#52 Mein Opa hat mir das Leben gerettet – sogar nach seinem Tod
Wie Ankerpersonen deine Recovery unterstützen können
06.05.2026 53 min
Zusammenfassung & Show Notes
Manche Menschen retten dir das Leben, ohne dass sie es jemals erfahren werden. In dieser sehr persönlichen Folge erzähl ich dir von zwei Menschen, die meinen Recovery-Weg möglich gemacht haben – einer, der schon lange nicht mehr da war, und einer, der noch nicht existierte.
Manche Menschen retten dir das Leben, ohne dass sie es jemals erfahren werden. Und manchmal sind es sogar Menschen, die schon lange nicht mehr da sind – oder die noch gar nicht existieren.
Diese Folge habe ich nicht geplant. Sie ist mir am Wochenende am Grab meines Opas in den Schoß gefallen, das nach 15 Jahren aufgelöst wird. Ich saß dort, der kleine Bauchzwerg hat gerade gekickt, und mir ist so deutlich wie nie geworden, wie sehr mein Opa mir mein Leben gerettet hat – sogar sieben Jahre nach seinem Tod noch. Und dass er nicht der einzige Mensch war, der das getan hat. Der zweite hat damals noch gar nicht existiert.
Unter anderem spreche ich über:
* Was Ankerpersonen in der Recovery sind – und warum sie einer der unterschätztesten Recovery-Motoren überhaupt sind
* Warum „für jemand anderen losgehen“ oft der erste Schritt ist – und warum das nicht naiv, sondern zutiefst menschlich ist
* Wie ich an „Familienpudding“ aus der Mikrowelle gemerkt habe, dass Essen mehr sein kann als Kontrolle
* Warum mein zukünftiges Kind mein Motor war, lange bevor ich wusste, ob es jemals existieren würde
* Was du tun kannst, wenn dir gerade keine Ankerperson einfällt
Diese Episode ist für dich, wenn:
* du gerade nicht mehr weißt, für wen oder was du diesen Weg eigentlich gehst
* du dir manchmal selbst nicht Grund genug bist zu recovern – und dich dafür schämst
* du gerade jemanden vermisst, der mehr für dich war als die meisten ahnen
Wenn dich diese Folge berührt hat, schreib mir auf Instagram instagram.com/romy_hoerbe, wer dein Mensch ist, war oder vielleicht erst noch sein wird. Allein das auszusprechen, kann viel verändern.
Diese Folge habe ich nicht geplant. Sie ist mir am Wochenende am Grab meines Opas in den Schoß gefallen, das nach 15 Jahren aufgelöst wird. Ich saß dort, der kleine Bauchzwerg hat gerade gekickt, und mir ist so deutlich wie nie geworden, wie sehr mein Opa mir mein Leben gerettet hat – sogar sieben Jahre nach seinem Tod noch. Und dass er nicht der einzige Mensch war, der das getan hat. Der zweite hat damals noch gar nicht existiert.
Unter anderem spreche ich über:
* Was Ankerpersonen in der Recovery sind – und warum sie einer der unterschätztesten Recovery-Motoren überhaupt sind
* Warum „für jemand anderen losgehen“ oft der erste Schritt ist – und warum das nicht naiv, sondern zutiefst menschlich ist
* Wie ich an „Familienpudding“ aus der Mikrowelle gemerkt habe, dass Essen mehr sein kann als Kontrolle
* Warum mein zukünftiges Kind mein Motor war, lange bevor ich wusste, ob es jemals existieren würde
* Was du tun kannst, wenn dir gerade keine Ankerperson einfällt
Diese Episode ist für dich, wenn:
* du gerade nicht mehr weißt, für wen oder was du diesen Weg eigentlich gehst
* du dir manchmal selbst nicht Grund genug bist zu recovern – und dich dafür schämst
* du gerade jemanden vermisst, der mehr für dich war als die meisten ahnen
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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden zweiten Mittwoch um 6 Uhr
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Dann spür kurz in dich rein: Willst du weiter zuhören — oder herausfinden, was sich für dich persönlich verändern kann? → Trage dich auf meine Warteliste (romy-hoerbe.de/warteliste) ein und ich schreibe dir eine Nachricht, wenn ich nach meiner Babypause wieder verfügbar bin.
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Meine Ausbildungen
- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
- Zertifizierter systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
- Zertifizierter Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys
Recovery RealiTea.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben,
ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen
zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich,
wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit
und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands
erster CCI-zertifizierter Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee
und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Hallo und schön, dass du wieder dabei bist.
Ja, wer mir schon länger hier folgt und zuhört,
der ist vielleicht aufgefallen,
dass es letzte Woche keine Podcast-Folge gab,
obwohl ich die mir ja, wie gesagt,
ab jetzt 14-täglich eingeplant habe,
bis zur Babypause.
Und tatsächlich hatte das einen guten Grund,
denn wir waren ja in unserem Baby-Moon auf Mallorca,
was finally doch noch geklappt hat,
dass wir wegfliegen konnten.
Und wir haben insbesondere die letzte Woche nochmal
genutzt, um wirklich so viel wie möglich gemeinsam zu erleben.
Nochmal wirklich wunderschöne Buchten anzuschauen,
kleine Ausflüge zu machen.
Und nebenbei lief ja noch mein Gruppen-Coaching,
beziehungsweise es läuft auch immer noch.
Und die 1:1-Coachings.
Also es war schon nicht gerade langweilig.
Und deswegen habe ich aber entschieden,
okay, Romy, chill, stell den Perfektionismus
ein, schick ihn schaukeln,
mach was auch immer damit.
Und genieß jetzt einfach diese Zeit,
die du einfach auch noch mit deinem Freund hast,
bevor das Baby, wie gesagt,
ja dann auch da ist und viel,
viel Raum einnimmt.
Und das war eben wirklich jetzt nochmal unsere
letzte gemeinsame Zeit.
Deswegen mit Verspätung eine neue Podcast-Folge.
Und ich kann auch gar nicht versprechen,
wie es weitergeht.
Also mein Bemühen ist natürlich,
es alle 14 Tage hinzukriegen.
Aber du siehst schon, es klappt nicht immer so.
Und ich werde auch trotzdem immer einfach das,
was wichtig ist und was gerade dran ist,
auch vorneweg hinstellen.
Und weil das Ganze etwas dynamischer werden kann
in nächster Zeit, also auch durch die Babypause,
abonniere super gerne, wie gesagt,
falls du es noch nicht hast,
meinen Kanal, den Podcast,
damit du einfach keine Folge verpasst,
wann auch immer sie kommt.
Aber Ziel ist immer noch,
im Rhythmus des Mittwochs zu bleiben. Ja.
Und heute, also ich hätte ehrlich gesagt letzte
Woche noch nicht gedacht,
dass ich diese Folge aufnehme,
denn das war nicht so geplant und es ist mir
auch schwer gefallen und ich habe überlegt,
ob ich das überhaupt machen möchte.
Aber, ah, wo fangen wir an?
Mir ist am Wochenende, als ich Grab meines Opas
war, wo ich, ich glaube,
letztes Jahr auf jeden Fall vor meiner Schwangerschaft
das letzte Mal war, ist mir was so,
so krass bewusst geworden.
Also nicht nur, dass das Grab jetzt aufgelöst
wird, weswegen ich gemerkt habe,
Mensch, also Romy, jetzt irgendwie musst du das
hinbekommen, nochmal hinzufahren und dir einfach
wirklich die Zeit zu nehmen,
weil du es bereuen wirst,
wenn du nicht da warst.
Und womit ich nicht gerechnet habe,
ist, dass es so emotional wird.
Also vielleicht als Hintergrund,
mein Opa ist vor 15 Jahren gestorben und das
viel zu früh mit 66 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Und mein Opa war für mich die allerwichtigste
Bezugsperson überhaupt.
Also er war wirklich immer für mich da.
Er hat die schwierigsten Dinge mit mir gemacht,
die, ja, also ich hätte sie nicht gerne mit mir gemacht.
Sowas wie Mathe lernen, was echt kein Vergnügen war.
Aber dazu spreche ich später nochmal mehr.
Auf jeden Fall, er war die wichtigste Bezugsperson
für mich und ist mit 66 Jahren einfach viel zu früh gegangen.
Und während ich da also an seinem Grab saß,
ist mir nochmal so deutlich geworden,
wie ich glaube, noch nie zuvor,
dass mein Opa mir wirklich mehrfach das Leben gerettet hat.
Sogar sieben Jahre nach seinem Tod noch.
Und deswegen ist diese Folge heute auch nicht wie sonst.
Also wir reden heute mal nicht über Methoden
oder praktische Dinge oder keine Ahnung was,
sondern wir reden heute wirklich über einen Menschen,
der, wie gesagt, so eine wichtige Rolle für mich hatte.
Und bis nach seinem Tod und bis heute,
also auch in jedem Meilenstein meines Lebens,
ist immer der Gedanke an meinen Opa da.
Und was es so besonders gemacht hat oder wie
das helfen kann und was es vielleicht auch mit
dir zu tun hat, ist, dass solche Menschen,
wenn wir sie haben, und auch wenn wir sie nicht
haben, bleibt bitte unbedingt dran,
weil dann gibt es andere Wege,
wie wir das herstellen können,
für uns auch unglaubliche Recovery-Helfer sein können.
Also mein Opa zum Beispiel,
neben dem, wie gesagt, dass ich für ihn wirklich
auch, ja, ich muss wirklich sagen,
auch für ihn in schwierigen Zeiten,
wo ich gedacht habe, Mensch,
ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr,
ich bin immer für ihn geblieben.
Und er hat mir immer, ja,
ich weiß gar nicht, wie ich sagen soll,
es war irgendwie, er war immer so ein Ankerpunkt für mich.
Und durch die gemeinsame Erinnerung,
die wir geschaffen haben und die er vor allem
geschaffen hat, durch seine ein bisschen verrückte
Art, ein bisschen, ja, einfach andere Art und
lustige Art auch, hat er mir so viel mitgegeben,
was mir in der Recovery auch unglaublich geholfen hat.
Sei das, wenn ich mich vierfüßig genährt habe
oder nicht wusste, was soll ich essen,
wie soll ich essen, wie geht das alles?
Er war immer mein Anker.
Und genau darum soll es,
wie gesagt, heute auch gehen.
Also einerseits widme ich diese Folge wirklich
meinem Opa und dir aber auch,
weil es einfach um etwas geht,
was eine wichtige Rolle spielen kann und das sind Ankerpersonen.
Das sind wirklich Menschen,
deren Stimmen uns durchhalten lassen,
die mit denen wir vielleicht besondere Erinnerungen
haben, die uns Kraft geben,
die in den schweren Momenten dann auch lauter
werden als die Essstörung.
Ich weiß, die kann verdammt laut sein.
Und es ist auch gleichzeitig ein Thema,
was ich damit anschneide,
wo ich oft sogar eine Entschuldigung kriege,
auch weder von Coaches oder in Gesprächen oder
auch auf Instagram-Nachrichten kriege von wegen
so, ja, ich weiß eigentlich gar nicht,
wofür ich für mich in Recovery gehen soll.
Oder ich bin vielleicht in Recovery gegangen,
weil meine Mutter gesagt hat,
weil mein Sohn gesagt hat,
weil wer auch immer was gesagt hat.
Und das ist okay.
Denn ganz, ganz oft erlebe ich,
dass wir erstmal nicht für uns selber in Recovery
gehen, sondern für jemand anderen.
Egal, ob das jetzt Partner,
Eltern, Kind oder wer auch immer ist.
Arbeitgeber und sowas nehme ich jetzt mal raus.
Das war ein anderer Druck,
den ich da gekriegt habe.
Aber eben für Menschen, die uns wichtig sind
und zwar so wichtig, dass wir sagen,
okay, ich will nicht, dass die vielleicht länger
leiden oder ich will, dass die einfach was Gutes
wieder von mir haben und nicht nur die Schwere der Essstörung.
Und deswegen sage ich auch,
das muss überhaupt nichts Schlechtes sein,
sondern das Wichtigste ist eigentlich,
dass wir überhaupt erstmal in Recovery gehen.
Das heißt, es kann der wichtigste Startpunkt
sein, überhaupt loszugehen, zu sagen,
okay, ich gehe erstmal für diese Person los und
dann später, und das wird irgendwann kommen,
also bei mir kam dieser Punkt auch später irgendwann
auch für mich, aber es ist vollkommen okay,
loszugehen, auch wenn es gerade gefühlt noch
nicht für dich ist.
Und ich glaube, oder zumindest das Feedback,
was ich auch bekommen habe unter meinem Reel
auf Instagram, wo ich gedacht habe,
ich nehme euch einfach mal mit in diese Erfahrung.
Also eigentlich wollte ich es als Story mitnehmen,
wie es mir einfach in diesem Moment am Friedhof ging.
Aber ich habe es dann als Reel gepostet.
Gott, meine Sprache ist heute auch noch nicht wach.
Und es kam doch einige Feedbacks,
wie wichtig euch zum Beispiel auch euer Opa war,
was er euch bedeutet hat,
dass es für euch auch Menschen gab,
die ihr einfach genutzt habt,
sozusagen, um eben in diesen Prozess auch reinzugehen.
Und das ist so, so wertvoll.
Und ich glaube, ganz, ganz oft sind gerade diese
Menschen wirklich Menschen, die uns im wahrsten
Sinne des Wortes unser Leben retten können,
ohne dass wir das vielleicht selbst auch jemals
erfahren werden, weil sie vielleicht auch gar
nicht mehr da sind.
Und deswegen möchte ich diese Geschichte heute
ein Stück weit auch erzählen und ich hoffe,
du kannst am Ende dir auch ganz viel für deinen
eigenen Weg daraus mitnehmen.
Aber bevor wir, wie gesagt,
auf den ganzen Überlebens-Recovery-Teil eingehen,
vielleicht noch ein paar Worte zu meinem Opa,
weil mein Opa war wirklich ein ganz,
ganz toller Mensch.
Ich habe ja auch gerade ein Bild von ihm stehen,
der einfach nochmal so krass auch seinen Charakter
zeigt, wie er war.
Und dieses Bild hier ist entstanden,
das ist ein Bild von ihm und meiner Mama.
Und er ist einfach so dabei,
in die Kamera zu strahlen,
obwohl er, wie gesagt, schon die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte.
Und er ist trotzdem bis zum Ende so,
so positiv geblieben und hat auch versucht,
für sein Umfeld dieses
positive Bild zu erhalten.
Auch wenn ich mir oft
gedacht habe, Opa,
Mensch, du darfst auch schwach sein.
Du musst nicht für uns stark sein,
weil es ist einfach scheiße.
Aber es sagt einfach so viel über ihn aus und
wer er einfach auch als Mensch war.
Und wofür ich ihn für immer in Erinnerung bleiben
oder haben werde, ist, dass man bei ihm einfach
wirklich sein konnte, wie man war.
Also bei ihm war verrückt sein erlaubt.
Er hat ständig die Worte vertreten,
hat lustige Wortschöpfungen gemacht.
Und auch wenn ich als Kind,
und das ging, wie gesagt,
bei mir ja sehr, sehr früh los,
also gerade schon in der Grundschule,
hatte ich ganz, ganz oft das Gefühl,
irgendwie falsch zu sein.
Nicht richtig, nicht liebenswert,
nicht, ja, halt einfach irgendwie.
Aber bei ihm war das nie so.
Also bei ihm hatte ich wirklich das Gefühl,
und das ist das, und ich habe auch mit meiner
Mama viel darüber gesprochen,
weil sie sagt, aber ich habe das doch auch gehabt,
ich habe das doch auch gefühlt.
Und ich sage, ja, das glaube ich dir.
Nur ist es ihr irgendwie schwerer gefallen,
das zu zeigen.
Und bei ihm, er war einfach,
weiß ich nicht, so wie er war.
Also bei ihm konnte ich es halt wirklich auch
spüren und habe immer gemerkt,
es ist vollkommen okay, so zu sein,
wie ich bin.
Also so mal ein paar Anekdoten vielleicht.
Ich habe es schon angedeutet,
dass mein Opa zum Beispiel,
also ich bewundere ihn, wie gesagt,
bis heute dafür, dass er mit mir eigentlich,
ich glaube, es war der fünften Klasse oder so,
Mathe gelernt hat.
Ich habe Mathe gehasst.
Also Mathe war wirklich das Fach,
ich kriege jetzt noch eine ganze Story,
wenn ich darüber nachdenke,
was mir so, so schwer gefallen ist und wo mein
Opa sich wirklich mit Engelsgüte,
also ich bewundere ihn wirklich äußerst dafür,
hingesetzt hat, sich meine Mathe-Bücher gekauft
hat, um mir auf meinem Weg Mathe zu erklären
und hat eine Geduld aufgebracht.
Also wirklich, Kleiner Romy ist wirklich aufgestanden,
völlig übermüdet, Augen rollend.
Ich saß wirklich an diesem Schreibtisch.
Ich lag oft mit dem Kopf auf dem Schreibtisch.
Und er hat nie die Geduld verloren und hat gesagt,
oh Mann, stell dich mal nicht so an.
Das musst du jetzt rein oder das musst du jetzt
halt können und das müssen wir jetzt halt mal machen.
Nee, er hatte einfach so viel Geduld.
Und jedes Mal, wenn ich zu Mathe lernen kam,
dann stand da so ein kleines Tischlein bereit,
wo er mir immer meine Lieblingssüßigkeiten schon
parat gelegt hat.
Und zwar nicht als Belohnung oder als Bestärkung,
sondern einfach, weil er gemerkt hat,
das sind Dinge, die eher Freude machen.
Also bestimmte Dinge suche ich heute noch,
weil es sie leider so nicht mehr gibt.
Und ich hoffe immer, dass die Happy-Hippo-Hersteller
irgendwann nochmal auf das alte Rezept zurückgehen,
wo es einfach nur mit Haselnusscreme gefüllt
war, weil diese drei Bubbel da zu essen mit dieser
krassen Haselnusscreme-Füllung, das ist einfach
so eine Erinnerung an meinen Opa,
weil ich das hauptsächlich dort gegessen habe.
Und das lag einfach immer bereit.
Und zwischendrin haben wir auch immer wieder
schöne Dinge gemacht.
Also wir haben gemeinsam Pudding gekocht,
aber nicht irgendwie, nein,
in der Mikrowelle.
Ich habe noch nie jemanden Pudding in der Mikrowelle
kochen sehen, falls man das überhaupt so nennen darf.
Das ist ja wirklich sehr kreativ.
Und ja, wir haben einfach immer dieses wirklich
Unangenehme mit schönen Dingen verknüpft,
auch viel mit Essen, aber eben auch nicht nur.
Also wir haben auch Hundespaziergänge gemacht.
Mein Opa ist auch ein absoluter Hundeliebhaber,
hat sich auch seinen Grab ausgesucht nach dem
Standort sozusagen, wo der Hund direkt vor der
Tür angebunden werden kann.
Damit einfach auch nach dem Tod der Hund oder er.
Ich weiß nicht, wie er sich es genau gedacht
hat, aber da diesen Zugang hat.
Das heißt, wir haben in diesen schweren der Themen
und wie gesagt, Mathe war für mich wirklich das
Horrorfach, auch immer so viele leichte Momente gehabt.
Und da war Lernen nicht Druck,
sondern wirklich Zeit miteinander und füreinander
und auch diese Süßigkeiten und Leckereien und
all diese Dinge, die er gemacht hat.
Also auch wie er die Nudelsauce gekocht hat.
Also mein autorektisches Ich,
das würde heute einen Herzinfarkt kriegen.
Und ich würde sie trotzdem jederzeit oder ich
hätte sie auch damals während meiner Autorexie
gegessen, einfach weil mein Opa sie gemacht hat.
Aber er war leider nicht mehr da,
als ich in der Phase war.
Und das ist wirklich auch das.
Also es ist seine Kreativität auch,
was, also es ist jetzt nicht,
dass mein Opa ein mega guter Koch war, wirklich nicht.
Aber er hat sich irgendwie immer Geschichten ausgedacht.
Also er war auch sehr mega Geschichten erzähler.
Er hat mir Märchen vorgelesen.
Wir hatten so ein ganz altes Grimms Märchenbuch.
Und hat sich aber auch selber Geschichten ausgedacht
und hat die wirklich vorgetragen.
Also wahrscheinlich kommt meine Vorliebe,
dass ich, ich wollte früher mal Schauspielerin werden.
Ich glaube, das kam daher,
dass mein Opa einfach das so gelebt hat,
wenn er in die Rollen reingegangen ist.
Also wirklich mit einem Ausdruck,
mit einer Mimik, einer Gestik.
Es war einfach, es war ein Fest.
Und ja, wir haben einfach so viele verrückte
Dinge gemacht, die ich bis heute nicht vergesse,
weil sie einfach einzigartig waren.
Wie gesagt, Vanillepudding haben wir in der Mikrowelle
gekocht, so mit Mixer, immer ein paar Minuten
angemacht, dann wieder nachgerührt und irgendwann
ist es eingedickt.
Und das war nicht einfach Vanillepudding.
Nein, das war Familienpudding,
weil wir die Worte einfach immer vertreten haben oder eher.
Oder wir haben Dickmanns genommen und ihn in
den Tiefkühler getan und als Eis eingefroren.
Ich weiß heute noch, wie die Konsistenz war und
wie die geschmeckt haben.
Und ich glaube, ich muss mir nach dieser Folge
erstmal Dickmanns kaufen.
Und das in Gedenken nochmal,
ja, einfach nochmal nachmachen,
auch wenn es wahrscheinlich ganz krasselig schmeckt,
aber egal, die Erinnerung zählt.
Und all diese verrückten Dinge,
diese albernen Dinge, die so spielerisch waren,
aber auch so kreativ waren,
die haben wir einfach gezeigt,
dass Essen nicht nur Nährwert ist,
nicht Kontrolle ist, nicht das darfst du nicht,
sondern es war Spiel, es war Liebe,
es war gemeinsame Zeit, es war Leichtigkeit,
es waren wirklich schöne Erinnerungen.
Und letzten Endes hat er mir,
ohne dass ich das damals verstanden hätte oder
er vielleicht auch nur eine Idee gehabt hätte,
was das bedeutet, war ganz ehrlich,
wie gesagt, eine gesunde Beziehung zum Essen
hatte ich ja auch damals nicht.
Aber bei ihm war es irgendwie trotzdem immer leichter.
Ich hätte nicht gedacht,
dass das später in meiner Recovery so eine wertvolle
Rolle auch spielen wird,
gerade eben als es darum ging,
wie nähere ich mich auch wieder meinen Vierfüßern an.
Und was er auch immer gemacht hat und dafür war
ich ihm damals schon sehr,
sehr dankbar, weil ich gemerkt habe,
das ist was Besonderes, weil ich auch viel Gegenwind
da bekommen habe oder ausgelacht wurde,
war, als ich angefangen habe mit Modeln.
Wo es wirklich von anderen Teilen meiner Familie
hieß, ja klar du und Modeln, ist klar.
Und er hat aber einfach auch da immer an mich geglaubt.
Er wollte die Bilder sehen.
Er hat sich interessiert.
Er hat sie sich hingehangen,
egal wie die waren.
Und ja, war einfach auch da.
Also er hat mir einfach gezeigt,
dass er stolz auf mich ist und dass er das toll
findet und hat mich da unterstützt und hat mir
da auch wirklich was zugetraut.
Und das war für mich einfach wirklich so.
Und ich habe mich in dem,
was mir wichtig war, auch gesehen gefühlt,
wo ich vorher, ich hatte ja,
wie gesagt, so eine Szene,
wo ich wahrscheinlich ungefähr fünf,
sechs, ungefähr war und Eisgünstlöfflerin werden wollte.
Und ich weiß noch, wie meine Eltern in der Tür
standen und es war so, also es war nicht Ermutigung,
sondern ich weiß nur noch,
dass ich aus dieser Situation rausgegangen bin
mit dem Gefühl von, oh Gott,
das Leben ist so schwer,
ich schaffe das nicht, ich kann da nicht hin,
ich bleibe doch lieber hier.
Das war so eine richtige Frustrationserfahrung.
Und so Punkte, wo ich wirklich gedacht habe,
Mensch Romy, ja, träume mal nicht so groß,
du kannst das eh nicht.
Und bei ihm war es genau andersrum.
Und auch als ich dann meine Erzieherausbildung
gemacht habe und mit Gitarrespielen angefangen
habe, also eigentlich für die Erzieherausbildung,
hat ihn das irgendwie so berührt.
Ich habe mir auch getraut zu singen und ich weiß
nicht, wie oft wir durch unseren Park hier,
der heißt Paradies, gelaufen sind.
Ich mit Kopfhörern auf den Ohren und wirklich
lautstark und wahrscheinlich wirklich schief mitgesungen habe.
Also wenn jemand gesagt hat,
ich habe schief gesungen,
das war tatsächlich oft so.
Es hat ihn nie gestört, hat mich nie korrigiert oder irgendwas.
Und später, als ich mit Gitarrespielen angefangen
habe und doch das eine oder andere Lied recht
gerade rausgekriegt habe, hat er mich sogar ermutigt
und hat gesagt, du, vielleicht ist sogar Gesang
mehr dein Weg noch als Modeln.
Und ich so, okay.
Also gerade, wie gesagt,
ich habe es auch in der letzten Podcast-Folge,
glaube ich, gesagt.
dass ich jetzt nicht wirklich Komplimente für
meine Stimme gekriegt habe,
sondern eher viel Gegenwind.
Aber von ihm eben nicht.
Und das hat mir unglaublich viel bedeutet.
Heißt, dieses Wissen, da ist dieser eine Mensch,
bei dem wirklich alles erlaubt ist,
vom Träumen, über das Vergessen,
über Familienpudding aus der Mikrowelle,
über all das, was er mir einfach gegeben hat,
ohne dass ich das damals wirklich begriffen habe.
Nämlich, dass Essen leicht sein darf,
dass Essen auch Verbindung ist,
dass das einfach was ist,
was auch bleibt.
Und das ist auch etwas, was wir,
also gerade vielleicht an alle Hörerinnen,
die Kinder haben, das sind Dinge,
die wir auch unseren Kindern mitgeben können.
Und ja, ich habe es aber auch angedeutet,
weil bis jetzt fragt man sich vielleicht,
okay, und wo hat jetzt dann Opa dir dein Leben gerettet?
Ja, wie gesagt, es gab oder bei mir war es ja
auch so, dass es eine sehr,
sehr düstere Phase eigentlich schon ab meiner
Grundschulzeit gab und ich dort eine unglaubliche
Lebensangst entwickelt habe.
Also ich habe, ich glaube,
so mit acht, sieben, acht,
neun habe ich schon gedacht,
Gott, Schande, das Leben ist so, so kompliziert.
Ich schaffe das nicht.
Ich will auf keinen Fall 18 werden,
weil dann habe ich unglaublich viel Verantwortung.
Und ich war einfach unglaublich traurig.
Also ich habe mir oft sehr düstere Szenarien
vorgestellt und diese düsteren Szenarien aber
einfach immer wieder aufgeschoben,
weil in mir irgendwie so ein Teil war,
der gesagt hat, Mensch, ich schaffe das nicht.
Ich will so nicht leben oder ich kann das nicht.
Ich bin dafür nicht gemacht.
Also diese krasse, krasse Lebensangst,
wo ich nicht genau weiß,
wo sie herkam, aber es war keine schöne Zeit.
Und der Gedanke, der mir damals aber geholfen
hat, war, und das war tatsächlich ein Satz,
den habe ich meiner Mama geglaubt.
Die hat gesagt, wenn du dir was antust,
das verkraftet er nicht.
Und das habe ich gespürt,
weil ich dachte, scheiße,
sie hat recht.
Und dieser Satz, der ist neben ihm als Ankerperson,
aber der ist wirklich auch für mich zu einem
Anker geworden und hat zumindest dafür oder dazu
geführt, dass ich gesagt habe,
okay, ich schiebe das nochmal auf.
Okay, ich warte noch bis,
okay, ich warte noch bis später.
Und so habe ich das von Ostern zu Weihnachten
zu, keine Ahnung, war es immer wieder von mir
her geschoben und gedacht,
nein, ich bleibe für meinen Opa,
ich bleibe für meinen Opa.
Und irgendwann war ich volljährig und habe gedacht,
oh, jetzt bin ich ja immer noch da.
Und dann war es irgendwie in meinem Gedanken
auch so, okay, jetzt hast du das geschafft.
Und dann habe ich gemerkt,
okay, ich überlebe auch volljährig sein.
Und dann hat sich auch einiges in meinem Leben
zum Besseren verändert.
Und ich habe gedacht, Gott,
gut, dass ich noch da bin.
Also es war auch die Zeit,
wo ich viele Klinikaufenthalte schon hinter mir hatte.
Und da eben das erste Mal dann auch verstanden
habe, Mensch, niemand kann dir helfen,
wenn du selber das nicht willst.
Und so mit 17, 18 war dieser Punkt,
dass ich geschafft habe,
da ein Stück weit auch für mich zu erkennen.
Doch, ich will leben und ich will andere Dinge noch erfahren.
Also das hat mich aus dieser ersten düsteren Zeit rausgeholt.
Und er war, wie gesagt, immer der Anker,
der mir geholfen hat, da dran zu bleiben und
eben nicht zu gehen.
Und wichtig ist mir hier zu sagen,
also es ging nicht darum,
dass das besonders heroisch war,
jetzt für irgendwie für jemand anderen weiterzuleben,
aber es war einfach pragmatisch.
Und es war das, was für mich damals funktioniert hat.
Und es war gut genug, um mich an den Punkt zu
bringen, an dem ich irgendwann selber gemerkt
habe, doch, ich möchte leben.
Ich möchte bestimmte Erfahrungen einfach auch sammeln.
Und ja, ich hatte,
wie gesagt, einen Zeitpunkt,
ja auch das war so diese quasi Recovery-Zeit,
wo, wie gesagt, mein Leben eigentlich so weit
ganz okay war und ich dann auch in einer Beziehung
war, die mich ganz gut getragen hat.
Und das Gewicht war einigermaßen okay,
aber es war halt auch da nie wirklich frei,
aber ich konnte ganz gut leben.
Ich hatte das Modeln, dadurch hatte ich die Selbstverletzung
in den Griff bekommen und war verhältnismäßig eigentlich stabil.
Und dann kam, ich weiß gar nicht mehr,
2009, 2010 rum, habe ich meinen Opa nach ein
paar Wochen wieder gesehen und bin fast vom Glauben abgestürzt.
Also ich weiß noch, wie ich panisch meine Mama
angerufen habe und gesagt habe,
ich sage Mama, was ist mit Opa los?
Wie, wieso sieht er so aus?
Wieso hat er so abgenommen?
Mein Opa war immer von der Statur her eher ein
bisschen kräftiger gebaut und er war wirklich
innerhalb von, ich weiß nicht,
lass es acht oder zwölf Wochen gewesen sein,
also gefühlt hatte er sich fast halbiert.
Und es hat mich so erschrocken,
weil ich sofort gemerkt habe,
hier ist irgendwas nicht in Ordnung. Alarm, Alarm.
Und es war nicht so, dass jemand vielleicht damit rausgekriegt wäre.
Also das habe ich dann auch erst so ein bisschen scheibchenweise erfahren.
Und es stellte sich heraus,
er hat Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Und wer sich ein bisschen mit Krebsarten auskennt,
der weiß, das ist eine scheiß Krebsart.
Ich weiß gar nicht, ob ich jemanden kenne,
der, das ist auch die, in der Patrick Swayze
da aus Dirty Dancing verstorben ist.
Es war jedenfalls ziemlich klar,
das wird nicht mehr gut.
Und es hat mich so, so krass schockiert.
Also ich weiß, dass sie haben versucht,
das alles von mir fernzuhalten,
aber es ging halt einfach nicht,
weil ich sage mal so, ich dann doch sehr feinfühlig
bin und ich sofort gemerkt habe,
hier hängt das richtig schief.
Und das hat mir schon ganz schön den Boden unter
den Füßen weggerissen, muss ich wirklich sagen.
Und 2011 war auch das Jahr,
wo ich meine Erzieherausbildung lang gemacht
habe, nachdem ich ja auch einige Umwege hatte.
Und ich weiß noch, ich war für ein Praktikum
für sechs Wochen in England.
Das war auch Mai, Juni.
Also eigentlich so genau jetzt um die Zeit rum.
Vor 15 Jahren war ich in diesem Praktikum und
ich weiß noch, dort war ein Moment,
wo ich gedacht habe, oh scheiße,
jetzt musst du ganz, ganz dringend einen Brief
an deinen Opa schreiben.
Und zwar ganz dringend.
Und zwar am besten noch gestern.
Und das habe ich dann auch getan.
Weil mir irgendwie klar war,
die Zeit läuft weg.
Also ich hatte in der Zeit nicht wirklich viel Kontakt.
Das war auch mit Internet und Telefonen und alles,
war ein bisschen schwierig.
Und ich hatte mich auch vorher,
Gott sei Dank, schon von ihm verabschiedet und
mir wirklich viel Zeit dafür genommen,
doch wirklich nichts anderes rankommen lassen,
weil ich gefühlt habe, es könnte das letzte Mal
sein, dass ich ihn sehe.
Und dann habe ich diesen Brief geschrieben aus England.
Und als ich wiederkam, und ich erinnere mich
noch, ich bin wirklich, als wir gelandet sind,
ich bin durch eine dicke,
fette Wolkenwand durchgeflogen.
Es hat geschüttet ohne Ende und ich bin wirklich
mit Auftreffen auf diese Wolken,
ist auf einmal alles aus mir herausgebraten.
Ich habe so geheult wie ein Schlosshund.
Also wirklich, ich habe es einfach nur gemerkt,
irgendwas stimmt nicht, irgendwas stimmt nicht.
Und mein damaliger Freund hat mich in Empfang genommen.
Wir mussten von Berlin nach Hause fahren, nach Jena.
Also sind schon so knapp zweieinhalb,
drei Stunden, glaube ich.
Und er hatte die unankommbare Aufgabe,
mir bei diesem wirklich schütter Wetter mitzuteilen,
dass mein Opa gestorben war.
Also es war schon ein paar,
also eigentlich genau zu der Zeit,
wo ich das Gefühl hatte,
ich muss den Brief schreiben,
den er auch noch bekommen hat.
Also meine Intuition hat mich da wirklich nicht getrübt.
Muss es passiert sein und es hat mir aber keiner gesagt.
Ich verstehe auch warum,
weil die wollten natürlich,
dass ich jetzt nicht vielleicht vorzeitig zurückfliege
oder dass ich einfach die Zeit dort nutzen kann,
die auch wirklich schön war und wo ich auch wirklich
Menschen kennengelernt habe, mit denen ich heute
noch in Kontakt bin.
Und es war für mich auch eine sehr,
sehr mutige Erfahrung, das zu machen,
weil gerade jemand, der Lebensangst hat,
der da alleine in den Flieger steigt,
in ein fremdes Land fliegt und dort Praktikum
in der fremden Kita macht,
mit auch noch Essstörungen im Hintergrund,
die, wo ich mega Angst hatte vor dem englischen
Essen und dachte, ich komme als kleine Tonne wieder.
Das war alles viel und ich habe das aber gemacht
und mein Opa hat mich auch sehr mutig,
das zu machen.
Und dann kam ich wieder und dann war es wirklich,
als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Und ja, es war einfach mega hart.
Und ich erinnere mich noch sehr,
sehr an die Beerdigung, wo ich wirklich auch,
also ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu weinen.
Es war wirklich, als hättest du einen Damm geöffnet.
Und ich weiß, ich glaube,
ab seitdem, naja, in der Recovery nochmal sehr viel.
Aber es war für mich wirklich das Hältigste,
weil ich ja auch vorher mit Todeserfahrungen
in der Familie oder generell irgendwo,
ich hatte gar keine Erfahrung.
Und dass ich mit meinem Lieblingsober anfangen
musste, das war einfach,
ich habe keine Worte.
Und nach dieser Zeit,
also
das war wie gesagt 2011 im Juni,
kam so ein zweites düsteres Kapitel in meinem Leben.
Also mein Ex-Freund, der wie gesagt mich damals
ja auch abgeholt hatte, wir haben uns dann eben auch getrennt.
Und ich hatte meinen neuen Freund kennengelernt,
wie gesagt, das auch zu der Paarfolge mit Markus.
Wer da mal zurückküpfen möchte,
es war so eine der ersten Folgen,
die ich mit meinem jetzigen Partner und Papa
von meinem Baby aufgenommen habe.
Es war von unserem Baby, sorry.
Das war die Zeit, wo ich wirklich in einer sehr
destruktiven Beziehung auch nochmal gelandet bin.
Und die hat sozusagen das zweite düstere Kapitel
in meinem Leben eingeleitet.
Und auch da, ich habe immer wieder an meinen
Opa gedacht und gewusst,
wäre mein Opa noch da, erstens,
er hätte mir sehr von dieser Beziehung abgeraten
und zweitens, als da eben die Flasche passiert
ist, er wäre wie ein Löwe für mich eingestanden.
Also ich glaube, er hätte ihm Kopf, Körper gemacht.
Also nicht Markus, sondern mein Ex-Freund.
Und allein das zu wissen,
zu wissen, dass mein Opa so hinter mir gestanden
hätte, hat mir unglaubliche Kraft gegeben.
Und gleichzeitig war das eben die Zeit,
wo ich nochmal so richtig heftig in die Orthorexie
dann auch gerutscht bin,
wo ich einfach so viel Kontrolle gesucht habe,
weil, wie gesagt, ja alles,
was in Sicherheit sonst um mich herum war, weggebrochen war.
Und in dieser Zeit, wo all das gefehlt hat,
war mein Opa trotz seiner Abwesenheit,
also das war ja dann auch schon zwei Jahre fast
später, immer der Wegweiser,
der mir geholfen hat, Dinge zu tun,
wo ich wusste, okay, ich sollte sie vielleicht
einfach so tun.
Und ich habe sie getan oder habe mich dem angenehmt
und das nie ganz weggenommen.
Also zum Beispiel auch die Trennung eben,
weil ich wusste, mein Opa im Hintergrund,
der hätte, mein Opa im Hinterkopf,
so rum, der hätte sich das für mich gewünscht.
Und dieses tiefe Gefühl hat mich immer wieder
Entscheidungen für mich treffen lassen und mich
vorangebracht, auch wenn innerlich alles geschrien hat, nein.
Also sowohl die Erstörung loszulassen als auch
mich aus dieser Beziehung damals zu befreien.
Es waren, glaube ich, die zwei härtesten Dinge,
die ich tun musste, nämlich mein Opa,
wie gesagt, verloren habe.
Das war einfach emotional so das Härteste,
was dem Verlust angeht.
Aber von dem, was ich für mich tun musste,
waren diese Trennung, wie gesagt,
wir diagnostizieren können, aber wir hatten schon
einige toxische Muster.
Und eben auch die Essstörung loszulassen,
die für mich ganz, ganz eng miteinander verknüpft waren.
Das waren zwei Punkte, die ich ohne ihn im Hinterkopf
nicht gemacht hätte.
Und 2018, also wirklich sieben Jahre später,
also nachdem mein Opa verstorben ist,
auch ziemlich genau, also weil im Juni,
also Mai, Juni, irgendwie sind wir immer Mai
und Juni irgendwas, habe ich ja meine Essstörungssdiagnose
bekommen und musste dann eben auch wirklich entscheiden,
will ich jetzt leben, will ich früh berentet
bleiben oder gehe ich
jetzt in die Recovery?
Und was mir am meisten geholfen hat,
war, dass ich mich in diese Entscheidung wirklich
hingesetzt habe und überlegt habe,
okay, wenn ich leben wollen würde,
ich habe es wirklich auch erstmal nur als Möglichkeit
formuliert, weil dieses alte Thema hat sich immer
weitergetragen, wurde auch in keiner Therapie aufgearbeitet.
Das habe ich tatsächlich erst durch tiefe Identity-Work
und eine Therapeutin, die mir so dieses Grundthema
mitgegeben hat, beziehungsweise dann eben auch
weitere Coachings, meine eigenen Coachings,
meine Ausbildung und all das,
bin ich wirklich auch erst an dieses Thema rangekommen.
Das heißt, es hat sich durchgezogen,
auch wenn ich es zwischendrin im Griff hatte,
aber es hat unterschwellig immer gewirkt.
Und die Frage, die ich mir damals gestellt habe,
war, okay, mal angenommen,
ich würde leben wollen, wofür denn eigentlich?
Und erstmal, und ich habe mir das wirklich aufgeschrieben
und erstmal saß ich von einer leeren Seite und
dachte, mir fällt nichts ein.
Aber eines der ersten Dinge,
was mir eingefallen ist,
war dann, ich will, dass mein Opa stolz auf mich ist.
Und ich wusste, es würde ihm das Herz brechen
zu sehen, was da einfach gerade aus mir geworden
ist und das wollte ich nicht.
Also ich konnte es immer irgendwie vorwegnehmen.
Ich war auch viel an seinem Grab zu dieser Zeit
und habe da, du verrückt,
das sah damals auch klang,
aber ich habe wirklich am Grab mit ihm geredet,
wo auch wieder sehr interessante Dinge passiert sind.
Aber das wäre jetzt eine andere Geschichte.
Und habe einfach diese Verbindung gespürt und
mir war klar, ich will, dass er auf mich stolz ist.
Und nachdem ich das geschrieben habe,
kam dann, wie so ein zweiter Türöffner,
auch dieser Gedanke von,
und ich will, dass ich auf mich stolz bin.
Der war neu.
Aber ich dachte, okay, danke.
Also mein Opa hat wie so diese Tür für mich aufgeschoben.
Und ich habe sie im zweiten Satz dann sozusagen
nochmal für mich selber auch durchschritten.
Und das Verrückte ist, da war,
wie gesagt, schon seit sieben Jahren tot.
Ich wusste, er kann das auf einer Ebene so nicht mitkriegen.
Also ich bin jetzt auch nicht wirklich gläubig,
aber, also ja, eigentlich nicht.
Aber es ist irgendwie sowas,
wo ich so denke, ich glaube an Verbindungen.
Ich glaube daran, dass da einfach trotzdem eine Connection besteht.
Und die hat mich, wie gesagt, getragen.
Und letzten Endes war eben seine Liebe und das,
was er mir damals am Gefühl mitgegeben hat,
das, warum ich überhaupt darüber angefangen habe
nachzudenken, doch zu recoveren.
Das heißt, ich habe mir so ein bisschen die Ressource
von ihm, auch wenn er nicht mehr da war,
ausgeborgt und mitgenommen.
Aber er hat eben nicht nur den Anstoß dafür gegeben,
also es war auch noch ein zweiter Punkt,
den ich auch noch in mein Buch hineingeschrieben
habe und der, glaube ich,
auch Wochenende, als ich da am Grab war,
zu diesem doch sehr emotionalen Ausbruch geführt hat.
Also, aber es war der eine Grund.
Und es gab noch eine zweite Ankerperson,
auf die gehe ich gleich auch nochmal ein.
Aber das Wichtigste war,
dass ich erstmal eine Person hatte,
die mir, auch wenn sie heute gar nicht mehr im
Leben war, den Anstoß gegeben hat.
Und in der Recovery ist er zu einer zweiten Ressource
für mich geworden, weil ich habe es davor schon
angedeutet, ich hatte eigentlich überhaupt keinen
Plan, wie gehe ich da jetzt ran.
Durch die Orthorexie hatte ich auch keinen Appetit
mehr, keinen Heißhunger mehr.
Also auch die Sachen, die ich früher emotional,
also wie gesagt, ich bin ja eigentlich über das
emotionale Essen in die Essstörung gerutscht.
Die Sachen, die ich da gegessen habe,
die haben mich alle nicht mehr interessiert.
Und ich wusste überhaupt nicht,
wie soll ich denn da jetzt rangehen?
Und ich wollte mich denen aber wieder annähern,
weil ich ja entschieden habe,
okay, zu einem gesunden Leben gehört auch eine
gesunde Beziehung zum Essen.
Ich will keine Ängste mehr haben.
Ich will frei sein.
Ich will frei entscheiden können und nicht aus Angst vermeiden.
Und wusste aber nicht genau,
wie komme ich da jetzt hin.
Und dann habe ich mich an all unsere gemeinsamen
Wochenenden mit all den Leckereien erinnert und
an die Familienpudding und an die Tiefkühl-Dickmanns
und an die Kinder, wie heißt die,
Happy Hippos mit der Haselnussfüllung.
Da ist mir übrigens erst aufgefallen,
dass es diese klassischen Kinder-Happy-Hippos
nicht mehr gab.
Ich bin fast vom Glauben abgestürzt.
Ich habe jedes Supermarktregal abgesucht nach
diesen alten Happy-Hippos und ich war so enttäuscht
und so traurig, dass es die nicht mehr gab.
Also das war, als hätte man mir nochmal ein Stück
von meinem Opa weggenommen,
einfach nur, weil es diese Happy-Hippos nicht
gab, was mir aber in der Orthorexie,
wie gesagt, gar nicht aufgefallen ist.
Also ich weiß nicht, wann die vom Markt verschwunden sind.
Falls es jemand weiß, schreibt mir bitte.
Und falls sie jemand irgendwo entdeckt, bitte auch.
Jedenfalls waren das die Punkte,
wo ich gedacht habe, Mensch,
du hattest doch früher auch.
Ich weiß, es war schon sehr,
sehr früh nicht mehr unbeschwert,
aber es gab diese Momente,
an denen es einfach leicht war,
an denen ich das genossen habe,
an denen ich immer meinen Opa gedacht habe und
Essen Spaß war und ich Kontrolle,
wo Kalorien mir total Banane waren und auch keine Schuldgefühle.
Und ja, es einfach leicht war.
Und ich wusste, okay, diese Rummi,
die gab es auch mal, die will ich wieder.
Und was hat denn diese Rummi damals gemocht?
Und mein Opa hat, wie gesagt,
durch diesen kleinen netten Tisch,
den er mir da immer vorbereitet hat,
mir ganz, ganz viele Ankerpunkte gegeben,
wo ich eben auch ansetzen kann.
Oh, es ist getritter Krümel. Genau.
Und letzten Endes hat er an diesen Ritualen
mir genauso geholfen wie eben sein Glaube an mich.
Und genau hier kommt auch der Punkt,
den ich dir mitgeben will.
Weil das, was ich gerade erzählt habe,
ist nicht nur meine Geschichte.
Das ist letzten Endes auch ein Muster,
das ich selbst auch bei vielen Frauen in der Recovery sehe.
Und wie ich finde, eigentlich ein sehr unterschätztes
Werkzeug ist, weil, wie gesagt,
oft der auch gesagt wird,
du musst nicht nur oder du kannst nicht nur für
jemand anderen recoveren. Ja.
Und es geht hier eher darum zu schauen,
habe ich vielleicht auch so eine Ankerperson
in meinem Leben, egal ob real noch da oder verstorben
oder was auch immer.
Weil, klar, Punkt eins, den ich dir mitgeben
möchte, ist, für jemand anderen Leben ist nicht der Endpunkt.
Und es kann aber der Startpunkt sein,
zu sagen, ich gehe überhaupt erstmal los,
weil das ist das Wichtigste,
überhaupt erstmal in die Handlung zu kommen und
Erfahrungen sammeln, um weiterzugehen.
Und es gibt ja diese Vorstellung,
dass Recovery nur echt ist,
so jetzt mal in Anführungszeichen,
wenn wir sie für uns selbst machen.
Und langfristig stimmt das auch.
Aber am Anfang, ich meine,
was nützt es, wenn es langfristig so ist,
wir aber nie losgehen?
Und gerade am Anfang ist die Essstörung so laut,
dass ein für mich selbst sich oft anfühlt wie,
weiß ich nicht, eine fremde Sprache.
Warum denn jetzt für mich selber,
für die Frau, die ich vielleicht gerade hasse,
für die Frau, die ich gerade gar nicht aushalten
kann, deren Körper ich gerade nicht aushalten kann.
Und für die soll ich jetzt sowas Schweres tun,
weil, wie gesagt, eine Essstörung gibt uns ja
auch ganz viel.
Warum soll ich das loslassen für mich,
wenn ich mir selber gar nicht so wichtig bin?
Das hat für mich damals keinen Sinn ergeben.
Deswegen funktioniert es auch ganz oft nicht.
Und dann können wir uns eben von so einer Ankerperson
ein bisschen Kraft ausborgen.
Und ich sehe das häufig,
dass Frauen wirklich auch kommen,
naja, mein Sohn hat gesagt,
bitte Mama, such dir Unterstützung.
Also gerade wenn es eben Frauen sind,
die schon erwachsene Kinder haben,
wovon ich, wie gesagt, auch viele im Coaching habe.
Oder wenn wir sagen, hey,
ich werde Mama und ich möchte für mein Kind einfach was anderes.
Ich will nicht, dass es meine Verhaltensweisen lernt.
Ich will dafür gesund werden,
dass ich das nicht weitergebe.
Oder dafür, dass ich so lange wie möglich gesund,
glücklich und frei mit meinem Kind leben kann.
Oder, wie gesagt, in meinem Fall für meinen Opa,
den ich stolz machen will.
Also egal wer, darauf kommt es nicht an.
Aber es funktioniert, wenn es emotional geladen ist.
Und das ist, glaube ich,
der wichtigste Punkt.
Weil die Liebe zu jemand anderem,
die ist ganz oft schon da,
auch wenn die Liebe zu uns selbst noch nicht
angekommen ist oder wir uns überhaupt nicht vorstellen können.
Wie gesagt, Selbstliebe finde ich auch ein wahnsinnig großes Wort.
Erstmal die Selbstannahme zu bekommen,
wäre schon ein Riesenschritt.
Und das Schöne ist, dass wenn wir den Weg lange
genug gehen und in der Recovery lernen wir ja
auch, wie behandle ich mich denn so,
wie ich vielleicht auch andere Menschen behandle.
Weil ich glaube, und wahrscheinlich wirst du
mir zustimmen, du wirst niemanden so behandeln,
wie du dich selber behandelst.
Also bei mir war es immer so,
ich habe niemanden so scheiße behandelt oder
mit solchen Gedanken übersät,
wie mich selber.
Und wenn wir den Weg lang genug gehen,
also ich jetzt nicht nur von der Dauer,
sondern vielleicht ist das bessere Wort,
konsequent genug und dranbleiben.
Egal durch was wir losgegangen sind.
Wie gesagt, ohne losgehen kann man nicht dranbleiben.
Also losgehen müssen wir schon mal erstmal.
Aber irgendwann kommt der Punkt und bei mir kam
der gar nicht so spät.
Ich glaube, die ersten Punkte,
wo ich gemerkt habe, oh,
da ändert sich was in der Beziehung zu mir selber,
war, als ich gemerkt habe,
okay, ich gehe los, ich sammle neue Erfahrungen,
ich sammle Selbstvertrauen, ich zeige mir einfach
auch, dass ich das wert bin,
weil mein Opa hat mich ja auch so behandelt.
Und am Ende bin ich den Weg nur noch für mich gegangen.
Wenn ich heute was mache,
dann mache ich das für mich,
weil ich mir selber inzwischen wirklich auch
genug wert bin.
Aber das ist der Schlusspunkt einer langen Reise
und nicht die Voraussetzung, um anzufangen.
Also das ist mir ganz, ganz wichtig,
weil wenn du merkst, ich weiß eigentlich gar
nicht wofür, wenn du es nicht für dich machst,
ist egal, Hauptsache du gehst los.
Und der zweite Punkt, Ankerpersonen,
die können rückwärts und auch vorwärts wirken.
Und das ist ein Punkt, der ist mir wirklich die
letzten Tage nochmal so richtig krass klar geworden.
Und der ist mir auch wichtig, dir mitzugeben.
Denn ich habe in meiner Recovery tatsächlich
nicht nur eine Ankerperson genutzt.
Ich hatte sogar zwei.
Und beide zusammen waren unglaublich wirksam.
Und das ist, glaube ich,
auch das, was mich da in dem Moment der Erkenntnis
wirklich so auseinandergenommen hat.
Das eine war mein Opa, der damals schon sieben
Jahre tot war und jetzt 15.
Das heißt, das war die Person,
die rückwärts gerichtet war.
Also wirklich eine Liebe aus der Vergangenheit,
die bis in die Gegenwart weitergewirkt hat und
die dieses, ich will, dass er stolz auf mich
ist und ich weiß, er wäre es auch,
wenn ich das so mache.
Das war mein Motor aus der Vergangenheit, rückwärts.
Das andere, und das habe ich auch in meinem Büchlein
geschrieben, das war mein zukünftiges Kind,
von dem ich keine Ahnung hatte,
ob ich das jemals überhaupt haben werde,
aber die Idee davon, dass ich es haben könnte,
aber eben auch nur, wenn ich recovere.
Also das war sozusagen ein vorwärtsgerichteter Anker.
Also ein Mensch, den es noch gar nicht gab.
Ein Mensch, den ich mir zwar irgendwie auch gewünscht
habe oder wo ich eine Idee davon hatte,
dass es irgendwie vielleicht was ist,
was noch in mein Leben gehört,
von dem ich aber gar nicht wusste,
ob es jemals existieren würde.
Und trotzdem habe ich auch dieses Kind als Anker genommen.
Also ich glaube, ihr habt mich vielleicht schon
mal in der einen oder anderen Stelle sagen hören,
dass ich wirklich dann auch jeden Kinderwagen
mit, okay, wenn du die Chance darauf haben möchtest,
und es ging mir jetzt nur um die Chance und die Möglichkeit.
Wenn du die Chance darauf haben möchtest,
dann musst du essen.
Dann musst du mehr essen.
Dann musst du dranbleiben.
Und ja, da habe ich muss gesagt,
weil, wie gesagt, wenn ich das eine möchte,
dann gibt es Dinge, wo es einfach nicht anders geht.
Also wie gesagt, muss sage ich nur,
wenn ich muss auch meine.
Und ich wusste, wenn ich das haben will,
dann muss ich die Bedingungen erfüllen,
die es braucht, dass ich nach meinem Periodenverlust,
der ja auch sieben Jahre war,
krass, eigentlich so lange,
wie mein Opa weg war, fällt mir gerade auf. Okay, spannend.
Dann muss ich was ändern an meinem Essverhalten,
an meinem Bewegungsverhalten, weil sonst werde
ich überhaupt keine Chance haben,
eine Mutter zu sein.
Und dafür bin ich losgegangen.
Und ich habe damals in meinem Buch geschrieben,
ich habe es hier auch nochmal,
also als einer dieser Gründe,
warum ich leben möchte.
Und ich habe aufgeschrieben,
ich möchte eine echte, gesunde,
glückliche Familie haben.
Und meinem Kind eine vorbildhafte,
starke, liebevolle, emotionale, herzenswahre,
authentische Mutter sein.
Also ich hatte keine Ahnung,
ob es dieses Kind jemals geben wird,
aber ich dachte, wenn, dann möchte ich so eine Mutter sein.
Also wie möchte ich denn sein?
Und ich glaube, gerade Authentizität ist auch
das, was mir meistens auch wieder gespiegelt wird.
Und ja, wo ich einfach hoffe,
es jetzt auch so gut wie möglich hinzukriegen zu können.
Aber vor allem eben, wie gesagt,
wollte ich eine Person sein,
die das Leben annehmen kann,
die Essen wieder als was Schönes erlebt,
so wie mein Opa mir das gezeigt hat.
Und mir war klar, wenn ich ein Kind haben sollte,
dann will ich nicht, dass es sich so fühlen muss
wie ich, dann will ich das auf gar keinen Fall
weitergeben, dann will ich Ja sagen können,
falls mir das irgendwann mal zur Mutter trägt,
irgendwelche komischen, liebevoll gemachten,
aber wahrscheinlich nicht sonderlich lecker schmeckenden
Sandwiches ans Bett bringt.
Und diese Idee, die habe ich größer werden lassen.
Das heißt, und das ist das,
was ich dir mitgeben möchte,
diese Ankerperson, die muss nicht existieren,
damit sie wirkt.
Sie kann verstorben sein,
sie kann noch nicht geboren sein.
Und falls du vielleicht auch in einem Alter bist,
wo du sagst, Kinder sind kein Thema mehr für
mich oder generell sind Kinder kein Thema für
mich oder ich habe vielleicht so eine Person
einfach nicht.
Und es muss auch gar nicht in der Familie sein, ganz wichtig.
Also vielleicht gab es auch eine Bekannte,
eine Erzieherin, eine Lehrerin,
was auch immer.
Es ist völlig egal, wer diese Person für dich ist.
Wenn du die auch nicht findest,
was ich mir fast nicht vorstellen kann.
Also irgendwie so nicht Feedback sich gekriegt
habe, weil jeder hatte irgendwie so eine Person.
Aber falls du die nicht findest,
dann kann es auch eine zukünftige Version von
dir selbst sein, die du heute auch noch nicht
kennst, aber für die du heute den Grundstein legen kannst.
Weil das, was ich wirklich gelernt habe,
ist, Liebe wirkt über die Zeit hinaus,
rückwärts und vorwärts und auch für uns selber.
Also die Beziehung, die ich heute zu mir habe,
ist genau die, die ich damals aufgeschrieben
habe, wo ich gesagt habe,
die möchte ich haben.
Auf die bin ich zugegangen,
ohne zu wissen, wie das dann genau aussieht.
Und ich weiß, es ist schwer,
falls wir vielleicht jetzt nicht gerade so eine
Person griffbereit in Gedanken parat oder was
auch immer haben.
Aber das bedeutet nicht,
dass es dann für dich diesen Weg nicht gibt.
Es bedeutet im Zweifelsfall,
dass du dir vielleicht diesen Halt auch anders bauen darfst.
Wie auch immer.
Das kann auch sein, dass du sagst,
gut, wenn ich die Person oder das Umfeld oder
diese Version von mir vielleicht selber noch
nicht habe, dann gehe ich vielleicht in eine
Gemeinschaft, die diese Rolle übernimmt.
Weil, also das sehe ich auch in unserer Soulgroup
immer wieder, wie die anderen,
also wie sie sich gegenseitig
wahrnehmen
und was sie sich da mitgeben,
das ist genau so ein Energieschub.
Also wirklich jemanden zu haben,
der mit einer anderen Brille auf einen schaut,
als wir selber durch unsere Identitätsbrille,
die, wie gesagt, oft sehr düster sein kann.
Manchmal ist es auch eine Begleitung im Coaching.
Also wie oft sind auch meine Coaches überrascht
oder probieren Dinge aus oder machen vermeintliche
Fehler, wieder in Anführungszeichen,
und merken dann, oh, die Reaktion ist nicht die
gleiche, die ich früher bekomme,
aber ich werde deswegen nicht abgelehnt,
ich werde deswegen nicht verstoßen,
ich werde deswegen nicht,
keine Ahnung was.
Solche Erfahrungen zu sammeln ist unglaublich wertvoll.
Also falls du sie noch nicht gemacht hast,
dann such dir bitte ein Umfeld,
wo du das kannst.
Bei mir war es später auch eine Lehrerin,
eine Krankenschwester, eine Klinik,
die mir ein bisschen geholfen hat.
Oder auch eine Therapeutin,
wo ich gemerkt habe, Mensch,
ja, die schaut irgendwie anders auf mich und
nicht mit dieser defizitären Blabla.
Allein das kann schon helfen.
Und ja, vielleicht ist es auch wirklich das zukünftige Du.
Also die Frau, die du vielleicht in fünf oder
zehn oder zwanzig Jahren sein willst und auf
die du neugierig bist.
Also auch die kann es sein.
Also ich habe mir wirklich auch gesagt,
aber was, wenn da vielleicht mehr für mich möglich ist?
Was, wenn das nicht das einzige Leben ist,
was man führen kann und uns einen anderen Weg
gibt und wie hätte ich das denn gerne?
Also das hat mir sehr geholfen,
dann neugierig weiterzugehen und zu sagen,
hey, ich will es zumindest mal entdecken und
ganz ehrlich, an Popular Opinion zurückgehen
kann ich doch immer.
Tja, und damit schließt sich der Kreis und die
Folge ist schon wieder länger,
als ich vorhatte.
Aber wie gesagt, als ich da am Wochenende am
Grab von meinem Opa saß und dann auch noch der
kleine Bauchzwerg gerade dort gekickt hat.
Also ich habe wirklich gedacht,
ist das jetzt ein Zeichen oder manchmal glaube
ich ja wirklich an sowas.
Aber es war einfach so, so krass zu wissen,
okay, das ist wahrscheinlich das letzte Mal jetzt
auch vor dieser Grablösung,
dass ich hier bin.
Aber ich bin zumindest nochmal mit dem kleinen
Bauchzwerg hier und ich hätte mir so,
so sehr gewünscht, dass er seinen Opa auch kennenlernen kann.
Aber ein Stück weit wird er das auch tun,
weil, wie gesagt, ich glaube fest daran und
deswegen ist es auch dieses,
ja, das Grab, klar, ich könnte es auch öfter besuchen.
Ich könnte es wahrscheinlich auch übernehmen
und nochmal länger pflegen,
aber es geht eigentlich gar nicht um den Ort,
denn es war einfach nur dieses,
okay, ich lasse jetzt auch noch den Ort los,
aber die Menschen niemals.
Also wie gesagt, ich vermisse meinen Opa so,
so oft und er ist so oft in meinen Gedanken oder
ja, oft auch in positiven Kontexten heutzutage
und ich bin ihm so, so dankbar und wie gesagt,
dass ich da dann wirklich saß und gemerkt habe,
Mensch, hätte ich mich ihn als Anker sozusagen
nicht ausgeborgt, ich weiß nicht,
ob ich meine Recovery so angegangen wäre,
ob ich sie wirklich so gemacht hätte,
aber wenn ich das nicht getan hätte,
dann wäre ich auf jeden Fall nicht mit Bauchzwerg
am Grab gewesen, weil, wie gesagt,
ohne Periode kein Baby, das ist ein bisschen schwierig.
Und ich war so dankbar, dass er so eine Person
für mich auch war, dass er mir all das mitgegeben
hat, was er hat und mir letzten Endes damit auch
diesen kleinen Krümel in meinem Bauch wirklich gemacht hat.
Und ich weiß, und das habe ich so,
so heftig gespürt, dass mein Opa wirklich verdammt
stolz auf mich wäre.
Und es kriege ich eine Gänsehaut,
wenn ich das sage.
Und all das, wofür ich damals losgegangen bin,
ist real geworden.
Ich hätte es mir nicht vorstellen können.
Es war wirklich nur so ein ganz vager Wunsch.
Also klar, was ich mir gewünscht hätte,
wäre, dass mein Opa noch da wäre.
Aber das ist eine Sache,
die kriege ich nicht wieder.
Und gleichzeitig habe ich mich an ihm als Anker
und an dem, was ich wollte,
eben immer wieder vorwärts entlang gehangelt,
bis es Wirklichkeit geworden ist.
Bis der Bauchzwerg Wirklichkeit geworden ist.
Bis die Beziehung, so wie ich sie jetzt führe,
Wirklichkeit geworden ist.
Und darüber hinaus ja noch so,
so, so viel mehr.
Also wie gesagt, das ist das Leben,
was ich heute habe, dass ich nicht mehr angestellt,
nicht in der Kita bin, nicht,
keine Ahnung was, also wirklich selbstständig
bin, dass ich andere Frauen begleiten darf.
Das war unvorstellbar und ich weiß,
er wäre dann stolz.
Und gleichzeitig, auch wenn das Grab dann nicht
mehr da ist, wie gesagt,
mein Opa ist schon seit 15 Jahren nicht mehr
und ich habe die Erinnerungen an ihn lebendig,
als wäre es gestern.
Gerade die, die wir so früh eben gesammelt haben.
Und ich werde meinen Opa auch in dieses neue
Leben und in diesen neuen Lebensabschnitt mit
dem Bauchzwerg mitnehmen.
Nicht als Erinnerung, was irgendwie im Album
bleibt oder hier auf dem Foto,
sondern als Stimme, als Gefühl,
als das, was wirklich weiterwirkt.
Und wer weiß, vielleicht ist an dem kleinen Krümel
auch was drin.
Ich bin auch so gespannt,
wie er wird.
Und auch wenn der kleine Bauchzwerg ihn nie persönlich
erleben wird und ich erleben wird,
wer er oder wie er wirklich so genau als Mensch
war, so weiß ich doch, dass er ihn trotzdem auch
durch mich und durch die Geschichten,
die ich ihm von seinem Opa erzählen werde,
vom Familienpudding und von den Dingen,
die wir einfach dann auch nachmachen werden,
dass er auch dadurch weiterleben wird.
Und das, finde ich, ist das Wertvollste.
Und es gibt ein Lied, ich habe damals in dieser
düsteren Zeit auch sehr düstere Lieder gehört
und dann unter anderem von Lami Motel.
Und dort war ein Epitaph,
also eine Grabinschrift auch,
in dem ein Songtext und die lautet,
sucht mich nicht hier, sucht mich in euren Herzen.
Und wenn ich mir dort kein Denkmal errichtet
habe, dann ist mein Leben umsonst gewesen.
Das Leben von meinem Opa war auf gar keinen Fall umsonst.
Ja, es war sehr kurz.
Aber es war auf gar keinen Fall umsonst,
weil er einfach so viel hinterlassen hat,
was weiterleben wird und was ich auch lebendig
halten werde und wofür ich einfach unglaublich dankbar bin.
Und wirklich nicht zu viel sagen,
wenn ich sage, er hat mir mein Leben ermöglicht
und auch das von dem kleinen Krümel und so viel anderes.
Also wie viel Einfluss kann ein Mensch haben?
Und der ist in dieser Hinsicht auch so ein großer
Vorbild für mich, weil ich sage,
ich will auch ein Mensch sein,
der, wo vielleicht irgendwann der kleine Krümel
seinen Enkel erzählt, hey,
die Oma, die hat verrückte Dinge gemacht,
die hat, keine Ahnung, die hat auch Familienpudding
gekocht, keine Ahnung, ob man später noch Familienpudding
kocht, ich weiß es nicht.
Aber dieser Mensch, als der wir in Erinnerung
bleiben, den erschaffen wir,
während wir leben.
Und das wünsche ich mir auch für dich.
Und dass du dir erlaubst,
wirklich der Mensch zu werden,
der du wirklich auch sein möchtest,
ohne diese Ängste, ohne das,
was dich vielleicht auch aufhält, noch zurückhält.
Diese Blockaden wirklich anzuschauen,
aufzulösen, wenn ich weiß,
es ist möglich.
In diesem Sinne, ja, vielleicht wartet einfach
auch dein zukünftiges Ich auf dich und auf das,
was du mit ihm oder ihr noch entdecken wirst.
Und oh Gott, ich hätte da Schnur anlegen wollen.
Ich werde mal zum Ende kommen,
weil sonst wird das hier zu sendimenthaltend.
Aber falls dich diese Folge auch berührt hat
oder du vielleicht eine Idee hast,
wer das für dich sein kann,
was das für dich sein kann,
egal ob in der Zukunft, in der Vergangenheit,
du selber, dann freue ich mich super gerne,
entweder auch hier da unten,
wo du den Podcast einfach auch hörst oder super,
super gerne auf Instagram und erzähl mir davon,
wer ist dein Mensch oder war es vielleicht oder
wer wird es vielleicht auch sein?
Und allein das auszudrücken kann schon so,
so wertvoll sein.
Und wenn du merkst, dass du den Weg nicht alleine
gehen willst, also wie gesagt,
meine Coachings sind inzwischen jetzt bis zur
Babypause alle ausgebucht.
Ich werde aber eine Warteliste eröffnen.
Und wenn du sagst, ich möchte,
wenn Romy weiter macht, den Weg einfach auch
mit ihr gehen, dann, ja,
wie gesagt, dann trage dich da einfach unverbindlich drauf ein.
Und dann freue ich mich,
mit dir gemeinsam zu entdecken,
wer du bist und dir zu unterhelfen,
in diesen Lebensabschnitt wirklich auch reinzukommen.
Ja, in diesem Sinne auch wirklich danke für dich.
Ich weiß, es war eine völlig andere Folge als sonst.
Es war eine Folge für meinen Opa.
Es war aber auch eine für den kleinen Bauchzwerg.
Und es war auch eine für mich und hoffentlich
auch für dich, die zeigt,
was wir einfach auch für einen Impact,
für einen Einfluss im Leben für uns selber,
aber auch für andere haben können.
Und dass Liebe nicht stirbt,
nur weil die Person von uns geht.
In diesem Sinne, pass gut auf dich auf und mach's gut.
Bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse
Reality mit mir genommen hast.
Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven
Unterschied in deinem Tag gemacht.
Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau
diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfrohiger
Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht
gefunden haben und sich ebenfalls nach einem
Leben in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen und freue mich,
auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal.
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