Romys Recovery RealiTea

Romy Hörbe

#41 Q&A: Fear Foods, Bauchfett & der innere Saboteur

Eure drängendsten Fragen zu Ängsten und Körperbild ehrlich beantwortet

28.01.2026 55 min

Zusammenfassung & Show Notes

Im zweiten Teil meines Q&A Specials beantworte ich eure Fragen rund um den Kopf: Woher kommt die Angst vor bestimmten Lebensmitteln wirklich, warum landet das Gewicht ausgerechnet am Bauch und wie gehst du mit der Zerrissenheit zwischen weitermachen und zurückgehen um? Und was kannst du tun, wenn der innere Saboteur morgens lauter schreit als alles andere? Ich teile ungeschminkt, was mir selbst geholfen hat – und warum Zurückgehen das Schlimmste wäre, was du jetzt tun könntest. 

Willkommen zum zweiten Teil unseres Q&A-Specials! Nachdem es letzte Woche um euren Körper ging – Hunger, Sättigung und Portionsgrößen – widmen wir uns heute dem Kopf: euren Ängsten, eurem Körperbild und dieser lauten inneren Stimme, die dich morgens schon mit Regeln und Verboten überschüttet. 
 
Ihr habt mir so viele ehrliche, mutige Fragen geschickt. Fragen, die ich selbst jahrelang mit mir herumgetragen habe. Heute beantworte ich vier davon – ungeschminkt und aus meiner eigenen Erfahrung. 
 
Eure Fragen in dieser Episode: 
🎧 „Was mache ich bei Ängsten vor ungesunden Nahrungsmitteln?“ Als jemand, die in ihrer Orthorexie selbst „gesunde“ Lebensmittel nur noch unter bestimmten Bedingungen essen konnte, fühle ich diese Frage sehr. 
🎧 „Overshoot und Körperbild – verändert sich der Körper noch? Und wie halte ich die Zunahme aus? Ich stehe zwischen weiter und zurück weil viel Bauchfett“ Die Zerrissenheit zwischen Weitergehen und Zurückgehen kenne ich so gut. Wir sprechen über die Gefahren des Zurückgehens. 
🎧 „Wie geht man mit Zunahme um, wenn man schon so lange bei dem Gewicht und Körperbild ist?“ Wenn sich dein jetziger Körper „normal“ anfühlt, obwohl er nicht gesund ist – und du dir den anderen gar nicht vorstellen kannst. 
🎧 „Was kann man sich morgens sagen, wenn der Saboteur so stark ist?“ Gerade morgens, wenn wir ausgeruht sind, ist auch diese Stimme im Kopf oft besonders laut. Was kannst du dann tun? 
 
In dieser Episode erfährst du: 
  • Woher die Angst vor bestimmten Lebensmitteln wirklich kommt – und warum es nicht wirklich um ein bestimmtes Lebensmittel geht
  • Was dein Körper dir eigentlich zeigen will, wenn er das Gewicht zuerst am Bauch anlegt
  • Warum Zurückgehen jetzt genau das Falsche wäre – und was stattdessen hilft
  • Wie du mit der kritischen Stimme in deinem Kopf umgehen kannst, ohne sie zu bekämpfen
  • Eine konkrete Frage, die mir geholfen hat, mein Körperbild neu zu betrachten
Diese Episode ist für dich, wenn...
  • du merkst, dass bestimmte Lebensmittel eine übergroße Macht über dich haben
  • du gerade zwischen „weitergehen“ und „zurückgehen“ hin- und hergerissen bist
  • du morgens aufwachst und die kritische Stimme in deinem Kopf lauter ist als alles andere
Erwähnte Ressourcen:

→ Folge 28: „Wenn dein Körper zu viel zunimmt“ (Overshoot-Folge): podcast.romy-hoerbe.de/episode/28-wenn-dein-koerper-zu-viel-zunimmt-overshoot-erklaert
→ Find Your SATT-isfaction Kurs: romy-hoerbe.de/satt-isfaction
→ Re(dis)cover Gruppencoaching – Türen öffnen einmalig dieses Jahr im Frühjahr: romy-hoerbe.de/rediscover
→ Kostenfreier Discovery Call: romy-hoerbe.de/kontakt

Ich freue mich auf deine Nachricht! (Bitte beachte: Sehr individuelle Fragen mit vielen persönlichen Details sind im Coaching besser aufgehoben.)

Hat dir die Folge geholfen? Dann freue ich mich, über deine Unterstützung mit einer 5-Sterne-Bewertung oder teile die Episode mit jemandem, der sie gerade brauchen könnte. 🩷
 

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Über Romy Hörbe - Coach für entspanntes Essverhalten und Körperakzeptanz
Neue Episode jeden Mittwoch um 6 Uhr

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Meine Ausbildungen
  • CCI Certified Eating Disorder Recovery Coach (Carolyn Costin Institute, USA)
  • Zertifizierter Systemischer Coach (Coaching Akademie Weimar-Wiesbaden)
  • Identity Transformation Coach (All In Academy Jackie Sharon Tamblyn)

Dieser Podcast ersetzt keine professionelle therapeutische oder medizinische Betreuung. Bei akuten gesundheitlichen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachpersonen.

Transkript

Hallo und schön, dass du hier bist bei Romy's Recovery Reality. Ich bin Romy Hörbe und nach 20 Jahren Essstörung vollständig recovered. Heute lebe ich mein bestes Leben, ohne Masken, aber mit ganz viel Lebensfreude und Authentizität. Meine Mission ist es, lebenshungrigen Frauen zu helfen, genau das Gleiche zu tun. Dieser Podcast ist für dich, wenn du dir tiefe Transformation statt reiner Symptombekämpfung wünschst. Ich nehme dich mit auf den Weg in die Freiheit und teile ungeschminkt, was mir wirklich geholfen hat. Mit Herz, Klarheit und der Expertise als Deutschlands erster CCI-zertifizierte Recovery Coach. Mach es dir gemütlich mit deinem Lieblingstee und lass uns gemeinsam entdecken, wie viel größer dein Leben jenseits der Essstörung sein kann. Herzlich willkommen zurück zum zweiten Teil unseres Q&A Specials. Letzte Woche haben wir über eure Fragen vor allem den Körper betreffend gesprochen. Also über Hunger, Sättigung, Energiemangel trotz mehr Essen und auch Portionsgrößen und der Verwirrung, die damit so einhergehen kann in der Recovery. Und heute, ich habe es da schon angedeutet, geht es um den Kopf. Also vor allem um Ängste vor bestimmten Nahrungsmitteln, vor der Zunahme. Oder auch, wenn man schon so lange in diesem vertrauten Körper ist und jetzt eben überlegt, ja, wie gehe ich denn jetzt weiter oder gehe ich jetzt überhaupt weiter? Und damit einhergehen natürlich auch Themen rund ums Körperbild, wozu dann auch nochmal der Overshoot hier einen kleinen Punkt bekommen wird. Aber auch Themen wie Zunahme am Bauch sowie ungleiche Gewichtsverteilung. Und um den inneren Saboteur, so habt ihr die Frage gestellt, ich nenne ihn ja gerne den essgestörten Anteil, der ja oft morgens schon schreit, bevor du überhaupt aufgestanden bist. Also, wenn du es dir gemütlich gemacht hast, vielleicht auch einen Tee parat hast, dann lass uns direkt eintauchen. Ja, was mache ich denn bei Ängsten vor ungesunden Nahrungsmitteln, war eine Frage, die ihr mir geschickt habt. Und als eine der wohl wertendsten Personen, was vermeintlich gesunde oder ungesinnte Lebensmittel angeht, während meiner Orthorexie, fühle ich diese Frage sehr. Denn der Punkt ist, das Kernmerkmal einer Essstörung ist die Angst vor bestimmten Lebensmitteln oder auch nicht selten ganzen Lebensmittelgruppen. Also Kohlenhydraten, Fetten und, ja, auch das gibt's, sogar Protein. Also, ich habe wirklich schon alles erlebt. Wobei Proteine wahrscheinlich inzwischen und gerade auch mit dem, ja, dem Marketing der aktuellen Diätgesellschaft für die meisten wahrscheinlich safe sind. Aber auch hier, nein, es gibt auch Angst vor Protein. Und Essstörungen sind auf einer Ebene extrem unlogisch. Und des einen Fair Food ist des anderen Safe Food. Deswegen, ich denke auch immer, wenn jemand sagt, hey, ungesunde Nahrungsmittel, da hat ja schon jeder ein anderes Bild von im Kopf. Und auch ich hatte in meiner Essstörung eine immer länger werdende Liste von angstbesetzten Lebensmitteln, die, wie gesagt, in der Orthorexie dann sogar noch die Zubereitungsart mit eingeschlossen haben. Also überhaupt nicht kompliziert. Und viele meiner damaligen Safe Foods wären für viele meiner Coaches das genaue Gegenteil und natürlich auch andersrum. Und ich lerne auch nach sechs Jahren tagtäglicher Coachingpraxis immer noch neue Lebensmitteln oder Regeln um Lebensmittel kennen, die zeigen, wie kreativ unser Essgestörter Anteil werden kann. Und so wie du, die du die Frage gestellt hast, die Frage gestellt hast, hast auch du eine mentale Liste von erlaubten und verbotenen Lebensmitteln. Und das Wichtigste, was ich zuerst mitgeben möchte, ist, es gibt keine per se ungesunden Lebensmittel. Es gibt nur Lebensmittel, vor denen dein Essgestörter Anteil Angst entwickelt hat. Denn du bist nicht mit Ängsten vor diesen Lebensmitteln auf die Welt gekommen. Aber was es gibt, sind ungesunde Verhaltensweisen mit und rund um Lebensmittel. Und das Vermeiden aufgrund starker Ängste gehört definitiv dazu. Doch woher kommt diese Angst überhaupt? Wahrscheinlich bist du irgendwann mal über eine Aussage gestolpert, die sich eingebrannt hat und von denen unsere Diätkultur ja leider eine Menge Auflage hat. Und je nachdem wie alt du bist, gab es auch hier im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte die unterschiedlichsten Trends, was gerade ein gesundes oder ein ungesundes Lebensmittel ist. Ist ja nicht so, dass das gleich bleiben würde. Und die Verteuflung bestimmter Makronährstoffe lässt sich sogar historisch klar verorten, wobei sie weniger auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Durchbrüchen basiert haben, sondern eben eher auch auf politischen Entscheidungen oder auch auf Lobbyinteressen. Was meine ich damit? So wurden zum Beispiel viele Studien von der Zuckerindustrie gefördert, was ganz lange dazu geführt hat, dass Fette als böse und unbedingt zu vermeiden galten und Zucker ganz selbstverständlich als gut. Seit 2010 steht hingegen auch Zucker stark in der Kritik, was zu einem wieder neuen Trend, also wie gesagt, ihr merkt schon, es verschiebt sich, immer wieder zu einem neuen Trend geführt hat. Also wenn Zucker in der Kritik steht, dann sind eben auf einmal Zuckerersatzstoffe ganz groß geworden. Und wie gesagt, also diese Betrachtung auch erstmal nur auf das, was macht jetzt Angst oder was ist jetzt gesund oder ungesund, die ist auch viel zu einseitig. Denn wer, oder ich sag mal so, dieser Punkt ist, dass wir es ja schaffen, neben so allgemeinen Nachrichten oder Botschaften, die man in der Gesellschaft so mitbekommt, daraus direkt ein Regelwerk zu spinnen. Und wenn wir anfällig für Regeln sind, um uns ein Gefühl von Sicherheit zu geben, deswegen treten Essstörungen übrigens auch sehr häufig gemeinsam mit Zwangserkrankungen auf, dann kommen uns solche Aussagen natürlich sehr absolut vor und führen im Extremfall dazu, dass ganze Nährstoffgruppen vom Speiseplan verschwinden. Aber genau genommen geht es bei diesen Ängsten nicht um einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile, sondern um den Versuch, Kontrolle und Sicherheit herzustellen, die dir irgendwo an anderer Stelle fehlen. Und dann fangen wir an, im Außen nach Kontrolle zu suchen und nach etwas, was uns Halt gibt. Und was könnten wir jetzt am leichtesten kontrollieren? Ja, natürlich das, was wir essen. Das, was uns in unseren Körper rein- oder rauswandert. Und so ist es nicht selten, dass das Regelwerk mit der Zeit auch immer länger wird. Bei mir hat zum Beispiel am Ende meine Orthoröxie so weit geführt, dass ich selbst von der, in der Gesellschaft als gesund gelabelten Lebensmittel nur noch, oder dass ich die nur noch unter bestimmten Bedingungen essen konnte, zum Beispiel, wenn die eingeweicht waren oder keine Ahnung was. Bei mir, dass sonst auch nicht gesund genug vorkam. Oder in den gesunden Lebensmitteln angeblich auch wieder was drin war, was ja ungesund ist. Also du kannst es auf einer Ebene nicht richtig machen. Und im Versuch, mehr Sicherheit, mehr Kontrolle zu erreichen, wird das Regelwerk eben, ja, irgendwann so lang wie eine Klopapierrolle. Und bei mir hat es dazu geführt, dass ich ja letztendlich, obwohl ich ja versucht habe und echt dachte, ich mache das im besten Wissen und Gewissen und ich hätte den heiligen Gral damit gefunden, weil ich hatte ja keine, also gerade in meiner Orthoröxie, ich hatte die Essanfälle nicht mehr, ich hatte viele gesunde Alternativen, nicht mehr wirklich das Gefühl, auf was zu verzichten, ich bin die Bulimie losgeworden, ich dachte wirklich, yay, I got it. Und jetzt ernähre ich mich auch noch super gesund, weil yay. Und ich habe ja viele Komplimente auch dafür bekommen. Aber die Wahrheit war, ich bin dabei immer ungesünder geworden. Ich habe meine Kraft, meine Energie, meine Lebensfreude, Beziehungen und am Ende sogar meinen Job verloren. Und das war auch einer der stärksten Beweise, welches ich meinem essgestörten Ich, welches mir immer wieder eingeredet hat, dass ich ungesund werde, wenn ich vermeintlich ungesunde Lebensmittel esse, entgegengesetzt habe. Denn wenn das, was ich beim Versuch, so gesund wie möglich zu essen, wirklich funktioniert hätte, dann wäre ich nicht so krank, wie nie zuvor durch irgendwas anderes in meinem Leben gewesen. Denn ich war faktisch und nachweisbar nicht gesund. Trotz und gerade wegen der gesündesten Lebensmittel, die man theoretisch essen konnte. Und nein, die Lebensmittel waren nicht schuld, sondern wie gesagt, mein Regelwerk und meine Verhaltensmittel drumherum. Deswegen möchte ich dich einladen, auch bei dir mal nachzuprüfen, ob dich deine gesunden Lebensmittel auch wirklich gesund machen. Und zwar auf allen Ebenen. Was meine ich damit? Gesundheit ist nicht nur auf einer Ebene, also nicht nur die körperliche. Aber ja, die körperliche Gesundheit ist ein Punkt. Es gibt aber noch weitere. Was meine ich mit körperlicher Gesundheit? Also bei mir war es zum Beispiel so, dass ich sechs, sieben Jahre keine Periode mehr hatte. Ich habe ständig gefroren. Mein Körper konnte selbst in der Sauna nicht mehr schwitzen. Ich stand total neben mir, konnte mich nicht mehr konzentrieren und hatte keine Kraft mehr zum Schwimmen. Aber auch soziale Gesundheit gehört dazu. Im Sinne von Freundschaften und Beziehungen, die wir führen. Ich hatte so gut wie gar keine mehr, weil mich die Essstörung oder ich mich durch die Essstörung einfach so krass isoliert habe. Und wie steht es um deine mentale Gesundheit? Ich hatte damals diagnostiziert eine mittelschwere Depression, Zwangsgedanken und es ging mir psychisch einfach verdammt schlecht. Aber all diese Punkte, also körperlich, sozial, mental, all diese Punkte gehören zur Gesundheit dazu. Also prüf gern mal für dich, wenn du möchtest, wie sieht es bei dir in jedem einzelnen dieser Bereiche aus? Und das Verrückte ist, heute esse ich ausnahmslos alle Lebensmittel und es geht mir auf allen gesundheitlichen Ebenen so gut wie noch nie zuvor. Heißt, ich habe nach sechs oder sieben Jahren, ich habe irgendwie, ich war so froh, dass die weg war, dass ich nicht angefangen habe zu zählen, wann das war. Ich wundere mich auch, wann es mir überhaupt aufgefallen ist. Egal, auf jeden Fall. Ich habe nach, sagen wir mal, sechs Jahren Periodenverlust meine Periode zurück. Und dann auch noch ohne PMS wie früher. Und bin, wie gesagt, aktuell sogar schwanger, was mit meiner gesunden Ernährung absolut nicht möglich gewesen wäre. Mental geht es mir auch besser als je zuvor. Und ich bin extrem stressresistent geworden. Also damals konnte ich mit Stress überhaupt nicht umgehen. Und auch mein Sozialleben dreht sich heute um schöne gemeinsame Momente und Beziehungen. Und Essen ist einfach nur noch eine nette Nebenrolle. Also ich liebe immer noch gutes Essen. So ist es jetzt nicht. Aber ich würde lieber, weiß ich nicht, mich in irgendeinem abgeranzten, weiß ich nicht, Pub treffen, wo es vielleicht nur eine Currywurst gibt und eine schöne Zeit mit Freunden haben, als in irgendein Gourmet, Drei-Sterne-Restaurant, bla bla, Health-Food-Laden zu gehen. Wir sind teilweise durch ganz Berlin gefahren, um zu bestimmten Health-Food-Spots zu kommen. Also, ja, würde ich heute nicht mehr machen. Und ich habe sogar testbasiert überprüft, wie es meinen Zellen geht. Und bin auch hier im absolut grünen Bereich. Trotz und weil ich mir inzwischen nichts mehr verbiete. Was zeigt das eigentlich? Die Wahrheit über gesunden oder ungesunde Lebensmittel ist, Dein Körper braucht alle Nährstoffe, auch Zucker und auch Fett, was so die meisten sind, die gerne gestrichen werden. Ein Stück Kuchen schadet dir nicht und ist, wenn dein Körper im Energiemangel ist, definitiv gesünder als ein Salat, aus dem man nichts ziehen kann. Und wenn du den ohne Fett isst, schon mal gar nicht, weil viele Vitamine darin, so gerade aus Karotten und so, die sind fettlöslich. Das heißt, die kommen gar nicht aus der Karotte raus, wenn wir kein Fett dazu essen, weil wir vielleicht davor Angst haben. Was wirklich schadet, ist die Angst vor dem Kuchen. und das Vermeiden von Lebensmitteln oder eben ganzen Nährstoffgruppen und der Stress darum, was du essen darfst und was nicht. Weil das führt zu Isolation, wenn du dich dann nicht mal mehr traust an sozialen Events, wo es vielleicht weniger gesundes Essen geben könnte oder keine guten Erlaubversionen, sag ich jetzt mal, die du zu bekommen und dann nimmst du nicht mehr teil. Und es gibt ja viele Studien auch aus anderen Ländern, die zeigen, dass gerade eben die Länder, wo die Menschen sehr gemeinschaftlich essen, sehr sozial sind, so Frankreich oder solche Sachen, sagen, dass die Menschen einfach unglaublich lange auch leben. Oder Italien. Es gibt so viele Regionen, wo Nullen gegessen werden, täglich und Oliven und Pipapo. Und das aber in Gemeinschaft. Und die leben prima. Wein gehört übrigens auch dazu. Also vieles, was wir heute sagen, man ist ungesund, führt aber dazu, dass für viele andere das wirklich, ja, also wie gesagt, nur diese Verhaltensweisen, die Isolation, der Stress, die machen wirklich krank und keiner will Dauerstress haben. Also Stress ist für den Körper wirklich ungesund. Und das Schlimmste, was passiert, je mehr wir uns verbieten, desto mehr wollen wir das, was wir uns verboten haben. Und verbotene Lebensmittel bekommen eine übergroße Macht über uns. Ich erlebe in meinen Coachings auch manchmal sogar, dann gerade, wenn man anfängt, die wieder zu essen, eine regelrechte Enttäuschung, wenn dann Lebensmittel wieder integriert werden, die über Monate oder gar Jahre gemieden worden. Und im Kopf werden die dann immer toller und immer besonderer und immer leckerer. Und wenn man sie aber dann mal isst, dann kommt das oft gar nicht mehr an die Vorstellung heran. Also wie oft war ich auch enttäuscht und dachte mir, echt, darauf hast du jetzt so lange hingespart? Dafür hast du jetzt irgendwas ausfallen lassen, als ich noch so in dem Kompensieren war. Und dann warst du es gar nicht wert. Weil, wie gesagt, dieses Podest immer, immer größer und leuchtender und toller geworden ist. Einfach nur, weil es verboten war. Oder anderes Extrem, und das ist ja auch das, warum ich in so vielen verschiedenen Essstörungen eben auch gelandet bin. Du erlebst irgendwann so einen Heißhunger darauf, dass du, wenn du dich doch mal an ein solch verbotenes Lebensmittel traust oder da rankommst, dann nicht mehr aufhören kannst, es zu essen, weil dein Körper so einen krassen Nachholbedarf hat. Ich sage nur Genussdefizit, aber eben auch Energiedefizit. Und das wiederum kann dann die Angst vor diesem Lebensmittel weiter verstärken, weil du das Gefühl bekommst, völlig außer Kontrolle zu sein, wenn du es dann doch mal isst. Ja, und vom Food-Fokus und den ständigen Gedanken an das Verboten reden wir jetzt erst mal gar nicht. Das heißt, auch ich bin damals, also ich kann nicht das so sagen, aber ich war es halt leider wirklich. Ich bin richtig asozial geworden und total futterneidisch ohne Ende, wenn jemand neben mir irgendwas gegessen hat, was ich mir verboten habe. Und selbst meinen damaligen Freund, ey, ich hätte den einfach mit Blicken töten können. Und in solchen Momenten habe ich mich teilweise sogar von mir selber erschrocken, weil ich gedacht habe, hey, wer bist du? Was ist mit dir? Wieso gönnst du deinem Freund nicht, dass er jetzt die Schokolade isst? Du magst ihn doch. Ja, aber ich wollte es ja auch. Also dieser Futterneid war echt real. Und das Verrückteste daran war, oder was ich auch gemerkt habe und gedacht habe, so hä, was ist jetzt kaputt? Wenn du dir erlaubst, alles zu essen, dann verliert Essen mit der Zeit seine emotionale Ladung und auch diesen Besonderheitscharakter. Denn in dem Moment, als ich mir die bedingungslose Erlaubnis für bestimmte Vierfoods gegeben habe, haben sie angefangen, ihre Macht über mich zu verlieren. Und mit der Gewissheit, dass ich sie ja jederzeit wiederhaben kann und nicht nur am Cheatday, sondern wann ich möchte, haben sie mit der Zeit auch ihren Reiz verloren. Ich erinnere mich auch, dass ich dafür auch echt durch so verschiedene Phasen gegangen bin. Also da gab es die Kinder-Bueno-Phase, die Eis-Phase, die Erdnuss-Flips-Phase und manchmal oder ziemlich oft sogar auch erstmal alles bunt durcheinander. Also ich habe das Zeug wirklich im Kreis gegessen. Und alle Lebensmittel, die ich während meiner Essstörung mich nicht getraut habe, im Haus zu haben, allein, ja, also wie gesagt, die bloße Anwesenheit davon, die hat mich die ganze Zeit gedanklich wirklich gefesselt. Also ich konnte an nichts anderes denken. ich bin ständig zu diesem Schrank hingelaufen, wo die drin waren. Tür auf, Tür wieder zu, weil ich wollte sie ja dann doch nicht haben, weil in dem Moment, wo sie mich angeguckt haben, habe ich Angst gekriegt. Aber ich konnte auch nichts anderes denken. Also ich habe mich wirklich von den eigenen Leckereien, die ich im Haus hatte, terrorisiert gefühlt. Und ich wusste auch haargenau, wie viel Eis, wie viele Riegel-Kinder-Bueno und alles Mögliche, die ich noch im Haus hatte. Und bin sie teilweise und eben gerade auch noch in dieser budimischen Zeit, um endlich wieder Ruhe im Kopf zu haben, bin ich sie dann in Ess-Anfällen wieder losgeworden. Und dann hatte ich wieder Panik davor. Also blöder Kreislauf. Aber je mehr ich sie normalisiert und regelmäßig gegessen habe, desto uninteressanter sind sie geworden. Und heute kann ich wirklich problemlos all diese Lebensmittel im Haus haben. Und es passiert mir, und das ist für mein früheres echt unvorstellbar, sehr häufig, dass ich einfach vergesse, dass sie da sind. Dann mache ich irgendwann einen Schrank auf und denke mir, oh, stimmt, du hast ja noch Erdnussflips. Hupsi. Und dann gucke ich drauf und denke mir, shit, abgelaufen. Aber ich habe sie immerhin da, weil sie nicht da zu haben, kommt für mich auch nicht mehr in Frage. Weil manchmal hat man ja den Moment, wo man es dann will. Und dann esse ich einfach so viel davon, wie ich gerade möchte. Und dann bewerte ich es auch nicht als gesund oder ungesund, sondern denke mir, hey Körper, du wirst schon deinen Grund haben. Und all diese Lebensmittel, die wie gesagt, früher der absolute Horror für mich waren, alleine, weil sie mich so gedanklich terrorisiert haben, sind inzwischen so normal geworden wie ein Glas Erbsen im Vorratsschrank. Einfach nur irgendein Lebensmittel, ohne Bewertung oder gar emotionale Reaktion. Also, deine Frage war ja, ja, wie wirst du diese Angst nun los? Und ich weiß, diese Antwort wird dir jetzt wahrscheinlich nicht gefallen, aber indem du die von dir als ungesund gelabelten Lebensmittel trotzdem isst, auch mit Angst. Was mir sehr geholfen hat, war mir, die Benefits bestimmter 4 Foods immer wieder bewusst zu machen, um sie so aus dieser Schublade von gut gesund oder böse ungesund herauszuholen. Ich habe mir zum Beispiel gedacht, okay, Schokolade liefert super schnelle Energie für mein Gehirn und für meine Muskeln und in Schokolade ist auch noch Magnesium drin. Super. Oder Fette sind super für meine Hormone und für mein Gehirn, welches zum größten Teil aus Fett besteht. Oder Kohlenhydrate helfen mir, keinen Brain Fog zu bekommen, um mich länger zu konzentrieren auf Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Und ich weiß, es macht dir Angst, aber du musst nicht alles auf einmal challengen und nicht alles angstbesetzte Lebensmittel auf einmal essen. Du darfst klein anfangen. Du darfst auch groß anfangen. Also ich will dich nicht bremsen. Nicht falsch verstehen, aber wenn du merkst, so Hilfe, dann darfst du auch klein anfangen. Und du darfst sie auch gern erst mal sortieren nach dem Angstgrad, mit dem sie besetzt sind. Und in meinem Find Your Satisfaction-Kurs habe ich zum Beispiel auch ein Tool dazu, mit dem du dich deinen Fear Foods annähern und sie auch nach Priorität challengen kannst. Aber der Punkt ist, nur durch das Essen dieser Lebensmittel kann dein Gehirn lernen, dass es okay und sicher ist. Und Fear Foods verlieren ihre Macht, wenn du sie immer wieder isst. Nicht nur einmal ganz mutig, so, äh, Augen zu und durch und weg und dann habe ich es gegessen und je, ich kann es von der Liste abhaken. Nee, so meine ich es nicht, sondern wirklich immer wieder. Die Wiederholung ist key, bis sie einfach nur noch essen sind. Mehr nicht. Und dabei ist es ganz wichtig, dass du auch bewusst Beweise sammelst. Also wie geht es dir körperlich? Hast du mehr Energie? Bist du vielleicht länger satt und zufrieden? Hattest du vielleicht einen schönen gemeinsamen Moment, weil du Ja zu etwas sagen könntest, was dir angeboten wurde und du dich dadurch auch ein Stück zugehöriger gefühlt hast? All diese Dinge und der Fokus auf die positiven Dinge, die passieren, wenn du solche Lebensmittel isst, helfen deinem Gehirn, die Angst allmählich wieder abzubauen. Denn, wir erinnern uns, du bist nicht mit Angst vor diesen Lebensmitteln auf die Welt gekommen. Und wenn du merkst, dass dein Quatsch hier im Kopf amag läuft, dann kann es helfen, mit ihm in den Dialog zu gehen, um von ihm zu lernen, wovor er wirklich so große Angst hat. Ich gehe da später nochmal auch an einer anderen Frage näher drauf ein. Denn ich habe in den letzten sechs Jahren noch nicht einmal erlebt, dass jemand wirklich, also wenn wir tiefer geschaut haben, vor dem bestimmten Lebensmittelangst hatte, sondern eigentlich immer davor, was sie damit verbunden haben. Zum Beispiel einer Gewichtszunahme und dann der daraus befürchteten Ablehnung, vielleicht auch Verlust vor Anerkennung, disziplinlos zu sein oder was auch immer. Und dann kann man das noch tiefer anschauen. Und wie genau man einen Dialog führt, also bei dem jetzt eben nicht dein Essgestört ist, wie ich einfach nur schmollen sage, nö, will ich nicht, bäh, Dialog beendet, sondern wirklich einen Dialog, der dich weiterbringt und der dir hilft, deine Ängste auch zu überwinden. Das zeige ich dir gerne im 1 zu 1 Coaching oder aber auch in meinem sechswöchigen Gruppencoaching Rediscover, welches dieses Jahr ja auch leider nur einmal wegen meiner Schwangerschaft dieses Jahr eben auch nur im Frühjahr, vermutlich, ich denke mal im März, aber nagelt mich bitte nicht fest, dann stattfinden wird. Aber es ist gar nicht mehr so lange. Das heißt, wenn dich das interessiert, dann schau gerne in die Shownotes, da verlinke ich das auch nochmal. Nächste Frage. Overshoot und Körperbild. Verändert sich der Körper noch und wie halte ich die Zunahme aus wegen dem vielen Bauchfett? Und damit eben auch verbunden, die Angst sollte ich vielleicht dann doch wieder zurückgehen. Also der Punkt ist, diese Frau, die mich das gefragt hat, sie isst, sie hat es geschafft, schon ein gutes Stück zuzunehmen, ihrem Hunger auch nachzugehen und ist laut ihrer Aussage, wie gesagt, das weiß ich ja nicht, aber dafür kenne ich euch nicht gut genug, aber sie ist laut ihrer Aussage im Overshoot gelandet und steht jetzt eben zwischen dem, gehe ich jetzt weiter oder wieder zurück, weil da so viel Bauchfett ist. Und ich fühle diese Zerassenheit so, so sehr, denn auch ich hatte immer wieder Momente in meiner Recovery, in denen ich einfach alles in Frage gestellt habe und dachte, bestimmte Dinge an meinem Körper einfach nicht akzeptieren zu können oder zu wollen. Und zum Thema Overshoot selbst habe ich ja bereits eine ganze Folge aufgenommen und zwar ist das Folge 28, wenn dein Körper zu viel zunimmt. Wenn dich das Thema insgesamt interessiert oder du da noch ein bisschen tiefer einsteigen möchtest, dann hör da gerne nochmal rein. Aber ich möchte trotzdem nochmal mit einem anderen Blick auf dieses wichtige Thema eingehen. Denn wenn dein Körper in den Overshoot geht, also eine Zeit lang mehr zunimmt, als dein natürliches Setpoint-Gewicht oder Voressstörungsgewicht ist, dann nur, weil er dieses temporäre Mehr braucht, um sich sicher zu fühlen und die Schäden, die durch die Mangelernährung ja erstanden sind, zu reparieren. Deswegen mag ich auch den Begriff Overshoot nicht, weil das tritt immer irgendwie aus, dass was falsch damit wäre. Das ist so irgendwie drüber gegangen. Ich nenne das lieber Recovery Weight oder Healing Weight. Und das Problem beim Fokus auf das Gewicht ist, wenn die Essstörung bereits sehr früh, also in einer Jugend oder noch früher angefangen hat, dann können wir uns am Voressstörungsgewicht laut der Medizin ja auch gar nicht orientieren, wenn wir jetzt erwachsen und ausgewachsen sind. Also wenn eine Essstörung mit, wie in meinem Fall, theoretisch schon in der Grundschule, aber so richtig mit Restriktionen, eben mit 10, 11 angefangen hat und du, wenn du dich entscheidest, in die Recovery zu gehen, so wie ich 30, 31 bist, dann kannst du dich nicht vor deinem Ess, an dem Voressstörungsgewicht orientieren, weil würden wir dann so viel wiegen wie vor der Essstörung und selbst wenn wir 16, 17 oder 18 waren, da ist der Körper immer noch in der Entwicklung. Wir werden dann mit größter Wahrscheinlichkeit immer noch im Untergewicht für unseren heutigen, erwachsenen und fraulichen Körper. Deswegen ist es auch ganz schwer zu sagen, ist es jetzt wirklich Overshoot oder einfach auch das, wo ich mich meinem gesunden Gewicht annähere. Und was ich aber als größtes Problem in dieser Frage herauslese, ist die Angst vor der Ungleichverteilung des Gewichts, also insbesondere eben dem Bauchfett. Aber wozu ist das denn eigentlich da und warum verändert es sich auch nochmal? Ganz einfach, dein Körper ist nicht dumm. Der ist ein absoluter Überlebenskünstler und ganz ehrlich, wenn wir bedenken, durch was wir ihn durchgebracht haben, dann muss er das auch sein. Denn nach einer Hungerphase legt er Reserven zuerst in der Körpermitte an. Warum? Weil dort deine lebenswichtigen Organe sind. Herz, Leber, Nieren und Co. Könnte das Fett natürlich auch gleichmäßig verteilen, wäre ja irgendwie ein bisschen anschaulicher. Das wäre aber ziemlich riskant. Denn wozu sollte er deine Arme oder deine Beine polstern, ohne die du grundsätzlich prima überleben könntest, wenn deine überlebenswichtigsten Teile, also deine Organe, noch völlig ungeschützt sind? Das wäre schon ziemlich dumm, oder? Und dein Körper geht, wenn er das macht, seinem wichtigsten Job nach. Er beschützt dich und dein Überleben und er verteilt das Gewicht nach ganz bestimmten Kriterien. Und ich weiß, das fühlt sich echt manchmal an wie so eine Bestrafung. Du gehst jetzt genau dahin. und nicht dahin, wo ich es gerne hätte, so in die Brüste oder in den Po oder in die Arme oder keine Ahnung. Er macht das nicht, um dich zu ärgern. Das ist Fürsorge. Dein Körper kämpft für dich, nicht gegen dich. Auch wenn sich das vielleicht gerade so anfühlt. Aber er wird das Gewicht mit der Zeit verteilen. Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich noch eine ziemlich lange Zeit mit verhältnismäßig dünnen Armen im Vergleich zum Rest rumgelaufen bin. Und dann, also ich weiß auch nicht, irgendwie das war so wie von heute auf morgen, fühlt sich ein bisschen an wie in der Schwangerschaft auch gerade, wo ich das Gefühl habe, so höchste Bauch geploppt, sind auch meine Arme wie aufgeploppt und es sah alles wieder proportional aus. Aber dafür braucht dein Körper Zeit. Oft Monate, manchmal sogar Jahre. Und die meisten geben zu früh auf. Aber das ist nichts, was er in wenigen Wochen machen kann. Denn seine Priorität liegt erstmal darauf, alle inneren Schäden zu reparieren und dich wieder funktionstüchtig zu bekommen. Denn intensiver Verzicht und das Leben im Energiedefizit fordern ihren Preis an sämtlichen Organen, Knochen und deinem Gehirn. Vielleicht merkst du das auch, wenn du dich nicht mehr gut konzentrieren kannst oder lernen dir schwerer fällt oder du Knochenbrüche kriegst, wo früher keine waren oder whatever. Und erst wenn das alles wieder gut versorgt ist, kümmert er sich auch um die Körperteile, die du nicht zwingend zum Überleben brauchst. Und auch wenn du das jetzt mit Sicherheit anders siehst, aber deine Arme und Beine sind im Zweifelsfall nicht so wichtig. Du kannst auch prima ohne sie überleben. Ohne deine Organe? Nee, schwierig. Und in der Frage steckte ja dieses, ja, dieses Gehe ich jetzt zurück oder gehe ich weiter? Und ich will dir den Gedanken mitgeben, warum Zurückgehen jetzt genau das Falsche wäre. Denn ich weiß, es ist verdammt verlockend zurückzugehen. Und ich stand auch an dem Punkt, wo ich mir so gedacht habe, boah, echt jetzt? Äh, vielleicht doch lieber zurück. Und mit Sicherheit ist auch dein Es-Gestörtes-Ich sehr überzeugend und hat bereits die Lösung für dein Unwohlsein parat. Nämlich, hey, komm, wieder verzichten, wieder einschränken, wieder mehr Sport. Damn, we got it. Kennen wir ja schon. Und ja, wahrscheinlich würdest du dich kurzfristig besser und erleichtert fühlen. Aber für wie lange? Du bist ja nicht in Recovery gegangen und hast den Weg, den du bereits geschafft hast, auf dich genommen, weil es vorher so schön war. Zurückgehen würde dich aber genau in dieses Leben zurückkatapultieren, bis du wieder merkst, dass das auch nicht die Lösung ist. Also Ping-Pong, Ping-Pong, nenne ich wirklich Recovery-Ping-Pong. Und das Schlimmste, was aber beim Zurückgehen passiert ist, du verunsicherst deinen Körper. Und das wiederum lässt seine Schutzmechanismen nur weiter hochfahren. Das heißt, je mehr du deinen Körper verunsicherst, durch Zurückgehen, durch Vorsichtiger sein, durch, ein bisschen weniger, durch Sport, durch, bitte setze irgendeine destruktive Verhaltensweise ein, desto mehr muss er am Gewicht festhalten und Fettreserven anlegen. Denn dadurch fühlt sich dein Körper bestätigt und denkt, aha, ich wusste es, die nächste Hungersnot kommt, gut, dass ich Reserven habe, die behalte ich jetzt mal erst recht. Und wo tut er das? Am Bauch, ist ein scheiß Teufelskreis, möchtest du sagen? Ja. Also, das ist auch genau das, was mich damals dann doch bewegt hat, weiterzugehen, weil das war genau das, was ich vermeiden wollte. Egal, ob jetzt Essstörung oder nicht oder einfach nur. Und wie gesagt, das können wir beobachten und gerade auch in Amerika. Das ist ja sehr beeindruckend, weil da ist irgendwie fast jeder auf Diät. Hier wahrscheinlich inzwischen auch. Aber das Gleiche oder dieser ganz gleiche Mechanismus passiert auch mit Menschen, die immer wieder auf Diät gehen. Also, die müssen gar nicht keine handfeste Essstörung entwickeln. Und dieser Begriff Jojo-Effekt kommt, wie gesagt, nicht von ungefähr. Denn auch wenn wir auf Diät gehen, bedeutet das Verzichten, der Körper wird verunsichert und irgendwann wehrt er sich und seine Teichhunger oder die Diätwoche ist dann eben hier so die typische Brigitte-Diät hier so eine Woche, Grapefruit eine Woche, keine Ahnung, was es alles für ein Bullshit gibt. Und dann ist die Diät vorbei und dann essen wir wieder normal und der Körper holt erstmal alles nach und ja, steht eigentlich am Ende idealerweise nur so da wie vor der Diät, aber meistens sogar mit einem bisschen mehr. Und dann geht man in die nächste Diät. Und der Körper ist aber, wie gesagt, nicht dafür gemacht, ständig verunsichert zu werden. Und jede Verunsicherung sagt er, oh, ich muss ihn noch ein bisschen besser beschützen. Und, wie gesagt, eine Gewichtsabnahme ist für ihn das Bedrohlichste, was passieren kann. Und deswegen bunkert er jedes Mal etwas mehr Fett ein in Vorbereitung auf die nächste Hungersnot. Deswegen landen eben viele Dauerdiäte langfristig auch in einem höheren Gewicht als vorher. Und ihr Körper ist dann immer noch im Panikmodus. Zurückgehen würde also bedeuten, dein Stoffwechsel bleibt gedrosselt, deine Hormone bleiben durcheinander, die Essensgedanken bleiben und du bist vielleicht, falls du, wie gesagt, überhaupt je drunter gefallen bist. Denn, wie gesagt, das passiert den aller, allerwenigsten, dass sie wirklich in einem untergewichtigen BMI landen. Ich hasse diesen Fokus aufs Gewicht. Aber vielleicht bist du im Normalgewicht oder vielleicht laut BMI sogar im Übergewicht, ich hasse das Wort, und immer noch mitten in der Essstörung oder in der Quasi-Recovery gefangen. Und das war für mich das Szenario, wo ich gesagt habe, also vor dem habe ich ja noch mehr Angst als vor Overshoot. So eine halbherzige Recovery und ein höheres Gewicht und trotzdem nicht frei zu sein. Also das ist wirklich was, Hölle. das wünsche ich niemandem. Deswegen frag dich bitte nicht, wie werde ich das Bauchfett wieder los, sondern wie zeige ich meinem Körper, dass er sich endlich sicher fühlen darf? Die Antwort ist nicht, zurückgehen. Die Antwort ist, und ich weiß, es fällt schwer. Und es braucht auch wahnsinnig viel Unterstützung manchmal eben, genau da dran zu bleiben. Aber die Antwort ist, dranbleiben. Und deinem Körper beweisend, die Hungersnot wirklich vorbei ist. Einen anderen Weg kann man machen, ich sehe aber auch, wird nicht gut. Okay, dritte Frage. Wie geht man mit Zunahme um, wenn man schon so lange bei dem Gewicht ist und dem Körperbild? Ja, das kenne ich auch noch sehr gut, weil vielleicht bist du jetzt schon Jahre bei einem bestimmten Gewicht und dieses fühlt sich, oder das Gewicht und auch der Körper, den du damit hast, fühlt sich normal an, obwohl er nicht gesund ist. Und jetzt sollst du zunehmen. In einen Körper, den du dir gar nicht vorstellen kannst, das ist nicht nur körperlich herausfordernd, das ist wirklich auch ein kompletter Identitätswandel. oft begleitet eben auch von Fragen wie, wer bin ich denn, wenn ich nicht mehr die Dünne oder die Dünnste bin oder die Sportlichste oder die, setz bitte irgendwas ein, was du vielleicht gerade mit deinem Körper verbindest. Und was bleibt dann von mir, wenn ich diesen Körper verlasse? Und ich weiß, du kannst dir das jetzt noch nicht vorstellen, aber ich kann dir sagen, da bleibt so viel mehr als vorher, denn du verlierst nicht dich selbst, sondern nur das Zuhause, sorry, wenn das jetzt sehr esoterisch klingt, aber nur das Zuhause deiner Seele verändert sich, also das, wo deine Seele, dein wahrer Kern drin wohnt. Die Hülle, die verändert sich, aber du bleibst du und mehr noch, du entdeckst auf dem Weg, wer du wirklich bist. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich mein Gruppencoaching Rediscover genannt habe, also sich wiederentdecken, jenseits von dem, womit wir uns bisher identifizieren. Aber dennoch, und I feel you, ist deine Angst gerade real. und sie ist auch einer der Hauptgründe, warum Menschen in der Essstörung bleiben. Und wie gesagt, der Punkt ist, du verlierst auf einer Ebene nicht wirklich was, aber du gewinnst dein Leben zurück, wenn du dir erlaubst, da jetzt den Schritt zu gehen. Weil dein jetziges Gewicht und auch dein jetziger Körper, die fühlen sich für dich und für dein Gehirn normal an. Dein Gehirn hat sich an dein aktuelles Gewicht oft über eine sehr lange Zeit gewöhnt. Er sieht es schließlich jeden Tag im Spiegel oder wenn du deine gewohnten Klamotten anziehst oder du spürst ihn vielleicht auch oder spürst, wie er sich generell anfühlt, wenn du deinen Körper duscht oder eingremst oder ihn berührst. Und all das ist gewohnt und vertraut und damit auch sicher für dein Gehirn. Auch, wenn es faktisch nicht sicher für dein Leben ist. Und je länger du in einem bestimmten Körper oder in einer bestimmten Körperform lebst, desto mehr wird genau dieser Körper zu deinem Normal. Aber vertraut und normal für dich ist nicht gleich gesund. Und deine Frage zeigt auch, dass du das eigentlich weißt, weil sonst würdest du nicht wissen wollen, wie man mit der Zunahme umgeht. Weil du willst eigentlich, also dein gesundes, ich will dein essgestörter Anteil nicht so. Und auch Gefangensein kann sich normal anfühlen, wenn du nichts anderes kennst. Und damit möchte ich nochmal zum sogenannten Körperbildparadox kommen. Denn dein Körperbild wird sich, Börde Nachricht, nicht verbessern, bevor du zunimmst. Es verbessert sich, während du zunimmst, dranbleibst und deinem Gehirn die Zeit gibst, sich an deinen neuen, gesunden Körper zu gewöhnen. Du kannst dich also nicht an die Zunahme und dein Körper, wenn er zugenommen hat, gewöhnen, bevor du dir erlaubt hast, zu einem höheren Gewicht zu kommen. Und ganz ehrlich, du musst dein Körper beziehungsweise sein Aussehen auf diesem Weg auch nicht mögen. Es reicht, die Zunahme zu tolerieren, wie du auch andere unangenehme Dinge in deinem Leben tolerierst. Ich habe, wahrscheinlich jetzt auch kein Geheimnis mehr, zum Beispiel tierische Zahnarztangst. Und jeder Besuch dort ist echt eine Übung Intoleranz. Verknüpft damit, was hinterher besser sein wird, als wenn ich den Zahnarzt dauerhaft meide, was, also ich sage jedes Mal, gib mir einfach, ich bin jetzt gerade da, gib mir einfach gleich einen Termin, sonst komme ich nicht. Also ich muss mich da auch ein bisschen austricksen. Ich hasse den Zahnarzt und alles, was damit zu tun hat, den Geruch und die Geräusche und uh, also echt schlimm. Und gerade jetzt nach meiner letzten Zahnreinigung, also Zähne werden in der Schwangerschaft durchaus empfindlicher, hat sich das noch Tage danach unangenehm angefühlt. Aber ich weiß auch, langfristig ist es das Beste, was ich für meine Zähne und gegen eventuelle Schäden und damit eben auch noch schmerzhaftere Behandlungen tun kann. Heißt, ich toleriere das. Aber zurück zum Körperbild. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Zeit mit der Zunahme und dass dieser Prozess wirklich zutiefst verunsichert war. Und aktuell gehe ich ja durch meine Schwangerschaft auch erneut durch einen ganz ähnlichen Prozess, bei dem ich, und das ist eigentlich das Schlimmste daran, nicht weiß, wie sich mein Körper am Ende verändert haben wird. Also auf einer Ebene fühlt sich das gerade an wie Recovery 2.0. Also auch hier wieder für etwas Positives, aber die Unsicherheit ist einfach präsent. Und genau diese Ungewissheit mag unser Gehirn gar nicht. Zu sehen, wie sich der Körper stetig verändert, hat sich für mich immer zutiefst verunsichern und auch beängstigend angefühlt, eben weil der Ausgang so unklar war. Hätte mir jemand gesagt, hey, wenn du da reingehst, dann endest du bei dem Gewicht und der Körper sieht dann so und so aus, hätte ich wahrscheinlich gesagt, gut, okay. Und das höre ich auch manchmal oder naja, gar nicht so selten so. Ja, wenn ich wüsste, dass ich in deinem Körper recoveriere, dann würde ich das ja auch machen. Ich habe aber keine Garantie gehabt. Niemand hat die. Das heißt, wir müssen erstmal in die Ungewissheit reingehen. Und bei mir war es wirklich so dann in diesem Prozess auch. Also ich habe ja, wie gesagt, eine Zeit lang in meiner eigenen Wohnung gewohnt und hatte dann nur so einen kleinen Minispiegel, der echt nur mein Gesicht gezeigt hat, was sehr erholsam für mein Gehirn war. Kann ich echt nur empfehlen, keine Ganzkörperspiegel zu haben. Aber wenn ich dann mal im Fahrstuhl stand und mein Ganzkörperbild sah, dann war mein Gehirn erstmal dermaßen irritiert, weil meine Beine, wo vorher eine Thigh-Gap war, die haben sich plötzlich berührt. Und da war viel mehr als vorher. Und jedes Mal hat mein Kopf einfach nur noch gebrüllt, falsch, falsch, das ist falsch, so soll das nicht sein, ah, was ist das, was passiert hier? Also da war völlig aberglaufen. Aber nicht, weil mit meinem Körper wirklich etwas falsch war, sondern weil es erstmal anders war als vorher. Und wie ich bereits in einer der letzten Folgen geteilt habe, liebt unser Körper und beziehungsweise unser Gehirn keine Veränderung. Im Gegenteil. Anders ist bedrohlich. Und inzwischen, also vor meiner Schwangerschaft, hatte mein Kopf aber sechs Jahre Zeit, sich an meinen neuen gesunden Körper zu gewöhnen. Denn auch die Veränderung in der Recovery hört ja irgendwann auf und dein Körper pendelt sich bei seinem neuen gesunden Gewichtsbereich ein. Und sobald die Schwankung aufhört und sich das Gewicht zettelt, hat dein Geschirn auch die Haare... Ich habe zu viel gewendet. Hat dein Gehirn auch die Chance, sich an deinen neuen Körper zu gewöhnen? Ebenso, wie er sich auch an deinen alten Körper gewöhnt hat. Und nach anderthalb bis zwei Jahren kam bei mir, also war es so, dass ich mir gedacht habe, so ja, das ist halt mein Körper. Also kam mir dieser neue Körper auch total normal vor. Aber es hat eben einfach Zeit gebraucht, dass mein Kopf nicht mehr irritiert war. Und aktuell merke ich natürlich auch wieder etwas mehr Verunsicherung, weil ich eben nicht weiß, worin sich mein Körper entwickelt oder wie der nach der Schwangerschaft aussieht, auch wenn ich weiß, dass er natürlich gerade alles richtig und nur seinen Job macht. Und wahrscheinlich, also höchstwahrscheinlich, ich bin 100% darauf eingestellt, wird mein Körper nach der Schwangerschaft anders aussehen. Aber auch hier habe ich mich entschieden, und es ist wirklich eine Entscheidung, dass ich ihn akzeptieren lernen möchte, wie ich es bereits schon einmal mit meinem recoverten Körper getan habe. Denn, was ich verstanden habe, ist, es wird sich, oder mein Körper, der wird sich eh ein Leben lang weiter verändern. Und sei das, weil er Falten bekommt oder die Brüste hängen oder I don't know, es wird passieren. Das Altern macht von niemandem Halt. Ja, wir könnten das medizinisch und Schönheitschirurgisch sicherlich noch ein Stück weit aufheben, aber es wird passieren. Und ja, das bedeutet auch, ein bestimmtes Körperideal loszulassen. Auch ich hätte, ganz ehrlich, und ja, ich traue mich, das jetzt einfach mal zu sagen, ich hätte super gerne auch lange, schlanke Beine und einen flachen, definierten Bauch, aber ich weiß inzwischen, dass das für mich nicht auf einem gesunden Weg möglich ist und übrigens für die allerwenigsten Frauen. Und ich bin nicht mehr bereit, für dieses Ideal meine Gesundheit oder mein Leben zu gefährden. Hätte ich an diesem Ideal festgehalten, würde heute kein kleines Menschlein in meinem Bauch heranwachsen. Und auch noch ein Punkt, der dann auch noch hinzukommt, also du siehst schon, es ist wie so eine Suppe Bild aktuell höchstwahrscheinlich gar nicht realistisch einschätzen kannst, denn auch die Body Dysmorphia tritt sehr häufig mit einer Essstörung gemeinsam auf. Bedeutet, was du gerade im Spiegel siehst, ist nicht die objektive Realität. Dein Gehirn ist nämlich darauf trainiert, Fehler zu suchen und Dinge, die nicht passen. Also manchmal echt fies unser Gehirn, aber wie gesagt, das macht es nicht gegen uns. Andere Menschen hingegen sehen uns oft und oft hundertprozentig komplett anders. Als ich mich damals zum Beispiel meinem persönlichen Ideal genähert habe und abgenommen habe, kam das in meinem Umfeld und insbesondere bei meinen männlichen Freunden gar nicht gut an und anstatt Komplimente hagelt es erstmal dauerhaft Kritik. Das ist jetzt aber nicht mehr schön, das ist jetzt aber zu dünn, dann habe ich bei Modeln keine Jobs mehr gekriegt, weil ich nicht in die Klamotten gepasst habe und ich habe mir nur gedacht, ich denke, Models müssen dünn sein, also das Ideal, was ich mir gebaut habe, hatte mit der Realität einfach mal nada zu tun und ich war super irritiert, weil in meinem Kopf sah ich doch deutlich besser aus als vorher. Wenn ich heute aber auf Bilder von damals zurückblicke, dann kann ich kaum glauben, dass ich nicht sehen konnte, wie schlimm es wirklich aussah. Also ich hätte mich ganz ehrlich auch nicht gebucht, ich hätte, ja, deswegen, ja, ich wusste schon, dass ich zu dünn bin, aber erst mit Abstand und einem gut genährten gehören konnte ich meinen alten Körper auch wirklich realistisch einschätzen. Und damit möchte ich dir, um es ein bisschen praktischer zu machen, noch eine Frage mitgeben und das ist eine. Danke an meine eine Soul-Sister, die sie im Soul-Group-Forum neulich geteilt hat. Die hat die Frage gestellt, was ist die Alternative, in deinem Fall zur Zunahme? Was bringt es dir, an einem Körper festzuhalten, der dein Leben einschränkt? Was nützt dir der idealste, in deinem Kopf, Körper, wenn du darin kein echtes Leben mehr leben kannst, deine Beziehungen darunter leiden und es dich deine Gesundheit und deine Lebensfreude kostet? Ich weiß, wir versuchen ganz oft, mit einem Flugzeug in zwei verschiedene Richtungen zu fliegen. Was meine ich damit? Wir wollen gesund sein. Wir wollen die Lebensfreude zurück. Wir wollen die Leichtigkeit spüren und keine Ängste mehr haben. Aber unseren ungesunden Körper dafür hergeben wollen wir auch nicht. Doch in einem klein gehaltenen Körper, dem du die Energie wegnehmen musst, um ihn so zu halten, kannst du kein großes, erfülltes Leben führen. So wie du auch nicht nach Amerika und nach China gleichzeitig fliegen kannst. Das geht faktisch nicht. Die Richtung ist einfach komplett unterschiedlich und du musst dich entscheiden, wo du wirklich hin willst. In ein Leben mit dem vermeintlichen Idealkörper, der sich gewohnt anfühlt? Oder in ein Leben mit echter Lebensqualität, in dem es gar nicht mehr so wichtig ist, wie dein Körper aussieht, weil er dir so viele schöne Dinge ermöglicht und dein Leben einfach so viel reicher wird? Und du musst deinen Körper dafür auch nicht lieben. Das wäre schon echt verdammt viel verlangt. Also du darfst natürlich, aber das ist gar nicht das Ziel. Wie wäre es denn stattdessen mit Waffenstillstand? und Wertschätzung dafür, dass du dank und mit deinem Körper so schöne Dinge erleben kannst? Oder mit Fürsorge, damit er dich noch ganz lange durch so viele Erlebnisse wie möglich trägt? Auch ich hatte, wie gesagt, ganz, ganz lange Zeit den Fokus damals nur auf der Optik meines Körpers. Geholfen hat mir aber, mir bewusst zu machen, was mir diese für mich akzeptable Optik nicht geben konnte. Also es war auch nicht so, dass ich meinen dünnen Körper dann toll fand. Ich dachte nur, so kann ich mich irgendwie ganz gut annehmen. Und was er mir nicht geben konnte, war die Chance, Mutter zu werden. Ich hatte keine Kraft, mit meinem geliebten Schwimmen nachzugehen. Ich hatte keine Energie, um auf Arbeit und in Gesprächen wirklich präsent zu sein. Ich hatte keine Gesundheit, die mir durch meine Orthorexie ja eigentlich schon richtig wichtig war. Und er war einfach nur noch eine leere, erschöpfte Hülle. Und ich habe mich gefragt, was mir wirklich wichtig ist. Ja, ich wollte gemocht werden, aber für mich, nicht für meinen Körper. Ich wollte Beziehungen auf Augenhöhe führen und nicht solche, indem man mich wie ein rohes Ei behandeln und mit Fürsorge überschütten muss. Und ich wollte etwas Sinnvolles in meinem Leben tun, was auch anderen Menschen irgendwie einen Mehrwert bietet, sie bereichert oder einfach einen positiven Unterschied in ihrem Leben macht. So wie ich es ja letzten Endes auch hoffe, mit diesem Podcast hier tun zu können. Und wenn ich stundenlang durch die Gegend gelaufen bin, Schritte gesammelt habe, Rezepte durchstöbert habe und in der Küche stand und mich da eingeschlossen habe, wo ich dann meine gesunden Lebensmittel und Alternativen zubereitet habe, dann war das für niemanden Gewinnbringend, weil die Dinge habe ich ja noch nicht mal gegessen, außer für meine Essstörung. Das hat überhaupt nicht zu dem gepasst, was ich eigentlich wollte. Das heißt, die Frage ist, was ist dir in deinem Leben wirklich wichtig? Sind es Beziehungen, Abenteuer, Kreativität, Familie, was auch immer? Schreib das gern mal auf und frag dich dann, welche dieser Dinge kann ich mit meiner Essstörung leben? Und als nächstes, welche dieser Dinge kann ich nur ohne meine Essstörung leben oder sind mit meiner Essstörung nicht möglich? Und glaub mir, dein Leben ist so viel mehr als nur das Aussehen deines Körpers. Das ist echt nebensächlich. Und wenn du dich entscheidest, deinen Körper leben und damit eben auch zunehmen zu lassen und ihn in seinem neuen Gewicht akzeptieren zu lernen, dann wird sich auch dein Körperbild verändern. Nicht über Nacht, aber Schritt für Schritt. Und eines Tages wirst du in den Spiegel schauen und nicht mehr den Feind sehen, sondern einfach nur noch dich. Ja, und damit kommen wir zur letzten Frage. Und zwar war die Frage, was kann man sich morgens sagen, wenn der Saboteur, also ich nenne ihn gerne Essstörungsanteil, so stark ist? Eine sehr gute Frage, denn gerade morgens, wenn wir ausgeruht von der Nacht sind, ist auch die Stimme im Kopf, die diejenige, die die Frage gestellt hat, Saboteur nennt. Und ich nenne sie eben, wie gesagt, gerne Essstörungsanteil oft besonders laut. Also lass uns mal darüber sprechen, wie du diesem Saboteur etwas entgegensetzen kannst. Aber bevor wir einsteigen, ist mir hier auch noch mal ganz wichtig zu sagen, du bist nicht deine Gedanken. Du bist diejenige, die ihre Gedanken hört. Und zwar sowohl die, die dich im Tagesverlauf sabotieren, also abhalten von dem, was du eigentlich willst, als auch die, die diese gesunden und fürsorglichen Gedanken wahrnimmt oder eben auch solche Fragen hier stellt, weil dein Essstörungsanteil interessiert das nicht. Also dein Saboteur hat kein Interesse daran, dass ich jetzt diese Frage beantworte. Denn was du bereits erkannt hast, ist, es gibt etwas, was du eigentlich willst, aber das ist ein Teil in dir, der immer wieder dagegen ist. Und dieses Hin und Her in deinem Kopf ist verdammt anstrengend. I fail you. Die gute Nachricht ist aber, dein Saboteur oder dein es gestörtes Ich, dein es gestörter Anteil, wie auch immer wir ihn nennen wollen, der kann niemals stärker sein als du. Denn er ist ein Teil in dir und bekommt seine Kraft von dir. Und was ich mit meinen Coaches mache, ist, ihnen wirklich zu helfen, diesen gesunden Anteil, mit dem wir ursprünglich übrigens alle auf die Welt gekommen sind, zu stärken. Denn je mehr Raum dein gesundes Ich in deinem Kopf einnimmt, desto weniger Raum bleibt für deinen Saboteur. Das kannst du dir auch vorstellen, und ich weiß, diejenige, die dir die Frage gestellt hat, ist selber auch Mama, wie zwei Kinder in einem Raum. Das eine, also dein Saboteur, der schreit ganz lautstark. Das andere, dein gesundes Ich, das ist in der Ecke und flüstert. Und deine Aufgabe ist es, das Flüstern lauter zu machen, beziehungsweise dich bewusst dem leiseren Kind zuzuwenden, denn nur weil es leiser ist, ist es nicht weniger wichtig. Im Gegenteil, es braucht besonders deine Aufmerksamkeit, das kann ja nicht brüllen. Aber auch dein Saboteur will gesehen werden und nicht einfach nur gesagt bekommen, ey, sei leiser, hör ab, geh weg. Auch ihm kannst du dich zuwenden und lernen, mit ihm zu sprechen. Jetzt denkst du dir vielleicht, ey, wieso sollte ich mit meinem Saboteur sprechen wollen? Kann er nicht einfach verschwinden? Ja. Das ist wichtig, und das klingt jetzt vielleicht blöd, aber es ist wirklich wichtig, um von ihm zu lernen und seine oft verzerrten Gedanken zu hinterfragen, anstatt dich weiterhin davon überrollen zu lassen. Anstatt also jedem Vorschlag deines Saboteurs nachzugehen, kannst du lernen, seine Strategien zu erkennen. Zum Beispiel ganz, ganz häufig Schwarz-Weiß denken. Ich bin entweder dick oder dünn. Oder Gedanken lesen. Wenn ich, keine Ahnung, jetzt irgendwas einen zunehme, dann werden mich alle für XY halten. Oder auch bestimmte Behauptungen, die aufsteht. Wenn du X machst, wird Y passieren. Wirklich? All das sind Ängste, die dieser Anteil im Laufe seines Lebens entwickelt hat, aufgrund von bestimmten Erfahrungen oder Überzeugungen. Das muss nicht mal deine Erfahrung sein. Aber das heißt nicht, dass sie wahr sind. Sie können sich aber, wenn wir diese Gedanken nicht hinterfragen, sehr wahr anfühlen. Und eines der wertvollsten Tools in meinen Coachings ist das Dialog führen, indem wir Rediscover, also ein Rediscover dem Gruppencoaching sogar eine komplette Woche widmen, weil es so essentiell ist. Und dabei handelt es sich um ein gezieltes Gespräch mit deinem Saboteur oder es Störungsanteil anstatt ihn zu bekämpfen. Denn alles, was wir bekämpfen, verstärkt sich nur. Stattdessen geht es aber darum, anzuerkennen, dass dieser Anteil da ist und zu verstehen, was er will. Also was ihm wirklich wichtig ist. Denn er schreit ja nicht grundlos. Und dann, wenn du diese neuen Erkenntnisse hast, wie du, wie gesagt, im Dialog herausfindest, kannst du damit neue Wege gehen. So, das war jetzt die mega kurze Abkürzung. Wie gesagt, der ganze Prozess ist ein bisschen komplexer, weil ich sehe ganz oft, dass so, ja, ich habe versucht, mit dem zu reden, geht nicht. Das braucht ein bisschen Anleitung, dass es wirklich funktional wird. Und wie gesagt, ich liebe das Dialog führen, weil ich könnte dir jetzt auch einfach ein paar fertige Sätze oder Affirmationen geben, die du deinem Saboteur morgens entgegensetzen könntest. Aber tatsächlich ist das Dialog führen etwas, was ich gerne im Detail und auch persönlich im Einzelnen oder in der Gruppe vermittle, da kein Satz, den ich mir für dich ausdenke oder den du irgendwo lesen kannst, so wirksam sein wird, wie das, was du in dem Moment wirklich brauchst. Und das ist sehr individuell. Und am besten weiß, das, was du brauchst für deine Ängste, für das, was da eben auftaucht, dein gesundes Ich. Wenn du das aber noch nicht wirklich wahrnehmen kannst, ist das genau die Übung. Und wie gesagt, ein komplexes Thema, aber ein sehr wirksames. Und daher gibt es viele verschiedene Strategien, wie man eben lernen kann, auf effektive Weise mit dem Saboteur in den Dialog zu gehen. Was du aber bereits jetzt machen kannst, falls du das mit dem Dialog für noch nicht gelernt hast, dann ist es zum Beispiel, deinen Saboteur erst mal zu beobachten, ohne direkt darauf zu reagieren. Das heißt, wenn diese Stimme morgens kommt, dann nicht sofort reagieren, egal was sie vorschlägt. sagt dir, okay, ich höre dich, aber ich entscheide erst in fünf Minuten. Und hier geht es wirklich erst mal nur darum, eine Pause zwischen den Gedanken und dein Handeln zu bringen. Zum Beispiel, wenn nahe der Idee kommt, ey, du solltest jetzt Sport machen. Nicht sofort reagieren. Ja, nimm den Gedanken wahr. Und in diesen fünf Minuten, verschaff dir Zeit, steh auf, trinke Wasser, schau raus, geh ins Fenster oder beobachte deine Kinder, falls sie noch schlafen. Whatever. Mach irgendwas in dieser Zeit, aber geh den Gedanken nicht sofort nach. und dann erst nach diesen fünf Minuten, weil die meisten Impulse appen auch wieder ab. Entscheide bewusst und nicht einfach reaktiv, was will ich wirklich? Ist es das, was mich weiterbringt? Denn jede Verzögerung, in der du nicht direkt nachgibst, ist auch ein Stück echte Kontrolle, die du dir selbst zurückholst. Und dafür kann es eben auch hilfreich sein, dir vielleicht erst mal einen kleinen Timer oder, weiß man ja, wenn man Kinder hat, meistens auch hat, so eine kleine Sanduhr zu stellen und die einfach auch als visuellen Anker bereit zu haben. Also gerade auch, wenn du das neu machst, weil alles, was neu ist, braucht meistens erst mal eine Erinnerung. Und wie gesagt, denk immer daran, dein Saboteur kann niemals stärker sein als du. Puh, okay. Gut, dass ich die Folgen geteilt habe. Es sind schon wieder 50 Minuten hier. Und damit kommen wir auch erst mal zum Ende von Teil 2 unseres Q&A Specials. Und ursprünglich hatte ich eigentlich noch eine Frage mehr geplant, aber gut, dass ich die verschoben habe. Ich habe nämlich beschlossen, dir nochmal eine ganz eigene Folge zu widmen, da ich auch viele, viele Mamas im Coaching habe und selbst ja auch gerade auf dem Weg bin, Mama zu werden. Und ganz ehrlich, ich ziehe meinen Hut vor dieser Doppelherausforderung. Denn Recovery und Mama sein, insbesondere in unserer Gesellschaft, ist echt nicht zu unterschätzen. Und daher ist mir diese eine Frage auch eine eigene Folge wert. Für heute aber hoffe ich, dass du dir einiges aus diesen wertvollen Fragen mitnehmen konntest. Und ich danke allen ganz doll, die mir ihre Fragen auf Instagram geschickt haben. Und wenn auch du eine Frage hast, die du hier gerne, ja, mal beantwortet hättest oder dich mal näher betrachten soll, dann schreib mir, wie gesagt, gern auch auf Instagram oder einfach per Mail. Aber ganz wichtig, auf sehr individuelle Fragen, also mit vielen persönlichen Details, kann ich natürlich hier im Podcast nicht so eingehen. Die sind dann im Coaching, wo ich auch deine individuelle Situation natürlich betrachten kann, deutlich besser aufgehoben. Und wenn du merkst, dass du einige der hier genannten Tools vielleicht auch gerne lernen möchtest oder dir generell einfach mehr Unterstützung und einen Wegweiser auf deinem Weg in die Freiheit wünscht, dann schreib mir super gern oder hüpf einfach über den Link in den Shownotes in den kostenfreien Discovery Call und dann gucken wir, was du gerade brauchst. Denn, wie bereits angedeutet, öffnen im Frühjahr auch zum einzigen Mal dieses Jahr die Türen zu Rediscover, meinem sechswöchigen Gruppencoaching, welches der mit Abstand schnellste und günstigste Weg ist, mit mir zusammenzuarbeiten. Und dort zeige ich dir auch in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen alles, was du brauchst, um zu entdecken, wer du jenseits der Essstörung wirklich bist. Das heißt, du bekommst dort nicht nur meine wertvollsten Tools mit der Möglichkeit, sie auch direkt zu üben und anzuwenden an die Hand, sondern es ist wirklich, ich denke mir mal, eigentlich ist es wie eine Ausbildung und jeder sollte das in der Schule haben. Aber das ist nochmal ganz anders als hier. Denn hier, das ist ja irgendwie echt eher ein Monolog und ein Vortrag. Rediscover ist kein Vortrag, wie hier, sondern wirklich eine gemeinsame Reise, in der du dich selbst auf einer so, so tiefen Ebene kennenlernst wie nie zuvor. Und direkt in deinem Tempo, aber das ist mir wichtig, also es gibt kein Muster drin, sondern du entscheidest, was will ich üben, was will ich umsetzen, aber eben, was du auch direkt in deinem Tempo und dann eben auch mit Unterstützung in die Umsetzung holen kannst. Weil ich weiß, das ist immer das, wo es knackt. An Wissen hapert es nicht. Egal, wie viel ich hier runterrede, ich weiß, dass man mit Wissen alleine nicht recovert, sonst wärt ihr alle schon gesund. Und das Schöne in Rediscovers aber, es gibt keinen Druck, aber ganz viel Orientierung und Halt. Also wie gesagt, wenn dich das interessiert, ich verlinke es nochmal in den Shownotes und ich danke dir von Herzen, dass du heute dabei warst. Und wenn dir die Folge geholfen hat, dann freue ich mich auch über deine Unterstützung mit einer Fünf-Sterne-Bewertung oder einer Rezension oder was auch immer, damit ich einfach noch mehr Frauen da draußen erreichen kann. Also, bis zum nächsten Mal, pass auf dich auf und alles Liebe. Vielen Dank, dass du dir Zeit für eine Tasse Reality mit mir genommen hast. Ich hoffe, diese Folge hat einen kleinen positiven Unterschied in deinem Tag gemacht. Mit deiner Fünf-Sterne-Bewertung kannst du genau diesen Unterschied auch im Leben anderer lebensvoller Frauen bewirken, die diesen Podcast noch nicht gefunden haben und sich ebenfalls nach einem Leben in Freiheit und Authentizität sehnen. Ich danke dir von Herzen und freue mich, auf Instagram mit dir in Kontakt zu bleiben. Alle Links findest du in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

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