Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#17 Teil 2 - Recovery als Paar: Was wirklich geholfen hat

Von der Entscheidung zur Transformation - unser RealiTea Talk über Recovery

30.07.2025 53 min

Zusammenfassung & Show Notes

In diesem zweiten Teil unseres Gesprächs teilen wir, wie meine Recovery unsere Beziehung von Grund auf verändert hat. Markus erzählt, woran er gemerkt hat, dass ich wirklich in Recovery bin - von den ersten Recovery-Büchern über die zwei, drei Nudeln mehr auf meinem Rucola-Teller bis zu dem Moment, als ich endlich aufgehört habe, drei Stunden lang jedes Etikett im Biomarkt zu studieren.
Wir sprechen über die schmerzhaften Umwege, die ich gegangen bin (inklusive der Rückkehr zu meinem Ex), und darüber, was ein Partner wirklich tun kann, um die Recovery zu unterstützen - und was er unbedingt lassen sollte.

Für das Verständnis unserer Geschichte solltest du die Folge #16 vorher gehört haben.

Du erfährst in dieser Episode:
• Woran Markus gemerkt hat, dass ich wirklich in Recovery bin
• Warum ich nochmal zu meinem Ex zurückgegangen bin und was das mit meiner Recovery zu tun hatte
• Welche konkreten Verhaltensweisen eines Partners die Recovery unterstützen - und welche sie sabotieren können
• Wie wir von einer von der Essstörung dominierten Beziehung zu einer gleichberechtigten Partnerschaft gefunden haben
• Was Markus heute anders machen würde mit dem Wissen, das er jetzt hat

Besonders wichtig für Partner: Markus teilt seine wertvollsten Erkenntnisse darüber, wie man als Partner unterstützen kann, ohne zu kontrollieren. Er spricht ehrlich darüber, warum er „hätte im Dreieck tanzen könnten“ und es trotzdem nichts gebracht hätte - solange ich nicht selbst die Entscheidung für die Recovery getroffen hatte.

Diese Episode ist für dich, wenn:
• Du selbst in einer Beziehung bist und dich fragst, wie dein Partner deine Recovery unterstützen kann
• Du als Partner verstehen möchtest, wie du wirklich helfen kannst (und was du unbedingt lassen solltest)
• Du wissen möchtest, wie eine Beziehung nach der Recovery aussehen kann

Trigger-Warnung: Wir sprechen über toxische Beziehungsmuster und emotionalen Missbrauch.
Hast du Fragen an uns als Paar? Schick sie mir gerne für unsere kommende Q&A-Folge an romy@romy-hoerbe.de oder über Instagram @romy_hoerbe

Höre jetzt rein und erfahre, warum Recovery nicht nur mein Leben, sondern unsere gesamte Beziehung transformiert hat.

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romys Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Schön, dass du wieder dabei bist und heute geht es ja weiter mit Teil 2 unserer Geschichte, wie die Essstörung letzten Endes unsere Partnerschaft beeinflusst hat und eben aber auch die Recovery. Und wenn du Folge 16, also unseren ersten Teil dieses Interviews, noch nicht gehört hast, dann hüpf unbedingt erst mal zu dieser Folge zurück. Denn darin sind wir ganz intensiv darauf eingegangen, wie sich die Essstörung eigentlich bei mir entwickelt hat, beziehungsweise wie wir auch gemerkt haben, okay, ich habe vielleicht eine Essstörung, wie sich das auf unsere Beziehung ausgewirkt hat. Und ja, ich sage mal, das war vielleicht so ein bisschen der düsterere Teil. Und heute gehen wir aber natürlich vor allem auf die Recovery ein. Was hat sich seitdem entwickelt? Was war hilfreich in der Recovery? Gemeinsam auch in der Partnerschaft? Wie kann ein Partner unterstützen? Was ist nicht unterstützend? Und wie gesagt, hör unbedingt erst mal Teil 1 dazu. Und wir beginnen jetzt hier an der Stelle, wo wir aufgehört haben, nämlich mit der Frage. Ab wann hast du denn eigentlich gemerkt, dass ich wirklich jetzt in Recovery bin?
Markus
00:01:52
Ja, ich glaube, letztendlich gab es ja zwei Phasen. Die erste Phase ist so zu sagen, okay, Rumi bestellt Bücher, Rumi beschäftigt sich mit dem Thema, es ist was anderes. Auch die Themen, die sie und die Erkenntnisse, die mir erzählt hatte. Und du hast doch also aus den ersten Büchern, das und dort, und da hast du dich wiedergefunden oder auch nicht wiedergefunden und das Übertragen auf dich. Und du hast mir wirklich immer wieder berichtet und wir haben ganz, ganz, ganz viel über das gesprochen, was es für dich ist, was da geschrieben steht. Und du hast mich halt wirklich auf den Weg mitgenommen. Das war so, glaube ich, der erste Punkt, wo ich gemerkt habe, okay, wir sprechen nicht mehr nur über das spezielle Korn, was an so und so im Kochbuch steht, was irgendwie, keine Ahnung, sondern wir sprechen plötzlich über Recovery. Und das war sozusagen der erste Punkt. Aber der eigentlich wirklich entscheidende Punkt war dann, als du was anderes getan hast. Weil drüber lesen ist halt das eine, aber drüber lesen macht nicht gesund.
Romy
00:02:46
Kochbücher lesen macht auch nicht satt.
Markus
00:02:48
Kochbücher lesen macht nicht satt. Recovery Bücher lesen macht nicht gesund. Das war mir auch völlig klar. Und deswegen war jeder Moment, wo Rumi wirklich was getan hat, war für mich wie so ein, ach, Rumi tut was.
Romy
00:03:00
Und es waren ja eigentlich nur kleine Dinge. Also es ist ja jetzt nicht, dass ich mein Leben von heute auf morgen umgekrempelt wäre oder wie man heute so schön sagt, klassisch all in gegangen wäre, sondern waren so ganz kleine Sachen. Also und wenn auf dem Rucola, also es gab eigentlich Nudeln mit Rucola, bei mir gab es Rucola mit Nudeln, es einfach immer zwei, drei Nudeln mehr geworden sind. So stetig. Und ich habe dich ja auch wirklich gelöchert. Also ich glaube, Markus hat in der Zeit so viel über sich gelernt.
Markus
00:03:22
Ich habe so viel über mein Essen gelernt wie nie im Leben zuvor. Und das auf eine ganz andere Art.
Romy
00:03:26
Also was ich dich gelöchert habe, weil ich das verstehen wollte. Ich wollte wirklich verstehen, wie ticken gesunde Menschen? Was macht ein Gesunde mit? Warum essen gesunde Menschen? Wie gesunde Menschen essen? Und dass Markus ein gesunder Mensch war, das war mir irgendwie sehr klar. Also da habe ich auch echt Schwein gehabt.
Markus
00:03:39
Also das war wirklich für mich eine ganz neue Zeit, weil Rumi fragt mich plötzlich über mein Essen. Da kamen so Sachen wie, bist du jetzt voll? Auf welcher Skala? Von eins bis zehn bist du denn voll? Ja, aber bist du wirklich so voll? Wie kann das jetzt sein? Oder hast du nur das gegessen? Warum bist du jetzt so voll? Warum esse ich das? Hast du jetzt Appetit? Oder ist es heiß?
Romy
00:03:58
Und dann dachte mir, er ist voll. Und zehn Minuten später steckte zwei Stück Schokolade in den Mund. Ich so, hä, hast du nicht gesagt, du bist voll? Wieso kannst du jetzt Schokolade essen?
Markus
00:04:05
Und ich denke nur so, wenn ich sag, ich habe gut gegessen, heißt doch lange nicht, dass ich nicht danach Schokolade essen kann. Ich habe das Prinzip überhaupt nicht verstanden. Wie Rumi meinte, du hast doch gerade gesagt, ich bin voll, Müncher. Ja, ich bin ja auch satt. Aber Schokolade ist doch was anderes. Und Rumi hat überhaupt nicht verstanden, wie Schokolade was anderes sein könnte.
Romy
00:04:19
Ich dachte, wenn du satt bist, dann musst du definitiv aufhören und dann darfst du nicht weiter essen. Und also dieses Konzept doch, ich wollte dann verstehen, ach so, ist das jetzt Appetit oder Hunger? Oder warum essen Menschen?
Markus
00:04:28
Ja, und da habe ich dann Rumi die Alf-Story erzählt, weil Alf hat ja sieben Nebenmegen, wo er alles runterbringt. Und ich glaube nicht, dass es ihr richtig geholfen hat, weil es hat mir auch nicht so richtig geglaubt.
Romy
00:04:35
Gott sei Dank hat unser Kater überlebt.
Markus
00:04:37
Ja, also ich stehe nicht so auf Kater. Der Kater hat wunderbar überlebt. Also den haben wir nicht gefuttert, aber die Schokolade. Und ja, ich habe einfach berichtet darüber, warum ich esse. Und mir wurde, ich habe ja vorher nie drüber nachgedacht, warum esse ich denn so? Oder wie viel mache ich denn drauf? Oder wann höre ich denn auf? Oder wann esse ich denn noch? Ich habe es einfach gemacht, wie es mir halt...
Romy
00:04:55
Du bist wirklich der intuitive Esser vom Herrn.
Markus
00:04:57
Es war halt da, oder es war lecker, oder es hat gepasst, oder ich konnte das ja nie beschreiben. Und dann habe ich gelernt, zu beschreiben, warum ich es esse, wie ich esse. Weil Rumi hat wirklich alles herausgefunden. Und ich glaube, mein Vorteil war, dass ich, glaube ich, einer der wenigen bin, und das ist auch ein bisschen Rumi's Glück an der Stelle, dass ich nicht so von der Diätgesellschaft vermurkst bin. Ich lasse mir ja sowieso ungern was vorschreiben, schon gar nicht von diesen Regeln und allem. Deswegen war ich, ohne dass ich das wusste und vielleicht auch ohne, dass Rumi das wirklich in der Tiefe wusste, ein Vorbild, weil ich diese ganzen Mechanismen, die in der Essstörung da haben, eben gerade nicht erfüllt hatte. Das war ein schöner Kontrast.
Romy
00:05:37
Ja, total. Also du warst ja auch der Einzige, der das hatte. Also selbst in meiner Familie, auch meine Mama, die hat sich ja wirklich bemüht. Und ich habe ihr auch extra noch so einen Fahrplan gegeben und gesagt, hey, sag bitte nicht das oder sag bitte nicht, dass du dich, weiß ich nicht, hast du Sport gemacht hast oder wie viel du dich bewegt hast oder irgendwelchen Diät-Talks oder so, weil sie ja auch teilweise mit ihrem Körperbild kämpfen. Sie hat das überhaupt nicht böse gemeint, aber sie konnte es auch nicht lassen, weil sie da auch sehr geprägt ist. Und Markus aber so gar nicht.
Markus
00:05:59
Das war wirklich auch ein Stück weit unser Glück. Und man hat wirklich gemerkt, jedes Stückchen hat wirklich Leben reingebracht. Die Dissensituationen wurden weniger, die Gespräche wurden anders, die Energie wurde mehr. Wir haben eigentlich Schritt für Schritt Leben zurückbekommen oder es uns zurückerobert auch. Das ist ja nicht von alleine passiert, also überhaupt nicht. Und jetzt habe ich kein Paar in der Zeit, aber haben letztendlich auch immer mehr zusammen auch gelebt und erlebt. Also da war plötzlich so der, das war klar, okay, wenn die Richtung bleibt, dann wird es gut.
Romy
00:06:36
Ja. Und der Punkt war ja auch, dass ich einen krassen Vergleich hatte, weil wie ich es ja schon gerade so ein bisschen angedeutet habe, bin ich ja, wie gesagt, damals für mich völlig unverständlich. Heute kann ich es nachvollziehen, auch wenn ich es immer noch nicht gut heiße. Aber ich habe verstanden, warum ich es gemacht habe, bin ich ja nochmal zu meinem Ex kurze Zeit zurückgekehrt.
Markus
00:06:52
Nochmal.
Romy
00:06:53
Ja, Markus muss mir auch gedacht haben,
Markus
00:06:55
oh Gott. Also diese Schleife, es hätte echt ein paar Schleifen weniger gebraucht.
Romy
00:06:59
Aber sie war wichtig, weil sie hat mir final geholfen, mich zu lösen, weil ich auch verstanden habe, was diese Beziehung auch mit meiner Essstörung zu tun hatte. Weil sie letzten Endes eigentlich auch diesen Identitätsbestandteil von ich darf nicht lebendig sein gefüttert hat. Und warum ich eigentlich zurück bin, und was ich damals gar nicht so hätte benennen können, war, dass ich eigentlich auf eine ehrliche Entschuldigung gehofft hatte. Und ja, ich irgendwie dieses Thema aufarbeiten wollte. Ich habe auch damals ein Buch gelesen gehabt von Thordis Elva, die eben auch so eine Erfahrung mit ihrem Exfreund sozusagen aufgearbeitet hat. Und irgendein Teil von mir hatte diesen Wunsch, das auch zu tun, weil ich gedacht habe, es wäre so ein Stück auch auf meinem Heilungsweg. Und ist es letzten Endes auch gewesen, aber anders, als ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Und gleichzeitig habe ich so wahnsinnig viel damals aber auch erkannt. Auch wenn das natürlich nochmal für Markus wahnsinnig schmerzhaft war zu sehen. So, jetzt ist der da zurückgegangen. Das kann doch gar nicht sein.
Markus
00:07:47
Schmerzhaft. Weil das zu verstehen war...
Romy
00:07:49
Also man kann es mit logischem Menschenverstand auch nicht verstehen. Also ich verstehe auch, wenn das jetzt keiner versteht, der hier gerade zuhört. Aber das war auch der Punkt. Ich habe dann mir auch erlaubt, dass es keiner verstehen muss und dass ich irgendwie intuitiv weiß, was ich hier gerade tue. Und gleichzeitig hat mir das auch die Möglichkeit gegeben, also ohne, dass ich das irgendwie geplant hätte oder so. Aber ich habe ja dann auch einige Zeit eben bei meinem... Ja, dann gerade nicht mehr Ex verbracht. Und habe gemerkt, was ist auch hilfreich bei einem Partner in der Recovery und was nicht. Weil für die Recovery entschieden hatte ich mich ja dann da. Und auch er hat eigentlich versucht, unterstützend zu sein. Also hat dann auch für mich gekocht, kann auch super kochen. Und hat aber so die Teller auch vorportioniert. Das ist wie im Restaurant eigentlich richtig schön angerichtet, auch wirklich gut gemeint. Und gleichzeitig kamen aber immer so unterschwellige Sachen wie, naja, das ist nicht schlimm, wenn du das jetzt nicht schaffst und du musst das nicht aufessen. Das ist okay, du kannst ruhig was übrig lassen. Und ich habe aber immer so gedacht, nee, sag mir nicht, dass ich was übrig lassen kann. Er ermutigt mich vielleicht eher, dass ich das schaffe, dass das okay ist, dass das eine normale Portion ist, dass das einfach gut ist und bremst mich nicht. Also mein gesundes Ich hat sich eigentlich Ermutigung gewünscht, um nicht gebremst zu werden. Und was ich damals nicht so wusste, aber immer mehr mitgekriegt habe, war halt, okay, er ist eigentlich auch selber kein gutes Vorbild, weil er hat halt selber auch nicht gefrühstückt. Also mit mir mal so als Ausnahme, aber eigentlich nicht, weil er halt auch gemerkt hat, wenn ich frühstücke, dann geht ja mein Stoffwechsel an, dann muss ich ja mehr essen. Und Selbstfürsorge war für ihn aber auch jetzt nicht so das Thema, sage ich jetzt mal.
Markus
00:09:13
Das hast du sehr nett umschrieben.
Romy
00:09:14
Ja, naja, es geht ja auch nicht um ihn, aber es geht halt um diese Erfahrung. Und er war einfach, und wie gesagt, er hat sich eigentlich sogar Mühe gegeben, aber es funktioniert halt nicht, wenn die Beziehungsmuster an sich beziehungsweise auch die Selbstversorger einfach auch nicht da ist. Und es war halt einfach kein gutes Vorbild auf der Ebene für mich auch. Und ja, ich war eigentlich bereit loszulassen und habe mich aber nicht getraut, weil ich eben von außen immer diese Bremse wiederbekommen habe. Und da kamen halt auch noch so Kommentare und das war auch ganz ambivalent, weil am Anfang, er war ja eigentlich auch der Grund, warum, also er ist nicht schuld daran, aber das, was ich eben für mich daraus geschlossen habe, war, ich muss zeigen mit meinem Körper, dass was passiert war und ich wollte eigentlich gar nicht schön und attraktiv sein. Und auf einmal hat er aber gesagt, dass er meinen dünnen Körper sogar mag. Ich glaube, er wollte mir damals dann einfach ein gutes Gefühl geben, aber für mich war so dieses, also wie er mag den jetzt, mein dünner, kranker Körper war eigentlich nicht dafür da, gemocht zu werden. Er war eigentlich ja als Mann mal gedacht von, hey, es ist was passiert mit dir. Und ja, das hat mir natürlich auch Angst gemacht, diesen dünnen Körper wieder loszulassen. Und Markus hat zwar auch mal gesagt, dass er auf schlanke Frauen steht, aber, also das ist halt auch ein Unterschied, sagt jemand, okay, ich stehe auf schlanke Frauen und was bedeutet das überhaupt? Also da gehen wir dann auch in der nächsten gemeinsamen Q&A-Folge nochmal drauf ein, weil auch das war eine Frage, die mich von ganz vielen erreicht hat, so ja, was, wenn mein Partner aber auf schlanke Frauen steht? Also das behandeln wir dann in der Q&A-Folge nochmal ganz intensiv. Aber dieser Teil von, hey, ich mag deinen dünnen Körper und dieses, ich mag eigentlich, wenn du so dünn bist oder so zerbrechlich bist oder ja eigentlich auch krank bist, steckte da für mich mit hinter. Das war für mich so ein Warnsignal und ich habe gedacht, ich will so nicht mehr sein und ich will auch nicht, dass jemand mag, wenn ich nicht gesund bin. Ich will einen Mann, der mich gesund mag. Aber wie gesagt, dazu in der nächsten Folge nochmal mehr.
Markus
00:10:56
Es wird bestimmt interessant, weil wir haben eine ganz lustige Wendung an der Stelle zum Thema schlanke Frauen und dünn sein.
Romy
00:11:04
Was Männer darunter verstehen.
Markus
00:11:05
Und was Männer darunter verstehen. Ja, es wird sehr spannend. Also es ist gut, dass wir uns im Nachhinein darüber mal Gedanken gemacht haben, weil ich glaube, das ist, manches ist so schwierig zu verstehen oder schnell falsch zu verstehen. Aber dazu im Q&A mehr.
Romy
00:11:19
Genau. Jedenfalls, also dieses Gefühl auch bei meinem Ex, dass er das irgendwie gut fand, dass ich halt krank war oder dieses Verbrechliche, das hat mir irgendwie Sorgen gemacht und war auch so ein Red Flag. Und ich hatte eigentlich, ich hatte ja damals auch verstanden, dass es mir darum ging. Also ich habe auch immer mehr die Funktion meiner Essstörung verstanden. Und eine war eben auch, dass es mir darum ging, eben auch mit diesem Körper gesehen zu werden, anerkannt zu werden, dass da eben wirklich was passiert ist, weil ich Angst hatte, dass man mir vor Gericht nicht glaubt. Und ich habe dann so in diesem Recovery-Prozess gedacht, und wie gesagt, mein Ex war inzwischen auch Fotograf.
Markus
00:11:50
Machst du ja einen Zufall.
Romy
00:11:52
Ja, anderes Thema. Habe jedenfalls gedacht, okay, wenn es mir darum ging, gesehen zu werden, dann, also es war wie so ein Abschiedsshooting, würde ich jetzt auch nicht unbedingt empfehlen, aber mir hat es damals geholfen, weil ich gedacht habe, okay, ich lasse damit dann auch diesen Körper los und falls ich jemals nochmal dran zweifle und mich selber gestleite, dass es ja nicht so schlimm war. Ich habe jetzt einmal die Fotos und nach diesen Fotos lasse ich diesen Körper los. Also es war für mich wirklich ein Abschiedsritual und die hat er eben auch gemacht und was dann passiert ist, weil es die Idee, die dann daraus entstanden ist, war ja eigentlich wäre ja auch so ein Bildband, was Magersucht eigentlich bedeutet, wäre ja ganz spannend. Das war so seine Idee und ich dachte so, ja, könnte man eigentlich machen, so ein Thema von Aufklärung auch. Heute weiß ich, dass es nichts mit dem Körper zu tun hat und fand die Idee dann auch nicht mehr gut und erst recht fand ich sie nicht mehr gut, als es dann darum ging, hey, dafür den Bildband, da können wir noch die Bilder brauchen und noch das brauchen und dann habe ich mir gedacht, nee, ich will jetzt gesund werden. Ich will nach diesem Shooting loslassen. Ich kann nicht noch weitere Bilder machen, weil das würde mich ja in der Essstörung gefangen halten, würde mich krank halten und das will ich nicht mehr. Und da habe ich eben wirklich gemerkt, dass ich Menschen wirklich auch in meinem Leben haben will, die mich wirklich in meiner gesunden Form haben wollen und wo ich mich, wo ich eben wirklich auch lebendig sein darf und was nicht diesen Identitätsbestandteil von ich darf nicht lebendig sein füttert. Und unterbewusst war mir da schon klar, okay, wenn ich gesund werden will, dann muss ich den Kontakt wirklich abbrechen, muss ich auch diese Beziehung loslassen, die ja auch, da waren ja auch immer so subtile Abwertungen, also auch da dann. Ich denke mir so, hey, ich bin wieder zurück, wieso wertest du mich so ab? Also da durfte ich mir morgens anhören, wie doof ich irgendwie aussehe in dem bestimmten Licht und ich denke mir so, ouch, also es war immer so ein Kleinmachen irgendwie und habe gemerkt, das will ich nicht mehr. Das ist, also früher habe ich mir das gefallen lassen, weil ich ja dachte, okay, ich verdiene das auch oder er hat ja recht, weil ich habe ja selber doof über mich gedacht und in dem Moment, wo ich aber wirklich auch meine Identität durch die Recovery verändert habe, hat das nicht mehr gepasst und ich wusste, ich muss loslassen, ich kann mit ihm an meiner Seite nicht gesund werden und ja, habe mich dann letzten Endes auch final getrennt.
Markus
00:13:50
Endlich.
Romy
00:13:51
Endlich, aber es war wichtig, also es war trotzdem nochmal ein wichtiger Schritt zu erkennen, den ich auch nicht hätte überspringen können, glaube ich, also ich hätte nicht gewusst, wie ich sonst auf diese gleiche Erkenntnis gekommen wäre und Markus war eben, also deswegen hatte ich auch diesen krassen Kontrast in der Recovery, was hilfreich ist und was nicht. Ja,
Markus
00:14:08
ich habe dachte nur, endlich, sage ich, wenn ich das jetzt so höre, denke ich mir so, was für ein Weg und was hat es alles gebraucht, um wirklich diese Klarheit zu kriegen und woran hast du es eigentlich bei mir gemerkt, dass irgendwas anderes ist? Was habe ich getan oder was habe ich vielleicht auch gelassen, was dir am Ende geholfen hat?
Romy
00:14:25
Also was für meine Recovery definitiv sehr zuträglich war, ohne dass ich das damals hätte so nennen können, aber jetzt zurückblicken, muss ich sagen, also deine Grund, also du bist ja einfach auch ein unglaublich wertschätzender Mensch und du hast so eine grundwertschätzende Haltung, immer und die hattest du natürlich auch mir gegenüber. Also nie dieses, also gerade diese unterschwelligen Sachen, die ich gerade gesagt habe, so dieses immer wieder klein machen und
Markus
00:14:44
Und ich finde wirklich, dass du im Leben nicht großartig aussiehst.
Romy
00:14:47
Nee. Ja, aber auch eben dieser tiefe Glaube, wie gesagt, ich hatte ja am Anfang keine Idee, wo der herkommt, aber dann das eben auch zu sehen und er hat den Glauben an mich, ich habe den inzwischen auch, also das war wie so ein Verstärker und du hast mich eben schon in meiner gesunden Form auch, also nicht nur in meiner Körperform, sondern ganzheitlich auch gesehen, auch wenn es eben noch nicht da war und mir damit so, ja so den Weg irgendwie so ein bisschen gezeigt, also wie auch so ein bisschen so ein Stück Spiegelbild auch und natürlich, dass du halt im Vergleich auch, also was ich ja vorher gar nicht wusste, weil ich wusste ja nicht, wie es mit anderen Männern ist, dass du halt einfach wirklich so ein gutes Vorbild beim Essen warst, aber eben auch im Umgang mit dir, also dass du immer auf dich aufgepasst hast, dass du dich nicht abgewertet hattest, auch, das ist ja auch nicht so, dass dir jetzt alles an deinem Körper gefallen hat, aber
Markus
00:15:33
ne, das wirklich nicht, aber da kann man ja anders damit umgehen.
Romy
00:15:36
Ja, genau, also auch dieses Vorbild, auch wie geht man mit sich um, auch wenn man vielleicht nicht alles Tolle an sich findet und naja, letztens, wenn das wirklich auch dieses, ich habe mich ja zu jeder Zeit trotzdem bedingungslos geliebt gefühlt, also als ich es dann auch ein Stück weit annehmen konnte und gedacht habe, okay, das ist wirklich auch, also ich darf das auch, aber ich konnte halt damals nicht damit umgehen, weil ich ja immer gedacht habe, hey, um geliebt zu werden, muss ich mich beweisen, muss ich mir das erst verdienen, muss, ich muss halt irgendwas dafür machen und er hat das einfach immer bedingungslos getan, was ich ja erst mal nicht verstanden habe. Im Recovery-Prozess dann aber halt schon, also auch die Beziehung hat sich durch die Recovery und durch das, was ich da gelernt habe, nochmal völlig verändert, auch was ich annehmen konnte und zulassen konnte und ja, letzten Endes hast du mich immer in meiner Größe gesehen, wolltest mich auch wachsen sehen, also das war auch so dieses Gefühl, was ich auch in früheren Beziehungen immer hatte, ich durfte nicht wachsen, also immer wenn ich wachsen wollte, war das eher so, war das bedrohlich für die Beziehung und bei dir hatte ich aber genau das Gegenteil, ich meine, du hast mich auch in die Coach-Ausbildung gebracht.
Markus
00:16:35
Ich habe dich da reingebracht in die Coach-Ausbildung und habe dich davon subtil überzeugt, sagen wir es mal vorsichtig, dass es eine gute Sache wäre, was im Nachhinein auch sich ja bewahrheitet hat und letztendlich ist es trotzdem ja ein Risiko für mich, weil meine Freundin in die Coach-Ausbildung zu schicken heißt, sie wird noch in so vielen Punkten bewusster und mir war klar, es macht unglaublich viel, aber es ist nie vorher klar gewesen, was es ist, aber wenn ich jemanden nachsen lassen möchte, dann warf ich das zulassen und darf akzeptieren, wenn die Person wächst, dann wird das auch immer passieren, es wird gut sein.
Romy
00:17:04
Letzten Endes war das wirklich der Kern, auch hätte ich das nicht gehabt, ich weiß nicht, ob ich es geschafft hätte, mich irgendwie, also ich glaube es nicht.
Markus
00:17:10
Ich glaube auch, es war eine der, obwohl das damals nie der Plan war, ich hätte es nicht wissen können, also ich hätte es nicht denken können oder ahnen können, aber ich glaube, es war eine der Sachen, dass du es am Ende geschafft, also allein geschafft hast, also allein mit der Unterstützung,
Romy
00:17:27
ich sage auch mein allein, weil ich habe ja auch lange gesagt, ich bin allein recovered, weil ja, meine Therapeutin war da echt nicht hilfreich, was das anging, aber also diese Tools, die ich damals eben auch hatte und dieses, ja die Haltung letzten Endes auch, die haben mir geholfen, dass ich es auf der Ebene allein gemacht habe, also Markus hat mir ja keine Recovery Tools oder irgendwas an die Hand gegeben, Sondern das war wirklich mein Commitment und all das, was ich eben gemacht habe, aber ja, also das war wirklich wie so der Startschuss und was auch super hilfreich war, weil natürlich ging es bei mir auch nicht gradlinig geradeaus und so, also es gab ja einige Stolperer und auch Emotionsausbrüche und also, aber du hast es nie, also weder meine Gefühle noch mein Ess- oder Sportverhalten hast du es nicht persönlich genommen, egal was ich gemacht habe, also hast du es jetzt auch nicht als, oh nee, das hat man ja schon und jetzt macht sie ja wieder weniger, wieso macht sie das jetzt nicht, also das gar nicht, sondern du hast mir halt, ja du hast mir eigentlich, glaube ich, vertraut, dass ich das richtig mache, als ich dann die Entscheidung getroffen hatte, selbst wenn ich ja keinen genauen Plan hatte.
Markus
00:18:25
Ja, ich glaube der Punkt.
Romy
00:18:26
Also du hast schon einen Plan, aber ich wusste nicht, wie das ausgeht oder wie lange das dauert oder das wusste ich halt nicht, aber du hast mich halt immer ermutigt, mehr zu essen, neue Sachen zu probieren, auch beim Einkaufen. Ich weiß noch so oft so Sachen, wo stand ich dann da vorne, Markus, ey, pack das jetzt ein und ich sage, naja, aber was, wenn ich das dann nicht esse oder wenn ich das dann nicht mag? Und was hast du mal gesagt?
Markus
00:18:44
Es ist halt, also ich habe auch einfach da den Druck rausgenommen und gesagt, ach, wenn das vielleicht doch nicht das Richtige ist, weil Romy hat ja sozusagen erstmal wieder den Spielraum erobern müssen, was denn überhaupt geht, was denn sein darf, was man essen kann, was man essen möchte. Und da einfach auch sozusagen das Experimentieren zuzulassen, jemanden dann den Druck raus, ich hätte das dann rum oder was weggeschmissen, nee, dann esse ich es halt und dann habe ich es halt gegessen, das ist auch okay. Und das findet sich dann, das hat ja, heute ist es ja auch viel leichter, das ist ja kein Problem mehr. Ja. Also ich glaube, bist du sagen, mit, es waren halt zwei Dinge, mit Romy's Entscheidung, wirklich leben zu wollen und, und das ist der Kernpunkt in Handlungen, das wirklich auch einfach zu tun, hat sich das auch für mich dann geändert, weil mir war dann auch klar, ich kann jetzt den Druck rausnehmen und ich muss sogar den Druck rausnehmen. Und ich hatte ja auch keine Ahnung, wie lang das dauern könnte. Woher sollte ich denn wissen, wie lang ein Kammeri dauert? Ich hatte ja nicht mal eine Ahnung, dass es sowas so funktioniert, wie das ist. Weil, wenn man so sagt, man sich nicht mehr beschäftigt, man hat das, man weiß es einfach nicht.
Romy
00:19:44
Auf einer Ebene warst du erwartungsfrei.
Markus
00:19:46
Ich war an der Stelle erwartungsfrei, aber es war mir auch ein Stück weit egal, weil solange es in die Richtung stimmt und die Richtung stimmte, also wie gesagt, es war wirklich nicht immer alles, Nein,
Romy
00:19:56
in kleinen Schritten, aber es ging trotzdem
Markus
00:19:58
in die richtige Richtung. Es ging auch mal in die richtige Richtung, auch wenn es mal tageweise richtig zurückging. Das ging trotzdem insgesamt in die richtige Richtung. Das war der Kernpunkt und dass Romy halt geht. Also das Gehen war, weil ich habe immer gesehen, Romy geht es und auch wenn es mal stolpert, mal zurückfällt, was auch immer, Romy geht den Weg. Und das war sozusagen, wo ich gemerkt hatte, okay, ich kann den Druck rausnehmen, ich kann Romy auch vertrauen und dass es macht. Und das hat ja dann auch wirklich, man merkt, das geht dann auch relativ schnell, dass man es wirklich sieht. Also wenn man geht, und Romy ist gegangen, da war es auch schnell klar, dass es einen Unterschied machen wird. Und ich habe auch dann relativ schnell den ultimativen Beweis dafür bekommen, dass ich recht habe mit dem, was ich gesehen habe. Auch wenn das, was natürlich während der Recovery war, noch nicht annähernd, das ist, was heute ist. Überhaupt nicht. Aber ich habe den täglichen Beweis bekommen, ja, das, was ich gesehen habe, ist wirklich da. Und es schält sich frei. Wieso? Immer eine Schale weiter, immer ein Stück weiter.
Romy
00:20:56
Weil es Fiebel.
Markus
00:20:57
Nein, es Fiebel, genau. Ja, und auch heute wachsen wir täglich miteinander. Das hört nicht auf. Also dieser Punkt hört einfach nicht auf. Und das ist auch gut so, weil das gemeinsam miteinander wachsen, das sorgt auch dafür, dass sowas nie wieder, dass man nicht zurückfällt, dass es einfach bleibt, dass es besser wird. Und, ja, und was mir auch absolut klar ist, Recovery ist einfach sauschwer. Es ist wirklich, also niemand kann ernsthaft behaupten, es wäre leicht. Ist es einfach nicht. In manchen Situationen ist es wirklich auch Horror. Für die Person oder für den Partner auch oder für beide. Also ist es manchmal. Nicht immer zum Glück, aber manchmal ist es das. Und das einfach zu akzeptieren, dass es so ist und dass es auch sauschwer ist, ist vielleicht auch wichtig, weil zu sagen, ach, es wäre alles so leicht, stimmt einfach nicht. Aber manchmal denke ich auch, ich bin einer der wenigen Partner, welche die Essstörung ihrer Freundin überstanden haben. Und, ne, das ist auch, also für den Partner auch manchmal wirklich nicht so ein leichter Weg, wie wir ja auch beschrieben haben. Und gleichwohl, wenn man ihnen gemeinsam geht, hat man auch, kann man halt natürlich an Stellen kommen, die man vorher nie bekommen wäre oder ist. und mir ist auch klar gemacht worden, als Partner kann ich die Recovery bewusst oder unbewusst schwer machen.
Romy
00:22:10
Kann ich meistens eher unbewusst.
Markus
00:22:11
Ja, meistens eher unbewusst. Also wahrscheinlich ist es, selbst mit dem besten, guten Willen, kann ich die Recovery schwer machen. Das ist sozusagen, dass die Recovery fast unmöglich erscheint, obwohl es das natürlich nicht ist, weil am Ende entscheidet die Recover der Person. Niemand anders. Ja. Also niemand anders entscheidet, egal was der Partner will, nicht will, macht, nicht macht, du entscheidest. Aber ein Partner kann die Recoveration schon schwer machen oder schwere machen. Und das ist das Verrückte, auch wenn er das Beste will. Also manchmal das Beste wollen die es nicht mal das Beste tun. Und ja, deswegen glaube ich so.
Romy
00:22:42
Naja, man muss ja auch wirklich sagen, ich sag mal, wo hat man das denn, dass zwei Coaches miteinander, also Recoveren, wir müssen ja beide irgendwie auf eine Ebene auch Recoveren. Das heißt, das, was du gemacht hast, hat natürlich auch geholfen, dass du einfach diese Coacherfahrung auch im Hintergrund hattest. Aber deswegen teilen wir ja diese Punkte auch, damit ja vielleicht auch wer als Partner zuhört, sich wirklich das ein oder andere
Markus
00:23:01
mitnehmen kann.
Romy
00:23:02
Was würdest du denn sagen, ich weiß es ja, aber was würdest du sagen, was hast du beigetragen letzten Endes auch?
Markus
00:23:07
Ja, was habe ich beigetragen? Also auch manche Dinge, die mir jetzt erst im Nachhinein so auch im früheren Gespräch ja bewusst geworden sind und ich damals nicht bewusst war, dass ich das beitrage, aber, hat geholfen. Zum Beispiel, dass wir gemeinsame Hobbys haben, die nichts mit Sport zu tun haben oder mit dem Risikofaktor, den es sozusagen bei der Essstörung hat. Also zum Beispiel, dass wir gemeinsam fotografiert haben. Das hat uns auf alle Fälle verbunden miteinander über ein Thema, was nicht die Essstörung unterstützt. Oder auch, dass wir offen sind und es immer wieder auch neue Sachen gesucht haben. Das Reisen haben wir zusammenentwickelt, wie wir reisen, was wir reisen und so weiter. Auch die Offenheit sozusagen, die man als Paar hat, sich dann Hobbys zu suchen, irgendwie in das Leben und auch in die Recovery reinpassen. Und später kann man dann noch offener sein, aber in der Recovery braucht es einfach da schon sehr bewusst einen Umgang. Also wenn einer nur Sport macht, eine andere soll Sportpause machen, ist es einfach...
Romy
00:23:58
Das ist halt echt hart. Also gerade auch, wenn Hobbys drangeknüpft sind, das höre ich leider auch häufiger. So dieses Jahr mit dem Partner und wir sind sehr über Sport auch verbunden. Dann ist das wirklich eine Herausforderung. Also ich sage nicht, dass man die nicht überwinden kann, aber wenn möglich, also jetzt auch gerade für Partner, die zuhören, die vielleicht auch das sehr intensiv machen, es für eine Zeit lang, es geht nicht um die Dauer, aber eine Zeit lang wirklich zurückzufahren, um diesen Trigger einfach auch zu reduzieren, weil der Körper, gerade wenn er eben aus einer restriktiven Essstörung kommt, der braucht einfach auch erstmal die Energie, um zu heilen. Und umso mehr man, oder umso schneller man die hat, desto besser ist es auch.
Markus
00:24:30
Und da natürlich auch den Vergleich rauszunehmen. Wir machen ein Hobby nicht, um sich zu vergleichen. Das Hobby ist kein Wettkampf. So ein Hobby ist etwas, was man als Paar gemeinsam machen möchte, wenn man ein gemeinsames Hobby hat. Und das geht auch gleich in den nächsten Punkt, der glaube ich auch ganz, ganz wichtig ist. Nicht kontrollieren, sondern wirklich darauf vertrauen und immer wieder supporten. Kontrollieren hilft nicht und geht quasi immer direkt schief.
Romy
00:24:52
Du kannst Kontrolle nicht mit Kontrolle bekämpfen.
Markus
00:24:54
Ja, funktioniert nicht. Und auch wenn sich so Sachen, ein Paar, wenn es natürlich zusammen lebt, da kann sich, du hättest dich immer kontrolliert fühlen können.
Romy
00:25:03
Ja.
Markus
00:25:03
Weil ich sehe natürlich, was du machst, oder vielleicht nicht alles, aber doch genug, als dass man sich kontrolliert fühlen kann. Aber letztendlich war es ja auch deine Aufgabe zu gucken, kontrolliert der mich jetzt? Oder sagt der das sogar, dass ich jetzt nicht kontrollieren würde? Habe ich nicht gemacht? Oder hast du es, wie hast du es dann nahe genommen? Also das ist halt wirklich auch deine Entscheidung auch. Aber wenn ich als Partner eben nicht kontrolliere, dann hilft das schon ungemein.
Romy
00:25:26
Und ich habe ja auch gesagt, wo du mich ermutigen darfst. Also auch das. Also wir dürfen auch und müssen auch teilweise sagen, was wir auch brauchen, wo unser Partner wirklich auch unterstützen kann.
Markus
00:25:34
Und jetzt der krasse Punkt an der Stelle, den schiebe ich immer ein, miteinander reden hilft.
Romy
00:25:38
Mhm.
Markus
00:25:39
Da hat uns natürlich die Coach-Ausbildung allem geholfen, dass wir wirklich auf eine gute Art miteinander auch reden können, um auch solche Sachen zu besprechen. Weil wenn der Partner keine Ahnung hat, wo er unterstützen darf, wo nicht, der Partner kann nicht hell sehen. Das ist echt, dann ist es wirklich schwieriger. Also miteinander reden hilft auf alle Fälle. Und ich habe es ja ausprobiert, gerade am Anfang, als die Entscheidung noch nicht getroffen ist, Druck machen. Also der Druck erzeugt nur einen Gegendruck, der stärkt die Essstörung. Jede Art von Druck führt dich vom Ergebnis weg. Also das ist, als Partner glaube ich, manchmal sehr, sehr, sehr schwer auszuhalten. Weil man will ja das Beste und es müsste doch und dann könnte noch mehr und dann ist noch mal und was nicht alles. Man will das Beste, aber der Druck schafft es nicht. Und da sozusagen, es ist kontraintuitiv. Aber ihn wirklich wegzulassen, hilft dem Prozess. Etwas ganz anderes, was auch noch super entscheidend ist, glaube ich, es nicht persönlich zu nehmen. Weil Romy hat doch, also ist nicht nur gut mit mir umgegangen, sagen wir mal sehr vorsichtig. Und mir war unbewusst wahrscheinlich klar, das ist nicht Romy. Das ist nicht.
Romy
00:26:48
Also es war schon ich, aber es war nicht gegen dich. Also ich habe viele Sachen auch gemacht. Ich dachte, also auch die Sachen mit meinem Ex. Ich meine, das war halt für mich. Und ich habe viele Dinge auch in der Recovery, ich habe sie für mich gemacht, aber wenn das manchmal negative Konsequenzen hatte, beziehungsweise manchmal auch so aussieht, hey, jetzt habe ich versucht, dir zu helfen, jetzt macht sie das trotzdem nicht. Aber er hat es nicht persönlich genommen.
Markus
00:27:06
Ja, das war halt einfach gegen dich. Das hat nichts mit mir zu tun. Letztendlich einfach nichts mit mir zu tun. Auch wenn sie es manchmal so anfühlen, wenn man so denken könnte, nein, es ist ein Kampf, den Romy mit ihrer Essstörung geführt hat. Und das ist nicht mein Kampf. Wenn ich mich in den Kampf reinbegebe und dann auch noch reinstürze, das wird ein Gemetzel, das wird nicht gut.
Romy
00:27:23
Na ja, und es war ja auch kein Kampf, weil du gerade sagst, auch mit der Essstörung. Letztendlich war es ja auch nicht ein Kampf von mir und was Äußerem, sondern wirklich nur mit mir und in mir, nämlich mit meinen beiden Anteilen.
Markus
00:27:33
Genau. Und deswegen war für mich der Punkt, ich darf es nicht persönlich nehmen. Es ist Romy's Aufgabe und alles, was ist, hat nicht direkt etwas mit mir zu tun. Und was ich glaube, auch was wichtig ist, als Partner hast du die Chance, wirklich einen sicheren Raum umzuschaffen. Und einen sicheren Raum, wo in dem Fall Romy einfach sich sicher fühlen kann. Und das Beste dafür ist, dass man selbst in sich sicher ist. Das ist jetzt wieder so einfach gesagt, es ist auch nicht so ganz so einfach, gebe ich zu. Aber es ist trotzdem das Beste, wenn man selbst in sich sicher ist, dann hat man viel leichter die Chance, dem Partner in den Raum zu gehen, wo sich der Partner sicher fühlen kann, weil die ganze Situation mit Essstörung ist sowieso schon unsicher genug. Wenn dann noch ein Partner ist, der einen unsicheren Raum schafft, entsteht noch mehr Unsicherheit und das hilft halt einfach nicht. Also deswegen ist es aber gut, eine gute Beziehung zu sich zu haben, zu eigenen Körper, eine gute Beziehung zum Essen zu zeigen und als Partner kann ich ein Vorbild sein. Ja, und dann haben wir vorhin schon gesagt, letztendlich, wir wissen nicht, wie lange es dauert. Es dauert, bis es dauert. Und das heißt geduldig sein. Recovery ist manchmal echt ein Chaos, es ist kein linearer Prozess. Es geht vor, zurück, vor, zurück, es geht auf und ab, es wird es immer wieder geben und das ist völlig okay. Also es ist einfach wirklich im tiefen Inneren zu akzeptieren, dass der verdammte Prozess eben nicht linear ist, dass er nicht immer nur bergauf geht. Nee, tut er nicht. Würde er nicht tun. Da kommt mein Lieblingswort, Geduld. Ach gut, also ich kenne auch das Wort irgendwie, ich habe es extra aufgeschrieben, dass wir es hier hinschreiben können, erwähnen können. Es ist mir schwer gefallen, muss ich wirklich sagen, aber letztendlich, das Vertrauen, was ich hatte, dass es gut wird, hat mir geholfen, dass ich geduldig sein konnte. Und meine Aufgabe war letztendlich immer, dass ich mich um mich selbst kümmere. Das habe ich ja erzählt, auch mit der Nahrungsregel, die ich dann genommen habe und mich auch gekümmert musste, als Romy auch raus war.
Romy
00:29:20
Das war ein sehr gutes Vorbild, da habe ich dann auch mit angefangen in meiner Recovery, weil ich dachte, jetzt macht der was für sich.
Markus
00:29:25
Ja, das war wirklich gut. Also indem ich mich um mich gekümmert habe, habe ich erst mal geschafft, dass ich sozusagen nicht Romy auch um mich kümmern musste. Das war völlig unmöglich gewesen. Und mir hatte genug mit sich zu tun, ich brauche nicht noch einen Partner, um den sich sozusagen in allen Punkten kümmern muss. Sondern das war meine Aufgabe, dass ich mich erst mal in einen guten Zustand bringe und dann, ja, dann kann alles andere kommen. Ja. Und auch, ich glaube, die ganz beliebte Sache ist, das ist mir im Nachhinein erst viel klarer geworden, aber was ich halt nie gemacht habe, ich habe Romy's Essen und Körper nicht kommentiert. Also, an der Stelle habe ich heute noch mal gelernt, dass es noch wirklich gar nicht zu kommentieren. Also einfach eine Klappe halten. Also auch nichts Positives. Nichts Positives, nichts Negatives, gar nichts. Also, egal wie gut es meint, egal was du dir dabei denkst, egal was du glaubst, was helfen könnte, lass es einfach. Sag einfach nichts. Das ist so verrückt, aber weil die Gefahr, dass es nach hinten losgeht, ist so riesig und du hast keine Ahnung, wie es ankommt, was es braucht. Einfach weglassen.
Romy
00:30:27
Es sei denn, so eine Ausnahme war vielleicht, wenn ich eine Challenge wirklich gemacht habe und das auch als solche benannt habe. Dann fand ich es schon auch gut, wenn dann auch eine Anerkennung kam.
Markus
00:30:34
Ich habe gesehen, es war jetzt
Romy
00:30:35
schwer für dich. Super, dass du es trotzdem gemacht hast. Also so auf der Ebene, aber jetzt nicht, was hast du gegessen, wie viel hast du gegessen oder dein Körper, du siehst aber gut aus oder du siehst ja gesund aus oder du siehst ja besser aus. Ich werde fett.
Markus
00:30:48
Ja, und das ist, also wenn Romy natürlich sich sagt, ich mache das jetzt und das wertzuschätzen, wenn es erreicht ist, das ist okay. Aber nicht von sich aus irgendeine Gedanken darüber einfach nichts sagen. Und ich glaube wirklich, diese wertschätzende Kommunikation ist das auch. Also dann frage ich lieber, wo kann ich dich unterstützen? Und wenn da gerade nichts kommt, dann ist es auch in Ordnung. Also immer das offene Ohr zu haben und einfach zu fragen, weil wir als Partner wissen nicht, was die Person gerade braucht. Manchmal weiß es, oder sogar oft vielleicht gerade selbst im Moment nicht. Nein.
Romy
00:31:18
Das ist ja auch etwas, was wir jetzt wieder entdecken. Was sind denn wirklich auch die Bedürfnisse?
Markus
00:31:22
Und dann immer wieder ganz fein reinzuräuchten. Was sind die Bedürfnisse? Wie kann ich die erfüllen? Wie kann sie sich selbst erfüllen? Wie kann ich einfach den Schritt zur Seite gehen, damit ich nicht im Weg stehe? Das ist auch schon manchmal viel wert. Es sind ganz, ganz, ganz, ganz vielen kleinen Dinge, die es letztendlich immer wieder ein Stück erleichtern. Weil Recovery ist nicht so, dass man macht das jetzt und plötzlich ist alles da. Sonst ist es wirklich ein Weg. Und was mir immer wieder geholfen hat und das, glaube ich, war der eigentliche Kernpunkt, um das alles auch zu schaffen, weil ich sage nicht, dass es immer leicht ist. Das ist es nicht. Auch als Partner nicht. Aber was mir immer geholfen hat, ich weiß oder wusste damals schon, dass alles im Vergleich zu dem, was damals war, was entsteht, im Paradies ist. Es wird so viel besser als vorher und ich hatte nicht einen Hauch einer Ahnung, wie gut es wird. Also ich glaube, hätte ich nur eine Ahnung gehabt, was es heute ist, was wir heute haben, hätte ich nur einen Hauch einer Ahnung gehabt.
Romy
00:32:17
Dann hätte ich es ja gleich gemacht.
Markus
00:32:21
Hätte ich wahrscheinlich als Partner trotzdem nicht zaubern können, obwohl ich gerne gewollt hätte. Aber dann hätte ich die Zuversicht noch deutlicher gehabt, noch klarer gehabt und ich glaube, die kann man haben, weil für mich gibt es überhaupt keine Idee davon, dass es schlechter werden könnte. Wenn jemand rekamert, es wird das Leben ein Paradies zu all dem, was vorher ist und das ist es einfach absolut wert.
Romy
00:32:42
Ja, das hast du schön gesagt. Was würdest du denn sagen, weil es ist jetzt trotzdem eine lange Zeit, auch wenn wir eigentlich so wirklich aktiv zusammen, weiß ich nicht, vielleicht höchstens die Hälfte davon waren, aber wir kennen uns ja jetzt wirklich schon seit 2010. Wie würdest du denn sagen, hat sich die Beziehung, also sowohl als Freunde, als auch als Partner durch meine Recovery verändert?
Markus
00:33:01
Ich würde sagen, es ist nichts mehr wie vorher. Oder? Gott sei Dank. Gott sei Dank. Also wir kennen uns ja seit 2010 und es ist wirklich schon eine krasse Zeit, weil wir haben letztendlich zehn Jahre miteinander verbracht, die voll in der Essstörung waren, ohne dass das nach außen normalen klar war oder dass es überhaupt mir klar war oder dir klar war.
Romy
00:33:22
Ein Thema war überhaupt, also offen ausgesprochen.
Markus
00:33:24
Ausgesprochen. Also im Nachhinein wissen wir, es war eine Essstörung und es waren verschiedenste Facetten der Essstörung, aber ich habe es in den ersten Jahren gar nicht so gewusst oder das war ja auch nicht sichtbar in dem Moment. Und ich glaube, wir hatten wirklich auch viele, viele gute Zeit, aber es waren jetzt wirklich frei, nie wirklich unbeschwert. Es gab immer etwas drüber, was unausgesprochen, aber gefühlt da war, was man merkte so, also das ist es noch nicht, das was möglich ist. Und es gab auch streckenweise Phasen, die wirklich mehr vom Überleben als vom Leben geprägt waren. Also gerade in China oder auch so bestimmte Phasen mit einem Ex davor oder die Gerichtsverhandlung oder alles solche Sachen, wo ich denke so, ach das waren Phasen, die waren wirklich mehr vom, wie überstehen wir das, geprägt. Und zwar für uns beide, auf jeden eine ganz andere Art.
Romy
00:34:15
Und oft auch einzeln überhaupt erstmal und nicht mal nur zusammen.
Markus
00:34:17
Ja, also einzeln für jeden von uns definitiv und für uns beide. Und gleichzeitig gab es auch immer wieder, das ist glaube ich auch, sonst gilt es nicht, funktionieren viele gute Momente dazwischen. Wir haben Ausdruckurlaube gemacht, viel erlebt und so weiter, aber es ist natürlich nie das gewesen, wie das, was jetzt die letzten sechs Jahre entstanden ist, nach der Recovery.
Romy
00:34:36
Es fing mit der Recovery an, aber wirklich so die letzten sechs, sieben Jahre?
Markus
00:34:40
Ja, also mit der Recovery an, fing alles an, wirklich sich zu ändern. Also ich kann nur sagen, das Leben hat sich einmal komplett umgekrempelt. Man kann so das gar nicht alles benennen, weil das sind noch zwei Trottkastfolgen extra. Aber nur mal, dass man so eine Idee hat. Also Omi hat sich selbstständig gemacht, um es überlegen, aus der sicheren Anstellung der Erzieherin.
Romy
00:34:59
Ich hätte ja nie gedacht, dass diese Unsicherheit, Selbstständigkeit, oh mein Gott.
Markus
00:35:02
Also es war, also ich glaube, die ersten zehn Jahre war sowas, wo ich das Rumi sagte.
Romy
00:35:07
Ich habe mal die Idee gehabt, dass
Markus
00:35:08
sowas gibt, wusste ich nicht mal. Rumi hätte mir mal wieder den Vogel gezeigt. Zu Recht damals. Und heute arbeiten wir beide komplett ortsunabhängig. Gott sei Dank, da können wir reisen, was ich ja wollte. Ja, da kann man das uns erfüllen, was wir beide wollen. Wir haben ein paar Firmen im In- und Ausland gegründet. Wir haben unser Einkommen verzehnfacht. Auch das, weil gefangen zu sein im Mangel macht auch kein gutes Einkommen. Wir haben die Freiheit gewonnen. Wir können manchmal auskosten, was wir sozusagen ein halbes Jahr im Jahr etwa, ein halbes Jahr im Jahr im Ausland verbringen können. Und zwar dort, wo wir wollen, wo es warm ist, wo es schön ist, wo was. Wir haben mehr aus der Welt erlebt und erlebt, miteinander erlebt, als die meisten ihr ganzes Leben lang erleben. Also jetzt schon. Und wir haben vor, dass es aufhört. Und wir sind auch als Paar, glaube ich, wirklich noch mehr zusammengewachsen und noch mehr gewachsen auch. Jeder für sich. Das ist immer wieder auch ein Prozess. Also es ist immer auch ein Stück gewachsen, tagtäglich. Und manchmal braucht es auch Unterstützung von außen. Das hört nicht auf.
Romy
00:36:10
Naja. Naja, weil es letzten Endes auch, und das ist ja auch was, es ist auch nicht so, dass diese Reise auf einer Ebene jetzt zu Ende wäre, weil wir auch merken, dass es Spuren hinterlassen hat. Und da auch merken, okay, es war jetzt viele Jahre wirklich schon gut. Und auch da zu sagen, okay, aber hier ist nochmal eine Stufe, wo wir uns vielleicht auch als Paar nochmal unterstützen können. Weil das habe ich ja damals alles alleine gemacht. Und das hat dich aber auch beeinflusst. Und letzten Endes trotzdem die Beziehung, sodass es da auch in die nächste Ebene nochmal gehen darf, um einfach auch das, was ja wirklich krass ist, wenn man das so geballt hört, einfach auch nochmal aufzuarbeiten.
Markus
00:36:42
Ja, und Rumi ist definitiv nicht mal die gleiche wie damals.
Romy
00:36:45
Gott sei Dank.
Markus
00:36:45
Gott sei Dank.
Romy
00:36:46
Ich mochte die nicht.
Markus
00:36:48
Und du hast ganz, ganz, ganz viel Ruhe in dir gefunden. Also auch, wenn es zu Hause manchmal stressig ist und allem, das ist es natürlich auch bei uns, aber wirklich die Ruhe in sich zu haben, ist, glaube ich, schon ein Unterschied. Und Rumi, du gehst wirklich viel, viel, viel Liebe voller mit dir um. Also mit dir, deinem Körper, deinem Leben, allem. Und das ist natürlich das, was ich auch gut finde. Ich bin liebe voller mit mir um.
Romy
00:37:10
Jetzt kann ich es ja auch endlich. Ich wollte ja, aber ich konnte nicht.
Markus
00:37:14
Und das jetzt zu erleben und anzunehmen, das ist einfach schön. Das ist einfach schön. Und dieses Lebensbejahen, also es ist letztendlich genau der Kontrast von, ich darf nicht leben, so. Ja, Leben ist geil. Mehr leben. Mehr leben, mehr erleben, mehr machen, mehr. Und auch manchmal so ganz praktische Dinge. Also wir haben heute zehn Minuten zum Einkaufen. Wir teilen uns am Angang des Lades auf. Du holst das, du holst das. Und wir schnappen das. Und hast du das noch und die Liste wird abgearbeitet. Während früher wir wirklich in irgendeinen Lebensmittelladen gegangen sind und da drei Stunden gebraucht haben.
Romy
00:37:47
Einen Biomarkt, bitte.
Markus
00:37:48
Einen bio, selbstverständlich Biomarkt, optimal, günstig, Bio, was auch immer. Jedes Fläschchen, jedes Tütchen wurde umgedreht, beudachtet. Welche Zutaten sind drin? Ist das auch richtig? Und brauche ich das?
Romy
00:37:59
Also ist Markus da nicht im Stehen eingeschlafen? Das wundert mich.
Markus
00:38:02
Ja, ich weiß nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, wir haben unseren Lebensmittelpunkt in den Biomarkt verlegt. Natürlich nicht, um das alles zu kaufen. Das war klar. Aber das ist zum Glück vorbei. Aber ich muss auch so zugeben, es gibt auch kleine Nachteile, weil früher wusste natürlich, Romy, aufs Gramm genau, was im Kühlschrank alles ist, mit welchen Ablaufdaten, mit welchem Wasser auch immer.
Romy
00:38:21
Haben wir noch? Tralala. Ich so, keine Ahnung.
Markus
00:38:24
Ich so, haben wir noch was zu essen, Romy? Keine Ahnung. Haben wir noch was zu essen im Kühlschrank? Keine Ahnung.
Romy
00:38:28
Warte ich nicht.
Markus
00:38:29
Guck halt rein. Ich muss also hier selber in den Kühlschrank schauen, weil ich wissen will, ob es was zu essen gibt. So ein Mist aber auch. Ja, aber das ist kein, ja, ihr ahnt, das ist kein Nachteil, der hat die Vorteile auf, wegen Butter. Und ja, Essen, auch wir essen heute noch und wieder. Man glaubt es kaum. Nee, aber Essen hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Also uns macht beiden Essen spart. Ich habe von Romy gelernt, wirklich auch Essen zu genießen. Das ist total strange, aber es ist wirklich ein Unterschied. Auch gutes Essen, noch mehr Schätze gelernt. Und es ist eine totale Nebensache. Gleichwohl freuen wir uns einfach immer wieder, wenn wir gut essen dürfen und was wir immer für gut finden und wie wir es gut finden und abwechslungsreich. Alle Kulturen, also gerade wenn wir in Dubai sind, essen wir, essen aus dem Leben völlig andere Länder, andere Kulturen, andere Dinge, die wir nicht aussprechen können und wir keine Ahnung haben, was kommt. Das ist so schön, dass es einfach sein darf. Das ist wirklich, das ist auch ein Stück erleben. Essen macht jetzt einen richtig positiven Teil unseres Lebens aus, aber bringt es nicht mehr.
Romy
00:39:35
Manchmal nervt es auch, aber schön wird es dann trotzdem.
Markus
00:39:39
Und was für mich auch wirklich gut ist, ich muss mir keine Sorgen mehr um Romy machen. Ich muss mir einfach keine Sorgen machen. Ich muss mich nicht kümmern, keine Sorgen machen, es ist alles gut. Und das ist so, das schafft uns eben die Beziehung auf Augenhöhe, weil ich weiß, Romy macht das, ich mache mein Ding und wir sind auf Augenhöhe, können uns begegnen. Ich muss sie nicht retten, ich muss nichts tun. Ich darf einfach zuschauen und miterleben und manchmal bei manchen Sachen dabei sein und das macht einfach viel, viel mehr Spaß. Und was ich auch geändert habe, also früher sind andere, weil ich immer Männer glaube ich, die sagen, du hast doch mal eine schlanke Freundin oder ich hätte gesagt, ja, ich habe eine dürre Freundin, weil schlank war nicht mehr. Charming. Es zieht aber Romy eine Schnute, ja, aber es war ja wirklich, es sah ja schlimm aus. Also es war wirklich einfach schlimm. Aber das Schande ist, heute kommen auch andere zu mir und sagen, ich hast du eine attraktive Freundin und die meinen damit aber Romy im Ganzen. Die meinen damit nicht ihr Aussicht, sondern Romy im Ganzen und sagen das auch. Und das ist halt schon, also andere Menschen merken es auch, bin mir ganz sicher. Ja, und das ist so, wir machen jetzt halt auch viel mehr gemeinsam, weil damals haben wir, ja, habe ich sozusagen mich dem gefühlt, was Romy mit ihrer Essstörung hat, ins Leben gebracht, mehr oder weniger auf einer Ebene. Und heute machen wir es aber gemeinsam, wir entscheiden auch gemeinsam, wir gestalten gemeinsam, wir überlegen, was uns beiden Freude macht und ab und zu mal überrede ich sie zu Dingen, wie zum Beispiel, dass sie tauchen gehen darf.
Romy
00:41:08
Du wolltest mich schon immer mal ertränken, rückwärts vom Boot.
Markus
00:41:12
Aber das war auch ein tolles Erlebnis, oder?
Romy
00:41:13
Ja, das war schön, aber oh Gott.
Markus
00:41:15
Ja, also manchmal stretchen wir uns auch unsere...
Romy
00:41:19
Manchmal verbuchst du dich und schickst mir auf Glasböden mit Höhenangst, oder dass ich die jetzt auch überwinden durfte.
Markus
00:41:23
Das haben wir auch, ja, so die Dinge passieren halt manchmal, ne? Mhm. Ja, und es ist halt wirklich jeder Einzelne für uns und als Paar so gewachsen, dass wir frei sind zu leben, worauf wir wirklich Lust haben. Nein, nicht immer alles, weil die Steuererklärung muss ich auch machen, wenn ich keine Lust habe, das gebe ich zu. Aber es geht ja so um das große Ganze, die muss ich auch um eine Ersteuerung hatte. Das hilft nichts, die verschwindet nicht. Das ist der Nachteil, ne? Also da hilft es nichts, da machen wir was will. Aber alle anderen Dinge des Lebens, ne? Und dazu natürlich haben wir jetzt uns einen Status geschaffen, wo wir, wo dazu gehört, dass wir andere Menschen zu einem solchen Leben begleiten können. Und das finde ich halt total spannend, weil jetzt Leidenschaft Menschen wachsen zu sehen, Teil mal als Paar.
Romy
00:42:09
Ja.
Markus
00:42:11
Ja. Und ich finde es so in jedem Moment, das bewegt mich. Ja, ich finde es in jedem Moment, wie Romy den Frauen hilft, wirklich selber frei zu werden, wie ich das miterleben darf, wie so viele Frauen, die durch Romy begleitet sind, auch das Leben für sich finden, was Romy gefunden hat. Das ist einfach schön zu erleben und das ist auch, also auch allein das ist es schon wert. Und ich habe den Vorteil, ich kann mich dann, wenn die Frauen in dem Prozent ums Business kümmern, so dass sie sich ihr Traumleben auch im Business aufbauen können, dass da auch da ergänzt man.
Romy
00:42:46
Das hat er ja bei mir gemacht. Also ich sage mal, ohne Markus hätte ich mich nicht selbstständig gemacht, weil ich überhaupt keine Ahnung gehabt hätte, wie das funktioniert, aber gerade auch für Gründerinnen oder die sagen so, hey, ich will da irgendwie noch was anderes, weil es können ja auch durch die Recovery ja völlig neue Wünsche auch fürs Leben entstehen, unter anderem vielleicht ein Jobwechsel oder vielleicht auch eine Selbstständigkeit oder Network oder keine Ahnung was, was eben noch mehr Freiheit schafft, weil Recovery ist so der erste Schritt in die Freiheit auch mit sich selber und ja, dann eben auch diese Business-Freiheit, auch zu sagen so, hey, ich habe jetzt dieses freie Leben oder ich konnte nicht mehr in diesem Mangelumfeld von der Kita bleiben, wo immer irgendwie Mangel war und die Möglichkeit da auch zu haben und eben durch dich auch da alles an die Hand gekriegt zu haben, dass ich mir das auch aufbauen konnte und wir uns jetzt letzten Endes das auch aufbauen konnten, ist natürlich unglaublich wertvoll.
Markus
00:43:28
Also da ist es natürlich auch einfach super gut gefügt, dass ich genau diese Dinge, Themen als Coach machen konnte, dass du in die Selbstständigkeit gehen kannst und jetzt so erfolgreich damit bist, ausgebucht bist, und ja, das ist natürlich eine geniale Kombination und ich liebe das, was wir uns so gesagt geschaffen haben.
Romy
00:43:45
Ja, knutsch. Das muss jetzt sein. Mensch, hast du voll schön gesagt. Mein Gott, oh Gott, das war heute wirklich viel. Ja, aber mir ist es auch
Markus
00:43:57
warm.
Romy
00:43:58
Aber um mit dieser Folge und damit auch mit unserer persönlichen Geschichte vielleicht auch zum Abschluss zu kommen, möchte ich euch auch nochmal ganz kurz ein paar Punkte mitgeben, die eben wirklich wichtig sind und neben den ganz vielen, die wir eben ja doch bereits benannt haben, weil, was glaube ich klar geworden ist, ist Recovery ist immer herausfordernd, egal ob allein oder mit Partner, weil das höre ich auch ganz oft. Manche denken, ja, mit einem Partner wäre es ja leichter, aber ganz ehrlich, das kann ich jetzt auch aus persönlicher Erfahrung sagen, es kann auch genau das Gegenteil der Fall sein. Also, ob du einen Partner hast oder nicht, lass dich davon nicht aufhalten, weil beides kann schwer sein, beides kann aber auch leicht sein oder leicht her. Ja, wie gesagt, ganz leicht ist es ja nie, aber ja. Das erhöht sich immer. Das definitiv. Und gleichzeitig ist natürlich auch, das kann man nicht leugnen, ein unterstützender Partner einfach eine riesen Ressource. Aber ganz wichtig, Recovery ist immer deine Reise, wenn du von einer Essstörung betroffen bist und du entscheidest das Tempo, du entscheidest, wer oder was dich unterstützen darf und was dir hilft und was eben aber auch nicht, weil nur das, was mir geholfen hat, muss auch nicht dir unbedingt helfen und du darfst es selber auch rausfinden. Und wie gesagt, dein Partner kann immer unterstützen, kann begleiten, kann Mut machen, aber er kann nicht für dich recoveren. Wenn das, also Markus hätte das gemacht, wenn er gekonnt hätte.
Markus
00:45:15
Ich hätte alles getan, wenn ich es nur gekonnt hätte. Ich hätte auch für Romy gegessen, wenn ich es nur gekonnt hätte.
Romy
00:45:20
Das hat doch immer gesagt, ich kann leider nicht für dich
Markus
00:45:22
essen. Ich kann nicht für dich essen. Das ist wirklich, auch im Nachhinein nochmal betrachtet, ich habe, was ich alles probiert habe in der Zeit, bis Romy die Entscheidung getroffen hat. Ich hätte auch abspringen können, ich hätte im Dreieck tanzen können. Es ist wirklich, es ist völlig aussichtslos, wenn du als Partner es für, also ich hätte es nicht für Romy tun können. Ich hatte, egal was ich gemacht habe, es hat nicht geändert, es hat im Zweifelsfall sogar geschadet. Das heißt, an der Stelle, als Romy die Entscheidung getroffen hatte, diesen Moment, das war der entscheidende Punkt, wo ich auch wirklich mit meinem Sein unterstützend sein konnte. Aber halt unterstützend. Romy musste es tun, ich konnte unterstützend sein. Das auch zu akzeptieren, weil du die Entscheidung triffst. Es ist alles möglich. Wenn du die Entscheidung nicht getroffen hast, kann dein Partner, also ich bin... Sie auf den Kopf stellen. Ich glaube, ich bin auf und abgetan. Ich habe wirklich alles, was mir... Und ich bin als Coach und Psychologie studiert und allem. Ich habe alle Hintergründe. Ich habe gedacht, ich muss doch das wissen und können und was auch immer. Und es geht einfach nicht.
Romy
00:46:21
Ja. Deswegen, also wirklich auch die beste Unterstützung, auch als Partner, ist wirklich einfach da zu sein, nicht drängen und nicht kontrollieren. Du kannst diesen sicheren Raum schaffen, weil, wie gesagt, die Recovery an sich ist ja schon zutiefst unsicher, weil deine ganzen Bewältigungsstrategien wegfallen und du unsicher bist auch, wie läuft es mit dem Partner? Mag der mich dann noch? Mag der meinen Körper? Wie gesagt, dazu mehr und nochmal in der nächsten Folge. Und ja, auch für dich als Partner. Wie gesagt, ob deine Partnerin recovert, ist alleine ihre Entscheidung. Und wenn sie diese nicht trifft, dann kannst du nichts machen, außer da sein. Und das ist halt auch der Punkt für dich selbst entscheiden, ob du dein Leben so führen möchtest oder nicht. Ich hatte auf der Ebene Glück, dass Markus gesagt hat, nee, ich gebe da nicht auf und ich bleibe. Ich weiß nicht, ob das ewig gemacht hätte. Ist jetzt auch rückblickend wirklich schwer zu sagen, aber auch als Partner kann man natürlich entscheiden, weil es ist einfach eine Einschränkung für beide. Will ich das weiterführen so oder eben auch nicht? Und was manchmal auch, ja, dieser Punkt auch manchmal ist oder eine Angst ja auch oder was, was sich Betroffene selber auch vorwerfen ist, dass es ihre Schuld ist, dass sie eine Essstörung entwickelt haben. Aber nein, ist es nicht. Also auch wenn deine Partnerin eine Essstörung hat, es ist nicht ihre Schuld, dass sie die Essstörung entwickelt hat. Das sucht sich niemand aus. Es ist eine Bewältigungsstrategie, aber was es eben ist, ist ihre Verantwortung, sich daraus zu halten. Mit allem an Unterstützung, was sie kriegen kann, aber es ist nicht deine als Partner. Und wenn sie dann aber diese Entscheidung trifft, dann sei für sie da. Gib ihr die Zeit, lass sie stolpern, auch mal Rückschritte machen. Ich sage immer, wir nehmen nochmal Anlauf. All das gehört dazu und bedeutet nicht, dass sie nicht recovern will, sondern dass sie einfach noch Dinge lernen darf, Dinge loslassen darf und dabei gehört Stolpern einfach auch dazu. Wie sage ich immer so schön, auch mit Stolpern kommt man voran, nur etwas uneleganter. Und als Partner ist es einfach unglaublich wichtig, dass du wirklich auch gut auf dich selber aufpasst und dich gut um dich kümmerst und vorlebst, was eine gesunde Beziehung mit sich selbst ist, wie das aussieht.
Markus
00:48:14
So wichtiger Punkt.
Romy
00:48:15
Ja, weil dieses Nicht-Vorbild zu haben, ich habe ja wie gesagt auch da den Kontrast, das hilft einfach nicht. Und ja, gibt es noch was, wo du sagst, Markus, vielleicht so als letzte Frage, was du mit dem Wissen von heute damals anders gemacht hättest?
Markus
00:48:28
Das ist eine sehr spannende Frage, weil heute habe ich natürlich fünf, sechs Jahre später, wo Romy noch zwei, drei Ausbildungen zum Thema Recovery gemacht hat und das Taktik, ich mache nicht, dass ich ganz anderes erlebe, habe ich so viel mehr Wissen als damals. Und wahrscheinlich mehr Wissen, als die meisten Partner jemals haben werden, weil sie keine Recovery-Controller-Seite haben. Aber was ich damals gemacht hätte, ist, ich hätte sofort jemanden Externes gesucht, der auf das Thema spezialisiert ist. Also wir haben ja damals schon immer geguckt, den könnte man fragen und so weiter. Es gab damals, und damals ist sechs Jahre her, niemand deutschsprachigen, den ich gefunden hatte und wo ich dachte, sozusagen vom Fachwissen und von allem anderen, der Person, die das zugetraut hätte, wirklich was zu tun. Also zum Glück ist das heute wirklich anders, weil jetzt kannst du wirklich die Person zur Rumi schicken und kannst dir diese Unterstützung auch gönnen. Und ich glaube, das macht den Unterschied, weil du kannst als Partner das niemals ersetzen. Du hast einfach keine Chance. Selbst wenn du alles weißt. Selbst wenn du alles weißt. Also du hast weder deine Aufgabe noch deine Chance. Also dann herstelle, ich hätte mir jemanden Externes gesucht, der darauf spezialisiert ist, ich hätte das Konto leer geräumt, es wäre völlig egal. Weil das, was man gewinnt, ist so viel größer als das, was man verliert oder an Zeit verliert, wenn man es nicht tut.
Romy
00:49:46
Und an Lebensqualität.
Markus
00:49:47
Und an Lebensqualität. Und was ich als Partner gemacht hätte, ich hätte mir diese oder eine andere Person auch gewünscht, die mir als Partner hilft, vielleicht Dinge zu verstehen, die mich ein bisschen begleitet, die mir sagt, was kann ich tun, was kann ich lassen. Weil an der Stelle, ich musste ja auch alles selber ausprobieren und gucken und sehen, mir konnte es niemand sagen, wie ich mich hätte gut verhalten können oder nicht oder sowas. Eine Podcast-Folge wie heute gab es damals nicht oder ich kannte sie nicht. Das hätte mir auf alle Fälle auch sehr geholfen. Und ich glaube wirklich, sich jemanden zu holen, der das unterstützt, das beschleunigt den Weg so unglaublich. Das ist das, was ich getan hätte.
Romy
00:50:26
Ja. Und wie gesagt, du hast ja sogar, die Intuition war ja auch da, das zu tun und du hast sogar jemanden gesucht und letzten Endes, und wir haben es ja vorher noch gehört, es war der erste entscheidende Schritt wirklich, um diese Zunge auf der Waage in die richtige Richtung zu stupsen. Das heißt, du hast es schon getan, nach dem bestmöglichen Wissen, was
Markus
00:50:43
du damals hattest. Was halt damals möglich war. Ich habe Ominikos-Ausbildung geschickt, habe den Kursprung gesorgt und alles so, aber das war halt letztendlich im Vergleich zu dem, was heute möglich ist, recht wenig. Ja. Aber es war wichtig.
Romy
00:50:54
Ja. Also, lange Folge, ich glaube, wir haben einen Rekord.
Markus
00:50:59
Definitiv.
Romy
00:50:59
Ich hoffe, du und ihr vielleicht auch als Paar, wenn ihr das gemeinsam gehört habt, konntet euch ganz, ganz viel aus unserer Geschichte schon mitnehmen. Ich weiß, dass Erststörungen unglaublich vielfältig sind und dass wir sicherlich nicht alle Fragen hier schon beantwortet haben, falls ihr euch selber schon welche gestellt habt. Deswegen, wir werden auf jeden Fall auch noch eine oder vielleicht sogar mehrere Laufe der Zeit und des Podcasts Q&A-Folgen auch dazu machen. Das heißt, auch immer wieder gemeinsame Folgen auch mit Markus, weil wir einfach als Paar auch inzwischen einen anderen Blick darauf haben und eben auch die Erfahrung. Deswegen, wenn ihr noch Fragen habt, schickt die mir super gern über meine E-Mail oder über Instagram. Wie gesagt, alle Daten findet ihr auch in den Shownotes zu und dann beantworten wir die super gerne dann auch in unserem nächsten Q&A-Call oder in einem der folgenden auf jeden Fall. Also, wir wünschen euch als Paar, wenn ihr es als Paar gehört habt, ganz viel Kraft für diesen Prozess und bleibt gemeinsam dran. Es lohnt sich so, so sehr. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensfongliger Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal.

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