier.
Und ich weiß,
das klingt jetzt
wahrscheinlich blöd,
aber ich habe es
genauso gemacht
und ich habe dieses
Kuscheltier einfach
so dermaßen vorgequatscht
und ihm gesagt,
was mich gerade bewegt.
Und vielleicht denkst du jetzt
aus dem Höhe,
ich weiß gar nicht,
wo ich anfangen soll,
weil ich weiß gar nicht,
was mich bewegt.
Und wenn du damit anfängst
und sagst,
dass du keine Ahnung hast,
was du sagen sollst
und dann einfach
weiterredest oder schreibst.
Also mir ist es ganz oft
so gegangen,
da der Zugang
zu meinen Gefühlen
einfach auch verschüttet war.
Aber was es gebraucht hat,
war so dieser
erste Satz,
dieser erste Anfang.
Und ich habe ganz oft
angefangen,
und ich weiß eigentlich
gerade gar nicht,
wie es mir geht
oder was ich schreiben soll
und habe dann einfach
weitergeschrieben
oder weiter auf meinen,
bei mir war es ein Bär,
eingequatscht.
Aber je mehr ich mich
darauf eingelassen habe,
desto mehr konnte ich
im wahrsten Sinne des Wortes
oder ja,
einfach Dinge aus mir
rausfließen lassen.
Und erst als diese Schleuse
offen war,
konnte ich auch spüren,
wie viel Druck,
Trauer und Anspannung
sich da angesammelt hatten.
Und hinterher habe ich mich
oft deutlich leichter gefühlt.
Denn,
und es geht wirklich manchmal
ja da mit einher,
dass wir einfach in Tränen
dann ausbrechen.
Und so klang das auch
in der Frage,
die mich da erreicht hat.
Ich kann ja nicht einfach
vor meinem Kind
in Tränen ausbrechen.
Das ist schwierig.
Aber tatsächlich ist
Weinen ein adäquater Mechanismus
deines Körpers,
um Stress
und damit eben auch
Cortisol abzubauen.
Das ist super, super wichtig.
Das hat die Natur
nicht umsonst so eingerichtet.
Was du auch machen kannst,
ist deine Gefühle
erstmal zu benennen,
statt sie direkt auszuleben.
Also wenn du merkst,
dass eine Gefühlswelle kommt,
sei das Wut,
Verzweiflung
oder Trauer,
und du aber gerade
nicht zusammenbrechen kannst,
weil du vielleicht gerade
mitten im Supermarkt
oder in der Garderobe
oder in der Kita stehst,
dann sagt dir innerlich,
ich fühle gerade Wut
oder ich fühle gerade Trauer
oder Überforderung.
Ich sehe dich
und ich kümmere mich
heute Abend um dich.
Das ist dann kein Unterdrücken,
sondern das ist eher
ein bewusstes Vertagen,
aber mit einer Zusage,
diesem Gefühl später
wirklich Aufmerksamkeit zu geben
und hinzuschauen.
Und diese Zusage ist wichtig,
denn wenn du sie einhältst,
dann lernt dein Nervensystem,
dass diese Gefühle
auch ihren Platz bekommen.
Vielleicht nicht immer sofort,
aber sie bekommen ihn.
Und dann brauchst du auch
die Essstörung langfristig
nicht mehr als Ventil.
Und was du dann,
weil wie gesagt sehr wichtig,
das dann trotzdem
irgendwann zu machen,
dann nutz den Abend,
weil irgendwann schläft dein Kind.
Ich weiß, umso kleiner es ist,
umso schwieriger,
aber irgendwann schläft es wahrscheinlich.
Und wenn dein Kind
oder deine Kinder
dann im Bett sind,
dann nimm dir
fünf bis zehn Minuten
und erlaub dir auch hier
klein anzufangen.
Und so machst du dann bitte
nicht den Haushalt
und nicht Instagram
und auch nicht die nächste
Do-Do-Liste,
sondern löse hier dann
wirklich auch dein Versprechen ein
und nutz die Zeit,
um zu fühlen.
Also schreib es wie gesagt raus
oder weine oder atme
und spüre wirklich auch bewusst
in diesen Schmerz
oder was auch immer
da hochkommt rein
und lass es da sein.
Und beobachte das erstmal nur,
ohne wirklich das,
was da angefühlen kommt,
zu bewerten.
Was auch immer es gerade braucht,
alles darf da sein.
Und erlaube dir wirklich
auch jedes Gefühl zu fühlen,
ohne dich dafür zu verurteilen.
Denn jedes Gefühl,
auch die,
die wir als unangenehm bewerten
und oft sind die besonders
ausdrucksstark,
hat seine Berechtigung
und möchte gesehen
und gefühlt werden,
weil deswegen ist es ja
ein Gefühl.
Und dieser Abend
oder wann auch immer
du diese Minute hast,
es muss nicht der Abend sein.
Also prüfe gerne für dich,
wann das eventuell
in deinen Tag reinpasst.
Aber das ist dein Raum
und den hast du dir
nicht nur verdient,
sondern du brauchst ihn
auch wirklich für deine Heilung
und zwar an jedem einzelnen Tag.
Und ich weiß,
es fühlt sich jetzt vielleicht
immer noch nicht so ganz
berufgelegend an,
aber ich hoffe,
diese kleinen Ventile
helfen dir bereits
ein Stück weit weiter,
deine Gefühle
trotz Kindern wieder mehr zu fühlen,
sodass sie sich auch lösen können.
Weil jedes Gefühl,
was gefühlt wird,
darf sich auch wieder lösen.
Und wenn du merkst,
dass dir das noch schwerfällt
oder du darüber hinaus
vielleicht auch
wieder mehr mit deinen Gefühlen
in Kontakt kommen
oder ihnen die Bedrohlichkeit
vielleicht auch nehmen
oder auch ihre Botschaft,
denn jedes Gefühl hat auch eine Botschaft,
verstehen und sie auch wieder fühlen lernen möchtest,
dann kann ich dir auch von Herzen
mein sechswöchiges Erfolgsprogramm
Rediscover empfehlen,
welches im Frühjahr einmalig
nochmal dieses Jahr stattfindet.
Denn dabei geht es auch
nicht um noch mehr Wissen,
sondern wirklich darum,
praktisch zu üben,
wie du die Sprache deiner Gefühle verstehst
und sie auch wieder aus deinem Körper bekommst,
ohne Verästungsverhaltensweisen zu benötigen.
Und an Rediscover haben auch bereits
sehr viele Mamas teilgenommen,
die sich nicht nur unglaublich viel
für sich selbst mitgenommen haben,
sondern tatsächlich auch
für die Erziehung mit ihren Kindern,
weil die brauchen ja
die gleichen Strategien.
Das heißt, das, was du für dich lernst,
kannst du dann sogar auch noch
an dein Kind weitergeben.
Also es ist eigentlich ein Recovery
und Erziehungsprogramm gleichermaßen.
Ich stelle dir den Link zum Programm
auf jeden Fall auch in die Shownotes,
wo du dich für den Newsletter anmelden kannst,
auf dem du dann auch als Erste erfährst,
wann es losgeht
und dir deinen Platz eben auch
zum günstigsten Early Bird Invest sichern kannst.
Okay, nächste Strategie.
Und zwar zum Thema Fremdbestimmung in Recovery.
und wie du die aber auch für ein Training nutzen kannst.
Also hier geht es vor allem auch darum,
diese Kontrollillusionen zu durchschauen.
Weil, was meine ich mit Kontrollillusionen?
Bevor wir hier über Strategien sprechen,
möchte ich erst mal an etwas rütteln,
das so tief sitzt, dass wir es,
also ich habe es damals jedenfalls nicht hinterfragt,
ich weiß nicht, ob du es hinterfragst,
aber wir hinterfragen es in der Regel sehr selten.
Und zwar die Idee,
dass die Essstörung dir Kontrolle gibt.
Denn genau das ist es ja,
was dir dein Essgestörtes sich verspricht, oder?
Wenigstens hier hast du noch die Kontrolle.
Also über das Essen, über deinen Körper,
über die Zahl auf der Waage.
Und in einer Welt,
die sich chaotisch und überwältigend anfühlt,
gerade als Mama,
ist das ein ziemlich verführerisches Versprechen.
Und es fühlt sich auch so wahr an,
wenn die Waage dann vielleicht wirklich weniger anzeigt.
Aber lass uns mal wirklich ehrlich hinschauen.
Ist das echt Kontrolle?
Oder ist es die größte Kontrollillusion,
Kontrollillusion, die es gibt?
Denn wer entscheidet denn gerade wirklich?
Du oder deine Essstörung?
Kontrollierst du das Essen?
Oder kontrolliert die Angst vor dem Essen dich?
Entscheidest du, wann du Sport machst?
Oder entscheidet jeder Zwang?
Bestimmst du, wie du dich fühlst,
wenn du in den Spiegel schaust?
Oder bestimmt die Essstörungsstimme,
die superkritisch ist?
Und wenn du ehrlich bist,
dann weißt du die Antwort.
Denn die Essstörung gibt dir nicht die Kontrolle.
Sie nimmt sie dir.
Und zwar über deine Zeit,
deine Gedanken,
deine Gefühle,
deine Beziehungen,
final dein ganzes Leben.
Aber sie verpackt es
ziemlich gut als Geschenk.
Und dann kommt noch das Mama-Sein dazu.
Ich bin neulich tatsächlich
über einen Beitrag gestolpert,
der gesagt hat,
Mama werden ist die größte Form
des Kontrollverlusts.
Und ein Teil von mir,
und zwar der von früher,
der hat einfach nur die Augen gerollt
und gedacht, na klasse,
herzlichen Glückwunsch.
Und ich habe mich gefragt,
wie ich diesen Satz wohl früher aufgenommen hätte.
In jedem Fall hätte ich ihm zugestimmt.
Allein durch die Erfahrung der Schwangerschaft,
wo man,
selbst wenn es vorher so schien,
als hätte man alles
oder zumindest den Körper unter Kontrolle,
plötzlich nicht mehr unter Kontrolle hat.
Weil, wenn das Baby
und damit ja auch der Bauch wächst,
ob man hungert
oder Extremsport macht
oder nicht.
Also in einer Schwangerschaft
ist deinem Körper das ziemlich egal,
der zieht die Reserven
irgendwo her für dein Baby.
Und jetzt,
wo ich selbst in diesem Prozess
drinstecke
und intensiv auch darüber nachdenke,
frage ich mich,
stimmt das alles überhaupt?
Oder entlarvt,
dass Mama werden oder sein
nur eine Wahrheit,
die schon immer da war.
Nämlich,
dass wir über vieles im Leben
niemals echte Kontrolle hatten.
Wir haben nur geglaubt,
dass es so ist
und die Ersturung hat diesen Glauben
nochmal genährt.
Deswegen lass uns mal anschauen,
worüber du im Leben
genau genommen
keine Kontrolle hast
und auch nie hattest.
Und zwar über deinen Körper
und wie er sich verändert.
Also ob durch Schwangerschaft
oder das Älterwerden
oder auch Krankheit
oder einfach die Zeit.
Du kannst ihn zwar einschränken
oder aushungern
oder übertrainieren,
aber langfristig entscheidet
dein Körper selbst,
wohin er geht.
Das war vor den Kindern so
und das ist jetzt auch nicht anders.
Du hast auch keine Kontrolle
über andere Menschen,
also was sie denken
oder fühlen
oder sagen oder tun.
Oder darüber,
ob dein Kind schreit
oder schläft.
Ob dein Partner versteht,
was du gerade durchmachst
oder nicht.
Ob deine Mutter hilfreiche
oder verletzende Kommentare macht,
das liegt nicht in deiner Hand.
Auch äußere Umstände,
also Schlafmangel,
Krankheiten,
unvorhergesehene Ereignisse
oder gesellschaftlicher Druck,
die liegen auch nicht in deiner Hand.
Du kannst dich vorbereiten,
aber du kannst letzten Endes
das alles nicht verhindern.
Und auch über die Zukunft
hast du leider
erstaunlich wenig Kontrolle.
Also was morgen passiert
oder wie sich dein Kind entwickelt
oder ob alles gut wird.
Hm,
keiner weiß,
ob wir morgen vom Bus überfahren werden.
Und kein Essplan
und kein Trainingsplan
der Welt
gibt dir diese Sicherheit,
auch wenn dir
die Essstörung
genau das verspricht.
Und auch über die Reaktionen
deines Körpers,
also wie Extremhunger
oder Cortisolausschüttung
oder Verdauungsprobleme,
hormonelle Schwankungen,
hast du keine Kontrolle.
Das sind biologische Prozesse,
die passieren,
ob du willst oder nicht.
Und ja,
also inzwischen,
und ich merke ja auch,
dass in bestimmten Bereichen
schon einiges geht,
also man kann vieles
davon unterstützen,
aber final entscheidet
immer dein Körper,
wie er darauf reagiert
und was er macht.
Mit deiner Essstörung
hast du dir jedoch
jahrelang erzählt,
dass du überall das Kontrolle
haben kannst,
wenn du dich nur genug
einschränkst,
genug Sport machst
oder diszipliniert genug bist.
Aber das ist eine Lüge.
Und das Mama-Sein
macht diese Lüge
nur sichtbarer,
weil ein Kind
sich nun wirklich
nicht kontrollieren lässt.
So, falls das jetzt
demotivierend war,
lass uns mal anschauen,
worüber du echte Kontrolle hast,
weil das sind nämlich
auch verdammt viele Dinge.
Und so echte Kontrolle,
die dir auch
niemand nehmen kann.
Und zwar zum Beispiel
über deine Handlungen.
Nicht über das Ergebnis,
aber erstmal über das,
was du tust.
Denn du entscheidest,
ob du jetzt isst oder nicht.
Ob du dich hinsetzt
oder doch noch eine Runde läufst.
Ob du noch die Waschmaschine
anstellst und die Küche aufräumst
oder dich auf die Couch setzt.
Nicht deine Essstörung entscheidet das,
sondern du.
In jedem einzelnen Moment.
Denn du bist keine
feiern gesteuerte Maschine,
auch wenn sie es manchmal so anfühlt.
Aber final bist du diejenige,
die diese Entscheidung trifft.
Und so wie du sie
für deine Essstörung triffst,
kannst du sie auch
für gesunde Dinge nutzen.
Du hast auch echte Kontrolle
über deine Gedanken.
Jetzt wundernst du dich vielleicht
und denkst dir,
nee, also die Gedanken
suche ich mir nicht aus.
Ja.
Du hast nicht unbedingt Kontrolle
darüber, welche Gedanken auftauchen.
Also schon gerade mal
den ersten Gedanken,
den hat man in der Regel
nicht unter Kontrolle,
weil der wird in der Regel
durch ein Ereignis
oder irgendwas angetriggert.
Aber gerade diese ersten Gedanken
sind zwar automatisiert
und lassen sich nicht so gut steuern,
aber darüber,
welche Gedanken du Glauben schenkst
und welche nicht
oder wie du auf diese Gedanken reagierst,
da kommen wir wieder zum Handeln,
darüber kannst du entscheiden.
Also wenn dein Essstgestörtes
sich sagt,
du hast zu viel gegessen,
dann ist das ein Gedanke,
kein Fakt
und du entscheidest,
ob du ihm folgst.
Du hast auch echte Kontrolle
über deine Worte,
also was du zum Beispiel
auch vor deinen Kindern
über Essen und Körper sagst,
was du zu dir selbst sagst,
wenn du in den Spiegel schaust,
ob du denkst,
oh, ich bin so fett
und es so stehen lässt
oder ob du sagst,
okay,
habe ich gerade gedacht,
aber das ist mein Essstörungsanteil,
der so verurteilen spricht
und nicht die Wahrheit,
das ist mein innerer Kritiker.
Du hast auch echte Kontrolle
über deine Reaktionen.
Nicht über die Trigger,
die auftauchen,
aber über das,
was du danach tust.
Also,
keine Ahnung,
was nehmen wir mal.
Dein Kind wirft das Essen
auf den Boden
und du spürst einfach nur
diesen Frust
und den Drang,
deine eigene Mahlzeit
wegzuschieben.
Den Trigger,
den kannst du erstmal
nicht kontrollieren,
weil dein Kind macht,
was Gott gemacht hat.
Aber ob du jetzt
dann trotzdem weiter isst,
das liegt bei dir.
Auch über deine Prioritäten
kannst du entscheiden,
zum Beispiel,
wo du dich
auf deiner eigenen Liste
einordnest.
Ob du dir sagst,
erst die Kinder,
dann der Haushalt,
dann vielleicht ich.
Oder ob du sagst,
ich esse jetzt,
weil ich sonst für niemanden
da sein kann,
weil ich gar nicht genug
Energie habe.
Und faktisch ist das so.
Du kannst auch entscheiden,
was du dir an Unterstützung holst.
Also,
ob du um Hilfe bittest
oder nicht.
Ob du eine Freundin anrufst
oder
einen Beratungsteam-Termin machst
oder
dich einer Gemeinschaft anschließt.
Ob du überhaupt
recoveren willst.
Das alles entscheidet
niemand,
außer du.
Und du kannst auch
ein Stück weit zumindest
kontrollieren,
was deine Kinder von dir lernen.
Nicht durch das,
was du ihnen sagst,
sondern durch das,
was du ihnen vorlebst.
Denn
jeder Tag,
jede Mahlzeit
und jeder Blick
und Kommentar
beim Blick in den Spiegel
sind Möglichkeiten,
in denen du deinem Kind
vorleben kannst,
was es lernen kann.
Und
wenn du dir jetzt nochmal
diese beiden Listen
anschaust,
was fällt dir dann auf?
Deine Essstörung
hat dir jahrelang eingeredet.
Du hättest Kontrolle
über die erste Liste,
also über deinen Körper,
über die Zahl auf der Waage,
über das Urteil anderer
und dass du das beeinflussen kannst.
Und gleichzeitig hat sie dir aber
die Kontrolle über die zweite Liste,
also über das,
worüber du echte Kontrolle hast,
theoretisch,
genommen.
Also über deine Handlungen,
deine Gedanken,
deine Worte,
deine Prioritäten.
Sie hat dir die Kontrolle
genau dort versprochen,
wo du sie faktisch
nicht haben kannst.
Und sie hat sie dir aber
dort geraubt,
wo du sie
faktisch hast.
Das heißt,
Mama werden oder sein
ist nicht der größte
Kontrollverlust.
Mama sein macht nur sichtbar,
dass die Kontrolle,
die die Essstörung dir
versprochen hat,
nie real war.
Dein Kind hat dir nicht
die Kontrolle genommen.
Dein Kind hat dir gezeigt,
wo du sie wirklich hast
und wo du sie eben
nicht hattest.
Und das ist der Punkt,
wo es spannend wird.
Denn wenn du aufhörst,
die Dinge kontrollieren zu wollen,
die du eigentlich
nicht kontrollieren kannst,
also dein Körper
und die Umstände
und andere Menschen,
dann wird unglaublich
viel Energie frei.
Und zwar Energie,
die du in das investieren kannst,
was du wirklich
in der Hand hast.
Also deine nächste Mahlzeit,
deinen nächsten Gedanken,
deinen nächsten Schritt.
Und auf einer Ebene
ist Mama sein
so ein 24-7-Recovery-Training.
Und deshalb kann man
wirklich auch sagen,
Mama sein ist im Grunde
das intensivste
Recovery-Training,
was es gibt.
Nicht, weil es dir
die Kontrolle nimmt,
sondern weil es dich
jeden Tag einlädt,
echte Kontrolle
von falscher Kontrolle
zu unterscheiden.
Nämlich jedes Mal,
wenn dein Kind
deinen Plan durchkreuzt
und du aber trotzdem isst
und trotzdem
nicht kompensierst.
trotzdem sitzen bleibst,
statt noch eine Runde
spazieren zu gehen.
All diese Dinge
sind ein Recovery-Sieg
und zwar ein sehr großer.
Denn du beweist dir
in diesem Moment,
ich kann Dinge,
die ich nicht kontrollieren
kann, loslassen
und mich auf das konzentrieren,
was ich wirklich
in der Hand habe.
Und das ist im Kern
ja genau das,
was die Recovery
von dir verlangt.
Und damit jetzt auch
zu den Strategien.
Und zwar kannst du dir
Kontrolle in den Willen schaffen,
aber eben die Richtigen.
Also du kannst nicht
alles kontrollieren
und weißt jetzt auch,
was das ist,
was vielleicht gar nicht nötig ist
zu kontrollieren.
Aber du kannst dir bewusst
kleine Bereiche
der Selbstbestimmung schaffen,
die auf der richtigen Liste stehen.
Also die,
die dir Kontrolle
über das holen,
was dir gut tut.
Also dir,
nicht deinem
Essgestörtenanteil.
Was meine ich damit?
Zum Beispiel,
klingt jetzt total banal,
aber ob und welchen Tee
du abends trinkst,
welchen Podcast du hörst,
ob du überhaupt einhörst,
welches Buch auf deinem Nachttisch liegt,
ob du dir einfach nur für dich
eine Kerze anzündest
oder im Bad einlässt,
wenn die Kinder schlafen.
Dass du dir eine vollwertige
Mahlzeit zubereitest,
statt die Reste vom Kinderteller
zu essen.
Und auch,
dass du dich hinsetzt,
auch wenn eine Haushalt ruft.
Diese kleinen Inseln
geben dir das Gefühl
von Selbstbestimmung zurück.
Also echter Selbstbestimmung
und nicht der falschen Kontrolle,
die die Essstörung dir verkauft,
die eigentlich ja nur aus Angst handelt.
Und je mehr solcher Inseln
du dir schaffst,
desto weniger brauchst du
die Kontrolle über Essen
als Ersatz.
Deswegen,
wenn du möchtest,
habe ich hier noch so eine kleine,
ich nenne sie mal die
Wer entscheidet hier Übung.
Weil es so wichtig ist
und oft auch eben noch so schwer,
echte von falscher Kontrolle
zu unterscheiden,
kannst du genau diese Übung
in den Alltag einbauen.
Also,
wenn du eine Entscheidung triffst,
dann frag dich kurz,
wer entscheidet hier gerade?
Ein gesundes Ich
oder mein Essstörungsanteil?
Das Kochen von gesunden Essen
für deine Kinder.
Ist das dein Mamaherz
oder dein Essstörungsanteil,
der eigentlich Angst vor Süßen hat
und dem das ganz gelegen kommt?
Der dritte Spaziergang am Tag.
Braucht dein Kind das gerade
oder braucht deine Essstörung
die Bewegung?
Das Auslassen
deiner eigenen Mahlzeit
ist wirklich keine Zeit
oder hat deine Essstörung
gerade entschieden,
dass du das nicht brauchst
oder es dich nicht lohnt,
wenn du es nicht auch wirklich
in Ruhe genießen kannst?
Und das ehrlich zu unterscheiden,
ist ein riesiger Schritt.
Also Recovery geht sowieso
nur mit radikaler Selbstehrlichkeit,
weil nur du weißt,
wo du dir entwischst.
Und es geht nicht darum,
dass du das jedes Mal schon schaffst.
Es geht vielmehr darum,
ein Bewusstsein zu schaffen,
aber jedes Mal,
wenn du die Essstörungsstimme
als solche erkennst,
egal ob du ihr dann folgst oder nicht,
dann übst du echte Kontrolle aus.
Das heißt Kontrolle
über deine Gedanken
und aber auch Kontrolle
über deine Wahrnehmung.
Also die Art von Kontrolle,
die dir auch niemand nehmen kann.
Nicht dein Kind,
nicht dein Alltag
und schon gar nicht deine Essstörung.
Nächster Punkt.
Und zwar kommen wir noch mal
zum Perfektionismus.
Und der geht ja häufig so,
gerade als Mama,
in diesem Wunsch,
ein gesundes Vorbild zu sein.
Ich weiß,
du willst,
dass dein Kind
das richtige Essverhalten
lernt und willst das vorleben.
Aber ganz ehrlich,
was ist denn richtig
beziehungsweise
was ist,
wie auch in der Frage gestellt,
überhaupt gesund?
Wenn du mit deinem
gesunden,
gesund bitte jetzt immer
in Anführungszeichen hören,
gesunden Verhalten,
so wie ich in der Orthorexie
zum Beispiel gelandet bist,
dann ist das definitiv
nicht mehr gesund.
Also,
wie kannst du ein gesundes Vorbild sein,
wenn deine Gedanken
und Verhaltensweisen
ja dazu geführt haben,
dass du selber
nicht mehr gesund bist,
vielleicht unter Zwängen leidest,
dein Körper vielleicht
schon gelitten hat,
du faktisch
im Untergewicht
für deinen Körper,
damit meine ich jetzt nicht
nicht im Untergewicht
für deinen Körper bist,
was ist daran gesund?
Und das meine ich nicht
als Vorwurf,
sondern um dir zu zeigen,
wie absurd der Gedanke
eigentlich ist.
Deswegen ganz wichtig,
normalisiere alle Lebensmittel.
Deine Kinder profitieren
am allermeisten davon,
wenn sie sehen,
dass Mama Kuchen
und Salat isst.
Und zwar ganz selbstverständlich,
entspannt und ohne Drama.
Ein gesundes Essverhalten
ist kein perfektes,
sondern ein flexibles.
Und Flexibilität lernen Kinder
nicht aus Regeln,
sondern aus dem,
was du, wie gesagt, vorlebst.
Was du machen kannst,
ist, auch deine Essensentscheidungen
einfach transparent zu machen.
Du kannst zum Beispiel
vor deinen Kindern sagen,
so Dinge wie,
hm, ich habe richtig Lust
auf Schokolade
oder mein Körper braucht
jetzt was Warmes
oder das gibt mir Energie,
damit ich gleich mit dir
spielen kann.
Das normalisiert dann auch
intuitives Essen
für sie und für dich.
Und es hilft dir,
eine neue Beziehung
zum Essen aufzubauen.
Und zwar eine,
die auf Bedürfnissen basiert,
statt auf Angst.
Und was auch dazu gehört,
ist dieses Süße
oder das,
was du vielleicht auch
als Vierfurt hast,
vor deinen Kindern
zu enttabu,
schwieriges Wort,
enttabuisieren.
Also wenn du merkst,
dass du unter dem Vorwand,
ein gutes Vorbild zu sein,
Süßes vermeidest,
dann challenge das bitte bewusst.
Ich erlebe es echt nicht selten,
dass in der Recovery
zweierlei Maße angelegt wird
und Süßes,
wenn es dann mal gechallengt wird,
oft heimlich gegessen wird,
damit die Kinder
davon nichts mitbekommen
oder nicht in Versuchung
geführt werden.
Das ist ja auch so ein Punkt.
Also was heißt doch überhaupt
in Versuchung führen?
Lass mich kurz überlegen.
Äh,
Gott, mein Gehirn.
Ich sollte Podcasts
nicht am Abend aufnehmen.
Also.
Oft ist es ja auch so,
dass man gerne so
sich diese Ausrede erzählt.
Ich brauche das ja jetzt gerade,
weil ich in Recovery bin.
Aber meine Kinder,
die brauchen das nicht.
Genau das,
also solche Gedanken
bestärken aber eben
diesen essgestörten Gedanken,
dass Süßes
etwas Verbotenes ist,
was heimlich gegessen werden muss
oder etwas,
was wir nur in der Recovery
haben dürfen.
Was übrigens oft auch eine Angst ist,
so völfständig recovered zu sein
und manchmal kommt das ja auch
durch Fachpersonen,
die dann sagen,
oh, jetzt musst du aber langsam aufpassen
oder ach,
dann musst du das ja jetzt
nicht mehr essen.
Nee.
Das würde ja bedeuten,
dass das nach der Recovery
wieder wegfällt.
Aber wir machen doch Recovery
nicht dafür,
dass du dich danach
wieder einschränkst.
Also,
was immer du jetzt
wegen deiner Recovery erlaubst,
darf auch für immer
ein Teil deines Lebens bleiben.
oder,
ja,
also Süßes oder vermeintlich
Ungesundes heimlich zu essen,
sorgt dafür,
dass sich dein Gehirn
nicht neu programmieren
und damit auch nicht
alle Lebensmittel
neutralisieren kann.
Was wiederum wichtig ist,
wenn du irgendwann
intuitiv essen können möchtest.
Denn intuitiv essen
mit Angst funktioniert nicht.
Und auch wenn es dir Angst macht,
iss den Keks
oder den Schokoriegel
mit deinen Kindern.
Sag ihnen auch gern,
wenn er dir richtig gut schmeckt.
Lass sie sehen,
dass Mama genießen kann.
Das ist nicht nur
für deine Recovery wichtig,
sondern tatsächlich auch
die beste Prävention
für deine Kinder.
Denn Kinder, die sehen,
dass alle Lebensmittel
normal sind,
entwickeln seltener
ein essgestörtes Verhalten.
Und auch ein Punkt,
der gerade heutzutage
auch in der Schnelllebigkeit
oft zu kurz kommt,
ist,
ess gemeinsame Mahlzeiten.
Also versuche zumindest
eine Mahlzeit am Tag
mit den Kindern
am Tisch zu essen.
Also keine separaten
Mahlzeiten für dich,
kein heimlich anders
Essen in der Küche.
Wenn deine Kinder sehen,
dass Mama mit Genuss
und ohne Angst isst,
ist das die beste Prävention,
die du ihnen geben kannst.
Und gleichzeitig
ist es auch für dich
eine superschöne Exposure-Übung.
Also einfach eine Möglichkeit,
das nochmal zu challengen.
Eingebettet aber in deinen Alltag,
ohne dass du das jetzt
extra organisieren musst.
Und auch ganz wichtig,
bitte, bitte
keine Körperkommentare.
Also vermeide Kommentare
über deinen oder andere Körper
vor den Kindern.
Kein,
oh,
ich bin so dick.
Kein,
die sieht aber dünn aus.
Kein,
wenn ich so aussehen würde,
würde ich erst recht
keinen Kuchen mehr essen.
Ja,
alles so gehört.
Deine Kinder lernen daraus,
dass Körper bewertetet werden
und bestimmte Körperformen
etwas Negatives sind,
was es auf jeden Fall
zu vermeiden gilt.
Und das wiederum
ist der perfekte Nährboden
für ein eigenes,
gestörtes Körperbild,
was du ja,
wenn du ein gesundes Vorbild
sein möchtest,
gerade nicht weitergeben möchtest.
Und übrigens gilt das auch
für scheinbar positive Kommentare,
wie,
auch du bist aber hübsch.
Denn Anerkennung sollte
nicht über das Äußere kommen,
welches man selber ja auch
nicht wirklich unter Kontrolle hat,
sondern vielmehr über
Eigenschaften und Dinge,
die das Kind direkt beeinflussen kann.
Denn auch das kann unterbewusst
eine Angst schüren.
Denn wenn wir zum Beispiel
von so aussehen gelobt werden,
was passiert dann,
wenn ich irgendwann
vielleicht nicht mehr hübsch
oder niedlich
oder was auch immer
ich bin aussehe?
fokussiere dich hier auch
Heißt,
lieber auf Dinge,
die dein Kind konkret tut,
wenn du ihm ein Kompliment
machen möchtest.
Zum Beispiel,
ich sehe,
dass du dir bei diesem Bild
echt Mühe gegeben hast
und dir viel Zeit genommen hast.
Wichtig auch hier,
wir kommentieren nicht
das Ergebnis so,
oh, tolles Bild,
sondern den Prozess
und die Eigenschaften,
die das Kind dabei genutzt hat.
Zum Beispiel die Ausdauer
oder die Geduld.
So lernt dein Kind
und du ebenso,
dass es viel wichtigere Dinge gibt,
die es selbst in der Hand hat,
als das Aussehen.
Dann,
ich habe das Wort jetzt
schon ein paar Mal benutzt,
nutze Mikromomente.
Du brauchst auch keine Stunde
Selbstversorgung
oder einen kompletten
Wellness-Tag,
auch wenn ich dir den
echt absolut von Herzen gönne.
Aber du brauchst
nicht eine perfekte Meditation
oder eine komplett
ungestörte Therapie
oder Coaching setzen.
Klar,
das wäre natürlich das Optimum
und es ist super,
wenn du das hast,
wirklich,
weil es ist einfach schon hilfreich.
Aber ich sehe es auch immer wieder
bei meinen Mamas im Coaching,
gerade dem mit Babys
und Kleinkindern.
Selbst wenn zwischendurch
gestillt wird
oder das Kind etwas braucht
und dich das etwas
aus dem Prozess bringt,
du kannst dir dennoch
verdammt viel mitnehmen
oder zumindest mehr,
als wenn du nicht
dabei gewesen wärst.
Was aber wirklich
jeden Tag funktioniert,
anstatt eben dieser großen
Auszeit,
und groß meine ich jetzt schon
alles, was länger
als zehn Minuten sind,
sind Mikromomente.
Also zum Beispiel
fünf Minuten bewusst essen,
während die Kinder spielen
oder sich selbst beschäftigen,
wenn das schon geht.
Oder
vor dem Fernseher sitzen.
und ich sage das bewusst,
das ist okay,
wenn der Fernseher läuft,
damit du in Ruhe
essen kannst.
Setz dich hin,
iss was,
was dir schmeckt
und dich satt macht.
Nicht die Reste,
nicht im Stehen,
nicht nebenbei,
fünf Minuten für dich.
Und nutze auch gerne
die Momente nach dem
ins Bett bringen.
Weil wenn die Kinder
endlich schlafen
und die Stille einkehrt,
dann fülle sie bitte
nicht gleich wieder
mit Haushalt
oder anderen To-Dos.
Nimm dir die ersten
zehn Minuten
ganz bewusst für dich.
Zum Kurz innehalten,
zum Durchfall,
durchatmen oder auch
erstmal nur zum Fühlen,
was da gerade ist
und dann entscheide,
was brauche ich jetzt wirklich.
Vielleicht ist es ein Snack
oder die berühmte Tasse Tee.
Vielleicht auch einfach nur Stille.
Weil das ist deine Entscheidung
und dein Raum.
Und wenn du
alleinerziehend bist,
dann ist dein Mikromoment
vielleicht die Autofahrt
zur oder zurück
von der Kita
oder die zwei Minuten,
in denen das Kind
im Sandkasten spielt.
Also nutze
diese Momente
auch gerne bewusst.
Und zwar nicht
für die Einkaufsliste
und auch nicht
fürs Handy,
sondern
und sei es
für einen tiefen Atemzug.
Und die Frage,
hey, wie geht es mir
eigentlich gerade?
Nächste Strategie,
Frage konkret
nach Unterstützung.
Ich weiß,
das ist wahrscheinlich
einer der schwierigsten Punkte
für viele von euch,
denn um Hilfe bitten
fühlt sich oft an
wie Versagen.
Aber das ist es nicht.
Im Gegenteil.
Es ist eine der mutigsten
Entscheidungen,
die du treffen kannst.
Also,
was du machen kannst,
ist zum Beispiel
auch konkrete Aufgaben
verteilen.
Bitte deinen Partner,
deine Familie
oder Freunde
nicht einfach nur um Hilfe,
weil das ist oft zu vage
und führt dazu,
dass niemand weiß,
was du wirklich brauchst,
sondern werde konkret.
Sag,
meinetwegen,
ich brauche dich,
um am Abend
das Abendbrot zu machen,
weil ich es gerade nicht schaffe,
mit den Lebensmitteln
zu hantieren.
Ich hatte so eine Phase.
Also,
da hatte ich,
ja,
hatte ich so ein paar Schwierigkeiten
und dann hat mein Partner
das für mich übernommen.
Oder,
kannst du die Kinder
am Samstag
für zwei Stunden nehmen,
damit ich in Ruhe
einkaufen und essen kann?
Je konkreter du bist,
desto leichter fällt es anderen,
dich zu unterstützen
und zu gucken,
okay,
kann ich das vielleicht gerade leisten
oder nicht?
Und nutze sehr,
sehr gerne auch professionelle Hilfe.
Also,
es gibt ja auch verschiedene
Mutter-Kind-Angebote.
Zum Beispiel
gibt es ambulante Beratungsstellen,
die auf Mütter spezialisiert sind.
Oder Familienhilfe
durch Jugendamt
oder die Caritas
oder Diakonie.
Es gibt auch Tageskliniken
und Kurkliniken,
die auf Mütter spezialisiert sind
und auch Kinderbetreuung integrieren.
Und vielleicht denkst du jetzt,
oh,
wir haben alles Angebote
für hoffnungslose Fälle.
Nee,
das sind Angebote
für Mütter,
die mutig genug sind,
sich Unterstützung zu holen.
Weil es gibt schon wirklich
auch einige Angebote da draußen,
die auch mit Kind gehen.
Und damit vielleicht auch
nochmal zu ein paar Strategien,
speziell auch nochmal
für Alleinerziehende.
Denn Standard-Tipps wie
Ja, weihalt deinen Partner ein
und bitte ihn um Hilfe,
helfen dir natürlich nicht,
wenn du alleinerziehend bist.
Also,
wichtig,
bau dir wirklich aktiv
ein Netzwerk auf,
welches dich unterstützen kann.
Du hast vielleicht
keinen Partner oder Partnerin,
der das übernehmen kann.
Aber
du hast vielleicht
eine Freundin
oder eine Nachbarin
oder eine Kollegin
oder auch eine Mutter
aus der Kita-Gruppe,
die dich mit deinem Kind
unterstützen kann.
Such dir auch gerne
eine Art Recovery-Partnerin
oder eine Gruppe,
die dich unterstützen kann
und die dir hilft,
dich weniger allein zu fühlen.
Es ist wichtig,
dass du wenigstens
eine Person
oder einen Raum hast,
wo du anrufen
oder dich melden kannst,
wenn die Essstörung laut wird
und du alleine bist.
Für meine Coaches
bin oft ich
die erste Anlaufstelle,
bis sie ihr Netzwerk
einfach auch erweitert haben.
Also,
das ist auch was,
woran wir arbeiten,
weil in der Regel
traut man sich ja gerade,
wenn es jetzt vielleicht
um Essstörung-
spezifischere Themen geht,
die jetzt mit jedem zu teilen.
Und das meine ich auch nicht.
Also,
dafür ist es wichtig,
wirklich jemanden zu haben,
der dich einfach
wirklich auch versteht,
oft hilfst dir auch,
wenn schon mal jemand da ist,
der dich erstmal
mit den Kindern unterstützen kann
und dann eben
an nächster Stelle
vielleicht auch jemanden,
der dir hilft,
diese Recovery-Herausforderungen
gemeinsam zu navigieren.
Wichtig ist wirklich,
dass du jemanden
an deiner Seite hast,
der dich vielleicht auch erdet
oder versteht,
ohne zu urteilen.
Und wenn niemand
in deiner Nähe ist,
dann nutze super gerne
auch Online-Gemeinschaften.
Also,
wenn du zum Beispiel
dann abends
auf dem Sofa sitzt
und die Kinder schlafen,
dann ist eine Gruppe
wie jetzt,
also ich nehme jetzt auch mal meine,
weil die kenne ich,
ich weiß,
es gibt auch viele andere Angebote,
aber meine Soulgroup ist zum Beispiel
immer erreichbar.
Und du kannst dort jederzeit schreiben
oder dich von den Gedanken
oder auch den Prozessen
der anderen Frauen inspirieren
und auch ermutigen lassen.
Und das Beste,
du brauchst dafür auch
keinen Babysitter
und keine Extraorganisation.
Du brauchst nur dein Handy
oder Laptop,
iPad,
whatever
und die Bereitschaft,
nicht allein zu sein.
Dann noch ein Punkt,
den ich selbst lange unterschätzt habe,
aber den ich inzwischen
auch wirklich als wichtige Grundlage sehe.
Unterschätze niemals die Biochemie.
Denn ein Gehirn im Defizit,
sei das durch Stillen,
Strafmangel,
Stress
und unzureichende Ernährung
und meist haben wir mehreres davon,
fällt mehr oder weniger automatisch
in alte Muster zurück,
denn es befindet sich im Notmodus.
Das ist dann auch keine Willensschwäche,
das ist wirklich Biologie.
Heißt, eine ausreichende Versorgung
mit Makro- und Mikronährstoffen
ist das Fundament.
Das bringt uns auch wieder
zu Strategie 1.
Also Makronährstoffe sind
Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette.
Und ja, wir brauchen alle drei davon
ganz dringend.
Und Mikronährstoffe sind,
wie der Name schon sagt,
die kleinen Bestandteile,
die der Körper im Gegensatz
zu Makronährstoffen
nicht zur Energiegewinnung,
sondern für lebenswichtige
Stoffwechselprozesse benötigt.
Dazu zählen zum Beispiel
oder hauptsächlich eigentlich
die Vitamine,
die Mineralstoffe
und die Spurenelemente,
die in geringen Mengen
für das Zellwachstum,
dein Immunsystem
und den Stoffwechsel
unerlässlich sind.
Besonders hilfreich
und mit sehr guter Studienlage
im Hintergrund sind
Omega 3 für dein Gehirn
und deine Stimmung,
Eisen und Magnesium
für deine Energie
und Vitamin D.
Lass diese Werte
super gerne wirklich messen
und passe deine Ernährung
daran an
beziehungsweise unterstütze
deinen Körper hier
auch gezielt
mit Nahrungsergänzung,
da selbst bei optimaler Ernährung
heutzutage
insbesondere Omega 3
und Vitamin D
nicht mehr abgedeckt werden.
Und gleichzeitig ist eine ausreichende
Versorgung damit
das Fundament,
auf dem eben die psychische Arbeit
überhaupt ist,
möglich wird
und auch deutlich leichter.
Wie gesagt,
ich sehe den Unterschied
immer wieder
in zahlreichen Omega 3 Tests.
Sowohl in meinen eigenen
als aber auch in denen
von so vielen Frauen,
die ich dank meiner Partnerschaft
mit Sensino
auch regelmäßig
zu Gesicht bekomme.
Und tatsächlich
merke ich den Unterschied
auch im Coaching deutlich,
insbesondere wenn es um
das Verarbeiten
und Aufnehmen
von neuen Informationen
und aber auch
das Neuprogrammieren
alter Verhaltensweisen geht.
Und wie gesagt,
aktuell darf ich das ja
selbst auch mal wieder erleben,
wie sehr eben
eine Schwangerschaft
und die körperlichen Veränderungen,
die damit einhergehen,
die Reserven aufbrauchen.
Trotz bewusster Ernährung
und Supplementierung.
Also wenn das bei mir
nach sieben Jahren
vollständiger Recovery so ist,
dann stell dir vor,
wie das oder was da
vielleicht auch in deinem Körper
passiert,
wenn du noch mit
deiner Essstörung steckst
und ein oder mehrere
ganze Menschen erschaffen hast.
Dein Körper braucht
wirklich mehr denn je
Nahrung, Nährstoffe
und die Erlaubnis
versorgt zu werden.
Das ist die absolute
Grundversorgung,
damit alles funktionieren kann.
Und dann vielleicht nochmal
diese kraftvolle Übung
zum Schluss
und das ist eine Übung,
die dir helfen kann,
das Vorbild für dein Kind zu sein,
bei welchem du auch
wirklich sein möchtest.
Das ist nochmal
eine etwas ausführlichere
Variante davon,
was ich in der letzten Folge
bereits angesprochen
oder angedeutet habe.
Also wenn du möchtest,
nimm dir gerne einen Zettel
oder dein Journal
und schreib mal auf.
Was wünsche ich mir
für die Beziehung
meiner Kinder
zu Essen
und ihrem Körper
und nimm dir da wirklich
ein paar Momente Zeit
ins Detail zu gehen.
Was sollen deine Kinder
über Essen denken?
Was sollen sie fühlen,
wenn sie in den Spiegel schauen?
Wie wünschst du dir,
dass deine Kinder
mit ihrem Körper umgehen?
Und dann frag dich,
lebe ich das gerade vor?
Falls deine Antwort
Nein lautet,
dann verurteile ich jetzt
bitte nicht dafür,
denn darum geht es nicht.
Fragen sollen dir vielmehr helfen,
nachzujustieren
und dich der Version
von dir anzunähern,
die du sein möchtest.
Nicht nur für dich,
sondern auch für deine Kinder.
Denn deine Recovery
ist nun mal das größte Geschenk,
was du dir
und deinen Kindern machen kannst.
Denn du durchbrichst dadurch
einen Kreislauf,
der sich nicht selten
bereits über Generationen zieht
und ermöglichst dir
und deinen Kindern
ein Leben in Frieden
und Akzeptanz
mit sich selbst,
ihrem Körper
und dem Essen.
Das heißt,
was du jetzt tust,
schreibt auf einer Ebene
auch deine und damit
aber auch eure Geschichte neu.
Okay, schon wieder
fast eine Stunde.
Ja, das waren jetzt
auch schon wieder
ganz schön viele Strategien
und vielleicht schwirrt dir
jetzt der Kopf
und du denkst gerade,
ja, schön und gut,
aber du weißt ja gar nicht,
wie mein Alltag aussieht.
Stimmt, weiß ich nicht.
Nicht im Detail.
Ich weiß nicht,
wie sich deine Nächte anfühlen,
wie laut deine Kinder schreien,
wie leer dein Tank gerade ist.
Weiß ich nicht.
Aber was ich weiß,
ist, wie es sich anfühlt,
an einem Punkt zu stehen,
an dem man denkt,
ich kann nicht mehr.
Und ich weiß auch,
wie es sich anfühlt,
wenn die Erststörung
lauter schreit
als alles andere.
Und ich weiß,
wie es sich anfühlt,
wenn man dann
trotzdem den Mut aufbringt,
einen Schritt zu gehen.
Obwohl alles in einem
Schreit bleibt stehen,
geht zurück,
es ist sicherer hier.
Daher möchte ich dir etwas sagen,
was ich wirklich
von ganzem Herzen meine.
Du musst nicht alles
auf einmal umsetzen,
ist eh total unrealistisch.
Genau genommen
musst du auch gar nichts
davon umsetzen,
denn, wie gesagt,
auch ob und wie du
in die Recovery gehst,
ist einzig und allein
deine Entscheidung.
Aber bitte versuch
auch nicht alles
davon auf einmal umzusetzen,
weil das wäre dann
wieder Perfektionismus
und den haben wir ja
gerade erst entlarvt.
Also, fang klein an.
Such dir meinetwegen
eine Sache aus,
die dich vielleicht gerade
besonders angesprochen
oder neugierig gemacht hat.
Eine einzige,
bei der du gerade denkst,
das könnte ich vielleicht schaffen.
Egal was.
Das Schwierigste ist oft,
nicht die Übung selbst,
sondern überhaupt
erstmal anzufangen.
Aber jeden Tag,
den du früher beginnst,
ist ein Tag,
den du am Ende
länger in Freiheit
mit deinen Kindern
leben kannst.
Und falls es nicht
sofort klappt,
verurteile dich bitte
auch hierfür nicht,
sondern erlaube dir,
daraus zu lernen
und es erneut anzugehen.
Ich habe ja am Anfang
dieser Doppelfolge gesagt,
dass Recovery als Mama
schwerster Bein unter
Mangelbedingungen ist.
Und das stimmt.
Aber ich möchte auch
noch hinzufügen,
es ist auch die
nachhaltigste Form
von Recovery,
die es gibt.
Denn du tust es
nicht in einer Klinik,
wo jemand anderes
für dich kocht.
Nicht in einer Auszeit,
wo dich niemand braucht.
Und schon gar nicht
unter perfekten Bedingungen,
in denen du dich
nur auf dich konzentrieren kannst.
Du tust es,
wenn du es tust,
wirklich mitten im Leben.
Mit Milchflecken
auf dem Shirt,
mit schreiendem Kind
auf dem Arm,
mit drei Stunden Schlaf
und mitten im Chaos.
Du tust es,
während du gleichzeitig
den wichtigsten Job
auf der Welt machst,
nämlich den kleinen
Menschen großziehen.
Und das ist verdammt
viel und verdammt mutig.
Weil du nämlich sagst,
ich gebe nicht auf.
Also wenn du bisher gekommen bist,
dann erst mal Hut ab,
weil ich weiß zwar viel
und ich weiß,
es ist auch sehr intensiv,
dich damit aufeinander zu setzen.
Du sagst dir aber damit genau,
ich gebe nicht auf und zwar nicht nur für mich,
sondern auch für meine Kinder.
Und ich gehe diesen Weg,
auch wenn er chaotisch ist.
Auch, gerade weil er unperfekt ist.
Und auch, wenn er langsamer ist,
als ich es mir vielleicht wünschen würde.
Übrigens was,
was auch jeden trifft.
Also ich habe, glaube ich,
noch nie jemanden erlebt,
der sagt,
das geht mir irgendwie gerade schnell genug.
Oder ich sollte eigentlich schon weiter sein.
Nee, du bist genau richtig da,
wo du bist.
Und weißt du,
was das Schönste daran ist?
Ich verspreche dir,
irgendwann wird dieser Tag kommen,
wenn du dran bleibst.
Irgendwann sitzt du mit deinen Kindern am Tisch
und ihr esst zusammen Pizza,
Kuchen,
Nudeln
oder sitzt gemeinsam auf der Couch
und guckt einen Film.
Was auch immer.
Und du wirst nicht mehr an Kalorien denken
und auch nicht an die Waage.
Dann bist du einfach
nur noch mit deinen Kindern.
Während ihr lacht
und gemeinsame Erinnerungen schafft.
Ich jedenfalls erinnere mich
heute noch daran,
wie ich mit Miraculie-Nudeln
aufgewachsen bin.
Das war so eine Packung,
ich weiß auch nicht,
warum gibt es das eigentlich?
Da waren die Nudeln drin,
die Soße drin und Parmesan.
Und wie wir uns wirklich als Familie
um dieses winzige Päckchen Parmesan
oder was auch immer das war.
Also ich bin mir ehrlich nicht sicher,
ob das überhaupt was mit Käse zu tun hatte.
Egal.
Wir haben uns da drum gestritten.
Und dieses Essen war bei Weitem nicht perfekt.
Aber ich erinnere mich gern daran.
Und es hat mir auch nicht geschadet.
Im Gegenteil.
Es gehört zu den unbeschwertesten Erinnerungen
an meine Kindheit.
Und genau solche Momente
warten auch auf dich und deine Kinder.
Und genau diese alltäglichen Momente
sind jeden einzelnen chaotischen,
unperfekten, anstrengender Schritt,
und Recovery-Entscheidung,
whatever wert,
die du auf den Weg dorthin triffst.
Und falls du gerade denkst,
allein schaffe ich das nicht,
dann möchte ich dir nochmal sagen,
das musst du auch nicht.
Es gibt Hilfe.
Egal ob in Therapie,
Coaching,
durch Beratungsstellen oder ähnlichem.
Und es gibt auch Gemeinschaften.
Es gibt Menschen,
die genau verstehen,
was du durchmachst.
In meiner Soulgroup zum Beispiel
treffen sich jeden Monat Frauen,
die auf demselben Weg sind wie du
und genau wissen,
wie es dir gerade geht.
Und viele davon sind,
wie gesagt,
ebenfalls Mama.
Und wenn du dir
eine intensivere Begleitung wünschst,
die auf deine individuelle Situation
zugeschnitten ist,
dann hast du für März
noch die Möglichkeit,
auf einen der letzten
Freedom Journey Plätze
vor meiner Babypause im Juni.
Weil Freedom Journey geht ja drei Monate,
also wenn wir durchrechnen,
passt genau.
Und Freedom Journey verbindet
sowohl individuelles
1 zu 1 Coaching
und ist auf dich
und deine Bedürfnisse abgestimmt
mit der unterstützenden Gemeinschaft
durch die Soulgroup.
Denn, wie ich am Anfang bereits gesagt habe,
eine meiner Hauptaufgaben ist es,
gemeinsam mit dir herauszufinden,
wie Recovery in deinem Leben
und in deinem Alltag
passt und gelingen kann.
Nicht nach Schema F,
sondern nach Schema Du.
Also, falls dich das neugierig macht
und du sagst,
okay,
ich will vielleicht das doch
nochmal ein bisschen
individuell angucken,
dann findest du die Links,
wie gesagt,
wie immer in den Shownotes.
Und wenn du jemanden kennst,
egal ob Mama,
Freundin oder Schwester,
die gerade in dieser Situation steckt,
dann schicke dir super gerne
auch die beiden Folgen.
So, und damit kommen wir zum Schluss
und ich danke dir,
dass du auch heute wieder dabei warst
und dir die Zeit für dich genommen hast.
Wie gesagt,
allein das ist so ein unglaublich
wertvoller Recovery-Schritt.
In diesem Sinne,
bis zum nächsten Mal
bei Rumi's Recovery Reality.
Vielen Dank,
dass du dir Zeit
für eine Tasse Reality
mit mir genommen hast.
Ich hoffe,
diese Folge hat
einen kleinen positiven Unterschied
in deinem Tag gemacht.
Mit deiner 5-Sterne-Bewertung
kannst du genau diesen Unterschied
auch im Leben anderer
lebensfongiger Frauen bewirken,
die diesen Podcast
noch nicht gefunden haben
und sich ebenfalls
nach einem Leben
in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen
und freue mich,
auf Instagram mit dir
in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du
in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.
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