Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#7 Teil 3 - Die Kunst des Loslassens der Essstörung

Die Transformation: Wer bin ich ohne meine Essstörung?

21.05.2025 35 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser abschließenden Folge unserer dreiteiligen Serie „Die Kunst des Loslassens der Essstörung" tauchen wir in die tiefgreifende Frage ein, die mir in meinen Coachings immer wieder begegnet: Wer bin ich eigentlich ohne meine Essstörung? 
 
Die Angst vor Identitätsverlust hält viele von uns in der Essstörung gefangen. Doch ich zeige dir in dieser Episode, dass es nicht um Verlieren, sondern um Transformieren geht – darum, dein wahres Selbst zu entdecken und freizulegen. 
 
Ich teile meine persönliche Geschichte, wie ich in nur 6 Jahren von der traurigen, unsicheren Romy, die sich selbst ihr größter Feind war, zu einer Frau geworden bin, die mit Leichtigkeit, Lebensfreude und echter Selbstwirksamkeit durchs Leben geht. Wir sprechen über DIE Angst, die noch größer war, als die davor die Essstörung loszulassen. 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Warum die Macht der Entscheidung der erste Schritt zur Freiheit ist und warum diese immer wieder getroffen werden muss
  • Meine persönliche Geschichte: Wie ich vom „goldenen Käfig“ zum selbstbestimmten Leben fand
  • Den entscheidenden Unterschied zwischen einem „Warum“ und einem „Warum nicht mehr“ für deine Recovery
  • Vier konkrete Strategien für deinen Weg durch den „dunklen Tunnel“: 
  • Wann die intensivste Recovery-Phase für mich leichter wurde
  • Weshalb du bereits alles in dir trägst, was du für diesen Weg brauchst
 
Die Recovery ist kein gerader Weg – sie gleicht eher einem Umzug aus einem unbequemen, aber vertrauten Haus in ein neues, freieres Zuhause, das du selbst gestalten darfst. Der Zwischenraum mag manchmal verunsichernd sein, doch deine Kraft und dein Mut tragen dich durch diese Phase.
 
Ich weiß aus eigener Erfahrung: Das zeitlich begrenzte Unbehagen der Recovery ist eine Investition in dein ganzes Leben. Die Freiheit und Lebendigkeit, die dich auf der anderen Seite erwarten, sind unvergleichlich größer als alles, was du dir jetzt vorstellen kannst.
 
Du hast bereits den wichtigsten Schritt getan – du hast dich auf den Weg gemacht.

In dieser Episode bekommst du weitere Werkzeuge, um diesen Weg selbstbestimmt und mit Zuversicht zu gehen.
 
Wenn du dir zusätzliche Unterstützung auf deinem Weg wünschst, findest du HIER den Link zu meinem kostenfreien Discovery Call. Lass uns gemeinsam entdecken, welche nächsten Schritte dich deinem freien Leben näherbringen.
 

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Hallo und schön, dass du dabei bist. Ja, diese Podcast-Episode nehme ich tatsächlich das allererste Mal mit ein bisschen Vorlauf auf. Denn Montag geht es wieder zurück nach Deutschland. Und ich habe ja die letzten zwei Monate, zweieinhalb Monate in Dubai verbracht, was, wie gesagt, ja auch ein Resultat meiner Recovery ist. Und ich sage immer, ich leide so lange an Motivationsmangel, bis der Zeitmangel kommt. Jetzt kam der Zeitmangel ein bisschen früher. Und deswegen habe ich mich entschieden, heute schon an einem Donnerstag, also nach Erscheinen der letzten Episode, aufzunehmen. Und damit kommen wir auch an Folge, beziehungsweise an Teil 3 unserer dreiteiligen Serie, Die Kunst des Großkassens der Essstörung. In den vergangenen beiden Folgen haben wir uns ja bereits angesehen, warum die Essstörung oft wie ein goldener Käfig wirkt und warum der Weg in die Freiheit zunächst durch einen dunkleren Tunnel führt und sich somit erstmal schwerer anfühlt, als vielleicht sogar die Essstörung selber. Und wir haben dabei unter anderem über die emotionalen Funktionen der Essstörung gesprochen, aber auch über die Herausforderungen, die in der früheren Recovery-Phase, beziehungsweise auch später, immer mal wieder auftauchen können. Und heute schließen wir unsere dreiteilige Serie mit der Transformation und der sehr, sehr häufig auftauchenden Frage, wer bin ich denn eigentlich ohne meine Essstörung? Und darin wetten wir uns den wichtigsten Fragen wie, wie finde ich denn den Weg durch diesen Tunnel? Wie können wir trotz aller Ängste und Hindernisse den Weg in die Freiheit finden und eine neue Identität jenseits der Essstörung entwickeln? Denn etwas zu verlieren fühlt sich ja erstmal nicht wirklich attraktiv an. Und da die Essstörung einfach unglaublich viel Raum und Zeit und mir einfach alles einnimmt, ist die Angst natürlich gar nicht so unberechtigt, was denn dann da eigentlich kommt und wer man denn dann eigentlich ist, wenn sie nicht mehr da ist. Und ich möchte diese Folge mit einer Erkenntnis starten, die ich damals bereits mit 17 Jahren hatte und die aber sehr, sehr prägend auf meinem Weg und auch in meiner Identitätstransformation war. Denn ich war mit 17 bereits in einigen Kliniken gewesen. Also wie gesagt, seit elf Jahren schon in Therapien und dann eben auch gerade so mit 15, 16 eben auch schon in Kinder- und Jugendpsychiatrien. Und diese Reise endete vorerst, bevor es dann eben bis zu meinem Trauma zu einem erweiterten Klinikaufenthalt kam, endete auf einer Borderline-Station. Und dort habe ich zwölf Wochen mit, ja, ungefähr so, naja, die meisten waren so mindestens zehn Jahre älter als ich, also Frauen, die zehn Jahre älter als ich waren oder noch mehr. Und was ich dort gesehen habe, war, dass sie teilweise früh berentet waren oder irgendwie alle zwei Jahre wieder in der Klinik waren und das irgendwie, ja, weiß ich nicht, wie so ein Kliniksalltag sich irgendwie eingeschlichen hatte und das Leben einfach auch in Kliniken sozusagen möglich war. Und ein Teil von mir wusste damals schon, okay, so könnte meine Zukunft aussehen, wenn ich, ja, weiter das mache, was ich eben bis dahin getan habe. Und wie gesagt, meine Essstörung war damals ja noch gar nicht diagnostiziert, obwohl sie eben auch die ganze Zeit schon im Hintergrund lief. Und gleichzeitig habe ich dort aber auch verstanden, hey, niemand kann mir helfen, wenn ich selbst das nicht wirklich möchte. Und mir war irgendwie klar, auch wenn ich es damals gar nicht so hätte benennen können, dass es meine Verantwortung war, ob ich gesund werde oder nicht. Und das klingt vielleicht ein bisschen hart, aber mir hat das damals geholfen, zu erkennen, okay, wenn nur ich diejenige bin, die das entscheiden kann, weil ganz viele Menschen haben zu mir auch gesagt, hey, du machst ohnmächtig. Und das ist wirklich auch das Gefühl, was wir häufig im Außen auslösen. Denn ob wir essen, wie viel wir essen, ob wir uns selber schädigen oder nicht, das können andere nicht beeinflussen. Wenn wir etwas machen wollen, dann haben wir immer die Möglichkeit dazu. Und gleichzeitig hat mir diese Erkenntnis eine wahnsinnige Freiheit gegeben, nämlich zu entscheiden, okay, wie will ich denn mein Leben leben? Und das hat mir im ersten Schritt und wirklich final auch zum allerersten Mal geholfen, meine Selbstverletzung loszulassen. Aber da ich meine tiefer liegenden Probleme damals noch nicht bewältigt hatte, hat die Eisstörung in dieser Zeit und beziehungsweise auch darüber hinaus eher einen noch größeren Platz eingenommen. Und den ersten Teil, auf den ich jetzt nochmal etwas näher eingehen möchte, ist die Macht der Entscheidung. Der erste Schritt nämlich, den es braucht, wie gesagt, auf dem Weg durch diesen Tunnel, den wir ja letztes Mal auch ein bisschen näher beschrieben haben, liegt darin, eine Entscheidung zu treffen. Und zwar eine Entscheidung für dich, für dein Leben und für das, was du willst oder auch nicht mehr willst. Und eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meinem Weg war, dass es ohne Entscheidung keine Veränderung gibt. Und dass wir diese Entscheidung immer wieder treffen müssen. Also es reicht nicht zu sagen so, okay, ich entscheide mich dafür, ich will meine Essstörung loslassen. Super, dann wird es ja jetzt gehen. Nee. Dadurch, dass eine Essstörung sich ja durch den kompletten Alltag zieht, durch sämtliche Lebensbereiche, müssen wir in all diesen Bereichen immer wieder eine Entscheidung treffen. Und das ist was, was ich am Anfang unterschätzt habe und weswegen ich auch mich häufig im Kreis gedreht habe, weil ich gedacht habe, so, ich habe mich doch jetzt dafür entschieden. Wieso funktioniert es denn dann jetzt nicht? Und ehe mir klar wäre, dass ich mich immer wieder dafür entscheiden muss. Und eben gerade in den Situationen, wo mein Essgestörter Anteil laut wird, also in den Momenten, wo ich zwar eigentlich alles schon besser weiß, aber dann doch nicht danach handele, genau da hat es die Entscheidung gebraucht. Und dort dürfen wir auch lernen, diese Entscheidungen immer wieder zu treffen. Und was aber auch am Punkt ist, ist, dass wir auch entscheiden können, nicht zu entscheiden. Denn nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung. Denn nicht entscheiden bedeutet, es ist eine Entscheidung, beim Status Quo zu bleiben, auch wenn dieser schmerzhaft ist. Also sozusagen, wie wir es auch in der letzten Folge bereits besprochen haben, die Entscheidung eben am Kaktus festzuhalten, auch wenn das schmerzhaft ist. Und das ist unser gutes Recht. Ich persönlich habe mich damals aber für was anderes entschieden, denn mein Wendepunkt kam, als ich erkannt habe, dass ich mit dieser Essstörung zwar einerseits irgendwie in was schön Goldenem saß, also in meinem goldenen Käfig, aber eben, ja, das einfach auch Nachteile hatte. Also es war ein goldener Käfig, aber es war halt immer noch ein Käfig. Und ich bekam zwar die Aufmerksamkeit und auch den Schutz und musste weniger leisten und jeder hat mir auch irgendwie angesehen, dass es mir nicht gut ging, aber zu welchem Preis? Ich habe, und das kann man eigentlich nicht anders sagen, wirklich mein Leben verpasst, weil auf Arbeit zu gehen und eigentlich nur noch zu existieren und eine Maske hochzuhalten, damit bloß keiner sieht, in welchem Zustand du dich hier um Kinder kümmerst, mich kleinzuhalten und zu kontrollieren, das hatte nichts mit Leben zu tun. Und, wie gesagt, dann nach Hause zu kommen und festzustellen, okay, ich habe irgendwie alle Energie und all das, was ich irgendwie noch hatte, auf Arbeit zu lassen, aber ich konnte selbst das, was ich eigentlich wollte, das, was mir vielleicht Freude macht. Also ich hatte nicht mal mehr Freude an Dingen, weil ich auch immer depressiver geworden bin und, ja, einfach im wahrsten Sinne des Wortes die Lebensenergie verloren habe und was haben mir dann die ganzen Benefits genutzt. Das heißt, die Entscheidung, die ich damals auch getroffen habe, war, ich wollte nicht länger nur existieren und mich klein halten und kontrollieren, sondern ich wollte wirklich leben. Und das war ja auch das, was bei mir das große Lebensthema war, nämlich, dass ich bis dahin geglaubt habe, ich darf nicht lebendig sein. Und das lief aber unterbewusst. Das heißt, es wurde mir auch erst durch therapeutische Unterstützung bewusst. Also wie gesagt, diese Therapeutin damals, die war wirklich Gold wert. Die hatte auch einen sehr coachingbasierten Ansatz. Und, ja, wie gesagt, war ein echter Glücksgriff, weil hätte ich das nicht erkannt, hätte ich mich auch nicht so bewusst für das Leben entschieden, mit allem, was eben auch dazugehört. Und die Angst, etwas zu bereuen, also schöne Dinge zu verpassen, wie Reisen oder, ja, einfach Urlaube, Energie zu haben, vielleicht doch noch irgendwie Selbstliebe zu erfahren oder nicht mehr machen zu können, was ich wirklich machen möchte, auch auf Arbeit, wie gesagt, irgendwann vielleicht gar nicht mehr gehen zu können und dann, ja, irgendwie da auch keine Funktion mehr zu haben und da irgendwie nutzlos zu sein oder, ja, all diese Dinge halt, also nichts bewirken zu können, das war für mich auf einmal eine Angst, die auch groß wurde und die immer größer wurde. Und gerade dieser Gedanke, nichts bewirken zu können und früher berendet zu Hause zu sitzen, hat mich letztendlich durch den Tunnel geschoben. Denn ich begann zu verstehen, dass wahre Freiheit nicht bedeutet, vor Verantwortung geschützt zu werden, weil das war ja auch etwas, was es für mich getan hat, sondern die Fähigkeit zu haben, für mich selber einzustehen und mein Leben selbst zu gestalten, anstatt zu hoffen, dass da vielleicht jemand im Außen kommt, das dann noch erkennt und mich rettet. Und mit meinem eisgestörten Anteil habe ich mir zwar eingeredet, dass ich nur durch die strenge Kontrolle, durch Verzicht, durch Selbstdisziplin und einem dünnen oder sagen wir lieber dürren Körper einen Wert hätte, aber in der Recovery habe ich entdeckt, dass mein Wert als Mensch unveränderlich ist und von Grund auf schon gegeben. Also es ist nichts, was wir erst beweisen müssen, was wir verdienen müssen und dass es eben auch unabhängig ist von meiner Leistung, von meinem Gewicht oder meiner Fähigkeit, diszipliniert zu sein oder kontrolliert zu sein, worüber ich mich damals definiert habe. Was ich dann noch gebraucht habe und das ist etwas, was ich mir in dieser Zeit auch erarbeitet habe, weil es war nicht einfach so da oder lag nicht einfach vor mir, war mein Warum. Und vielleicht hast du das auch schon gehört, du brauchst ein Warum, du musst ein starkes Warum finden. Ja, richtig, hilft definitiv. Aber was es oft auch braucht und was manchmal noch viel, viel schwerer wiegt, ist ein starkes Warum nicht mehr. Das heißt, wir alle brauchen, um uns zu bewegen, entweder das starke Warum oder auch das starke Warum nicht mehr. Und dieser Grund, der muss so stark sein, dass er die Kraft hat, die Angst vor der Veränderung zu überwinden. Für einige, und das sehe ich auch häufig bei denjenigen, die zu mir auch ins Coaching kommen, weil wir suchen uns ja immer Menschen, die vielleicht ein Leben schon leben, was wir uns auch wünschen oder die vielleicht haben, was wir wollen. Deswegen bin ich auch immer der Typ, der sagt, okay, hey, Neid ist doch gar nichts Schlimmes. Neid ist doch sehr hilfreich. Denn es sagt nur, hey, das hätte ich auch gerne. Das heißt, Menschen, die zu mir ins Coaching kommen, die haben oft auch eine starke Sehnsucht nach Freiheit und einfach nach einem Leben in Freude, in Leichtigkeit, in Selbstannahme, in dem, was ich eben heute auch lebe. Und aber auch, naja, vielleicht würden sie es noch nicht so nennen, aber das, was ich damals auch wollte, war ein selbstbestimmtes Leben und nicht mehr kontrolliert werden. Denn als ich eingesehen habe, dass ich nicht wirklich Kontrolle habe, wenn ich laufen gehen muss und ich einen Tobsuchtsanfall kriege, wenn ich Sportverbot kriege, dann dachte ich, okay, wo ist hier die Kontrolle, wenn ich nicht mehr entscheiden kann, ob ich laufen gehen will, sondern laufen gehen muss. Das macht ja irgendwie keinen Sinn. Deswegen, ja, es ist letzten Endes auch für diejenigen, die sagen, hey, ich will ein selbstbestimmtes Leben leben und mich nicht mehr von meiner Essstörung kontrollieren lassen. Und für andere ist das Warum vielleicht der Wunsch, den eigenen Kindern ein gesundes Vorbild zu sein oder selber Kinder bekommen zu können oder wieder soziale Beziehungen genießen zu können, wieder Freunde zu haben, ein Soziallebnis zu haben, arbeiten gehen zu können, Energie zu haben für die Dinge, die ihnen wichtig sind. Also es gibt so viele Gründe, die ein Warum sein können. Und für mich war einer dieser Warum-Gründe eben unter anderem der Gedanke, anderen Frauen auch helfen zu wollen, ihren Weg aus der Essstörung zu finden. Denn ich wollte einfach nicht, dass sich jemand noch so schrecklich fühlt, wie ich mich damals. Also für alle anderen war mir das damals schon sehr, sehr klar. Aber für mich selber, ach na ja, ist ja nicht so schlimm. Und gleichzeitig wusste ich aber auch, ich kann anderen Betroffenen nur helfen, wenn ich selbst ganz gesund bin. Und gleichzeitig, weil ich weiß, manchen fällt es auch wahnsinnig schwer, dieses Warum zu finden oder vielleicht gab es auch mal ein Warum, aber mit zunehmendem Alter verschwindet das, weil man vielleicht keine Kinder mehr kriegen kann aus biologischen Gründen. Oder weil, weiß ich nicht, Freunde vielleicht weg sind. Oder das, was einen früher noch gereizt hat, jetzt eben einfach nicht mehr da ist. Und dann kann dir das starke Warum nicht mehr helfen. Denn bei mir war das so, dass ich diesen Gedanken hatte, hey, wenn ich früh berentet bin, ja, war auf einerseits ganz angenehm, weil du musst nicht mehr arbeiten, du musst nicht mehr funktionieren. Aber du hast eben auch kein Geld mehr zum Reisen. Du kannst nicht wirklich was bewirken, wenn du zu Hause sitzt. Und dieser Gedanke hat mir auch eine Riesenangst gemacht. Und der entscheidende Moment ist dann, wenn die Angst vor einem Leben mit der Essstörung größer wird als die Angst vor dem Leben ohne sie. Okay, lass den gerne nochmal einsinken. Also, der entscheidende Moment ist, wenn die Angst vor einem Leben mit der Essstörung größer wird als die Angst vor dem Leben ohne sie. Das heißt, wenn du erkennst, dass die vermeintliche Sicherheit und das, was dir deine Essstörung gegeben hat, in Wahrheit ein Gefängnis ist, die dich vom Leben abhält und du Angst hast, dieses Leben zu verpassen, was da draußen auf dich wartet und was du greifen könntest, wenn du diese Entscheidung triffst, dann kann das wahnsinnig kraftvoll sein. Und was wir dann brauchen, ist in Schritt 2 die Identitätstransformation. Denn Recovery ist viel, viel mehr als nur die Veränderung von Essensgewohnheiten oder die Normalisierung des Gewichts. Nein, es ist eine tiefgreifende Transformation deiner Identität. Und das ist ein Prozess, in dem wir entdecken, wer wir wirklich sind, jenseits der Essstörung. Denn wir sind nicht die Essstörung. Wir haben nur das Verhalten, was wir durch die Essstörung ausführen. Aber das heißt nicht, dass wir die Essstörung sind. Die Frage ist dann natürlich, ja, wer bin ich denn wirklich? Weil das wird unter der Essstörung häufig verschüttet. Und eine große Angst, die mir immer wieder im Coaching begegnet, ist auch, die wieder zu der Person zu werden, die man vor der Essstörung war. Also für manche ist das natürlich auch sehr motivierend, gerade wenn man da positive Erinnerungen dran hat. Aber ich erlebe es auch häufig, dass zumindest, wenn die Zeit nicht mit positiven Erinnerungen verknüpft war, weil vielleicht schon in der Schule Mobbing stattgefunden hat oder was auch immer. Also bei mir war es kein Mobbing, aber ich war halt immer schon eher an der Außenseite und habe mich eher, ja, ich hatte einfach ein anderes Selbstbild, aber da kommen wir später nochmal drauf. Für mich war es auch eher eine Angst, so hey, was finde ich dann wieder so bin, wie ich vorher war? Und damit stand ich natürlich auch vor einer, naja, erstmal beängstigenden Entscheidung. Also wollte ich weiterhin diese Sonderrolle als sehr disziplinierte, aber eben auch Kranke, um die man sich Sorgen und Kümmern muss, behalten? Oder war ich bereit, in eine neue Rolle zu schlüpfen? Und wie könnte die überhaupt aussehen? Also meine Idee war, ich wäre eigentlich auch gerne eine gute Freundin oder eine Partnerin auf Augenhöhe, die man nicht wie ein rohes Ei behandeln muss und mit der man gern Zeit verbringt, die lustig ist, mit der man lachen kann, die ihre Wünsche und Bedürfnisse aber auch direkt äußert. Und das war ja auch etwas, was ich nie wirklich gelernt habe, meine Bedürfnisse und Gefühle ohne meinen Körper als Ausdrucksmittel letzten Endes auch zu kommunizieren. Und der Gedanke, Verantwortung für mich zu übernehmen und direkt zu sagen, was ich brauche oder mir wünsche, also obwohl ich das eigentlich gedacht habe, das wäre schon eigentlich ganz cool, wenn ich das könnte, der hat aber auch Angst gemacht, weil bei meinem Körper war es letzten Endes, klar, das habe ich ja am Ende auch gesehen, wie gut das funktioniert hat, weil ich musste nicht arbeiten, ich habe mehr Fürsorge bekommen, ja, es war einfach, es hat sich einfach erstmal schön angefühlt. Und der Gedanke, eben jetzt diese Verantwortung für mich zu übernehmen und auszudrücken oder zu sagen, was ich möchte, ohne eine Garantie zu haben, es auch zu bekommen, der war beängstigend. Und Verantwortung, und wie gesagt auch dieses Wort, ich erlebe das auch häufig in den Coachings, dass Verantwortung auch erstmal wie sowas Bedrohliches wahrgenommen wird und eher negativ. Und auch für mich war es eher etwas Bedrohliches und nicht etwas, was mir helfen konnte, aus der Ohnmacht und dem mangelnden Selbstvertrauen herauszukommen. Aber durch die Recovery habe ich gelernt, wie kraftvoll das auch sein kann, Verantwortung zu übernehmen und was es für einen auch wirklich bedeutet. Das heißt, da, wo ich mich früher ohnmächtig gefühlt habe und eben besonders auch durch die Erfahrung mit dem Trauma, gibt es mir heute ein gesundes Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit und vor allem auch ein echtes Gefühl von Kontrolle. Weil wie gesagt, Dinge aus Angst nicht tun zu können oder tun zu müssen, ist per Definition keine Kontrolle. Und diese Selbstwirksamkeit, die ich eben heute auch spüre und das Selbstvertrauen, das ist auch das, was ich meinen Coaches helfe zu entwickeln. Denn wenn wir das haben, dann brauchen wir die Essstörung nicht mehr. Und wir haben alles, was wir brauchen und davon bin ich zutiefst überzeugt, bereits in uns, denn wir alle haben auch diesen gesunden Anteil. Das ist auch der, der hier übrigens gerade den Podcast hört. Den haben wir alle bereits in uns. Aber wir haben oft durch die Erfahrungen in der Vergangenheit das Vertrauen in uns selbst verloren. Das heißt, so wie es für mich auch negativ war oder negativ besetzt war, Verantwortung zu übernehmen, das was wahrscheinlich daran lag, dass ich das ein bisschen früh getan habe, ja, war das einfach auch ein schwieriger Punkt, den ich erst mal neu bewerten lernen durfte. Und ja, wie gesagt, also warum war es vielleicht vielleicht nochmal den Schritt auch zurück? Also warum war es für mich vielleicht auch so schwierig, Verantwortung zu übernehmen? So wie es jetzt rückblickend, und das ist wirklich spannend, auch manche Dinge können wir auch erst rückblickend wirklich verstehen. War es für mich so, dass ich wahrscheinlich als Kind schon viel zu früh Verantwortung übernommen hatte. Also ich habe mich schon sehr, sehr früh verantwortlich gefühlt, hatte das Gefühl, ich muss irgendwie Mama beschützen, ich muss für Mama da sein. Und irgendwie, und das wahrscheinlich auch bedingt durch die Trennung meiner Eltern, war das, dass ich das Leben schon sehr, sehr früh auch dadurch als sehr kompliziert empfunden habe. Denn schon in der Grundschule habe ich gedacht, hey, also im schlimmsten Fall gehe ich als Erwachsenen ins Gefängnis. Weil, also ich hatte wirklich so wenig Selbstvertrauen, dass ich mein Leben selber leben kann, dass ich dort gedacht habe, okay, dann hast du wenigstens ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. So groß war meine Angst vorm Leben und der Gedanke, erfolgreich Verantwortung für mich zu übernehmen. Und da ich aber bereits in der Grundschule eher zu den Außenseitern gehörte, hat sich dazu dann auch noch ein sehr negatives Selbstbild entwickelt. Denn ich war so, so viele Jahre davon überzeugt, ein zutiefst trauriger Mensch zu sein. Ich weiß noch, dass ich vor, naja, auch sechseinhalb Jahren, also gerade so auf diesem Recovery-Weg in mein Recovery-Tagebuch geschrieben habe, niemand mag traurige Menschen. Und dann habe ich nicht einmal mehr meine Essstörung, die mir hilft, damit umzugehen. Das heißt, ich hatte diese Überzeugung, traurig zu sein, nicht liebenswert zu sein oder halt dünn sein zu müssen, als Teil meiner Identität akzeptiert. Und heute weiß ich aber, das war nur eine vorübergehende Reaktion auf schmerzhafte Erfahrungen und nicht mein bares Wesen. Also das, was ich glaubte zu sein, war gar nicht, wer ich wirklich war. Und durch die Recovery habe ich auch die genau gegenteilige Erfahrung gemacht. Denn durch sie und die tiefe Identitätstransformation auf dem Weg bin ich eine völlig neue Romy geworden. Ich habe im Prozess entdeckt, bei der ich wirklich bin und alte Identitätsbestellte Teile und Überzeugungen losgelassen und umgewandelt. Das heißt, ich bin heute nicht mehr diejenige. Also hättest du mich vor sechs, sieben Jahren kennengelernt, du würdest mich nicht wiedererkennen. Du würdest nicht nur an mir vorbeilaufen, weil ich anders aussah, weil das ist ja nur der äußere Faktor. Nein, aber vor allem hättest du nicht gerne Zeit mit mir verbracht. Also ich habe selber nicht gerne Zeit mit mir verbracht und war so genervt von mir selber. Also ich konnte mich wirklich selber nicht leiden. Und diese Romy von noch vor nur sechs bis sieben Jahren, die bin ich heute nicht mehr. Und erst recht nicht bin ich die vor meiner Essstörung beziehungsweise der offiziellen Diagnose, weil es ging ja wie gesagt eigentlich schon so mit sieben, acht Jahren los, dass ich mich von meinem wahren Kern entfernt habe. Und durch die Recovery konnte ich aber eine völlig neue Romy kennenlernen. Und zwar eine Romy, die lachen kann, die Leichtigkeit und Freude empfindet, die ihre Meinung äußert, die Grenzen setzt, die für sich einstehen kann und die vor allem nicht perfekt sein muss, um wertvoll zu sein. Und ein Stück weit bin ich aber auch wieder die kindliche Romy, die, ja wie gesagt, vor sechs, sieben Jahren, also nicht die vor sechs, sieben Jahren, aber mit sechs, sieben Jahren, die noch keine negativen Erfahrungen gesammelt oder Ideen entwickelt hat, wie sie vielleicht sein sollte. Und doch bin ich heute so viel mehr die Romy, die ich auch gern sein wollte und von der ich allerdings nur eine leise Ahnung hatte, dass sie da vielleicht drin ist. Und das war das, was ich mich damals auch gefragt habe. So hey, wie möchte ich denn eigentlich sein? Oder wen mag ich vielleicht auch? Wen finde ich vielleicht gut und warum finde ich diese Menschen gut? Was haben die denn? Was, was wir in anderen mögen, hat in der Regel auch etwas mit uns selber zu tun, dass wir es vielleicht in uns selber auch gerne hätten. Und all das habe ich durch die Recovery befreit und herausgelassen. Und ich sehe das auch in so, so vielen meiner Coaches. Und damals hat mein Freund Markus gesagt, hey, ich sehe da was in dir. Und ich war so, hä, was sieht der denn in mir? Was meint er? Also ich habe keine Ahnung gehabt, was er gemeint hat. Und den gleichen Effekt habe ich heute bei meinen Coaches. Also wie oft sage ich so, hey, also ich habe vor meinen Augen, sehe ich sie bereits als gesunde Variante von sich. Also gesunde Version, wer sie sind, ohne diese Hüllen von Ängsten, von Überzeugungen. Und ich sehe, dass da, wie gesagt, was da drunter liegt unter diesen Symptomen und ja, unter den Ängsten, die sie einfach noch haben. Und das ihnen zu helfen, frei zu graben, das ist einfach eine der wunderschönsten Dinge, weil ich ja gesehen habe, was es bei mir selber eben auch gemacht hat. Und ich werde oft gefragt, sag mal, wie bist du eigentlich so stark geworden? Oder ich wünsche, ich wäre so mutig wie du. Und meine Antwort darauf lautet, durch die Recovery. Denn jedes Mal, wenn ich vor einem dieser Hindernisse stand, die wir ja auch in den letzten beiden Folgen besprochen haben und mich dahin durchgeführt habe, was echt viele Tränen, Wut und Ängste mit sich gebracht hat, also es war nicht lustig, aber jedes Mal, wenn ich das gemacht habe und mich nicht davon habe aufhalten lassen, wenn ich also auch diese Gefühle zugelassen und gefühlt habe, bin ich gewachsen. Und ich habe mich, und jetzt kommen wir wieder zur Entscheidung, ich habe mich jedes Mal wieder in diesen Momenten für mich, für mein Leben und mein Ziel entschieden und gegen ein Leben, welches zwar lebbar war, aber halt auch sehr eng und klein. Und diese Transformation, die ich hier gerade beschrieben habe, die geschieht nicht über Nacht, sondern das ist wirklich ein Prozess des schrittweisen Entdeckens, Experimentierens und Wachsens. Und dabei geht es vor allem darum, alte Glaubenssätze zu hinterfragen und neue Überzeugungen und neue Identitätsbestandteile zu entwickeln, die uns unterstützen, statt uns nur zu begrenzen. Und ein wichtiger Teil dieser Transformation war für mich auch, neue Fähigkeiten zu entwickeln, besonders eben die Fähigkeit, meine Gefühle wahrzunehmen oder meine wahren Bedürfnisse erstes zu erkennen und dann auch noch direkt zu kommunizieren, anstatt meinen Körper als Mittler zu nutzen oder zu hoffen, dass vielleicht irgendjemand das an meinen Augen ablesen kann. Und ich habe auch gelernt, anzusprechen, wenn mich etwas stört oder ich mich nicht gesehen fühle, wofür ja auch mein Körper da war. Und ich habe auch gelernt, Beziehungen zu beenden, die mir nicht gut taten oder die mich vielleicht sogar an meinen alten Mustern bestätigt haben. Denn auch Partner suchen wir ja so aus, dass sie zu unserer alten Identität passen und nicht unbedingt zu der, die vielleicht auch zur neuen passt. Und der allerwichtigste Punkt war aber, dass ich angefangen habe, mich auch zu behandeln wie jemanden, den ich mochte. Denn ich habe mir ja Selbstliebe gewünscht. Und ich sage mal so, wir können uns nicht in die Selbstliebe hassen. Und aus Selbsthass wird auch niemals Selbstliebe entstehen. Das heißt, durch das neue Handeln hat sich auch eine neue Identität Schritt für Schritt geformt. Ja, und dieser Weg durch den dunklen Tunnel, der erfordert Mut, der erfordert aber auch Geduld und vor allem die richtigen Strategien. Und deswegen möchte ich dir hier noch einige Ansätze mitgeben, die mir und so, so vielen meiner Coaches bereits geholfen haben. Das ist natürlich jetzt nur eine kleine Kurzfassung, aber wie gesagt, vertiefen können wir das auch gerne dann in den Coachings. Aber ich hoffe, das übergibt dir einfach schon mal einen guten Überblick. Also erstens, umgib dich mit Menschen, die diesen Weg bereits gegangen sind. Denn sie sind wie Fackelträger in deinem Tunnel. Weil in einem dunklen Tunnel ist es einfach deutlich schwieriger als, wenn dir jemand den Weg erhält und zeigt, dass es erstens möglich ist, die andere Seite zu erreichen. Und zweitens, diese Menschen verstehen auch die spezifischen Herausforderungen der Recovery und können dir Mut machen, wenn du zweifelst. Das heißt, schau hier gerne, wer hat den Weg schon geschafft, wer hat ihn vielleicht auch so geschafft, wie ich ihn gehen möchte, weil es gibt ja inzwischen noch wahnsinnig viele Fitness-Influencer, die auch mal eine Essstörung hatten und Fitness die Lösung gefunden haben. Was meiner Meinung nach aber auch eher eine Verlagerung ist. Wie gesagt, jeder darf ja so recoveren, wie er möchte, aber schau einfach, was passt zu dem, was du dir auch wünschst. Und zweitens, feiere jeden kleinen Erfolg auf deinem Weg. Und es ist total egal, wie klein der ist und ob der für jemand anderen erkenntlich ist oder nicht, darum geht es nicht. Denn Recovery ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Und wie gesagt, die Belohnung kommt am Ende, aber jeder kleine Schritt dahin zählt. Das heißt, diese vielen, vielen kleinen Schritte, die wir gehen, die sind das, was den Marathon am Ende rund machen. Und indem wir die kleinen Erfolge feiern, geben wir uns einfach auch ein gutes Signal, dass der Weg der richtige ist. Und vielleicht hast du heute eine Situation gemeistert, ohne auf deine Essstörung zurückzugreifen. Oder du hast zum ersten Mal eine Grenze gesetzt. All diese Momente sind wertvoll und verdienen Anerkennung, auch wenn du damit vielleicht noch nicht am Ziel bist. Darum geht es nicht. Wie gesagt, das ist ein Prozess. Drittens, verstehe, dass schwierige Gefühle vorübergehend sind. Wenn Angst, Traurigkeit oder Unsicherheit oder auch Wut aufkommen, dann erinnere dich daran, dass sie wie Wellen sind. Sie sind wichtig, weil Wellen halten das mehr in Bewegung. Macht schon Sinn. Nein, aber vor allem steigen Wellen an, sie erreichen einen Höhepunkt und sie eppen aber auch wieder ab. Also kein Meer ist dauernd im Wellengang unterwegs. Manchmal ist die See auch ruhig und diese Wellen gehen wieder vorüber. Und du musst nicht vor ihnen fliehen oder du musst auch nicht dagegen ankämpfen, weil mit der Essstörung kämpfen wir ganz oft auch gegen diese Wellen an, weil wir diese Gefühle eben nicht fühlen wollen. Und das ist verdammt anstrengend, weil dich gegen eine Welle zu stellen, also Halleluja, dass die dich umwirft und dann in Essstörungsverhaltensweisen endet, ist nicht ganz selten. Viel heilsamer ist es, diese Gefühle, die wirklich auch auftauchen und ich weiß, das kann bedrohlich sein, gerade wenn wir damit vielleicht negative Erfahrungen in der Kindheit gemacht haben. Aber es ist doch immer heilsamer, sie zu fühlen und wir können auch lernen, sie in einem sicheren Rahmen wieder zu fühlen und dann eben auch durch sie hindurch zu gehen, anstatt eben dauerhaft dagegen anzukämpfen. Und viertens, macht dir immer wieder bewusst, dass der Kampf mit der Essstörung dauerhaft ist und mit der Zeit eher schlimmer wird, während die Herausforderungen und die Anstrengungen der Recovery zeitlich begrenzt sind und mit der Zeit immer leichter werden. Also ich muss heute nicht mehr mit mir verhandeln, ob ich jetzt zum Frühstück ein Brötchen esse oder ein Müsli esse und wie viel ich davon esse und ob ich noch das Croissant essen darf und was ich dann machen muss und naja, you get the point. Das heißt, die Recovery ist wirklich und wie gesagt, rückblickend war es für mich ein Jahr, was wirklich intensiv war und wie gesagt, der Prozess kann unterschiedlich lang sein, also bitte hier nicht vergleichen, weil wie gesagt, es ist ja auch immer noch mal freier geworden, aber diese wirklich krasse Anstrengungsphase, also wo es richtig intensiv war, waren so die ersten drei bis sechs Monate, dann wurde es schon deutlich leichter und irgendwann habe ich mich gar nicht mehr gefragt oder waren Dinge so selbstverständlich, wohingegen hätte ich mich nicht entschieden, dagegen loszugehen, ich immer noch mit meiner Essstörung gekämpft hätte und bis heute kämpfen würde. Und auch in meiner Recovery gab es Momente, in denen ich am liebsten aufgegeben hätte. Aber die entscheidende Frage ist nicht, okay, habe ich diese Momente, sondern was hilft mich, durch diese Zeiten hindurchzutragen? Und für mich war es die Vision eines freien Lebens jenseits der Essstörung und aber auch die Unterstützung von Menschen, die an mich geglaubt haben und anfangs, wie man es ja auch bei Markus gesehen hat, sogar mehr als ich an mich selbst. Also zu sehen, okay, da gibt es jemanden und ich sehe das auch so häufig im Coaching, dass vielleicht gerade, wenn man länger in der Essstörung ist, irgendwie das Umfeld auch nicht mehr dran glaubt, weil die gewöhnen sich ja irgendwann auch daran und dass man dann eben jemanden an der Seite hat, der eben sagt, hey, ist mir völlig egal, wie lange du da drin bist, solange für dich klar ist, dass du da raus willst und bereit bist, die Schritte auch zu gehen, glaube ich auch an dich und mir ist völlig egal, wie viele gescheiterte Recovery-Versuche du vielleicht schon hattest. Es geht darum, was jetzt ist, weil all diese Versuche, die nicht geklappt haben, ebnen letzten Endes auch den Weg, denn aus jeder nehmen wir Erfahrung mit und die können wir auch heute nutzen. Ja, und damit kommen wir zum Ende unserer dreiteiligen Serie Die Kunst des Loslassens der Essstörung. Das heißt, wir haben den goldenen Käfig der Essstörung untersucht, die Dunkelheit des Übergangs beleuchtet und jetzt auch den Weg in die Freiheit erkundet. Und ja, Recovery ist kein gerade Weg. Und es stimmt auch, dass es sich zunächst erstmal schlimmer anfühlen kann, bevor es besser wird. Weil letzten Endes ist es wie, als würdest du ein altes, unbequemes, aber vertrautes Haus verlassen, um dir ein neues zu bauen. Und zwischen diesen beiden Häusern, beziehungsweise zwischen dem Umzug von dem einen in das andere, gibt es eine Zeit, in der du dich vielleicht auch erstmal heimatlos fühlst. Aber ich verspreche dir, das neue Zuhause, das du für dich baust, nämlich ein Leben in Freiheit, Selbstbestimmung und echter Verbindung, ist jeden schwierigen Schritt auf diesem Weg dorthin wert. Und die Frage ist letztendlich, und ich weiß, die ist nicht, ja, die ist vielleicht ein bisschen fies, aber letzten Endes ist es wirklich eine Frage, ohne die es eigentlich nicht geht, ist, bist du bereit, kurzzeitig mehr Unbehagen zu ertragen, um langfristig wirklich frei zu leben? Und egal, ob du noch am Anfang des Weges stehst oder bereits mittendrin im Tunnel, ich möchte dir einfach sagen, du bist nicht allein. Denn der Weg mag manchmal dunkel und einsam erscheinen, aber es gibt Menschen, die dir ihre Hand reichen und Licht spenden können, wenn du die Angst, wenn du die Hand vor Augen nicht mehr siehst und vielleicht auch Angst hast, weiterzugehen und damit nicht in den nächsten Schritt kommt, obwohl du es weißt. Und was noch wichtiger ist, in dir selbst liegt bereits alles, was du brauchst, um diesen Weg gehen zu können. Weil, wie gesagt, du bist nicht so auf die Welt gekommen, du bist nicht mit essgestörten Verhaltensweisen auf die Welt gekommen und du bist so viel stärker, als du vielleicht gerade denkst, weil eine Essstörung am Leben zu halten, das braucht verdammt viel Kraft. Also, ja, auf einer Ebene ist das aber die Frage, okay, definiere ich mich darüber und nehme das als Stärke oder sage ich, okay, ich habe Stärke in mir, wie kann ich die jetzt für das, was ich wirklich will, auch umlenken. Und ich habe mal so überlegt, so, was eigentlich so die erfolgreichsten Menschen gemeinsam haben. Und dann habe ich gedacht, so, hey, keiner dieser Menschen, die wirklich erfolgreich sind, sei das jetzt im Business oder in, weiß ich nicht, auch bei Schauspielern Hollywood, keine Ahnung was. Also, Menschen, die wir vielleicht als erfolgreich sehen, sie alle sind den Weg nicht alleine gegangen. Die hatten Mentoren oder auch Coaches an ihrer Seite, die ihnen geholfen haben, das, was in ihnen ist, wirklich auch herauszubringen. Und wir können den Weg natürlich auch alleine herausfinden. Also, alles eine Option, habe ich ja selber auch lange versucht und hätte ich wahrscheinlich auch weiter versucht oder beziehungsweise, ja, hätte versucht, dass wir jemand anderen den vielleicht auch gibt, aber wir müssen ihn ein Stück weit auch alleine herausfinden, aber mit Unterstützung geht es einfach deutlich schneller und leichter. Also, hätte ich nicht diese Kernpunkte wirklich auch gehabt oder Menschen, die mir geholfen hätten, meine größten Blockaden zu entdecken. I don't know. Das heißt, wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg wünschst, dann findest du in den Show Notes wieder den Link zu meinem kostenfreien Discovery Call, in dem wir gemeinsam schauen, wo du gerade stehst und was du auch brauchst, um deine Reise zur Freiheit final auch zu gehen und nicht in der quasi Recovery stecken zu bleiben. Und ja, ich habe in der letzten Episode angedeutet, dass ein Recovered Soul Platz frei geworden ist. Der ist tatsächlich schon wieder vergeben, aber ich habe noch zwei Plätze in meinem Freedom Journey zwölf Wochen Coaching Programm frei. Das heißt, wenn du sagst, okay, ich hätte wirklich gerne jemanden da, der mir hilft, durch diesen Tunnel zu gehen, dann wie gesagt, hol dir einfach gerne einen kostenfreien Discovery Call. Und wie gesagt, ich würde wahrscheinlich ohne Wegbegleiter heute noch im Tunnel rumirren oder hätte mich einfach da hingesetzt und hätte gesagt, okay, keine Ahnung, ich bleibe jetzt einfach da. Was unglaublich schade wäre, denn das Leben jenseits der Essstörung ist und das hätte ich wirklich niemals gedacht. Also deswegen ist es manchmal auch so schwierig, sich das Warum vorzustellen, weil wir es teilweise gar nicht denken können. Aber das Leben der Essstörung ist so viel freier und größer und auch erfüllter, als ich es mir je hätte vorstellen können. Und ich wünsche dir von Herzen, dass auch du diese Freiheit eines Tages in genau diesem Ausmaß erleben kannst. Ich danke dir fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer Lebensholender Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

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