#55 Renatas Weg aus der Essstörung mit über 50 (Teil 1)
Schon zweimal in der Klinik – und doch war diesmal etwas anders
01.07.2026 44 min
Zusammenfassung & Show Notes
Renata hat über 30 Jahre mit ihrer Essstörung gelebt und zwei Klinikaufenthalte hinter sich. Dennoch fand sie mit über 50 den Mut, es nochmal ganz anders anzugehen. Im ersten Teil erzählt sie, was diesmal den Unterschied machte.
Über 30 Jahre Essstörung und zwei Klinikaufenthalte – Mit über 50 fand Renata trotzdem den Mut, es nochmal ganz anders anzugehen. Ihre Geschichte zeigt, dass es nie zu spät fürRecovery ist und was den wirklichen Unterschied ausmacht.
Sie hatte vor unserer gemeinsamen Zeit schon so viel versucht und doch war diesmal etwas anders. Mit einer Ehrlichkeit und Klarheit, die mich tief berührt haben, teilt sie heute, was sie nach Jahrzehnten endlich ins Handeln gebracht hat.
Darum geht es:
- Warum Wissen allein sie über Jahrzehnte nicht weitergebracht hat – und was den Unterschied machte
- Der Satz ihres Sohnes, der den Wendepunkt für sie darstellte
- Was ihr Selbstwertgefühl mit ihrem Essverhalten zu tun hatte
- Was hinter scheinbar „irrationalen" Essensregeln wirklich steckt
- Warum sie irgendwann aufhörte, mit ihrer Essstörung zu diskutieren
Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden zweiten Mittwoch um 6 Uhr
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Meine Ausbildungen
- CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
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- Zertifizierter Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)
Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.
Transkript
Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys
Recovery RealiTea.
Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered.
Heute lebe ich mein bestes Leben,
ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität.
Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen
zu helfen, genau das Gleiche zu tun.
Dieser Podcast ist für dich,
wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst.
Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit
und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat.
Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands
erster CCI-zertifizierter Recovery Coach.
Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblings-Tee
und lass uns gemeinsam entdecken,
wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann.
Hallo und schön, dass du da bist.
Ja, vielleicht hast du gemerkt,
dass diese Folge ein bisschen auf sich warten hat.
Und dafür gibt es den allerallerschönsten Grund,
den ich mir nur vorstellen kann.
Darf ich vorstellen, das ist unser Sohn Lio bei
seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Stillen.
Wie könnte es anders sein?
Ja, der kleine Mann hat sich tatsächlich und
für mich völlig überraschend entschieden,
mal eben so ganz ohne Vorwarnung zehn Tage früher
auf die Welt zu kommen.
Ich dachte, ja, ich hätte noch Entspannzeit,
da ich weder Übungsfehlen noch irgendwelche anderen Vorzeichen hatte.
Aber dann ging es doch plötzlich sehr schnell
und alle meine Pläne wurden einmal über den Haufen geworfen.
Aber ganz ehrlich, ich kann mir keinen schöneren
Grund für eine Podcast-Verspätung vorstellen.
Und wenn ich eines jetzt schon dank Liebe lernen
darf, dann, dass Planen gerade absolut nicht
dran und Flexibilität und Spontaneität gefragt sind.
Und daher wird es während meiner Babypause auch
eher unregelmäßig mit dem Podcast weitergehen,
einfach nach Gefühl.
Also ich schaue wirklich,
was ist gerade dran und was eben einfach auch nicht.
Das habe ich die letzten 14 Tage auf jeden Fall
schon mal gut üben dürfen.
Denn jetzt Mama sein zu dürfen,
ist für mich absolut nicht selbstverständlich
nach, wie gesagt, sieben Jahren Periodenverlust
und der Angst, einfach vielleicht auch nicht
schwanger werden zu können,
weshalb ich, wie gesagt,
diesen Wunsch mehr oder weniger auch lange gedeckelt habe.
Und ich möchte jetzt einfach jede Sekunde und
jeden Augenblick so intensiv wie möglich mit
dem kleinen Gemann genießen und aufsaugen.
Weil, also irgendwie kriegt man ein anderes Bewusstsein
für die Zeit und ich weiß,
er wird nie wieder so klein sein wie jetzt.
Er wird mich nie wieder so brauchen wie jetzt.
Und gleichzeitig ist er mein komplettes Universum
gerade und ich könnte ihn einfach jetzt schon auffressen.
Und wenn du aber nicht verpassen möchtest,
wann denn dann immer so die nächste Folge kommt,
dann abonniere den Podcast gern.
Und wenn du möchtest, folge mir gerne auch auf
Instagram unter Romy-hörbe mit OE,
wo ich dich auch ein wenig in meinen neuen Mama-Alltag mitnehme.
Einfach so, auch hier, wie es gerade passt und
wie sie es einfach aus dem mich anfühlt.
Jedenfalls habe ich es die letzten 14 Tage sehr
genossen, mein ganz persönliches kleines Wunder
kennenzulernen, den halben Tag anzustarren,
in den Armen zu halten und mich von der doch
sehr spontanen und schnellen,
nicht weniger schmerzhaften Beckenendlagengeburt zu erholen.
Ja, und jetzt, wo sich langsam so alles ein bisschen
wieder einspielt, wie auch die erste Hitzewelle
schon überstanden haben und der kleine Mann gerade
selig neben mir schläft,
habe ich gedacht, jetzt hätte ich irgendwie Bock.
Ich nutze mal die Chance,
kurz aus meiner kuscheligen Babybubble aufzutauchen
und diese Folge hier endlich mit dir zu teilen.
Also genau genommen werde ich sie in zwei Teile teilen.
Und sie liegt mir sehr am Herzen und auch das
Interview, was jetzt folgt,
das hat mir einfach mega viel Spaß gemacht beim Führen.
Und ich hoffe, du hast genauso viel Freude beim
Hören, wie wir es hatten,
damit es zu erstellen.
Und damit lass uns auch direkt starten.
Hallo und herzlich willkommen.
Ja, heute habe ich dir einen Gast mitgebracht,
auf den ich mich ganz besonders freue.
Und zwar die liebe Renata.
Renata war Teilnehmerin in meiner Rediscover-Gruppe
letztes Jahr im Oktober und ist ihren Recovery-Weg
danach noch ein gutes Stück weiter mit mir und
der Soulgroup gegangen.
Und ich habe sie heute eingeladen,
weil ihr Weg und ihre Klarheit sowie ihr ungebändigter
Wille, mit dem sie ihn gegangen ist,
so inspirierend und so ermutigend sind.
Und Renata, was wird sie sich vielleicht selber
gleich dann auch nochmal erzählen,
hat über 30 Jahre mit der Essstörung gelebt und
ist heute mit über 50 ihren Weg herausgegangen.
Und genau deshalb freue ich mich riesig auf unser
Interview heute, denn ihre Geschichte zeigt einfach
das, was ich selber ja nicht oft genug sagen
kann, nämlich, dass es nie zu spät ist,
egal wie lang die Essstörung vielleicht auch
schon ein Teil deines Lebens ist.
Und falls du gerade auch denkst,
für dich sei der Zug vielleicht schon längst
abgefahren oder du hast schon so viel zuvor versucht,
dann ist diese Folge auf jeden Fall für dich.
Und ich sage jetzt erstmal herzlich willkommen, Renata.
Schön, dass du da bist.
Ja, vielen Dank, liebe Romy.
Ich habe mich sehr gefreut auf dein Interview.
Ja, es ist schon so, dass ich,
wie schon gesagt, über 30 Jahre die Essproblematik habe.
Und wie man hört, komme ich aus der Schweiz.
Ich habe schon so viel erlebt,
dass ich mit 17 erkrankt war.
Mit 20 war das dann eine Hospitalisierung.
Aber das war in einem Spital,
weil es damals gar nicht eine Institution für
spezifische Essstörungen gab.
Und ja, dann ist es schon so,
ich war dann da draußen,
da hatte ich die Essstörung trotz allem weiter,
einfach auf eine andere Art.
Und ich habe dann meinen Mann kennengelernt und
das war dann schon eine Riesenvotivation.
Ich wollte ja auch Kinder und da braucht es die Periode, oder?
Und ja, das ist einfach nur kurz meine Geschichte,
damit ihr das irgendwie nachvollziehen könnt.
Und da war schon der erste Moment der Kick so,
ja, ich will da meine Störung loswerden, oder?
Und ich habe das geschafft.
Ich habe heute vier erwachsene Kinder zwischen
18 und 24.
Aber trotz allem, ich konnte die Essstörung nicht loslassen.
Es hat dann wieder, als meine jüngste zwei Jahre
war, war es wie diese Restriktion,
dieses Sportzwang.
Und es war wirklich eine Spirale abwärts.
Und ich musste sogar zweimal in die Klinik.
Also das war sehr mit Scham behaftet,
weil meine Kinder alleine zu lassen.
Die jüngste war sechs und das war sehr viel mit
Traurigkeit verbunden.
Aber ja, dann musste ich eben ein zweites Mal,
weil ich einfach genau wusste,
ich schaffe das nicht.
Oder ich schaffe das einfach nicht heraus und
hatte trotz allem auch eine riesige Verantwortung
gegenüber meinen Kindern.
Und man hört immer so, ja,
ich will die loswerden, diese Essstörung,
weil ich dann mit Kindern ein Vorbild sein möchte.
Und das war dann bei mir nicht so.
Aber ich habe sehr viel mit ihnen gesprochen
und das ist ein Leidensdruck,
dann man nicht so denkt.
Also man denkt schon, aber dann ist man,
man verdrängt auch sehr vieles.
Und dann habe ich so mit meinem Ältesten,
also es ist einfach so, ich habe immer wieder
gedacht, ich muss da irgendwie raus,
aber irgendwie dann drückt es allen nicht.
Und dann habe ich einfach auch Podcasts gehört,
also verschiedene Podcasts, auch von dir und von anderen.
Und es war dann diese Überlegung,
ja, es war immer da.
Der gesunde Teil war immer da.
Ich wollte ja.
Der essgestörte Teil war sehr dominant natürlich.
Ich nein, es geht schon.
Und du bist ja jetzt eigentlich auf dem Level,
da geht es schon so.
Man sieht es zwar an, was an dem Körper,
aber du lebst gut so, oder?
Und dann habe ich das mit dem Rediscover
angeschaut, mit der Gruppe.
Und das hat mich sehr motiviert.
Also, weil es ist so von meinem Bekanntenkreis,
wie erkläre ich die Essstörung?
Wie erkläre ich ihnen das?
Also, ich verstehe selber meine Essstörung nicht.
Wie kann ich ihnen das verständlich machen,
dass es zum Teil einfach nicht geht?
Ich möchte ja so gerne, aber es geht nicht.
Und die Verzweiflung, dann die innere Verzweiflung.
Und die auch Scham, also das Unerhörte,
die Scham dazu.
Und ja, und dann habe ich ein Erstgespräch gehabt
mit dir und da habe ich gewusst,
ich möchte das.
Also das, ich habe zwar meinen Mann noch gefragt,
schau, was meinst du dazu?
Und meine Kinder auch, schau.
Und er sagt immer, ja, das musst doch du wissen,
ja, das mach doch das und so.
Aber ich will nur damit sagen,
es ist egal, ob man jemanden hat oder nicht.
Es geht um seinen Körper,
es geht um seine Essstörung,
es geht um meine Essstörung,
es geht um meine dann schlussendlich Recovery,
es geht um meine Gesundheit oder so.
Ich muss entscheiden.
Und egal, also ich bin über 50,
egal, ich habe mehr als 30 Jahre drauf.
Und ja, ich probiere das.
Und das hat mir sehr gut getan.
Also diese Gruppe, dann die sechs Wochen,
einfach das verstanden zu werden.
Dass einfach diese enorme Ehrlichkeit,
das hatte ich noch nie so gespürt,
diese enorme Ehrlichkeit, über alles zu erzählen, zu diskutieren.
Und auch das Gefühl, man ist so in einer Bubble,
da drin, also wie das Nadelöhr.
Oder man ist da in einer Bubble, oder?
Man sieht die andere Seite nicht.
Und man muss aber da durch.
Also man muss durch die Angst durch.
Und ich habe, ich weiß, ich habe noch geschrieben
in meinem Buch, so, bevor es begonnen hat.
Ich habe laute Fragezeichen,
aber ich will das.
Und ich weiß, ich komme da nicht drum,
um die Gewichtszunahme, weil ich muss ins Tun kommen.
Und ich lasse jetzt einfach mal kommen.
Ich lasse jetzt einfach mal zu.
Und klar, dann ist die Challenge natürlich gewesen,
in der Gruppe zu kommentieren, oder?
Generell, ob ich zu zeigen.
Also dein Weg zeigt ja schon.
Vielleicht machen wir mal kurz an
der Stelle.
Also erstmal
Wahnsinn.
Renata, du sagst 30 Jahre.
Und man hätte so in dem ersten Bogen ja schon
denken können, okay, sie hat sich vorgenommen,
sie möchte Mama werden, sie hat den Partner gefunden,
jetzt geht es bergauf.
Weil diesen Wunsch hast du dir ja schon erfüllt.
Das heißt, du hast ja auch damals schon einiges
geschafft und wirklich diese Fortschritte auch
gemacht, sodass du heute wirklich vier erwachsene Kinder hast.
Und alleine da hinzukommen,
das war ja damals schon ein Riesenerfolg.
Und was du aber gleichzeitig auch beschrieben
hast, ist, die Essstörung an sich war trotzdem nicht weg.
Sie hat sich ein Stück weit verlagert,
hast du auch gesagt.
Offensichtlich dir auch ermöglicht,
zumindest schon mal deine Periode zurückzubekommen.
Aber dieser ganzheitliche Prozess,
also wirklich, dass du auch psychisch,
mental in diese Heilung gekommen bist,
der war einfach nicht.
Und dieser Kampf ging trotzdem weiter,
was eben dann auch, man könnte ja eigentlich
sagen, wirklich zu diesem Rückfall auch geführt
hat und dich eben dann doch 30 Jahre begleitet
hat oder über 30 Jahre sogar,
bis eben an den Punkt, wo du,
ich glaube, du hast es nochmal in der Gruppe
geschrieben, du hast eigentlich schon fast aufgegeben gehabt.
Und trotzdem, so wie wir dich gerade kennenlernen
und ich dich ja auch kennenlernen durfte,
kommt da immer wieder dieser starke Wille durch.
Und du hast es gerade so schön gesagt,
dieses gesunde Ich, das immer irgendwie da war
und gesagt hat, nee, ich will doch.
Und das war vielleicht jetzt nicht,
also auch Klinikserfahrung, ja wirklich hinter dir hast.
Und trotzdem immer wieder dieser Wille zu sagen,
doch, ich will, nee, das war es noch nicht.
Also wirklich auch hier erstmal Hut ab.
Ich muss noch etwas vorholen.
Also der schlussendliche Punkt,
dass ich mich angemeldet habe,
war eigentlich mein ältester Sohn.
Also er war so von hartnäckig.
Und er hat mir schon ein paar Mal gesagt,
Mama, du isst zu wenig Proteine,
Kohlenhydrate, Fette.
Und das geht nicht so weiter und so.
Und ja, wir hatten sehr intensive Gespräche immer.
Und ich habe immer gesagt,
nein, nein, es geht schon,
es geht schon, alles gut, alles gut.
Ich habe das alles verdrängt, wirklich verdrängt.
Und der Schlüssel war wirklich,
als er sagte, weißt du, die Kognition,
also das auch das Mentale,
das Gehirn, das Gedächtnis,
das braucht diese Energie,
das braucht die Fette, das braucht die Proteine,
die Kohlenhydrate.
Also da, was hat mir dann wirklich den Ausschlag gegeben?
Genau.
Und vorher war es wirklich das Verdrängen.
Aber das mit dem Gedächtnis,
das war ein Punkt, ein Wunderpunkt,
das mich bewogen hat,
wirklich ins Tun zu kommen,
wirklich mich anzumelden.
Und weil ich merkte schon,
ich hatte schon auch so diese Gedächtnislücken,
wo die Wortfindungsstörungen zum Teil.
Und ja, das war, ja, schon ein großes Alarmzeichen.
Dass er das so hartnäckig war.
Und er hat gesagt zu mir,
weißt du, ich war hartnäckig,
okay, aber du hast dann diese Hartnäckigkeit weitergelegt.
Also das muss ich schon sagen.
Also er hat das, sie haben ja das alle auch gesehen.
Also du hast diese Hartnäckigkeit weitergemacht. Ja, so.
Und jetzt können wir uns fragen,
Henne Ei, von wem hat er die wohl? Ja. Ja.
Und genau das ist so wertvoll auch.
Also auch hier wirklich mal ein Hoch auf deinen
Sohn, dass der, also das habe ich selten erlebt,
dass die Kinder auch so hartnäckig sind und sagen,
Mama, mach jetzt bitte was.
Und es hätte, glaube ich,
nicht gefruchtet, wenn du nicht selber auch gemerkt
hättest, er hat da irgendwie einen Punkt,
weil ich sage immer, das erlebe ich ja gerade
auch bei denen, die eben wirklich schon über
Jahrzehnte eben auch in der Essstörung sind.
Weil du hast es schön gesagt,
man ignoriert es ja wirklich gut weg.
Also ich war ja damals auch Königin,
es läuft doch alles, es funktioniert doch,
ich funktioniere doch, funktionieren war immer mein Plingswort.
Bis man eben aber merkt,
naja, ja, funktioniert zwar,
aber es wird schlechter.
Also ich sage immer, von alleine wird es ja irgendwann schlechter.
Und wenn es das Umfeld mitkriegt,
dann ist es ja schon ein Punkt,
an dem wir es nicht mehr kompensieren können.
Weil ich weiß nicht, wie es dir geht,
aber gerade nach außen kann man das ja doch eine
lange Zeit sehr, sehr gut noch verkaufen.
Und ich meine, du bist ja auch arbeiten gegangen.
Also du hast ja wirklich funktioniert bis jetzt
und jetzt wieder deutlich besser,
wobei es ja nicht ums Funktionieren geht,
sondern eben ums Leben.
Und diesen Punkt für dich zu erkennen und auch
diesen Punkt, und manchmal brauchst du den eben
auch erst, wo man selber merkt,
so, irgendwas ist gerade nicht mehr gut und oh,
es fällt vielleicht auch nach außen auf.
Und was bedeutet es vielleicht auch für mein
restliches Leben und will ich das überhaupt?
Und da scheint sich bei dir ja wirklich wahnsinnig
viel auch getan zu haben. Ja, genau.
Ja, ich habe das vor allem mit der Gruppe,
also die sechs Wochen habe ich als sehr intensiv empfunden.
Es ist extrem intensiv und es war auch gut so.
Ich merke dort einfach auch diese Unterstützung,
diese Motivation gegenseitig.
Das Push auch, das hat mir so gut getan.
Einfach auch ins Tun zu kommen.
Und das war für mich, ich wusste auch von Anfang
an, ich möchte da weiterziehen.
Weil die sechs Wochen, es war mega intensiv.
Ich hatte so viele Erkenntnisse.
Auch, ich verstand endlich mal mich selber so.
Und das hat mir sehr gut getan.
Und auch offen zu reden,
zu sprechen, auch das zu lernen.
Also sich offen zu zeigen,
das war auch eine Riesenchallenge.
Und das hat mir auch wieder Mut gegeben.
Es war nicht nur das Ess-technische,
sondern auch das Mentale,
das sich zu zeigen.
Also auch im Zoom, sich zu zeigen und einfach
so, wie man ist.
Und nicht noch dreimal die Triseur zu richten.
Es ist so schwierig, wenn man sich selber sieht,
ist das schon eine Challenge.
Ja, vor allem, wenn man das so gar nicht gewohnt ist.
Und ich sage mal so, alleine auch das,
was du gerade beschreibst,
also diesen völlig anderen Weg jetzt auch mal
jenseits von Essen, Sport,
Bewegung, sondern wirklich, was hat sich da innerlich
auch getan im Sinne von,
darf ich Raum einnehmen?
Darf ich mich zeigen?
Darf ich mich zu Wort melden?
Finde ich die richtigen Worte?
Also ich erinnere mich wirklich noch gut,
wie du teilweise ja wirklich auch da mit dir gekämpft hast.
Ich wollte so gerne was sagen,
aber ich wusste gar nicht und ich habe lieber nichts gesagt.
Vielleicht finde ich die richtigen Worte nicht.
Und alleine das, ich meine,
das ist jetzt neun Monate her,
seitdem du losgegangen bist,
damals in Rediscover.
Und jetzt sitzt du hier in einem Podcast und
sprichst mit Hunderten von Frauen,
die uns zuhören werden und teilst da deinen Weg.
Also, wenn man dich vorher nicht erlebt hätte,
es ist wirklich, also es zeigt auch hier,
es geht nicht nur ums Essen.
Es geht wirklich um das,
was in mir passiert.
Diese Stärke, die sich da auch aufbaut,
dass du dich traust.
Und ich weiß, es hat dich immer noch Überwindung gekostet.
Aber auch hier, dieser Wille,
deinen Weg zu teilen, der war einfach so viel
stärker auch als die Angst.
Und ich glaube, das ist auch so eine deiner größten
Stärken, wo mir sofort aufgefallen ist,
okay, Renata macht hier irgendwie was.
Das kommt mir ein bisschen bekannt vor,
tatsächlich auf meinem eigenen Weg.
Und ist aber was, was auch gar nicht so selbstverständlich
ist, was dir, glaube ich,
auch gar nicht so bewusst war.
Weil du hast es gerade so schön gesagt.
Das eine ist natürlich auch in so einem Programm
reinzugehen, sich da überhaupt zu zeigen,
überhaupt die Entscheidung zu treffen.
Und das andere eben dann auch,
und darauf zieht ja auch Rediscover ab,
eben wirklich auch von diesem Wissen,
diesen sich selber nochmal auf einer viel,
viel tieferen Ebene wirklich zu verstehen,
dann aber auch ins Handeln zu kommen,
was, glaube ich, so eine der größten Hindernisse
und Hürden überhaupt ist.
Und ich glaube, das ist wirklich auch das,
was den größten Unterschied bei dir gemacht hat.
Denn du hast irgendwann aufgehört,
endlos auch mit deiner Essstörung zu diskutieren.
Ich war so, ich diskutiere das jetzt nicht mehr.
Du hast ja auch das Dialog führen gelernt, auch ausprobiert.
Aber bei dir war noch so ein zweiter Punkt,
der dazu kam, dass du gesagt hast,
ach scheiß drauf, ich will das jetzt nicht mehr ausdiskutieren.
Ich weiß ja, was zu tun ist.
Aber was hat dir geholfen,
wirklich von diesem, ich weiß,
das jetzt auch ins Handeln zu kommen?
Ja, also es hat viele Schlüsselmomente gegeben.
Also erstmal ist das wirklich ins Tun zu kommen
für mich das Aufschreiben.
Also wirklich für mich ist das wie ein,
ja, eine, ja, dass ich für mich irgendwie einfach
so ein Vertrag, dass ich wie so sage,
nein, es ist so, ja, und ich mache das jetzt.
Also am Abend habe ich dann so einen Glasbehälter
auf den Tisch gelegt und so.
Und dann habe ich jeden Abend einen Zettel reingelegt
mit dem einfach, was ich es nächsten Tagen machen möchte.
Also das war zum Beispiel,
ich nehme zum Zuni oder zur Pause so ein Croissant.
Und das ist also in der Schweiz,
man sagt ja Buttergipfel, oder?
Und Butter, das ist ganz,
ganz schwierig, oder?
Und ja, und ich habe dann einfach am Abend schon
das gerochen, dieses Croissant.
Und ich wusste, ich gehe in die Bäckerei und hole das.
Also und mache das und schaue nicht links und
rechts, sondern nein.
Und das war wirklich so.
Ich habe das gemacht.
Weil wenn ich es nicht gemacht hätte,
also ich habe es ja aufgeschrieben,
dann wäre das ein, ja, ich verräter mich selber, oder?
Und das wollte ich einfach nicht mehr.
ich habe das Grosso genommen.
Ich war dann in die Pause gegangen.
Da waren darunter auch noch meine Arbeitskolleginnen.
Und die aßen zum Teil gar nichts.
Und ich aß dann einfach mein Gipfel,
also mein Grosso.
Und das war schon eine Challenge,
aber es tat nachher so, so gut,
dass ich es einfach abhaken,
dass ich es gemacht habe.
Und so ging es viel auch so.
Da kam auch die, also ich hatte gar nicht so
darüber nachgedacht, wie paradox das alles ist.
Zum Beispiel meine Essgewohnheiten.
Also ich konnte zum Beispiel Banane nicht essen,
aber Banane-Chips, eine Handvoll Banane-Chips geht.
Also wahrscheinlich ist die Handvoll Banane-Chips
mehr als eine Banane zum Beispiel oder ein ganzer Apfel.
Also es ist so schwierig sowieso etwas von Ganzen zu nehmen.
Das war für mich, also nur schon ein Apfel war
extrem schwierig für mich.
Aber eine Handvoll irgendwie Nüsse, das ging.
Also das ist ja eigentlich so paradox.
Das zeigt auch so schön wirklich,
wie irrational Essstörungen ja auch sind.
Also wo es ja viel mehr auch um dieses Regelwerk
geht, als um das, was vielleicht,
also das ist ja wirklich so kreativ.
Und du hast es gerade schön gesagt,
es gibt eigentlich überhaupt keinen Sinn.
Und trotzdem gibt es uns eine gewisse Sicherheit.
Ja, es gibt keinen Sinn.
Also Brot zum Beispiel ging,
aber Pizza ging nicht.
Also Pizza ist einfach mit mehr noch Auflagen
darauf, aber Beilagen darauf.
Aber ja, auch solche Sachen.
Und ich weiß, ich mache mich noch gut erinnern
an diese Banane, weil ich wollte einfach diese
Banane mal ausprobieren.
Ich wusste ja auch nicht,
habe ich diese überhaupt gerne?
Also ist es die Essstörung oder ist es einfach,
weil ich es einfach nicht mag?
Und dann lag nur noch eine Banane dort in diesem
Früchtetopf bei mir auf der Arbeit.
Und da war es zum Glück so,
ich ging da in die Pausen, war alleine.
Und wäre jetzt nur jemand dabei,
ich hätte garantiert die Banane nicht genommen,
weil ich hätte dann eher gedacht,
ja, vielleicht will sie die haben, oder?
Und dann nehme ich mir das weg.
Und da habe ich diese Banane genommen.
Und ich habe dann einfach so Rädchen geschnitten,
weil sie mir so groß vorkam.
Und auf einmal kam sie mir gar nicht mehr so
groß vor, weil umso mehr,
dass ich gegessen habe, umso weniger wurde es
auf dem Teller.
Ja, das war auch so eine Erkenntnis.
Oder die andere Erkenntnis war auch,
ich führte Dialog.
Also ich wollte einfach mich mal verstehen,
wie das ist.
Also verstand mich manchmal nicht und ich wollte mich verstehen.
Ich hatte dann ein Panettone,
also so ein kleiner Panettone im Schrank.
Und da habe ich schon gedacht,
ja, ich nehme jetzt diese Panettone als Beispiel.
Und dann habe ich das auch in der Gruppe gekostet.
Ja, also ich habe diese Panettone,
die das Essgestörte ich,
nein, dann nimmst du nicht. Wieso auch?
Das ist viel zu groß.
Und das Gesunde, nein, jetzt nimm das.
Und das tut dir gut.
Und du weißt, du hast es ja gerne.
Und dann ja das hin und her.
Und ich habe Dialog geführt,
aber ich wusste, dass das Essgestörte ich,
ich möchte, dass das gewinnt.
Also es gewinnt immer.
Und dann habe ich einfach gesagt,
es bringt gar nichts, diese ellenlange Diskussion
mit dem halt Essgestörten.
Und ich habe dann gesagt,
schau, es lohnt sich nicht,
mit ihr zu diskutieren.
Ich gewinne eher.
Also ich möchte, dass ich gewinne.
Und ich gewinne auch.
Ein gesundes Ich.
Oh ja, das gesunde.
Und dann habe ich diesen Dialog geschrieben für mich.
Und der Banatone lag immer noch in dem Sack.
Und dann habe ich gedacht,
also das geht gar nicht.
Also jetzt hast du den Dialog geführt und weißt,
ja, um was es geht.
Und dann habe ich diesen Banatone aufgemacht.
Und das kam mir natürlich.
Es war so stark, also der Essgestörte-Anteil so stark.
Aber ich habe es genommen,
bis für bis.
Mein Sohn war nebenan und machte etwas anderes.
Und ich habe es so gehofft.
Er fragt nach, ah, fein,
darf ich auch etwas von dir abkriegen?
Ich habe es so gehofft und es kam nichts.
Zum Glück, zum Glück, weil ich den ganzen gegessen habe.
Und ich war so enorm stolz darauf.
Hätte er gesagt, komm, gib mir auch etwas.
Dann wäre das nicht so.
Dann wäre das einfach, ja,
ich habe es gegessen, aber es war trotzdem nicht das Ganze.
Und es geht ja bei mir das Ganze zu essen,
nicht nur irgendwie ein kleines Stück.
Das war ja auch eine deiner festgefahrensten
Regeln, so dieses von allem nur das Halbe.
Oder du hast es auch gerade bei der Bananensituation
auf Arbeit geschildert.
Also was da eigentlich wirklich auch noch dahinter
steckt, dieses, okay, ich könnte das jetzt jemandem wegnehmen.
Was, wenn jemand anderes das haben möchte?
Also da geht es ja auch gar nicht darum,
esse ich das jetzt?
Da geht es auch nicht um Kalorien,
sondern eben wirklich dieses,
darf ich das haben?
Oder möchte das vielleicht jemand anderes und
nehme ich jemand anderem dabei etwas weg?
Deswegen natürlich auch das eine krasse Challenge,
auch zu sagen, ich darf das jetzt für mich haben.
Ich persönlich darf auch das Ganze von etwas haben.
Nicht, damit jetzt wirklich dieses ganze Ding
einfach gegessen ist, sondern wirklich für diesen
Hintergrund von, ich zeige mir jetzt,
auch ich verdiene das Ganze.
Warum würde ich denn jemand anderem das zustehen,
sogar extra darauf verzichten,
obwohl ich vielleicht gerade Hunger und Appetit
und keine Ahnung was drauf habe.
Und der anderen Person gebe ich das aber,
aber mir nicht.
Also das hat ja wahnsinnig viel mit Selbstwertgefühl zu tun.
Also dieses, bin ich es wert,
dass ich das auch für mich haben darf?
Ja, auf jeden Fall.
Also auch hier so ein krasser innerlicher Schift,
den du da auch gemacht hast,
zu sagen, okay, ich nehme mir das jetzt.
Und du hast es beschrieben,
es war nicht leicht und wäre jemand da gewesen,
wäre es auch nochmal ein anderes Hindernis gewesen.
Aber du hast angefangen,
das zu tun, bis es wirklich auch zum neuen Normal geworden ist.
Also dieses, dich damit eben nicht durchkommen
zu lassen, dieses Muster auch überhaupt erstmal zu verstehen.
Aber was geht es denn hier eigentlich?
Es geht gar nicht, ob ich jetzt die Banane esse
oder nicht, sondern eigentlich dieses tiefere,
wer bin ich denn und darf ich so sein?
Darf ich auch hier den Raum einnehmen oder eben
die letzte Banane nehmen?
Also wie oft haben wir auch darüber gesprochen,
so dieses, naja, vielleicht will das ja noch jemand.
Und aber wenn ich hier noch was übrig lasse und
wer könnte denn noch?
Also so fürsorglich auch im Außen.
Du bist ja auch in einem sehr sozialen Beruf
tätig, was ja auch sehr,
sehr häufig vorkommt, weil da eben einfach so
viel Mitgefühl, Einfühlungsvermögen auch für
den Umfeld da ist.
Aber bei uns selber ist es oft eben so zurückgestellt
und alles andere ist wichtiger,
was eben gerade auch oft die Grundbedürfnisse betrifft.
Und das sind ja auch Dinge,
die wir eben mitrecoveren wollen,
wo wir eben nicht nur sagen können,
okay, ich kann wieder die Banane essen oder so
ein Panettone oder ein Croissant oder keine Ahnung,
das ist der schöne Nebeneffekt.
Was du wirklich damit ja aufgelöst hast,
ist dieses, ich bin es mir wert,
dass auch ich das Ganze haben darf.
Ja, und auch diese Erkenntnis,
auch wenn man es macht, dann nicht in die Restriktion
zu kommen, das bringt dann gar nichts,
wenn man dann irgendwie das gegessen hat und
nachher dann halt irgendwie dann dort wieder einspart.
Ja, würde den ganzen Lerneffekt ja wieder zunichtermachen.
Ja, und das ist auch das,
man muss wirklich immer wieder das Nervensystem
trainieren, weil man hat es wirklich eingeschläft.
Ich hatte da wirklich auch am Anfang,
war man so innigster Wunsch von einfach meinen
antrainierten Zwängen loszukommen.
Und das schafft man nur,
wirklich nur, wenn man ins Tool kommt.
Und der Schlüssel war wirklich auch aufschreiben, aufschreiben.
Weil nur im Gedächtnis, das funktioniert nicht.
Nur zu sagen, ja, morgen mache ich das,
dann kommt ganz sicher irgendwie etwas dazwischen
und es ging dann trotz allem nicht.
Und es ist wirklich, wenn man es aufgeschrieben
hat, es ist wie eine wirklich eine beschlossene Sache.
Ja, es ist ein Vertrag mit dir selber eigentlich.
Du sagst ja auch dieses Commitment.
Und wer schreibt, der bleibt.
Das ist halt wirklich so,
weil das, was du gesagt hast,
und das fand ich auch gerade einen ganz starken
Satz, so dieses, dann verrate ich mich ja selber.
Also du hast ganz am Anfang auch gesagt,
dass dir Ehrlichkeit auch so wichtig ist.
Und ich sage immer, unser Essgestörtes Ich und
unser Gesundes Ich, die haben ja jeweils so ein eigenes Werte-System.
Deinem Essgestörten Ich ist das ja total egal.
Das hat es ja jahrzehntelang gemacht.
Aber dein gesundes Ich, dem ist Ehrlichkeit wichtig.
Und auch diese Verbindlichkeit dir selber gegenüber.
Und gleichzeitig ist genau das,
was letzten Endes ja auch unser Selbstwertgefühl
und letzten Endes auch dann diese Selbstannahme
aufbaut, zu sagen, ey, wenn ich mir jetzt was
vornehme und ich schreibe das jetzt auf und dann
mache ich es nicht, dann verrate ich mich selber.
Ja, wie soll denn da, also das würde ich doch
mit keinem anderen Menschen machen,
den ich mag.
Wie möchte ich denn auch lernen,
mich zu mögen, mich anzunehmen,
wenn ich mich so behandle,
wenn ich unehrlich zu mir bin,
wenn ich mir was verspreche und mir dann wieder wegnehme.
Und mein System eigentlich lernt,
Mensch, also auf die Renata,
auf die kann ich mich überhaupt nicht verlassen.
Das ist ja doof.
Und damit schwächen wir sozusagen unser Selbstwertgefühl.
Aber du hast es so intrinsisch wirklich auch
aus dir heraus immer wieder erkannt,
gleich zu sagen, nee, das bringt jetzt nicht.
Und wenn ich es jetzt aufgeschrieben habe,
dann mache ich das jetzt auch.
Und ich glaube, gerade diese Klarheit war auch
sehr, sehe ich selten so.
Ich wiederhole mich ja auch immer und rede mit dem Mundfuß.
Ich sage, bitte schreibt das auf.
Ihr entwischt euch.
Also ich bin mir ja auch damals drei Monate lang,
habe ich mich im Kreis gedreht und bin mir immer
wieder entwischt und dachte,
wieso denn eigentlich?
Weil, wenn es nach unserem Essgestörten Ich geht,
du hast es gerade schön gesagt,
dann ist der nächste Morgen da.
Ach, also heute passt es,
aber heute haben wir aber keinen Abtritt.
Aber heute haben wir doch.
Und dann kommen diese ganzen Ausreden.
Und was du gemacht hast,
ist dich wirklich damit nicht durchkommen zu
lassen, sondern zu sagen,
hier steht es.
Ich habe mir das vorgenommen und genau das wird
heute auch gemacht.
Also wirklich diese Klarheit,
mit der du dich selber auch durchgeführt hast.
Ja, und ich denke auch in der Gruppe nicht zu vergleichen.
Also jeder steht irgendwo anders.
Also nicht zu vergleichen.
Das war schon auch eine Challenge.
Ja, diejenige, die kann das schon und ich bin
noch weit weg von dem.
Nein, jeder steht an einem anderen Ort.
Für die eine ist das schon ein Riesenvortritt,
wenn es irgendwie ein bisschen von,
keine Ahnung, ein Brotstück essen konnte oder
dass das Biscuit auf dem Kaffee oder so,
also dass man manchmal zum Kaffee bekommt und so. Ja, genau.
Und so ist das, ja, ich mache mich auch in den
Ferien, war das so.
Wir hatten viel Brot auf dem Tisch vor,
also bevor man das Essen bekommt,
einfach so, oder?
Und mit Butter dazu, oder?
Und da streich ich die Butter da drauf und mit
etwas Salz so und das war so unglaublich schön. Ja, genau.
Also da haben wir diese kleinen Alltagsfreuden
auch einfach mal mitmachen zu können. Ja, genau.
Einfach mehr mitmachen zu können und auch zu
merken, zu spüren, es ist so fein.
Also es ist so fein.
Und ja, das war schon eine,
also früher war das auch so,
dass auch mit dem Öl, also nur ein Punkt,
ein so ein Fettpunkt so,
das war schwierig.
Also das ging gar nicht.
Also das ist ein No-Go.
Also wirklich ein No-Go.
Und jetzt habe ich keine Angst vor Fetten.
Wirklich, das kann ich zu 100 Prozent sagen.
Ich habe keine Angst mehr vor Ölen,
vor Fetten, vor Butter.
Ich hätte das mir nie, wirklich nie,
nie, nie zu träumen gewagt.
Nie, nie, nie.
Und das war schon auch, ich habe mit dem Omega-3 angefangen.
Das ist das LNSO von Tinzino.
Einfach, das war das, weil ich es zuerst eigentlich
pur genommen habe.
Also erstmal gut ab dafür,
als du mir das erzählt hast,
dachte ich so, oh wow, okay.
Also ich habe es neulich mal wieder pur probiert
und dachte, nee, also irgendwie, keine Ahnung.
Und dann sagst du mir wirklich,
und du hast dich ja auch für dieses BalanceOil,
auch zur Unterstützung eben gerade von deinem
Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit auch direkt
eigentlich, du hast dich bei Rediscover angemeldet
und gleich noch gefragt,
und was kann man fürs Gehirn tun?
Ich so, naja, das BalanceOil kann unterstützen.
Und so, okay, nehme ich.
Also auch hier super schnell entschieden.
Und drei Wochen später, du merkst schon den Unterschied,
weil es ist einfach pur.
Drittens, ja, ich habe meine Angst vor Ölen schon verloren.
Ich so, wow, okay.
Also auch hier, diese Klarheit.
Ja, ich habe es bewusst gemacht.
Also erstens mal war es natürlich auch am Anfang,
dass ich es einfach genommen habe,
dass ich es nicht eben mehr vergesse oder so,
dass ich es einfach am Morgen früh genommen habe.
Und auch diese Challenge,
wirklich die Angst vor Ölen,
wirklich da, es war Win-Win,
also wirklich zu überwinden.
Und deshalb ist mir gelungen.
Also wirklich, das ist mir echt gelungen.
Ich nehme es jetzt auch nicht mehr pur.
Jetzt denke ich auch, wie konnte ich nur das gut nehmen?
Aber ich glaube, dein Gehirn hat es auch einfach
gebraucht und dein ganzes System hat gesagt,
gib mir einfach.
Weil es war ja wirklich,
es war ja was, was in deiner Ernährung eigentlich
gar nicht drin war.
Also es kann wirklich sein,
dass dein Körper einfach gesagt hat,
ey, am liebsten setze ich die Flasche an, gib her.
Also auch spannend hier,
wenn der Körper merkt, ah,
ich habe jetzt wirklich regelmäßig das,
was ich brauche, dann balanciert sich auch das wieder aus.
Ja, und ja, also ich merkte natürlich schon,
also das ist schon nach drei Wochen,
also ganz sicher drei Wochen,
merkte ich vom Gedächtnis her so,
dass einfach ich fitter war.
Ich konnte mich besser konzentrieren,
einfach auch der Fokus auf das Wesentliche setzen.
Das war nicht mehr so anstrengend,
weil ich war immer so perfektionistisch.
Ich musste alles, alles perfekt machen.
Und ich wollte das wie einfach auch vertuschen.
Also dass eben mein Körper sehr dünn war und
ich sah dann manchmal diese Blicke.
Und ich wollte das einfach umspielen.
Oder dass ich, wenn ich so dünn und wenn es irgendwie
so aussah, als so krank,
wollte ich wenigstens einfach gut sein in der
Arbeit zum Beispiel.
Gut sein in der Verziehung.
Also einfach in jedem anderen Bereich. Genau. Ja.
Und das zeigt ja auch, weil es ist ja auch nicht
so, oder passiert ja auch häufig,
dass man wirklich sagt, okay,
eigentlich, ich sehe schon auch mit meinem Körper,
das ist schon nicht mehr gut.
Und trotzdem, also es zeigt doch hier,
es ging dir auf der Ebene gar nicht ums Aussehen,
sondern das, was es eben wirklich im Hintergrund
getan hat, gleichzeitig verbunden mit der Scham
und was ja so eine Doppelkrücke eigentlich auch
ist, dann sogar in der Kompensation von noch
mehr Perfektionismus in allen anderen Bereichen,
um das sozusagen sogar noch auszugleichen.
Also eine Essstörung plus dann noch die Essstörung
eigentlich nach außen wieder auszugleichen mit krasser Leistung.
Das heißt, auch so ein wahnsinniger Druck,
den du dir ja gemacht hast und das eben auf den
Körper, der ja extrem geschwächt war und ein
Gedächtnis, was so, ja, auch schon gesagt hat,
also das Gehirn, ich meine,
es baut sich ja auch graue Substanz ab und unser
Gehirn besteht aus Fett und braucht eben auch
gerade das DHA, was ja an dem BalanceOil eben
auch wahnsinnig viel drin ist.
Und dass du da gesagt hast,
wirklich, ich unterstütze mich jetzt mit allem,
war, glaube ich, auch ein Punkt,
weil du hast gerade gesagt,
du hattest mehr Fokus, mehr Klarheit.
Das hilft natürlich auch in der Recovery.
Ich sage mal, umso besser das Gehirn arbeitet,
umso besser, weil was wir machen,
ist ja nichts Geringeres,
als einmal das komplette Gehirn umzubauen,
neu zu programmieren, neue neuronale Verbindungen zu erschaffen.
Und wenn das Gehirn aber aus Fetten besteht und
eben das DHA braucht und wir die Bausteine gar
nicht haben, dann ist es einfach deutlich anstrengender.
Also umso weniger wir davon hatten und du hast
ja gesagt, du hast vorher eigentlich gar keine
Öle und Fette gegessen, umso schneller merken
wir natürlich auch den Unterschied.
Und gleichzeitig hast du damit auch diese Angst davor überwunden.
Und was wir dann im späteren Schritt auch gemacht
haben, als sozusagen diese Ernährungssachen klarer
waren, dann eben auch zu sagen,
okay, und wie komme ich jetzt in anderen Bereichen
auch aus diesem Leistungsmuster raus?
Also du hast ja auch so ähnliche Strategien gehabt
wie ich, so von wegen, ich bin jetzt so im Funktionsmodus,
dass ich trotzdem alle Bedürfnisse,
also die, die du aufgeschrieben hast,
die waren dann drin.
Aber so dieses, was sendet mein Körper eigentlich
noch so für Bedürfnisse?
Und sei das, dass ich vielleicht mal auf Toilette gehen muss.
Darf ich das denn jetzt schon?
Ich habe ja auch in der Kita damals,
ich habe dann viel zu wenig getrunken,
weil ich dachte, ich kann ja die Gruppe jetzt
nicht alleine lassen.
Aber genau damit geht es los,
wirklich ganzheitlich auch mit dem eigenen Körper
in Kontakt zu kommen, den wieder zu spüren.
Und das ist ja auch zunehmend besser gelungen,
weil du eben an so vielen Themen auch angesetzt hast. Ja, genau.
Ja, das war schon, ja, da war ich immer wieder
am Üben natürlich.
Es war dann kann niemand mehr,
da ich einfach auch in der Gruppe das besprochen
wurde, wie das ist, einfach das Herauszögern
bis zum geht nicht mehr,
weil man einfach alles perfekt machen möchte
und ja, nicht zu viel trinken und damit man nicht
auf das Klo muss und ja,
nicht herauszögern und so.
Und auch das mit der Pause,
also wirklich auch eingestehen,
ja, jetzt will ich die Pause machen und egal,
was jetzt noch für eine Arbeit vor mir steht,
sondern jetzt kommt zuerst die Pause. Genau.
Also auch hier, ich sage es so ein bisschen Renata first.
Sich selbst eben nicht als allerletztes Glied
zu sehen in einem System,
was wiederum ja krass am Funktionieren ist,
weil du hast es selber gesagt.
Also wenn du da warst, wenn du gearbeitet hast,
dann hast du es ja wirklich nach allerbestem
und überdimensional großen Wissen und Gewissen gemacht.
Und gleichzeitig aber sich dann so hinten anzustellen,
das geht natürlich auch auf die eigenen Ressourcen.
Und dann ist genau da natürlich auch oft doch
die Essstörung wieder so eine,
ja, was ich nicht, gewährt dann die Fahne und
sagt, hey, schau mal, ich nehme dich ein Stück
weit raus, einfach weil es irgendwann ja gar
nicht mehr geht. Ja, genau.
Ja, das war sehr, also ich hatte so viele Erkenntnisse.
Also ja, ich habe natürlich auch immer wieder
daran gearbeitet.
Und es war schon auch ein Kampf.
Und ja, immer wieder das auch hart haben,
weil man dann auch zunimmt.
Oder auch das zulassen, das zunehmen. Genau.
Das wäre jetzt auch so die nächste Frage,
weil wenn man das so auf einer Ebene hört,
also man merkt schon, es war schon auch krass
Achterbahn, aber du bist doch sehr streng hingegangen
und wenn man das von außen hört,
dann klingt das ja wirklich so,
okay, krass, gerade Weg auf einer Ebene könnte
man sagen, wie gesagt, wir reden hier gerade
von neun Monaten, in denen das passiert ist.
Und auf der anderen Seite sagst du aber,
nee, es gab ja trotzdem auch Dinge,
die einfach logischerweise auch verdammt schwer
waren, weil das waren ja Dinge,
die du 30 Jahre lang vermieden hast.
Gab es so Momente, wo du wirklich zwischendrin
doch mal so kurz diesen Moment hattest von,
oh, doch nicht weiter oder vielleicht doch aufgeben?
Und falls ja, was hat dir dann geholfen,
dran zu bleiben?
Also du hast gerade schon erwähnt,
so Gewichtsverlust war so ein Punkt.
Und genau an diesem Punkt machen wir heute eine kleine Pause.
Und im zweiten Teil nächste Woche gehen wir dann nochmal tiefer.
Darin sprechen wir dann über die wirklich herausfordernden
Momente in Renatas Recovery.
Zum Beispiel über die Gewichtsverlust,
über Gefühle, die hochkommen,
wenn die Essstörung sie eben nicht mehr betäubt.
Und darüber, was Renata gelernt und was ihr geholfen
hat, trotz dieser Herausforderungen weiterzudurchgehen, anstatt umzukehren.
Denn genau das ist letzten Endes ja auch der
schwierigste Punkt in der Recovery,
nämlich dran zu bleiben.
Auch und besonders, wenn es hart wird.
Heißt, auf den zweiten Teil darfst du dich bereits
nächste Woche freuen.
Reicht da jetzt auch erstmal mit langer Pause.
Und ich freue mich darauf und hoffe,
dass auch du wieder mit dabei bist.
Bis dahin, alles Liebe.
Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse
Reality mit mir genommen hast.
Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven
Unterschied in deinem Tag gemacht.
Mit deiner 5-Sterne-Bewertung kannst du genau
diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfrohender
Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht
gefunden haben und sich ebenfalls nach einem
Leben in Freiheit und Authentizität sehnen.
Ich danke dir von Herzen und freue mich,
auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben.
Alle Links findest du in den Shownotes.
Bis zum nächsten Mal.
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