#47 Der wahre Grund, warum Loslassen so schwer ist
3 Funktionen meiner Essstörung – und was das für deine Recovery bedeutet
11.03.2026 32 min
Zusammenfassung & Show Notes
Warum fällt es so schwer, die Essstörung loszulassen – selbst wenn man es eigentlich will? In dieser Folge nehme ich dich mit in mein Tagebuch und zeige dir, welche Funktionen meine ES jahrelang für mich übernommen hat – und was das für deinen eigenen Weg bedeutet.
Warum fällt es so schwer, die Essstörung loszulassen – selbst wenn man es eigentlich will? Wenn du dich in diesem Widerspruch wiedererkennst, dann liegt das nicht an fehlendem Willen. Dann tut deine Essstörung noch etwas für dich. Sie gibt dir etwas, das du bisher nirgendwo anders gefunden hast.
Und genau das macht den Kampf gegen sie so erschöpfend – und so sinnlos.
Ich nehme dich in dieser Folge mit in mein Tagebuch – und lese meine eigenen Einträge heute mit völlig anderen Augen, denn dank meiner drei Coach-Ausbildungen und sechs Jahre Coaching-Erfahrung verstehe ich inzwischen, welche tiefen Muster hinter meinen damaligen Gedanken steckten. Und genau dieses Verstehen ist es, was alles verändert. An meinen Beispielen sprechen wir darüber, was sich verändert, wenn wir die Essstörung nicht mehr bekämpfen, sondern verstehen lernen.
Darum geht es in dieser Folge:
- Warum die Essstörung kein Feind ist – und was sie trotzdem von dir wegnimmt
- Drei Funktionen meiner eigenen Essstörung: Schutz vor dem echten Leben, Identität & Sichtbarkeit, Betäuben von Gefühlen
- Was der Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt mit deinem Zögern im entscheidenden Moment zu tun hat – und warum das völlig normal ist
- Warum du dein Essgestörtes Ich nicht loswerden, sondern verstehen lernen darfst
- Wie ich damals mit einem einzigen Tagebucheintrag ohne es zu wissen alles verändert habe
Diese Folge ist für dich, wenn...
- du spürst, dass deine Essstörung noch irgendwie „etwas tut“ – und du nicht weißt, was
- du weißt, dass du eigentlich frei sein willst, und trotzdem immer wieder zögerst wenn es drauf ankommt
- du aufgehört hast zu kämpfen – und trotzdem nicht wirklich weitergekommen bist
Wenn du nach dieser Folge merkst, dass du tiefer gehen möchtest, dann komm zur kostenlosen Masterclass „Kämpfst du noch oder lebst du schon?“ am 18. März um 20 Uhr.
Das ist der Link zum Zoom mit dem du zur Masterclass kommst: https://us06web.zoom.us/j/86401480938
In 90 Minuten zeige ich dir, warum der Kampf gegen die Essstörung genau das ist, was sie am Leben erhält – und welchen Weg es stattdessen gibt. Einen, auf dem du nichts verlierst, sondern nur dazugewinnst.
Das ist der Link zum Zoom mit dem du zur Masterclass kommst: https://us06web.zoom.us/j/86401480938
In 90 Minuten zeige ich dir, warum der Kampf gegen die Essstörung genau das ist, was sie am Leben erhält – und welchen Weg es stattdessen gibt. Einen, auf dem du nichts verlierst, sondern nur dazugewinnst.
Ich freue mich auf dich! 🤗
Falls du vor dem Call nochmal eine kurze Erinnerung möchtest, trage dich gern in meinen Newsletter ein, um den Termin nicht zu verpassen. 💌 https://romy-hoerbe.de/newsletter
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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr
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- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
- Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
- Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
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Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Bevor wir ins heutige Thema einsteigen, möchte ich dich gern noch in ein kleines Live-Update mitnehmen.
Denn was gerade passiert, passt sehr gut zu dem, worüber wir heute auch sprechen.
Und deswegen will ich sie auch nicht vorenthalten, zumal, wie gesagt, die Reality hier ja in mehrere Richtungen geht.
Auch in das, was mich, ja, aktuell vielleicht auch persönlich beschäftigt.
Und tatsächlich nehme ich diese Podcast-Folge aufgrund der politischen Situation auch schon deutlich früher auf als geplant.
Denn eigentlich würde ich jetzt gerade in Abu Dhabi am Pool liegen, aber dazu gleich mehr.
Und wie du ja wahrscheinlich schon inzwischen mitbekommen hast, bin ich schwanger und inzwischen auch schon in der 24. Schwangerschaftswoche angekommen.
Wenn du das hörst, bin ich dann schon in der 25.
Und ja, es ist eigentlich die perfekte Zeit, um nochmal zu verreisen, da der Bauch ja noch nicht so groß ist und die anfänglichen Beschwerden, von denen ich ja zum Glück, wie gesagt, kaum welche hatte.
Aber die meisten Frauen, die dann vielleicht doch darunter leiden, für die ist es meistens vorbei.
Und daher haben wir jedenfalls gedacht, okay, wenn das nochmal gerade so ein günstiger Zeitraum ist, dann lass uns doch einen sogenannten Babymoon planen.
Das ist sozusagen der letzte gemeinsame Urlaub zu zweit, bevor eben dann auch das Baby kommt.
Und wir haben gedacht, Mensch, ja, nach Bali fliegen wir jetzt nicht, auch aus Babygründen, weil das muss vielleicht nicht unbedingt sein.
Haben also Bali schon abgesagt und haben aber dann entschieden, okay, in Dubai wären wir ja eh auf dem Rückweg von Bali gewesen.
Wenn wir jetzt nicht nach Bali fliegen, dann lass doch mal zwei Wochen Abu Dhabi machen.
Weil, ja, wollten wir uns einfach immer schon mal anschauen und haben es irgendwie nicht geschafft, von Dubai rüberzufahren.
Und wir haben gedacht, ja, eigentlich eine ganz gute Gelegenheit, dort ist Ramadan, wir können mal zwei Wochen noch ein bisschen runterkommen, Sonne tanken, durchatmen und uns, wie gesagt, endlich auch mal Abu Dhabi anschauen.
Und bevor es dann eben bis, ja, Ende April wäre es dann sozusagen gewesen, keine Ahnung, ob wir noch hinkommen oder nicht, in unsere Zweitheimat Dubai gegangen wäre.
Und in Abu Dhabi selbst hatten wir geplant, zum Beispiel die große Moschee zu besuchen, das Louvre, den Mangrovenpark, ja, es gibt Natur.
Und einfach eine ganz entspannte Zeit, vielleicht auch einfach mal am Pool zu verbringen und einfach die letzten Momente der Ruhe, bevor es eben, ja, dann doch auch nochmal in den Endsport geht, sowohl privat als auch beruflich.
Denn die letzte Runde meines Gruppencoachings Rediscover steht ja auch noch vor der Tür und beginnt am 22. März.
Und davor wollten wir gerne einfach nochmal ein bisschen abschalten und zweit zu zweit genießen.
Aber dann am Samstag, also heute, wo ich das aufnehme, ist Dienstag, deswegen, ja, viel Vorlauf, das ist sehr ungewöhnlich für mich.
Aber ein Tag vor unserem Abflug und wir saßen wirklich bereits auf gepackten Koffern.
Also ich sage euch, hier sieht es aus, eine Bombe ist im wahrsten Sinne des Wortes und das sollte man jetzt vielleicht gerade nicht sagen, aber es sieht wirklich schlimm aus.
Wir saßen auf den gepackten Koffern, die jetzt halt wieder ausgepackt sind.
Und das Mietauto zum Flughafen stand gerade in dem Moment vor der Tür, als die Nachricht kam, dass die politische Lage zwischen den USA und Israel und dem Iran sich so zugespitzt hat, dass an Fliegen nicht mehr zu denken war.
Und innerhalb von einer Stunde war alles weg. Die Vorfreude, die Pläne, auch das Geld, bei dem noch nicht ganz sicher ist, ob wir das jetzt zurückbekommen und wie.
Auf jeden Fall ist es ja auch wenn nicht. Und vor allem aber die Zeit, also diese letzte gemeinsame Zeit zu zweit, die wir uns so bewusst freigehalten haben und auf die wir uns wirklich riesig gefreut haben.
Also wir hätten sie wirklich beide gut gebrauchen können und ich habe ja auch extra dafür Sommerklamotten gekauft, weil Schwanger passt du nun mal nicht da rein.
Also ob ich die jetzt überhaupt noch brauche, steht gerade auch noch ein bisschen in den Sternen.
Und du kannst es dir vielleicht vorstellen, aber im Moment der Nachricht hat es mir kurzfristig erstmal den Boden unter den Füßen weggezogen.
Und Gefühle von Ohnmacht, Trauer, Wut, Resignation haben mich gefühlt alle auf einmal überflutet.
Und das Krasseste daran ist, ohnmächtig habe ich mich eigentlich seit meiner Recovery keinen einzigen Tag mehr gefühlt.
Das war wirklich ein Gefühl, was ich fast vergessen hatte.
Und jetzt kommt der Teil, warum ich dir das erzähle.
Denn früher, während meiner Essstörung, war genau dieses Gefühl der Ohnmacht einer meiner größten Trigger.
Ich habe leider einige Situationen in meinem Leben erlebt, in denen ich mich absolut ohnmächtig gefühlt habe.
Und wie ich heute weiß, war dem Gefühl der Ohnmacht zu entgehen auch eine der Funktionen meiner Essstörung.
Denn sie gab mir eine Aufgabe und aber auch etwas, worüber ich gefühlt die Kontrolle hatte.
Denn egal, was da draußen in der Welt passierte, meinen Körper und was ich mit ihm mache, konnte ich kontrollieren.
Sei das mit weniger Essen, ausgiebigem Essen planen und Rezepten durchfühlen, mehr Sport oder aber auch durch Essen loswerden,
wenn ich das ganze Leben einfach nur noch zum Kotzen fand.
Und meine Essstörung gab mir einfach immer irgendwas zu tun, um eben nicht einfach nur hilflos da zu sitzen.
Aber als letztes Wochenende dann die Nachricht kam, dass wir nicht fliegen können, kam trotz all dem Schmerz und den Gefühlen, die diese Situation mit sich gebracht hat,
und wie gesagt, das war eine Menge, nicht ein einziger Gedanke daran, weniger zu essen oder irgendwas anderes Selbstschädigendes zu tun.
Im Gegenteil, ich habe sogar noch zu Markus, der gleich angefangen hat, mir die ganzen Nachrichten vorzulesen, gesagt,
ich sage, du, wait a minute, lass uns bitte erstmal frühstücken und dann über die Situation und all die Herausforderungen, die das jetzt mit sich bringt, sprechen.
Also ich habe wirklich in dem Moment, obwohl mir, wie gesagt, kurzfristig echt, also mir ist so alles in den Magen gesagt,
ich habe mein Frühstück regelrecht beschützt.
Denn solche Nachrichten schlagen mir sehr, sehr schnell auf den Appetit und auch mein Hungergefühl tatsächlich auch heute noch.
Also ich bin da wirklich so, bei mir geht dann voll der Sympathikus an und dann ist erst mal Sense.
Und obwohl mir bereits klar war, dass wir nicht wie geplant am nächsten Tag im Flieger sitzen würden,
gab es nicht einen Impuls, jetzt wenigstens über meinen Körper die Kontrolle zu übernehmen.
Da war kein Reflex mehr, aus Frust Sport zu machen, nur um irgendwas zu tun.
Im Gegenteil, mitten in diesem Schmerz kam so eine krasse Welle der Fürsorge für mich selbst auf
und ich konnte diese Gefühle da sein lassen.
Also wirklich so, und zwar wie in so einem Kindergarten.
Da saßen die Ohnmacht, die Trauer und die Enttäuschung alle an einem Tisch.
Und es flossen gefühlt auch gleichzeitig durch meinen Körper.
Aber ich habe mich nicht wie früher von ihnen bedroht gefühlt.
Im Gegenteil.
Ich hatte Verständnis dafür, dass ich so fühle und habe mich deshalb besonders gut um mich gekümmert.
Und dann habe ich etwas gemacht, was mein Essgestörtes ich niemals gekonnt hätte.
Ich habe geschaut, was ich gerade wirklich noch kontrollieren kann.
Ja, ob und wie viel ich esse oder mich bewege, liegt immer noch komplett in meiner Kontrolle.
Diesen Teil habe ich auch mit meiner Recovery nicht verloren.
Aber wenn ich es heute tue, dann tue ich es so, dass es funktional ist und nicht schädlich,
wie man eben an dem Beispiel von dem Frühstück ja auch gesehen hat.
Weil ich hätte jetzt genauso gut auch gute Gründe gehabt, nicht zu frühstücken.
Aber nee, das war überhaupt keine Option mehr.
Ich habe aber vor allem die Kontrolle darüber übernommen, wie ich jetzt mit der Situation umgehe.
Also ob ich jetzt den Kopf in den Sand stecke und mir erzähle, was ich jetzt alles nicht haben werde.
Hätte sehr geholfen.
Oder ob ich die Zeit, die ich nun mal unfreiwillig bekommen habe, für etwas Hilfreiches nutze.
Zum Beispiel jetzt hier mit dir zu sprechen.
Und vielleicht auch die kostenfreie Masterclass vorzubereiten, die am 18. März stattfindet.
Aber dazu später mehr.
Und was ich natürlich auch kontrollieren konnte, ist, mir auch hier ganz bewusst kleine Auszeiten zu nehmen,
um in dem vielen Raum, der für die Arbeit frei geworden ist, trotzdem Pausen zu nehmen und auch die Sonne zu genießen.
Also ich bin so, so froh gerade, dass wenigstens das Wetter hier mitspielt.
Das hat mich, glaube ich, echt gerettet auf einer Ebene.
Nicht, dass ich jetzt dem Wetter die Verantwortung geben will, aber es hilft einfach.
Und ich habe mich ganz bewusst dann auch für kleine Mini-Ausflüge, die man eben in den Alltag einbauen kann, entschieden.
Und wir sind aktuell jetzt auch auf der Suche nach Möglichkeiten, wenigstens für ein paar Tage dann doch nochmal irgendwie komplett rauszukommen.
Meine Sommerkleider werde ich dafür wahrscheinlich nicht brauchen, aber vielleicht demnächst den Badeanzug.
Denn ganz ehrlich, ich kenne mich.
Und ich weiß, wie schnell man von der Essstörung in eine andere Form von Kontrolle rutschen kann.
Sei das vom Hungern ins Arbeiten oder vom Kalorienzählen ins Aufgaben- und To-Do-Listen abhaken.
Nur um irgendwas zu tun zu haben.
Und die Verlagerung sieht dann zwar anders aus und vielleicht auch weniger schädlich, aber das Muster dahinter ist das Gleiche.
Und das sehe ich leider auch bei vielen Frauen.
Aber weil ich mich selbst die letzten Jahre so gut kennengelernt habe, verstehe ich inzwischen auch ziemlich gut, wie mein Gehirn tickt und kann bewusst gegensteuern.
Und das ist meine neue und auch deutlich gesündere Art von Kontrolle, die ich jetzt für mich einsetzen kann.
Weißt du was? So einen Tag später, also an unserem eigentlichen Abreisetag, ist mir, wie gesagt, nachdem so einmal die ganze Frustration, Wut, Enttäuschung und Ohnmacht durchgeflossen sind, ist mir auch bewusst geworden, dass wir eigentlich sogar unglaubliches Glück hatten.
Denn wäre all das, was jetzt passiert ist, nur einen Tag später passiert, dann würden wir wahrscheinlich jetzt in Katar im Flughafen festsitzen und immer noch dort sein.
Nicht gerade so, der sich erst dort, wenn man schwanger ist, würde ich sagen.
Also ja, ich bin nach wie vor traurig und enttäuscht und gleichzeitig aber auch dankbar.
Und all diese Gefühle dürfen da sein.
Und in der letzten Woche, äh, Folge, ja, Woche, Folge, wie auch immer, habe ich ja recht intensiv vom gesunden Ich und vom essgestörten Ich gesprochen.
Und in genau solchen Ausnahmesituationen spüre ich, wie stark mein gesundes Ich die letzten Jahre geworden ist.
Das heißt, ich kann akzeptieren, was ich wirklich nicht ändern kann und gleichzeitig fürsorglich schauen, was noch geht.
Mein essgestörtes Ich muss nicht mehr vor, also muss mich, muss mich, Hilfe, es ist spät, es ist irgendwie, oh Gott, es ist schon halb elf, Halleluja.
Muss mich nicht mehr vor unangenehmen Gefühlen beschützen, weil mein gesundes Ich ja diese Funktion übernommen hat.
Und lange Einleitung, aber jetzt genau der Punkt, um den es heute auch gehen soll, und zwar um genau solche Funktionen.
Und dazu habe ich dir nochmal mein Tagebuch mitgebracht.
Denn tatsächlich habe ich da so viel reingeschrieben, was erst heute und mit dem Hintergrund meiner ganzen Ausbildungen wirklich Sinn für mich ergibt.
Also damals habe ich einfach nur rausgeschrieben, aber jetzt inzwischen lese ich das mit völlig anderen Augen und verstehe auch, welche Mechanismen da passiert sind, warum das so war.
Ja, und habe einfach nochmal einen völlig neuen Blick.
Und ich erinnere mich an viele Momente, in denen ich in meiner Wohnung saß, mit Druck in der Brust, wo sich alles vernebelt angefühlt hat und wo so viel Angst war.
Und in einem Tagebucheintrag habe ich geschrieben, was will mir die Angst sagen?
Wovor schützt sie mich?
Und ohne es zu wissen, hatte ich mir damit eine der wichtigsten Fragen überhaupt gestellt.
Denn zum ersten Mal ging es nicht darum, wie ich diese Angst loswerde oder gegen sie ankämpfe, sondern wovor schützt sie mich?
Und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, war das ein ziemlich entscheidender Moment, der so viel verändert und mir langfristig auch echte Recovery ermöglicht hat.
Weil ich zum ersten Mal aufgehört habe, meine Essstörung als Feind zu sehen und angefangen habe zu hinterfragen, was sie eigentlich für mich tut.
Und ich weiß, es klingt jetzt vielleicht komisch und vielleicht denkst du jetzt, Romy, was sollte meine Essstörung schon für mich tun?
Sie nimmt mir doch alles.
Und ja, auch das tut sie.
Aber wenn sie dir gar nichts geben würde, warum fällt es dir dann so verdammt schwer, sie loszulassen?
Und genau darüber sprechen wir heute.
Und ich verspreche dir, am Ende wirst du die Stimme in deinem Kopf wahrscheinlich ein bisschen anders hören.
Und an dieser Stelle möchte ich erst mal ein paar meiner Funktionen, meiner Essstörung zeigen.
Denn wenn ich in der Begleitung der über 100 Frauen, die ich in den letzten sechs Jahren bereits begleiten durfte, eines gelernt habe,
dann, dass sich viele Funktionen, mein Gott, heute ist wirklich spät, oder?
Zwar ähneln, aber sie sind dennoch sehr individuell oder haben unterschiedliche Farben und Schattierungen.
Das heißt, was meine Essstörung für mich getan hat, muss nicht das sein, was deine für dich tut.
Aber indem ich dir meine Geschichte zeige, kannst du vielleicht anfangen, deine eigenen Funktionen zu erkennen.
Und ich möchte heute vor allem auf drei Funktionen eingehen, die aber lange nicht alle waren.
Also es sind jetzt die, die ich mal ausgepickt habe.
Es waren noch deutlich mehr und einige lagen auch noch deutlich tiefer als andere.
Aber ich nehme dich einfach mal in die drei mit.
Die erste war Schutz vor dem echten Leben.
In der letzten Folge habe ich dir aus meinem Tagebuch vorgelesen, wie es mir ging, als ich gerade mein Zielgewicht für die Wiedereingwiederung erreicht habe.
Und dass da statt Freude über diesen Erfolg vor allem Panik kam.
Was ich noch nicht verraten habe, war, was ich danach geschrieben habe.
Und zwar, und ja, ich lasse auch etwas los.
Ich verstecke mich nicht mehr hinter.
Ich kann nicht.
Ich lasse zu, wieder ins echte Leben mit seiner Verantwortung einzusteigen.
Und genau davor hatte ich so große Angst vor meinem echten Leben.
Davor, wieder Verantwortung zu übernehmen.
Denn genau davor hat mich meine Essstörung beschützt.
Solange ich krank war, musste ich nicht funktionieren und auch nicht arbeiten.
Niemand hat mir irgendwas von mir erwartet.
Heißt, die Essstörung war mein Schutzschild vor einem Leben, das mich eigentlich überfordert hat.
Vielleicht erinnerst du dich noch aus einer der allerersten Folgen, dass ich bereits als Grundschulkind unglaubliche Lebensängste hatte und sogar bereit war, ins Gefängnis zu gehen, nur um ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen zu haben.
Ich habe mir nicht zugetraut, mein eigenes Leben erfolgreich zu leben und mich selbst gut versorgen zu können.
Nun, ein Stück weit hat mir meine Essstörung genau das gegeben.
Und das war eine ihrer Funktionen.
Dank ihr habe ich mich selbst in einen Käfig des Nicht-Funktionieren-Müssens und dennoch Versorgt-Werdens gesperrt.
Also ein bisschen eine andere Art von Gefängnis.
Das Zweite, was meine Essstörung für mich getan hat, war, sie gab mir eine Identität und das Gefühl, endlich gesehen zu werden.
Letzte Woche habe ich dir ja erzählt, wie ich den Stempel, die Magersüchtige, ganz offiziell bekommen habe, von meiner Therapeutin dann aber auch, als solche angesprochen und sogar begrüßt wurde.
Von wegen, die Magersüchtigen, die hört man immer nicht kommen, die sind so leicht und leise.
Und obwohl mich dieser Satz damals echt verletzt hat, weil ich mir gar nicht mehr wie so ein Individuum vorkam, sondern einfach nur noch wie die Krankheit,
war ein Teil von mir auch unglaublich froh und hat sich bestätigt gefühlt.
Einer der wohl ehrlichsten Sätze in meinem ganzen Tagebuch ist wahrscheinlich der folgende.
So sehr es mich in diesem Moment auch geärgert hat, irgendwas schien nach so vielen Jahren nicht sichtbarer Krankheit auch froh zu sein, endlich als Person mit dieser Krankheit wahrgenommen zu werden.
Und jetzt versuche ich wohl zu beweisen, dass das wirklich so ist.
Denn wenn ich jetzt einfach so zunehme, habe ich den Platz in der Therapie doch gar nicht verdient.
Und insbesondere an den letzten Satz werde ich Kennenlerngesprächen oder aber auch den ersten Coaching-Sitzungen ziemlich häufig erinnert.
Denn ich hatte wirklich das Gefühl, beweisen zu müssen, dass ich krank genug bin, um Hilfe zu verdienen.
Und viele meiner Coaches denken das auch.
Daher möchte ich dir an dieser Stelle noch einmal sagen, ich glaube, ich habe es schon ein paar Mal gesagt, aber ich sage es nochmal.
Du musst niemanden und schon gar nicht mir oder deinem Therapeuten, Therapeutin, whoever, irgendwas beweisen.
Du kannst auch zunehmend normal aussehen und vermeintlich normal essen.
Wenn du dich nicht frei fühlst, dann hast du jede Unterstützung verdient.
Aber zurück zur Funktion.
Meine Essstörung hat mir also eine Identität gegeben.
Und endlich hatte ich das Gefühl, etwas doch noch richtig gut zu können.
Die Krankheit hat mir einen Platz im Leben gegeben, wo ich vorher nirgends so richtig dazugehört habe.
Und jetzt gehöre ich wenigstens offiziell zu den Kranken, den Magersüchtigen.
Weil vorher und durch diese atypische Anorexie, die nie diagnostiziert wurde, wo ich heute rückblickend aber weiß, okay, 13 Jahre hatte ich Essstörung und Normalgewicht.
Ich habe echt gedacht, ich mache was falsch.
Ich bin nicht richtig krank.
Ich verdiene keine Hilfe, obwohl es mir, wie gesagt, von vielen Verhaltensweisen noch deutlich schlechter ging.
Und endlich hatte ich auch diagnostiziert einen Grund, dass man sich um mich kümmert.
Ich war endlich sichtbar und zwar nicht als Rumi, von der ich dachte, dass sie eh nichts gut kann, sondern als die Magersüchtige, die es gut genug schafft, sich selbst klein zu halten.
Dementsprechend beängstigend war aber auch der Gedanke und schließlich eben auch das Ergebnis wieder zuzunehmen.
Denn das bedeutete für mich damals, ich gebe diesen Platz auf.
Ich werde wieder unsichtbar und wieder die, die funktionieren muss.
Und vielleicht erkennst du dich daran wieder.
Vielleicht ist es bei dir aber auch etwas ganz anderes.
Vielleicht gibt dir die Essstörung das Gefühl, etwas zu können, was andere nicht können.
Oder sie betäubt die Einsamkeit.
Oder sie gibt dir die Struktur in dein Leben, das sich vielleicht gerade chaotisch anfühlt, ungefähr so, wie das Zimmer hier aussieht.
Das heißt, die Funktionen sind so individuell wie wir selbst.
Und damit möchte ich dir noch eine letzte meiner Funktionen zeigen, und zwar das Betäuben von Gefühlen.
Also diese aktuelle Situation gerade mit unserem ins Wasser gefallenen, ich nenne das jetzt echt mal ins Wasser gefallen, Babymoon,
hat mir gezeigt, wie viel sich in den letzten Jahren wirklich auch verändert hat.
Und dass ich diese Funktion nicht mehr brauche.
An einem Tag damals, also auch so 2018, habe ich in mein Tagebuch geschrieben,
Dissoziation, Panik, Druck in der Brust, alles ist wie vernebelt.
Alles erscheint so unwirklich, wie durch Glas und Watte mein Blick.
Mein Kopf, mein Herz, alles ist leer.
Und dennoch ist da dieser Druck.
Und dann steht noch direkt daneben, hinzu kommt eine Einsamkeit, tief in der Brust und der Wunsch, in den Arm genommen zu werden.
Und gleichzeitig habe ich so viel Angst vor der Nähe.
In mir waren insbesondere im Recovery-Prozess Gefühle, die so groß waren,
dass mein Körper sich regelrecht abgeschaltet und mich mit einer Dissoziation rausgenommen hat.
Also so einem krassen Unwirklichkeitsgefühl und das wäre jetzt alles nicht wirklich real.
Und wie gesagt, Einsamkeit und der Wunsch, gepaart mit der gleichzeitigen Angst vor Nähe,
haben sich so bedrohlich angefühlt.
Und das war meine einzige Strategie, das auszuhalten.
Du erinnerst es, Kontrolle über das Essen und meine Bewegung.
Das war meine Art, mit Gefühlen umzugehen, für die ich keine anderen Werkzeuge hatte.
Und je weniger Energie ich hatte, desto weniger war ich noch mit meinem Körper und musste fühlen.
Also obwohl dieses Betäubtgefühl, also dieses Dissoziationsgefühl, das fand ich auch super eklig.
Aber ich musste zumindest die Gefühle nicht so fühlen.
Und Emotionskontrolle ist eine nicht seltene Funktion und auch eines der größten Hindernisse,
die die Frauen, die ich bereits begleiten durfte, beschreiben.
Daher habe ich den Gefühlen und wie man sie auch funktionalerweise fühlen
und auch wieder aus dem Körper bekommen kann,
auch eine ganze Woche in meinem Gruppencoaching Rediscover gewidmet.
Denn in sechs Jahren Coaching habe ich gelernt, am erfolgreichsten
Recoveren diejenigen, die lernen zu fühlen, anstatt ihre Gefühle zu betäuben.
Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan,
aber das ist eine Fähigkeit, die wir lernen können.
Wobei ich meine Coaches zum Beispiel auch unterstütze.
Tja, vielleicht hast du jetzt beim Zuhören schon bemerkt,
dass etwas in dir nickend festgestellt hat,
jep, auch meine Essstörung tut noch was für mich.
Oft ist das der Moment, wo wir Angst bekommen.
Juhu, noch ein Gefühl.
Besonders wenn wir schon wissen, dass wir ein Leben in Freiheit ja eigentlich führen wollen.
Und das Verrückte ist, das ist kein Widerspruch.
Das ist ganz normal.
Und es ist wichtig, mit dieser Ambivalenz zu arbeiten, anstatt dagegen anzukämpfen.
In der Psychologie gibt es übrigens einen ganz spannenden Begriff,
und zwar den Approach-Avoidance-Konflikt oder auch Annäherungs-Vermeidungs-Gepflicht genannt.
Und dieser Konflikt führt zu Zögern, Ambivalenz und einer hohen psychischen Belastung,
da die betroffenen Personen hin- und hergerissen ist.
Je näher eine Entscheidung rückt, desto stärker wird meist die Vermeidungstendenz.
Und das, obwohl der Wunsch nach Veränderung stark war.
Spür gern mal in dich rein, ob du das vielleicht kennst.
Der entscheidende Punkt ist, dich von deiner Angst nicht aufhalten zu lassen.
Denn es ist vollkommen okay und auch nötig tatsächlich, mit Angst zu gehen.
Denn nur dadurch wird sie kleiner.
Das sehe ich auch immer wieder bei denjenigen, die es zu mir ins Vorgespräch und dann auch ins Coaching schaffen.
Sobald sie die Entscheidung getroffen haben und nicht mehr alleine mit ihrer Angst sind,
fangen sie an, daran zu wachsen.
Und wir können den Weg gemeinsam gehen.
Es ist also völlig normal, dass deine Angst und damit auch dein Essgestörtes sich erstmal lauter werden,
je näher du dem Loslassen deiner Essstörung kommst,
die, wie wir ja gerade angeschaut haben, auch noch aus einem guten Grund da ist.
Leider funktioniert der Effekt auch andersrum, dann geben wir der Angst nach,
dann geben wir ihr auch Recht und sie wird immer stärker.
Und auch ich habe dieses Phänomen am eigenen Leib erlebt, als mein gesundes Ich das Zielgewicht erreicht hatte.
Denn dieser Anteil, also dieser Gesunde, der wusste, das ist richtig.
Und im selben Moment hat mein Essgestörtes Ich die Notbremse gezogen,
weil es dachte, wenn wir gesund werden, verlieren wir alles.
Die Sicherheit, die Identität, die Betäubung, no way.
Kleiner Spoiler, der Essgestörte Anteil hatte Unrecht.
Ich habe all das, was ich dachte zu verlieren, in Wahrheit erst wirklich gewonnen.
Das ist übrigens auch ein Grund, warum das Ankämpfen gegen die Essstörung nicht funktioniert.
Denn solange du zu deinem Essgestörten Anteil, der die Angst hat, sagst,
verschwinde, ich will dich nicht, kämpfst du gegen einen Teil in dir,
der fest davon überzeugt ist, dich zu beschützen.
Und dieser Kampf kostet unglaublich viel Kraft.
Kraft, die du eigentlich für die Recovery bräuchtest.
In meiner Masterclass am 18.03. gehen wir da, wie gesagt, noch tiefer drauf ein, wenn dich das interessiert.
Aber zurück zum Kerngedanken.
Die Frage ist also nicht, wie werde ich mein Essgestörtes Ich los?
Die Frage ist, was brauche ich stattdessen?
Welche anderen Wege gibt es, mich sicher zu fühlen?
Gesehen zu werden?
Mit meinen Gefühlen umzugehen?
Was auch immer deine Funktion ist?
Welche Fähigkeit darf ich dafür noch lernen?
Das klingt jetzt vielleicht so simpel, ist es aber leider gar nicht.
Denn dafür musst du auch, wie gesagt, erstmal herausfinden,
was deine ganz persönliche Funktionen deiner Essstörung sind.
Also was deine Essstörung für dich tut.
Deswegen hilft es leider auch nicht oder nur sehr bedingt,
sich nur die Erfahrungen der anderen anzuhören, die es geschafft haben.
Es gibt dir vielleicht eine Idee zu hören, was meine Essstörung für mich getan hat.
Aber herauszufinden, was deine für dich tut, ist die eigentliche Aufgabe.
Und blöderweise erkennen wir das selbst oft nicht.
Da das Leben mit der Essstörung ja unser Normal ist.
Das heißt, wir kennen, also unsere Gedanken kennen wir nur als unsere Gedanken,
unsere Verhaltensweisen auch.
Und du hast vielleicht schon mal vom Blindenfleck gehört.
Der Blindenfleck meint ein unbewusste, also oder nicht eine, aber können auch mehrere sein.
Also Blindenfleck meint unbewusste Verhaltensweisen oder auch Denkmuster,
die anderen Menschen möglicherweise bekannt sind, die du selbst aber nicht sehen kannst.
Und genau an dieser Stelle sind auch Therapie und auch Coaching extrem wirkungsvoll.
Und ganz ehrlich, ohne einen Blick von außen würde ich meine Funktion heute immer noch nicht kennen.
Bei manchen hätte ich zwar eine Idee davon gehabt, aber insbesondere an den tieferen Kern wäre ich alleine nicht rangekommen.
Und hier geht es nicht um die Frage, warum habe ich eine Essstörung entwickelt?
Die ist dafür nicht wirklich wichtig.
Und weil wir das selber eben, wie gesagt, also wie gesagt hätte ich nicht, also ich wäre im Leben nicht drauf gekommen.
Dafür hat es tatsächlich meine Therapeutin gebraucht.
Inzwischen habe ich dafür ja auch meine dritte Coachausbildung als Identity Transformation Coach gemacht.
Das hilft mir auch, solche Flecken auch bei meinen Coaches schneller zu erkennen und zu spiegeln.
Aber das ist eben genau der Punkt.
Diese Flecken sind blind.
Aber man kann sie sichtbar machen und dann passiert die Magie.
Und du bekommst so viel mehr Verständnis auch für dich selbst.
Und damit wiederum kannst du auch neue und gesündere Wege für dich finden.
Das ist auch ein Kern in meiner Coachingarbeit und insbesondere aber auch in den sechs Wochen Rediscover.
Und was ich da ganz spannend fand war, also beim ersten Mal war ich selber noch überrascht, wie krass das war.
Aber bereits ab der zweiten Woche hat es hier in allen bisherigen Runden die meisten Erkenntnisse und Aha-Momente gehagelt.
Und eine Teilnehmerin von Rediscover, die bereits unglaublich viel Wissen hatte, die trieb hinterher, ich war fest davon überzeugt, dass ich eigentlich alles weiß.
Tja, war nicht so.
Ich habe erst durch Rediscover den wirklich tiefliegenden Grund gefunden, warum ich noch festhalte.
Dazu waren mehrere Klinikaufenthalte, Therapien und Coachings nicht in der Lage.
Du siehst also, es gibt tatsächlich konkrete Werkzeuge dafür, dich selbst und deine Essstörung auf eine so viel tiefere Ebene kennenzulernen, zu verstehen und aber damit final auch loszulassen.
Aber da jetzt im Detail dazu einzugehen, würde den Rahmen des Podcasts sprengen.
Deshalb hat dieses Thema auch eine eigene Woche in Rediscover bekommen.
Was ich dir aber hier sagen kann, ist, wenn du die Funktionen deiner Essstörung oder auch anderer dysfunktionaler Verhaltensweisen, manchmal bleibt es ja leider nicht dabei, wirklich verstanden hast, verändert sich alles.
Dann hört der Kampf auf, ein Kampf zu sein.
Und der Frieden mit dir selbst, den du dir so sehr wünschst, wird möglich.
Und damit möchte ich für diese Folge so langsam zum Ende kommen.
Und wie du siehst, habe ich meine Antwort auf die Frage, die ich mir damals selbst nicht beantworten konnte, inzwischen gefunden.
Heute weiß ich sehr genau, bevor mich meine Angst und damit auch mein essgestörtes Ich damals beschützt haben.
Und inzwischen brauche ich diesen Schutz nicht mehr.
Auch nicht in Krisensituationen.
Nicht, weil ich keine Angst oder auch keine unangenehmen Gefühle mehr habe.
Das kann ich gerade wirklich nicht behaupten, also echt nicht.
Sondern, weil ich andere, deutlich hilfreichere Wege gefunden habe, damit umzugehen.
Weil ich gelernt habe, mein essgestörtes Ich zu hören, ohne ihm zu gehorchen und seine Funktion inzwischen gesund erfüllen kann oder gar nicht mehr brauche.
Und weil ich gemerkt habe, das echte Leben, vor dem ich mich bis zu meinem 30. Lebensjahr beschützen wollte und so große Angst hatte, das ist eigentlich sogar ziemlich großartig.
Wenn nicht irgendwelche Idioten gerade in der Welt irgendwelche komischen Sachen machen.
Vor allem aber, wenn ich die Entscheidung heute für mich und aus meinem gesunden Ich heraustreffe, dann entsteht da wirklich was ganz Kraftvolles.
Und wie gesagt, für mich ist das alles nicht selbstverständlich.
Ich erlebe das auch erst seit sieben Jahren.
Das heißt, das ist etwas, was wir wirklich selber verändern können.
Und wenn du in dieser Folge gespürt hast, dass deine Essstörung noch etwas für dich tut, dann ist das kein Zeichen dafür, dass du nicht bereit bist, sie loszulassen.
Im Gegenteil.
Es ist eher ein Zeichen dafür, dass du bereit bist, hinzuschauen.
Und das ist verdammt mutig.
Und falls du jetzt merkst, da ist noch was in dir, das sagt, ich will mehr, dann habe ich jetzt noch was für dich.
Und zwar, nächste Woche Mittwoch, 18. März um 20 Uhr lade ich dich zu meiner kostenfreien Masterclass Kämpfst du noch oder lebst du schon ein?
Denn nach 20 Jahren, in denen ich mit und gegen meine Essstörung gekämpft habe, habe ich eines erkannt.
Der Kampf gegen die Essstörung ist genau das, was sie am Leben erhält.
Und je härter du kämpfst, desto stärker wird sie.
Und in der Masterclass zeige ich dir in 90 Minuten, warum das so ist und welchen Weg es stattdessen gibt.
Heißt, wir schauen uns die drei Säulen an, mit denen du den Kampf nachhaltig beendest und die einen Weg ebnen, auf dem du nichts verlierst, sondern nur dazu gewinnst.
Weil ich weiß, die Angst, was zu verlieren ist in der Recovery, riesig.
Also, wenn du dabei sein möchtest, dann trag dich einfach in mein Newsletter ein und du bekommst dort direkt den Zugang zur Masterclass in dein Postfach.
Den Link zum Newsletter findest du wie immer in den Shownotes.
Und dann freue ich mich riesig darauf, wenn du nächste Woche dabei bist.
Ja, bis dahin würde ich sagen, alles Liebe und drück mir die Daumen, dass wir vielleicht doch noch was finden für unseren kleinen Babymoon, der definitiv nicht so wird, wie geplant.
Aber wie gesagt, auch hier, wir finden irgendeine Lösung.
Und nein, es wird wahrscheinlich nicht perfekt, aber immer noch besser als in einem Katastrophengebiet zu sitzen.
In diesem Sinne, pass gut auf dich auf, bleib sicher und bis nächste Woche.
Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast.
Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht.
Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfondiger Frauen bewirken,
die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.
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